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In Sickness and in Health [1. Teil]

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Historisch / P18 / MaleSlash
30.01.2021
23.10.2021
35
89.786
24
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Dieses Kapitel
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16.06.2021 2.853
 
CHAPTER 18:

„I hear a lot about sinners
Don't think that I'll be a saint
That the way you hold me, hold me, hold me, hold me, hold me
Feels so holy, holy, holy, holy, holy (Lyrics: Holy by Justin Bieber)


Grayson wusste in diesem Moment gar nicht mehr, wie lange er und der junge Adelige auf dem nächtlichen Hinterhof des St. Thomas standen und sich küssten.
Der junge Krankenpfleger war sich zwar mehr als bewusst, dass ihr Handeln äußerst töricht und leichtsinnig war, aber er wollte am liebsten, dass dieser magische Moment niemals enden würde.
Er genoss es, wie der größere Mann ihn näher an sich herangezogen hatte und seine warmen Hände beschützend an Graysons schmale Taille gelegt hatte.
Harrys Lippen waren seidig weich und der Blondhaarige erwiderte die zärtlichen Küsse des Medizinstudenten ebenso leidenschaftlich. Er musste sich zwar ein wenig auf die Zehenspitzen stellen, um die Schultern des hochgewachsenen Adeligen zu erreichen, jedoch war ihm dies wert, minutenlang in dieser unangenehmen Stellung zu verharren.
Auch drang langsam, aber sicher die eisige Nachtluft in die dünne Uniform des Krankenpflegers und er erzitterte leicht.
Harry schmunzelte leicht, als er seine Lippen von Graysons löste und er zog das Jackett seines teuren Smokings enger um die knochigen Schultern des Blondhaarigen.
„Ich möchte ja nicht, dass du mir noch hier erfrierst, Grayson…“, bemerkte der junge Adelige und sah den kleineren Mann mit seinen beeindruckenden, grünen Augen warm an.
„Wir sollten vielleicht bald mal wieder reingehen…“, schlug Harry zögerlich vor und Grayson nickte daraufhin lediglich.
„Dann komm…“, flüsterte ihm der Medizinstudent leise ins Ohr und griff daraufhin nach der schmalen Hand des Blonden.
Obwohl sich Grayson in diesem Augenblick immer noch furchtbar aufgrund des kleinen Waisenjungens fühlte und ihm immer noch die schrecklichen Bilder der blutigen Notoperation im Kopf herumspukten, fühlte er sich auf einmal mehr als glücklich….
An der Art wie Harry ihn umsorgte und ihm mit seinen bedachten Worten erklärte, wie sehr er ihn als Person und Mensch wertschätzte und auch ein wenig bewunderte, schmeichelte den blonden Krankenpfleger.

Als Harry sich für einen Moment zu dem schmalen Mann hinunterbeugte und ihm noch einen letzten Kuss auf die Lippen hauchte, konnte Grayson nicht verhindern, dass ihm ein dümmliches Grinsen übers Gesicht huschte.
Obwohl das, was die beiden jungen Männer hier taten und die gegenseitigen Gefühle, welche sie insgeheim empfanden, wohl in den Augen der anglikanischen Church of England als eine Todsünde galt, fühlte sich Grayson in diesen Sekunden vollkommen glückselig.
Beinahe schon heilig, dachte sich der junge Krankenpfleger nun und lächelte leicht.
Zusammen mit Harry fühlte er sich schwerelos und all seine Sorgen schienen sich zumindest für einen kleinen Moment in Luft aufgelöst zu haben.

„I don't believe in nirvana
But the way that we love in the night gave me life
Baby, I can't explain
That the way you hold me, hold me, hold me, hold me, hold me
Feels so holy, holy, holy, holy, holy
On God“


Dann aber krachte wieder die bittere und ernste Realität auf Grayson wieder. Er musste unbedingt wissen, wie Olivers weiteres Schicksal verlaufen würde.

                               ***

Sie machten sich wieder auf den Weg in das Innere des Klinikums. Harry hatte zu Grayson gemeint, dass er ihn noch zu der Krankenstation zurückbegleiten wollte, bevor er eine Kutsche zu seinem Quartier nehmen würde.
Aber bevor sie überhaupt wieder auf der Station der Kinder ankamen, entdeckte Grayson bereits seine Kollegin, welche mit einem ernsten Gesichtsausdruck auf ihn zustürmte.

