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Die Schwerter des Monarchen

von achat
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
01.02.2021
15.03.2021
5
12.962
7
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.02.2021 2.089
 
Titel: Die Schwerter des Monarchen

Fandoms: Sword Art Online (SAO);  Solo Leveling (I alone level up)

Klappentext:
[Sword Art Online x Solo Leveling] [SAO x I alone level up] Beim Transfer seinen FluctLights von der Unterwelt zurück in seinen Körper geht etwas schief.
Plötzlich findet Kirito sich alleine in einer Welt wieder, die täglich von Monstern bedroht wird und in der Jäger sich immer wieder den Herausforderungen der Portale stellen müssen.




Hallo liebe Leser,

dies ist ein Crossover zwischen SAO und Solo Leveling. Erst wollte ich mit meiner Geschichte am Ende von Solo Leveling ansetzen, da ich aber nicht weiß, ob hier jemand Solo Leveling überhaupt kennt und wenn, dann vermutlich auch eher den WebToon und nicht die Novel gelesen hat, wollte ich nicht gleich alles Spoilern ;) Also setzen wir an einem Punkt an, den der WebToon schon erreicht hat.
Für alle, die Solo Leveling noch nicht kennen: Es ist nur zu empfehlen!

Aber genug geplaudert. Los geht's!


1. Kapitel

Kirito wusste, in dem Moment, in dem er die Augen aufschlug, das beim Transfer seines Fluctlights aus der Unterwelt in seinen Körper etwas schief gegangen war. Sehr schief.
Und dann kamen die Kopfschmerzen.
Höllische, stechende Kopfschmerzen. Es schien sein Gehirn förmlich zu zerreißen und er konnte nicht mehr tun, als sich zusammenzukrümmen, die Arme um den Kopf geschlungen in dem verzweifelten Versuch, sich vor einem imaginären Angriff zu schützen und die Schmerzen auszublenden.
Dann, ohne Vorwarnung, brachen Erinnerungen über ihn herein, übermannten ihn und nahmen ihm den Atem. Tausende von Bildern, Satzfetzen und Gedanken, die nicht seine eigenen waren, erfüllten und begruben ihn förmlich.
Nur unterbewusst nahm er wahr, wie er sich übergab. Einmal, zwei mal, immer wieder. Bis nichts mehr in seinem Magen war, seine Speiseröhre und sein Rachen brannten und er japsend nach Luft schnappte.
Doch auch dann hörte das Würgen nicht auf, verschlimmerte seine Kopfschmerzen, ließ seinen Körper zusammenkrampfen. Alles tat ihm weh. Kopf, Hals, Brust, Bauch, Arme, Beine... alles brannte, war schweißgetränkt und doch zitterte er hilflos. Die Qual erstickte ihn, bis er - endlich - das Bewusstsein verlor.
Wie viel Zeit verging, bis er erneut die Augen aufschlug, konnte er nicht sagen. Noch immer pochte es in seinen Schläfen und hinter seiner Stirn stach es heftig, doch mit Mühe konnte er dieses mal die Augen öffnen.
Vorsichtig rappelte Kirito sich auf. Er fasste in etwas Feuchtes und stellte wie durch einen grauen Schleier fest, dass das wohl sein eigenes Erbrochenes war. Ein bisschen Blut schien hineingemischt zu sein, doch das alles beunruhigte ihn weniger, als es sollte. Er fühlte sich schwach und zittrig und nahm alles wie durch viel Watte hindurch wahr.
Ein Klingeln ließ ihn aufsehen.
Das Telefon?
Nein... das war die Tür...
Langsam rappelte er sich hoch, um sich zur Haustür zu schleppen - wo war er? Weshalb kannte er sich in dieser fremden Wohnung so gut aus? Wie war er überhaupt hier hin gekommen?
Nach einer gefühlten Ewigkeit und völlig außer Atem erreichte er schließlich die Tür. Sein ganzes Gewicht musste er gegen die Wand lehnen, um nicht umzufallen. Sein Atem ging schwer und er schien kaum genug Sauerstoff zu bekommen. Ein bisschen so, als ob er ein Marathon gelaufen war. War er ein Marathon gelaufen?
Wieder klingelte es an der Tür und riss ihn aus seinen abschweifenden Gedanken. Da es auch noch klopfte, konnte noch nicht so viel Zeit vergangen sein. Oder es war dringend. Kirito tastete nach dem Schloss, entriegelte es und drückte die Klinke leicht nach unten.
Die Tür schwang auf.
Eine junge Frau, dunkle Haare und feiner Anzug - Hanekawa, flüsterte etwas in seinem Kopf - starrte ihn erschrocken an.
Scheinbar hatte sie nicht mehr damit gerechnet, dass er die Tür noch öffnen würde.
"Kazuto! Wie um Himmels Willen siehst du denn aus?!"
Oh, wurde Kirito da klar, wenn er nur halb so schlecht aussah, wie er sich fühlte, würde das auch erklären, warum sie so schockiert aussah.
Dann verließen ihn plötzlich die Kräfte und alles um ihn herum wurde wieder schwarz.

