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Der Besuch bei Onkel Timm

von missnini
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Het
Benny Handler Sarah Wittner William "Willi" Tagert
30.01.2021
11.04.2021
11
15.501
 
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11.02.2021 1.133
 
Auch wenn Will seinem jüngeren Cousin mal wieder dankbar sein musste für seine Aktion, wusste er beim besten Willen nicht was das mit der Sattelkammer sollte.
Es war gut dass er praktisch dazu gezwungen wurde mit Sarah zu reden, aber andererseits war es nicht schön eingesperrt zu sein.
Wütend stampft er ins Zimmer von Benny und reißt ihm das Kissen weg, auf dem sein Bein hochgelagert liegt.
"Au! Spinnst du?" fragt dieser mit schmerzverzerrtem Gesicht.
"Das sollte ich dich vielleicht fragen oder?"
"Wie bist du überhaupt so schnell rausgekommen?" fragt Benny verwundert und legt seinen Fuß wieder hoch.
"Alma und Molly wollten rein und du hast glücklicherweise den Schlüssel stecken lassen." gibt Will von sich.
"Also hat's nichts gebracht und ihr habt nicht geredet?" fragt Benny
Will seufzt
"Wir haben geredet wenn es dich beruhigt."
"Und?" fragt Benny wieder.
"Ich brauch jetzt einfach mal ein paar Minuten für mich." sagt Will und geht wieder Richtung Tür.
Benny verdreht die Augen
"Ich weiß echt nicht was du willst, ganz ehrlich Will, du warst vielleicht mal eine ganz arme Sau, aber mittlerweile hast du doch echt alles, eine Familie die dich liebt, Freunde die zu dir stehen und ein echt tolles Mädchen an deiner Seite und du denkst wirklich immer noch nach und versinkst im Selbstmitleid."
Dann wendet sich Benny wieder von ihm ab und starrt in den Fernseher.

Nachdenklich verlässt Will das Zimmer von Benny und schlürft auf Socken durch den Flur.
In seinem Zimmer lässt er sich aufs Bett fallen und drückt sein Gesicht ins Kissen.
Müde schließt er die Augen.
Dieser Tag war wirklich anstrengend für Will, er hatte so viele Sachen im Kopf und dazu auch noch ziemliche Kopfschmerzen von dem ganzen geheule.
Er konnte sich gerade ein bisschen entspannen, da klopft es an der Tür.
"Komm rein." murmelt er ins Kissen und hebt erst den Kopf als er hört wie sich die Tür öffnet und direkt wieder schließt.
Anders als er erwatet hatte, steht nicht Eva vor ihm, die immer nochmal nach ihm sah bevor sie schlafen ging sondern Sarah.
"Hi." sagt sie leise
"Äm Hey." gibt Will zurück
"Ich wollte nochmal nach dir sehen bevor ich heim fahre, Eva hat mich hoch gelassen." sagt sie lächelnd und setzt sich neben Will aufs Bett.
Dieser lächelt sie nur an.
Benny hatte recht, er hatte wirklich ein echt tolles Mädchen an seiner Seite. Sarah sorgte sich wirklich um ihn. Wie konnte er nur so dumm sein?

Sein Herz schlug ihm fast aus der Brust. Aber warum?
Er hatte mehrere Nächte mit Sarah in einem Bett verbracht und eng umschlungen neben ihr gelegen, sie geküsst und ihr Gefühle gestanden.
Ihre Nähe war eigentlich nichts fremdes, so weit waren die beiden doch schonmal. Auch wenn er sich ziemlich überwinden musste, nimmt er nun ihre Hand und drückt sie fest.
Will wird richtig warm und wenn er das tat was Sarah ihm geraten hatte und auf sein Herz hörte, dann sagte es ihm das es richtig war mit ihr.

Zärtlich drückt er seine Stirn gegen ihre und die Blondine strahlt nun über beide Ohren.
Das schönste das es im Moment für Will gab war ihr Lächeln.
Wortlos legt er sich aufs Kissen und zieht Sarah mit sich.
Er schlingt seine Arme um Sie und vergräbt sein Gesicht in ihrem Rücken, während er Sie hält.
Dieser Moment war für beide so wunderbar dass es keine Worte brauchte.


Will öffnet seine Augen und starrt auf den Wecker auf dem Nachttisch. Es war schon 7Uhr.
Er und Sarah waren anscheinend eng umschlungen eingeschlafen. Wahrscheinlich hatten sie beide so dringend den Schlaf gebraucht dass sie nicht lange da gelegen hatten bevor sie eingeschlafen waren.
Vorsichtig löst er sich von ihr um sie nicht zu wecken und deckt sie nochmal zu, bevor er sich leise auf die Bettkante setzt.
Zögerlich sieht er zu Sarah rüber.
Sollte er Sie doch wecken? Sicher machten sich ihre Eltern schon Sorgen und sie sollte ihnen besser bescheid geben. Andererseits sah sie so friedlich aus dass er sie lieber noch liegen ließ.
Sein nächster Blick fällt auf das Bild seines Großvaters.
Wie sehr er ihn vermisste, fast so sehr wie seine Eltern, an die er allerdings nur noch verschwommene Erinnerungen hatte. Immerhin war er wirklich noch klein gewesen als sie verstorben waren und er kannte sie besser aus Erzählungen als aus eigenenen Erinnerungen.
Als er das Bild seines Großvaters in die Hände nimmt, fällt ihm der Rahmenverschluss auf der Rückseite auf, es sah fast so aus als würde ein Stück Papier darin stecken.
Vorsichtig löst er die Klammer des Rahmens und zieht tatsächlich ein klein gefaltetes Stück Papier heraus.
Will musste lächeln.
Er hatte nicht mehr daran gedacht, aber es waren selbst geschrieben Worte seines Großvaters die er dem kleinen Will damals zu seinem Schulanfang in die Schultüte gesteckt hatte.
Will konnte diese Worte erst viel später lesen und richtig verstehen, aber trotzdem war es etwas persönliches an ihn von seinem Opa und er wusste schon als kleiner Junge dass er dieses kleine Stück Papier  behalten musste.

Vor Jahren hatte er es in den Bilderrahmen gesteckt und selbst schon gar nicht mehr daran gedacht. Es war wirklich zufällig dass der Zettel ihm ausgerechnet jetzt in die Hände fiel.
Er öffnet ihn, ließt sich die Worte mehrmals durch und lässt sie wirken:

--Der eine Tag im Leben der alles verändern kann, beginnt jeden Tag neu.--

Wie wahr die Worte waren.
Sie brachten ihn zum nachdenken.
War er zufrieden mit seinem Leben?
Wenn er so nachdachte dann musste er sich eingestehen dass sein Leben doch eigentlich gut war, Benny hatte recht und er hatte Augeblicklich alles was man sich wünschen konnte.
Aber war er zufrieden mit sich selbst?
Nein, das auf keinen Fall!
Das hieß er musste wohl etwas verändern.
War heute der eine Tag an dem er was verändern sollte?? War es vielleicht gar  kein Zufall dass ihm ausgerechnet jetzt die Worte in die Hände gefallen waren?

--Jeden Tag beginnt er neu. --

Je länger Will diesen Satz auf sich wirken ließ, desto bewusster wurde ihm, dass alleine ER es war, der etwas verändern konnte und zwar zum positiven .
Nicht Sarah, nicht Benny, nicht Eva oder John und sonst auch keiner, nur ER.

Sorgfältig faltet er den Zettel wieder zusammen und dreht sich vorsichtig zu Sarah.
Er wollte sich ändern, alleine für Sarah wollte er das.
Zärtlich streicht er ihr eine Strähne hinters Ohr.
Sarah war das beste was ihm passieren konnte, vom ersten Moment an. Sie war wie ein Engel den ihm seine lieben von da oben geschickt hatten und ihm wurde bewusst dass er sie festhalten musste, so fest wie er nur konnte.
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