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In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
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21.03.2021 2.541
 
C H A P T E R 6:

In den nächsten Wochen, welche auf dieses verhängnisvolle Missgeschick von Grayson folgten, verliefen jedoch ganz gut für den jungen Krankenpfleger. Er lebte sich schön langsam im St. Thomas ein und gewöhnte sich an den strengen Tagesplan des reichlich besuchten Hospitals. Charlie hatte sich schon sehr gut von ihrer Blinddarmentzündung erholt und das Fieber war inzwischen erheblich zurückgegangen und glücklicherweise hatte sich die von Professor Hamilton genähte Narbe nicht durch irgendwelchen Schmutz oder Krankenhauskeime entzündet.
Grayson fing langsam an, sich im St. Thomas wohlzufühlen. Zwar verlief er sich auch jetzt noch häufig in dem weitläufigen Gebäude des Klinikums, jedoch war dies nicht weiter schlimm.
Er kam sowohl mit Eleanor als auch Liam gut aus und inzwischen hatte er sich auch an den rauen Umgangston von Schwester Margaret gewöhnt.
Der Blondhaarige stöhnte zwar oftmals noch über das immense Arbeitspensum, welches die zahlreichen Krankenschwestern und die Krankenpfleger unter Professor Abernathys oder Professor Hamiltons Aufsicht zu stemmen hatten, dennoch wollte Grayson sich gar keine andere Arbeit mehr suchen, wenn seine kleine Schwester sich von ihrer Appendizitis erholt hatte.
Ihm taten zwar mehr als häufig die Füße weh, da er so oft von Schwester Margaret von einem Krankensaal zum nächsten gescheut wurde, aber dies war noch das geringste Übel.
Im St. Thomas bekam er regelmäßige Mahlzeiten, er konnte beruhigt schlafen und musste seinen geringen Besitz auch nicht einschließen oder unter seiner Matratze verstecken, um es vor möglichen Dieben zu beschützen. Die grimmige Oberschwester hatte ihm schon eingebläut, dass jeder kleine Disziplinarverstoß bestraft wurde und dass derartige Charakterverfehlungen, insbesondere Diebstahl, nicht im Klinikum geduldet wurde. Sobald jemand auf frischer Tat erwischt wurde, musste er gehen.
Ohne wenn und aber.
Da war Schwester Margaret ebenso unerbittlich wie der sonst so sympathisch wirkende Professor Abernathy oder der autoritäre Professor Hamilton.
Es war ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag und Grayson hatte nach dem Mittagsmahl gerade seine zweite Schicht für den heutigen Tag angetreten. Während er von Margaret angewiesen worden war, ein paar frische Leinentücher zu Liam in den Krankensaal im Westflügel zu bringen, wollte er noch einen kurzen Abstecher zu Charlie machen. Obwohl sich seine jüngere Schwester gut erholt hatte, wollte er sichergehen, dass es ihr wirklich gutging.
Grayson hielt die sterilen Tücher fest in seinen Händen, als er den langen und verwinkelten Flur entlang ging und als er eine ihm unbekannte Person auf dem Krankenhausflur erkannte, erstarrte er.
Es war eine junge Frau, welche ungefähr Mitte zwanzig sein musste.
„Ähm… Miss, kann ich ihnen behilflich sein?“, fragte Grayson höflich sogleich die fremde Frau und lächelte sie kurz an. Nachdem er erkannt hatte, dass sie ein ursprünglich roséfarbenes Taschentuch auf ihre blutende Schläfe presste, hielt der Krankenpfleger erschrocken inne.
„Geht es ihnen gut?“, wollte Grayson von ihr wissen und er sah ihr direkt in ihre strahlend grünen Augen. Diese ungewöhnliche Augenfarbe kam dem Blondhaarigen sehr bekannt vor, aber um diese kleine, unwichtige Stück Detail machte er sich in diesem Moment keinerlei Gedanken.
Die junge Frau winkte sogleich ab: „Ach… Machen sie sich nur keine Sorgen, das ist nur ein kleiner Kratzer.“
Die Frau strich sich ihre langen, dunklen Locken aus der Stirn und Grayson durchfuhr ein kurzzeitiger Ruck.
„Sie sind Harrys Schwester!“
Die junge Frau schenkte dem schmächtigen Krankenpfleger ein herzliches Lachen, welche dem ihres jüngeren Bruders so ähnlich wie keinem anderen sah: „Das haben sie sehr gut erkannt… Wenn ich mich kurz vorstellen dürfte… Miss Gwendolyn Edwards.“
„Grayson Brown, Miss… Ich arbeite erst seit kurzem hier im St. Thomas.“
Sie grinste Grayson kurz zu und deutete scherzend mit einem Finger auf ihre blutende Wunde an der linken Seite ihres Gesichts: „Ich müsste dies verarzten lassen… Und ich wollte nicht, dass mein kleiner Bruder das mitbekommt… Sonst macht er sich nur wieder unnötige Sorgen um mich.“
„Natürlich…“, antwortete Grayson ihr schnell, „Das kann ich sehr gut nachvollziehen.“
Er zeigte auf die frischen Tücher in seinen Händen und er meinte zu ihr: „Gehen sie doch schon einmal in den kleinen Saal am Ende des Flurs… Das wäre die dritte Tür von links, Miss Edwards.“
Die junge Frau nickte und so machte sich der junge Krankenpfleger sofort auf den Weg, um seinen Auftrag auszuführen und Schwester Margaret nicht unnötig zu erzürnen.
Nachdem dies erledigt war, stürmte der Blondhaarige eilig in den kleinen Saal, um Harrys Schwester mit ihrer kleinen Verletzung zu helfen. Der kleine Krankenhaussaal wurde im Augenblick nicht benutzt, sodass die beiden komplett allein waren. Der kleine Saal, welcher ungefähr nur die Hälfte an Raum des großen Krankenhaussaals einnahm, wurde meistens nur als Ausweichraum genutzt, wenn beispielsweise ein Patient von einer ansteckenden Krankheit befallen war.

Die junge Frau hatte sich auf einen kleinen Schemel niedergelassen und lächelte Grayson an, als dieser mit einer desinfizierenden Flüssigkeit sowie einer Menge an Verbandszeug wiederkam und die benötigten Utensilien vor Miss Edwards auf einen kleinen Nachtschrank legte.
„Ist ihnen schlecht oder schwindlig?“, fragte der schmächtige Krankenpfleger die junge Adelige, um das Risiko einer Gehirnerschütterung auszuschließen und diese schüttelte leicht ihren Kopf.
Grayson maß mit konzentriertem Blick ein wenig der alkoholischen Flüssigkeit und kniete sich dann ein wenig vor Harrys Schwester hin. Während er ihre immer noch blutende Wunde säuberte, begann die junge Frau mit ihm beiläufig Konversation zu führen.
„Ich befand mich heute auf einer Demonstration in Convent Garden, welche … nun ja… ein wenig ausgeartet ist…“, sagte Gwendolyn mit einem kleinen Grinsen im Gesicht.
„Inwiefern ausgeartet?“, erkundigte sich Grayson bei ihr, während er weiterhin konzentriert und sorgfältig die Wunde von eventuellen Schmutzresten reinigte. Am Anfang hatte er diesen Schritt immer nur halbherzig durchgeführt und nicht selten hatte er sich eine Standpauke eingefangen. Denn das häufigste Problem waren nicht die etwa die Operationsmethoden oder die Medikamente, welche einen schnellen Tod des Patienten verursachten.
Sondern die mangelnde Hygiene. Sobald die Wunde verunreinigt worden war und sich eine Blutvergiftung ausgebreitet hatte, bestand oftmals nur noch wenig Hoffnung für eine schnelle Genesung des Patienten.
„Nun ja…“, meinte Harrys Schwester und ihr Gesichtsausdruck wirkte nun plötzlich sehr ernst, „Manche Männer sind derartig einfältig und beschränkt, dass sie es einfach nicht einsehen wollten, dass wir Frauen dieselben Rechte wie Männer verdienen.“
Als Grayson die junge Frau weiterhin stumm betrachtete, wie sich über die derzeitige Gesetzlage für Frauen im Vereinigten Britischen Königreich ausließ, sah sie den blonden Mann kurz streng an.
„Oder sind sie ebenfalls wie viele ihrer Geschlechtsgenossen anderer Meinung?“
Erschrocken hielt Grayson bei seinem Tun inne und er entgegnete Miss Edwards schnell: „Nein, natürlich nicht… Ich teile ihre Ansichten, Miss Edwards…“
Harrys Schwester lächelte den jungen Krankenpfleger nachsichtig an: „Du kannst mich auch gerne Gwen nennen, Grayson.“
Der junge Krankenpfleger entfloh nun ebenfalls ein kleines, schüchternes Lächeln. Er musste innerlich schmunzeln, dass die junge Frau ihrem Bruder in so vielen Sachen ähnlich war. Trotz ihrer adeligen Herkunft scherten sie sich nicht viel um gesellschaftliche Konventionen und gingen ganz ungezwungen mit dem ärmlichen Krankenpfleger um.
„Ich hoffe sehr, dass sich die gesellschaftliche Stellung der Frauen in den nächsten Jahren noch erheblich ändern wird… Ich hoffe es vor allem für meine kleine Schwester.“
„Wie alt ist denn deine Schwester?“, wollte Gwendolyn dann neugierig von ihm wissen.
„Sie ist vor zwei Monaten sechzehn Jahre alt geworden…“, murmelte Grayson und immer noch spukte das Bild von Charlies desaströsen Zustand in seiner Erinnerung herum, als er sie in die Eingangshalle des St. Thomas gezerrt hatte und er ihr nicht helfen hatte können.
Plötzlich öffnete sich die Tür des kleineren Krankensaals und helles Licht blendete Grayson und Gwen.
Schwester Margaret hatte die Arme in ihre fülligen Hüften gestemmt und sie funkelte Grayson grimmig an: „Mister Brown, was machen sie denn hier? Soll dies etwa ein heimliches Schäferstündchen darstellen? Haben sie etwa schon vergessen, dass jede welche Intimitäten im Gebäude des St. Thomas Hospitals strengstens verboten sind.“
Grayson ertrug dieses strenge Donnerwetter der stämmigen Oberschwester still und stumm, denn er wusste nach ein paar Wochen, dass es keinerlei Sinn machen würde, Schwester Margaret zu widersprechen.
Als die laue Nachmittagssonne ein wenig in den kleinen Raum strömte, kniff Schwester Margaret die Augen ein wenig zusammen und überrascht meinte sie dann: „Ach sie sind es… Was machen sie denn hier, Miss Edwards… Suchen sie etwa ihren Bruder?“
Gwendolyn hob beschwichtigend ihre rechte Hand und begrüßte die strenge Oberschwester: „Schön, sie zu sehen, Margaret…. Ehrlich gesagt, verstecke ich mich vor meinem Bruder… Harry würde ausrasten, wenn er mich in diesem Zustand sehen würde. Denn er hatte mir vor dieser Demonstration abgeraten und mir eigentlich verboten, dass…“

Harrys Schwester konnte ihren Satz nicht mehr beenden, da die hölzerne Tür zum Krankensaal erneut aufflog und Professor Hamilton sowie ihr mehr als besorgter Bruder hineinstürmten.
„Gwen, geht es dir gut?“, keuchte Harry und er hielt sich seine stechenden Seiten. Offenbar war er in Begleitung von Professor Hamilton sogleich losgestürmt, da sie vermutet hatten, dass Gwendolyn schwer verletzt worden war.
Wie immer trug der Medizinstudent einen tadellos sitzenden Anzug und Grayson senkte schnell seinen Blick und machte sich daran, Gwendolyns Wunde zu verbinden.
„Wieso bist du denn einfach so verschwunden? Der Portier hatte mich und Professor Hamilton benachrichtigt, dass du verwundet in der Eingangshalle des St. Thomas aufgetaucht bist.“
Gwendolyn lächelte ihrem kleinen Bruder, welcher immer noch aufgeregt im Zimmer hin und herging, beschwichtigend an: „Es geht mir gut, Harry… Das ist nur ein kleiner Kratzer…“
Der angehende Arzt verschränkte die Arme vor seiner Brust und er starrte seine ältere Schwester wütend an: „Bist du etwa doch zu dieser bescheuerten Veranstaltung gegangen? Du hättest totgetrampelt werden können! Die Polizei geht in letzter Zeit immer häufiger und rücksichtloser gegen Suffragetten und Aufständische vor!“
„Frauen und Politik… Dabei kann ja gar nichts Gutes dabei rauskommen…“, meldete sich auf einmal der strenge Professor Hamilton zu Wort und er rollte mit seinen Augen.
„Mir ist aber nichts passiert, kleiner Bruder“, ignorierte die junge Frau die abwertend klingende Aussage des alten Professors und versuchte abermals ihren jüngeren Bruder zu beruhigen.
Sie schenkte Grayson ein sanftes Lächeln.
„Ich wurde hier ja ganz ausgezeichnet versorgt.“
Grayson grinste den Medizinstudenten nur schüchtern an und befestigte den Verband nochmals fest an Gwendolyns Schläfe, damit er nicht verrutschte.
„Wie ist das eigentlich passiert?“, fragte Harry dann seine Schwester weiterhin aus.
„Ach…“, murmelte Gwendolyn lediglich, „Ein paar minderbemittelte Idioten haben irgendwann angefangen, mit Glasflaschen zu werfen… Ein paar Splitter haben mich leicht an der Schläfe getroffen und ich habe mich am zerbrochenen Glas geschnitten… Keinerlei Grund zur Sorge, kleiner Bruder.“
Schwester Margaret erhob drohend einen Zeigefinger in die Höhe: „Das nächste Mal geben sie mir bitte sofort Bescheid, Mister Brown… Ich möchte nicht, dass sie noch einmal eigenmächtig handeln, ohne mich zu benachrichtigen.“
„Aber…“, begann Grayson seinen Satz, jedoch wurde ihm von der bulligen Oberschwester das Wort abgeschnitten.
„Und ich dulde keine Widerworte!“
„Schwester Margaret…“, ergriff zu Graysons Erstaunen der autoritäre Professor Hamilton das Wort und meinte unbekümmert: „Mister Brown hatte die Lage anscheinend ganz gut unter Kontrolle… Sie sollten ihren Mitarbeitern manchmal mehr zutrauen, Margaret.“
Die Oberschwester schnaubte nur kurz und der Blondhaarige war immer noch ein wenig verwundert über die Tatsache, dass der ältliche Professor ausgerechnet für ihn, den schwachen Krankenpfleger aus Londons Armutsviertel, Partei ergriffen hatte.
„Miss Edwards, es ist ja reizend, dass sie unsere ehrwürdigen Hallen wieder einmal mit der Anwesenheit ihres reizenden und charmanten Wesens beehren…“, sagte der alte Professor dann zu Harrys Schwester und Grayson konnte es auf den ersten Blick nicht einordnen, ob Professor Hamilton diese Aussage ernst oder eher sarkastisch gemeint hatte.
„Wie geht es ihrem Herrn Papa?“
Jedoch wirkte Gwendolyn keineswegs wie eine junge Frau, welche sich von Männern den Mund verbieten ließ. Sie lächelte den Professor süß an und sie meinte daraufhin: „Es freut mich ebenfalls sie wieder zu sehen, Professor… Unserem Vater geht es ausgezeichnet, danke der Nachfrage.“
„Verzichtet er denn auf seine heißgeliebten Zigarren, wie ich es letztens geraten habe?“, wollte Professor Hamilton dann von ihr wissen.
Gwen lachte kurz auf: „Er versucht es zumindest, Professor Hamilton. Aber er weilt ohnehin derzeit auf unserem Landsitz, dort genießt er mit Sicherheit die frische Landluft.“
Während Harrys Schwester von dem Professor des Klinikums in ein beiläufiges Gespräch verwickelt wurde, packte Grayson die benötigten Utensilien zusammen.
Er hielt bei seinem Tun inne, als er die Hand des Medizinstudenten spürte, welche ihm sanft am Handgelenk umfasste.
„Danke, dass du dich um meine Schwester gekümmert hast.“
„Keine Ursache“, erwiderte Grayson leise und er blickte in Harrys faszinierende grüne Augen. Sogleich senkte er wieder seinen Blick. Ihn verwunderte es, dass er in der Anwesenheit des jungen Dukes so verunsichert und nervös wirkte.
„Wünschen sie mir viel Glück für heute Abend?“, fragte Harry ihn lächelnd und verwundert sah Grayson ihn an.
„Ich habe heute meine Aufnahmeprüfung in eine schlagende Verbindung“, erklärte der Medizinstudent dann dem jungen Krankenpfleger.
„Das Duell beginnt um Punkt 19 Uhr.“
Professor Hamilton hatte anscheinend ihrer Unterhaltung gelauscht und mit einer väterlichen Geste klopfte er dem hoch gewachsenen Adeligen auf die Schulter, wobei er sich ein wenig recken musste: „Das wird ihren Vater sicher sehr freuen, wenn sie in seine alte Verbindung eintreten und seinem Vorbild folgen werden.“
Gwendolyns grüne Augen weiteten sich und entsetzt blickte sie ihren jüngeren Bruder an: „Das meinst du doch nicht ernst, oder Harry? Wie kannst du denn nur dieses abwertende, chauvinistische, rassistische Weltbild, welches der Großteil der Verbindungsbrüder besitzt, nur unterstützen?“
„Ich identifiziere mich damit auch keineswegs, Gwen“, entgegnete der Adelige seiner aufgebrachten Schwester ruhig, „Ich möchte Vater nur diesen Wunsch erfüllen… Davon redet er schon, seitdem wir noch klein gewesen sind.“
„ Dann wünsche ich Ihnen schonmal viel Erfolg, Harry. Sie werden diese Aufgabe schon gut meistern und ihren Herrn Papa mächtig stolz machen.“
Wer ist denn ihr Sekundant für dieses Fechtduell?“, erkundigte sich dann Professor Hamilton bei seinem Studenten und dieser erklärte ihm bereitwillig: „Mein bester Freund, Kieran O’Connor, Professor.“
Der ältliche Professor lachte grimmig auf: „Dann hoffe ich für sie, dass sie sich um Gotteswillen keinen tiefen Schmiss zuziehen.“
„Wieso hoffen sie denn das, Professor?“, rutschte Grayson diese neugierig klingende Frage heraus. Jedoch nahm ihm dies Professor Hamilton keineswegs übel.
„Wenn er die Wunde nähen sollte, dann sollten sie beten… Sie wissen ja inzwischen, wie gut der Junge mit einem Operationsinstrument umgehen kann… Nämlich gar nicht.“
Professor Hamilton legte dem jungen Mann noch einmal seine Hand auf die Schulter und er meinte zu ihm in einem väterlichen Ton: „Wenn sie verletzt sind, dann kommen sie entweder zu mir oder zu meinem Kollegen. Dann werden wir ihre Wunde ordentlich vernähen.“
Der ältere Professor grinste noch einmal: „Schließlich müssen wir Ihnen doch ihr gutes Aussehen bewahren… Sonst finden sie niemals eine geeignete Heiratskandidatin. Sie sollen ja immerhin die Blutlinie weiterführen und nachdem sie der neue Duke of Richmond sind, müssen sie ja einen Erben zeugen.“

Harry seufzte nur und fuhr sich durch seine ordentlich gebürsteten, dunkelbraunen Locken. Er schenkte Grayson noch einmal ein zurückhaltendes Lächeln und er flüsterte kaum hörbar: „Vielleicht möchte ich gar nicht heiraten.“
Der blondhaarige Krankenpfleger bemerkte den sanften Blick, welchen ihm der junge Medizinstudent zuwarf und hastig wandte er seinen Blick ab.
Wie hatte der künftige Duke diese Aussage wohl gemeint?

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Endlich kommt mal wieder ein neues Kapitel & ich hoffe, dass es euch gefällt :)
Wie wird sich der sanfte und gutmütige Harry wohl bei diesem Fechtduell der Studentenverbindung schlagen? Und wie wird es mit ihm und Grayson weitergehen? Hat er wohl Interesse an ihm?
Ich freue mich über jegliche Art von Rückmeldung!
Einen schönen Sonntag noch :)))
LG Laura
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