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Wo springt die Zeit wohl hin

GedichtPoesie / P12 / Gen
30.01.2021
30.01.2021
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In letzter Zeit dachte ich viel über den Titel meines Mitte/Ende März dieses Jahres erscheinenden dritten Lyrikbandes nach.
Er steht nun fest und lautet: << Wo springt die Zeit wohl hin?>>

Beschäftigt uns diese Frage nicht in der jetzigen Zeit ständig? In welcher Art von neuer Normalität werden wir uns wohl durch die Pandemie, aber auch durch die Digitalisierung und den Klimawandel in wenigen Jahren wiederfinden? ‍

Natürlich brauchte ich zu dem "Wo springt die Zeit wohl hin?" ein Gedicht. So wollte ich gerne einmal wieder im altgriechischen Versmaß Distichon schreiben, mir aber andererseits auch das Reimen dabei nicht nehmen lassen.
Das kam dabei heraus:

Wo springt die Zeit wohl hin?

Gibt es denn Schöneres, als in den goldenen Zeiten zu weilen?
Schade ist nur, dass die Zeit leider von Glück nichts versteht.
Eben an glücklichen Tagen, da scheint sich die Zeit zu beeilen,
hetzt an uns hastig vorbei, flieht wie vom Winde verweht.
Ist sie bereits auf dem Sprung, um ein anderes Ziel anzupeilen?
Sprunghaft erscheint uns die Zeit, auch wenn sie stetig vergeht.

Fühlen wir uns auch in dunkleren Zeiten behütet, geborgen?
Warten wir dann auf den Sprung hin zu der helleren Zeit?
Langsam laviert sich die schleichende Zeit durch die Täler von Sorgen.
Sprünge, sie kosten uns Kraft, die uns die Hoffnung verleiht.
Strahlen der Sonne verschlingen die Schwaden des Nebels am Morgen.
Jeder der Strahlen schenkt Mut, macht uns zum Aufbruch bereit.

Müde, gefangen umrunden die Zeiger die Zentren der Uhren.
Dies liegt der Zeit völlig fern: Wenn sie so springt kreuz und quer,
zeigt sie uns wildfremde Wege auf harten, ermattenden Touren.
Selbst auf dem steinigsten Pfad, lohnt sich der neue Weg sehr!
Stände nicht Stillstand im Widerspruch zu all dem Sein der Naturen?
Wandel ist Werkzeug der Zeit, Stillstand erträgt sie nur schwer.

Frohe Momente und Schläge des Schicksals lassen uns meinen,
Wandel wär' sprunghaft, abrupt, brächte uns Glück oder Pein.
Kaum jemand wird die Präsenz eines stetigen Wandels verneinen.
Wandel und Zeit sind ein Paar: Zeit wandelt Trauben in Wein.
Ewiger Lauf der Äonen lässt Sprünge als winzig erscheinen.
Wo führt der Wandel wohl hin? Zu einem besseren Sein?

© Norbert Rahn
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