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Digital World

GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
01.02.2021
20.02.2021
8
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01.02.2021 904
 
Ich lebe in einer Welt, wo ein Traum nicht immer ein Traum bleiben muss.
Meine Großmutter erzählte mir einst, dass das früher ganz anders war, auch wenn sie selbst den großen Krieg nie miterleben musste.
Ein Krieg, der viele Jahre ging und ebenso viele Menschenleben forderte. Ein Krieg der so grausam war, dass er die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung zum Opfer fiel.

Mittlerweile leben wir auf der Welt in einem geordneten System, in sogenannten Gilden. Jeder der sechs Kontinente hat seine vorgeschriebenen Gilden, die für den Bestand des eigenen Kontinentes sorgen.
Meine Oma erzählte mir, dass es wohl früher mal sieben Kontinente gab, doch einer davon wurde durch den großen Krieg komplett zerstört.
Man erzählt sich, dass die Menschen damals eine schlimme Waffe konstruierten und damit eine riesige Überschwemmung verursachten, die den Kontinent und die Menschen die darauf lebten für immer verschlang. Ob es war ist oder nicht, können wir nicht mehr nachverfolgen, da es keine Beweise für diesen Verlauf vorhanden sind.
Aber das ist mittlerweile nicht mehr so wichtig.

Unsere Gilden jedenfalls sind so eingerichtet, dass sie bestimmte Aufgaben der Gesellschaft übernehmen.
Meine Eltern, mein großer Bruder und ich leben in der sogenannten Schurken- Gilde, einer der Größten würde ich sagen.
Unsere Aufgaben bestehen hauptsächlich im handwerklichen Bereich, haben aber nichts mit Lebensmitteln zu tun. Wir bauen Häuser oder Gegenstände, wie Möbel oder Vasen und reparieren diese und halten sie in Stand. Mein Vater ist ein sogenannter Tischlermeister und meine Mutter eine Meisterin der Schneiderei.
Beide lieben ihre Arbeit über alles, aber mein Traum sieht anders aus.
Ich interessiere mich an der Jäger - Gilde. Diese sind für unsere Lebensmittel und damit für die Ernährung zuständig. Seit ich den ersten Kuchen gegessen habe, möchte ich nichts anderes als dorthin zu gehen. Ich liebe es zuzusehen, wie diese Gilde sich um die Jagd, Zucht und Zubereitung kümmert. Einfach faszinierend.
Mein Ziel ist es, mich nach der Schule ihnen anzuschließen, auch wenn mein Bruder anderer Meinung ist. Er ist der Auffassung, dass man bei seiner Gilde bleiben sollte und somit die eigene Familie stolz machen kann. Er ist nicht der Einzige, der so denkt.
Das sagt er aber auch nur zu mir, weil er kurz vor dem 10. Rang eines Schurken steht und damit zum Meister aufsteigt. Einfach lachhaft. Für ihn geht es doch nur um seinen Verdienst und sein Ansehen. Blödmann.

Ich weiß, dass ich beim Wechsel wieder von vorne anfangen muss, aber das macht mir nichts aus. Lieber verbringe ich fünf Jahre länger im Wald oder in der Backstube, als an einer Werkbank in der Schneiderei oder in einem Elektrowerk zu arbeiten. Obwohl die Elektronik aus der alten Zeit viel Gutes bewirkt hat.
Es hat uns unsere Arbeit erleichtert und somit das Zusammenleben der gesamten Menschheit.

Aber nicht nur die Elektronik, auch das System selbst ist sehr wichtig für mich oder für unser ganzes Leben. Es hat etwas mit unseren gesamten Arbeitsjahren zu tun. Es ist Pflicht mindestens die Klassenstufe 5 abzuschließen, man lernt dort Fähigkeiten der alten Schrift, der Gedankenvernetzung im Elektroniksystem, die Vernetzung der Welt und jede besondere Herausforderung der einzelnen Gilden und ihre Aufgaben werden geleert.
Nach diesen 5 Jahren muss man sich entscheiden welcher Gilde man beitreten möchte, kann dies aber noch weitere 5 Jahre hinauszögern und erst einmal in seiner aktuellen Gilde bleiben. Nach dieser Zeit, also in der Klasse 10 muss man sich aber endgültig entscheiden und damit zum letzten Mal, ein weiteres wechseln ist verboten und nicht gewünscht.
Um es genauer zu beschreiben, ab der 5. Klasse wird man in die Arbeitsweisen der Gilde integriert, zusätzlich zum normalen Unterricht. Pro absolviertes Jahr, erhält man einen Rang in dieser Stufe. Hat man sich also sehr schnell entschieden, brauch man nur noch zusätzliche 5 Lehrjahre um seinen vollen Beruf gemeistert zu haben und einer Zugehörigkeit der Gilde anzugehören. Was eine schnelle und gute Absicherung ist.

Bei mir ist das leider nicht so, ich habe meiner Mutter zu liebe, nach der 5. Klasse nicht gewechselt, obwohl ich meiner Gilde nicht sehr glücklich bin und meine Aufgaben nicht wirklich toll finde.
Das Einzige was mein Interesse etwas weckte, waren die Instandsetzungsarbeiten im Regierungsgebäude innerhalb unseres Bezirkes.
Dort in diesem Gebäude laufen alle Digitalen Verbindungen zusammen und die gesammelte Energie der Menschen. Die für unsere Regierung zuständigen Paladine, so nennt sich diese Gilde, kümmern sich um den digitalen Strom der Menschen, die Koordinierung der einzelnen Gilden und die Gesetze. Zusammen mit der Krieger - Gilde kümmern sie sich um unsere Sicherheit und Gleichheit, auch zwischen den einzelnen Kontinenten.
Wenn ich meine Oma richtig verstanden habe, gab es dies bereits früher einmal.
Übrigens lernen Krieger und Paladine länger als wir anderen und erhalten ihren vollen Meisterrang erst mit Klasse 15. Dürfen auch, des Alters wegen, nur eine bestimmte Anzahl von Jahren im Amt bleiben und müssen danach im Regierungsgebäude arbeiten. Klar ist es toll, aber für mich keine Aussicht, wenn man weiß, dass man mit 50 Jahren nur noch am digitalen Rechenzentrum arbeitet.
Meine Freundin Trizie hat dies als ihr Ziel gesetzt, beziehungsweise sie lernt es bereits. Seit fünf Jahren hat sie sich bereits den Paladinen angeschlossen und lernt gerade das Rechtssystem kennen. Sie möchte später im alten Archiv des Zentrums arbeiten und sich um die Digitalisierung der alten Welt kümmern.
Dort werden alte Bücher, Schriften, Kunstwerke in die digitale Welt übertragen und somit für die Ewigkeit festgehalten. Jedenfalls was davon noch übriggeblieben ist. Ich finde einen langweiligeren Job gibt es wohl nirgends.
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