Als Kirito das dritte Mal seine Augen aufschlug, ging es ihm deutlich besser. Das helle Weiß ließ ihn zwar irritiert blinzeln, doch seine Kopfschmerzen hatten sich fast völlig beruhigt. Außerdem war er warm und trocken und lag sehr bequem. Vorsichtig bewegte er den Kopf, doch keine weiteren Schmerzen loderten auf.  
Vorsichtig sah er sich um. Er schien in einem Krankenzimmer zu liegen. Es roch nach Desinfektions- und Putzmitteln, ein typisches Zeichen für ein Krankenhaus. Auf seinem Beistelltischchen stand ein Vase mit ein paar Blumen. Ein Monitor zeigte seinen Herzschlag an. Ein Blick auf seine linke Hand verriet ihm, dass er an einem Tropf hing.
Wahrscheinlich hatte er Hanekawa ganz schön verschreckt und sie musste einen Krankenwagen gerufen haben. Wahrscheinlich hatte sie inzwischen auch die leere Pillendose und den Brief gefunden. Wahrscheinlich war sie sauer.
Kirito seufzte. Dann stockten seine Gedanken verwirrt.
Pillendose? Brief?
Was waren das für Erinnerungen?
Sie hatten doch in der Unterwelt gekämpft? Asuna und viele anderen Spieler waren zu seiner Unterstützung gekommen, er hatte Miller besiegen können und den Tempel, der es Asuna und Kirito ermöglichte, ihr Fluctlight zurück in die Realität zu transferieren in letzter Sekunde erreicht. Asuna war zuerst gegangen, zusammen mit Alice. Kirito war ihr direkt gefolgt. Doch etwas musste schief gegangen sein.
War er zu spät gewesen? Hatte die Unterwelt in dem Moment beschleunigt, als sein Fluctlight übertragen wurde? Wo war er jetzt?
In seinem Kopf schien es noch einen zweiten Satz an Erinnerungen zu geben.
… Kirigaya Kazuto, alleine lebend in Tokio, einen schlecht bezahlten Job in einer Lagerhalle, der ihn kaum über die Runden brachte. Keine Familie. Keine Freunde. Kollegen die ihn ständig mobbten.
Eine traurige Existenz, der er endlich ein Ende hatte setzen wollen. Eine Abschiedsbrief hatte er geschrieben. Eine Dose Pillen geschluckt. Und sich damit umgebracht?
Stöhnend fasste Kirito sich mit der Hand an die Stirn.
Hatte die Beschleunigung der Unterwelt dazu geführt, dass sein Fluctlight, was gerade dabei war, die Unterwelt zu verlassen, wie mit einer aufgespannten Schleuder beschleunigt wurde? Ist sein Fluctlight damit an seiner eigenen Realität vorbeigeschossen und direkt in eine andere Realität katapultiert worden? War er im Körper eines Kirigaya Kazutos in einer anderen Realität gelandet?
Dieser Kazuto hier hatte sich gerade selbst umgebracht, vermutlich mit Erfolg, sodass Platz für Kiritos Fluctlight da war. Hatte sich sein Fluctlight - seine Seele - einfach den nächsten passenden leeren Körper gesucht und besetzt?
Die Erinnerungen schienen aber noch im Gehirn des Körpers eingebrannt gewesen zu sein, sodass Kirito diese übernommen hatte. Eine äußerst schmerzhafte Prozedur...
Unfassbar.
