Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Keep holding on

von Jeylee
Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P12 / Gen
30.01.2021
30.01.2021
1
4.491
5
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
30.01.2021 4.491
 


Hallo ihr Lieben, hier mein neuer One Shot über The Wilds, ich hoffe er gefällt euch

Viel Spaß beim Lesen

Die Serie und die Charaktere gehören nicht mir und ich verdiene auch kein Geld damit



“Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen. In zwei oder drei Tagen sind wir nicht mehr die Unsinkbaren 8, sondern höchstens die Unsinkbaren 5.“ Nacheinander sah Dot die anderen Mädchen an. So sehr sie es auch nicht glauben wollten, so war es doch die Wahrheit und die Chance auf Rettung, wenn überhaupt, wurde immer kleiner.

„Meinst du echt?“ Mit großen Augen sah Martha sie an.

„Sie hat Recht.“ Meinte Fatin leise. „Auch wenn Rachels Ha…Arm nicht mehr blutet, sie braucht einen Arzt, genauso wie Shelby, ihr Bein sieht ziemlich schlimm aus, von Nora ganz zu schweigen. Wenn sie nicht bald ins Krankenhaus kommen werden sie alle sterben und wenn nur an einer Blutvergiftung.“

„Daran hat nur dieser verdammte Hai schuld!“ fluchte Dot.

„Nein, sie ist daran schuld.“ Sagte Leah plötzlich und sah auf Nora die, wie die anderen Zwei, bewusstlos im Sand lag.

„Aber wenn Nora und Shelby nicht ins Wasser gesprungen wären, wäre Rachel jetzt vermutlich tot.“ Wunderte sich Martha und Leah schnaubte verächtlich. „Wenn Nora nicht gewesen wäre, dann wäre das alles nicht passiert! Sie ist schuld daran das wir hier festsitzen, sie steckt mit denen unter einer Decke!“„Fang bitte nicht wieder damit an Leah, das ist Schwachsinn.“ Verdrehte Dot die Augen.

„Aber es ist wahr, ich hab es gesehen!“ widersprach Leah heftig. „Sie hat mit denen gesprochen, über eine Baumkamera und…und sie hat mich in dieser Grube zurückgelassen!“

„Hörst du dir eigentlich selbst zu? Das ist…“

„Ich bin nicht verrückt!“

„Leute, das reicht. Wir sollten jetzt nicht streiten.“ Mischte sich Martha ein und Fatin nickte. „Es wird langsam dunkel.“

Toni bekam von alldem kaum etwas mit. Sie konnte einfach nicht aufhören auf Shelby zu starren.

Shelby, die sie geküsst hatte, mit der sie geschlafen hatte. Shelby, die wie Nora ins Wasser gerannt war um Rachel zu retten, die ebenfalls verletzt wurde. Shelby, die nun bewusstlos vor ihr im Sand lag. Es war ein Wunder gewesen das sie es nicht so schlimm erwischt hatte wie Rachel und Nora. Auch wenn ihr Bein ziemlich was abbekommen hatte, es war ihre eigene Verletzung und sie hatte es auch nicht verloren.

Toni erinnerte sich daran, dass sie erst am Morgen zu Shelby gesagt hatte, dass das schlimmste bereits passiert war und sie keine Angst vor etwas haben wollte das vielleicht gut werden könnte. Aber sie hatte sich geirrt, der Flugzeugabsturz war nicht das schlimmste. Zu sehen wie Shelby sich in Lebensgefahr brachte und einfach zusammenbrach, war viel, viel schlimmer.

Sie kannten sich noch nicht lange, aber sie war drauf und dran sich in das blonde Mädchen zu verlieben. Ein Gedanke bei dem sie vor zwei Wochen noch die Augen verdreht oder gewürgt hätte, der aber mittlerweile so wahr war. SI wollte nicht das Shelby etwas passierte, aber hatte rein gar nichts dagegen tun können.

„Es muss auf jeden Fall einer wach bleiben. Nicht nur um nach dem Feuer zu schauen, wir müssen jetzt auch nach den andern schauen, ob sich ihr Zustand verschlimmert. Wer Wache hält darf nicht mal daran denken die Augen für ein paar Sekunden zu schließen.“ Wurde sie von Dot auf einmal aus ihren Gedanken gerissen.

