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Familienbande

GeschichteAllgemein / P12 / Het
30.01.2021
15.06.2021
130
374.760
6
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11.06.2021 5.988
 
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker mich aus dem Schlaf, ich spüre Nils Arm um meinen Körper geschlungen und er gibt mir einen Kuss auf die Stirn "Guten Morgen schöne Frau" sagt er, ich nuschel "Morgen" und grinse breit, neben ihm aufzuwachen ist einfach so wunderschön. Statt jetzt jedoch aufzustehen kuschel ich mich eng an Nils "Können wir nicht einfach noch liegen bleiben?" frage ich und er streicht mir über den Kopf "Liebend gerne, aber du musst gleich zu deinem Kurs und ich schaue mir die Wohnung an, also los" sagt er, reißt die Decke herum und springt einfach aus dem Bett. "Na los, komm schon" fordert er mich erneut auf, aber ich denke gar nicht daran, Nils aber beugt sich einfach zu mir herunter und zieht mich aus dem Bett. Ich recke und strecke mich verschlafen und sitze wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf der Kante meines Bettes, während Nils mich auslacht "Hast du dich gestern überarbeitet oder was ist mit dir los?" Jetzt wo er es sagt spüre ich tatsächlich einige Muskeln etwas mehr als sonst. Aber diese blöde Bemerkung kann ich auf gar keinen Fall auf mir sitzen lassen, deshalb stehe ich jetzt auf und stelle mich ganz dicht vor ihm "Pass mal auf" sage ich grinsend und überhaupt nicht so ernst, wie ich es eigentlich wollte und bevor ich mit ihm schimpfen kann, legt er seine Hände auf meine Wangen und unsere Lippen berühren sich zärtlich zu einem Kuss. "Du bist unmöglich, weißt du das?" stelle ich schließlich fest und er grinst mich einfach weiter frech an "Nils, ich hoffe sehr, dass das mit der Wohnung heute hier in Ellmau funktioniert. Es wäre so schön, wenn du endlich einmal Glück haben würdest und habe bitte kein schlechtes Gewissen, wenn du wirklich vorerst hier einziehst. Es würde zwar tatsächlich sehr eng werden, aber das geht schon, außerdem haben wir schon ganz andere Sachen gestemmt." Nils nickt "Das wäre wirklich sehr schön und um ehrlich zu sein gefällt es mir hier in Ellmau auch sehr viel besser als in Wörgl. Aber jetzt komm mit mir ins Badezimmer, wir müssen uns fertig machen" und damit hat er wirklich Recht. Zum Glück ist das Bad gerade frei und wir stürmen jetzt zu zweit hinein, bevor uns irgendjemand zuvorkommt. Es ist zwar etwas eng, aber wenn einer unter der Dusche steht und der andere von uns sich die Zähne putzt, dann geht es. Das warme Wasser hat mir sehr gut getan, vor allem meinen Muskeln, die jetzt gar nicht mehr so sehr schmerzen. Ich ziehe mir schon direkt meine Bikeklamotten an, weil ich keine Lust habe mich gleich noch einmal umzuziehen und verzichte lediglich auf die Schoner, die ich mir erst später unten am Bikepark anziehen werde. Nils hingegen schmeißt sich regelrecht in Schale, so wie auch schon gestern, er will ordentlich aussehen wenn er auf seinen vermeintlichen Vermieter trifft und das kann ich absolut verstehen. Wir gehen jetzt nach unten in die Küche, wo wir wie fast jeden Morgen mit der Familie zusammen frühstücken. "Guten Morgen" sage ich und setze mich an den Tisch, jetzt fehlt nur noch Lilli, aber da kommt sie auch schon. "Lilli!" ruft Oma "Die Stiefel, raus aus meiner Küche! Sofort! Es ist jedes Mal das Gleiche mit euch, immerzu muss ich schimpfen!" ich kann mir mein Grinsen nur schwer verkneifen und auch die Anderen müssen jetzt lachen. "Ist ja schon gut" sagt Lilli resigniert und entschuldigt sich sofort, natürlich nicht ohne noch die passende Ausrede zu liefern "Tut mir Leid Oma, aber ich habe so einen Hunger." Sie verschwindet erst einmal wieder in den Flur, wo sie sich jetzt die Stiefel auszieht und kommt dann in Socken zurück in die Küche und setzt sich zu uns an den Tisch, so dass wir nun endlich anfangen können zu frühstücken. "Seid ihr zwei nachher zum Mittagessen da?" fragt Oma Nils und mich und ich antworte "Äh, ich weiß nicht, wann ich wieder zurück von dem Kurs sein werde, aber plan mich am besten nicht mit ein, ich kann ja wenn auch bei Susanne essen oder ich hole mir eine Kleinigkeit auf die Hand." Oma nickt und Nils überlegt nun auch einen Moment "Ich werde mich auch unterwegs versorgen. Ich muss sowieso noch etwas erledigen und werde deshalb nicht pünktlich zum Essen wieder hier sein können." Ich stutze, denn von einem weiteren Termin nach der Wohnungsbesichtigung hat er mir bisher gar nichts erzählt und frage deshalb nach "Was musst du denn noch erledigen?" aber erhalte von ihm keine richtige Antwort "Ja, ich muss noch einige Dinge für die Arbeit Montag besorgen und dann wollte ich noch in die Zentrale der Bergrettung, ich hab dem Hans versprochen mir den Computer anzuschauen, irgendetwas stimmt da nicht." Er überzeugt mich mit dieser Antwort ganz und gar nicht und ich schaue ihn schief von der Seite an, sage aber nichts weiter dazu. Denn ich bin mir sicher, dass das wieder etwas mit Martins Überraschung zu zu tun hat, der mir einen äußerst komischen Blick zuwirft und so lasse ich mir mein Frühstück einfach schmecken und hoffe, dass die Männer wissen was sie tun. Ich mache mir noch zusätzlich einige Brote, nehme einen Apfel und eine Banane mit und verstaue das alles in meinem Rucksack, den ich vorhin schon im Flur platziert habe. "Brauchst du sonst noch etwas?" fragt Oma mich und ich denke einen Moment nach "Puh, Essen habe ich, Trinken habe ich auch" und ziehe dabei die Wasserflasche ein Stück aus meinen Rucksack hervor "Neh, eigentlich bin ich bestens versorgt." Nils kommt zu mir "Lena, ich fahre jetzt" und wir verabschieden uns voneinander "Bis später" sage ich "Und melde dich auf jeden Fall bei mir, wenn du etwas wegen der Wohnung weißt, ja?" er nickt "Das werde ich machen." Ich seufze "Ich wünsche dir viel Glück" und auch Oma wünscht ihm noch viel Glück "Ja Nils, das wünsche ich dir auch und denk daran deine Sachen von der Firchnerhütte zu holen!" Er nickt "Danke Lisbeth, ich werde es nicht vergessen, versprochen." Martin steckt seinen Kopf zur Haustür herein "Nils, kannst du mir mal kurz helfen, irgendetwas stimmt mit meinem Auto nicht" mein Freund nickt "Ich komme sofort" und gibt mir zum Abschied einen Kuss, ehe er mit Martin zusammen aus dem Haus verschwindet. Ich schaue zu Oma und ziehe eine Augenbraue nach oben "Ob wirklich etwas mit seinem Auto nicht stimmt?" frage ich, aber sie seufzt nur "Ach Lena, es geht mit Sicherheit wieder um diese Überraschung für Anne. Die Zwei machen einen derartigen Aufstand darum, ich habe ehrlich gesagt etwas Angst davor. So geheimnisvoll wie sie damit umgehen und so viel Zeit wie sie damit verbringen könnte man meinen, sie würden ein ganzes Haus bauen." Ich schaue Oma ein wenig geschockt an "Sag das nicht, dann wäre es hier auf dem Hof aber gespenstisch leer und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Martin hier jemals freiwillig ausziehen würde und Anne? Nein, alleine schon weil sie jetzt voll im Hof eingespannt ist würde sie hier nicht weg wollen, da bin ich mir sicher." Oma nickt "Recht hast du." Ich schaue auf meine Uhr "Ein bisschen Zeit habe ich noch" stelle ich fest und mir fällt ein, dass ich eigentlich schon längst mein Zimmer saugen wollte, dass sollte ich in den mir noch verbleibenden 30 Minuten schaffen "Du Oma, ich sauge noch oben schnell alles durch, ja?" frage ich sie und sehe ihr direkt an, dass ihr das eigentlich nicht lieb ist "Lena, du musst das nicht machen" sagt sie gleich, aber dieses Mal bin ich es, die keinen Widerspruch duldet "Nein Oma, du machst hier schon genug, da kann ich auch mal 'was machen. Du weißt ganz genau, dass auch du dich schonen sollst" erkläre ich ihr und gehe nach oben, bevor sie mir mir eine Diskussion beginnen kann.
Nachdem ich nun die obere Etage einmal komplett vom groben Schmutz auf dem Boden befreit und dabei gleich noch meine Wäsche zusammen gesucht habe ist es an der Zeit, um nach unten ins Tal zum Bikepark zu fahren, denn ich will auch nicht erst auf den letzten Drücke bei Sebastian sein, schließlich wollen wir uns noch einmal besprechen bevor wir mit den Mädels losziehen. "Tschüss" rufe ich in die Küche, wo Oma und Anne schon wieder über irgendwelche Kräuter und Bücher sitzen "Viel Spaß" ruft Anne mir zu und Oma sagt "Pass auf dich auf Lena. Bis später." Ich nehme meinen Helm und schultere meinen Rucksack "Ja Oma, mach dir keinen Kopf" und verlasse ganz schnell das Haus bevor sie merkt, dass ihre heutige Ansprache ein wenig kürzer als sonst ausgefallen ist. Ich hole mein Bike aus dem Schuppen, setze meinen Helm und die Brille auf, ziehe meine Handschuhe an und lasse mich den Berg hinunter ins Tal rollen und meine Gedanken kreisen erneut um Nils und die Wohnungsbesichtigung.
Im Bikeladen treffe ich dann auf Sebastian, der bis über beide Ohren strahlt "Hey Lena, na schon aufgeregt?" begrüßt er mich und wir schlagen die Hände ein. Ich grinse "Ein bisschen" und setze mich zu ihm an den Tresen. "Was planen wir denn für heute?" frage ich neugierig und Sebastian erklärt mir nun unser doch recht straffes Programm "Zuerst werden wir hier unten im Park die Grundtechniken lernen, dann würde ich vorschlagen fahren wir rauf und nehmen zuerst den Z-Trail, machen auf halbem Weg Pause an der Gabelung zur X-Line und fahren anschließend weiter nach unten. Ich denke, so werden wir alle Mädels auf jeden Fall auch wieder heile den Berg hinunter bekommen und zu Not können wir später noch auf die Straße ausweichen. Was meinst du?" Ich überlege einen Moment und stimme dann zu "Hört sich für mich nach einem perfekten Tag auf dem Bike an!"
Und so machen wir es schließlich auch. Ich hätte niemals gedacht, dass mir das Ganze so viel Spaß bereitet und die Mädels so an meinen Lippen hängen und sich von mir viel eher etwas sagen lassen als von Sebastian. Die Zeit vergeht auch deshalb so rasend schnell und weil die Gruppe sich als sehr sattelfest und vor allem lernwillig und talentiert erweist fahren wir schon nach gut eineinhalb Stunden nach oben auf den Berg und wagen uns an unsere erste Abfahrt. Die Mädels kennen den Trail nicht, weshalb wir die Bikes erst einmal stehen lassen und ein kleines Teilstück der Strecke zu Fuß begehen, wobei wir ihnen erklären auf was sie aufpassen müssen. Natürlich ist diese Strecke nicht sehr anspruchsvoll, keine Sprünge, Kicker oder Anlieger, an einigen Stellen etwas enger, ein bisschen wurzelig und an einer Stelle steinig, aber für Anfänger genau richtig. Aber bei der Abfahrt geht alles gut, die Mädels haben sichtlich Spaß, überwinden ihre ersten Ängste, können darüber hinwegsehen wenn etwas nicht gleich beim ersten Mal klappt und verlieren nicht den Mut. Als wir unten am Bikeladen wieder ankommen würden sie am liebsten gleich noch einmal nach oben fahren, aber jetzt gibt es für uns alle erst einmal eine Bratwurst im Brötchen und eine Limo zur Stärkung, bevor wir noch ein weiteres Mal nach oben fahren werden. Ich habe mich mit meiner Bratwurst in der Hand in die Nähe der Mädels platziert während Sebastian etwas abseits mit den Erziehern steht. Die Themen über die sie reden bringen mich zum Schmunzeln, weil sie feststellen was für unheimlich süße Typen hier herumlaufen und darüber diskutieren, ob sie nicht einen der ebenfalls jungen Biker aus einem anderen Kurs ansprechen sollen und ihn nach seiner Nummer fragen sollen. Diese Gespräche kenne ich nur zu gut und obwohl diese Phase bei mir schon einige Jahre zurückliegt habe ich das Gefühl als hätte ich erst gestern mit Kathi in der Schule gestanden und versucht an die Handynummer von diesem unfassbar gutaussehenden Typen aus der 9. Klasse zu kommen. Kathi und ich waren in der 8. Klasse und der Typ hatte so keinerlei Interesse an uns, egal was wir angestellt haben, wir sind jedes Mal abgeblitzt und nicht nur wir, auch allen anderen Mädels hat er die kalte Schulter gezeigt. Irgendwann haben wir es dann aufgegeben und erst sehr viel später haben wir herausgefunden, dass er gar nicht auf Mädels stand, sondern zu Hause in Stuttgart einen Freund hatte. Das erklärte natürlich wieso er von keinem Mädchen etwas wissen wollte. Ich muss unweigerlich schmunzeln und frage mich, was dieser Junge wohl heute macht, denn nach der 9. Klasse hat er das Internat verlassen und ist wieder zurück nach Stuttgart zu seinen Eltern gezogen. "Lena?" sagt jemand neben mir und ich löse mich von dem Gespräch der kleinen Gruppe und schaue in die Gesichter von zwei weiteren Mädchen. Ich muss scharf nachdenken, denn es fällt mir schwer mich an die Namen zu erinnern, bin mir dann aber relativ sicher und frage "Christin und Pia, oder?" Zu meiner Erleichterung nicken die Zwei und Pia sagt "Ja, richtig. Wir haben da mal eine Frage" druckst sie etwas herum und ich antworte lächelnd "Immer raus damit." Die Mädels schauen sich gegenseitig an, aber keiner der Beiden traut sich jetzt mich zu fragen, deswegen versichere ich ihnen, dass egal was es ist, ich auf keinen Fall schimpfen werden "Ihr könnt ruhig fragen, da braucht ihr absolut keine Angst zu haben" und dann ist es Christin, die die Initiative ergreift und sich traut "Ja es ist so, wir haben vorher schon ein bisschen im Internet geschaut, weil wir schon immer mal richtig biken wollten und es zu Hause auch schon ein bisschen geübt haben. Ja und da haben wir diesen Film über die Strecken hier gesehen und auch dich" ich muss unweigerlich schmunzeln und erinnere mich nur zu gerne an dieses Projekt im letzten Sommer zurück, das eigentlich für die Schule gedacht war. Nur diesen verrückten Motorradfahrer den hätte es nicht gebraucht und die Erinnerung daran versetzt mir einen schmerzhaften Stich auf Höhe meiner Milz. Es ist aber dennoch etwas befremdlich für mich, dass ich in diesem Video erkannt wurde und mich die Mädels jetzt sogar darauf ansprechen. Obwohl so schwer war das nun auch wieder nicht. Geht man auf die Internetseite des Bikeparks, dann findet man direkt auf der Startseite eben dieses Video und am Ende stellen wir uns alle mit unseren Vornamen vor. Pia nickt kräftig und fährt nun fort "Ja und da wollten wir dich fragen, ob du uns nicht mal einen Sprung zeigen kannst, also wir wollen nicht selber springen, nur mal in echt so etwas sehen." Ich sehe das Funkeln in ihren Augen und weiß, dass sie sich gerade mit einem Virus infiziert haben, der sie vermutlich von nun an ihr Leben lang begleiten wird. So hat es damals auch bei mir angefangen. Fasziniert stand ich nach einer Tour mit meinen Eltern exakt hier unten vor dem Bikeladen und habe mit großen Augen über die Jungs gestaunt, die sich waghalsig den Berg hinuntergestürzt haben und ich war mich sicher, dass ich das irgendwann auch machen werde und mich nichts und niemand davon abhalten würde. Da war er nämlich wieder, der Grubersche Dickschädel, der so lange auf Martin, Oma und Hans eingeredet hat, bis ich zu einem Anfängerkurs gehen durfte, bei dem ich Blut geleckt habe. Es folgte ein Kurs für Fortgeschrittene und irgendwann bin ich mit einigen Jungs aus der Schule auf den Berg und es war Sebastian, der mir schließlich all das beigebracht hat was den Grundstein für mein Können gelegt hat. Ich habe nichts dagegen den Mädels so einen Sprung zu zeigen, ganz im Gegenteil eigentlich finde ich es sogar gar keine schlechte Idee, aber ich kann so eine Entscheidung nicht alleine treffen, immerhin bin ich hier heute nur zur Vertretung, deshalb rufe ich Sebastian zu uns. Aber auch er hat nichts dagegen und so verlegen wir unsere zweite Abfahrt ein wenig, es wird dann zwar etwas anspruchsvoller für die Gruppe werden, aber das traue ich allen zu und wenn sich jemand doch nicht trauen sollte, dann wäre es auch kein Beinbruch abzusteigen und zu schieben, immer noch besser als sich selber zu überschätzen und sich ernsthaft zu verletzen. Ich richte meine Worte jetzt wieder an Christin und Pia "Wenn ihr wirklich weiter Biken wollt, dann schaut euch einfach mal bei euch in der Umgebung um, fangt klein im Wald an und steigert euch langsam. Fahrt in einen Bikepark bei euch in der Nähe, besucht weitere Kurse und vor allem üben, üben, üben. Irgendwann könnt ihr auch so fahren, wie die Jungs und Mädels dort drüben" und dabei schaue ich in Richtung Zielsprung "So war das bei mir auch, obwohl es anfangs schon sehr viel Überwindung kostet." Pia nickt "Und was sagen deine Eltern dazu? Meine finden das nämlich nicht so toll und viel zu gefährlich, vor allem mein Vater will nicht, dass ich so einen Männersport, wie er es nennt, betreibe und hätte es glaube ich viel lieber, wenn ich tanzen würde oder so etwas." Ich schmunzel "Meine Eltern haben mich damals zum Biken gebracht, von daher mussten sie sich wenn überhaupt selber den Vorwurf machen mich mit diesem Virus angesteckt zu haben. Aber klar, meine Familie macht sich auch Sorgen wenn ich mal wieder mit dem Bike unterwegs bin und so ganz unbegründet ist das natürlich auch nicht. Euch kann immer etwas passieren, da könnt ihr noch so vorsichtig fahren und gut aufpassen, die Strecke wie eure Westentasche kennen, ein kleiner Fehler kann große Auswirkungen haben. Aber ganz ehrlich? Beim Tanzen könnt ihr euch genauso gut verletzen, nennt mir eine Sportart die total ungefährlich ist" sage ich und Christin grinst "Schach" ich schmunzel "Ja gut, aber das ist auch Denksport und wobei will man sich da groß verletzen. Na jedenfalls bleibt immer und überall ein Restrisiko. Deshalb ist eure Schutzausrüstung auch enorm wichtig und ihr solltet niemals ohne fahren." Wir werden von Sebastian unterbrochen, denn wir müssen langsam aber sicher weiter, sonst schaffen wir die zweite Abfahrt heute nicht mehr. Wir packen also alle unsere Sachen wieder zusammen und fahren erneut rauf auf den Berg, um nur kurze Zeit später wieder alle gemütlich den Berg hinunterzurollen. Wir kommen zügig und ohne größere Probleme voran und ich bin noch immer erstaunt wie schnell die Mädels gelernt haben, für die letzten Meter trennen sich dann unsere Wege, das haben wir vorher so besprochen. Während die restliche Gruppe sich jetzt auf dem Weg zu einem kleinen Aussichtspunkt macht, von wo aus man einen perfekten Blick auf die Z-Line und die Sprünge hat, nehme ich einen kleinen unscheinbaren Weg, den nur wenige kennen und gelange so auf ebendiese Strecke, die mit einer Auswahl an mehreren Sprungmöglichkeiten endet. Ich bin schon nach 2 Metern voll im Flow der Strecke, fliege förmlich über den staubigen Waldboden. Der erste Kicker, die ersten kleinen Sprünge, ein Anlieger, rechts herum, dann direkt wieder links und dann nehme ich Anlauf. Ich entscheide mich spontan für den etwas längeren Anlauf und somit auch größeren Sprung. Die Reifen rattern über das Holz, die sichere Holzkonstruktion unter meinen Reifen schwindet, ich ziehe mein Vorderrad nach oben und spüre wie sich auch das Hinterrad vom Holz löst. In der Luft lege ich das Bike leicht schräg, mein Adrenalinspiegel schießt in die Höhe, ich suche mir einen Punkt zum Landen, denn mir bleiben nur noch wenige Sekunden bis ich wieder festen Boden unter den Füßen habe und lande punktgenau auf dem staubigen Boden. Mein Grinsen unter dem Helm kann jeder sehen, da bin ich mir sicher und ich lasse mich nun einfach ausrollen und erblicke die Mädels, die Erzieherinnen und Sebastian, wie sie langsam in den Auslaufbereich rollen. Christin und Pia grinsen mindestens genauso breit wie ich, ich balle meine Hand zu einer Faust und schlage mit allen Mädels ab. Langsam ziehe ich meinen Helm ab und schaue in die Gesichter dieser jungen Mädchen "Ich hoffe, es hat
euch heute Spaß gemacht und ihr habt eine Menge gelernt. Ich jedenfalls fand es sehr schön mit euch und würde mich freuen, wenn ich die ein oder andere von euch mal wieder hier sehen würde." Es fällt mir schwer die Gruppe gehen zu lassen, obwohl wir uns noch nicht einmal so lange kennen. Christin und Pia gebe ich noch meine E-Mail Adresse, damit sie sich bei mir melden können, falls sie wirklich weiterfahren wollen und noch Fragen haben sollten. Ich kenne die Mountainbikeszene in Deutschland zwar nicht besonders gut, aber Sebastian würde mir dabei sicherlich helfen.
Ein bisschen erschöpft lasse ich mich jetzt in einen der Sessel in Sebastians Bikeladen fallen, so theatralisch und mit einem Stöhnen untermalt, dass man meinen könnte ich sei schon 90 Jahre alt und mein Körper wäre am Ende seiner Kräfte. Sebastian kommt grinsend zu mir und reicht mir eine Flasche Limonade "Bist du schon am Ende deiner Kräfte? Ich dachte wir könnten vielleicht noch eine Runde zusammen fahren, was hälst du davon?" ich stöhne auf "Puh, also ich weiß nicht wie du das machst, aber ich bin fertig mit der Welt, zumindest für's Erste" und beiße in meinen Apfel "Gib mir einen Moment, außerdem muss ich dringend mit Nils telefonieren" sage ich und Sebastian setzt sich zu mir. "Liebeskummer?" fragt er breit grinsend und ich werfe ein Kissen nach ihm "Klar doch!" Ich ziehe mein Handy aus der Tasche, Nils hat mir eine Nachricht geschrieben, die ich sofort öffne "Hallo Lena, du wirst diese Nachricht vermutlich erst später lesen. Ich hoffe du hattest Spaß mit den Mädels beim Biken. Melde dich doch einfach bei mir, wenn du Zeit hast. Ich liebe dich, Nils" sofort rufe ich ihn an "Nils, was ist mit der Wohnung?" frage ich ihn direkt und er lässt mich jetzt zappeln "Ja, die Wohnung, also das ist so..." druckst er herum "Nun sag schon!" fordere ich ihn deshalb auf und vernehme am anderen Ende der Leitung sein Lachen "Die Wohnung ist der absolute Hammer, unfassbar" schwärmt er "Ich werde sie auf jeden Fall nehmen, etwas besseres kann mir nicht passieren und ich habe mit dem Vermieter auch schon alles klar gemacht. Wir haben sogar schon die Fliesen für das Badezimmer ausgesucht und den Holzboden und jetzt fahre ich in den Baumarkt und besorge noch schnell Tapete und Farbe. Lena, ich kann es einfach nicht glauben, aber bald schon werde ich in diese fantastische Wohnung ziehen. Wahnsinn, oder?" Er macht mich gerade sprachlos und ich grinse breit "Wow, das ist echt super! Du glaubst gar nicht wie sehr ich mich für dich freue" sage ich. "Sag mal Lena, ich hab schon einen Schlüssel und wäre in gut 30 Minuten wieder an der Wohnung, magst du nicht vorbeikommen und sie dir anschauen?" Ich seufze und erkläre "Nils, klar komme ich vorbei, aber es dauert noch ein bisschen, ich muss Sebastian noch beim Aufräumen helfen, aber dann fahre ich sofort los." Gestikulierend will Sebastian mich auf etwas aufmerksam machen, aber ich runzel nur die Stirn, schüttel den Kopf und zucke mit den Schultern, weil ich überhaupt nicht verstehe was er von mir will, während Nils am Telefon auch noch irgendetwas zu mir sagt, das ich aber ebenso wenig verstehe, weshalb ich ihn jetzt unterbreche "Warte mal kurz Nils" und ich schaue zu Sebastian. "Du musst mir nicht beim Aufräumen helfen, aber stattdessen könntest du mir einen anderen Gefallen tun. Ich muss eigentlich noch zwei Bikes zu Ole in den Laden bringen, aber das würde ich heute nicht mehr schaffen. Ich würde dir ein Auto leihen, du bringst die Bikes zu Ole und bist schneller bei Nils, was hälst du davon?" Diesen Deal kann ich auf gar keinen Fall ausschlagen und ich stimme ohne groß zu überlegen zu. Ich habe dennoch ein schlechtes Gewissen, dass Sebastian die Bikes alleine sauber machen muss und es braucht ein wenig Überredungskunst seinerseits mir dieses schlechte Gewissen wieder auszureden. Er versichert mir, dass ich ihm einen viel größeren Gefallen mache, wenn ich die Bikes zu Ole bringe und das Saubermachen kann auch der Praktikant übernehmen. "Sebastian" sage ich "ich bringe dir den Wagen dann heute Abend wieder" er grinst breit "Quatsch. Ich habe da eine viel bessere Idee. Du behälst den Wagen erst einmal, der steht hier sowieso nur rum und kann ein bisschen Bewegung gebrauchen. Außerdem, was hälst du davon, wenn du mir am Freitag noch einmal aushelfen würdest? Ich hab dieses Mal einen Kurs mit Jungs, die sind alle 13 bis 14 Jahre alt und waren vor einem Jahr schon einmal hier." Ich nicke, denn der Tag heute hat mir unheimlich viel Spaß bereitet "Natürlich bin ich dabei. Aber Seb, ich kann den Wagen doch nicht einfach mitnehmen und bis Freitag behalten." Sebastian grinst "Doch das kannst du und stell dir vor, du darfst damit sogar fahren. Wie gesagt der steht hier sowieso nur herum und fristet sein Dasein und das ist auch nicht gut. Mach dir morgen einen schönen Tag und fahre nach Kitzbühel oder Innsbruck" sagt er mit einem Augenzwinkern. Dennoch will ich den Wagen nicht einfach mit nach Hause nehme "Sebastian, ich kann das nicht!" sage ich erneut, aber dieses Mal mit etwas mehr Nachdruck in der Stimme, doch das ist leider vollkommen nutzlos, denn er drückt mir jetzt einfach die Papiere und den Schlüssel in die Hand "Lena, sei nicht so stur, du hast mir heute sehr geholfen und du ahnst vermutlich nicht einmal im Ansatz wie sehr. Nimm das Auto, fahre damit durch die Gegend, von mir aus auch bis nach Wien und wieder zurück, aber nimm es einfach mit und wenn du mir am Freitag helfen willst, dann..." er unterbricht sich selbst mitten im Satz, schaut mich mit einem noch breiteren Grinsen an und fragt "Jetzt 'mal ehrlich, willst du die Karre nicht einfach behalten?" Ich verstehe nicht sofort wie er das meint "Ja, jetzt schau nicht so. Das Auto wird sowieso nur noch selten gebraucht seit wir den Neuen haben, also was ist?" fragt er mich noch einmal. "Sebastian, bist du nüchtern?" frage ich und meine das durchaus ernst "Ich kann nicht einfach hier so zwischen Tür und Angel mich entscheiden und ein Auto kaufen. Das ist doch total verrückt, du bist verrückt!" stellte ich fest, Sebastian nickt "Ich bin absolut nüchtern und dass ich verrückt bin weiß ich selber. Überleg es dir einfach und dann sag mir Bescheid, aber solange ist es wirklich kein Problem, wenn du das Auto nimmst. Ich bin froh, wenn es hier nicht mehr im Weg steht" sagt er und schiebt mich jetzt zum Auto. Bevor ich aber losfahren kann müssen wir noch die beiden Bikes verstauen, die ich Ole bringen soll und ich muss noch schnell mein Bike vom groben Schmutz befreien. "So, dann bring mir die beiden Schätzchen 'mal heile zu Ole, der wird sich freuen. Und richte Nils einen lieben Gruß von mir aus, er kann sich hier auch 'mal wieder blicken lassen. Ich hätt' 'mal wieder richtig Lust auf eine Männertour." Wir schlagen zum Abschied unsere Hände ein "Das mache ich. Danke Seb, ich melde mich später noch einmal bei dir und du musst mir dann noch sagen wann und wo wir uns am Freitag treffen" mein Kumpel nickt "Alles klar Lena, bis dann und danke noch einmal für deine großartige Hilfe." Ich nicke "Gerne, aber ich habe zu danken."
Ich muss mich mit dem Auto erst einmal vertraut machen. Es ist so ähnlich wie das von Hans, ein Pickup, damit hinten auf der Ladefläche die Bikes Platz haben, nur ist es insgesamt ein bisschen kürzer. Ich stelle alles für mich passend ein, Sitz, Innenspiegel und Außenspiegel, das Radio und lasse dann den Motor an. Irgendwie ein komisches Gefühl, denn mir fällt auf, dass ich gerade zum ersten Mal ganz alleine Auto fahre. Bisher saß immer irgendjemand neben mir und hat mich begleitet, jetzt aber bin ich ganz auf mich alleine gestellt und einen Moment wäre es mir lieber ich hätte einen Trecker unter mir, denn den kann ich ohne Probleme fahren, auch alleine. Nach ein paar Metern sind meine Sorgen jedoch vergessen und ich habe das Gefühl noch nie in einem anderen Auto gefahren zu sein, Glück für mich, dass die Straßen heute zudem recht leer sind. Ich lenke das Auto vorsichtig über die Straßen und erreiche schon nach wenigen Minuten Oles Laden, zusammen mit seinem Mitarbeiter läd er die Bikes ab und bedankt sich bei mir. Ich steige wieder in das Auto, schaue auf dem Handy noch einmal nach der Adresse, die Nils mir vorhin geschickt hat und lasse mich dann per Navigation zu Nils baldiger Wohnung leiten. Zwar sagt mir die Straße etwas, denn ich weiß so in etwa wo das ist, aber ich bin mir mit dem Weg nicht sicher und bevor ich mich völlig verfahre nutze ich lieber die Unterstützung der modernen Technik. Je näher ich meinem Ziel komme, desto aufgeregter bin ich und ich kann nicht anders als zu grinsen. "Sie haben ihr Ziel erreicht" ertönt es endlich aus den Lautsprechern meines Handys, ich schaue mich nach einem Parkplatz um und bin mir etwas unsicher, wie soll ich denn mit diesem riesen Auto in diese winzigen Parklücken kommen, frage ich mich und entscheide mich dann für einen freien Platz eine Straße weiter und hoffe, dass mich niemand beim Einparken beobachtet. Ich steige aus und schaue mich um, die Gegend kenne ich von früher noch recht gut, denn das Haus meiner Eltern ist hier ganz in der Nähe, aber es hat sich doch schon sehr viel verändert in den letzten Jahren. Ruhig und ein wenig abseits von der Hauptstraße liegt die Wohnung, das gefällt mir gut. Ich gehe zur Hausnummer 15, hier scheinen wohl insgesamt drei Wohnungen zu sein. Ich will gerade auf das Klingelschild in der Mitte ohne Namen drücken als sich die Haustür öffnet und Nils vor mir steht. "Lena, du bist ja schon da" sagt er, gibt mir einen Kuss und geht an mir vorbei zu seinem Auto "Kannst du die Tür aufhalten? Ich muss noch die Tapete hoch bringen" ich nicke und folge ihm anschließend die Treppe nach oben in die erste Etage. Ich schaue mich genau um und bin erstaunt, denn auch im Hausflur ist alles abgedeckt mit Folien und Vlies, aber Nils liefert mir gleich die passende und schlüssige Erklärung "Das ist nur, damit die Handwerker nicht alles dreckig machen" und dann bleiben wir vor einer offenen Tür stehen. "Darf ich bitten junge Dame?" fragt Nils mich, ich nicke und betrete jetzt voller Neugierde die Wohnung. In einem länglichen Flur komme ich zum Stehen, von hier aus gehen rechts und links jeweils Türen ab. Ich nehme die erste auf der linken Seite und öffne sie "Das könnte mein Büro werden" sagt Nils, woraufhin ich den rechteckigen Raum betrete, der beinahe so groß wie mein eigenes Zimmer zu Hause auf dem Gruberhof ist. Ich werfe einen Blick aus dem Fenster und staune, denn von hier aus hat man einen direkten und komplett unverbauten Blick auf den Wilden Kaiser und außerdem kann man von hier aus auf den Balkon gehen. "Komm, ich zeige dir noch die anderen Zimmer" sagt Nils und legt die Tapetenrollen auf den Boden. Neugierig laufe ich ihm hinterher, er hat wirklich nicht zu viel versprochen, die Wohnung ist wunderschön und auch vom Wohnzimmer aus kann man den Wilden Kaiser sehen, ebenso wie vom Schlafzimmer. Nur die Küche und das Badezimmer sind zur anderen Seite gelegen und lassen somit keinen Blick auf den imposanten Berg zu, aber das finde ich gar nicht weiter schlimm. Der Balkon ist wirklich klasse und ich male mir schon jetzt aus, wie wir hier im Sommer zusammen am Abend sitzen werden und der Sonne dabei zuschauen, wie sie langsam hinter dem Berg verschwindet. "Und wie findest du es hier?" fragt Nils mich mitten im Wohnzimmer und streckt die Arme weit aus "Schön, auch wenn ich mir jetzt noch nicht so ganz vorstellen kann, wie es hier 'mal aussehen wird wenn alles fertig ist" denn noch befinden wir uns auf einer absoluten Baustelle. Ich schaue auf die Uhr und zucke vor Schreck beinahe zusammen "15:30 Uhr? Wieso ist es denn schon so spät?" frage ich aufgebracht und Nils zuckt mit den Schultern "Du warst ziemlich lange mit deinem Kurs beschäftigt" ich nicke "Stimmt, aber es war auch absolut toll und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Am Freitag helfe ich Sebastian gleich mit noch einem Kurs" sage ich und Nils küsst mich. "Ist doch okay, oder?" frage ich während wir noch immer mitten in seinem zukünftigen Wohnzimmer stehen "Sicher ist es das. Aber ich habe dir doch gesagt, dass du mit den Mädels klarkommen wirst, oder?" Ich nicke "Hast du Nils. Kommst du mit zum Hof oder musst du noch in die Zentrale?" frage ich und er steckt die Hände tief in seine Hosentaschen "Also eigentlich hätte ich jetzt viel mehr Lust meine Zeit alleine mit dir zu verbringen, aber ich habe Hans versprochen, dass ich mit das 'mal mit dem PC anschaue und möchte mein Versprechen ungern brechen" ich nicke "Schon gut, dann fahr du zur Bergrettung und ich mache mich auf den Weg nach Hause" aber Nils hat ganz andere Pläne "Und wenn du einfach mitkommst, dann wärst du zumindest in meiner Nähe, vielleicht kannst du mir ja sogar helfen." Lust habe ich zwar keine, weil ich von diesem Computerkram sowieso nicht viel verstehe und froh bin, dass ich mich damit auch gar nicht auseinandersetzen muss, aber ich möchte dennoch Nils in meiner Nähe haben und stimme deshalb seinem Vorschlag zu "Na gut, dann komme ich mit." Er lächelt und gibt mir einen Kuss "Wie fährt er sich eigentlich?" fragt er und deutet dabei auf den Autoschlüssel in meiner Hand "Erstaunlich gut" sage ich breit grinsend. Nils ist ganz Gentleman und lässt mich auf dem Weg zur Zentrale der Bergrettung vorfahren, ich bin mir allerdings sicher, dass er das mit Absicht macht, damit er kontrollieren kann, ob ich auch anständig fahre und wie ich dieses große Auto durch die engen Straßen lenke. Aber ich habe mich inzwischen daran gewöhnt und wenn ich mit dem Trecker und den Anhängern vollbeladen von den Feldern zum Hof hinauf fahre, dann ist es ebenso eng und genauso wenig wendig, sogar noch schwieriger und größer. An der Zentrale treffen wir auf Franz, Hans, Basti, Patrick und Meinolf, die gerade von einem Einsatz zurückgekommen sind. "Was war los?" frage ich und Hans erklärt "Nichts wildes, nur ein Wanderer, der sich den Fuß verknackst hat" ich nicke und versuche mich jetzt nützlich zu machen, was nicht sonderlich schwer ist, denn es hat auch hier die Romansche Ordnung ihren Einzug gefunden. Wieso verbreiten Männer nur immer so ein Chaos, frage ich mich und mache mich jetzt daran die Papiere zu ordnen, während Basti und Nils sich um den Computer kümmern und Hans und Franz sich um den Papierkram.
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