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Perfect Harmony

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6 / Het
Julie Molina Luke Patterson
31.01.2021
31.01.2021
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Julie hatte den Song nicht mehr aus ihrem Kopf bekommen können. Sie summte ihn, wenn sie zu ihrem Unterricht ging und spielte ihn auf dem Klavier, wenn die Jungs unterwegs waren. Es war unmöglich ihn zu vergessen oder was Julie sich währenddessen vorgestellt hatte. Ebenso unmöglich war es das verträumte Lächeln zu verstecken, dass sich auf ihr Gesicht schlich, wenn sie an den Song und Luke dachte. Es gab also keine andere Möglichkeit, als den Song aufzuschreiben und in ihre Traumbox zu legen. Julie setzte sich an das Klavier in ihrer Garage und schrieb die Lyrics und Noten auf. Wieder summte sie die Melodie dazu und verlor sich darin. Julie brauchte ein bisschen, um die genaue Melodie wieder exakt zusammenzukriegen, doch am Ende hatte sie es geschafft. Lächeln starrte sie auf das Papier in ihren Händen und begann kleine Herzchen, Gitarren und Klaviere drauf zu malen. „Hey, Julie!“, rief Reggie von draußen. Julie sprang erschrocken auf und riss die Noten vom Klavier runter, „Spielst du ein bisschen Basketball mit uns?“ Alex, Reggie und Luke warfen sich den Ball zu und grinsten zu Julie. „Klar!“, rief sie zurück, „Ich komme sofort.“ Bevor Julie zu den Jungs stieß, versteckte sie die Notenblätter unter der Klavierklappe für die Tasten.

„Es ist schon spät. Wir sehen uns morgen.“, verabschiedete sich Julie am späten Abend von den Jungs und ging ins Haus. Sie hatte ihren versteckten Song ganz vergessen. Alex, Reggie und Luke gingen in die Garage und schlossen das Tor. Alex ließ sich auf dem Sofa fallen, Reggie nahm sich seinen Bass und Luke suchte nach seinem Songbuch. Es lag auf dem Klavierhocker, wo Luke es am vorherigen Tag hatte liegen lassen. Er setzte sich und blätterte auf die letzte Seite, die er beschrieben hatte, als ihm auffiel, dass ein Stück Papier unter der Klavierklappe hervorguckte. Neugierig öffnete Luke die Klappe und sah sich das Papier genauer an. Schnell erkannte er Julies Handschrift und dass es sich um Lyrics handelte. „Perfect Harmony.“, las Luke leise vor. Wenn die kleinen Herzchen es noch nicht vermittelt hatten, dann wusste Luke spätestens nach dem Lesen des Textes, dass Julie verliebt war. Plötzlich fühlte er sich schuldig, dass er etwas so Privates von Julie gelesen hatte, ohne sie vorher gefragt zu haben. Auf der anderen Seite war es nicht in ihrer heiligen Traumbox gewesen. „Was hast du da?“, fragte Reggie und kam zu ihm rüber. „Einen Song, den Julie geschrieben hat.“, antwortete Luke und starrte noch immer auf die schönen Worte seiner Bandfreundin. „Cool, lass mal sehen.“, lächelte Reggie und streckte die Hand nach dem Song aus. Doch Luke zog den Song an seine Brust, sodass Reggie ihn nicht sehen konnte. „Nein.“, weigerte Luke sich. Auch Alex, der bis gerade noch gelangweilt mit seinen Sticks gespielt hatte, wurde nun aufmerksam und stand vom Sofa auf. „Wieso nicht?“, fragte Alex nach und lehnte sich auf dem Klavier ab. „Ich glaube nicht, dass Julie wollte, dass wir das sehen.“, erklärte Luke, „Ich bring ihr den Song besser.“ Luke sah auf den Song in seiner Hand runter und als ihm ein kleiner hoffnungsvoller Gedanke kam, lächelte er, dann poofte er aus der Garage raus.

