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Wintermomente

GeschichteHumor, Familie / P6 / Gen
OC (Own Character) Ran Mori Shinichi Kudo Yukiko Kudo Yusaku Kudo
31.01.2021
04.05.2021
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18.836
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02.05.2021 2.863
 
Happy Birthday, Dwayne Johnson!

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Kapitel 8: Ein schlechtes Gewissen und andere unheilvolle Worte

"Ach du heilige Sch-"
"Keine Fluchworte unter diesem Dach, okay?", ermahnte Ran ihre zehnjährige Tochter, doch Miyuki ignorierte sie.
"Ach du heilige Sch-"
"Miyuki! Was habe ich gesagt?"
"Ach du heilige Sch-"

Ran seufzte und schüttelte mit geschlossenen Augen den Kopf.

Zwei Stunden nach dem Zusammenstoss hatte sie ihren Ehemann aus dem Krankenhaus zurückholen können, und da das Wetter für die restlichen Familienmitglieder nicht mehr gut genug war, hatten sie beschlossen, ebenfalls zur Blockhütte zurückzugehen.
Jetzt sassen alle im Wohnzimmer versammelt und schauten dabei zu, wie Yusaku Jr. und Yuriko mit Feuereifer dabei waren, den Gips ihres Vaters mit ihren Filzstiften zu verschönern.

Während Shinichi der Jüngere mit dem Schrecken und einem schlechten Gewissen davongekommen war, hatte Shinichi der Ältere mehrere Prellungen, Blutergüsse und einen Beinbruch erlitten.

Miyuki, Reika und vor allem Shunsaku waren zuerst mächtig sauer auf ihren grossen Bruder gewesen, doch da ihr Vater ihm weder eine Strafe aufgebrummt hatte, geschweige denn überhaupt wütend auf ihn war, waren auch sie wieder gnädig gestimmt.
Unfälle passierten nun einmal, so Shinichis Worte, und zu seinem Glück traf es keine fremde Person, denn das hätte möglicherweise ernsthafte Konsequenzen nach sich gezogen.

"Und jetzt?"
Miyuki liess sich auf einen Stuhl fallen und verschränkte die Arme vor der Brust. "Fahren wir jetzt unfallmässig nach Hause oder bleiben wir doch noch hier?"
Shinichi, dessen gebrochenes Bein noch immer als Leinwand herhalten musste, setzte sich leicht anders hin, doch nicht er ergriff als erstes das Wort, sondern Ran.
"Jetzt mache ich erst mal Abendessen, danach gehen wir ins Bett. Und morgen..."
"Für morgen sagt der Wetterbericht schönstes Wetter voraus, strahlender Sonnenschein, stahlblauer Himmel, perfekte Schneeverhältnisse", sagte Shinichi und gab sogleich den Tagesplan durch. "Ihr werdet den Tag auf der Piste verbringen, und übermorgen früh geht’s ab nach Hause. Die Ferien sind fast vorbei, also geniesst es, so lange ihr noch könnt."
"Ähm... Dad?"
Miyuki, Reika und Shinichi Jr. warfen einander Blicke zu. "Es gibt da nur ein Problem."
Shinichis Augenbrauen wanderten in die Höhe.
"Und das wäre?"
"Weisst du, Dad, das ist so-", begann Shinichi Jr., doch er wurde sogleich von Miyuki unterbrochen.
"Unser Freestyle-Kurs dauert noch zwei ganze Tage, wenn wir den Rest auch noch absolvieren, gehören wir bereits sozusagen zu den Fortgeschrittenen. Und ja, am Anfang war es nur ein Tages-Kurs, aber der Kursleiter hat gesagt, dass wir alle grosses Talent haben. Wenn wir also übermorgen früh schon losfahren, verpassen wir den letzten Tag. Tokyo ist nicht gleich um die Ecke, wir werden wieder den ganzen Tag unterwegs sein."
"Bitte Dad, können wir nicht noch einen Tag länger bleiben?"
"Oh bitte, Dad!"
"Bitte, bitte!"