Sie hatte sich anscheinend sehr eilig angezogen, denn sie trug lediglich das graue Leinenkleid ihrer Krankenschwesternuniform und ihre haselnussbraunen Locken flogen unfrisiert um ihren Kopf herum.
Schnell rückte Harry ein Stück von dem Krankenpfleger ab, damit Graysons Arbeitskollegin nicht auf falsche Gedanken kommen konnte.
„Ich habe eben von Schwester Margaret erfahren, was mit Oliver passiert ist… Das tut mir ja so leid, Grayson…“, sagte Eleanor zu ihm und sie blickte den blonden Krankenpfleger bedrückt an.
„Ich habe nichts für ihn tun können…“, murmelte Grayson mit belegter Stimme und wahrscheinlich wäre er sogleich wieder in Tränen ausgebrochen, wenn ihn Eleanor nicht überraschend in eine herzliche Umarmung gezogen hätte.
„Er hat es doch geschafft…“, verkündete ihm seine Kollegin diese mehr als erfreuliche Botschaft und Grayson dachte im ersten Moment, dass er sich verhört hatte.

Oliver hatte überlebt?

Der blonde Krankenpfleger konnte es kaum fassen, dass der kleine Waisenjunge offenbar heile aus dieser unerwarteten allergischen Reaktion herausgegangen war.

Vor wenigen Minuten hatte er sich noch die Schuld an dem Tod des kleinen Jungen gegeben und nun sollte dieser überlebt haben?


„Wirklich?“, versicherte er sich nochmals bei Eleanor und diese schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Sie hielt ihren Kollegen immer noch in der Umarmung und sie meinte zu ihm:
„Hörst du, Grayson? Du bist nicht an diesem schrecklichen Unglücksfall schuld… Professor Abernathy hat gesagt, dass du ihm mit deiner schnellen Handlung höchstwahrscheinlich das Leben gerettet hast! Wenn du ihn nicht während deiner Nachtschicht entdeckt hättest, dann wäre er an dieser allergischen Reaktion erstickt!“
Der blondhaarige Krankenpfleger wäre vor Erleichterung in diesem Augenblick wohl am liebsten nochmals in Tränen ausgebrochen. Aber er riss sich zusammen und erwiderte stattdessen glücklich die Umarmung seiner Kollegin.
Aus seinen Augenwinkeln bemerkte Grayson, wie Harry die Arme vor seinem weißen Hemd verschränkt hatte und die beiden Angestellten des St. Thomas mit gerunzelten Augenbrauen musterte.
Offenbar passte es ihm ganz und gar nicht, dass die hübsche Krankenschwester sich innig in Graysons schmiegte und diese ihn herzlich umarmte.
Er räusperte sich nach einer Weile und sah Grayson dann in die blauen Augen: „Meinst du, wir könnten eventuell kurz zu Oliver, Eleanor?
Die Angesprochene blickte überrascht auf den jungen Adeligen und sie fragte sich wohl in Gedanken, weshalb sich der künftige Duke noch spätabends im St. Thomas herumtrieb.
„Da müssen wir wohl kurz Schwester Margaret fragen… Aber ich denke, dass dies kein Problem darstellen wird…“

Kurze Zeit später standen Harry und er auch schon in dem großen Krankensaal des Klinikums, welcher für die jüngsten Patienten des Hospitals vorgesehen war. Ihre Augen lagen auf dem schmächtigen Waisenjungen, welcher in dem kleinen Bett nun friedlich schlummerte.
Grayson betrachtete mit einem sorgsamen Blick das blasse Gesicht sowie den Hals des Knaben, um welchen nun ein dicker weißer Verband geschlungen war.
Obwohl Oliver noch vor wenigen Stunden ein furchtbares Martyrium durchlitten hatte, wirkte er nun abgesehen von dem Halsverband und dem Verband um sein gebrochenes Bein wieder vollkommen genesen.
„Ich bin so froh, Harry…“, murmelte Grayson leise und er musste sich zusammenreißen, um nicht schon wieder in Tränen auszubrechen.
Er ließ es zu, dass der junge Adelige seine Arme von hinten um die schmale Taille des Krankenpflegers schloss und seinen Kopf auf Graysons ablegte.
„Ich habe dir doch gesagt, dass alles gut werden wird…“, entgegnete Harry ihm leise und hauchte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
„Professor Abernathy ist wahrhaftig ein äußerst begnadeter Chirurg… Vielleicht sogar noch ein Stück besser als Professor Hamilton…“, meinte Grayson und ließ dabei Oliver, welcher friedsam in Morpheus Armen ruhte, nicht aus den Augen.
„Lass das bloß nicht den griesgrämigen Professor Hamilton hören, Grayson…“, scherzte Harry lachend und küsste nochmals den blonden Haarschopf des Krankenpflegers.
„Immerhin hat er schon unter dem Siegel der Kavallerie ihrer königlichen Majestät von England operiert…“
„Ich werde meine Zunge hüten und diesen Satz keinesfalls in der Anwesenheit des Professors aussprechen…“, erwiderte Grayson ihm und lehnte sich schläfrig ein Stück näher in seine warme Umarmung.
Erst jetzt durchfuhr ihn die Müdigkeit wie ein Blitz und er realisierte, dass er fast schon die ganze Nacht durchgehend auf den Beinen war.
Die große Wanduhr tickte laut und zeigte bereits nach Mitternacht. Grayson wusste, dass er sich bald schlafen legen musste, wenn er morgen wieder seine alltägliche Schicht um fünf Uhr antreten könnte.

