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In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
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19.08.2021 2.683
 
C H A P T E R 22:

„Grayson!“, riss ihn die Stimme seiner hübschen Kollegin aus seinen Gedanken und der junge Krankenpfleger hob leicht verwirrt seinen Kopf.
Nachdem er und Harry in Begleitung von Harrys rothaarigen Kommilitonen wieder zurück ins St. Thomas gekommen waren, hatte Grayson nur wenige Stunden an erholsamen Schlaf erhascht.
Nun war es fünf Uhr morgens und alle Angestellten des Londoner Klinikums saßen zusammen im Speisesaal und nahmen ihr Frühstück zu sich, bevor sie sich allesamt wieder an die Arbeit machen müssten.
„Hast du zufällig gestern gesehen, weshalb sich Harry und Nicholas auf dieser Feierlichkeit in der Studentenverbindung geprügelt hatten?“, fragte ihn die junge Krankenschwester mit einem neugierigen sowie sensationslustigen Blick auf ihrem zarten Gesicht. Den natürlich war der neueste Klatsch und Tratsch unter der Masse an Krankenschwestern des St. Thomas nicht an Eleanor vorbeigegangen.
„Hm… Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie es zu diesem Zwischenfall gekommen ist, Eleanor“, log Grayson daraufhin und es war ihm zutiefst zuwider, dass er seine Arbeitskollegin in diesem Augenblick anschwindeln musste.
Denn er war sehr wohl darüber im Klaren, weshalb Harry sowie sein schwarzhaariger Kommilitone in diese Schlägerei verwickelt gewesen waren.
Nachdem Harry ihn und Nicholas in dieser missgünstigen sowie zweideutig anmutenden Situation erwischt hatte, hatte der künftige Duke sehr schnell die Lage erkannt und war im Anschluss daran sehr wütend auf Nicholas geworden, dass dieser den blondhaarigen Krankenpfleger zu einem solchen Tun zwingen hatte wollen.

Grayson war entsetzt zur Seite gewichen, als der sonst so ruhige und besonnene Harry seine Hand gegen Nicholas erhoben und diesem seine Faust ins Gesicht gedonnert hatte, sodass jener zu Boden gegangen war.
Daraufhin hatten sich die beiden Medizinstudenten wutschnaubend auf dem harten Holzboden des Verbindungshauses hin- und her gewälzt, bevor sie endlich von weiteren Mitgliedern der Verbindung getrennt werden hatten konnten.
Der blonde Krankenpfleger hatte mit einem geschockten Blick festgestellt, dass der künftige Duke wohl seinem Kommilitonen die Nase gebrochen hatte. Jedoch hatte Harry auch keinen besseren Anblick abgegeben, denn seine linke Gesichtsseite zierte einen großen Cut, welcher heftig geblutet hatte.
Grayson war zwar ein wenig geschmeichelt von der Tatsache gewesen, dass Harry wie ein Ritter in glänzender Rüstung zur Verteidigung seiner Ehre herbeigeeilt war, dennoch hieß der blondhaarige Krankenpfleger ein solch gewalttätiges Verhalten nicht gut.  
Im Laufschritt waren die Männer in das Innere des St. Thomas zurückgekehrt, nur um den ohnehin schon griesgrämigen Professor Hamilton aus dem Bett zu klingeln, damit sich dieser die Verletzungen der jungen Studenten ansehen hatte können.