Shinichi seufzte leise.
"Kostet der Kurs überhaupt etwas?"
"Darum habe ich mich gekümmert", antwortete Ran, ohne einen genauen Betrag zu nennen, als auch schon Miyuki erneut sprach.
"Der Kursleiter hat gesagt, dass er uns vieren die letzten zwei Tage nicht verrechnen würde, weil er-"
"Berühmte Schüler haben will, schon klar", seufzte Shinichi erneut und schob sich die Brille hoch. Der Name Kudo öffnete tatsächlich Tür und Tor, selbst wenn es sich bei den Trägern um Teenager und Kinder handelte.
"Bitte, Dad."
"Von mir aus könnt ihr den Kurs beenden, wenn ihr wirklich wollt, aber ich habe diese Blockhütte nur bis Samstag gemietet, also wenn ihr nicht draussen in einem selbstgebauten Iglu schlafen wollt, müssen wir vorher abreisen-"
"Überlass das mir, Shinichi", warf Yukiko ein und schaute ihre Enkelkinder an. "Ich werde dafür sorgen, dass ihr euren Kurs beenden könnt, selbst wenn das bedeutet, dass ich diese Blockhütte hier kaufen muss."

Ihr schauten glänzende Augen entgegen.
"Danke, Grossmutter, du bist die Beste!"
Yukiko hob beide Hände.
"Dankt mir erst, wenn ich es geschafft habe, okay?"
"Okay! Danke!"
Die ehemalige Schauspielerin genoss sichtlich die Aufmerksamkeit, die sie gerade bekam, was ihrem Sohn nicht so ganz gefiel.
"Ach übrigens, Mutter: das Foto, das du gestern gemacht hast, gehört Ran und mir. Wir hätten es gerne."
Yukiko versteckte sofort ihr Handy hinter dem Rücken, obwohl sie keinerlei Grund dafür hatte.
"Ich werde es vergrössern und einrahmen lassen, und das Bild erhält einen Ehrenplatz zu Hause."
Shinichi rollte mit den Augen.
"Na toll."

"Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?", fragte Miyuki spontan und schaute fragend zu ihren Grosseltern hoch. "Wir wissen jetzt zwar, wie es zu eurer Blitzhochzeit gekommen ist, aber nicht, wie ihr zwei eigentlich zueinander gefunden habt."
"Das war durch unsere Arbeit damals", seufzte Yukiko glücklich und wollte daraufhin die ganze Geschichte erzählen, doch ihr Mann unterbrach sie sofort.
"Eure Grossmutter hat die Hauptrolle in einem Film gespielt, für den ich das Drehbuch geschrieben hatte", kürzte er ihre Liebesgeschichte brüsk ab, dann lächelte er den jungen Klon seiner Frau an. "Fragt besser eure Eltern, wie sie sich kennengelernt haben. Ihre Geschichte ist nämlich viel interessanter als unsere."
Miyuki starrte ihn an, dann schaute sie zu ihrer Mutter Ran, die rot angelaufen war. Sie sass auf der Stuhllehne und schmiegte sich an Shinichi.
"Das war bestimmt Liebe auf den ersten Blick", kicherte Miyuki, und Reika seufzte schwärmend.
"Das sage ich auch."
"Ich auch", kam es von Shunsaku, und Shinichi Jr. pflichtete ihm bei.
"Ja, Liebe auf den ersten Blick, definitiv. Was anderes ist bei denen gar nicht möglich."
"Ihr liegt alle zur Hälfte falsch", hüstelte Shinichi, bevor Ran ebenfalls hüstelte und sich dann räusperte.
"Oh ja. Hass auf den ersten Blick würde es besser beschreiben."

Shunsaku fiel die Kinnlade herunter.
"WAS?"
Auch Miyuki, Reika und Shinichi Jr. starrten ihre Eltern fassungslos an, selbst Shunsaku Sr. hatte riesige Augen, als er seinen Enkel anschaute.
"Ich ging immer davon aus, dass ihr von Anfang an..."
Ran lachte.
"Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe ihn gehasst, und zwar richtig", sagte sie, bevor sie sich an ihre vier Kinder wandte. "Hättet ihr ihn damals kennengelernt, hättet ihr ihn auch gehasst", fügte sie hinzu, bevor Shinichi sich räusperte und die Geschichte ihres Kennenlernens erzählte.

