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In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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19.10.2021 2.815
 
C H A P T E R  30:

"How do you stay so strong?
How did you hide it all for so long?
How can I take the pain away?
How can I save

A fallen angel, in the dark
Never thought you'd fall so far
Fallen angel, close your eyes
I won't let you fall tonight
Fallen angel (Lyrics: Fallen Angel by Three Days Grace) "


Noch immer vollkommen in Stockstarre starrte Grayson den hochgewachsenen Medizinstudenten an, während dieser inzwischen Nicholas Brieftasche in die Hand genommen hatte und den blonden Krankenpfleger ernst dabei ansah.
„Wieso wolltest du von Nicholas Geld stehlen, Grayson?“
„Ich…ich…ähm…“, stammelte der blondhaarige Krankenpfleger und er ärgerte sich gleichzeitig in Gedanken, dass er vor wenigen Sekunden so unvorsichtig gehandelt und ihn somit der junge Adelige bei seinem Vorhaben erwischt hatte.
„Wenn du finanzielle Probleme hast, Grayson…“, begann Harry leise und kam dabei ein weniger näher an den kleineren Mann heran.
„Hättest du mich doch um Hilfe bitten können…Oder jemand anderen, dem du vertraust, Grayson…“, meinte der Medizinstudent daraufhin und griff dabei vorsichtig nach Graysons zittriger Hand, welcher immer noch die Geldscheine aus Nicholas Portemonnaie fest umklammerte.
Der blondhaarige Krankenpfleger zuckte nochmals kurz zusammen, als die größere Hand des Studenten sanft seine umfasste und dabei das Geld aus Graysons Hand nahm und die Geldscheine wieder in das Portemonnaie seines Kommilitonen stopfte.
„Stehlen ist auch keine Lösung, Grayson…“, sagte Harry daraufhin mit ruhiger Stimme zu dem schmächtigen Krankenpfleger und dieser runzelte kurz die Augenbrauen.
„Nicholas würde keine Sekunde zögern und dich an Professor Hamilton oder noch schlimmer an die Behörden verpfeifen, sobald ihm das Fehlen dieses Geldbetrags aufgefallen wäre…“
Finster entgegnete er daraufhin Harry und zitierte dabei fast seine Kollegin: „Dies lässt sich einfach so sagen, wenn man selbst mit einem goldenen Löffel im Mund geboren ist…“
„Und deinem arroganten Mitstudenten hätte diese Summe an Geld bestimmt kein allzu großes Loch in sein finanzielles Polster gerissen…“
„Das mag wohl sein…“, lächelte Harry kurz, während er sich mit einer Hand durch seine halblangen, braunen Locken fuhr und er den zitternden Krankenpfleger vor sich musterte.

Grayson hielt den Atem an, als sich der hochgewachsene Medizinstudent daraufhin leicht zu ihm herabbeugte und immer näher an ihn heranrückte, sodass er den warmen Atem Harrys auf seiner Haut spüren konnte.
„Wofür brauchtest du denn das Geld, Grayson?“, wollte der junge Adelige von ihm wissen und er griff mit seiner Hand nach dem Kinn des Blonden, um es anzuheben und ihm direkt in die Augen zu blicken.
Grayson rutschte bei dieser Frage beinahe das Herz in die Hose und vermied es tunlichst, in die hellen grünen Augen des Medizinstudenten zu blicken, welcher ihn immer noch prüfend und kritisch betrachteten.
„Nein, tut mir leid, Harry… ich kann es dir nicht sagen, wofür ich das Geld benötige…“, erwiderte der blonde Krankenpfleger daraufhin und er seufzte kurz. Aber er wusste, dass er seine Kollegin niemals verraten und Eleanors Geheimnis an eine andere Person weitererzählen durfte.
„Bitte…Grayson…Ich werde ganz sicherlich Stillschweigen über dieses Geheimnis behalten…“, meinte Harry dann und lächelte dann sanft.
Grayson schüttelte im nächsten Moment energisch mit dem Kopf und murmelte leise: „Es geht nicht, Harry…Ich möchte dich nicht in diese Angelegenheit mit hinein ziehen…“
„Grayson…“, flüsterte der junge Adelige daraufhin und seine grünen Augen bohrten sich in die des Blondhaarigen: „Bitte…Du weißt doch, dass du mir vertrauen kannst…“
Der Krankenpfleger presste hart seine Lippen aufeinander und abermals schüttelte er mit dem Kopf: „Bitte, Harry…Lass es doch einfach gut sein…Ich habe es versprochen, dass ich niemanden…wirklich niemanden…von dieser Sache in Kenntnis setze…“
Harry legte vorsichtig eine Hand auf Graysons Wange und streichelte zögerlich mit seinem Daumen über diese. Der Blonde wich zunächst leicht erschrocken ein Stück zurück, bevor er aber im nächsten Augenblick leicht seufzte und sich der sanften Berührung instinktiv mehr entgegenlehnte.