Es gab hunderte, nein, tausende von Theorien zu parallelen Universen und Dimensionen und hier war er und konnte diese bestätigen. Wenn nur nicht... Kirito spürte, wie sein Gesicht heiß und seine Augen feucht wurden. Sein ganzer Körper begann zu Zittern und er biss sich auf die Unterlippe, doch er konnte den Schluchzer nicht unterdrücken. So sehr er seinen rechten Handballen auch auf seine Augen presste und diese zusammen kniff, konnte er die Tränen nicht zurückhalten.
Er war durch einen unglaublich speziellen Zufall in dieses Universum katapultiert worden. Seinem eigenen Körper fehlte damit ein Fluctlight und würde nicht wieder aufwachen können. Rinko, Kikuoka und Asuna würden denken, dass sein Fluctlight entweder nicht rechtzeitig aus der Unterwelt herausgekommen oder beim Transfer zerstört worden wäre. Sie würden also versuchen, ihn nach den 200 Jahren in der Unterwelt, zurückzuholen, sollte er einfach zu langsam gewesen sein. Doch das würde nicht glücken, da er ja hier war... und damit würden sie sein Fluctlight für zerstört und ihn für mental tot erklären müssen. Nur eine leere Hülle existierte noch von ihm in seiner eigenen Realität. Und wenn sie erst zu diesem Schluss kamen, was würden sie tun? Ihn in einem Krankenhaus am Leben erhalten, in der Annahme, dass er nie wieder die Augen öffnen würde? Oder würden sie sozusagen den Stecker ziehen und ihn für tot erklären und beerdigen?
Er müsste es bis dahin schaffen, sein Fluctlight wieder zurück zu bringen. Aber wie? Eine solche Technik, gab es sie in dieser Dimension überhaupt? Kirito fand in Kazutos Erinnerungen nicht mal Hinweise zu SAO. Aber ohne SAO würde es kein Rath geben. Und ohne Rath keine Fluctlight-Forschung.
Und wer weiß, wie die Dimensionen zeitlich zueinander standen? Vielleicht waren in seiner eigenen Dimension schon hunderte Jahre vergangen, während es hier nur ein Tag war? Es gab so unendlich viele Möglichkeiten und unbekannte Variablen.
Zurückzukehren schien hoffnungslos. Er hatte zu wenig Informationen und keine Möglichkeit, seine Theorien zu prüfen.
Plötzlich spürte er, wie jemand seine Hand nahm. Erschrocken zuckte er zusammen und drehte den Kopf zur Seite und versteckte sein Gesicht unter seinem rechten Arm. Er wollte niemanden sehen. Er wollte alleine sein. Er wollte ...
"Es tut mir so leid", hörte er eine sanfte Stimme. "Ich wusste nicht, wie schlimm es geworden war. Warum hast du nie etwas... "
Es wurde mehr Druck auf seine Hand ausgeübt.
"Nein. Ich kann dir keine Vorwürfe machen. Es ist meine Schuld. Ich hätte merken müssen, wie sehr dir alles zusetzt."
Hanekawa.
Die Freundin von Kazutos Tante.
Seine Tante... sie hatte ihn auch in dieser Dimension groß gezogen. Doch als er mit 16 Jahren auf einer Klassenfahrt war, ist in der Nähe ihres Dojos mitten in der Nacht ein Portal aufgebrochen. Es hatte nur ein C-Rank, war aber in einem alten Schuppen nicht aufgefallen. Die Monster daraus hatten mit umliegenden Bewohnern kurzen Prozess gemacht. Bis jemand endlich nachts die Jäger informiert und diese angerückt waren, um die Monster zu vernichten und das Portal zu schließen, war seine letzte verbleibende Familie bereits von den Monstern getötet worden.
