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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
31
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
29.01.2022 4.126
 
Sakura Pov

༻❀༺


Das Herz hämmerte Sakura gegen den Brustkorb, während sie ihre Tochter fest an sich gedrückt hielt. Gleichzeitig staute sich in ihr eine Welle der Unsicherheit, nur, um kurz darauf berstend über ihr zusammenzubrechen. Es handelte sich zwar nur um einen kurzen Augenblick, aber dieser hielt sie gefangen, umhüllt von kalter und lähmender Masse der Angst. Ehe ihr der Ausbruch gelang, waren es zwei Fragen, die ihr durch den Kopf schwirrten: Wer griff sie an und wie würde sie ihre Tochter beschützen können?

Automatisch drückte sie das weinende Kind noch fester an sich, suchte mit der anderen ihre Tasche und schmiss sich diese über die Schulter. Dann lief sie los. Aber wohin sollte sie? Nach Hause?

Eine Stimme in ihrem Kopf ließ sie innehalten. Es war ein Shinobi aus der Sensoreinheit.

Bitte begeben Sie sich unverzüglich zu den Schutzbunkern, sagte er. Verhalten Sie sich ruhig und halten Sie sich an die Anweisungen der Shinobi des für Ihren zuständigen Bereichs.

Sakuras Hals wurde trocken. Seit Pains Angriff, und der völligen Zerstörung des Dorfes, wurden diverse Schutzbunker für Zivilisten errichtet und der Evakuierungsplan tüchtig überarbeitet. Es musste also wirklich ernst sein und heute würde alles auf die Probe gestellt werden.

Sie strich Sarada sanft über den schwarzen Schopf. Mit ihrer Tochter würde sie wohl auch einen davon aufsuchen müssen. Da der Schutzbereich außerhalb des Osttores näher lag als alle anderen, lief Sakura, mitten über die Wiese, auf direktem Wege dorthin.

Sarada drückte sich mit aller Kraft an ihre Mama, weinte dabei so bitterlich, dass Sakuras Oberteil längst durchnässt war, als sie sich in den flüchtenden Menschenstrom einreihte, der sich folglich in Richtung Osttor bewegt. Während sie ging, versuchte sie mit der Hand ihr kleines Ohr, welches nicht schützend an ihrer Brust lag, zu bedecken, damit der Lärm sie nicht in voller Stärke erreichen konnte.

Erschrocken fuhren alle Menschen auf dieser Straße zusammen, als ein fürchterlicher Lärm, irgendwo, ziemlich weit hinter, von einer Explosion ausgelöst wurde. Sakura warf nur flüchtig einen Blick zurück, und bewegte sich stattdessen mit geschärften Sinnen noch zielstrebiger voran; viele Menschen waren stehen geblieben und hatten sich umgedreht, murmelten, riefen sich etwas zu. Sakura drängte sich zwischen den Körper und verschiedensten Ellenbogen hindurch, und starrte in die weit aufgerissenen Augen der Menschen, in denen sich dieselbe Angst wie damals, bei den Angriff von Pain, widerspiegelten. Aber Sakura hatte nur eines im Sinn: ihre Tochter in Sicherheit zu bringen.

„Bleiben Sie ruhig und laufen Sie doch weiter", rief sie den Leuten zu, so behinderten sie doch die Evakuierung. Einige hörten darauf, setzte sich wieder in Bewegung, bis der Strom schließlich gänzlich weiterlief. Es war furchtbar; Kinder weinten, Frauen schluchzten und Männerstimmen schrien panisch klingende Anweisungen. Wo war denn der verdammte Shinobi, der für den Bereich zuständig war? Suchend sah sie sich um, entdeckte jedoch niemanden

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen sie endlich am Eingang des Bunkers an, wo Sakura sich kurz absetzte und erneut nach einem Shinobi Ausschau hielt, der die Evakuierung leitete. Er würde ihr mehr erzählen können. Aber da sie niemanden entdeckte, reihte sie sich wieder in den Menschenstrom ein, um in den Bunker zu gelangen. Sie musste jetzt an ihre Tochter denken.

Die Menge stolperte regelrecht in den dunklen Tunnel, welcher in ein ausgehobenes Erdreich führte, das tief unter der Erde lag.