Sofort schaute Toni auf. „Ich schau nach Shelby!“

„Ich dachte du hasst sie?“ fragte Leah verwirrt. Toni sah wie Fatin sich ein Grinsen verkneifen musste, konnte aber weder auf den Grund achten, noch wollte sie. „Ja…äh, nein…ich mein, klar wir haben unsere Differenzen, aber wir müssen doch jetzt zusammenhalten und so.“

„Okay, dann übernimmst du die erste Schicht?“ fragte Dot sie und Toni nickte sofort. „Gut, wenn du müde wirst weckst du mich, dann mach ich weiter.“

Toni nickte erneut abwesend, ihr Blick war schon wieder bei Shelby.

Während die anderen sich schlafen legten, verdrehte Dot die Augen. Sie hatte Toni und Shelby auf dem Hügel gesehen und ihr war klar, dass das der Grund für Tonis Verhalten war. Aber sie kannte die beiden mittlerweile gut genug und wenn sie nicht wollten das sie es wussten, dann würde sie es für sich behalten. Sie warf einen letzten, kurzen Blick zu den anderen, bevor auch sie sich schlafen legte, in der Hoffnung das der nächste Tag besser werden würde als der letzte.

Tonis Blick ruhte weiter auf Shelby, hin und wieder sah sie für einen Moment auf Rachel und Nora, aber sobald sie sah das beide atmeten ging ihr Blick wieder zurück. Es kam ihr so vor, als wären nur ein paar Minuten vergangen, obwohl es in Wahrheit wahrscheinlich ein paar Stunden waren, als sie auf einmal ein leises Geräusch hörte, das sich wie ein wimmern anhörte.

Im ersten Moment dachte sie das sie es sich eingebildet hatte, aber dann hörte sie es erneut und sie sah wie Shelbys Gesicht sich schmerzhaft zusammenzog, bevor sie leicht ihre Augen öffnete.

„Shelby!“ Toni war direkt an ihrer Seite, nahm ihre Hand und drückte sie leicht. Die pure Erleichterung durchströmte sie.

„Toni…“ Shelbys Stimme war leise und schwach, aber sie sprach und das war im Moment das einzige was für Toni zählte. „Hey, ich bin da, alles ist gut.“

„Mein Bein tut weh.“ Sagte Shelby und sofort sprang Toni auf.

„Ja, natürlich, warte kurz.“ Sie kramte in einer der Taschen herum, bevor sie wieder zu Shelby ging. Sie half ihr dabei sich aufzusetzen und mit etwas Wasser die Schmerztabletten zu schlucken.

„Mir ist kalt.“

Bedacht darauf ihr Bein nicht zu sehr zu bewegen oder ihr sonst weh zu tun, setzte sich Toni so hin, das Shelby zwischen ihren Beinen lag und ihr Kopf auf ihrer Brust ruhte. Dazu schlang sie ihre Arme um Shelby. Ihr war klar, dass es nicht viel war, aber es war besser als nichts. „Mach das nie wieder, ich hatte eine verdammte Angst um dich.“ Meinte sie und schluckte leicht. Allein der Gedanke daran was alles hätte passieren können, ließ ihr Tränen in die Augen steigen.

„Tut mir leid.“ Murmelte Shelby. Ihre Augen waren schon wieder dabei zuzufallen, Toni bemerkte wie sie versuchte dagegen anzukämpfen.

„Hey, du kannst wieder schlafen, ruh dich aus. Ich pass auf.“ Sagte sie und Shelby sah sie an. „Du gehst nicht weg?“

„Natürlich nicht. Ich lass dich nicht allein, versprochen. Und jetzt ruh dich etwas aus.“ Versuchte Toni sie zu beruhigen und küsste sie sanft auf die Stirn. Sie wusste nicht warum, aber Shelby löste etwas in ihr aus, etwas das ihre wütende oder aggressive Seite ausfallen ließ und ihre sanfte Seite herauskam. Eine Seite, die sie seit Regan nicht mehr gezeigt hatte und von der sie nicht einmal wusste das sie überhaupt noch da war.