Es hatte Kazuto zerstört.
Er war daraufhin in eine eigene kleine Wohnung gezogen, hatte jeglichen Kontakt zu Freunden abgebrochen, sich in seiner Trauer von der Außenwelt abgeschottet und die Schule so lange geschwänzt, bis er schließlich ohne Abschluss herunter geflogen war.
Nach einem Jahr waren sein Erbe und seine Ersparnisse aufgebraucht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihn dann auch Hanekawa aufgespürt. Sie war selbst eine erfolgreiche Jägerin vom Rang A und hatte selbst den Tod seiner Tante auch sehr schwer genommen. Dass Kazuto sie und Jäger allgemein bei der Beerdigung nur beschimpft hatte, hatte ihre Beziehung beinahe ruiniert.
Dennoch hatte Hanekawa sich schließlich ein Herz gefasst und ihn aufgesucht. Sie hatte versucht, ihn aus seiner Depression zu befreien, hatte ihm einen Job beschafft, den er auch ohne jegliche Ausbildung ausüben konnte und ihn regelmäßig besucht.
Ohne Himiko hätte Kazuto vermutlich schon längst aufgegeben.
Doch sie hatte nur das Unabwendbare hinausgezögert. Letztendlich hatte Kazuto dennoch keinen anderen Ausweg als den Tod gesehen.
Kirito überlegte.
Sollte er ihr die Wahrheit erzählen? Würde sie ihm glauben? Vermutlich nicht. Er würde sich ja selbst für verrückt halten. Noch dazu, wo sein mentaler Zustand vermutlich eh aktuell in Frage gestellt wurde.
"Es ist nicht deine Schuld", murmelte er schließlich.
Erstaunt sah Hanekwa auf.
Noch immer versteckte Kirito seine Augen hinter seinem Arm. Er konnte sie nicht ansehen. Er wollte sie nicht sehen. Er wollte Asuna sehen. Doch er konnte sich vor dieser Realität auch nicht verstecken.
"Du hattest in letzter Zeit viel um die Ohren. Deiner Gilde Fame geht es nicht gut. Sein Jeju-Island..." Es fiel Kirito nicht schwer, die Erinnerungen an die Zeitungsberichte abzurufen. Es war noch nicht sehr lange her, dass fast alle S-Klasse-Jäger ihrer Gilde den Monstern von Jeju-Island zum Opfer gefallen waren. Seit dem arbeitetet Hanekawa 24-7, nur, um ihre Fame am Leben zu erhalten. Dass sie da keine Zeit hatte, sich um Kazuto zu kümmern, konnte er verstehen.
"Es tut mir Leid," murmelte er schließlich, "ich wollte dich nicht noch mehr belasten."
"Aber das ist doch nicht die Lösung!" Aufgebracht sprang sie auf. "Kazuto, bitte! Ich weiß jetzt, dass du deinen Job hasst, dass deine Kollegen Arschlöcher sind und es dir schwer fällt, neue Freude zu finden. Aber wir können dir einen neuen Job suchen, ich kann dir helfen, neue Kontakte zu knüpfen, wir können alles ändern! Du kannst nochmal neu anfangen, Nur bitte... bitte mach das nicht noch einmal..."
Den letzten Satz flüsterte sie nur noch.
Langsam nahm Kirito den Arm herunter.
"Ich denke, es wird sich schon so einiges in Zukunft für mich ändern..." murmelte er.
"Hu?" überrascht schaute Hanekawa ihn an. "Was... Wie meinst du das?"
Mit müden Augen blickte Kirito sie schließlich an.
"Ich bin als Jäger erwacht."


Bis zum nächsten Mal,
                            eure achat
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