Als Harry und er Schritte auf dem Gang hörten und sich daraufhin die Tür zur Krankenstation der Kinder öffnete, fuhren die beiden jungen Männer sogleich auseinander.
Mister Edwards…“, entfuhr es ihr überrascht, als sie den jungen Adeligen neben ihrem Mitarbeiter stehen sah.
Ahnte die stämmige Oberschwester etwa, wie eng sich Grayson und Harry insgeheim standen?
„Was machen sie denn noch um diese späte Uhrzeit hier im Klinikum, Mister Edwards?“, wollte sie von dem Medizinstudenten wissen und blickte diesen streng an.
Harry räusperte sich und erklärte Schwester Margaret: „Ich habe… habe auf dem Wohltätigkeitsball von dem schrecklichen Vorfall erfahren und ich habe mich sogleich auf den Weg hierher gemacht…“
„Ich wollte nur sichergehen, dass es Oliver gut geht, Schwester Margaret“, sagte der Medizinstudent zu dieser und wandte sich dann zum Gehen: „Ich wünschen ihnen nun eine erholsame und gute Nacht!“
Harry warf Grayson noch einmal ein schüchternes Lächeln zu, bevor er sein nun schmutziges Jackett von der Stuhllehne nahm und daraufhin aus dem Krankensaal ging.
Schwester Margaret stemmte die Arme in ihre fülligen Hüften und Grayson machte sich schon insgeheim auf eine weitere Standpauke der Oberschwester gefasst, als diese ihn überraschend kurz anlächelte und dem blonden Krankenpfleger eine Hand auf die Schulter legte.
„Du hast heute mehr als richtig gehandelt, Grayson… Das hast du sehr gut gemacht…“, lobte Schwester Margaret ihn sogar noch und der Blonde fragte sich, ob er diesen Moment nur träumte.
„Wenn du nicht so schnell gehandelt hättest und ihn zu Professor Abernathy und mir gebracht hättest, dann wäre dieser Anfall weniger glimpflich für Oliver ausgegangen…“, erklärte Schwester Margaret ihm und Grayson konnte es kaum fassen, dass ihm die sonst so brummige Oberschwester sogar noch ein Lob ausgesprochen hatte.
„Aber nun, ab ins Bett, junger Mann!“, befahl ihm Schwester Margaret im nächsten Moment und machte Anstalten, den blonden Krankenpfleger bestimmend aus dem Saal zu scheuchen.
„Erhol dich gut, Kleiner…“, murmelte Grayson noch dem kleinen Waisenjungen zu und strich ihm über die hellblonden Haare, bevor er sich nun endlich auch auf den Weg in seine Schlafkammer machte.