Die Luft im Sicherheitsbereich war zunächst kühl und feucht, wurde mit jedem weiteren Menschen aber stickiger. Würde Sakura nicht wissen, dass es hier Belüftungsanlagen gab, dann wäre sie sicherlich spätestens jetzt in Panik verfallen. Direkt vor ihr ging ein Mann, der sich eine Fackel aus der Wand genommen hatte, und den Weg zu ihren Füßen erleuchtete. Der Gang führte sie immer tiefer hinein, weit unters Erdreich, wo die Bewohner vor Angriffen geschützt sein würden.

„Es ist alles gut, Sarada", versuchte sie ihrer Tochter jetzt einzureden, denn endlich konnte mein sein eigenes Wort wieder verstehen, ohne schreien zu müssen. „Gleich haben wir es geschafft."

Kurz darauf traten sie in einen Bereich, von dem mehrere größere Ausbuchtungen abgingen, in denen man Schutz suchen konnte. Sakura löste sich aus der Menge und sah sich nach bekannten Gesichtern um. Es dauerte nicht lange, da erblickte sie einige Kinder von ihrer Station. Sie waren allein.

Als die Meute sie erkannte, wurden ihre Augen groß. Die beiden Mädchen, die erst kürzlich bei ihnen eingetroffen waren, sprangen auf und kamen heulend auf Sakura zu, um ihre Arme um ihre Hüften zu schlingen. Sie entdeckte auch die anderen beiden Jungen sowie Riku.

„Nicht so stürmisch", tadelte Sakura mild und tätschelte mit der freien Hand erst den einen, dann den anderen den schluchzenden Schopf. „Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Hier sind wir sicher. Geht es euch allen gut?" Wieder sah sie sich um. „Wo sind denn die Schwestern?" Eigentlich müsste sich bei einer Evakuierung mindestens eine Person bei einer Gruppe von Kindern aufhalten. Aber die Gruppe war klein, fiel Sakura dann auf, eigentlich müsste sie größer sein, da stimme etwas nicht.

„Wir wurden getrennt", erklärte Riku achselzuckend und starrte angestrengt zu Boden. Stirnrunzelnd betrachtete Sakura den Jungen. Sein Einwand erklärte zumindest ihre beiden Gedanken. „Ist bei dir alles in Ordnung, Riku?" Irgendwie verhielt er sich anders, kühl und reserviert. Möglich, dass die Evakuierung ein Trauma in ihm hervorgerufen hatte. Sie würde sich nachher darum kümmern wollen.

„Ich habe sie weggeführt, in Sicherheit", erklärte der Junge weiter. Er sah dabei auf, ohne eine Emotion in seinem Gesicht zu rühren. „Hinter den Menschen her."

„Ja, wir haben dich gesehen und sind dir gefolgt. Aber dann warst du plötzlich weg", mischte sich das eine Mädchen ein.

„Dann müsst ihr mich überholt haben", erklärte Sakura und zwinkerte ihr zu, ehe sie Riku wieder besorgt bedachte. Sakura hatte sich ja für einen Moment abgesetzt, in dieser Zeit mussten die Kinder sie überholt haben. „Das hast du gut gemacht, Riku ", sagte sie dann zu dem Jungen und nickte fest. Kurz loderten seine Augen auf, als reagierte er auf ihre würdigenden Worte. „Die anderen werden sicher in einem anderen Schutzbereich untergekommen sein", sagte sie dann und blickte schwach lächelnd in die Runde. „Ich bin mir sicher, es geht es allen gut."

Sakura beschloss nun, sich zu den Kindern zu setzen, denn irgendwie fühlte sie sich ja verantwortlich. In jeder Ausbuchtung befand sich Stroh, auf das man sich setzen konnte.

Sarada hatte aufgehört zu weinen, weshalb Sakura sie auf ihrem Schoß platzierte, so, dass sie in die Runde sehen konnte. Auf ihrem Hintern rutschend schlurften die beiden Mädchen über den sandigen Boden zu Sakura heran und reichten Sarada ihre Hände. Erst verhielt sich das Kind schüchtern, das kannte Sakura gar nicht, war wohl aber der aufregenden Situation geschuldet. Kurz darauf riss sie jedoch wieder völlig begeistert den kleinen Mund auf, als sie mit den Mädchen lachte und gluckste.

„Sie ist soooo süß", sagte die eine.

„Oh ja. Und so hübsch."

„Hast du gehört, Sarada? Sie finden sich hübsch", meinte Sakura und lachte leise.

Kurz darauf trat eine junge Kunoichi mit dem Rang eines Genin ein und verteilte an alle etwas zu trinken und Essen. Sakura trank jedoch nur wenige Schlucke des kühlen Wassers und stellte es dann auf dem Boden ab.

„Kann ich Sarada kurz bei euch lassen?", fragte sie die beiden Mädchen, die mit Sarada einen wackelfreien Gang übten. „Ich würde mich kurz informieren gehen, was hier eigentlich los ist. Das ist nur ein paar Eingänge entfernt." Sie wollte Sarada nicht noch weiter durch die Menschenmenge schleppen, gerade fühlte sie sich doch so wohl bei den Mädchen. „Es dauert nur drei Minuten."

Begeistert klatschten die beiden in die Hände. „Wir passen auf, natürlich", riefen sie im Chor.

„Danke", sagte Sakura lächelnd.

Sie wusste, dass es in jedem dieser Schutzbunker einen Bereich gab, in dem sich die zuständigen Shinobi aufhalten mussten. Die Ausbuchtung, die sie suchte, war, wie vermutet, nicht weit entfernt, aber zu Sakuras Bedauern handelte es sich leider um keine Person, die sie wirklich gut kannte. Trotz dessen erkundigte sie sich bei den drei jungen Chunin, die augenscheinlich die Zuständigkeit für diesen Bereich erhalten hatten. Viel konnten sie Sakura nicht sagen, nur, dass Konoha vermutlich Opfer eines Anschlags wurde. Erst sprengen sie ein Loch in die Mauer, woraufhin fremde Kämpfer oder Shinobi, man wusste es nicht genau, in die Stadt eindrangen, und kurz darauf gingen mehrere Bomben in Konoha hoch. Wahrscheinlich hatten sich diverse Komplizen schon unbemerkt und vorab im Dorf aufgehalten, da die erste Explosion von Innen ausgelöst wurde und Weitere in einer raschen Abfolge auftraten. Der Name von Mangtsu fiel während der Erklärungen nicht, was Sakura ein wenig aufatmen ließ. Dennoch machte sie eines stutzig: Komplizen? Wie kamen diese nur in die Stadt? Sie mussten also nicht zum ersten Mal in Konoha sein.

Sakura bedankte sich und machte sich auf den Rückweg. Bereits von Weitem erkannte sie Silhouetten, die vor ihrer Einbuchtung mehrere Personen abbildeten, die sich nervös bewegten. Mit Herzklopfen beschleunigte sie ihren Schritt. Wer war das?

Als sie dann feststellte, dass es sich lediglich um die Kinder handelte, wurde sie wieder langsamer. Als sie jedoch noch näherkam, und ein Junge sich umdrehte, den sie als Riku identifizierte, blieb sie wie angewurzelt stehen, als wäre sie augenblicklich mit dem Boden fest verankert. Es waren die beiden Mädchen, die bei ihm standen, und an ihm zogen; sie waren nur halb so groß wie er. Und Sarada war bei ihnen, was Sakura schwer schlucken ließ. Und es waren nicht die beiden Mädchen, die ihre Tochter hielten, nein. Es war Riku. Aus einem für sie zuerst unerklärlichen Grund, krampfte ihr Magen. Weshalb machte sie sich Sorgen? Aber es waren wieder Rikus Augen, die so eigenartig funkelten, als sein Blick Sakura erfasste, die plötzlich auftauchte - er schien sogar regelrecht gelähmt davon zu sein.

„Riku", sagte Sakura angespannt, ging einen Schritt auf ihn zu und streckte die Arme aus. „Danke, dass du dich um Sarada gekümmert hast. Du kannst sie mir jetzt geben."

Als Riku aber einen Schritt nach hinten wich, rutschte Sakura mit einem Mal das Herz in die Hose.

„Du kannst sie wirklich mir geben. Ich bin fertig.", wiederholte sie jetzt nervös.

„Er hat sie uns einfach weggenommen, Sensei", klagten die Mädchen jammernd.

„Haltet den Mund", stieß Riku plötzlich wütend aus, wovon Sarada zusammenzuckte, ängstlich winselte und sich nach Sakura umsah.

„Riku, was ist denn plötzlich los?", fragte Sakura mit zermürbter Stimme, und sah immer unsicherer von Sarada hinauf zu Riku.

Als dann noch ein kehliges und unheimliches Lachen aus dem Mund des Jungen entwich, schnürte sich Sakuras Kehle zu.

„Dass es so einfach werden würde, hätte ich nicht gedacht", sagte er, während er ein Kunai aus der Tasche zog, um die Klinge an Saradas kleines Gesicht zu halten. „Bleibt zurück", meinte er daraufhin und trat einige Schritte nach hinten, um mehr Abstand zwischen ihnen zu schaffen.

Sakura rang bei dem Anblick jetzt atemlos nach Luft, und als die beiden Mädchen zu kreischen begannen, drehte sich der Gang kurz. Mit zittriger Hand tastete sie nach der kühlen Wand, um sich zu halten. Die Tasche, die sich noch immer trug, schlug dabei dagegen, und am Rande bekam sie mit, wie jemand interessiert den Kopf aus der nächsten Ausbuchtung streckte.

„Lasst mich gehen", zischte Riku. „Sonst werde ich der Kleinen ein Ohr oder einen Finger abschneiden, die werden schließlich nicht gebraucht."

Nicht gebraucht? Was brauchte er dann? Dann fiel es ihr siedend heiß ein: Ihre Augen. Er wollte ihre Augen. Sie taumelte erst einen Schritt nach hinten, kniff dann aber flüchtig die Augen zusammen, um wieder zur Besinnung zu kommen. Sasuke hatte die Kinder doch auf ein Genjutsu untersucht. Wie konnte das also sein? Oder tat er das etwa aus freiem Willen? Reiß dich zusammen, Sakura, rief ihre innere Stimme ihr zu, du musst sie beschützen. Sie ist deine Tochter.

Als Sakura die Schritte der drei Chunin hinter sich hörte, hob sie ihre Hand, um die jungen Shinobi zurückzuhalten. Sie durften keinen Fehler machen.

„Sie ist meine Tochter ... gib sie mir", murmelte Sakura wie aus der Kanone geschossen und ballte eine zitternde Faust. „Wieso machst du das, Riku?", schrie sie dann und funkelte ihn furchteinflößend an.

„W-was?" Riku ließ das Kunai kurz sinken, trat einen weiteren Schritt zurück, und hob es dann sofort wieder, um es erneut an Saradas Kehle zu halten.

„Das wagst du nicht", drohte Sakura ihm und schlug mit der Faust gegen die Wand, sodass die Höhle kurz ins Straucheln kam und Staub von der Decke rieselte. Wut fuhr durch jede einzelne ihrer Zellen.

Als sie Riku nervös schlucken sah, fuhr ihr ein gehässiges Lächeln über die Lippen. Vielleicht würde sie ihn mit Einschüchterung zur Kapitulation bringen können. Aber als der Junge den Fuß zurücksetzte und den Körper drehte, um wegzulaufen, sog Sakura scharf Luft ein.

Ehe sie reagieren konnte, um ihm zu folgen, erstarrte der Junge. „Verdammt", zischte er gepresst. „Was ist das?"

„Wie nervig", kam aus einer der Einbuchtungen plötzlich hervor. „Einer Mutter sollte man das Kind nicht stehlen", erklärte Shikamaru und trat auf den Bengel zu. „Tut mir leid, ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet", erklärte er.

„Shikamaru", stieß Sakura erleichtert aus. Er hatte den Bengel mit seiner Schattenfessel erwischt. Ohne weiter zu zögern, lief Sakura auf Riku zu und befreite ihre Tochter aus seinen Fängen, die sie erleichtert an sich drückte. „Was wolltest du mit meiner Tochter?", zischte Sakura wütend.

„Pf", machte der Junge nur.

„Das finden wir schon heraus. Ich habe dich schon länger beobachtet", erklärte Shikamaru. „Ich hatte irgendwie im Gefühl, dass da was nicht stimmte. Ich nehme ihn mit", meinte Shikamaru dann zu Sakura und den Chunin, die hinter ihr standen und das Ganze beobachtet hatten. Dann machte er sich bereit, seinen Gefangenen mit der Schattenfessel abzuführen.

„Nein, ich brauche das Mädchen", presste Riku, als er einen gezwungenen Schritt, aufgrund der Schattenfessel, ausführte und sich mit aller Macht dagegen zu wehren versuchte. „Sonst werde ich kein Teil des ewigen Tsukuyomis sein. Das müsst ihr doch verstehen. Ihr müsst das doch auch wollen."

„Teil des ewigen Tsukuyomis? Lebst du hinterm Mond? Das Jutsu saugt dir dein Chakra aus, davon hat niemand was. Du segnest eher das Zeitliche, wenn du dich weiterhin weigerst, mitzukommen", erklärte Shikamaru ihm gereizt.

„Nein, nicht ohne den Segen von Kaguya", schrie er aufgebracht.

Sakura senkte bestürzt die Lider. Es war einfach nur unglaublich, dass man Sarada für so etwas missbrauchen wollte. Es machte sie rasend. Das Leben eines unschuldigen Kindes. Mit gemischten Gefühlen sah sie schließlich zu, wie Shikamaru Riku abführte. Riku ging voraus, und Shikamaru folgte ihm.

Gerade wollte sie sich umdrehen, da erfassten ihre Augen etwas weiter vor sich. „Shikama – pass auf", rief sie nur, aber es war bereits zu spät. Die Flamme einer Fackel, die in der Wand hing, erlosch und unterbrach die Schattenfessel. Shikamaru war davon so überrascht, dass es dem Jungen gelang, zu Boden zu greifen, um ihm Sand in die Augen zu werfen. Dann rannte er los, Richtung Ausgang. Er riss eine der Fackeln aus der Ankerung an der Wand und warf sie in eine der Ausbuchtungen. Sofort schien dort etwas, vermutlich das Stroh, Feuer zu fangen und die Leute darin schrien panisch auf.

„So ein Mist", schimpfte Shikamaru und rieb sich die Augen.

Sarada schien mit Sakura erstarrt zu sein, als die Schritte des Jungen durch die Gänge hallten. Die drei Chunin liefen an ihr vorbei, zwei davon bogen in die Ausbuchtung, um das Feuer zu löschen, der andere lief Riku nach. Aber nur bis zum Ausgang, dachte Sakura, er durfte seinen Posten unter keinen Umständen verlassen.

Es dauerte einige Sekunden, bis sich die Chance dieser Situation vor ihren Augen offenbarte. Aber als sie es sah, weiteten sich ihre Augen hoffnungsvoll. Rasch drückte sie Sarada einen Kuss auf den Schopf. Nicht dieses Mal, dachte sie. Es würde das letzte Mal sein, dass Mangetsus Anhänger ihnen entkommen würden. Sie wusste natürlich, als sie auf Shikamaru zulief, dass es sich bei ihrem Vorhaben um eine Kamikaze-Aktion handeln könnte, aber diese Tatsache erschien ihr unter den gegebenen Umständen als Zweitrangig. Noch nie war die Bedrohung ihrer Tochter näher gewesen als heute, und gleichzeitig hatte sie noch nie so nah davorgestanden, alles beenden zu können, wenn sie nur klug vorginge.

„Was... hast... du vor?", stotterte Shikamaru, als Sakura ihm das Mädchen in die Hände drückte. Seine Augen waren noch immer gerötet und tränten.

Tief sah sie ihm in die Augen, als er Sarada gezwungenermaßen entgegennahm. „Ich schwöre dir, Shikamaru Nara. Wenn Sarada etwas zustößt, dann bringe ich dich um." Und noch im selben Atemzug lief Sakura los.

„S-Sakura", brüllte er ihr hinterher. „Du kannst nicht allein- ..." Seine letzten Worte verloren sich in der Höhle.

Oh doch, das konnte sie. Er war ein Junge, kein Shinobi, er hatte Panik, und die Wahrscheinlichkeit, dass er kopflos zu seinem Versteck laufen würde, wäre groß. Zumindest einen Versuch wert.

Rasch durchquerte sie den Tunnel und verließ die Höhle über denselben Weg, durch den sie alle hineingegangen waren. Dabei lief sie einfach an dem Chunin vorbei, der am Eingang stand. Der Junge hatte es also geschafft zu fliehen.

Als sie an die Oberfläche durchbrach, füllte sich ihre Lunge schnell mit frischer Luft, und erst dabei fiel ihr auf, wie verbraucht der Sauerstoff, trotz der Belüftung, dort unten doch gewesen war. Geschwind sah sie sich um. Wenn sie ja eines von Sasuke gelernt hatte, dann das Spurenlesen. Lange musste sie nicht suchen, um die stolpernden Fußabdrücke zu erkennen, die ihr verrieten, dass der Junge in großer Panik das Weite gesucht hatte. Das war gut, sehr gut sogar. Irgendwann macht jeder mal einen Fehler, dachte sie. Selbst Mangetsu. Und vielleicht könnte sich dieser Junge als sein Fehler entpuppen.

Als sie aufbrach, ignorierte sie auch die Rufe des Chunin, der sie wohlweislich zurückhalten wollte. Sie hätte damals genau dasselbe versucht. Wie angenommen führten die Spuren vom Dorf weg. Und eigentlich wäre es eine Leichtigkeit, auch, wenn er zugegeben wirklich schnell für sein Alter war, ihn einzuholen. Aber das wollte Sakura nicht. Er sollte sie zu seinem Versteck führen, und dabei wollte sie möglichst unentdeckt bleiben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte er sie bezüglich seines Alters sowieso angelogen, dafür sprach unter anderem ja auch seine Körpergröße.

Es vergingen bestimmt zwei Stunden, da stellte Sakura endlich fest, dass er langsamer wurde, bis er schließlich an einer Stelle abgebremst sein und im Normalschritt seinen Weg fortgesetzt haben musste. Sein Ziel konnte demnach nicht weit entfernt liegen. In sicherer Entfernung versteckte sie sich in einem Baum, nachdem sie eine Höhle Entdeckte, und spähte heimlich zu dem Höhleneingang, durch den sie Riku gerade noch verschwinden sah. Sie hob die Brauen – das konnte man wohl als perfektes Timing bezeichnen.

Sie erblickte ihn zwar nur flüchtig, das reichte jedoch schon aus, dass die Wut über seine Taten erneut in ihr aufkam. Dieser Rotzlöffel hatte ihrer Tochter eine Waffe an den Hals gehalten. Einem Kleinkind. Das musste man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Tief atmete Sakura ein und dann wieder aus. Sie musste sich beruhigen, um einen klaren Kopf zu behalten.

Als drei unbekannte Männer mit Riku im Schlepptau aus der Höhle traten, wurden Sakuras Augen schmal. Sie musste unbedingt herausfinden, ob Mangetsu sich hier aufhielt. Aber was wäre dann? Was würde sie machen, wenn er hier wäre? Würde sie Verstärkung holen müssen? Ein alleiniger Angriff wäre zu riskant, oder? Diesbezüglich hatte sie noch keine Entscheidung treffen können.

Sie beobachtete, wie der eine Riku am Kragen packten und brutal zu Boden stieß. Ein andere begann dann, den Jungen zu verprügeln. Sakura wandte sofort den Blick ab und nagte nervös an der Unterlippe. Plötzlich hatte sie Mitleid mit ihm. Das, was er ihr über seine Kindheit erzählt hatte, dass er geschlagen und verdroschen wurde, war sicher nicht gelogen gewesen. Ein Kind ohne Perspektive, geboren in Gewalt. Kein Wunder also, dass er sich den leeren Versprechungen eines verrückten Mannes anschloss.

Sakura kniff die Augen zusammen. Sie konnte es nicht mitansehen, aber sie konnte auch nicht einfach aus ihrem Versteck hervorkommen. Das wäre zu riskant. Tatsächlich stand sie nach einem verzweifelten Gegeneinanderstellen von Für und Wider, doch kurz davor, einzugreifen, da tat sich plötzlich etwas äußerst Interessantes am Höhleneingang. Ihre Augen wurden riesig, als sie ihn sah. Mangetsu – er war da. Eindeutig, es konnte sich um niemand anderen handeln. Sakura würde ihn immer wiedererkennen, selbst, wenn seine Haut, die seit geraumer Zeit von Fahl auf normal gewechselt war, einen sonnengebräunten Ton annehmen würde.

„Du Nichtsnutz", fauchte Mangetsu ihn an und die Männer ließen von Riku ab. „Du solltest doch nur beobachten. Wie kannst du es wagen, mich zu hintergehen und dann auch noch hier aufzutauchen?", schrie er glücklicherweise so laut, dass Sakura alles verstehen konnte.

Der Junge wimmerte etwas Unverständliches, während sich Mangetsu zu allen Seiten umsah. Sakura duckte sich ein Stückchen weiter, damit er sie nicht bemerkte.

„Schmeißt ihn in die Grube. Lebend. Dort soll er in seinen eigenen Fäkalien verrecken. Er ist es nicht Wert, in meinen Körper überzugehen. Und wir packen die Sachen und verschwinden. Sofort", rief er seinen Leuten zu. Mangetsu drehte sich um und ging zurück in die Höhle.

Die drei Männer packten den Jungen und gingen davon.

Zähneknirschend analysierte Sakura die Situation. Verdammt, was sollte sie jetzt tun? Würde sie warten, dann würde Mangetsu wieder verschwinden. Das ganze Theater würde von vorne beginnen und Sarada beim nächsten Mal vielleicht nicht so einfach davonkommen.

Als die Männer außer Sichtweite waren und Mangetsu von der Dunkelheit der Höhle verschluckt wurde, pirschte Sakura bis zum Eingang vor und spähte hinein. Noch im selben Atemzug verschwand sie ebenfalls in der Dunkelheit.

Was machte sie hier eigentlich? War sie wahnsinnig? Aber hatte sie überhaupt eine andere Wahl?

Trotz dieser Gedanken trugen sie ihre Füße weiter. Die Höhle könnte ein schlechter Abklatsch von Orochimarus Versteck sein, dachte sie, während sie leise durch die Gänge schlich und nur hoffte, keinem zu begegnen. Ihre Tasche, die sie die ganze Zeit bei sich trug, hielt sie fest an ihren Körper gedrückt, damit sie bloß nirgendwo gegenstieß und sie verriet. Ihr Herz pochte so laut, dass sie Angst hatte, Mangetsu könnte es durch die Gänge hören.

Als sie eine große Halle erreichte, versteckte sie sich hinter einer großen Holzkiste, die neben einem Bücherregal stand. Leise legte Sakura ihre Tasche dahinter ab und späte an der Kiste vorbei.

Und da war er, nur wenige Schritte von ihr entfernt. Mangetsu. Mit dem Rücken zu ihr stehend raufte er sich die Haare und begann laut zu fluchen. Das war gut. Sakuras Mundwinkel zuckte flüchtig in die Höhe, als sie ihn ins Visier nahm. Es erfüllte sie mit Euphorie, ihn so aufgebracht zu erleben. Und ganz nebenbei schien er sie nicht bemerkt zu haben. Sein schwarzer langer Zopf schien nach ihrer letzten Begegnung noch viel länger geworden zu sein; er reichte fast bis zum Boden.

Konzentriert verfolgte sie jede seine Bewegungen und überlegte fieberhaft, was sie nun am besten tun könnte. Und sie musste schnell entscheiden, denn die Männer würden irgendwann sicher zurückkehren.

Wütend ging Mangetsu dann auf einen Tisch zu, und schlug mit der bloßen Faust vertikal darauf ein. Dieser brach knarzend unter seiner Wucht zusammen.

Als er begann ziellos umherzuirren, kam er auf Sakura zu. Diese sog erschrocken Luft ein und rettete sich hinter das nächste Regal, welches zu ihrem Glück unbemerkbar zu erreichen war.

Entsetzt presste sie die Hand vor Mund und Nase, um keinen ungewollten Laut auszustoßen. Mangetsu, der an der Kiste vorbeiging, hinter der sie gerade gesessen hatte, hatte nämlich ihre Tasche entdeckt.

Verdammter Mist.

༻❀༺


Freunde der Sonne,

hoffentlich seid ihr gesund (:

Es ist mir unglaublich schwergefallen, am Ende alles zusammenzuführen. Ich hoffe nur, dass es mir ansatzweise gelingen wird. So im Nachhinein ist man ja immer etwas klüger Meine fehlende Erfahrung hat mich sicher in die ein oder andere typische Falle tappen lassen, die mir nicht mal bewusst ist ^^ Nach dem Ende dieses Teils werde ich mir den ersten vornehmen und versuchen, meine neu gewonnen Erfahrungen einfließen zu lassen.

Und habt ihr die Kinder unter Verdacht gehabt? ;P

Ah!: Auch heute Morgen habe ich wieder ein wenig, unabhängig von der Korrektur von Jenny, einige Textstellen geändert, um stumme Wörter auszusortieren. Falls ihr noch Fehler findet, dann sind sie wohl auf meinem spontanen Mist gewachsen, ihr dürft sie gern markieren!

Danke, liebe Jenny, dass du mit mir bis zum Ende kämpfst :-* Ich hoffe, dass wir uns auch endlich bald im echten Leben in die Arme schließen können ❤ Hab dich lieb <3

Wir sehen uns am nächsten Samstag. Dann gehts die Woche darauf Schlag auf Schlag, bis zum Ende. Am 12.02. ist dann alles vorbei

eure Juli
<3
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