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Die Herrscher der Elemente - Erwachen

von Lewira
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
01.02.2021
13.04.2021
9
29.180
1
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Dieses Kapitel
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01.02.2021 1.932
 
Hallo ihr Lieben,

die ist der Prolog zu meinem ersten selbst geschriebenen Buch, was schon fertig ist, so dass ich nun jede Woche ein neues Kapitel hochladen werde.
Hinweise und Logikfehler sind mir herzlich Willkommen
Und nun viel Spaß beim Lesen.

Die Verräter
Jahr 2003 Allandora

Der Gerichtsaal der Adlerburg war an diesem Tag besonders voll. Ganz Allandora schien sich in dem Raum versammelt zu haben. Die vielen Menschen waren heute hier, um eine außergewöhnliche Gerichtsverhandlung mitzuerleben. Zwei Leute aus dem Orden des weißen Einhorns, hatten einen Verrat begangen und sollten nun ihre gerechte Strafe erhalten. König Dagorbert rief den ersten auf.

„Marco Totona. Du kennst die Gesetzte dieses Landes und die des Ordens und trotzdem hast du sie missachtete. Dir wird vorgeworfen das du einem Außenstehenden die Geheimnisse der Magie verraten hast. Außerdem hast du versucht König Charlos zu ermorden und bei diesem Versuch zwei seiner Soldaten getötet. Du hast die Ehe deiner Schwester zerstört und den Orden hintergangen, indem du sämtliche Mitglieder an Pendawickta verraten hast. Ich denke das genügt, um zu beweisen das du das Vertrauen des Ordens missbraucht hast und austreten musst. Außerdem giltst du, da du versucht hast den König zu ermorden als Gesetzloser und bist von heute an Vogelfrei. Du darfst keine Burg und keine Stadt, außer der in der du geboren wurdest, je wieder betreten. Willst du noch irgendetwas zu deiner Verteidigung sagen, dass deine Strafe mildern könnte?“. Fragte der König zum Schluss.
„Ich gebe zu das ich all diese Dinge getan habe, aber ich hatte nie vor irgendeine Regel zu brechen, sondern habe nur nach jemandem gesucht, dem ich vertrauen kann und ich habe die Ehe meiner Schwester nicht zerstört, sondern versucht sie zu retten und auch Charlos wollte ich nicht töten, er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Und ich musste sie verraten, sonst wäre ich gestorben und mit mir meine Schwester“ behauptete der Angeklagte. Empörte Rufe gingen durch den Saal.
„Ich verstehe, dass dir deine Schwester viel bedeutet, aber du hast an deinem zwölften Lebensjahr etwas versprochen, nämlich das du...“ wollte der König aufzählen, doch er wurde von Marco unterbrochen.
„Ja das ich alle Entscheidungen mit dem Einverständnis der anderen Mitglieder treffe und nie jemandem der nicht in diesem Orden ist erzähle was dort besprochen wurde. Doch was hätte ich tun sollen, hätte ich mich und meine Schwester sterben lassen sollen!?“ fuhr er den König an.
„Ich versteh ja, dass dir Wahl dir nicht leichtgefallen ist, aber dennoch hast du einen Verrat begangen und das muss bestraft werden“ beschloss der König.
„Sie verstehen gar nichts“ sagte Marco Wort für Wort und schaute dabei den König fest an.
„Und ich hatte keine schwere Wahl, als es um das Leben meiner Schwester ging. Ich habe gewählt und würde jeder Zeit wieder so wählen und wenn ihr der Meinung seit, das ich ein Gesetzloser bin dann tut was ihr für richtig haltet, aber ihr dürft nie vergessen das ich Freunde habe“. Wieder gingen empörte Rufe durch den Saal und die Leute musterten die restlichen Mitglieder des Ordens misstrauisch, nachdem Marco gesagt hatte das er noch Freunde hatte. Sie waren alle gekommen, alle bis auf Mona.

„Ruhe“ befahl Dagorbert „Nun die Wahl fehlt mir schwer und ich bedaure es sehr, aber ich muss dich als Gesetzlosen erklären. Keiner deiner Freunde, die noch im Orden sind, darf dir helfe, sonst droht ihnen dieselbe Strafe. Außerdem darfst du keine Stadt und keine Burg, außer die in der du geboren wurdest, je wieder betreten. Akzeptierst du das?“
„Euch tut gar nichts leid“ zischte Marco, so dass nur der König es verstand, dann lauter, so dass alle ihn hörten:
„Ja ich akzeptiere diese Strafe“.
„Dann muss ich dich noch um etwas bitten“ sagte der König. Marco verstand, griff in die Hosentasche und zog eine Kugel aus der Tasche, die er dem König in die Hand legte.

„Noch etwas“ sagte der König auffordernd.
„Niemals“ zischte er, denn der König verlangte das zweite Leben seiner Schwester. Seine Schwester und er waren Zwillinge und sie beide verbannt ein ganz besonderes Band. Er spürte all ihren Schmerz, den körperlichen und den seelischen. Wenn sie starb, starb auch ein Teil von ihm und umgekehrt würde es genauso sein. Der noch lebende Zwilling würde dann nichts mehr empfinden können. Dieses Leben, was der König verlangte, konnte dazu genommen werden dem anderen in das Reich der Toten zu folgen und in das der Lebenden zurückzuholen, falls der ein Zwilling noch zu jung war um diese Welt zu verlassen.
„Deines habe ich auch schon“ sagte Dagorbert und zu Marcos Schrecken zog der König ein Fläschchen, in dem eine Orangene Flüssigkeit glitzerte, hervor.
„Was habt ihr meiner Schwester angetan, damit sie euch mein zweites Leben gibt?“ rief Marco mit donnernder Stimme und zum ersten Mal schwand seine Lässigkeit dahin. Er konnte nicht glauben das Mona dieses Leben freiwillig, oder ohne zu zögern herausgerückt hatte.
„Ich versichere dir das wir ihr gar nichts getan haben“ sprach der König.
„Lügner. Ich habe ihren Kummer gespürt und ihre Angst, so als wäre es meine eigenen Gefühle. Was habt ihr ihr angetan?“ knurrte er den König an.
„Einigen Leute wollten  deinen Tod. Es war ihr Vorschlag uns dein zweites Leben zu geben, damit wir dein erstes verschonen und dich stattdessen für Vogelfrei erklären“ sprach der König.
„Aber warum muss ich dann ihr Leben hergeben? Reicht, es nicht, wenn sie meines haben, wozu brauchen sie ihr Leben?“ fragte er nach.
„Auch das war der Wille deiner Schwester. Sie wollte das du ihr zweites Leben aushändigst, damit man dich nicht erkennt“ erklärte der König.
„Das glaube ich euch nicht“ rief er aufgebracht. Hätte Mona jetzt neben ihm gestanden und ihm das erklärt, hätte er ihr geglaubt, aber bei Dagorbert konnte er einfach nicht sicher sein, dass dieser die Wahrheit sprach.
„Nun gut, wenn du willst zeige ich dir das sie eingewilligt hat, denn wir haben alles niedergeschrieben was gesagt wurde“ bot der König an und Marco nickte.

Zwei Diener brachten Marco ein Blatt Papier und als er es sich durchgelesen hatte, war Marco das erste Mal seit dieser Verhandlung sprachlos. Der König hatte nicht gelogen, es war wirklich ihre Handschrift, in der geschrieben stand, was der König soeben erklärt hatte. Mona hätte mit ihm gehen können, doch stattdessen war sie bei einem Mann geblieben, den sie nicht leiden konnte, der sie fast wie eine Gefangene behandelte. Das hatte sie nur auf sich genommen, um zu einer unglücklichen Königin, die aber trotzdem noch ein Mitspracherecht hatte, zu werden. Durch dieses Recht hatte sie die Chance bekommen seine Strafe zu mildern. So viel hatte seine Schwester aufgegeben und ihm dadurch sein Leben gerettet. Das war die letzte Geste gewesen ihm ihre Liebe zu zeigen, den von nun an mussten sie ja ihre Gefühle verstecken, sonst würde bestimmt jemand auf die Idee kommen, das Zwillingsband dafür zu nutzen ihn zu suchen. Er wünschte sich er könnte sich irgendwie erkenntlich zeigen, ebenfalls etwas dieser Art für sie tun. Doch das einzige was ihm übrigblieb, dass einzige, um sich bei ihr erkenntlich zu zeigen war sich dem Vorschlag, den sie gemacht hatte, zu beugen. Widerstrebend zog er ein Fläschchen, das Hellblau glitzerte, aus seiner anderen Tasche und legte es dem König in die Hand. Dann drehte er sich um und verschwand durch die Tür des Saals. Die Blicke, die ihm hinterher geworfen wurden, waren zum Grossteil feindselig, aber auch vereinzelt voller Kummer, Sorgen und sogar Mitleid.