Als der Detektiv geendet hatte, starrten Shinichi Jr., Reika, Miyuki und Shunsaku ihren Vater mit riesigen Augen an.
"Mum hätte entführt werden sollen? Vom eigenen Kindergärtner?"
Die sechsfache Mutter kuschelte sich an ihren Mann und nickte.
"Als Shinichis Vater mir damals die wahre Geschichte erzählt hatte, wollte ich es auch nicht glauben, aber es war tatsächlich so. Wenn Shinichi nicht gewesen wäre, wäre ich heute nicht hier. Und ich wäre nicht die Person, die ich heute bin. Ich hätte keinen Ehemann, der mich über alles liebt und der ohne zu zögern sein Leben für mich opfern würde, ich wäre nicht glücklich mit ihm verheiratet und hätte keine sechs Kinder... Kurzum, ich hätte nicht diese Familie, die mir alles bedeutet."

Shinichi legte seinen Arm um Rans Schultern und zog sie näher an sich.
"Du wusstest das damals natürlich nicht, Ran... aber seit dem Tag, an dem ich dir das erste Mal begegnete... war ich Hals über Kopf in dein Lächeln verknallt. Ich hatte ja keine Ahnung, wie sehr du mich damals gehasst hast."

Die Erinnerungen an den Tag, an dem Yusaku Kudo ihr die wahre Geschichte erzählt hatte, liess Ran Tränen in die Augen steigen. Ihre nächsten Worte richtete sie jedoch nicht an Shinichi, sondern erneut an ihre Söhne und Töchter.
"Er hat mich gerettet, und er hat mich beschützt, und zwar immer. Seit damals", schniefte sie leise. "Euer Vater hat mich geliebt, seit wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Er hat mich davor beschützt, Opfer eines Verbrechens zu werden, und er hat sich immer für mich eingesetzt. Mein ganzes Leben lang. Was bloss aus mir geworden wäre, wenn Shinichi nicht gewesen wäre, hat sein Vater mich damals gefragt. Die Wahrheit ist: Ich weiss es nicht. Mir war damals nur klar, was ich war: Eris und Kogoros Tochter. Eine Meisterin im Karate. Und, worüber ich damals ganz besonders froh und auch stolz war: Shinichis Freundin. Ich war die Freundin eines Menschen, der mich liebte, seit sich unsere Wege gekreuzt hatten."
Ran begann vor Freude zu weinen, als sie die nächsten Worte mit brüchiger Stimme sagte. "Und heute bin ich die Frau eines Menschen, der mich liebt, seit sich unsere Wege gekreuzt hatten. Ich bin die Frau eines Mannes, der mich niemals betrügt und alles für mich tun würde. Der sogar für mich sterben würde. Der der Vater meiner Kinder ist. Ich könnte mir wirklich keinen besseren Vater für euch wünschen."
Ran schniefte erneut leise. "Ich kann es immer noch nicht fassen, welches Glück ich habe."

Shinichi strich ihr über den Rücken.
"Ran?"
"Hm?"
"Ich hasse dich."
Sie starrte ihn an.
"Was?"
"Du weisst ganz genau, dass ich es nicht ertrage, wenn du weinst, also warum machst du es jetzt wieder?"
Ran konnte nicht anders, sie küsste ihn, anstatt ihm eine Antwort zu geben.
Shinichi Jr. wandte seinen Blick leicht angewidert ab, Reika und Shunsaku kamen ins Schwärmen, und Miyuki machte ein würgendes Geräusch und deutete an, sich den Finger in den Mund zu stecken.
"Mir wird gleich schlecht."