In Julies Zimmer waren bereits alle Lichter aus. Luke war in ihr Zimmer gepooft und hatte Julie schlafend in ihrem Bett vorgefunden. Er lächelte etwas, als er ihr entspanntes Gesicht und leises Schnarchen beobachtete. „Wir können auch morgen reden.“, sagte Luke leise. Julie schnarchte laut und Luke poofte aus ihrem Zimmer, bevor er laut lachen würde.

Luke hatte den ganzen Tag ungeduldig auf die Uhr geschaut, wann Julie endlich nach Hause kommen würde. „Alter, die Zeit geht nicht schneller rum, wenn du ständig auf die Uhr glotzt.“, meckerte Alex, „Du konzentrierst dich überhaupt nicht.“ Luke schaute ertappt zu seinen Bandkollegen. „Hast wieder an Julie gedacht.“, grinste Reggie breit und stieß Luke gegen den Arm. „Quatsch.“, wehrte Luke ab und schüttelte den Kopf und zupfte die Saiten seiner Gitarre. „Klar doch. Seit du diesen geheimen Song von Julie gefunden hast, hörst du nicht auf zu Grinsen und wartest auf sie.“, argumentierte Reggie. Luke sah Reggie an und wusste wieder nicht, was er sagen sollte. Er wollte nicht über den Song reden oder seine kleine – total nicht offensichtliche – Hoffnung, dass ihm dieser Song galt. „Vielleicht redet sie noch mit Nick.“, vermutete Alex, „Sie tanzen zusammen und er hat ihr hübsche Blumen gebracht.“ Lukes totes Herz rutschte ihm runter. Er war so von Julie und ihrer Band eingenommen, dass er den albernen kleinen Blondschopf ganz vergessen hatte. Lukes Augenbrauen fielen und seine Lippen formten sich zu einem Schmollmund. „‘Tschuldige.“, sagte Alex und räusperte sich. „Julie und Nick sind doch auch im selben Musikkurs! Vielleicht spielt er ihr nur was auf seiner Gitarre vor und das bringt Julie dann auf eine Idee für einen krassen Song!“, versuchte Reggie es zu retten, versagte dabei jedoch phänomenal. Luke sah Reggie böse an, legte seine Gitarre ab und murrte: „Ich warte draußen.“ Luke poofte raus. Reggie sah verwirrt zu Alex. „Habe ich was falsch gemacht?“, fragte er verunsichert. „Wir beide.“, versicherte Alex ihm und schüttelte den Kopf. „Oh puh.“, seufzte Reggie erleichtert, „Gut, wenn er auf uns beide sauer ist, verzeiht er mir schneller.“

Luke warf den Basketball einige Male durch den Korb. Die Gitarren auf den Songblättern könnten auch für Nick stehen. Das war aber nicht möglich! Das durfte nicht sein. Luke schmiss den Basketball gegen den Korb und fing ihn nicht wieder auf. Stattdessen zog er den Song aus seiner Hosentasche und las ihn sich noch einmal durch. Den Rücken zum Gartentor gewandt, begann er den Song zu singen, jedes Wort analysierend, ob er gemeint sein könnte. Julie hatte eine Macht über Luke, der er sich vollkommen hingab. Eine Macht, die dazu führte, dass die bloßen Worte von Julie Luke um den Verstand brachten. Er war völlig verzaubert, wenn er sie singen hörte, ihre Stimme wie die eines Engels. Luke hatte Julie als verlorenes Mädchen kennengelernt, voller Wut und Trauer über den Tod ihrer Mutter. Erst als sie mit Finally Free zusammen aufgetreten waren, war Luke bewusst geworden wie viel heller Julie schien. Luke hatte geglaubt, dass sein Herz wegen ihrer gemeinsamen Musik und der Menschen um sie herum so heftig geschlagen hatte. Vielleicht war es aber Julie, die ihm das Gefühl von Lebendigkeit wiedergab. Nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch ihrem Lächeln, ihrer Entschlossenheit und liebenswerten Persönlichkeit. Wenn Luke mit Julie zusammen war, dann fühlte er sein Herz in seiner Brust schlagen und er wusste es war im Einklang mit ihrem.

„Was singst du da?!“, riss eine Stimme Luke aus seiner Trance und er drehte sich erschrocken zu Julie um, die Songblätter in seinen Händen. Julies Augen weiteten sich, während ihre Wangen erröteten. „Woher hast du das? Hast du wieder durch meine Traumbox gewühlt?!“, rief Julie und kam auf Luke zu gerannt, um nach dem Song zu greifen. Doch Luke ging gleichzeitig einige Schritte zurück und streckte sich, sodass Julie nicht an den Song rankam. „Ich habe nicht durch deine Traumbox gewühlt, ich schwöre.“, versprach Luke, „Der Song lag im Klavier.“ Julie senkte die Arme und sah Luke verunsichert an. Auch Luke ließ seinen Arm wieder runter und sah Julie voller Neugier an. „Es ist ein guter Song.“, sagte Luke, „Ist er über wen bestimmtes?“ Luke wollte es beiläufig klingen lassen, als würde ihn das gar nicht so interessieren. Julie presste ihre Lippen zusammen und wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Halse und ihr Kopf war leer. „Nick vielleicht?“, fragte Luke weiter. „Was? Nein.“, Julie schüttelte den Kopf, „Er hat mich nach einem Date gefragt und mir Blumen gebracht, aber-“ Auf Lukes Gesicht wuchs ein Lächeln, dass mit jeder Sekunde nur größer wurde. „Aber was, Jules?“, fragte Luke provozierend und hielt den Song hinter seinem Rücken. Julie seufzte und ließ den Kopf hängen. „Aber ich habe ihm gesagt, dass ich jemand anderen mag.“, gestand Julie leise. Luke gingen einen Schritt auf sie zu, nur wenige Millimeter trennten sie voneinander. „Und wen?“, grinste Luke und beugte sich etwas zu ihr runter, „Für wen hast du den Song geschrieben?“ Julie hob den Kopf und war erschrocken, wie nah sie sich plötzlich standen. Sie wollte es nicht sagen. Für Julie war es vollkommen okay, dass Flynn die Einzige war, die Bescheid wusste. Für Julie war es absolut in Ordnung nur Lukes lebendige Bandkollegin zu sein. Es gab nichts an einer Geist-Lifer Freundschaft auszusetzen! Luke grinste weiter, zog eine Augenbraue hoch und biss sich auf die Lippe. Er ist tot, Julie! Nur Luft, egal wie süß - reine Luft! Flynns Stimme hallte in Julies Kopf, doch es war schwer auf Flynns vernünftige Stimme zu hören, wenn Julies Herz gerade so viel lauter für Luke schlug. „Dich.“, stieß Julie aus und schluckte schwer, „Ich mag dich und ich habe den Song über uns geschrieben, als ich mit Nick getanzt habe, aber nur an dich dabei gedacht habe.“ Unter normalen von Flynns Vernunft bestimmten Umständen, hätte Julie Luke niemals von ihrem Tagtraum erzählt. „Da bin ich froh.“, lächelte Luke. Erneut weiteten sich Julies Augen und sie glaubte einen Moment keine Luft zu bekommen. „Wirklich?“, fragte Julie nach und Luke nickte mit einem breiten Grinsen. Julie schmiss ihre Arme um Luke, der ebenso seine Arme um ihren Körper schlang und sie glücklich im Kreis drehte. Als Luke sie wieder auf ihre Füße stellte, sah Julie ihn prüfend an. „Warte. Ich verstehe das aber richtig?“ Julie musste sicherstellen, dass Luke sich freute, weil er die gleichen Gefühle für sie hatte. „Was gibt es hier misszuverstehen?“, fragte Luke, bevor er eine Hand auf ihre Wange legte und seine Julie küsste. Es war ein sanfter liebevoller Kuss, der ihre beiden Herzen in ihrer Brust explodieren ließ. „Whoo! Yeah!“, riefen Reggie und Alex aus der Garage, die alles durch die Fenster im Garagentor beobachtet hatten.
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