Der König nahm einen Schluck von dem Wein, bevor er den nächsten Angeklagten aufrief. Es war sein eigener Sohn.
„Heinrich mein Sohn es ist eine Schande für unsere Familie, das auch du einen Verrat begangen hast und die Ehre unserer Familie in den Schmutz gezogen hast, indem du deine Hilfe verweigert hast, als du sie hättest geben können und als diese gebraucht wurde. Die Bärenburg hat deine Hilfe gebraucht, als Pendawickta die Burg belagert hat, weil sie die Kugelträger wollte, die zu diesem Zeitpunkt allerdings schon in der anderen Welt waren, aber stattdessen hast du dich hinter deinen Mauern versteckt und nichts getan“ dem König viel das Sprechen schwer, den ihm wurde plötzlich heiß. Er trank noch einen Schluck.
„Aber Vater was hätte ich den tun sollen“ rief Heinrich.
„Vielleicht hättest du ja ein bisschen mehr als nichts tun können. Es hätte viele Möglichkeiten gegeben, doch du hast keine davon ergriffen.
„Aber Vater ich musste so handeln, es war das beste für meine eigenen Kinder und mein eigenes Volk“ gab er zurück.
„Ja, aber es geht nicht darum was das Beste, für die eigene Burg ist, sondern für das ganze Land. Ich dachte das hättest du verstanden. Doch anscheinend habe ich mich getäuscht“
„Ich habe an meine eigene Familie gedacht. Was ist so falsch daran?“ wollte er empört wissen.
„Das du nur an dich gedacht hast. Denk an den Vertrag zwischen den drei Burgen. Nachdem Pendawickta dem Wahnsinn verfallen ist, haben die restlichen Burgen sich Hilfe versprochen. Ich hätte nie gedacht das ich meinen eigenen Sohn einmal daran erinnern muss“ sprach Dagorbert.
„Aber deswegen mir den Thron zu entziehen halte ich nicht für fair. Ich bin dein Sohn und habe vor allen anderen das Recht zu regieren“ empörte sich Heinrich
„Auch wenn ich dein Vater bin, für dich bin ich, genauso wie für alle anderen auch der König und du wirst gefälligst nicht so anmassend sein mir zu sagen was falsch und richtig ist“ beschloss er und Schweiß trat ihm auf die Stirn. Heinrich starrte seinen Vater mit unbewegter Miene an. Ein freudloses Lächeln lag auf seinen Lippen.
„Und was nun Vater? Willst du mich auch als Gesetzlosen erklären?“ fragte Heinrich spöttisch.
„Nein, doch du wirst niemals wieder in deinem Leben eine hochrangige Position einnehmen. Weder als Berater noch als Schatzmeister, Du gehörst nun zum ganz normalen Adel“ entschied er.
„Dann tu doch was du willst Vater“ meinte er abfällig und das letzte Wort spie er richtig aus.
„Es tut mir leid, doch ich halte dich aufgrund dessen nicht länger für fähig Herr dieser Burg zu sein. Stattdessen ernenne ich einen meiner engsten Freunde und Berater, Darumir, zu meinem Nachfolger.“. Sagte er und die Kopfschmerzen, die ihn schon den ganzen Tag lang plagten, wurden schlimmer und zerrissen ihm fast den Schädel, auch der Schweiß tropfte ihm weiter von der Stirn.

Darumir trat vor.
„Mein Freund ich danke dir und es mit ihr eine große Ehre, dass ich dafür ausgewählt wurde. Ich und meine Nachkommen versprechen das wir genauso gerecht wie du regieren werden und deinem Namen Ehre bereiten“.
„Es freut mich das du annimmst und ich mich auf dich verlassen kann“ erwiderte Dagorbert. Seine Hände schwitzten, ein heftiger Schüttelfrost erfasste ihn und er rang nach Atem. Entsetzt starrten ihn die Menschen im Saal an und seine Diener beugten sich besorgt vor.

„Jemand hat den König vergiftet“ rief einer der Diener entsetzt.

Der Tumult im Saal wurde lauter und in der hintersten Reihe betrachtete der der Giftmischer, von der Königin Pendawickta, zufrieden sein Werk. Es war so einfach gewesen, ihm die paar Tropfen Gift in das Glas zu träufeln. Niemand hatte auf ihn geachtet und auch jetzt, als er sich etwas abseits in eine Wolke aus schwarzem Rauch einhüllte, sah ihn niemand. Alle Augen waren beim König, der sich am Boden krümmte, doch keiner konnte ihm helfen.

„Er ist tot“ verkündete einer der Diener laut, als das letzte Röcheln verklungen war.

„Verschwindet geht“ fuhren seine Leibwächter die Menge an. Die verließ, wie in Trance, den Saal. Nur eine blieb noch. Es war eine Frau mit weißen Haaren. Sie ging zu dem toten König und nahm ihm die Kugel aus der Hand und die beiden Fläschchen. Dann verließ auch sie den Saal.
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