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Wintermomente

GeschichteHumor, Familie / P6 / Gen
OC (Own Character) Ran Mori Shinichi Kudo Yukiko Kudo Yusaku Kudo
31.01.2021
04.05.2021
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18.836
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28.02.2021 1.075
 
Kapitel 3: Fliegende Skifahrer und andere Gäste

Ran schaute ihren Ehemann fragend an.
"Was ist denn los? Hast du einen Geist gesehen?"
Shinichi öffnete den Mund und schloss ihn dann wieder, ohne etwas gesagt zu haben.
Ran wurde unruhig. "Shinichi, was ist los?"
Dann kam ihr eine Idee. "Sag bloss, mit den Kindern ist etwas?", fragte sie geschockt. "Geht’s ihnen gut? Hat sich einer von ihnen verletzt?"
"Hä?"
Shinichi benötigte einen Moment, bis ihm klar wurde, dass Ran ihre Freestyle-Kinder meinte. "Nein... Ich weiss nicht..."
Ran entdeckte das Handy in seiner Hand und schnappte es sich. Als sie sah, dass die Verbindung noch stand, begann sie mit dem Gegenüber zu sprechen. Ihre Sorge um die Gesundheit ihrer sportlichen Kinder verdrängte sie, als sie erkannte, dass es Shunsaku war.

Shinichi blieb stocksteif stehen und versuchte noch immer, das gerade Gehörte zu realisieren. Rans Miene heiterte sich auf, je länger sie mit Shunsaku sprach, bis sie lachte.
Shinichi starrte seine Frau fassungslos an.
Ran [i]lachte[/i]?
Es gab nichts zu lachen!
Was hatte Shunsaku ihr erzählt, dass sie lachte? Es gab nichts zu lachen! Irgendwelche Fremden hatten Yuriko und Yusaku Jr. in ihrer Gewalt!
Nach einem kurzen Wortwechsel verabschiedete Ran sich von Shunsaku, gab Shinichi sein Handy zurück und nahm einen kräftigen Schluck aus ihrer Eisteeflasche.
"Wir haben noch eine knappe Stunde", sagte sie dann. "Wollen wir nochmal auf die Piste oder sollen wir unsere Freestyle-Profis zusammentrommeln und zurückgehen?"

Als Shinichi vor Fassungslosigkeit nicht sofort antwortete, übernahm Ran die Entscheidung für ihn.
"Okay, du siehst kaputt aus, am besten machen wir für heute Schluss und warten auf unser Quartett. Ah, da sind sie ja schon."
"Hallo Mum!"
"Hey Dad!"
"Hallo Dad!"
"Hallo Mum!"
Todmüde aber überglücklich gesellten sich Shinichi Jr., Reika, Miyuki und Shunsaku zu ihren Eltern und begannen von ihrem Tag zu erzählen.
"Der Kurs heute war so was von cool, wir haben richtig Fortschritte gemacht!", schwärmte Miyuki, bevor ihre Eltern sie überhaupt begrüssen oder sonst ein Wort sagen konnten. "Morgen geht es weiter, dürfen wir wieder mitmachen?"
Flehend schauten ihre Geschwister zu ihren Eltern hoch.
"Bitte Mum und Dad! Bitte! Bitte! Bitte!"
"Bitte, bitte!"
"Bitte!"

Ran lächelte.
Ihrer Rasselbande ging es gut, sie hatten eine Menge Spass, und sie waren unverletzt. Es sprach also absolut nichts gegen eine Fortführung des Kurses. Im Gegenteil, so wusste sie sogar, was sie den ganzen Tag machten und wo sie waren. Alle vier am gleichen Ort, sie hatten Spass und waren glücklich. Konnte sie sich was Schöneres wünschen?
Sie lachte und nickte.
"Von mir aus, aber nur, wenn ihr mir versprecht, euch nicht zu verletzen, okay? Ich möchte euch nämlich nicht im Krankenwagen von hier wegfahren sehen, keinen einzigen von euch. Versprochen?"
"Versprochen!", riefen alle vier freudig im Chor und grinsten dann wie die allerglücklichsten Honigkuchenpferde.

Ihr Vater Shinichi, der erst jetzt seine Stimme und auch seine Fassung wiederfand, übernahm das Kommando.
"Ran, Kinder, wir gehen jetzt zu Grossvater Shunsaku. Wir müssen sofort zu ihm."
Seine Stimme hatte einen ziemlich kühlen Unterton.
Dem Zehnjährigen Shunsaku entglitt sein Lachen, er hatte Angst um seinen Namensvetter.
"Ist etwas mit Grossvater Shunsaku? Geht’s ihm nicht gut?", fragte er, und Shinichi grummelte.
"Doch, es geht ihm gut. Noch", fügte er mit dunkler Stimme hinzu. "In einer halben Stunde sieht es vielleicht anders aus."

Shinichi Jr. und Miyuki klappte die Kinnlade herunter. Seit wann sprach ihr Vater so feindselig über seinen eigenen Grossvater?
"Was ist denn los?"
Reika, Shinichi Jr., Miyuki und Shunsaku schauten ihren Vater an, doch der marschierte bereits davon.
"Mum, was ist mit Dad?"

Die sechsfache Mutter jedoch hielt sich bedeckt und gab nur sehr spärlich Antwort.
"Shunsaku hat ihm etwas erzählt, was er überhaupt nicht gerne hört, und... Ach, kommt einfach mit, es wird sich alles gleich aufklären. Shunsaku geht’s gut, und ich werde dafür sorgen, dass es ihm auch weiterhin gut geht."
Die vier Teenager warfen einander fragende Blicke zu, doch dann folgten sie ihren Eltern.

Der Weg von der Skipiste zu ihrer Blockhütte war zwar schnell zurückgelegt, doch für Shinichi konnte es trotzdem nicht schnell genug gehen.
Er legte ein beachtliches Tempo vor, und endlich entdeckte er von weitem seinen Grossvater. Shunsaku stand bei der Baum-Gruppe, bei der Ran am Vormittag schon stand, hielt Yusaku Jr. auf dem Arm und deutete auf einen Schneehasen, der jedoch die Flucht ergriff, als er Shinichi und seine Familie näherkommen hörte.
"Grossvater!"

Shunsaku drehte sich zu ihm um.
"Shinichi, endlich bist du da! Ich hab dem Kleinen hier gerade einen Schneehasen gezeigt. Stell dir vor, das war schon der zweite, den ich heute gesehen habe."
Shinichi rannte auf ihn zu und schloss Yusaku Jr. in seine Arme.
"Bin ich froh, dass es dir gutgeht", murmelte er erleichtert und drückte den Einjährigen fest an sich. "Ich dachte schon, ich würde dich nie wiedersehen..."
Shinichis nächste Worte richtete er an seinen Grossvater. Sie trieften nur so vor Enttäuschung und Vorwürfen.

"Wie konntest du die Zwillinge einfach so einem fremden Pärchen überlassen? Die hätten wer-weiss-was-"
"Junge, ich habe nie gesagt, dass es Fremde waren", unterbrach Shunsaku ihn nun mit ernster Stimme. "Ich habe sie als liebeswürdig bezeichnet, nicht als fremde."
"Wo ist Yuriko?"
"Noch bei der Frau."
"Noch bei- Bist du wahnsinnig? Hol sie sofort zurück!"
"Hey, redet man so mit seinem Grossvater?", fragte Shunsaku nun ebenfalls mit vorwurfsvoller Stimme, bevor er auf das betreffende Pärchen deutete. Die Frau trug die kleine Yuriko auf dem Arm und kam zusammen mit ihrem Mann direkt auf sie zu. "Da sind sie doch schon. Shinichi, ich habe dir gesagt, dass alles in Ordnung ist, warum glaubst du mir nicht?"

Der Detektiv schaute in die Richtung, in die sein Grossvater zeigte, und entdeckte dann das Pärchen und seine jüngste Tochter.
Seine Knie wurden weich, und er drückte seinen jüngsten Sohn noch fester an sich.

Dann fiel er auf die Knie und kauerte sich zusammen, während er Yusaku Jr. noch immer in den Armen hielt.

Er hatte das Pärchen erkannt.

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Fortsetzung folgt...
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