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Vorgeschichte Aloy & Avads  ♥  (vor  "FORBIDDEN WEST")

GeschichteRomance / P12 / Gen
Aloy Avad
31.01.2021
31.01.2021
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-  Ein Abschied und ein Neuanfang -

Asche und Rus wehte durch die Luft. Der Geruch von verbranntem Holz stieg einem in die Nase. – Stille -
Die gleißende Sonne ging unter der zerstörten Stadt Meridians unter. Hades war besiegt, die Jubelrufe und Tränen der Erleichterung des Volkes Meridians, waren bis ins Anrecht zu hören. Und Da stand Sie, und blickte herab auf Sylens Speer, den sie gerade Hades Metallenen Körper stieß. Sie hatte es geschafft. Aloy wusste das sie erfolgreich war, sie spürte das angestrengte Zittern ihrer Arme, - aber war der Schrecken jetzt endgültig vorbei? Langsam voller Erschöpfung und Anstrengung sich auf den Beinen zu halten, machte Aloy sich auf, den Kriegsschauplatz (wo sie soeben noch dutzende Maschinen und Todbringer niederstreckte) zu verlassen. Als sie an den Bergen der Maschinenleichen vorbeiging, erschienen an ihrer Seite Talanah, Erend und seine Garde, Sona und Varl.
„Du hast es geschafft. Du hast den Metallteufel besiegt, Urmutter lächelt über diesen Tag.“ – Varl trat an sie heran. „Gute Arbeit Aloy, ein Habicht könnte nicht stolzer auf seine Drossel sein.“ – Talanah legte mit anerkennender Geste ihren Arm auf Aloys Schulter. – „Aber hatte ich nicht gesagt, dass die größte Maschine meine Beute ist?“ – „Tja, Dann musst du das nächste Mal etwas schneller sein, Talanah.“ Erwiderte Aloy ihr mit einem verschmitzten Lächeln und wandte sich ab.
Sie nutzte die kurze Pause des Getümmels, und machte auf einem Stein nahe der Klippe eine kurze Verschnaufpause, um einmal tief durchzuatmen. Nach einer Weile kam Erend an sie herangetreten und ergriff das Wort.
„Aloy, das war…unglaublich, DU bist außergewöhnlich, aber das sagte ich dir ja bereits, es war wie beim Tag der Befreiung, Ersa sie…“ Erend verstummte. – „Sie wäre unheimlich stolz auf dich Erend, du bist viel reifer und erwachsener geworden seit der Zeit die wir uns jetzt kennen. Du bist ein toller Hauptmann, und hast ebenso stark gekämpft wie einer.“ – entgegnete ihm Aloy mitfühlend.
„Hör bloß auf, sonst fange ich noch an zu heulen, ich habe nur meine Pflicht getan, dir und Meridian gegenüber. – Ich werde jetzt mit meinen Männern zurück ins Anrecht gehen, feiern, auf unseren Sieg trinken und mit unserem großen Kampf angeben, sodass sich jeder lebende und zukünftige Oseram von diesem glorreichen Tag noch erzählen wird. – Wirst du mit uns kommen und uns dabei helfen?“
„Erend, die letzten Tage waren sehr intensiv, ich denke ich werde etwas Zeit brauchen, um die Ereignisse der letzten Tage und Wochen richtig zu verarbeiten. Wir haben heute einen großen Sieg erzielt,  aber ich habe noch soviele Fragen die ich für mich beantworten möchte, ich schätze, daher trennen sich unsere Wege, fürs erste.“
„Tja, naja, das verstehe ich natürlich, also werde ich dich wiedersehen?“ druckste er herum.
„Das wirst du, dafür sorge ich, erhol dich und pass auf dich auf, verstanden?“ Sagte Sie und legte ihre Hand auf seine Schulter und lächelte.  
 „-- und nicht so viel trinken Hauptmann!“ – rief Sie ihm noch im Weggehen hinterher. Erend lachte nur, drehte sich noch einmal kurz um und verschwand mit seinen Männern vom Schauplatz.
„Das heißt dann wohl auch für uns Abschied zu nehmen, nicht wahr?  Du kommst nicht mit uns zurück nach Mutterherz?“ – fragte Varl mit getrübter Miene.
„Ich befürchte so ist es Varl. Aber es wird kein Abschied für lange sein, die Nora Rituale bedeuten mir zwar nichts, aber es ist immer noch meine Heimat, und die Menschen, denen ich auf meiner Reise begegnet bin, sind mir sehr ans Herz gewachsen, auch du Varl. Es gibt vieles was ich gelernt habe in diesen Ruinen der Alten, Dinge, die ich auch dir gerne einmal zeigen möchte, in nicht allzu ferner Zukunft. Bitte pass auf dich auf.“
„Vielen Dank, ich fühle mich geehrt, aber ja- jetzt wo wir den Metallteufel zusammen mit den verdorbenen Maschinen besiegt haben, würde ich mich freuen von dir zu lernen. Urmutter schütze dich Aloy.“  
Plötzlich, ohne Vorahnung legte er seine Hand auf die Brust und verneigte sich zum Abschied. Aloy widersprach diese Art der Verehrung ihr gegenüber, denn es löste in ihr Unbehagen aus, doch sie schwieg.
Sona, der Kriegsherrin, war anzusehen das es ihr immer noch nicht wohl erging fern der Noraheimat zu sein, und machte auch keine Anstalten dies zu verheimlichen. „Aloy, du hast gut gekämpft, ich bin stolz darauf das du zu unserem Stamm gehörst – wie eine wahre Nora , Rost wäre sicherlich glücklich, zu sehen was aus dir geworden ist und was du erreicht hast, dass weiß ich.“ – Der schmerzliche Gedanke an Rost, trieb Aloy eine Träne ins Auge, doch sie fasste sich schnell wieder.

