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Der Besuch bei Onkel Timm

von missnini
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Het
Benny Handler Sarah Wittner William "Willi" Tagert
30.01.2021
11.04.2021
11
15.501
 
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30.01.2021 1.941
 
Es war ein grauer Herbsttag und draußen regnete es in Ströhmen.
Will war gerade rechtzeitig damit fertig geworden das Laub auf der großen Wiese zusammen zu harken, bevor es angefangen hatte zu schütten wie aus Eimern.
Er mochte den Herbst eigentlich, denn diese Jahreszeit brachte so viele schöne Dinge mit sich, wie zum Beispiel die Farbenpracht der Natur, als würde sie nochmal neu erstrahlten bevor sie in eine Art Starre im Winter verfiel. Doch das hier war wirklich gar nicht schön, er spürte wie seine durchnässte Kleidung regelrecht an ihm klebte.
Er wollte nur noch schnell nach Jimber schauen bevor er in den wohlverdienten Feierabend gehen würde.

Auf dem Weg zu Jimbers Box, fällt Will auf dass die Tür von Scarletts Box ein Stück aufsteht. Vorsichtig geht er darauf zu um sie zu schließen. Doch als er näher kommt, kann er neben der Araberstute Sarah erkennen. Eng zusammengerollt liegt Sie im Stroh. Sarah war die letzten Tage sehr besorgt um ihr Pferd gewesen. Scarlett hatte eine Kolik hinter sich und stand die letzten Tage unter ständiger Beobachtung. Die Stute war längst wieder über den Berg und auf dem Weg der Besserung, aber Sarah wich ihr nicht von der Seite.
Will hatte Sarah angeboten ihr die Last etwas abzunehmen und sich mit ihr um die Stute zu kümmern, doch Sarah bestand darauf das alleine zu tun. Immerhin war Scarlett ihr Liebling.
Eng hat Sarah ihre eigenen Arme um sich geschlungen und liegt zusammengekauert in der Ecke und schläft.
Will musste kurz überlegen was er tun sollte.
Sie liegen lassen? Das wäre selbst mit einer Decke zu kalt für Sarah auf dem Boden.
Scarlett schien es gut zu gehen, also würde Sie Sarah in dieser Nacht nicht brauchen.
Also entschließt sich der 20 Jährige die Blondine hineinzutragen.

Eva und John Handler lagen längst im Bett und Benny hatte sich in sein Zimmer zurück gezogen, deswegen war es dunkel und still im Hausflur als er Sarah durch die Haustür trug. Sie musste wirklich müde sein denn jeder normale Mensch wäre sicher wach geworden aber Sarahs Kopf fiel direkt an seine Schulter und Sie schlief tief und fest weiter.
Will nimmt Sie über die Schulter und trägt Sie die Treppe hinauf in sein eigenes Zimmer.
Auch wenn er sich unglaublich auf sein Bett gefreut hatte, war für ihn schnell klar dass Sarah es dringender brauchte als er selbst und so legt er die behutsam, noch in Reitkleidung auf sein Bett, zieht ihr vorsichtig die Jacke und die Stiefel aus und deckt sie zu.
Ihm war es recht egal dass sie noch dreckige Stallkleidung trug, denn er wusste wie schlecht es Sarah in den letzten Tagen ging und Sie hatte es verdient endlich in Ruhe schlafen zu können.
Er wollte Sie wirklich unter keinen Umständen wecken.
Er löscht das Licht und bevor er sich selbst zurück zieht, setzt er sich nochmal kurz neben Sarah.

Nur wenn er sie ansah, ertappte er sich selbst dabei wie seine Mundwinkel nach oben wanderten.
Ja, Sarah war wirklich etwas besonderes.
Eben ganz anders als die anderen Mädchen und Will musste sich schon vor einiger Zeit eingestehen dass Sie mehr als eine gute Freundin für ihn war.
Er hatte plötzlich angefangen zu schwärmen und mittlerweile war ihm klar:
-er hatte sich in Sarah verliebt.-

Aber wie das eben so ist mit der Liebe, sie ist manchmal nicht so einfach.
Er konnte sich nicht vorstellen dass Sarah das genau so sieht und ihm war es die Sache nicht Wert, diese wunderbare Freundschaft die die beiden hatten durch irgendetwas unbedachtes zu zerstören.
Es kam schon vor dass er sich dann doch endlich entschieden hatte mit ihr zu reden, doch dann waren immer die anderen dabei und die sollten da wirklich gar nichts wissen. Also hatte er wie schon so oft den Rückzieher gemacht.
Umso schöner war dieser Moment für ihn.
Auch wenn es falsch war Sie jetzt anzustarren, konnte er nicht wegsehen.
Sarah war so hübsch und wirklich süß wenn Sie so zusammengekuschelt da lag.
Will konnte nicht anders als seine Hand zu nehmen und ganz zart über ihre Haare zu streicheln und während er so da sitzt überkommt ihn ganz plötzlich die Müdigkeit.