Yukiko seufzte leise, als sie sich das Foto anschaute, das sie am Vortag gemacht hatte.
"Tja, wer hätte damals gedacht, dass ihr eines Tages euren Lebensweg gemeinsam beschreitet und sechs wunderbare Kinder haben werdet?"
"Ich bestimmt nicht", lächelte Ran, nachdem sie sich von Shinichi gelöst hatte. "Doch ich bin froh, dass es so gekommen ist. Aber jetzt muss ich das Abendessen vorbereiten, sonst wird mir das mein Göttergatte ewig vorhalten."
"Ach was", sagte Shinichi und grinste. "Nur die nächsten zwei Tage."
Ran rollte mit den Augen, dann lachte sie und schnappte sich alle vier Kinder. Heute würde sie das Essen definitiv nicht alleine zubereiten.
Während Yusaku und Yukiko sich wieder um die zwei jüngsten Mitglieder ihrer Familie kümmerten, die ihr Kunstwerk inzwischen beendet hatten, lehnte sich Shinichi leicht zu seinem Grossvater hinüber.
"So viel zum Thema Vergewaltigung, hm?"
Shunsaku schüttelte den Kopf.
"Ich kann es immer noch nicht glauben", murmelte er. "Aber was mich interessieren würde... Wie hat Kogoro damals auf die versuchte Entführung seiner Tochter reagiert? Hätten du und Yusaku den Mann und dessen Schwager nicht gestoppt, dann wäre Ran spurlos verschwunden und jetzt sonstwo."

Shinichi öffnete den Mund und wollte antworten, doch er blieb stumm.
Tatsache war, er wusste es gar nicht. Niemand hatte ihm jemals erzählt, wie Eri und Kogoro auf das Ganze reagiert hatten. Bestimmt aufgebracht und geschockt, immerhin hätte ihr kleines Töchterchen entführt werden sollen. Aber ein Dankeschön hatte er nie erhalten. Es klang aber auch zu verrückt; ein vierjähriges Kind hatte seinen eigenen Kindergärtner in Verdacht und deckte schliesslich eine geplante Entführung auf. Wer würde das schon glauben? Wahrscheinlich hatte sein Vater die Lorbeeren dafür eingeheimst, aber das war sein gutes Recht. Er als vierjähriger Knirps hätte absolut nichts ausrichten können, und hätten seine Eltern, besonders sein Vater, ihm nicht geglaubt, dann wäre Ran jetzt definitiv nicht hier.
Shinichi schaute zum Schriftsteller.
"Danke, dass du mir damals geglaubt hast, Vater."
Yusaku schaute ihn an und nickte nur, bevor Yusaku Jr. wieder seine volle Aufmerksamkeit forderte.

Shunsaku lächelte, dann wandte er sich wieder seinem verletzten Enkel zu.
"Was ist mit Rans Mutter?"
Shinichi seufzte.
"Na ja, was sie damals für uns getan hat, weisst du ja schon, aber als wir noch Kinder waren... Nun ja."
Nun musste der Detektiv schmunzeln. "Wir wurden dauernd von ihr zusammengestaucht, wenn wir völlig verdreckt vom Spielen zurückgekommen sind, aber Kogoro... na ja, er begann erst, mich richtig zu hassen, als wir... ins gewisse Alter kamen. Wenn du verstehst, was ich meine. Bei Eri war es übrigens gleich."
Shunsaku grinste.
"Tja ja, die Natur."
"Und besonders, als ich begann, mir als Detektiv einen Namen zu machen. Diese zwei Umstände waren sicher der Hauptgrund für seine Ablehnung mir gegenüber. Um es mal sanft auszudrücken."
"Das tut mir wirklich leid."
"Der junge Shinichi hat es leider auch nicht besser machen können", seufzte der Detektiv, was sein Grossvater nicht verstand.
"Was hatte denn der Junge verbrochen?"

Shinichi schloss die Augen.
"Tut mir leid, falsche Wortwahl. Ich meine... sieh ihn dir an, er sieht aus wie ich. Wie der verhasste Schwiegersohn. Und Shunsaku und der kleine Yusaku sehen aus wie ihr Grossvater. Reika ist eine Kopie von Ran, Miyuki ein Klon von meiner Mutter, einzig Yuriko hat das Aussehen von Rans Mutter geerbt. Aber es gibt keinen Mini-Kogoro, verstehst du?"
Shunsaku nickte.
"Tja, die Kudo-Gene sind dominant, das war schon immer so. Mein Vater sah übrigens aus wie Yusaku, es war also klar, dass mein Sohn entweder sein oder mein Aussehen erben würde. Was anderes war gar nicht möglich."
"Interessant", murmelte Shinichi und wollte sich aufrichten, doch da schoss ein Schmerz durch seinen Körper, und er fiel zurück. "Aua."
Diese Prellungen taten ganz schön weh.
"Alles in Ordnung?"
"Ja, ich... sollte mich nur nicht zu viel bewegen. Autsch."
"Shinichi hat dich ganz schön böse erwischt."
"Na ja, lieber mich als jemand anders. Ran stand direkt neben mir, er hätte genauso gut sie treffen können... Oh Gott, wenn ich nur daran denke..."
Shunsaku legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter.
"Verschwende deine Zeit nicht mit dem 'was wäre, wenn', erfreue dich lieber der Gesundheit deiner Frau und deiner Kinder."
Shinichi lachte.
"Ja, ich erfreue mich ihrer Gesundheit und ihrer Frechheit. Oder was hast du dazu zu sagen, Junge?"

Shinichi Jr. grinste verlegen und trat zu ihm.
"Ich bin unschuldig", verteidigte er sich, obwohl er gar nichts getan hatte. "Darf ich mich auch auf deinem Gips verewigen?"
"Ich auch!"
"Ich auch!"
"Ich will auch!"
Plötzlich standen alle vier Freestyler vor ihm, und Shinichi seufzte.
"Tut euch keinen Zwang an. Aber übermalt nicht die Werke eurer Geschwister, sonst werden sie sauer auf euch sein."
"Das tun sie nicht, keine Angst", lachte Shinichi Jr. und zückte den Filzstift. "Sie werden eher sauer auf dich sein, weil du uns an den Gips gelassen hast."
"Das hättest du wohl gerne, Junge."

Shinichi Jr. grinste nur, dann machte er sich an die Arbeit. Er und auch seine drei Geschwister fühlten sich in der Zeit zurückversetzt, als sie oft und viel gemalt hatten, und so kam es, dass zehn Minuten später der ganze Gips nicht mehr weiss, sondern farbig war. Es gab nur noch einen kleinen, weissen Fleck, in den Ran ein kleines, knallrotes Herz malte, bevor sie Shinichi einen Kuss gab und ihn fragte, wie es ihm ging.
"Besser", antwortete er und lehnte sich wieder zurück. "Ich finde es nur schade, dass ich dich morgen nicht begleiten kann."
Schuldbewusst schaute Shinichi Jr. zu Boden.
"Es tut mir wirklich leid, Dad. Das wollte ich nicht."
Der Detektiv winkte ab. Solange es seiner Frau, seinen Kindern und dem Rest seiner Familie gut ging, war alles ertragbar.
Aber wenn es ihnen nicht gut ging... Dann ging es auch ihm nicht gut.

Während Ran in die Küche zurückkehrte und Reika und Miyuki mit sich zog, setzte sich Shunsaku zu seinem Namensvetter, seinen Grosseltern und den zwei Kleinen. Einzig Shinichi Jr. blieb bei seinem Vater und schien nun unruhig zu werden. Er knetete nervös seine Hände.
"Junge, was ist denn?", seufzte der Detektiv und schaute zu ihm hoch. "Ich habe doch gesagt, dass alles gut ist. Mach dir keinen Kopf deswegen."
"Es tut mir wirklich leid, Dad, ich wollte dich nicht verletzen."
"Passiert ist passiert, sei froh, dass du mich getroffen hast und nicht deine Mutter. Oder eins deiner Geschwister."
"Ja, ich weiss", murmelte Shinichi Jr. leise. "Oder eine fremde Person."
Shinichi nickte, dann zuckte er mit den Schultern.
"Tja, ich werde wohl noch ein paar arbeitsfreie Tage anhängen. Niemand kann einen Detektiv mit einem gebrochenen Bein gebrauchen, ich werde also nach unserer Rückkehr noch eine Zeit lang zu Hause bleiben müssen."

"Zum Glück", murmelte Shinichi Jr. und schaute wieder zu Boden. "Es tut mir schrecklich leid, Dad, ich wollte dich wirklich nicht verletzen. Ehrlich nicht. Aber... jetzt bin ich doch insgeheim froh, dass es so gekommen ist. Ich bin froh, dass du dir... dass ich dir das Bein gebrochen habe."

Shinichi starrte ihn entgeistert an.
"Was genau willst du damit sagen, Junge?"

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Fortsetzung folgt...
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