„Also?“, mit einem mehr als strengen Blick hatte der Professor Harry und Nicholas gemustert, während er zuerst die blutende Kopfwunde von Graysons Geliebten versorgt hatte, bevor er sich Nicholas malträtierte Nase unter die Lupe nehmen wollte.
„Ich höre…“ Missmutig war der autoritäre Blick von Professor Hamilton zwischen Nicholas und Harry hin- und hergeschwankt. Grayson hatte sich in dieser Sekunde am liebsten verdrückt, denn er wusste, dass der Herr Professor noch launischer als sonst war, dass sie ihn zu dieser späten Uhrzeit aus seinem wohlverdienten Schlaf gerissen hatten.
„Wie ist es zu diesem Vorfall gekommen? Dass sie beide offenbar nicht gerade wenig getrunken habe, rieche ich bis hierher…“
Enttäuscht sowie zugleich auch ein wenig frustriert blickte der ältere Professor zwischen den beiden Medizinstudenten hin und her: „Vor allem ihnen Mister Edwards hätte ich mehr Verstand beigemessen…“
Mit großen Augen musterte Harry seinen Lehrmeister, bis er seinen Blick schuldig auf den Boden von Professor Hamiltons Laboratorium gerichtet.
Der geübte Arzt hatte sich derweilen Nicholas gebrochene Nase angesehen und er seufzte auf.
Und offenbar wartete Professor Hamilton nun auf eine klärende Antwort, jedoch hatten sich Harry und Nicholas lediglich mit wutblitzenden Augen angesehen und keiner von beiden hatte vor dem strengen Arzt mit der Wahrheit herausgerückt.
Auch Grayson und Kieran hatten sich ruhig im Hintergrund gehalten, während der Herr Professor die Verletzungen der jungen Männer verbunden hatte. Professor Hamilton hatte ungeduldig mit seinem Fuß auf dem kalten Marmorboden geklopft, um die jungen Adeligen zu einer Antwort bewegen.
„Ich verstehe schon…“,
mit einem resignierten sowie zugleich auch wissenden Blick hatte er die jungen Studenten vor sich gemustert und er meinte nun belehrend zu Nicholas und Harry:
„Jungs, keine Frau der Welt ist es wert, sich für sie prügeln… Mag sie euch auch noch so wunderschön und anmutig erscheinen…“
Seufzend bedachte Professor Hamilton die Medizinstudenten mit einem strengen Blick, bevor er sich seine blutverschmutzten Hände an einem Leinentuch abwischte und sich im Anschluss daran machte, seine schmutzigen Utensilien wieder in seinem ledernen Arztkoffer zu verstauen.
Harry schenkte dem jungen Krankenpfleger unauffällig hinter Professor Hamiltons Rücken ein zurückhaltendes und schüchternes Lächeln, während er stumm neben Nicholas saß und sich benommen seinen Kopf hielt.
Eigentlich war der blondhaarige Krankenpfleger ein wenig sauer auf den hochgewachsenen Medizinstudenten gewesen, dass dieser so tollkühn eine Schlägerei mit Nicholas angezettelt hatte.
Aber Grayson war zugleich mit einem warmen Gefühl bewusst geworden, dass es der junge Adelige wahrhaftig ernst mit ihm war. Ansonsten hätte Harry wohl auf keinen Fall die Konfrontation mit Nicholas sowie die Standpauke von Professor Hamilton in Kauf genommen.


„Grayson!“, riss ihn Eleanor wieder unsanft aus den unangenehmen Erinnerungen der letzten Nacht und mit schlaftrunkenen Augen blickte er zu seiner Kollegin, während er den warmen Haferbrei in seinen Mund schaufelte.
„Tut mir leid, Eleanor…“, nuschelte der blonde Krankenpfleger und nahm einen weiteren Löffel des warmen Breis, damit er der jungen Frau vor sich keine Rede und Antwort stehen musste.
Schwester Margaret, welche nahezu ein richtiger Morgenmuffel war und folglich noch mürrischer als gewöhnlich war, sah schon mahnend in ihre Richtung. Sie waren ohnehin schon zu spät dran, denn ein Großteil der anderen Pfleger und Krankenschwestern hatten ihr karges Frühstück schon beendet und waren gerade im Begriff die benutzten Schale aufzuräumen und sich daraufhin an ihre Arbeit zu machen.
„Ich bin ja schon so aufgeregt auf meinen ersten Tag!“, rief Charlie freudig und zerrte ungeduldig an dem weißen Ärmel von Graysons Uniform.
„Freu dich nur nicht zu früh, kleine Nervensäge…“, murmelte Grayson und hielt sich eine Hand vor den Mund, als er nochmals herzhaft gähnen musste.
„Wahrscheinlich lässt dich unser Drache erstmal nur kleinere Arbeiten verrichten, Charlotte…“, meinte Eleanor lächelnd in Richtung von Graysons kleiner Schwester.
„Wird mit Sicherheit sehr spannend…“, entgegnete Grayson mit einem sarkastischen Unterton in seiner Stimme.
„Volle Bettpfannen und Nachtschüsseln ausleeren und solches…“
Schmunzelnd betrachtete der blonde Krankenpfleger, wie sich der ursprünglich sehr euphorische und motivierte Gesichtsausdruck seiner um vier Jahre jüngeren Schwester wandelte und diese sich enttäuscht auf ihre Unterlippe bist.
„Meinst du wirklich, Grayson?“, fragte sie ihren Bruder nun mit großen Augen, woraufhin sie der Angesprochene und seine Kollegin lediglich anlächelten und Eleanor fügte noch leicht belehrend hinzu: „Jeder von uns hat mal klein angefangen, Charlotte.“
Grayson erhob sich nun ebenfalls von der unbequemen Holzbank und stellte sein Frühstücksgeschirr zu den benutzten Schalen.
Er beugte sich noch einmal zu seiner kleinen Schwester herab und presste einen Kuss auf ihre blonden Locken, welche sich bereits ordentlich und vorschriftsgemäß zusammengesteckt unter der weißen Haube der Krankenschwestern Uniform des Klinikums befanden.
„Du wirst das schon schaffen, Charlie…Ich glaube fest an dich, kleine Nervensäge…“

                                ***

Nach den wenigen Stunden an unruhigem Schlaf, welchen Grayson nach dieser aufregenden Feier erhaschen hatten können, fühlte er sich nach seiner Vormittagsschicht mehr als müde und geschafft.
Gleichzeitig fragte er sich, wie es wohl seiner kleinen Schwester bei ihrem allerersten Arbeitstag im Krankenhaus wohl erging.
Denn der Umgangston zwischen Schwester Margaret und ihren Angestellten war rau und der Arbeitsalltag der Krankenschwestern und Krankenpfleger erwies sich meist als sehr anstrengend und hektisch.
Und zudem war die stämmige Oberschwester bei weitem nicht für ihr einfühlsames Wesen sowie ihre Herzlichkeit bekannt. Aber Grayson hoffte- nein, er war davon überzeugt, dass Charlie ihren Job heute sehr gut machen würde.

Er hatte außerdem Eleanor aufgetragen, dass diese ein wachsames Auge auf seine jüngere Schwester haben sollte und vor allem verhindern sollte, dass Charlie allein mit Kieran O’Connor in einem leeren Krankensaal sein würde.
Denn, obwohl Grayson den rotblonden Iren inzwischen mochte, traute er dem jungen Adeligen nicht ganz über den Weg und glaubte ihm nicht ganz, dass er lediglich rein freundschaftliches Interesse an seiner kleinen Schwester hatte.

Erschöpft ging er den langen Flur des St. Thomas in Richtung des Ostflügels entlang, da Schwester Margaret nach ihm geschickt hatte.
Der brummigen Oberschwester war es natürlich nicht einfach so verborgen geblieben, dass den jungen Krankenpfleger die Geschehnisse der letzten Nacht noch sehr beschäftigten, aber ebenso wie ihr Vorgesetzter Professor Hamilton bohrte sie nicht mehr und nahm die fadenscheinige Erklärung des Blondhaarigen schulterzuckend zur Kenntnis.
Grayson rieb sich kurz über seine Augen, bevor sie sich überrascht weiteten, als er Harry am Ende des Ganges in einer innigen und zugleich ernst wirkenden Konversation mit Professor Abernathy entdeckte.
Der blondhaarige Krankenpfleger warf einen unsicheren Blick in Richtung des jungen Medizinstudenten, welcher ihn aber gar nicht zu bemerken schien. Harry redete kurz mit Professor Abernathy und kurz daraufhin verschwanden die beiden in Richtung von Professor Abernathys Büro, ohne auch nur von Grayson Notiz zu nehmen.
Gab es etwa eine Sache, welche der künftige Duke vor ihm geheim hielt?
Jedoch hatte Grayson leider in diesem Augenblick wenig Zeit, sich über dieses merkwürdige Aufeinandertreffen mit Harry und Professor Abernathy den Kopf zu zerbrechen.

Schulterzuckend wandte sich der junge Krankenpfleger ab und entschloss sich, während seiner Mittagspause einen kurzen Abstecher auf die Kinderstation zu machen, um ihrem kleinen Sorgenkind Oliver einen Besuch abzustatten.
„Was machen sie denn hier?“, wollte er sogleich von dem Mann und der ihm unbekannten Frau wissen, nachdem er diese im Krankensaal der jüngsten Patienten des St. Thomas ausgemacht hatte.
Auf dem schmalen Gesicht des Waisenjungens erschien ein freudiger und erleichterter Gesichtsausdruck, als er den blondhaarigen Krankenpfleger erkannt hatte.
„Mister Smith schickt mich…“, erklärte ihm sogleich Mr. Crawley, jener unsympathisch wirkende Butler, welcher im Hause des reichen Industriellen angestellt war. Dieser trug wie immer seine Butler Uniform, welche Grayson an einen Pinguin erinnerte.
„Er möchte seinen Sohn so schnell wie möglich zu sich nachhause wollen…“, setzte der Hausdiener von Mr. Smith den jungen Krankenpfleger mit einem arrogant wirkenden Gesichtsausdruck über sein Kommen in Kenntnis.
„Das geht aber nicht so einfach, wie sie sich das in diesem Moment gerade vorstellen…“, sagte Grayson kühl in Richtung des Hausdieners, „Sie müssen das erst mit Professor Hamilton oder Professor Abernathy besprechen.“

Die Miene des Butlers verfinsterte sich, nachdem es ihm wohl nicht allzu häufig passierte, dass überhaupt jemand wagte, ihm Widerworte zu geben.
Ein wenig angeekelt flog sein Blick über die brüchigen Mauern des alten Gebäudes und er rümpfte seine Hakennase: „Ich bezweifle, dass der junge Sir in dieser Umgebung schnell gesund werden kann…“
„Wir geben unser bestes, Mr. Crawley…“, entgegnete Grayson dem arroganten Butler mit selbstbewusster Miene und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
„Ja, das habe ich schon gehört…“, erwiderte der Butler dem jungen Mann sarkastisch und fügte noch hinzu: „Es ist ja gerade mal wenige Wochen her, dass Oliver unter ihrer Aufsicht beinahe an einem allergischen Schock verstorben wäre!“
Bei der Erinnerung an dieses traumatische Erlebnis schossen dem blonden Krankenpfleger beinahe die Tränen ins Auge schossen, welche er vehement vor dem arroganten Diener des reichen Fabriken Besitzers zurückzuhalten versuchte.
Hämisch lachte der Butler auf und er streute somit sogleich noch mehr Salz in die Wunde, welche immer noch brennend auf Graysons Gewissen klaffte: „Zum Glück hat ihn dieser dreckige Jude noch durch diese kleine Notoperation am Leben behalten können… Auch wenn er dafür den Hals des jungen Mister Smith verstümmeln musste…“
Mr. Crawley deutete unauffällig auf das große Pflaster, welches immer noch auf Olivers Hals klebte und somit die Einschnitt Stelle für den lebensnotwendigen Luftröhrenschnitt verdeckte.
„Reden sie gefälligst nicht so über Professor Abernathy!“, wies Grayson den arroganten Butler in seine Schranken, „Er ist ein begnadeter Chirurg und nur, weil er nicht wie beispielsweise Professor Hamilton schon unter dem Siegel der Kavallerie ihrer königlichen Majestät gearbeitet hat, ist er nicht weniger wert! Und auch nicht deshalb, weil er einer anderen Konfession als wir angehört!“
„Und außerdem…“, Grayson blickte dem Hausdiener selbstbewusst an, „Ist Oliver noch nicht Mister Smiths Sohn!“
„Mr. Smith hat ausreichend Geld, um die besten Anwälte Londons anzuheuern…“, antwortete Mr. Crawley mit einem leicht pikierten Zug um die Lippen und er strich sich mit den Fingerspitzen über seinen gewaltigen Schnauzer.
„Und dann werden sie schon sehen, wie schnell Olivers Status als der Erbe von Mr. Smith rechtlich anerkannt wird…“

„Wenn ich sie beide kurz unterbrechen könnte…“, mischte sich auf einmal die stämmige Frau in ihre Unterhaltung mit ein. Grayson erinnerte sie äußerlich ein wenig an Schwester Margaret, jedoch wirkte sie mit den blonden Locken, ihren rosigen Wangen und ihrem vergnügten Gesichtsausdruck wesentlich freundlicher als die brummige Oberschwester.
Sie reichte Grayson die Hand zur Begrüßung und sie stellte sich dem jungen Mann vor: „Mein Name ist Amalie Wilcox… Mister Smith hat mich vor kurzem als Nanny für seinen Adoptivsohn angestellt…“
Sie wandte sich nun an Oliver, welcher das hitzige Gespräch zwischen den Erwachsenen stumm beobachtet hatte, und reichte dem Waisenjungen einen großen Teddybären.
„Danke…“, flüsterte Oliver kaum hörbar und senkte schüchtern seinen Blick, als ihm der Blick des arroganten Butlers traf.
Grayson strich dem kleinen Jungen noch einmal sanft über die hellblonden Haare und lächelte sanft, wie er sah, dass der ehemalige Waisenjunge mit strahlenden Augen das Stofftier in den seinen Armen hielt.
„Keine Ursache, mein Kleiner…“, antwortete die Nanny und schenkte dem schmalen Jungen ein Lächeln.
Grayson wurde schnell wieder ernst und er meinte zu Mr. Crawley und Nanny Wilcox:
„Wenn Mister Smith Oliver mit nachhause nehmen möchte, dann muss er zunächst mit einem der beiden behandelnden Ärzten reden…“
„Papperlapapp…“, schnaubte der Butler und meinte noch: „Das ist doch Unsinn, junger Mann…“
„Das ist jedoch Vorschrift…“, entgegnete ihm Grayson unerbittlich und er bedachte die beiden noch mit einem strengen Blick.
„Warten sie hier bitte… Ich suche nach Professor Hamilton oder Professor Abernathy…“, sagte er und machte sich auf die Suche nach den beiden.

Während er die langen Gänge des St. Thomas entlang schritt, dachte sich Grayson, dass es wohl mehr für eine gute Erziehung eines Kindes benötigte als teure Geschenke und hochwertige Kleidung. Nämlich waren Liebe und Zuneigung wohl die einzigen Dinge, welche man nicht mit Geld kaufen konnte und die Oliver in diesem Augenblick wohl am dringendsten nach dem Tod seiner Mutter sowie den schrecklichen Erfahrungen im Waisenhaus „Foundling Hospital“ benötigte.

Er war sich sicher, dass Professor Abernathy den Jungen noch nicht in die Obhut des reichen Industriellen entlassen würde. Zudem Mr. Smith lediglich zwei seiner Angestellten geschickt hatte, um seinen unehelich geborenen Bastard nachhause zu holen.

Später am Nachmittag lief Grayson seiner Kollegin Eleanor über den Weg und er keuchte überrascht zusammen, als die junge Krankenschwester ihn plötzlich am Ärmel seiner Uniform packte.
„Oh Gott, was ist denn passiert, Eleanor?“, wollte der Blondhaarige besorgt von ihr wissen.
„Du bist ja weiß wie ein Gespenst…“
Hektisch strich sich Eleanor eine ihrer haselnussbraunen Strähnen hinter die Ohren und sie sagte zu ihrem Kollegen: „Grayson, hast du Oliver heute schon gesehen? Sein Bett auf der Krankenstation ist leer und ich habe den gesamtem Westflügel nach ihm abgesucht…Aber unser kleiner Oliver Twist ist wie vom Erdboden verschluckt…“
Grayson durchfuhr die Wahrheit über den Verbleib des kleinen Waisenjungens wie einen schmerzenden Stich durch sein Herz und er stöhnte entsetzt auf: „Oh nein!“
Vor Aufregung rutschte das gläserne Behältnis aus seinen zitternden Händen und zerschellte laut krachend auf dem sauberen Boden des Krankensaals.  
Mr. Crawley hatte Oliver also doch entgegen Graysons eindeutiger Anweisung einfach so mitgenommen.


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Hey, ich habe mich heute nach langer Schreibpause zusammengerissen & habe nun ein neues Kapitel für "In Sickness and in health" verfasst.
Ich hatte in den letzten Wochen sehr viel Stress (und leider wird es in den nächsten Wochen nicht weniger...) & habe deshalb gar keine Motivation oder Lust zum schreiben gehabt...
Ich hoffe ihr verzeiht mir die lange Wartepause! Wenn es euch gefallen hat, würde ich mich wie immer sehr über jegliche Rückmeldung freuen :))
[ Zum letzten Kapitel gab es leider gar keine Reviews... Ich hoffe, dass euch die Story trotzdem noch gefällt und Harry sowie Grayson auf ihrer Reise weiterbegleiten werdet... Eine Fortsetzung hätte ich ja schon geplant...]
Liebste Grüße,
Laura
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