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Das Blödsinn-Lexikon

von Tatti May
OneshotHumor / P6 / Gen
30.01.2021
09.02.2021
2
600
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30.01.2021 470
 
Liebe Leser,
die Idee hierzu stammt aus dem ,Lexikonspiel‘. Man sucht sich ein Wort aus dem Lexikon, das man nicht kennt und versucht, daraus eine lustige Geschichte zu entwickeln.

Hier werde ich in unregelmäßigen Abständen ähnliche Oneshots veröffentlichen.
Ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben hatte.

Tatti May



Disclaimer: Bei den Geschichte handelt es sich um mein geistiges Eigentum. Die Namen sind von mir frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist Zufall.


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Naskapi

[nɑ̃skʰɑ̃pi] (Nomen f.) Das Wort kommt aus dem Plattdeutschen – Hochdeutsch: Nasenkappe. Sie schützt die Nase gegen Kälte. Wurde 1904 von Isa Gerke (1874-1959) erfunden.
Die Nasenkappe besteht meist aus gestrickter Wolle, wobei Merinowolle empfohlen wird, da sie einen höheren Tragekomfort bietet. Strickmuster gibt es im Internet und in Woll- und Handarbeitsläden.
Die Naskapi wird auf die Nase gelegt und am Hinterkopf mit Bändern zusammengebunden. Moderne Exemplare werden durch Gummibänder gehalten.
Geschichtlicher Hintergrund: In Nordfriesland gefror dem Bauern Karl Gerke im Winter 1904 in den frühen Morgenstunden der Atem in der Nase bei der Feldarbeit. Als er seiner Frau am Mittagstisch sein Leid darüber klagte, dass ihm sämtliche Nasenhaare gefroren und abgebrochen waren, überlegte Isa Gerke, wie sie ihrem Gatten helfen konnte.
Nach tagelanger Grübelei kam ihr die richtige Idee, während sie neue Socken für ihren Mann strickte. Sie sah sich den Zinken ihres Mannes genauer an und nahm die dementsprechende Menge Maschen auf. Einige Fehlversuche folgten. Zu groß oder zu klein fielen die Exemplare aus. Doch Isa Gerke gab nicht auf. Sie notierte sich die Maschenanzahl der verschiedenen Größen und nach einer Woche hatte sie die passende Naskapi für ihren Gatten gestrickt. Ihr Mann stand der Nasenbekleidung erst skeptisch gegenüber, trug sie aber dennoch, um seine Gemahlin nicht zu enttäuschen. Begeistert kam er von der morgendlichen Feldarbeit zurück und berichtete seiner Frau, dass seine Nase die gesamte Zeit warm gewesen wäre. Das Ehepaar erzählte ihren Nachbarn von Isas Erfindung. Die nächsten Tage verbrachte Bäuerin Gerke damit Naskapis für die befreundeten Bauern zu fertigen, doch bald schon kam sie mit dem Stricken nicht hinterher. Sie schrieb eine Strickenleitung mit verschiedenen Größen und ließ sich diese patentieren. In den Wintern 1904-1939 boomte die Naskapi. Durch den Zweiten Weltkrieg geriet das Naskapistricken allerdings in Vergessenheit. Erst im Winter 1976 wurde ein altes Strickmuster in dem Keller des alten Bauernhauses der Familie Gerke wiedergefunden. Jedoch wurde es nur innerhalb der Familie verwendet.
Durch das Internet fand Frau Gerkes Naskapi schließlich im Winter 2011 zurück in den Alltag der Norddeutschen. Bauern, Bauarbeiter, Gärtner – wer im Winter draußen arbeiten muss, trägt im Norden Deutschlands die Naskapi.

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Anmerkung:
Laut Lexikon ist es ein nordamerikanisches Indianervolk.
Ich möchte betonen, dass ich nicht beabsichtige, mich über das Volk lustig zu machen.
Dieser Text ist lediglich meiner Unkenntnis über ein solches existierendes Indianervolk entsprungen.
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