Der Medizinstudent seufzte daraufhin ebenfalls und in diesem Moment blickte er den kleineren Mann so liebevoll und sanft an, dass Grayson wirklich verleitet war, dem Adeligen in diesem Augenblick alles zu beichten.
Auch wenn er Harry sein Verhalten bezüglich des Experiments mit seiner Homosexualität immer noch übelnahm, konnte er es nicht ignorieren, wie sehr sein Körper immer noch auf den hochgewachsenen Studenten reagierte und wie sehr er sich insgeheim nach diesem verzehrte.
Die rosafarbenen, schön geschwungenen Lippen des jungen Adeligen verharrten erwartungsvoll wenige Zentimeter vor dem Gesicht des Krankenpflegers und Grayson musste sich mit aller Kraft zusammenreißen, um sich nicht einfach in die beschützenden Arme des größeren Mannes fallen zu lassen.

Jedoch hielt er sich in diesem Moment energisch zurück und er sagte mit gefasster Stimme: „Du musst dir keine Sorgen um mich machen, Harry…Ich werde schon klar kommen…“
„Na gut…“, entgegnete der Angesprochene ihm daraufhin und er räusperte sich kurz, während er sich zeitgleich ein wenig von dem blonden Krankenpfleger entfernte.
Unsicher strich er sich seine halblangen Locken nach hinten und er beobachtete, wie Grayson Nicholas Geldbörse wieder an seinen Platz auf den hohen Sitzbänken des Hörsaals zurücklegte.
Grayson wollte sich schon zum Gehen wenden, als er plötzlich an der Tür von dem hochgewachsenen Medizinstudenten am Arm zurückgehalten wurde und dieser ihm mehrere Geldscheine entgegenhielt, welche er wohl aus seinem eigenen Portemonnaie geholt hatte.
„Hier, Grayson…“, flüsterte ihm Harry mit einem sanften Lächeln zu und kurz zögerte der blonde Krankenpfleger, bis er schließlich einknickte und dann doch fast die haargenaue Summe für Eleanors Abtreibung entgegennahm.
Für wenige Sekunde hatte Grayson ein schlechtes Gewissen, dass er Harrys Großzügigkeit in diesem Moment derart ausreizte, aber er war sich bewusst, dass Eleanor auch auf dieses Geld angewiesen war… Denn nur konnte sie ihre in den Augen der Gesellschaft schäbige Schande ausmerzen.
„Danke…“, meinte der blonde Krankenpfleger aufrichtig klingend zu dem Adeligen und schenkte diesem ein kurzes, zurückhaltendes Lächeln.
„Keine Ursache, Grayson…“, entgegnete Harry und er erwiderte das flüchtige Lächeln des Krankenpflegers, „Das habe ich doch gerne gemacht…“

                                          ***

„Bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind, Eleanor?“, fragte Grayson leise und sah sich zögerlich in der ärmlichen Seitengasse um. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen, während er argwöhnisch die Umgebung nach möglichen Gefahren oder Angreifern überblickte.
Es dämmerte bereits und Grayson hoffte tunlichst, dass Schwester Margaret ihr Verschwinden während der Abendessenszeit nicht bemerken und sogleich Arm schlagen und dies einem der beiden Professoren melden würde.
Zwar hatte Liam den beiden schon versprochen, dass er sie decken und sich notfalls für Schwester Margaret eine logische Ausrede einfallen lassen würde, weshalb er und Eleanor nicht zum sonst obligatorischen Abendmahl erschienen wären.
Dennoch blieb bei diesem gewagten Unterfangen ein großes Restrisiko und dem blondhaarigen Krankenpfleger war dies auch mehr als bewusst.
Die junge Krankenschwester, welche eingehakt an Graysons Arm ging, nickte kurz: „Das ist die richtige Adresse…Eine ehemalige Bekannte hatte mir die Adresse des Arztes genannt…“
Der blonde Krankenpfleger musterte mit einem leicht angeekelten Blick die brüchigen Backsteinhäuser und obwohl er fast sein gesamtes kurzes Leben in Londons Armenviertel East End verbracht hatte, schauerte es ihn immer noch.
Im St. Thomas hatte er strikte Ordnung sowie Hygiene durch Schwester Margarets hartes Regime gelernt und nun die Armut sowie die Unordnung in seinem ehemaligen Heimatsbezirk zu sehen, schockte ihn insgeheim mehr als er eigentlich zugegeben hätte.
Kurze Zeit später erreichten er und Eleanor eine mehr als brüchig wirkendes Gebäude am Ende der schmalen Gasse und Grayson runzelte die Stirn: „Bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind?“
Die hübsche Krankenschwester nickte nochmals mit ihrem Kopf und sie meinte: „Das ist es…Es ist genauso, wie es mir Emilie beschrieben hatte…“