Mitten in der Nacht wird Sarah plötzlich wach und erschreckt.
Wo war sie nur?
Sie tastet an der Bettkante entlang und angelt nach dem Schalter der Nachtischlampe.
Als das Licht an geht, erschreckt Sie als Sie wahrnimmt dass da jemand neben ihr sitzt.
Sarah reibt sich die Augen und erkennt den schlafenden Will.
Jetzt verstand Sie erst, Sie musste in Wills Zimmer sein, sicherlich war Sie im Stall eingeschlafen und Will hatte sie mit hinein genommen. Sie musste zart lächeln.
Wie süß das von Will war. Er hatte wohl Sorge dass sie frieren könnte und es war so selbstlos, er ließ sie in ihren dreckigen Sachen in seinem Bett schlafen und schlief lieber selbst im sitzen.
Zufrieden legt Sarah ihren Kopf wieder aufs Kissen und starrt Will eine Zeit lang an.
Der blonde Reitlehrer war ein wirklich hübscher Kerl und wie geborgen sich Sarah in diesem Moment bei ihm fühlte, war fast nicht zu beschreiben.
Vorsichtig zieht sie ihn im Schlaf am Arm und lässt seinen Kopf neben sich in das Kissen gleiten. Sie wollte unter keinen Umständen dass er die ganze Nacht so da sitzen musste.
Die Bettdecke die er ihr gegeben hatte, legt sie zur Hälfte über ihn und legt ihren Kopf auf seine Brust.
Das hier war das schönste Gefühl überhaupt für Sarah. Auch wenn Will nicht mitbekam was Sarah hier gerade tat, fühlte Sie sich ihm so unglaublich nahe und ihr Herz sprang fast aus der Brust.
Hypnotisiert von Willis gleichmäßigem Atem und seinem kräftigen Herzschlag schläft Sie schließlich wieder ein.

Am nächsten Morgen wird Sarah als erste wach.
Noch immer liegt Sie auf Wills Brust.
Sie setzt sich auf und deckt ihn nochmal fest mit der Decke zu bevor sie leise aufsteht, ihre Stiefel und die Jacke anzieht und in den Flur späht bevor Sie leise die Tür hinter sich schließt und schnell die Treppe hinunter läuft.
Es wäre ausgesprochen ungünstig jetzt von jemandem gesehen zu werden, denn was sollten die anderen nur denken wenn Sie Sarah sehen würden, wie Sie morgens früh, mit zerzausten Haaren aus Wills Zimmer kam.
Natürlich fragte Sie sich selbst warum Will sie nicht einfach auf die Couch oder ins  Gästebett gelegt hatte, oder warum er Sie nicht einfach geweckt hatte?
Wollte er vielleicht sogar dass Sie näher bei ihm war? Aber das waren wieder Spinnereien oder vielleicht sogar Wunschgedanken von Sarah die sowieso niemals wahr würden. Wenn Sie nur wüsste wie recht sie eigentlich hatte.

Ganz so unbemerkt wie Sarah dachte, blieb ihr Abgang nicht, denn Benny der gerade verschlafen aus dem Badezimmer kommt, kann die Blondine beobachten wie Sie durch den Flur schleicht und die Treppe hinunter flitzt.
Alles mögliche flog Benny durch den Kopf was da zwischen den beiden passiert sein könnte, allerdings war er auch nicht sonderlich überrascht.
Für ihn war es offensichtlich dass Will mehr als nur freundschaftliches Interesse an Sarah hatte und er ging fest davon aus dass die Blondine ähnliche Gefühle für seinen älteren Cousin hegte.
Mit einem breiten Grinsen stürmt Benny in das Zimmer seines Cousins und ist überrascht als es in dem Zimmer noch dunkel ist.
Er schaltet das Licht an und entdeckt Will immer noch in seinen dreckigen Klamotten im Bett.
"Spinnst du?" gibt der Blondschopf nur von sich und reibt seine Augen.
"Tut mir leid, ich dachte du bist wach." gibt Benny betroffen von sich und sieht seinen Cousin verwirrt an.
Offensichtlich war nicht das passiert, was er sich gedacht hätte, aber was war dann hier letzte Nacht passiert??
"Tut mit leid dass ich dich so unsanft wecke, aber ich hab mich grad ein bisschen gewundert, warum Sarah morgens um 7Uhr aus deinem Zimmer kommt und durch den Flur schleicht als wäre sie ein Ninja?"
Will setzt sich auf und sieht neben sich.
Sarah war schon gegangen und er war tatsächlich neben ihr eingeschlafen.
Was musste sie jetzt nur denken?
Er wollte eigentlich ins Bad und dann auf die Couch aber er war wohl zu müde gewesen.
Er reibt sich durchs Gesicht und gähnt.
"Ich geh mal ins Bad." brunmelt er noch vom Schlaf benommen vor sich hin.
"Hallo? Bekomme ich jetzt mal eine Antwort was hier zwischen euch gelaufen ist?" fordert Benny
"Nichts." gibt Will genervt zur Antwort
"Nichts??"
"Ja nichts, Sarah ist im Stall eingeschlafen ich hab sie reingetragen dass sie hier schlafen kann, dann bin ich selbst eingeschlafen und das war's. Und jetzt geh ich duschen und muss mein Bett frisch beziehen wenn's genehm ist." sagt Will nur kurz und hält Benny auffordernd die Tür auf dass er endlich aufhört zu nerven und den Raum verlässt.
Das tut Benny dann auch und Will geht wie er wollte duschen und bezieht direkt sein Bett neu.
Als er zum Frühstücken in die Küche kommt sitzt Benny mit einem Toast und Organgensaft an der kleinen Küchentheke und schmatzt vor sich hin.
Will nimmt sich genervt einen Kaffee und setzt sich daneben.
Er hasste es wenn jemand beim essen laut schmatzte, das war wirklich etwas wo er wahnsinnig werden konnte.
"Mund zu." sagt er nur sauer zu Benny.
"Sorry." gibt dieser zur Antwort und verdreht die Augen.
Will versinkt in Gedanken und starrt in seine Tasse.
Es war so schön in dieser Nacht neben Sarah zu liegen auch wenn sie jetzt wahrscheinlich sonst was von ihm denken musste.
"Du denkst an Sie oder?" möchte Benny wissen und reißt Will mit dieser Frage aus seinen Gedanken.
Will zuckt nur mit den Schultern. Was sollte er ein Geheimnis daraus machen? Immerhin wusste Benny es sowieso und er würde auch keinem etwas sagen, so viel Vertrauen hatte er allemal in seinen jüngeren Cousin.
"Sags ihr doch einfach." fordert Benny
"Wenn das so einfach wäre Benny." gibt Will zur Antwort und nimmt wieder einen Schluck Kaffee.
"Ich bin so verwirrt." gibt Will zu und senkt traurig seinen Blick.
"Die paar Tage bei deinem Onkel Timm  werden dir gut tun, da kannst du mal über alles in Ruhe nachdenken, sozusagen eine komplett Sarah-freie Zeit." witzelt Benny
Will nickt und lächelt seinen Cousin zustimmend an.
Vielleicht hatte er recht und die paar Tage die er bei seinem Onkel mütterlicherseits in den nächsten Tagen zusammen mit Benny verbringen wollte, würden ihm gut tun.
"Also ich freu mich schon." gibt Benny zu und springt vom Barhocker um seinen Teller in die Spülmaschine zu räumen.
"Du wirst staunen, die Wildpferde die er wieder bekommt, zu zähmen wird dir gefallen. Von ihm kann man eine Menge lernen." sagt Will fröhlich.
Benny kannte Wills Onkel Timm, allerdings war er noch nie bei ihm gewesen und Will freute sich darauf Benny mal den anderen Teil seiner weit verlaufen Verwandschaft genauer vorzustellen.
Schon morgen soll es mit dem Zug los gehen. Will hätte auch mit dem Auto fahren können aber er hatte sich schnell dazu entschlossen sein eigenes Pferd diesesmal auf der Ranch zu lassen und lieber mit dem Zug zu fahren.
Beim letzten mal war das eine unglaublich lange zockelei über abgefahrene Straßen und er hatte das Gefühl gehabt die Fahrt würde niemals enden.
Den Stress wollte er Jimber und sich nicht nochmal antun.
"Hast du die Zugtickets ausgedruckt? möchte Benny wissen
"Klar, liegt alles bereit, morgen kann es los gehen." sagt Will fröhlich und steht nun auch auf um sich fürs Training fertig zu machen.
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