Unruhig lief Toni in ihrem Zimmer auf und ab. Sie waren jetzt schon wer weiß wie lange hier und andauernd wurden sie nur vertröstet, so langsam hatte sie wirklich keine Geduld mehr.

Am Anfang hatte sie ja noch irgendwie verstanden, dass man sie voneinander getrennt hielt, damit sie sich bei ihren Aussagen nicht vorher absprechen konnten, auch wenn ihr nicht wirklich klar war warum sie das überhaupt tun sollten und sie in Quarantäne mussten auch wenn sie alle zusammen gewesen waren. Sie fand es nicht gut, aber sie hatte es noch irgendwo verstehen können und sich damit abgefunden, aber das war nun schon wieder Tage her und sie hielt es einfach nicht mehr aus!

Seit sie gerettet wurden hatte sie die anderen nicht mehr gesehen, sie wusste nicht mal ob es ihnen gut ging. Eine wirkliche Bindung hatte sie zwar eigentlich nur zu Martha und mittlerweile auch zu Shelby und wenn sie nur ein paar Tage zusammen auf der Insel verbracht hätten, dann wären ihr die anderen vermutlich ziemlich egal gewesen. Aber sie war die letzten Wochen nur mit diesen Mädchen zusammen gewesen, sie hatte mit ihnen sonst was durchgemacht und das hatte sie eben doch zusammengeschweißt.

Auch wenn sie es nie freiwillig zugeben würde und es auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen mag, aber sie waren in dieser Zeit irgendwie wie zu einer kleinen Familie geworden.

Es war also schon schlimm genug hier die ganze Zeit eingesperrt zu sein und dann kam vorher noch dieser Alarm, von dem sie keine Ahnung hatte was er zu bedeuten hatte. Was war passiert? War ein Feuer ausgebrochen? War etwas mit den anderen? Mit Martha oder Shelby? Die Ungewissheit machte Toni verrückt.

‚Das reicht, ich hab jetzt lange genug gewartet.‘ dachte sie frustriert und ging zur Tür, irgendwie musste sie die doch aufbekommen. Bevor sie allerdings etwas machen konnte, wurde die Tür von außen geöffnet und sie starrte in das überraschte Gesicht eines dieser Agenten. Yang? Young? Toni wusste es nicht mehr und wenn sie ehrlich war, war es ihr auch ziemlich egal wie der Typ hieß. Je länger sie hier festgehalten und keiner ihrer Fragen beantwortet wurden, desto misstrauischer wurde sie. Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht und so langsam fing sie an zu glauben, dass Leah die ganze Zeit Recht gehabt hatte.

„Ich will zu den anderen…jetzt.“ Ihr war klar, dass sie nicht in der Lage war irgendwas zu verlangen, aber sie hoffte trotzdem das es funktionieren würde, wenn sie nur selbstbewusst genug klang. Sie zog die Augenbrauen verwirrt zusammen als sie merkte wie der Mann sie daraufhin anlächelte. „Dann ist es ja gut das ich komme, genau deswegen bin ich nämlich hier.“

„Das ist mir egal, ich will…Moment, wirklich?“ Verdutz, aber mit einem Funken Hoffnung sah sie ihn an. Konnte es stimmen? Würde sie die anderen wirklich wiedersehen oder war das nur ein Trick? Eine Falle?

„Wirklich, komm, ich bring dich zu ihnen.“

Mit schnellen Schritten folgte Toni ihm und auch wenn sie nicht wusste ob sie ihm vertrauen konnte, sie konnte nicht mehr inne halten.

„Was war das für ein Alarm? Ist alles in Ordnung? Geht es den anderen gut?“

Sie sah wie Agent Young zögerte, bevor er antwortete. „Alles zu seiner Zeit.“

Sie wollte schon etwas darauf antworten, als er plötzlich vor einer Tür stehen blieb. Toni konnte nicht hören was dahinter war, aber sie konnte es sich vorstellen und allein deswegen begann ihr Herz schneller zu schlagen.

„Du kannst reingehen. Ich komme gleich wieder und werde alle Fragen beantworten.“ Sagte Agent Young.

„Die anderen…“

„Alle sind da drin.“ Meinte er noch, bevor er wieder verschwand. Unter anderen Umständen wäre Toni nie in den Raum gegangen, es hörte sich zu sehr nach einer Falle an. Aber daran wollte sie jetzt nicht denken, allein die Chance das sie die anderen endlich wieder sehen würde, das sie Shelby wieder sehen würde, ließ sie die Tür mit wildschlagendem Herz öffnen. Sie war noch nicht mal ganz offen, da sprang ihr schon jemand in die Arme. „TONI!“

Toni erkannte die Stimme sofort und fing an zu lachen. „Marty!“

Auch die anderen umarmte sie sofort, selbst wenn das sonst nicht ihre Art war, aber dann runzelte sie die Stirn. Martha war hier, genauso wie Rachel, Fatin, Dot und Leah. Aber wo war Shelby? Nora war auch nicht da, aber das war Toni im Moment ziemlich egal.

„Was ist passiert? Wo ist Shelby?“ fragte sie die anderen.

„Du bist doch auch gerade erst gekommen. Agent Young wird sie gerade holen.“ Vermutete Martha, aber Toni schüttelte den Kopf.

„Nein, er hat gesagt, dass schon alle da sind, aber das ist sie nicht. Wo ist sie?“

„Ich hab sie gestern gesehen, sie haben sie zu mir gebracht.“ Meinte Leah leise und alle drehten sich zu ihr. „WAS?“ Warum?“

Leah zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber sie hat mir einen Zettel zugesteckt auf dem stand das ich Recht hatte. Hört mal, ich bin vorher kurz aus meinem Zimmer entkommen und in diesem einen Raum, da waren Aufnahmen von einer Insel, das war wie bei uns, nur mit Jungs.“

„Was heißt das? Das war wirklich nicht echt?“ Verwirrt schaute Martha von einem zum anderen.

„Zumindest stimmt irgendwas nicht mit diesen Agenten.“ Sagte Dot.

„Ja, die Fragen die sie gestellt haben, die haben Sachen gewusst die ich ihnen nie erzählt habe und ich bin mir sicher ihr auch nicht.“ Ergänzte Fatin.

„Das ist doch gerade scheiß egal!“ rief Toni und merkte wie ihr Puls in die Höhe schoss und sie rot anlief. „Wir sind hier nicht vollständig, Shelby fehlt! Und Nora auch.“

„Nora wird auch nicht kommen, sie liegt noch im Krankenhaus.“ Erklärte Rachel.

„Wird auch besser sein.“ Murmelte Leah.

„Halt die Klappe Leah.“ Fauchte Rachel.

„Shelby kann nicht im Krankenhaus sein, sonst wäre sie nicht bei Leah gewesen.“ Versuchte Toni es weiter und wurde immer unruhiger. Warum waren alle hier, nur sie nicht? Und warum interessierte das keinen außer ihr?

„Seit wann bist du so besorgt um Shelby?“ wollte Martha wissen.

„Ja, ich dachte du hasst sie?“ stimmte Rachel zu.

„Ich hasse sie nicht! Ich….“ Versuchte Toni sich zu verteidigen, wurde aber von Fatin unterbrochen: „Oh nein, sie hasst sie ganz und gar nicht.“

Mit funkelnden Augen sah Toni sie an. „Was soll das den bitte heißen?“

Fatin verdrehte die Augen. „Oh bitte, die sexuelle Spannung zwischen euch? Unerträglich.“

„Nicht dein ernst? Shelby und Toni? Im Leben nicht.“ Meinte Rachel, als sie aber merkte, das Toni nichts darauf sagte und auch Dot nicht sonderlich überrascht aussah, hielt sie inne.“ Wartet mal, echt jetzt?“

„Toni?“ Sanft sah Martha ihre beste Freundin an und die gab sich geschlagen. „Ja, gut, okay! Shelby und ich…wir haben was miteinander, seid ihr jetzt zufrieden? Aber wenn auch nur einer von euch einen dummen Spruch deswegen loslässt…“

„Du weißt, dass das keiner von uns tun würde, Fatin mal ausgenommen, aber du musst zugeben, dass es etwas überraschend war.“ Beruhigte Dot sie und die anderen nickten.

„Wer hätte das gedacht?“ meinte Fatin lachend. „Toni und unser Jesus Freak?“ fauchte Toni und die hob abwehrend die Hände. „Ganz ruhig, Tiger.“

„Leute, bleibt beim Thema.“ Erinnerte Rachel sie. „Toni hat Recht, warum ist sie nicht hier? Ich hab sie gestern noch gesehen und da ging es ihr gut.“

„Vor allem wenn wir Recht haben damit das mit den Agenten was nicht stimmt, das kann nichts gutes bedeuten.“ Sagte Dot.

„Aber warum lassen sie uns dann zueinander? Das macht keinen Sinn.“ Widersprach Rachel.

„Was ist mit dem Alarm von vorher? Vielleicht oder das der Grund warum sie uns rausgelassen haben.“ Vermutete Fatin.

„Aber was heißt das dann für Shelby? War der Alarm wegen ihr?“ fragte Martha und legte einen Arm um Toni.

In dem Moment betrat Agent Young wieder den Raum, alle drehten sich zu ihm um und sahen ihn misstrauisch an.

„Nun, das lässt sich jetzt leicht herausfinden.“ Meinte Dot und verschränkte die Arme leicht vor der Brust. „Wo ist Shelby?“

„Alles zu seiner Zeit.“ Antwortete er ruhig. „Ihr…“

„Ich scheiß auf Ihr ‚alles zu seiner Zeit‘! Wo zur Hölle ist sie?!“ unterbrach Toni ihn wirsch.

„Der Alarm, der war wegen ihr, nicht wahr?“ fragte Martha.

Agent Young seufzte, nickte aber schließlich. „Das war er. Ms. Goodkind befindet sich im Moment im Krankenhaus.“

„Was?! Was haben Sie mit ihr gemacht?“

„Ich hab ihr Meeresfrüchte in ihr Abendessen gemacht, weil…“

„Sie wussten dass sie darauf allergisch ist und haben es ihr trotzdem gegeben?“ fragte Leah fassungslos.

„Ich werde Sie umbringen!“ schrie Toni und wollte schon auf den Agenten zustürmen, wurde aber von Fatin und Martha zurückgehalten. „Lasst mich sofort los!“

„Ms. Goodkind war in Gefahr und das war der einzige Weg sie schnell herauszuholen.“ Erklärte Agent Young.

„Sie haben sie in Gefahr gebracht! Ihre Allergie kann tödlich sein!“ schrie Toni ihm entgegen.

„Was soll das heißen?“ wollte Dot wissen und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Sie haben herausgefunden, dass sie dir eine Nachricht gegeben hat und das sollte Konsequenzen geben…es wurde auch bemerkt, dass du aus deinem Zimmer entkommen bist.“ Meinte er mit einem Blick auf Leah, die unwillkürlich einen Schritt zurückging.

„Und jetzt wollen Sie uns aus dem Weg räumen?“ fragte Martha ängstlich.

„Was soll das bedeuten ‚sie haben‘? Sie gehören doch auch zu denen.“ Beschuldigte Fatin ihn.

„Nickt direkt. Mein Name ist Agent Morgan, ich bin verdeckter Ermittler beim FBI und habe eine Zeitlang verdeckte Ermittlungen gegen Ms. Klein und ihr Team begangen. Durch das Verhalten von Ms. Goodkind und deiner Flucht sind sie schlussendlich aufgeflogen und wurden verhaftet.“ Erklärte Agent Morgan weiter.

Toni, Dot und die anderen sahen sich geschockt an. Sollten sie ihm vertrauen und das war wirklich die Wahrheit?

„Dann hatte Leah die ganze Zeit Recht?“ Ungläubig sah Rachel ihn an.

„Tut mir leid dass ich dir nicht geglaubt hab Leah.“ Sagte Dot abwesend.

„Schon gut.“ Meinte Leah wie betäubt. „Ich konnte es die meiste Zeit selbst nicht glauben.“

„Was ist mit Shelby?“ wiederholte Toni wütend. Solange sie sich nicht 100% sicher war das es ihr gut ging, würde sie dem Typen kein einziges Wort glauben.

„Eurer Freundin geht es gut, also den Umständen entsprechend natürlich. Dadurch dass das geplant war konnten wir sie sofort entsprechend behandeln. Sie ist wach und hat auch nach dir gefragt. Wenn ihr möchtet, kann ich euch zu ihr bringen und dann erklär ich euch alles in Ruhe.“

„Gut, aber wir werden nicht mehr getrennt.“ Verlangte Toni.

„Natürlich nicht.“ Nickte Agent Morgan. „Kommt, dann bring ich euch zu ihr.“

Nicht wissend ob er wirklich die Wahrheit sagte und sie ihm vertrauen konnten, aber mit der Hoffnung Shelby wieder zu sehen und das dieser Alptraum endlich vorbei sein würde, folgten Toni und die anderen ihm.





Toni musste schlucken als sie Shelbys Krankenzimmer betrat und sie dort liegen sah, blass und mit einem Haufen Schläuche verkabelt. Es zeigte ihr, dass sie nur kurz davor gewesen war Shelby für immer zu verlieren. Nach den letzten Wochen die sie zusammen auf der Insel verbracht hatten, konnte sie sich ein leben ohne sie oder die anderen gar nicht mehr vorstellen.

Allein die letzten paar Tage an denen sie voneinander getrennt waren, waren eine Qual gewesen. Der Gedanke dass sie sie nie wieder sehen würde…Toni schüttelte den Kopf, daran wollte sie gar nicht erst denken. Ihr schwirrten auch so schon genügend Gedanken durch den Kopf.

Auf der Fahrt zum Krankenhaus, welches anscheinend das vom Bunker am weitesten entfernte war, hatte Agent Morgan ihnen alles erklärt. Toni wusste noch immer nicht was sie von dem ganzen halten sollte, sie war einfach nur froh das es nun scheinbar vorbei war.

Agent Morgan hatten den anderen angeboten, für die Nacht ein Hotel zu organisieren und sie dort hinzufahren, aber alle hatten sich geweigert. Nachdem was sie durchgemacht hatten, wollten sie zusammen bleiben, außerdem vertrauten sie ihm auch noch nicht völlig, und waren nun alle im Wartezimmer, wofür Toni ihnen sehr dankbar war.

„Du denkst zu laut.“

Überrascht schaute Toni auf und sah wie Shelby langsam die Augen öffnete und sie müde anlächelte.

„Shelby.“ Hauchte Toni und lief schnell zu ihr ans Bett. „Wie geht es dir?“

„Ich bin noch etwas schwach, aber eigentlich ganz gut…sie haben mir den Spritze ja zum Glück recht früh gegeben.“

Toni schaubete auf. „Ja, genau.“

Shelby sah sie verwirrt an. „Toni?“

Toni zögerte kurz und fuhr sich durch die Haare. „Agent Young, er ist kein richtiger Ermittler…also eigentlich schon, er gehört zum FBI, aber er gehört nicht zu den anderen Typen und, äh, deine Allergie, das war kein Unfall, er hat…“

„Mir die Meeresfrüchte mit Absicht ins Essen getan? Ich weiß.“ Unterbrach Shelby sie.

„Genau und deswegen…warte mal, du wusstest davon?!“ Entgeistert sah Toni sie an.

„Nicht direkt, aber ich hatte es vermutet.“ Seufzte Shelby. „Ich wusste dass mit ihnen etwas nicht stimmt, sie wussten Sachen die sie gar nicht hätten wissen können, über mich und…über uns.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich hab es irgendwie darauf angelegt und als ich dann die Meeresfrüchte im Essen gesehen hab, ich weiß auch nicht, aber ich wollte wissen ob ich wirklich Recht hatte…“

„Du wolltest wissen ob…?“ Toni lachte trocken auf. „Hast du sie noch alle?! Du hättest sterben können! Was, wenn du dich geirrt hättest und sie von der Allergie nicht gewusst hätten oder wenn das ihr Plan war um dich loszuwerden?!“ Toni spürte wie die Wut in ihr aufstieg, aber sie konnte nichts dagegen tun. Merkte Shelby nicht in welche Gefahr sie sich gebracht hatte? „Oder wolltest du das etwa?“

„Toni, nein, so ist das nicht.“ Entgegnete Shelby, aber Toni hörte ihr gar nicht zu.