Mehrere ausgeblichene sowie ausgewachsene und zerschlissene Kleidungsstücken hingen auf einer trostlosen Wäschelinie innerhalb des kleinen Hinterhofs und irgendwo in der Nachbarschaft bellte ein Hund.
Plötzlich öffnete sich die Tür des Hinterhauses und eine dürre Frau mit zottligen, leicht ergrauten Haaren und bekleidet mit einem ebenso ausgeblichenen Kleid wie die auf der Wäscheleine kam auf die beiden zu.
„Seid ihr hier wegen meinem Mann?“, schnauzte sie die zwei Besucher an und Grayson und Eleanor zuckten sogleich bei der schrillen Stimme der Frau erschrocken zusammen.
Dann aber fasste sich die junge Krankenschwester ein Herz und straffte zögerlich ihre Schultern: „Ja, das sind wir…“
Aus der Nähe konnte Grayson erst in der Abenddämmerung richtig das Gesicht der Frau erkennen. Mit ihrem alten Kleid, der leichten Hakennase und der dunklen Warze auf ihrer Nase erinnerte sie ihn an eine Hexe.
„Hast du denn die vereinbarte Summe dabei?“, wollte diese von Eleanor wissen und leicht zögerlich nickte die junge Krankenschwester.
„Zeig es mir!“, verlangte die unfreundlich wirkende Frau barsch und als Graysons Kollegin ihr die Geldscheine entgegenhielt, nahm die Frau diese sogleich entgegen.
Mit ihren faltigen Fingern zählte sie diese durch und nickte daraufhin mit dem Kopf. Offenbar war sie sehr zufrieden mit dem Geld, welche sie und der Herr Doktor für diesen eigentlich illegalen Eingriff bekamen.
„Dann komm mit mir…“, meinte die ältliche Frau und fasste dabei mit ihrem knochigen Händen nach Eleanors Unterarm. Die hübsche Krankenschwester schien nun doch auf einmal Bedenken vor ihrer eigenen Kühnheit zu bekommen und ihre blauen Augen bohrten sich in Graysons.
Flehend blickte sie die Hexe an und sie fragte diese mit leiser Stimme: „Kann…könnte er bitte mitkommen?“
Abschätzig musterte die unfreundliche Frau den Blondhaarigen und sie zischte: „Tut mir leid…Der Vater kann leider nicht während des Eingriffs mitkommen…“
„Bitte…“, protestierte Grayson leise und er meinte in einem mitfühlenden Ton zu der Hexe: „Sehen sie nicht, dass sie Angst vor dem Eingriff hat?“

„Das haben sie alle, diese jungen Dinger…“, zeterte die Frau und sie fügte noch hinzu, „Zuerst öffnen sie für jeden jungen, ansehnlichen Mann ihre Schenkel und lassen sich von einem dahergelaufenen Tölpel auch noch ein Kind andrehen…“
Eleanor wollte daraufhin noch etwas einwenden und diese Situation aufklären, als ihr die Hexe harsch das Wort abschnitt: „Du brauchst ihn gar nicht zu verteidigen!“
„Immerhin bist du wegen ihm hier…“, fügte die ältliche Frau in einem bitteren Unterton noch hinzu und verstärkte ihren Griff um Eleanors Arm und schob die junge Frau in Richtung des Hauseingangs.
Eleanor sah sich noch einmal nach ihrem Kollegen um und Grayson sah dabei in ihren Augen die Angst, welche sie vor der bevorstehenden Operation hatte.
„Keine Sorge, Eleanor…Es wird bestimmt alles gut werden…“, rief er ihr noch nach, bevor sie und die ältliche Frau in dem baubrüchigen Haus verschwanden und Grayson daraufhin allein in der Gasse zurückblieb.
Hoffentlich würde wirklich alles bei dem Eingriff gutgehen und der blondhaarige Krankenpfleger hoffte tunlichst, dass seine Kollegin damit die richtige Entscheidung getroffen hatte und bei diesem Arzt in guten Händen war.
Denn er vertraute dieser unfreundlichen Frau und diesem Arzt in dieser zwielichtig anmutenden Gegend keineswegs…Aber sie hatten ja keine Wahl….

                          ***

Obwohl Grayson sicherlich weniger als zwei Stunden auf Eleanor wartete, kam ihm diese Zeit gefühlt wie eine kleine Ewigkeit vor.
Immer nervöser ging er in dem kleinen Hinterhof des baufälligen Hauses auf und ab und wartete sehnsüchtig darauf, dass die unfreundliche Frau wieder erschien und ihm mitteilte, dass seine Kollegin den Eingriff wohlbehalten überstanden hatte.
Als sich endlich die Tür zu dem Hinterhof öffnete und ihm Türrahmen die Hexe wieder auftauchte, atmete Grayson zumindest ein wenig erleichtert auf.
Der Gesichtsausdruck der ältlichen Frau wirkte zwar wie auch schon vorhin, jedoch hoffte der Blondhaarige, dass man ihn doch schon längst geholt hätte, wenn es bei dem Schwangerschaftsabbruch zu unerwarteten Komplikationen gekommen wäre.
„Komm mit…“, befahl sie ihm barsch und wie auch schon vorhin packte sie Grayson ebenso wie Eleanor bestimmend am Arm.
Zusammen mit der unfreundlichen Frau betrat Grayson das baufällige Haus, in welchem die sehr feuchten, kahlen Wände bereits nach Schimmel und Asbest rochen. Im Inneren des kleinen Hauses war es sehr dunkel und lediglich vereinzelte Kerzen beleuchteten die kleinen Räume.

In einem Raum an Ende des schmalen Ganges führte ihn die Hexe und dort erwartete ihn neben dem untersetzten Doktor mit dem schwarzen Schnauzbart auch seine Kollegin.
Eleanor wirkte sehr erschöpft und noch ein wenig benebelt von dem Laudanum, jedoch erkannte sie den blondhaarigen Krankenpfleger sogleich.
„Grayson…“, murmelte sie leise und richtete ihren Oberkörper auf. Sie versuchte von der schmalen Pritsche hinunterzusteigen, jedoch schwankte sie leicht und sofort eilte Grayson an ihre Seite.
Unterstützend legte er sich den schmalen Arm seiner Kollegin um die Schultern und hielt Eleanor mit seinem Gleichgewicht auf den Beinen.
„Ähm…wie geht es denn jetzt weiter?“, fragte Grayson den beschäftig wirkenden Arzt, welcher gerade dabei war, seine blutverschmierten Instrumente in einem großen Porzellanschüssel grob zu säubern.
„Sie könnte eventuell Blutungen bekommen…“, nuschelte der Arzt in seinen Bart und hob nicht einmal seinen Blick. Stattdessen wies er seiner Frau an, die blutigen Laken in dem kleinen Kamin an der Seite des Raums zu verbrennen.
„Was ist dann?“, bohrte Grayson weiter und er ärgerte sich im Inneren über diese Ignoranz und das offenbar mangelnde Interesse dieses Mediziners an seiner jungen Patientin.
Ernst blickte er daraufhin den blondhaarigen Krankenpfleger an und sagte: „Dann kann ihr nur noch der liebe Gott helfen…“


Grayson wusste überhaupt gar nicht mehr, wie er es überhaupt geschafft hatte, die erschöpfte Eleanor unauffällig an dem neugierigen Portier in der Eingangshalle vorbeischmuggeln und auch keinem seiner Kollegen (oder im schlimmsten Falle der brummigen Oberschwester) über den Weg zu laufen.
Noch während sie sich auf dem Weg zurück aus East End befunden hatten, war die junge Krankenschwester immer schwächer geworden und Grayson hatte sich in Gedanken zutiefst darüber geärgert, dass sie diesem Halsabschneider an Arzt ihr gesamtes Geld für den Eingriff in den Rachen geschmissen hatten.
Somit hatten sie zu Fuß zurück ins St. Thomas gehen müssen und hatten sich nicht einmal eine Droschke rufen können.
Nun befand er sich unerlaubterweise in dem Frauenwohntrakt des Klinikums und er brachte gerade seine immer noch sehr geschwächte Kollegin zu Bett. Eleanor kuschelte sich erschöpft in die weißen Laken des schmalen Bettes und Grayson nahm sich die Porzellanschüssel von dem Waschtisch.
Während er noch frisches Wasser für Eleanor holte, war diese bereits in einen tiefen Schlaf gefallen, als der blondhaarige Krankenpfleger kurz daraufhin wieder in die kleine Schlafkammer kam.
„Hey…Eleanor…“, flüsterte er seiner Kollegin zu, während sich diese leicht im Schlaf regte. Sanft strich er ihre zerzausten, haselnussbraunen Strähnen hinters Ohr und mit dem feuchten Tuch wischte er ihr über die schweißnasse Stirn.
„Ich gehe jetzt wieder zurück zu Schwester Margaret gehen, Eleanor…Aber keine Sorge, ich lass mir schon eine Ausrede für dich einfallen…Ich sag einfach, dass dir schlecht ist und dass du dich nach deiner Vormittagsschicht hingelegt hast…“
Mit diesen Worten verließ der blondhaarige Krankenpfleger die kleine Kammer wieder und machte sich auf den Weg in den Ostflügel des St. Thomas.

                            ***

Als Grayson sich nach seiner abgeleisteten Abendschicht wieder heimlich in den Schlaftrakt der Frauen schlich, zuckte er überrascht zusammen. Seine kleine Schwester stand in ihrer grauen Krankenschwester Uniform auf dem Gang und sie winkte ihren großen Bruder erleichtert zu sich.
Besorgnis zeichnete sich auf ihrem jungen Gesicht ab und sogleich wollte Grayson von ihr wissen: „Was ist denn los, Charlie?“
„Es ist Eleanor, Grayson…“, sagte sie und sie zerrte hektisch an dem Arm ihres älteren Bruders, „Ich glaube, mit ihr stimmt etwas nicht…“
Bei diesem besorgt klingenden Satz seiner kleinen Schwester waren bei dem blondhaarigen Krankenpfleger sogleich alle Alarmglocken aufgeweckt und beinahe wäre ihm vor lauter Nervosität die brennende Petroleumlampe aus der Hand gerutscht.
Mit schnellen Schritten eilten die Geschwister Brown zurück in die kleine Schlafkammer und als Grayson seine Kollegin erblickte, erstarrte er auf der Stelle und schlug sich geschockt die Hände vors Gesicht.
Denn Eleanors Bettlaken waren blutverschmiert und die junge Krankenschwester wälzte sich wimmernd in dem schmalen Bett herum.

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Wie wird es wohl jetzt weitergehen? War ja irgendwie klar, dass bei so einem Stümper dieser gefährliche Eingriff nicht gutgehen hat können... Was wird Grayson nun wohl machen?
Wir haben die 30 Kapitel erreicht & es folgen noch 1-2 Kapitel plus der Epilog!
Und der zweite Teil steht bereits in den Startlöchern:

Richmond Manor, Südengland, 1915
In Europa wütet der erste Weltkrieg und bringt Tausend Tote und Verletzte mit sich. Die Belegschaft des St. Thomas ist auf den Landsitz von Harrys Vater geflüchtet, welchen der junge Arzt nach dem plötzlichen Tod seines Erzeugers geerbt hat. Die angespannte Situation bringt alle Beteiligten an ihre Grenzen und als auch noch Harry in den Kriegsdienst eingezogen wird, ist Grayson am Boden zerstört. Während seine große Liebe in der Ferne den Dienst für sein Vaterland leistet, bleibt der blondhaarige Krankenpfleger währenddessen auf dem englischen Festland zurück. Mit vereinter Kraft versuchen Grayson und die anderen die Lage im provisorischen Feldlazarett aufrecht zu erhalten und müssen sich gleichzeitig neuen wie alten Problemen stellen.
[Historic, erster Weltkrieg]


Ich würde mich immer sehr über Unterstützung in Reviews, etc. freuen! :))
LG Laura
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