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In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
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Dieses Kapitel
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30.09.2021 2.833
 
C H A P T E R 24:

„Harry!“, schrie sich Grayson nochmals über das laute Rauschen des heftigen Sturms hinweg. Der junge Adelige, in dessen Armen immer noch der kleine Oliver kauerte, schwankte für einen Moment und auf dem hübschen Gesicht des Medizinstudenten erkannte man ein ebenso großes Entsetzen, bevor er sich mit letzter Kraft an einem kleinen Dachgiebel festhielt.

Der kleine Waisenjunge stieß in diesem Augenblick einen ebenso erschrockenen Schrei aus und er klammerte sich mit seinen schmalen Händen hilfesuchend an Harrys Hals fest, welcher sich aber gerade selbst einmal wieder sammeln musste.
Aus der Entfernung konnte Grayson beobachten, wie der künftige Duke of Richmond kurz einmal tief durchatmete und sich mit einer Hand seine mittlerweile komplett durchnässten Haare aus dem Gesicht strich und dem inzwischen leise wimmernden Oliver beruhigend über den Rücken strich.

Grayson fiel in dieser Sekunde ein Stein vom Herzen und obwohl er nicht an Gott glaubte, dankte er in Gedanken allen höheren Mächten, dass Olivers kleiner Ausrissversuch hoffentlich glimpflich über die Bühne gehen würde.
Der blondhaarige Krankenpfleger beobachte mit wachsamen Augen, wie Harry zusammen mit dem schmächtigen Waisenjungen über das rutschige Vordach des alten Gebäudes kletterte und kurz daraufhin wieder vor dem großen Bogenfenster stand.
„Kannst du ihn kurz nehmen, Grayson?“, fragte Harry den Krankenpfleger und sogleich reckte ihm Oliver seine kleinen Hände entgegen, damit dieser ihn in Empfang nehmen konnte.
Olivers verweinte hellblaue Augen blitzten für einen Moment auf, als er seinen blonden Freund erkannte und so ließ er sich sofort von Grayson in dessen Arme ziehen.
Nachdem sich Harry endlich auch wieder in das Innere des St. Thomas gehievt hatte, atmete Grayson erleichtert auf und er wandte sich nun an den kleinen Ausreißer.
„Was machst du denn nur für Sachen, Kleiner?“, flüsterte Grayson dem Waisenjungen zu und er konnte es nicht verhindern, dass man als Außenstehender den leicht vorwurfsvollen Ton in seiner Stimme erkennen konnte.
„Ich hatte so Angst, Grayson…“, schluchzte Oliver daraufhin auf und er wischte sich mit einer Hand über seine bereits sehr geröteten Augen.
„Wovor hattest du denn Angst, Oliver?“, wollte Harry nun von dem schmächtigen Waisenjungen wissen, während er seine Arme um seinen vor Regen durchnässten Körper schlang, um sich ein wenig zu wärmen.
„Dass mich…“, begann der kleine Oliver zögerlich, bevor er in seinem Satz kurz stoppen musste, da ihm erneut die Tränen über das schmale, blasse Gesicht liefen.
„Dass mich dieser fremde Mann und diese Frau doch mit zu Mr. Smith nehmen…“, murmelte der Waisenjunge so leise, sodass Harry und Grayson Mühe hatten, ihn überhaupt zu verstehen. Der blondhaarige Krankenpfleger streichelte in beruhigenden Kreisen über den bebenden Rücken des kleinen Waisenjungens und er meinte zu diesem: „Schau mich mal bitte an, Oliver…“
Der schmächtige Junge blickte dem Blonden scheu in die Augen, während er an dessen weißer Krankenpfleger Uniform herum friemelte: „Ich hatte wirklich Angst, Grayson…“
„Das weiß ich doch, Kleiner…“, antwortete Grayson dem kleinen Waisenjungen sanft, bevor sein Blick wieder ernst wurde: „Aber das ist kein Grund, einfach so wegzulaufen, Oliver… Wir werden ganz sicher eine Lösung für dieses Problem finden…Und außerdem…Professor Abernathy geschweige denn Schwester Margaret hätten es niemals zugelassen, dass du einfach so mit diesem Mr. Crawley mitgegangen wärst…“
„Bist du dir ganz sicher, Grayson?“ Flehentlich blickten die hellblauen Augen den jungen Krankenpfleger an und dieser nickte ihm zuversichtlich zu.
„Das verspreche ich dir, Oliver…“
„Grayson…“, meldete sich auf einmal Harry wieder zu Wort, welcher sich bei der gesamten Unterhaltung zwischen dem Blonden und dem ehemaligen Waisenjungen bisher stumm im Hintergrund gehalten hatte.
„Ich weiß, Harry…“, sagte Grayson sogleich, als er bemerkte, wie sowohl der hochgewachsene Medizinstudent als auch der kleine Oliver in seinen Armen erheblich in ihren klammen Klamotten zitterten.
„Hier, Kleiner…“, meinte Harry daraufhin und nahm sein trockenes Jackett und legte es dem Waisenjungen um seine bebenden Schultern, um ihn zumindest ein bisschen zu wärmen.
Dabei fiel Grayson ein großer Schnitt an der inneren Handfläche des jungen Adeligen ins Auge: „Harry…Du hast dich verletzt!“
„Ach…Das ist nur ein kleiner Kratzer…“, winkte der Medizinstudent großspurig ab, dennoch bemerkte Grayson, wie Harry seine Hand hielt und dabei seine Zähne zusammenbiss.
„Ich habe mich wohl an den scharfen Dachziegeln geschnitten, als ich beinahe abgerutscht bin…“
„Komm…“, meinte Grayson daraufhin sanft zu dem Mann, dem er sein Herz geschenkt hatte und fasste den Studenten zärtlich am Arm.
„Machen wir uns mal besser auf den Weg zurück auf die Kinderstation…Die anderen werden bestimmt schon auf uns warten und sich fragen, wo wir abgeblieben sind…“
Mit einem Blick auf den immer noch bebenden Oliver in seinen Armen, seufzte der blondhaarige Krankenpfleger kurz auf: „Und ihr beide müsst unbedingt schleunigst ins Warme…Bevor ihr euch noch eine fiese Erkältung einfängt!“
                               ***

Wenige Zeit später lag der kleine Waisenjunge bekleidet in einem trockenen Nachthemd sowie mit einer Wärmflasche und in mehrere Decken gewickelt selig schlafend in dem schmalen Bett auf der Kinderstation.
In seinen Armen hielt er den überdimensional großen Teddybären, welche die von Mr. Smith engagierte Nanny wohl als Geschenk für Oliver dagelassen hatte.
Grayson schmunzelte leicht über den Anblick und er dankte in Gedanken noch einmal dem Schicksal, dass sie den kleinen Waisenjungen rechtzeitig gefunden hatten, bevor diesem noch etwas schlimmes zustoßen hatte können.
„Wir müssen unbedingt seine Körpertemperatur erhöhen…“, wies Schwester Margaret Grayson an und deutete dabei auf den zitternden Waisenjungen, dessen Lippen schon bläulich angelaufen waren und dessen Wangen sehr bleich unter dem gelblichen Kerzenschein wirkten.
„Eine Lungenentzündung wäre in Olivers momentanen Zustand fatal! Sein Immunsystem ist immer noch durch die Tracheotomie erheblich geschwächt…“
Der blondhaarige Krankenpfleger nickte daraufhin zustimmend.

„So eine Unvernunft!“, schimpfte Schwester Margaret daraufhin leicht erzürnt vor sich hin und bedachte den jungen Medizinstudenten mit einem strafenden Blick.
„Bei einem solchen Wetter überhaupt vor die Tür zu gehen…“
Wie zur Bestätigung der mahnenden Worte der stämmigen Oberschwester nieste Harry kurz auf und Schwester Margaret schüttelte erneut ihren Kopf.
Der künftige Duke of Richmond saß unmittelbar neben Olivers Bett auf einem Stuhl und rieb sich mit einem trockenen Handtuch seine halblangen, braunen Locken trocken. Währenddessen war Eleanor gerade dabei, die blutende Schnittwunde an seinem Handgelenk zu desinfizieren und diese daraufhin mit einem blütenweißen Verband zu verbinden.
Sie vermied es tunlichst einen Blick auf den wohlgeformten Oberkörper des jungen Adeligen zu werfen, denn dieser hatte sich seines vollkommen durchnässten Anzughemdes sowie Hosenträger entledigt und saß nur noch bekleidet mit seiner grauen Anzughose auf dem wackeligen Schemel.
Mit einem pikierten Blick musterte Schwester Margaret den nackten Oberkörper des Studenten und sie räusperte sich missbilligend, sodass Harry dem blonden Krankenpfleger, welcher sich dieser anziehendenden Wirkung eines nackten, männlichen Oberkörpers natürlich auch nicht ganz entziehen konnte, hinter dem Rücken der stämmigen Oberschwester schelmisch zu grinste.
„Hier…“, meinte Grayson in Harrys Richtung und reichte dem Medizinstudenten im Anschluss daran sanft lächelnd ebenfalls eine Wärmflasche sowie eine flauschige Decke.

Nur mit Mühe konnte er sich im letzten Moment noch zurückhalten und Harry mit seinem Handrücken über die Wange zu streichen, denn dies hätte seine Kollegin und Schwester Margaret erst recht misstrauisch werden lassen. Das Verhältnis, was er zu Mr. Edwards pflegte, war ein gut behütetes Geheimnis und dies sollte es auch möglichst bleiben, wenn Grayson seine Stelle im St. Thomas behalten möchte.

„Danke…Es geht schon…“, meinte Harry und nahm lediglich die Decke von dem blondhaarigen Krankenpfleger entgegen, währenddessen Grayson enttäuscht die Wärmflasche zurücknahm.
„Ihr heißblütigen Jungspunde…“, bemerkte die brummige Oberschwester in einem schnippischen Tonfall und sie kam zu dem Studenten hinüber und legte eine Hand auf dessen Stirn.
„Ich denke, dass ich und mein Vater über mehr als genug Geld verfügen, um eine kostspielige Behandlung zu bezahlen…“, scherzte Harry leicht und Eleanor verdrehte bei dieser scherzhaft gemeinten Aussage schnell ihre Augen.
Auch Schwester Margaret rollte kurz mit den Augen und sie ermahnte den künftigen Duke of Richmond daraufhin kurz:
„Ihr meint immer, dass ihr zu jung und kräftig seid… Aber eine simple Erkältung kann euch ganz schnell außer Gefecht setzen…Und ohne Behandlungsmaßnahmen kann diese auch ganz schnell zu einer Lungenentzündung ausarten…Ich habe während meiner Arbeit hier im Klinikum schon diverse solcher Fälle miterlebt…“

Schwester Margarets Vielzahl an Ermahnungen wurde das plötzliche Auftauchen von Professor Abernathy und Professor Hamilton unterbrochen.
Während sich der fürsorgliche Professor Abernathy sogleich um Oliver kümmerte und Eleanor und Schwester Margaret hilfreiche Ratschläge gab, falls bei dem schmächtigen Waisenjungen erneut Fieber oder diverse Anzeichen einer Erkältung auftreten sollten, wandte sich Professor Hamilton zunächst an Harry.

„Was haben sie sich mit dieser unüberlegten Handlung eigentlich gedacht, Mister Edwards?“, streng musterte der ältliche Professor den jungen Studenten, welcher mit seinen nassen Locken wie ein begossener Pudel wirkte, welcher von seinem Herrchen getadelt war, weil er unerlaubterweise in eine schmutzige Pfütze gesprungen war.
„Harry wollte nur…“, begann Grayson, wurde jedoch rüde von Professor Hamilton in seinem Satz abgeschnitten.
„Mit ihnen rede ich aber nicht, Mr. Brown…Ich möchte es von Mr. Edwards selbst wissen, wieso er sich bei strömenden Regen waghalsig auf das Dach des Klinikums begeben hat.“
„Ich…Ich wollte einfach nur möglichst schnell Oliver holen, Herr Professor…“, gab Harry kleinlaut zu und senkte seinen Blick vor den strengen Augen des Dozenten auf den Boden der Krankenstation.
Professor Hamilton nahm für einen Moment sein Monokel ab, um dieses mit dem blütenweißen Ärmel seines Kittels zu putzen und er seufzte auf: „Was ist denn nur mit ihnen in letzter Zeit los, Mister Edwards?“
„Zuerst diese Schlägerei auf dieser Feier in ihrer Studentenverbindung… wegen einer unbedeutenden Frau…“
Schwester Margaret hatten bei diesem Satz natürlich ihre Ohren gespitzt und mit einem entsetzten Gesichtsausdruck nach: „Wie bitte?“
„Das war gar nichts, Schwester Margaret“, riefen Harry und Grayson im Chor und die stämmige Oberschwester hob erstaunt eine Augenbraue in die Höhe und wechselte einen irritierten Blick mit Professor Hamilton, fragte jedoch zum Glück nicht weiter nach.
Der ältliche Professor seufzte abermals auf: „Des Weiteren wechseln sie kein Wort mehr mit Mr. Brentwood, welcher eigentlich ihr bester Freund ist… Und nun begeben sie sich tollkühn und vollkommen kopflos in eine solch gefährliche Situation!“

„Ich wollte nur Oliver retten…Bevor er noch auf den rutschigen Dachziegeln ausrutscht…“

„Und dabei ist ihnen nicht in den Sinn gekommen, einen von uns zuerst in Kenntnis zu setzen?“, fragte Professor Hamilton den jungen Medizinstudenten über diesen unglücklichen Vorfall aus.
„Nein, Herr Professor…“, Harry strahlend grüne Augen suchten nach Grayson und dieser nickte ihm daraufhin aufmunternd zu.
„Na gut…“, meinte Professor Hamilton dann, „Das wichtigste ist ja, dass bei diesem Unglück niemand zu Schaden gekommen ist…“
Der ältliche Professor stützte sich auf seinen Gehstock und er setzte sich wieder sein Monokel auf: „Somit muss ich ihrem Herrn Papa nicht mitteilen, dass sein einziger Sohn und künftiger Erbe des Titels „Duke of Richmond“ unter meiner Aufsicht bei strömenden Regen von einem Dach gestürzt sei!“
Professor Hamilton seufzte erneut auf und schüttelte über so viel jugendlichen Leichtsinn und Unvernunft seinen Kopf: „Wie dem auch sei…“
Er kam nun auch zu dem Krankenbett des kleinen Olivers hinüber und er meinte: „Und wir müssen uns jetzt noch dringend über den Verbleib von Mr. Smiths unehelichen Kind kümmern…“

                                  ***

„Ach, verdammt!“, rief Grayson erstickt, als er die warmen Arme bemerkte, welche sich von hinten um seine schmale Taille schlangen.
„Erschreck mich doch gefälligst nicht so, Harry!“, ermahnte der blonde Krankenpfleger seinen heimlichen Geliebten, während dieser ihn in eine kurze Umarmung zog und einen flüchtigen Kuss auf seine dunkelblonden Strähnen gab.
„Was machst du denn hier noch mitten in der Nacht, Grayson?“, fragte Harry ihn mit einem besorgten Lächeln im Gesicht und der blondhaarige Krankenpfleger und er streichelte dem Blonden beruhigend über die Seite.
„Dasselbe könnte ich sie ebenfalls fragen, Mister Edwards…“, entgegnete Grayson dem jungen Adeligen und dieser nickte daraufhin kurz.
Harry rollte mit seinen Augen, während er dem blonden Krankenpfleger erklärte: „Ich musste kurz meine Schwester treffen…Gwen hat wohl über irgendwelche Gerüchte, welche durch die Belegschaft und die Studenten des St. Thomas kursiert waren, gedacht, dass ich schwer verletzt worden wäre… Ich musste meinem lieben Schwesterherz somit erklären, dass ich weder vom Dach gestürzt bin noch mir dabei einen Arm oder ein Bein gebrochen habe…“
„Es ist ja nett, dass sich deine ältere Schwester um dich sorgt, Harry…“, meinte Grayson daraufhin und er ergänzte noch: „So würde es mir mit Charlie höchstwahrscheinlich auch gehen…“
Er rieb sich mit einer Hand über seine bereits vor Müdigkeit brennenden Augen und Harry bemerkte, wie erschöpft und geschafft Grayson nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag war.
„Hat dich Schwester Margaret etwa nach diesem langen Tag noch für die Nachtschicht eingetragen?“, wollte Harry von Grayson wissen, dieser schüttelte jedoch mit dem Kopf.
Er ging ein Stück zu Olivers Krankenbett und streichelte dem kleinen Waisenjungen sanft mit einer Hand über dessen Wange: „Ich muss doch auf ihn aufpassen, Harry…Er ist ganz allein… Er hat keine Familie mehr…Vorhin ist er schon mehrmals wach geworden und hat dabei meinen Namen gerufen…“
„Du bist so selbstlos…“, sagte Harry daraufhin und er schlang seine Arme von hinten um die Taille des Krankenpflegers, während er diesem ebenfalls einen liebevollen Kuss auf die Wange gab.
„Du würdest einen hervorragenden Arzt abgeben, Grayson…“, meinte Harry und als Grayson seinen Kopf ein wenig drehte, sah er in den Augen des jungen Medizinstudenten, wie ernst dieser seine Aussage gemeint hatte.

Mit einem bitteren Zug um die Lippen erwiderte der zierliche Krankenpfleger dem größeren Mann: „Tja…Leider ist mir dieser Berufszweig aufgrund meiner minderwertigen Herkunft leider für alle Ewigkeit verwehrt…“
Versöhnlich presste Harry seine Lippen erneut auf die blasse Wange des Blondhaarigen und er zog Grayson noch näher an sich heran: „Tut mir leid, Grayson… Für meine unbedachte Aussage…Vielleicht könnte ich meinen Vater überreden, dass er mir Geld…“
„Untersteh dich, Harry!“, unterbrach Grayson seinen Geliebten und rückte ein Stück von diesem ab. Er stemmte die Hände in die Hüften und Harry steckte seine Hände ratlos in die Taschen seines grauen Anzugs.
„Ich brauche keine Almosen von dir…“, meinte der blondhaarige Krankenpfleger leise und Harry sah, wie verstimmt Grayson durch seine unbedachten Worte war.
„Es tut mir leid, Grayson…Ich habe nicht nachgedacht…“, entgegnete der junge Adelige ihm mit einem zerknirschten Gesichtsausdruck und Grayson schüttelte daraufhin mit seinem Kopf.
„Es ist so wie es ist…“, murmelte der blondhaarige Krankenpfleger so leise, sodass es Harry kaum verstand und er reckte sich ein Stück nach den rosigen Lippen des Adeligen.
Ein glückliches Funkeln erschien auf dem Gesicht des Medizinstudenten und er kam dem kleineren Mann natürlich mehr als gerne entgegen.
„Du bist der beste Krankenpfleger, den das St. Thomas bestimmt jemals gehabt hat, Grayson…“, flüsterte Harry ihm noch zu, bevor sich die Lippen der beiden Männer zu einem heimlichen, zärtlichen Kuss vereinigten.
Grayson erstaunte es immer wieder, wie schnell der künftige Duke of Richmond ihm allein durch seine bloße Anwesenheit sowie seine sanften Berührungen beruhigen und runterkommen ließen.
Er liebte es, wenn der Adelige ihn in seinen Armen zärtlich und beschützend umschlungen hielt und ihn ganz eng an sich presste. Und obwohl sie ihre Liebe, was sie hier im St. Thomas nur im Geheimen ausleben konnten, würde Grayson niemals auch nur eine Sekunde von der Zeit, was er mit Harry verbrachte, missen wollen.

Denn solche kleinen Momente, welche sie gemeinsam teilten, machte ihn überglücklich und ließen ihn die Strapazen und das Übel, was er hier während des rauen Klinikalltags erlebte, für einen Augenblick vergessen.

Ein gläsernes Klirren ließ die beiden jungen Männer heftig zusammenzucken und die beiden lösten sich erschrocken voneinander.
„Hast du das gehört?“, fragte Harry und der blonde Krankenpfleger nickte daraufhin. Seine blauen Augen hatten sich erschrocken geweitet und er murmelte dem Adeligen leise zu: „Eleanor kann es nicht gewesen sein…Sie macht gerade den Rundgang durch den östlichen Krankenflügel…So schnell kann sie noch nicht zurückgehen…“
„Ich werde kurz nachsehen, Grayson…“, meinte Harry daraufhin und er drückte seinem Geliebten einen kurzen Kuss auf die Lippen.
„Nein!“, widersprach Grayson ihm dieses Mal ernst und er schnappte sich die brennende Petroleumlampe, welche auf Olivers Nachttisch stand. Entschlossen griff er nach der größeren Hand des Medizinstudenten und vergewisserte sich mit einem flüchtigen Blick, ob sich der kleine Oliver Twist immer noch selig schlafend im Reich der Träume befand.
„Dann schauen wir mal nach, wer sich hier spätnachts noch im Inneren des St. Thomas herumtreibt…“ Harry spürte, wie der blonde Krankenpfleger versuchte unbekümmert zu wirken.

Jedoch spürte er, wie Graysons schmale Hand in seiner erheblich zitterte.

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Ich habe es geschafft, meine Lieben... Innerhalb von einer Woche geht es schon bei in Sickness and in health weiter...
Ich danke euch für die insgesamt 22 Favoriteneinträge ! :))
Der Abschnitt über Oliver wird sich in den nächsten Kapiteln wohl langsam dem Ende zuneigen und Graysons & Harrys Verbindung wird mehr in den Vordergrund rücken...
Ich kann schon mal so viel verraten: Es werden tiefe Gewitterwolken für die beiden aufziehen...Und es wird ein Geheimnis zwischen Grayson und Eleanor auftauchen...Welches Grayson und Harry zutiefst entzweihen könnte..
Also ihr dürft gespannt sein!
Und die letzte Frage natürlich: Wer schleicht sich tiefnachts im Inneren des St. Thomas herum?
LG Laura
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