„Wie ist es denn dann? Ich…Ich kann das nicht…“ meinte sie leiste und wandte sich leicht ab.

Shelby stiegen Tränen in die Augen, so hatte sie sich ihr Wiedersehen mit Toni nicht vorgestellt. „Toni, bitte, es tut mir leid.“ Sie streckte sie Hand aus und legte sie auf Toni. „Bitte, geh nicht.“

Einen Moment lang sah Toni Shelby nur stumm an und man hörte nur das Ticken der Uhr. „Tu das nie wieder.“ Sagte sie leise und schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter.

„Versprochen Toni, ich wollte dich wirklich nicht verletzten.“

„Ich mein das ernst Shelby. Nach allem was passiert ist, auf der Insel und mit uns…ich will dich nicht verlieren.“

„Es tut mir wirklich leid.“

„Schon gut, ich glaube dir.“ Einen Moment war es wieder still zwischen den beiden.

„Eigentlich hätte ich es mir auch denken können.“ Meinte Toni langsam. „Su sitzt nicht einfach nur rum und als Leah uns das mit dem Zettel erzählt und nachdem was Agent Morgan gesagt hat…“

„Wer ist Agent Morgan?“ unterbrach Shelby sie verwirrt.

„Das weißt du ja gar nicht, sorry.“ Erinnerte sich Toni. „Morgan ist der richtige Name von Agent Young, er ist wie gesagt vom FBI und hat die ganze Zeit verdeckt ermittelt. Die ganze Sache…wir sind nie abgestürzt, jedenfalls nicht richtig, das war alles nur fake, irgendein krankes Experiment.“ Erklärte Toni verächtlich und schüttelte den Kopf. „Nachdem sie dich ins Krankenhaus gebracht haben ist alles aufgeflogen. Auf dem Weg hier her hat er uns alles erlärt.“

„Oh, okay.“ Leicht sprachlos starrte Shelby sie an. „Damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Und was hat er jetzt gesagt, also Agent Morgan?“

„Naja, er mich gewarnt vor dir.“ Gestand Toni. „Er hat gemeint du hättest Anzeichen für eine Dissoziative Störung oder so.“

Shelby fing an zu lachen. „Das haben sie mir echt abgekauft?“

„Du hast ihnen die ganze Zeit was vorgespielt?“ fragte Toni grinsend und Shelby nickte.

„Er hat gesagt das du die deswegen die Haare abrasiert hast, also wenn das gar nicht stimmt, warum?“ fragte sie vorsichtig. Shelby seufzte und sah nach unten. „Keine Ahnung, das war mehr eine Art Kurzschlussreaktion…sieht es denn so schlimm aus?“

„Nein, nein gar nicht. Du siehst wunderschön aus Shelby.“ Vorsichtig setzte sich Toni zu Shelby aufs Bett, bedacht darauf ihr nicht weh zu tun. „Ganz egal ob mit oder ohne Haaren, du bist immer wunderschön.“ Sagte sie und Shelby wurde rot.

Toni zögerte einen Moment, dann beugte sie sich langsam zu Shelby herunter. Sie hielt eine Sekunde inne als sich ihre Nasen leicht berührten, ehe sie sie sanft küsste.

„Wie lange musst do noch hierbleiben?“ fragte Toni Shelby nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten.

„ich soll über Nacht hierbleiben, zur Sicherheit. Also morgen früh werde ich entlassen.“ Antwortete Shelby und sah Toni an. „Was bedeutet das jetzt? Für uns?“

Toni zog die Augenbrauen zusammen. „Was meinst du?“

„Naja, jetzt wo das alles wirklich vorbei ist…da kommen doch sicher unsere…Eltern und wir gehen nach Hause.“ Erklärte Shelby, ihr Atem wurde schneller. „Ich will nicht zurück, wenn meine Eltern das alles erfahren, die schicken mich weg, in so ein Camp, mein Vater wird ausrasten, ich werd dich nie wieder sehen.

„Hey, ganz ruhig. Das wird nicht passieren, deine Eltern dürfen noch gar nicht zu dir.“ Sagte Toni beruhigend, nahm Shelbys Hände und drückte sie leicht. Shelby sah sie nur verwirrt an. „Was?“

„Das hat Agent Morgan gesagt. Es ist nicht klar inwieweit unsere Eltern darüber informiert waren und was sie wussten. Solange die Ermittlungen laufen und nicht klar ist ob oder das sie was damit zu tun hatten , dürfen sie nicht zu uns.“

Shelby runzelte die Stirn, daran hatte sie bisher gar nicht gedacht. Konnten ihre Eltern wirklich was mit der ganzen Geschichte zu tun haben? Vorstellen konnte sie es sich eigentlich nicht, aber so wie ihr Vater manchmal drauf war…es konnte schon sein.

„Und so lange wie manche von diesen Ermittlungen laufen bis sie abgeschlossen sind, sind wahrscheinlich alle 18 und dann musst du nicht mehr zu deinen Eltern wenn du nicht willst. Dann bist du frei.“ Erzählte Toni weiter. „Und was das mit uns angeht…ich bin auf deiner Seite, egal wofür du dich entscheidest. Also, wenn du wenn du weiter mit mir zusammen bleiben willst, dann bin ich dabei.“

Shelby brauchte einen Moment um all das zu verarbeiten, fing dann aber leicht an zu lächeln. „Natürlich will ich weiter mit dir zusammen bleiben. Und, was passiert jetzt?“

Toni zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber…“

„Ihr kommt mit zu uns nach L.A.!“ hörten sie plötzlich eine Stimme. Als sie sich umdrehten, sahen sie, dass Fatin in der Tür stand, hinter ihr die anderen. „Sorry Toni, aber du brauchst echt zu lang.“

„Schau uns nicht an, das war bestimmt nicht unsere Idee.“ Verteidigte Dot sich und die anderen, als sie Tonis genervten Gesichtsausdruck bemerkte.

Shelby hingegen freute sich die anderen endlich wiederzusehen. „Schön das ihr da seid, ihr habt mir gefehlt.“

„Du uns auch Britney.“ Grinste Fatin und umarmte Shelby, Toni fand das weniger lustig. „Halt die Klappe.“

„Schon gut, sie hat ja nicht ganz unrecht.“ Lachte Shelby und umarmte auch die anderen. „Was war das mit L.A.?“

„Wir haben mit Agent Morgan geredet und er hat gemeint er organisiert was für uns. Wir haben beschlossen das wir zusammen wohnen wollen und da Fatin und Dot sowieso nach L.A. wollten , geht es jetzt für uns alle dahin.“ Erzählte Leah.

„Ja und diesmal ohne den ganzen scheiß wie fast verhungern zu müssen und mit viel mehr Sex. Wobei das für euch ja auch so kein Problem war.“ Lachte Fatin.

„Wollt ihr auch mit? Dann wären wir alle wieder zusammen?“ sagte Martha und schaute sie hoffnungsvoll an.

„Klar, ich bin dabei!“ rief Shelby sofort, ohne einen Moment zu überlegen, während sie Fatins Kommentar einfach ignorierte.

„Warum nicht?“ Ich kann euch doch nicht allein den ganzen Spaß haben lassen.“ Stimmte Toni zu.

„Solange ihr euch nicht wieder alle anfangt zu prügeln sobald ich mal fünf Minuten nicht da war.“ Meinte Dot trocken

„Lass das nächste Mal halt meine Zahnbürste in Ruhe.“ Stichelte Fatin.

„Ich kann immer noch nichts dafür, die hätte auch so bald den Geist aufgegeben.“

Toni verdrehte die Augen als sie den anderen zusah. Wer hätte gedacht das ein geplanter Wochenendtrip sich zu so etwas entwickeln würde. Auch wenn sie das alles nicht nochmal erleben wollte und es auch traumatisch genug für den Rest ihres Lebens war, irgendwie war sie auch froh die anderen der „Unsinkbaren 8“ getroffen zu haben. Sie war mit ihrer besten Freundin/Schwester losgegangen und mit einer Freundin und einer neuer Familie zurückgekommen. Denn nicht anderen waren sie, eine, wenn auch etwas merkwürdige, Familie.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast