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Für immer

OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
02.02.2021
02.02.2021
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Es war so ein schöner Morgen, die Sonne ging gerade auf, sie hörte das Zwitschern der Vögel, die es sich in der Krone des Kirschbaumes bequem gemacht hatten, der in voller Blüte stand. Sie inhalierte die frische, milde Luft zusammen mit ihrem liebsten Duft, der sich komplett um sie legte. Hiyori schloss für einen Moment die Augen und kuschelte sich noch ein Stück mehr an Yato, der hinter ihr, gegen den Stamm des Baumes gelehnt saß und schon eine ganze Weile keinen Ton sagte. Er machte sich immer noch Vorwürfe, das wusste sie auch ohne ihn zu fragen. Dabei war das anscheinend ihr Schicksal und auch, wenn es noch ungewohnt war, hatte sie es angenommen und war glücklich.

Hiyori versuchte sich etwas in seinem Arm zu bewegen, was fast unmöglich war, so fest wie er sie hielt. Sie kicherte leise und schaffte es letztendlich doch, sich zu bewegen und ihren Kopf zu ihm zu drehen. Er hatte ein paar kleine, rosa Blüten in seinen dunklen Haaren und die Augen geschlossen.

"Hey..."

Ihre Fingerspitzen wanderten an seine Wange, die sie leicht streichelte.

"Wir sind schon eine ganze Weile hier, sollten wir nicht langsam wieder..."

"Nein."

Yato öffnete seine Augen und sah sie müde und verträumt an.

"Die anderen hatten dich den ganzen Abend und die halbe Nacht. Jetzt bin ich dran und ich will genau hier sein und dich in meinem Arm halten und deine Wärme spüren."

Er nahm ihre rechte Hand in seine und führte sie zu seinem Gesicht, um sie sanft zu küssen.

Hiyori schenkte ihm daraufhin ein leichtes Lächeln und schüttelte den Kopf.

"Sag mal..."

Ihr Blick wanderte zu seinen Lippen, sie sie letztendlich sanft mit ihren Fingerspitzen, die er noch in seiner Hand hielt berührte.

"Was hält dich zurück? Wieso tust du es nicht endlich? Ich warte schon die ganze Zeit darauf."

Er grinste ein wenig, ließ ihre Hand los und spielte dafür mit einer Strähne, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatte.

"So...? Mhm...du könntest es genauso tun."

"Ich weiß aber...ich dachte, nachdem ich das letzte Mal..."

Sie sah ihn schmollend an und sein Gesichtsausdruck veränderte sich plötzlich. Er sah nachdenklich aus und ihre Haarspitzen waren plötzlich interessanter als ihre Augen.

"Das letzte Mal huh? Weißt du...das ist..."

Er kniff etwas die Augen zusammen und sie konnte die Traurigkeit förmlich greifen, die in ihnen lag.

"Fast ein Jahr her...ich weiß! Aber jetzt..."

"Dieses Jahr..., nach all dem was ich in den letzten Jahrhunderten erlebt habe, war das mit das schlimmste! Jeder einzelne Tag ohne dich, keiner wusste, was passieren würde und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich nicht wirklich daran geglaubt. Ich bin fast durchgedreht und konnte nachts nicht schlafen. Ich hab ständig dein Gesicht vor mir gesehen als...du..."

Die erste Träne lief seine Wange hinab und wurde von ihrem Daumen gestoppt, doch auch ihre Gefühle schaukelten sich bei ihren Erinnerungen hoch und brachen über sie herab. Hiyori schniefte ebenfalls und versuchte gefasst zu bleiben, was ihr jedoch nicht wirklich gelang.

"Du weißt, dass es mein sehnlichster Wunsch war immer mit dir zusammen zu bleiben."

"Ich hätte besser auf dich aufpassen müssen, dich schützen, es war meine Schuld..."

"Nein, nein, war es nicht! Es war meine Entscheidung nach dir zu suchen, ich hatte ihn provoziert, also mach dich nicht dafür verantwortlich."

Sie spürte ihre warmen Tränen, die ihr die Wange hinunterliefen und auch Yato wischte sich immer wieder mit seinem Handrücken über die Augen.

"Ich liebe dich Hiyori und du wirst kein zweites Mal in meinem Arm sterben, hörst du?!"

"Yato..."

Er sah sie mit roten, glasigen Augen an, die ihr Herz zum Schmelzen brachten, bevor sie ihre  tränennassen Lippen zu einem Lächeln verzog und den Kopf schüttelte.

"Ich versprech es dir, nie wieder! Mein Wunsch hat sich nicht geändert, ich liebe dich, ich will mit dir zusammen sein. Für immer."

Sie spürte plötzlich seine Hand in ihrem Nacken und im nächsten Moment prallten seine Lippen auf ihre. Genauso verzweifelt und begierig, wie sie ihn damals mit ihren letzten Atemzügen geküsst hatte. Sie genossen ihren tiefen, gefühlvollen Zärtlichkeiten, bevor sie sich schwer atmend voneinander lösten und sich in die Augen sahen.

"Du glaubst nicht wie sehr ich dich vermisst habe und wie unglaublich glücklich ich gerade bin, dich wieder zu haben. Du warst schon immer meine Göttin Hiyori und jetzt hast du sogar einen größeren Schrein als ich.

Sie schlang die Arme um ihn und lehnte ihre Stirn gegen seine, bevor sie kicherte.

"Aber nur weil Masaomi der bessere Bastler in der Familie ist..."

"Mein Minischrein ist perfekt! Jetzt warten wir, bis sie der neuen Göttin der Liebe und Güte etwas Größeres gebaut haben, ich denke das die Zahl deiner Anhänger ziemlich schnell nach oben schießt, vorallem wenn du meine Ratschläge befolgst. Vielleicht sollten wir dir auch gleich noch einen Jogginganzug besorgen...

"Damit jeder sieht, das ich zu dir gehöre?"

"Nein, dafür habe ich schon eine andere Idee, aber der Partnerlook würde uns sicherlich gut stehen."
 
 
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