Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.10.2021 1.678
 
C H A P T E R 31:

Für eine Sekunde war Grayson wie gelähmt und er verfluchte sich selbst in Gedanken dafür, dass er diesem schwachsinnigen Vorschlag überhaupt zugestimmt.
Aber nun waren diese Bedenken und Schuldgefühle zu spät, denn Eleanor hatte diesen Eingriff vornehmen lassen und würde womöglich als Folge an diesem versterben, sofern Grayson und Charlie nicht rechtzeitig etwas dagegen unternahmen.
Mit einer hektischen Handbewegung fegte der blondhaarige Krankenpfleger die blutbesudelte Bettdecke von der Bettkante und er riss aus dem in der Nähe stehenden Schrank hastig ein paar frische Laken heraus.
Er versuchte vergeblich Eleanors Blutung zu stoppen, was ihm jedoch nur mäßig gelang. Geschafft strich er seiner wimmernden Kollegin über die schweißnasse Stirn und Eleanor öffnete kurz ihre Augen und stöhnte: „Grayson…es tut so leid…“
„Ich weiß, Eleanor…“, antwortete ihr Grayson mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck und er wandte sich an seine kleine Schwester, welche noch immer geschockt am Türrahmen der kleinen Kammer stand und der ebenso die Besorgnis um die junge Krankenschwester ins Gesicht geschrieben stand.
Eleanors Augenlider schlossen sich flatternd und der blonde Krankenpfleger griff unterstützend nach der leichenblassen Hand seiner Kollegin: „Bitte…Eleanor…Du darfst jetzt auf keinen Fall die Augen zu machen…“
„Bitte, du musst wach bleiben!“, rief Grayson nun panisch und er befahl seiner kleinen Schwester: „Geh, Charlie! Hol Professor Hamilton oder Professor Abernathy her! Und gib Schwester Margaret Bescheid!“
„Ich erkläre es dir später, Charlie…Aber zuerst benötigt Eleanor dringend medizinische Hilfe…Ich selbst weiß mir keinen Rat mehr…“
„Ich beeile mich …“, erwiderte seine jüngere Schwester und sie stürmte aus der kleinen Schlafkammer.
„Nein, Grayson…Das geht nicht…“, brachte Eleanor würgend hervor und schnell hielt ihr Grayson die kleine Porzellanschüssel unter die Nase, damit die Krankenschwester darin ihren ohnehin spärlichen Mageninhalt entleeren konnte.
„Ich weiß, Eleanor…Aber uns bleibt lieber nichts anderes übrig…Ich kann dir nicht mehr helfen…“, versuchte der blondhaarige Krankenpfleger seiner Kollegin verständlich zu machen, dass sie unbedingt die beiden erfahrenen Ärzte zu Rat ziehen mussten, um die Blutung zu stoppen.
Grayson schossen in diesem Moment die kryptischen Worte des griesgrämigen Arztes aus East End in den Kopf: „Wenn sie Blutungen bekommen sollte…Dann kann ihr noch der liebe Gott noch helfen…“
Grayson hoffte aus tiefstem Herzen, dass Professor Hamilton oder Professor Abernathy seiner Kollegin helfen könnte und dass es für Eleanor hoffentlich noch nicht zu spät wäre…

                                 ***

„Ich hoffe sie haben einen guten Grund Mister Brown, dafür, dass sie mich von ihrer kleinen Schwester holen haben lassen… Sie wissen ja, dass ich während meiner Arbeit im Laboratorium ungerne gestört werden möchte…“, machte der arrogante Professor Hamilton seiner Unmut Luft, verstummte aber sogleich, als er die sich immer noch auf dem kleinen Bett vor Schmerzen windende und stöhnende Krankenschwester erblickte.
„Oh mein Gott, Grayson…Was ist denn um Himmelswillen hier passiert?“, fragte Professor Abernathy entsetzt nach und sowohl Schwester Margaret als auch sein Kollege schlugen fassungslos die Hände über den Kopf zusammen.
„Eleanor…Sie hat vor ein paar Wochen bemerkt, dass sie schwanger ist…Aber sie wollte das Kind auf keinen Fall behalten… Deshalb hat sie von einer Bekannten die Adresse eines Engelmachers in East End bekommen… Jedoch denke ich, dass dieser Arzt einen Fehler gemacht hat…“
„Bitte helfen sie ihr, Herr Professor!“, flehte Grayson verzweifelt die beiden Ärzte an und Schwester Margaret zog überrascht eine Augenbraue in die Höhe. Sie stemmte die Arme in ihre stämmigen Hüften und sie sagte zu dem blondhaarigen Krankenpfleger: „Wieso hast du dich nicht mir anvertraut, Grayson? Wir hätten euer Verhalten zwar nicht für gut befunden, jedoch hätten wir euch beide doch in dieser Angelegenheit unterstützt…“
Vollkommen überrascht zuckte Grayson zusammen, denn die stämmige Oberschwester nahm wohl an, dass es sich bei dem leiblichen Vater des Kindes um ihn handelte…Denn sie hatte ja bisher gar keine Ahnung, dass Grayson überhaupt nichts für das weibliche Geschlecht übrig hatte.
Aber dem blondhaarigen Krankenpfleger blieb gar nicht die Gelegenheit, Schwester Margaret in ihrer Annahme zu berichtigen, denn Professor Hamilton hatte schon Eleanors immer noch heftig blutenden Unterleib inspiziert und meinte nun: „Bei einem selbstinduzierten Abbruch kann es insbesondere oftmals zu seitlichen Verletzungen an Gebärmutter sowie dem „cerfix“, lateinisch für Gebärmutterhals, kommen…Diese sind besonders gefährlich, da dort große Arterienäste verlaufen…
„Aber auch persistierende Blutungen können Folge einer Uterusatonie sein…
“, gab Professor Hamilton nüchtern wie aus einem Lehrbuch murmelnd von sich, während Professor Abernathy die Hand der Krankenschwester hielt und ihr über die schweißnasse Stirn strich: „Werter Kollege…Ich denke dieses Lehrstunde können wir auf ein anderes Mal verschieben…Zunächst einmal müssen wir Eleanors Wunden im Operationssaal versorgen…“
Professor Hamilton nickte zustimmend und setzte sich wieder sein Monokel auf: „Dann müssen wir sie wohl in den nächstgelegenen Operationssaal schaffen…“
„Grayson!...“, gab Eleanor wimmernd vor sich und presste sich immer noch eine Hand auf ihren Bauch. Als der blondhaarige Krankenpfleger sogleich an ihre Seite rauschte und nach ihrer bebenden Hand griff, wechselte Schwester Margaret einen tiefen Blick mit den beiden Ärzten.
Grayson war es in dieser Sekunde auch vollkommen egal, dass die brummige Oberschwester sowie die beiden Professoren annahmen, dass dieses Kind von ihm stammte und er mit Eleanor geschlafen hatte…
Alles was, in diesem Moment für ihn zählte war, dass Eleanor geholfen werden würde und dass die illegale Abtreibung überleben würde…

                            ***

Nervös schritt Grayson nun vor dem kleinen Operationsaal in der Nähe von Professor Hamiltons heißgeliebtem Laboratorium auf und ab und wartete sehnsüchtig darauf, dass die Tür wieder aufging und Schwester Margaret ihm mitteilen würde, dass es Eleanor gut ging und sie die Notoperation überstanden hatte.
In diesen schlimmen Stunden fühlte sich der blondhaarige Krankenpfleger an diese verhängnisvolle Nacht zurückerinnert, als Oliver beinahe an den Folgen einer allergischen Reaktion erstickt und Professor Abernathy den Luftröhrenschnitt bei dem kleinen Waisenjungen durchgeführt hatte.
Verzweifelt vergrub er das Gesicht in seinen Händen und er seufzte tief auf…
Weshalb dauerte es denn schon so lange?
Das konnte doch nichts Gutes bedeuten…
Grayson wusste, dass er sich dies niemals verzeihen würde, wenn Eleanor an den Folgen dieser illegalen Abtreibung versterben würde und er indirekt schuld an diesem Schlamassel war, da er die junge Krankenschwester nicht von diesem gewagten Vorhaben abgebracht hatte
Der blonde Krankenpfleger erhob sich aus seiner zusammengesunkenen Haltung, als er Schritte auf dem Gang hörte und hastig wischte er sich mit dem Ärmel seiner Krankenpfleger Uniform über die Augen, damit der Unbekannte seine Tränen nicht sogleich sehen konnte.
„Harry?“, fragte Grayson überrumpelt, als er den hochgewachsenen Adeligen auf ihn zustürmen sah.
Harry stierte den blonden Krankenpfleger aufgebracht an und er fragte ihn: „Ich kann es gar nicht fassen, dass du mir das angetan hast, Grayson…“
„Was meinst du denn?“, fragte der Angesprochene ahnungslos zurück und er wunderte sich, weshalb der Medizinstudent vor ihm so wütend wirkte.
„Nicholas hatte mir vorhin erzählt, dass deine Kollegin Eleanor ein Kind erwartet hat… Von dir! Und dass ihr deshalb zu einem Engelmacher in East End gegangen seid…Und nun liegt sie schwer verletzt in diesem Operationssaal…“
„Nicholas lügt!“, erwiderte Grayson ihm sogleich und er ballte die Hände in einer Faust. Dieser verdammte Mistkerl Nicholas!
Nur um sich wieder bei seinem ehemaligen besten Freund einzuschleimen, tischte er ihm dieses Lügenmärchen auf, um die beiden auseinander zu bringen und Harrys Vertrauen wieder zu gewinnen.

Ein tieftrauriger und verletzter Ausdruck erschien auf dem Gesicht des künftigen Duke of Richmond und er blickte Grayson direkt in die Augen: „Hast du dich so geschämt, dass dieser Arzt deine Schande beseitigen sollte?“
„Wolltest du mir deswegen nicht sagen, wofür du dieses Geld benötigt hast?“
„Nein, Harry…Das ist ein Missverständnis!“, ruderte der blondhaarige Krankenpfleger sogleich zurück und versuchte seinem Geliebten begreiflich zu machen, dass er sich in diesem Fall gewaltig irrte.
„Ich habe niemals mit Eleanor geschlafen…Harry, ich habe dir doch gesagt, dass Frauen mich in diesem Sinne gar nicht interessieren…“
„Alles, was mich interessiert, bist du …“, flüsterte Grayson noch, jedoch schien ihm der junge Adelige in seiner Wut überhaupt nicht richtig zuzuhören.
Spöttisch schnaubte Harry auf: „Du brauchst mir keine solchen Lügenmärchen auftischen, nur um dein Ansehen zu wahren, Grayson…“
„Es entspricht aber nicht der Wahrheit!“, widersprach ihm der Blonde erneut energisch, aber Harry schüttelte nur verletzt mit dem Kopf.
„Erzähl mir doch nichts, Grayson…Ich habe doch auch bemerkt, wie nahe ihr euch beide steht…“
„Ich liebe aber nicht sie, Harry…Und dieses Kind stammte nicht von mir…Ich liebe nur dich…“, gab Grayson nun auch schluchzend zurück, als der Medizinstudent immer noch wütend die Arme vor seiner Brust verschränkt hatte.
Aufgebracht schüttelte Harry mit dem Kopf und er meinte leise: „Das mit uns war ein Fehler, Grayson…Ich kann das nicht mehr…“
„Wie kann man sich in einem Menschen nur so täuschen…“, murmelte der junge Adelige mit erstickter Stimme.
Seine tiefgrünen Augen sahen den blonden Krankenpfleger noch einmal tieftraurig und verletzt an, bevor er sich umdrehte und seine zitternden Hände in den Taschen seines Jacketts vergrub.

„Gut, dann geh doch!“, rief Grayson dem hochgewachsenen Mann noch zu, als sich dieser bereits zum Gehen gewandt hatte.
„Du hast dich ohnehin bereits lange gegen ein gemeinsames Wir entschieden, Harry!“, gab der blondhaarige Krankenpfleger noch leise schluchzend von sich, bevor er sich an der kalten Steinmauer des St. Thomas hinabgleiten ließ.
Er umfasste seine Beine mit seinen Händen und zog seine Knie eng an seinen Körper, damit er seinen Kopf auf diesen ablegen und seinen zurückgehaltenen Tränen endlich freien Lauf lassen konnte.

-----------------------------------------------------------------------------------------
Tut mir leid, dass das heutige Kapitel ein wenig kurz geraten ist, aber ich habe das letzte Kapitel in zwei Teile gesplittet, damit ihr mehr davon habt & weil ich mit dem zweiten Teil noch nicht ganz so zufrieden bin...
Der zweite finale Teil sowie der Epilog kommen voraussichtlich dieses Wochenende noch online!
Nun steht dieses Missverständnis zwischen den beiden Männern und Harry denkt nun, dass Grayson der heimliche Vater von Eleanors Kind gewesen ist..
Wie immer freue ich mich über Reviews etc. :)) Würde mich freuen, wenn sich auch zumindest jemand von den stummen Lesern wieder zu Wort melden würde..
LG Laura
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast