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Wintermomente

GeschichteHumor, Familie / P6 / Gen
OC (Own Character) Ran Mori Shinichi Kudo Yukiko Kudo Yusaku Kudo
31.01.2021
04.05.2021
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18.836
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14.02.2021 887
 
Kapitel 1: Der erste Tag

Glücklich seufzend hakte sich Ran bei Shinichi ein und legte ihren Kopf auf seine Schulter.

Es herrschte schönstes Wetter, der Himmel war stahlblau, und es war kein einziges Wölkchen zu sehen.
Aber es war eisig kalt.
Trotzdem genossen Shinichi und Ran ihren Spaziergang zu zweit.

Da im Shinkansen, mit dem sie nach Yamagata fahren wollten, bereits alle Sitzplätze ausgebucht waren, hatte Shinichi entschieden, eine Stunde später zu fahren. Weil aber auch dieser Shinkansen ausgebucht war, verzögerte sich ihre Abfahrt um eine weitere Stunde.
Die Fahrt selbst dauerte zweieinhalb Stunden plus eine weitere Stunde mit dem Bus, so dass sie erst nachmittags ankamen und ihre gemietete Blockhütte erobern konnten.

Shinichi Jr., Reika, Miyuki und Shunsaku wollten sofort mit ihren Skiern die Pisten unsicher machen und waren keine zehn Minuten, nachdem sie die Blockhütte betreten hatten, auch schon wieder weg.
Zwar hatten auch ihre Eltern noch Skifahren wollen, doch für nur knappe zwei Stunden hätte sich das Auspacken nicht gelohnt, weswegen sie den Plan fassten, die nähere Umgebung erstmal zu Fuss zu erkunden.
Shunsaku hatte sich angeboten, auf die Zwillinge Yuriko und Yusaku Jr. aufzupassen, damit sein Enkel und seine Ehefrau wenigstens die ersten zwei Stunden alleine sein konnten, und der Detektiv hatte dieses Angebot dankend angenommen.

Jetzt waren sie bereits eine halbe Stunde unterwegs, und sie genossen die Ruhe und die Zweisamkeit in vollen Zügen.
Der gepresste Schnee unter ihren Sohlen knirschte bei jedem Schritt, und fast jedes Mal, wenn sie an Bäumen vorbeigingen, rieselte der Schnee auf sie hinab. Es schneite, obwohl kein einziges Wölkchen am Himmel stand.
Ran schmiegte sich näher an ihren Ehemann.
"Wir hätten schon viel früher hierher kommen sollen", seufzte sie. "Es ist wunderschön hier."
Shinichi grinste.
"Meinst du damit, dass wir frühmorgens hätten losfahren sollen, oder dass wir das vor Jahren schon hätten tun sollen, als wir noch keine Kinder hatten?"
Ran lachte.
"Wenn du mich so fragst, dann beides."
"Wirklich?"
"Oh ja. Warum meinst du?"

Shinichi zuckte mit den Schultern.
"Na ja, zwar wäre es damals definitiv ruhiger gewesen, so ohne Kinder, aber ich glaube nicht, dass dann mein Grossvater mitgekommen wäre."
"Er vielleicht nicht, aber möglicherweise deine Eltern?"
"Uff, ein Wochenende in den verschneiten Bergen mit ihnen?", stöhnte Shinichi leicht geschockt. "Ich glaube, da wäre ich lieber zu Hause geblieben und hätte sie alleine hergeschickt. Oder ich hätte sie zu Hause gelassen und wäre alleine hergekommen."
"Ach was, so schlimm sind deine Eltern nicht, ganz im Gegenteil-"
"Es sind ja auch nicht deine Eltern-"
"Was ich eigentlich sagen wollte", unterbrach Ran Shinichi, nachdem er sie zuvor schon unterbrochen hatte. "Eine so schöne Gegend wie diese hier sollte man mit Menschen geniessen, die man liebt. Stimmst du mir da zu?"
"Definitiv."
"Also?"
"Ran, du weisst doch, dass sie so kurzfristig nicht kommen konnten, ausserdem bietet die Blockhütte nur für acht Personen Platz. Und ja, wir sind neun Personen, aber Yuriko und der kleine Yusaku zählen trotz ihrer zwei Nasen nur als eine halbe Person."
Ran verdrehte die Augen.
"Wenn du das so nennen willst..."
Shinichi lächelte, dann legte er einen Arm um Rans Schultern, nachdem er sich aus ihrem Griff befreit hatte.
"Gut, ich verspreche, dass wir meine Eltern das nächste Mal mitnehmen und es ihnen auch früh genug sagen, damit es auch wirklich klappt."

"Shinichi, ich möchte doch nur, dass sie mehr Zeit mit den Kindern verbringen, sie sehen sich ja so selten...", sagte Ran mit einem traurigen Unterton in der Stimme. "Das möchtest du doch auch, oder?"
"Ja, natürlich. Die Kinder werden so schnell gross..."
Ran seufzte und schmiegte sich wieder an ihn.
"Die Zeit bleibt leider nicht stehen."

"Ran, anstatt sich über die Familienmitglieder Gedanken zu machen, die nicht bei uns sind, sollten wir besser die Zeit mit den anwesenden geniessen."
"Stimmt."
"Und versuchen, uns von den Kindern nicht in den Wahnsinn treiben zu lassen."
Die sechsfache Mutter grinste.
"Na ja, mein Gefühl sagt mir, dass ich diesbezüglich nicht in Gefahr bin. Aber bei dir..."
"Haha, sehr witzig", grummelte Shinichi, woraufhin er von Ran geküsst wurde.
"Du schaffst das schon, viel Glück!"

Der Detektiv beschloss, nichts darauf zu erwidern, und sich stattdessen wieder ganz seiner geliebten Frau und dem Spaziergang zu widmen. Die Kinder waren nicht bei ihnen, sie hatten Zeit zu zweit, und die wollte er bis zur letzten Sekunde auskosten.
Und das konnte er auch.

Der Tag verlief trotz der etwas anders geplanten Anfahrt ruhig, selbst das Abendessen, das Ran zusammen mit Shunsaku dank der vorhandenen Küche in der Blockhütte auf den Tisch zaubern konnte, verlief ruhig und gesittet, und auch in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen war alles harmonisch und entspannt.
Alles in allem war es ein sehr ruhiger Tag gewesen, sie waren angekommen und konnten die Tage im Norden Japans beruhigt in Angriff nehmen.

Shinichi lächelte glücklich, als ihm die Augen zufielen.
Der erste Tag war geschafft, ohne Katastrophen oder anderen Unglücksfällen.

Der nächste Tag jedoch sollte das pure Gegenteil werden, nur wusste Shinichi das noch nicht...

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Fortsetzung folgt...
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