„Kleine Jägerin, wie es aussieht haben wir unsere Vergeltung bekommen, diesen Maschinen und den Schatten Carja haben wir es ordentlich gezeigt.
Ein großartiges Gefühl, findest du nicht?“ – Vanasha kam zusammen mit Uthid zu ihr heran. Uthid hatte die Schlacht nicht allzu unbeschadet überstanden, anscheinend hatte er einen Hieb eines Langbeins einkassieren müssen, er hatte leichte Schnittwunden und ein geprelltes Bein, dennoch trat er vor sie würdevoll wie immer und salotierte.
„Aloy, wir haben die Feinde in ihren Untergang geschickt, welch Genugtuung " - „Rühren Uhtid, ja das haben wir, dank eurem Einsatz und Hilfe, ich danke euch.“
„Es war mir eine Ehre unter dir zu dienen Aloy, ich werde in Meridian bleiben, nur um auf Itamen und seine Mutter ein Auge haben zu können.“  –„Ich werde auch bleiben, und Nasadi wieder als Kammerzofe dienen und mich um Uthids Verletzungen kümmern, auch wenn er es wahrscheinlich nicht gutheißt,“ fügte Vanasha mit einem frechen Lächeln zu Uhtid hinzu.
„ Auch wir werden uns wiedersehen, versprochen. Bis dahin, Uthid, - lass dich nicht zu sehr von Vanasha reizen.“
„Ich werde mein Bestes geben, aber nach einer Weile stört es mich nicht mehr ganz so sehr. Die Sonne scheine für dich, Aloy.“
Nachdem Sie sich von den Restlichen wie Teb, Hauptmann Janeva und Nil verabschiedete, ging sie gedankenverloren und entkräftet durch die verschüttete und zerstörte Siedlung Meridians, mit all seinen Märkten, Häfen und Dörfern. Bei den Maislanden angekommen, sprach sie plötzlich eine bekannte Stimme von hinten an.
„Aloy, du gehst doch nicht etwa, ohne dich zu verabschieden? Der Sonnenkönig möchte dich gerne sehen.“ – es war Marad, zusammen mit zwei Carja Wachen als Nachhut.
„Er möchte mich sehen? Oh, nun ich wollte gerade - ...“
„Bitte komm doch einfach mit.“ drängelte sie Marad.
Sogleich ohne Widerrede folgte sie Marad und seinen Wachen in die Aufzüge – (diese welche beim Anschlag auf Meridian verschont blieben), sie fragte sich was wohl so wichtig sein mag, das Avad sie sofort sehen wollte. Die Schlacht war gewonnen, Meridian standen wieder friedliche Zeiten bevor, dennoch die Stadt war zerstört, es würde jetzt viel Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau dieser glorreichen Stadt gebraucht werden. –  Endlich, oben angekommen durchschritten Sie die Marktplätze und eine Menge von Carja Bürgern kam plötzlich angerannt, um die Befreierin Meridians zu sehen und ihre Dankbarkeit und Erleichterung auzudrücken. „Die Sonne scheine auf ewig auf dich herab Aloy von den Nora!“  - „Sie… sie ist es die Retterin des Sonnenkönigs! Eine wahre Helferin der Sonne –  da seht das Noramädchen!“
Aloy ging weiter ohne der Menge große Beachtung zu schenken, - das kannte sie bereits bei den Nora, jetzt auch noch bei den Carja verehrt zu werden ging ihr eindeutig zu weit.
„So, wir sind da - bitte gehe nach draußen auf dem Terrassenhof Aloy, der Sonnenkönig wartet bereits auf dich.“
Dann verschwand Marad zusammen mit den anderen Wachen und eine unangenehme Stille trat ein. - Jetzt war sie allein.
Aloy fragte sich was wohl jetzt geschehen würde, sie ging ruhig und bedacht nach draußen auf die Terrasse.
Den Sonnenaufgang überblickend stand er da, Avad wieder in seiner bekannten Amtstracht, die seine Würde und Eleganz noch mehr unterstrich. Als er ihre Schritte hörte, drehte er sich sofort um, Freude und Erleichterung waren in seinem Gesicht zu lesen.
„Aloy! Ich bin so froh, dass es dir gut geht! Ich hatte Sorge um dich, nachdem du dich Helis entgegen gestellt hast. Ich freue mich das du gekommen bist. Schau, selbst die Sonne lächelt wohlwollend auf diesen Tag herab.“
Mit einer Handbewegung wies er zum leuchtenden Sonnenaufgang.
„Du hast uns gerettet - wieder einmal. Du bist ein Geschenk der Sonne.
Mich einfach im Namen meines Volkes und mir zu bedanken ist in Anbetracht der Tatsachen unzureichend, wir wären verloren gewesen ohne dich und deine Kenntnisse über unsere Feinde.“
„Bitte Avad, ich habe nur meine Pflicht getan, es war so vorherbestimmt kann man sagen, ich hatte eine Aufgabe und ich habe Sie nach besten Kräften erfüllt.“
„Bescheiden wie eh und je, du bist etwas ganz Besonderes Aloy von den Nora.“ Mit  Wärme in seinem Gesicht und Mitgefühl in seinen Augen sah er sie an.
Aloy war unsicher, wie sie auf diesen Blick reagieren sollte, sie errötete und spürte plötzlich einen Hauch von Nervosität in ihr hochsteigen.
„Ich habe dich aus einem bestimmten Grund rufen lassen, nicht nur um dir zu danken das du Mein Leben und das meines Volkes gerettet hast, sondern um dir etwas zu geben, als Zeichen meiner Dankbarkeit und Anerkennung.
Verwundert und erstaunt beobachtete Aloy, wie Avad nach etwas hinter sich griff, es war eine veredelte verzierte Carjakette aus reinem Gold, die wie eine Kordel gedreht war, besetzt mit gelben Topas, und strahlendroten Rubinen darauf.
„Dies, Aloy, gehörte meiner Mutter, du musst wissen Sie war eine starke und gütige Frau, sie starb als ich gerade mal 13 Jahre alt war, während einer großen Krankheitswelle. Ich stand ihr sehr nah, näher noch als zu meinem Vater – aus bekannten Gründen. Ihr Tod war sehr schwer für mich. Nur dies blieb mir von ihr. Ich habe diese Kette sicher verwahrt, und habe mir geschworen sie der Frau zu geben, die ich als würdig erachte, und die für mich etwas ganz Besonderes ist – wie meine Mutter es für mich war.“
Aloy verschlug es die Sprache, sie war nicht imstande Avad direkt anzusehen. In all den Jahren als Ausgestoßene, als Gemiedene vom Stamm hatte sie solch eine Situation und Gefühlsbekundung nie erlebt.  Sie lebte isoliert, ihre einzige Bezugsperson war Rost, er hatte sie großgezogen, hatte ihr über die Jahre geholfen sich für die Erprobung vorzubereiten. In Sache Liebe und Dergleichen hatten sie jedoch nie geredet. Wie sollte sie darauf reagieren? Hatte sie nicht schon einmal dieses Gespräch mit Avad gehabt, kurz nachdem sie Dervahl´s Plan vereitelte, und er ihr einen Platz an seiner Seite anbot. Verwechselte er sie wieder mit Ersa? – Nein, es ist seit dem, eine lange Zeit vergangen, das kann nicht sein.

„Aloy, ich weiß was ich damals zu dir sagte..., - ich war durcheinander, wegen meiner Gefühle für Ersa, doch ich versichere dir, diese Zeit "verwirrende" Zeit ist nun vorbei, ich bin mir meiner Gefühle im Klaren.
Ich möchte dich, jetzt wo sich die Dinge beruhigt haben, Helis tot und die Stadt wieder sicher ist, gerne besser kennenlernen, und ich hoffe du empfindest ebenso.“ sagte er behutsam.
Aloy richtete sich auf, sie hatte ihre Stimme wiedergefunden.
„Avad, ich fühle mich sehr geehrt und geschmeichelt, und das was du da sagst berührt mich sehr, aber… dieses Geschenk, diese Kette deiner Mutter, ich bin nicht sicher ob es richtig wäre es anzunehmen. – Aber ja, ich denke es wäre mit der Zeit schön dich endlich besser kennenzulernen.
Avad lächelte vorsichtig, die Kette immer noch in den Händen haltend legte er sie sanft um Aloys Hals, dann legte er ihre Hände in seine und küsste sie. „Bitte nimm sie an, ich bestehe darauf. Ich wüsste keinen besseren Platz für sie.“
Daraufhin schwieg sie. Doch ein Gefühl der Erregung und Zuneigung stieg plötzlich in ihr auf, ein Gefühl das sie vorher noch nie gespürt hatte...


(Fortsetzung folgt....)
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