                               ***

Am nächsten Tag waren Grayson und Eleanor gerade dabei, die schmutzigen Bettlaken im Krankensaal der Kinder zu wechseln, als plötzlich ein unbekannter, älterer Mann im Raum stand.
„Entschuldigung, kann ich ihnen helfen?“, fragte die junge Krankenschwester den älteren Herren, welcher mit einem langen, schwarzen Gehrock mit vergoldeten Knöpfen bekleidet war und bereits nur noch lichtes Haar auf dem Kopf besaß.
Aufgrund seiner Bekleidung schloss der blondhaarige Krankenpfleger, dass der Unbekannte wohl in einem herrschaftlichen Hause als Butler oder als ein anderer hoher Angestellter beschäftigt sei.
Mit einem pikierten Blick musterte er die einfachen weißen Uniformen der beiden Mitarbeiter des St. Thomas und rümpfte ein wenig die Nase. Es war offensichtlich, dass sich der alte Mann besser als die beiden Angestellten, nur weil er als Butler für eine angesehene Familie arbeitete.
„Ich denke nicht, dass sie mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen können…“, erwiderte er mit nasaler Stimme und Grayson hätte am liebsten mit den Augen gerollt, da ihn das hochnäsige Verhalten des alten Mannes auf den Zeiger ging.
„Könnte ich mit einem ihrer Vorgesetzen sprechen?“, fragte er weiter und blickte Grayson und Eleanor abwartend an.
„Es ist äußerst dringend…“, fügte er noch hinzu und Eleanor schüttelte bedauernd den Kopf: „Professor Abernathy befindet sich gerade im OP und Professor Hamilton hält wie jeden Vormittag gerade seine gut besuchte Vorlesung vor den Herren Studiosi…“
Es war dem fremden Mann anzusehen, dass er über diese Antwort nicht allzu sehr erfreut, denn er verschränkte abwartend die Arme vor seiner Brust.

Zum Glück kam gerade Schwester Margaret auf die Kinderstation und sie erkannte den unbekannten Besucher sogleich.
Wenn jemand diesen arroganten Pinguin in Schach halten könnte und in die Schranken weisen könnte, dann war dies die stämmige Oberschwester, dachte sich Grayson erleichtert.
Denn diese nahm ja sogar vor Professor Abernathy und auch vor dem höchst bewunderten Professor Hamilton kein Blatt vor den Mund.
„Kann ich ihnen helfen?“
Der ältere Mann erkannte anscheinend, dass es sich bei Schwester Margaret nicht um eine einfache Angestellte handelte und
Der Butler reichte der brummigen Oberschwester zu Graysons Überraschung die Hand und straffte sein Jackett.
„Wenn ich mich vorstellen dürfte… Mein Name ist Crawley und ich bin im Hause von Mr. Smith beschäftigt…“, erklärte der Butler mit unruhiger Stimme und Eleanor und Grayson sahen sich für eine Sekunde an.
Was hatte dieser denn im Inneren des St. Thomas zu suchen? Und wie hatte er sich wohl an dem dürren Portier an der Eingangspforte vorbeischleichen können?
„Die Tochter ihres Auftragstellers befindet sich nicht in unseren Räumen…“, entgegnete Schwester Margaret dem hoch gewachsenen Mann und wollte ihn offenbar schon wieder aus dem Krankensaal scheuchen, als dieser intervenierte.
Der Hausdiener erzählte: „Es war ja so eine große Aufregung, als die Nachricht von Miss Annabeths Verschwinden bekannt wurde. Ein Stubenmädchen hatte den Umschlag mit dem Abschiedsbrief frühmorgens gefunden, als sie dem Fräulein frisches Wasser für ihre Morgenhygiene bringen wollte… Diese schreckliche Nachricht ging wie ein Lauffeuer in der gesamten Dienerschaft um…“
Der Butler legte sich eine Hand auf die Stelle, unter der sich sein Herz befand und er seufzte:
„Es war ein Skandal! Das sage ich ihnen… Die gesamte Dienerschaft und sogar die Nachbarn haben sich über Mister Smith und seine Tochter das Maul zerrissen… Immer mehr Gerückte kamen dabei auf… Ein paar der weiblichen Angestellten hatten schon befürchtet, dass sich die junge Miss etwas angetan haben könnte…Beispielsweise, dass Miss Annabeth vor Liebeskummer in die Themse gegangen war oder sich vor eine fahrende Kutsche gestürzt hätte…“

„Aber dem war zum Glück nicht der Fall…“

Ein aufgebrachter Ausdruck legte sich nun über das faltige Gesicht von Mr. Crawley:
„Stattdessen ist sie mit einem mittellosen Krankenpfleger durchgebrannt! Ich weiß nicht, was sich Miss Annabeth mit dieser unüberlegten Handlung wohl gedacht hat… Sie hatte so eine große Zukunft vor sich… Sie hätte Derek Richardson heiraten soll und auf den Landsitz seines kürzlich verstorbenen Vaters leben können… Und jetzt?“

Schwester Margaret unterbrach den Butler energisch und sagte zu diesem: „Weshalb sind sie denn nun hierhergekommen, Mr. Crawley? Ich versichere ihn, dass wir weder Liam noch Mister Smiths Tochter in unseren Räumen versteckt halten…“
Der Hausdiener rümpfte seine Nase und sah die brummige Oberschwester arrogant an: „Das denke ich natürlich keineswegs… Ich komme wegen einer anderen Angelegenheit… Mr. Smith kam gestern spätabends sturzbetrunken nachhause und dabei er mehrere komische Andeutungen gemacht…“

„Und diese wären, Mr. Crawley?“, erkundigte sich Schwester Margaret nun neugierig bei dem Butler und dieser führte weiter aus:
„Er erzählte mir etwas von einem jungen Mädchen, welches vor etwa fünf oder sechs Jahren in unserem Hause als Wäscherin beschäftigt war… Sie hatte es ihm offenbar… angetan…“

Grayson lauschte mit pochendem Herzen der Erzählung des alten Dieners und er fragte sich, was dieser mit seiner Rede wohl bezwecken wollte und weshalb er überhaupt den Weg ins St. Thomas auf sich genommen hatte.

„Sie müssen hierbei wissen, dass die junge Misses Smith, also Annabeths werte Mama, zu diesem Zeitpunkt bereits schwerkrank war… Als die junge Angestellte meinem Herrn wohl gebeichtet hatte, dass sie ein Kind erwartete, hatte er sie wohl rüde aus dem Hause gejagt und seine mögliche Vaterschaft verleugnet…“
„Mister Smith hatte gestern sein unbarmherziges Verhalten von damals zutiefst bereut… Und er hat wohl in den letzten Monaten in Erfahrung gebracht, wo sein Bankert verblieben war…Die Mutter erfreut sich des Ablebens… Und das Kind ist wohl in einem von Londons zahlreichen Waisenhäusern gelandet…“

Der Butler sah sich suchend in dem großen Krankensaal der Kinder um und musterte die blassen und schmalen Gesichter der kranken Kinder.
„Da Miss Annabeth nun wie vom Erdboden verschwunden ist, benötigt Mr. Smith nun dringend einen Erben, welcher einmal seine zahlreichen Fabriken nach seinem Tod erben soll…Er will den Knaben als seinen Sohn legitimieren lassen und ihn als seinen Erben adoptieren… “

Der ältere Mann strich sich mit den Fingern über den gewaltigen Schnauzer in seinem Gesicht und er wandte sich an Schwester Margaret: „Der Junge hört nach Mr. Smiths Quellen auf den Namen Oliver… Befindet sich denn momentan ein solches Kind etwa in ihrer Obhut?“

Grayson durchfuhr es in diesem Augenblick wie einen Blitz und er setzte die brüchigen Puzzlestücke, welche er von Mr. Crawley eben erfahren hatte, in seinem Kopf zusammen.

Mit einem entsetzten Gesichtsausdruck blickte er den alten Hausdiener an und er rief: „Sie wollen etwa damit andeuten, dass es sich bei Oliver um Ernest Smiths unehelichen Sohn handelt?“
Der Butler nickte ernst und Schwester Margaret erhob nun auch das Wort: „Aber das bedeutet ja, dass Miss Annabeth auch Olivers, wesentlich ältere Halbschwester wäre…“
„So ist es…“, verkündete Mr. Crawley mit gefasster Miene.

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Natürlich wollte ich euch die neueste Entwicklung bzgl. Oliver und Miss Smith natürlich nicht vorenthalten :D Hättet ihr mit dieser Wendung gerechnet?
Ich habe versucht es in den vorherigen Kapiteln ein bisschen anklingen zu lassen... Da Eleanor meinte, dass Olivers blonde Haare einen Ticken heller als Graysons sind... Ebenso wie die von Annabeth Smith...
Vielen Dank auch für die 17 Empfehlungen! Die Leseranzahl der Geschichte steigt immer mehr an, das freut mich natürlich...
es würde mich auch freuen, wenn sich immer nicht nur diesselben Leute im Review zu Wort melden würden ;) Ich sehe ja immerhin, wer alles hier schwarz mitliest...
Und so ein Kapitel kostet mich schon immer ein paar Stündchen
Ich hoffe ihr genießt noch die Sonnenstrahlen!
LG Laura
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