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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
31
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.09.2021 6.553
 
Sakura Pov

༻❀༺


Ihr habt es noch nicht bemerkt?

Die Worte des mittlerweile toten Horror-Püppchens, Arisu, hallten Sakura fast pausenlos durch den Kopf.

Was hatte sie damit nur gemeint? Was um Himmels Willen hatten sie übersehen?

Bereits zwei ganze Tage waren verstrichen, seit Mangetsus Komplizin an ihrem eigenen Gift verstorben war und Ryugo und Sasuke ihre sowie auch die anderen Leichen verbrannt hatten. Feind hin oder her, eine Leiche einfach so liegen zu lassen, das machte man nicht. Allein schon deshalb, da eine so unachtsame Handlung den Ausbruch einer Seuche mit sich ziehen könnte.

Einerseits empfand Sakura es als erleichternd, dass Arisu tot war, anderseits auch als überaus ärgerlich. Mit Sicherheit hätte Sasuke das, was sie nun so zu wissen begehrten, herausfinden können. Stattdessen tappten sie wieder in einer Ungewissheit, so wie ein Storch in einem viel zu trüben Teich, der blind nach Fischen angeln musste. Langsam aber sicher machte Sakura diese Einsicht wahnsinnig.

Erst gestern hatten sie gemeinsam ihre Reise Revue passieren lassen, sind jedoch zu keiner sonderlich vielversprechenden Erkenntnis gekommen. Sasuke hatte sogar ihre Sachen durchsucht, um die Möglichkeit auszuschließen, dass sie verwanzt waren. Gefunden hatte er jedoch nichts.

Wie in der Nacht zuvor lag sie auch jetzt mit aufgerissenen Augen am Boden und starrte in den funkelnden Nachthimmel. So klar wie heute war die Nacht seit Tagen nicht mehr gewesen und Sakura hatte bereits einige Sternenbilder am Himmel ausmachen können. Andere hatte sie sich selbst ausgedacht, auch, wenn sie vielleicht ein wenig krumm aussehen mochten und man viel Fantasie benötigte, um das zu sehen, was sie sich vorstellte. Schon früher hatte sie das getan, konnte sie auf einer Mission nicht einschlafen. Erstaunlich also, dass ihr selbst heute noch immer wieder neue einfielen.

Im nächsten Moment unterdrückte sie ein Stöhnen, als ihr Schädel plötzlich unerwartet brummte. Kein Wunder, denn sie bezog ungemein wenig Schlaf. Heimlich hob sie den Kopf, um nach ihrem Ehemann zu linsen, denn er verursachte ein nervtötendes Geräusch, dass ihr schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge war. Konnte er seine Füße nicht vernünftig heben? Ihr Augen wurden schmaler, als sie ihn nur wenige Schritte von sich entfernt entdeckte. Ob es nun der Schlafmangel war, oder die Hormone, die sie so nervös von diesem Geräusch stimmten, war ungewiss. Fest stand allerdings, dass Sasuke offensichtlich schwere Schritte ausführte und dabei die Füße über den Boden zog, anstatt sie anzuheben. Wie ein streunender Leopard, eingesperrt in einem Zoo, vollzog er wiederholt denselben Weg und hinterließ eine tiefe Spur, die sich bereits in den erdigen Boden gezeichnet haben musste. Da sein Gesicht im Schatten der Mondsichel versteckt lag, blieb ihr sein Ausdruck verborgen; ausmalen konnte sie sich diesen aber sehr wohl. Er war angespannt und müde - genau wie sie.

Wenigstens waren sie nicht mehr allein. Sakuras Blick huschte pfeilartig zu dem Baum, an welchem Ryugo lehnte und leere Löcher in die Luft starrte. Julis Kopf lehnte derweilen an seinem Oberarm; bereits vor mehreren Stunden war sie dort eingenickt und schlief nun tief und fest. Auch wenn Mikau ihr Blut spendete, musste ihr Körper nun auf Hochtouren arbeiten, um den restlichen Mangel auszugleichen. Wie viel Blut die junge Kunoichi eigentlich verloren hatte, und wie knapp die ganze Situation wirklich gewesen war, behielt sie lieber für sich. Es würde lange dauern, bis sie sich wieder erholte. Ob sie Ryugo eigentlich erzählt hatte, dass Sakura schwanger war? Er hatte es sich zumindest nicht anmerken lassen.

Ryugo trug sie deshalb ständig Huckepack. Glücklicherweise war ihre Figur zierlich, gleichzeitig aber auch unglaublich weiblich. Ein wenig beneidete Sakura sie sogar darum. Dabei durfte sie sich aktuell nicht beschweren, denn ihr Vorbau schien zu einer beachtlichen Größe heranzuwachsen.

Mikau hingegen lag nur wenige Meter neben Sakura. Seine Arme und Beine hielt er weit ausgestreckt, während er auf dem nackten Waldboden lag und pennte. Seine physische Ermattung überspielte er am Tag gekonnt, jeder konnte ihm dieses aber buchstäblich vom Gesicht ablesen, denn der blasse Schatten um seine Nase herum war nicht zu übersehen. Außerdem war er immer der Erste, der einschlief.

Sakura legte den Kopf wieder auf ihrem Poncho ab, den sie ordentlich gefaltet hatte und nun als Kopfkissen nutzte. Ihre Hände berührten die warme Erde unter ihr, und sie wünschte sich, dass der Boden ein wenig kühler wäre. An solch heißen Tagen bat sie sich nicht zu selten Winter herbei, oder zumindest den Herbst. Obwohl ein plötzlicher Wintereinbruch, so wie der vor zwei Tagen, vielleicht doch ein wenig zu extrem wäre.

Von der Idee, einige Tage gemeinsam zu reisen, hatte Sasuke erst weniger gehalten. Erst das Argument, Sakura wäre unglaublich erschöpft und Ryugo würde ihm eine Stütze sein können, würden sie erneut so überraschend angegriffen, schien ihn umgestimmt zu haben. Wenn auch nur widerwillig. Dagegen war Sakura einfach nur unglaublich froh, dass sie nicht mehr alleine waren. So konnten sie sich gegenseitig helfen, denn beide Teams waren geschwächt.

Als Sakura wieder in die Sterne sah, seufzte sie tief. Sasukes Schritte waren auf dem Waldboden noch immer deutlich zu hören und übertönten sogar Mikaus leises Schnarchen, welches plötzlich einsetzte. Sakuras Augenbraue zuckte unkontrolliert unter den Geräuschen. So würde sie niemals einschlafen können.

„Sasuke, könntest du bitte aufhören so herumzustreunen?", sagte sie gereizt und scheiterte gekonnt daran, nicht genervt zu klingen.

Abrupt blieb er stehen.

„Es macht mich völlig kirre."

Stumm setzte er sich schließlich auf den Waldboden. Zumindest hörte es sich so an. Ryugo sagte nichts, aber vielleicht war er auch einfach nur eingeschlafen.

Anschließend stieß sie mit dem Fuß nach Mikau, der daraufhin genüsslich schmatzte und sich endlich auf die Seite drehte, woraufhin sein Schnarchen verstummte. Danach vollbrachte Sakura einen tiefen Atemzug, beruhigte sich und schloss die Augen, um an nichts zu denken.

Aber der Gedanke war zu naiv. Verzweifelt musste sie einsehen, dass, wenn man versuchte, an nichts zu denken, es dann erst recht tat. Um sich nun auf andere Gedanken zu bringen, suchten ihre Hände den Weg zu ihrem Bauch und legten sich dort zur Ruh. Als erst ihre Fingerspitzen, und dann ihre ganze Handfläche über den Bauch fuhr, hielt sie überrascht die Luft an. Sie konnte schwören, dass er sich leicht wölbte. Es fühlte sich zwar mehr danach an, als lagerte sich dort eine kleine Fettschicht ein, jedoch musste diese unweigerlich im Zusammenhang mit der Schwangerschaft stehen. Sakura hatte nämlich weder übermäßig viele Abende mit Ino verbracht, an welchen sie sich die Bäuche mit Süßigkeiten, Chips und Sake vollschlugen, und sich irgendwelche Soaps oder Liebesdramen ansahen, noch hatte sie mit Sasuke übermäßig ungesund gegessen. Im Gegenteil. Ein winziges Lächeln zuckte ihr über die Lippen, während sie sich gleichzeitig mit einem wohligen Gefühl im Bauch über die kleine Wölbung strich. Von Tag zu Tag wurde es für Sakura immer greifbarer. Bald, sogar ganz bald, in ganz naher Zukunft, da würde sie ein Kind von Sasuke zur Welt bringen.

„Vielleicht war es lediglich eine von Arisus Fähigkeiten, euch aufzuspüren", hörte Sakura Ryugo plötzlich zu Sasuke sagen. Sie horchte aufmerksam auf. „Dann wäre die Gefahr der Überraschung zumindest gebannt."

„Ich würde das nicht so leichtfertig behaupten", wandte Sasuke schneidend ein. Als er aufstand und seine näherkommenden Schritte unmissverständlich darauf hindeuteten, dass er auf sie zukam, kniff sie eilig die Augen zu und tat so, als würde sie schlafen. Neben ihr hörte sie ihn in die Knie gehen und schwer ausatmen.

„Es ist nur eine Option, ausgeschlossen habe ich nichts", erwiderte Ryugo ernst.

Sasuke antwortet ihm nicht.

„Sowas", sagte Ryugo und unterdrückte ein Glucksen.

„Hm?", machte Sasuke.

„Du liebst sie sehr", stellte er fest. Sein Tonfall verriet Sakura, dass er breit grinsen musste.

Sasuke schnaubte als Antwort nur so leise, sodass lediglich Sakura es hörte. Innerlich hatte sie unterdessen langsam bis zwanzig gezählt, um unter allen Umständen zu vermeiden, hektische Bewegungen auszuführen oder einfach nur rot anzulaufen. Als er sich endlich wieder entfernte, atmete Sakura auf. Am liebsten hätte sie das Gesicht in den Händen vergraben und verlegen gelächelt. Aber das würde sie verraten.

Es musste weit nach Mitternacht sein, als sie endlich in den Schlaf fand.

Und sie träumte.

Vor ihren Augen wuchs ein Haus aus dem Boden. Sie erkannte es sofort. Es war das Haus, welches sie sich mit Sasuke in Konoha angesehen hatte. Im ersten Moment durchfuhr sie ein prickelndes Gefühl, als sie daran erinnert wurde, wie Sasuke sie dorthin geführt hatte; schlagartig wurde es von unendlicher Traurigkeit abgelöst, welche ihr ein Stechen in der Magenregion verursachte. Sie hatten es nicht gekauft. Unter Anbetracht der momentanen Umstände wünschte sie sich dieses Heim mehr denn je. Gemächlich ließ sie ihren Blick darüber schweifen, erst über das Dach, dann die Wände, bis hin zur Haustür, und wunderte sich gleichzeitig darüber, dass alles so hell und scharf wirkte. Nach wie vor empfand sie diese Art von Bauweise als sehr hübsch, den kleinen Garten als äußerst bezaubernd.

Die Haustür sprang plötzlich auf und im nächsten Augenblick fand Sakura sich in einem der leeren Räume vor. Verwirrt blinzelte sie, als sie auf sich selbst blickte. Na ja, nicht ganz. Es schien eher eine Zukunfts-Sakura zu sein, denn sie staunte nicht schlecht, als sie den mächtigen Bauch dieser musterte. Ob er wirklich so groß werden würde? Es sah ja beinahe so aus, als würde er jeden Moment explodieren. Schweigend beobachtete sie nun, wie die hochschwangere Sakura liebevoll über die Wölbung strich. Es war seltsam, sich selbst zu sehen. Der Traum wirkte so unwirklich und gleichzeitig so echt.

Als ihr rundlicheres Ebenbild den Blick hob, dachte Sakura zeitweilig, deren grünen Augen hätten ihre fixiert, aber dann ertönte eine Stimme hinter ihr. Obwohl das hier nur ein Traum war, brachte er selbst in dieser Situation ihr Herz zum Flattern.

„Sakura," rief Sasuke und schritt auf ihr Ebenbild zu. Er lächelte breit, legte seine Hand auf ihren Bauch und drückte ihr einen Kuss auf den Schopf. Sakura sah sich ebenso lächeln. Nur einen Wimperschlag später fand sie sich dann selbst in Sasukes Armen wieder. Verwirrt sah sie hinab und berührte den großen Bauch. Es war seltsam. Er fühlte sich hart an.

Ruckartig schob sie den ungewöhnlich penetranten Sasuke von sich fort, als er sie zu kitzeln begann. Wenn sie ehrlich war, dann war ihr der stoische Sasuke wesentlich lieber. Enttäuscht schürzte er die Lippen. „Was ist mit dir, mein Schatz?"

Sakura runzelte die Stirn und wich einen Stritt zurück. Der Sasuke verhielt sich wirklich seltsam.

Im nächsten Augenblick erstarrte sie. Erst waren es Sasukes Augen, die sich veränderten, dann stand Mangetsu vor ihr.

„Urgh", machte Sakura, als sie einen stechenden Schmerz vernahm, der sich anschließend wie ein taubes Gefühl in ihrem Körper ausbreitete. Als ihr Blick hinabwanderte, weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen. Am liebsten hätte sie laut geschrien, aber ihr kam kein Ton über die Lippen. Schlagartig wurde ihr speiübel.

Da war Blut. Überall Blut. Und Mangetsus Hände befanden sich, tief eingetaucht, in ihrem Bauch. Sakura wollte wieder schreien. Laut um Hilfe schreien. Nach Sasuke, oder irgendwem, aber es passierte nichts.

Als sie Mangetsu ansah, grinste er amüsiert, während er langsam seine Hände wieder hinauszog und Sakura vor Schmerzen die Knie wegbrachen. Verdammt. Das war doch nur ein Traum. Weshalb verspürte sie solche Schmerzen? Kurzzeitig wurde ihr sogar schwarz vor Augen, und als es ihr endlich gelang, den Blick zu heben, stockte ihr der Atem. Freudig lächelte Mangetsu breit, als er ihr das zeigte, was er in seinen Händen hielt. Es war der kleine Chakrastrudel. Sakura fühlte sich wie gelähmt, Tränen sammelten sich in ihren Augen. Wieso wachte sie nicht auf?

Blut. Überall Blut. Sakura sah nur noch Rot. Sie roch nur noch Rot. Sie fühlte nur noch Rot. Warm lief es ihr die Schenkel hinab, beschmutzte ihre Hände und den Boden unter sich. Sie konnte nichts tun.

Als Mangetsu die Lippen bewegte, weiteten sich ihre Augen, denn das, was jetzt kam, war neu. Absolut neu.

„Ihr könnt euch nicht verstecken", sagte er rau und lachte schwach. Dann war er verschwunden. Den Strudel hatte er mitgenommen.

Sakura riss ihre Augen auf, schnappte nach Luft und fuhr mit dem Oberkörper in die Höhe. Die Nachtluft war zu warm, zu stickig, sie bekam keine Luft. Gleichzeitig fühlte sie ihr nasses Gesicht, dann tasteten ihre zittrigen Finger nach ihrem Bauch und ihren Schenkeln, ehe sie ihre Hände betrachtete. Ihr Herz raste, ihr Körper zitterte.

„Wo ist das Blut?", schrie sie plötzlich völlig aufgelöst. Ihr Herz raste, ihr Atem ging so panisch, dass man denken könnte, sie würde gleich hyperventilieren.

Mikau stand innerhalb einer Sekunde auf den Beinen und starrte Sakura entsetzt an. Juli war heftig zusammengezuckt, und hätte Ryugo sie nicht gehalten, wäre sie bestimmt auf den Boden aufgeschlagen. Seine aufgerissenen Augen taxierten die ängstliche Sakura, während er Juli mechanisch von sich schob, um aufzustehen.

„Wo ist das Blut", wiederholte sie und spürte zugleich Sasukes Hand auf ihrer aufliegen. Sein Gesicht war ihrem so nahe, dass sie seinen Atem auf ihrer Haut spürte, was sie ein wenig zu beruhigen schien.

„Hier ist kein Blut", erklärte er mit gepresster Stimme. „Was redest du da?"

„Doch. Es ist hier", sagte Sakura heiser und hielt ihm ihre Handfläche entgegen, während ihr die Tränen erneut in die Augen schossen. „Er hat es geholt, Sasuke."

Sasukes Augen weiteten sich etwas.

„Sakura, sieh", jetzt war es Ryugos beruhigende Stimme, die sie aufhorchen ließ. „Hier ist kein Blut. Nichts." Seine große Hand packte ihre und zeigte sie ihr erneut. „Siehst du? Kein Blut. Da ist nichts."

„Wer hat was geholt?", fragte Mikau, der gerade hinter Ryugo aufgetaucht war und Sakura forschend ansah.

Sakura sah zu Sasuke, dessen Kiefer sich krampfhaft anspannte. Nur er verstand ihre Worte.

„Hast du schlecht geräumt?", fragte Ryugo stirnrunzelnd und ließ ihre Hand wieder los.

Eine seltsame Stille lag in der Luft, als weder Sakura noch Sasuke sich dazu äußerten. Sasuke hielt noch immer ihre Hand, was er vergessen zu haben schien, denn er drückte plötzlich verbissen und ließ erst los, als Sakura unter dem Druck Luft einsog.

„Es müssen die Träume sein", hauchte er so leise, als würde er etwas Verbotenes aussprechen.

„Träume?", Juli war jetzt zu ihnen getreten. Sakura betrachtete ihr blasses Gesicht im Mondlicht und bemerkte, dass ihre Beine zitterten. Erneut stellte sie fest, dass Juli eigentlich in ein Krankenhaus gehörte und nicht auf eine Reise.

Sakura nickte steif, als sie sich wieder Sasuke zuwandte.

„Ich verstehe gar nichts mehr", gab Ryugo wütend zu. „Wenn wir zusammenarbeiten wollte, dann müssen wir die Wahrheit wissen." Wütend warf er Sasuke einen vorwurfsvollen Blick zu.

„Damals", flüsterte Sakura, ohne auf Sasukes Reaktion zu achten. Ryugo hatte völlig recht. „Als ihr beide gegen Mangetsu gekämpft habt, da muss er etwas mit mir gemacht haben." Sie legte eine kurze Pause ein und sah nun Sasuke an. Da er nicht widersprach, fuhr sie fort. „Ich war wie gefesselt, ohnmächtig, er hat mich mit seinen gelben Stielaugen praktisch verschlungen. Es muss eine Art Genjutsu gewesen sein. Angeblich konnte er, laut der Legende, doch auch Menschen manipulieren."

Sasuke zischte. „Ob das stimmt, wissen wir nicht. Manipulation kann auch rein psychisch sein und muss nicht zwangsweise mit einem Jutsu zusammenhängen."

„Und was hat das mit den Träumen zu tun?", fragte Juli, nachdem sie sich auf den Boden gesetzt und an Sakura herangerutscht war.

„Er ... muss meine Träume ... genutzt haben, um ... Informationen zu erhaschen", erklärte Sakura stockend. „Er wusste fast immer, wo wir waren." Sie sah Sasuke an, dessen Augen schmal wurden. „Du hast mir vor unserem Aufbruch aus Iwagakure erzählt, wo wir hingehen wollten. Wir trafen Kato, im Reich der Flüsse, nachdem wir beschlossen haben, dorthin zu reisen, um uns die Ruinen anzusehen." Sie hielt inne. „Er hat dich verpasst, weil du einen anderen Weg eingeschlagen hast, um mich zu finden. Aber mich, mich hat er nie verpasst." Sasuke Kiefer mahlte, während er zuhörte. „Ich habe so schlecht geschlafen in den letzten Tagen. Oder eben viel zu tief, weil ich so erschöpft war. Wahrscheinlich hatte Arisu deshalb Schwierigkeiten, unsere Position genau zu orten. Sie wussten nur ungefähr, wo wir uns befanden. Deshalb haben sie uns gesucht."

Sasuke atmete schwer aus und rieb sich mit den Fingern die Schläfe. Er musste das Ganze erst einmal verdauen.

„Er sitzt in deinen Träumen?", flüsterte Juli entsetzt. „Was können wir nur tun?" Hilflos sah sie zu Ryugo auf, der seine Lippen schmal hielt und schwieg.

„Wir wissen nicht genau, ob es stimmt", meinte Sasuke, aber nicht nachdrücklich genug, als dass es Sakura genug Sicherheit schenkte, um sie zu beruhigen.

„Mangetsu konnte Menschen so manipulieren, dass er sie aus ihren Gedanken heraus zum Explodieren bringen konnte", warf Ryugo jetzt ein.

„Heißt das", rief Juli und blickte Sakura entsetzt an.

Sakura wurde wieder übel. Diese Tatsache hatte sie noch gar nicht in Betracht gezogen. Schlagartig drehte sich ihr Magen um und würgend übergab sie sich. Während sie sich mit dem Handrücken über den Mund wischte, sah Ryugo sie um Verzeihung bittend an. „Das war nicht meine Absicht. Entschuldige."

Flüchtig schüttelte Sakura den Kopf. Aber nein, er hatte doch vollkommen recht. Was wäre, wenn er auch sie zum Explodieren bringen könnte? Der Gedanke war wichtig.

Als sie Juli erschrocken Luft einsaugen hörte, sah sie die ängstlich aufgerissenen braunen Augen der Kunoichi auf ihrem Bauch ruhen. Fragend blickte Ryugo sie an, woraus Sakura ableitete, dass sie die Schwangerschaft tatsächlich für sich behalten haben musste.

„Sasuke", entfuhr es Sakura daraufhin mit zitternder Stimme. Denn auch sie hatte Angst. Angst um ihr gemeinsames Kind und Angst, dass Mangetsu tatsächlich in ihrem Kopf sitzen könnte.

Schmerz zuckte durch Sasukes geistesabwesendes Gesicht, als er Sakuras verzweifelte Stimme hörte. Dass die Situation auch ihn überforderte, war kaum zu übersehen.

„Sasuke", rief Ryugo laut. „Wir finden sicherlich eine Lösung. Wir sollten nicht verzweifeln."

Wütend funkelte Sasuke ihn plötzlich an. „Verdammt."

Ryugos Blick wurde finster. „Hör auf damit", fauchte er. „Du verunsicherst Sakura, siehst du das nicht?"

„Sei still", zischte Sasuke wutentbrannt und ballte eine Faust. Er wirkte mit einem Mal so zerknirscht und verzweifelt, dass Sakura den Drang verspürte, ihn berühren zu wollen. So rutschte sie ein Stückchen näher und umfasste seine zitternde Faust, „Du hast ja keine Ahnung", sagte er, ohne aufzusehen.

Ryugo blinzelte dreimal. Er meinte es nur gut, das wusste Sakura.

„Sie ist schwanger", presste Sasuke knapp hervor.

Sakura sah mit einem bitteren Lächeln zu Ryugo auf, dessen Körper sich blitzartig versteifte. Schlaff sank er zu Boden, um sich zu setzen.

„Würdet ihr uns einen Moment alleine lassen?", fragte Sasuke nach einer Weile, wobei es eher nach einem Befehl klang als nach einer Bitte.

Er sah ihnen nach, bis sie hinter den Bäumen verschwunden waren.

„Es tut mir unendlich leid, Sakura", fuhr er schließlich fort. Verzweifelt schloss er die Augen, versuchte krampfhaft seine Emotionen unter Kontrolle zu bekommen. „Es ist alles meine Schuld. Wäre ich nicht da, dann ..."

Sofort drückte sie seine Faust fester. „Hör auf, so etwas zu sagen", sagte sie wütend. Ich brauche dich, wir brauchen dich. Ich bin nichts ohne dich."

Sasukes Augen weiteten sich erst etwas, bevor sich ein sanfter Ausdruck in seinem Gesicht abzeichnete.

„Du bist so einiges, besonders ohne mich", erwiderte er und schob ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Du bist Sakura", sagte er ernst und hob flüchtig den Mundwinkel. „Intelligent, stark, mutig, selbstlos und anmutig."

Überrascht schnappte sie nach Luft, denn seine Worte trieben ihr die Röte ins Gesicht. „Hör auf, mich in Verlegenheit zu bringen", murmelte sie peinlich berührt und sah von ihm ab. Sanft zog er sie an sich und Sakura vergrub sofort ihr Gesicht in seiner Brust, um seinen wunderbaren Duft einzuatmen. Genau das hatte sie jetzt gebraucht. Einige Minuten vergingen, bis sie sich entschieden von ihm löste und ihn ansah.

Da die drei noch nicht zurückgekehrt waren, setzten sie sich Rücken an Rücken und dachten nach.

„Vielleicht ...", begann Sakura. „Erzählst du mir einfach nicht mehr, wo wir hingehen", schlug sie unbefangen vor.

Sasuke brummte ablehnend.

„Vielleicht sollten wir mir Ohren und Augen verbinden, dann bekomme ich nichts mehr mit", schlug sie bereits im nächsten Moment vor.

Sasuke zischte unzufrieden.

„Oder, du sperrst mich in einen dunklen Raum, von dem ich nicht die leiseste Ahnung habe, wo er ist."

Wieder zischte er als Antwort. „Sei nicht albern", murmelte er etwas missgestimmt.

„Fällt dir denn etwas Besseres ein?" Sakura klang langsam etwas gereizt. Wenigstens schlug sie überhaupt etwas vor. Dabei war sie einfach nur unendlich müde und der pochende Schmerz in ihrer Schläfe breitete sich allmählich aus. Er hatte schließlich gut reden. Es war nicht sein Kopf, in dem Mangetsu zu sitzen schien.

„Mein Vorschlag wird dir nicht sonderlich gut gefallen. Und mir noch weniger."

Sakura löste sich sofort von seinem Rücken, indem sie ihren Körper zur Seite gleiten ließ, und krabbelte auf allen Vieren um ihn herum und starrte ihn neugierig an. „Sag schon", drängte sie und rüttelte energisch an seinem Bein, was ihn genervt seufzen ließ. „Sasuke." So langsam wurde sie wieder wütend. „Nun sag es schon." So schlimm konnte es doch nicht sein. Nicht so schlimm wie ihre Träume, oder die Tatsache, dass Sasuke oder dem kleinen Strudel etwas zustoßen könnte.

Sasukes Lippen wurden abermals sehr schmal, als wollte er nicht das aussprechen, was er dachte. „Du erinnerst doch sicher daran, dass ich einige der Menschen vor dem Explodieren gerettet habe", begann er und Sakura nickte eifrig, als lauschte sie einer spannenden Geschichte. „Erst jetzt scheine ich das Ganze so richtig zu durchblicken. Auch, wenn es bei dir ein etwas abgewandeltes Jutsu zu sein scheint. Aber ich gehe davon aus, dass es in deinem Unterbewusstsein verankert sein muss. Mit meinem Sharingan müsste ich darauf zugreifen können."

„Aber das ist doch gut, oder nicht?", entfuhr es ihr aufgeregt.

„Wie man es nimmt." Ryugo trat hinter den Bäumen hervor. Gefolgt von Juli und Mikau.

Sasuke sah auf und führte Ryugos Zweifel aus. „Bisher war es so, dass ich so lange in dem Jutsu gefangen war, bis ich die Manipulation ausfindig machen und beseitigen konnte. Oder", er stockte und sah mit einer Leere im Blick in den Wald. „Bis derjenige explodiert ist. Erst kurz vorher kappt die Verbindung, und ich war frei." Sein Blick suchte wieder Sakuras, woraufhin er sie prüfend musterte.

Als hätten seine Worte Arme und Hände, rissen sie unter ihr den Boden auf und zogen sie tief hinein. „Das ... heißt ...wenn ... wenn etwas schief läuft, dann ...?" Sie zuckte zurück.

„Nein", entfuhr es Juli entsetzt. „Es muss eine andere Lösung geben. Das ist viel zu gefährlich."

„Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich mein Sharingan an dir anwende", sagte er und seufzte schwer. „Wie gesagt, dieses Jutsu scheint anders zu sein. Bisher hatte es keine Auswirkungen auf die Träume der Leute. Aber auch in deinen Kopf könnte eine Art Auslöser gesetzt worden sein. Ähnlich wie bei den anderen."

Sakuras schneidendes Lachen klang marode und zog alle Blick auf sich. Für sie hörte sich das gerade wie ein schlechter Witz an. Sie war doch kein Roboter, der mit einem Auslöser ausgestattet wurde, um sich im Notfall selbst zu zerstören. Das war doch völlig verrückt. Das konnte einfach nicht stimmen.

„Ich hätte es dir nicht so genau erklären sollen", stellte Sasuke fest und brach mit seinen Worten endlich das fürchterliche Schweigen in der Runde.

„Nein." Sakura schüttelte heftig den Kopf. „Ich wollte es doch wissen."

⋯ ♡ ⋯

Die kurze Nacht nagte an jedem einzelnen von ihnen. Diesmal beneidete Sakura Juli darum, auf Ryugos Rücken zu hocken. Immer wieder nickte sie ein, was aber natürlich nicht sonderlich erholsam sein konnte. Aber es war besser als nichts. Sakuras Meinung, Juli gehörte in ein Krankenhaus, spitzte sich den Tag über weiter zu, denn es schien ihr augenscheinlich immer schlechter zu gehen. Insgesamt war es so, dass sie heute noch viel langsamer vorankamen, als es bereits die Tage zuvor der Fall gewesen war. Wenn man sie nicht kannte, könnte man annehmen, sie suchten als Truppe das nächste Lazarett auf, um ihre Kriegswunden dort behandeln zu lassen. Sogar Ryugo wirkte erschöpft, während er die immer blasser werdende Juli auf dem Rücken trug und seine Sorgenfalten immer größer wurden. Jedoch sträubte sie sich gegen die Option, sich von Sakura und Sasuke zu trennen. Sowieso waren sie mittlerweile viel zu weit von Iwagakure entfernt und würden erst in dem nächsten Dorf um ärztliche Hilfe, beziehungsweise ein Bett bitten können. Das war es nämlich, was sie vornehmlich brauchte. Ruhe und ein Bett.

Bereits am frühen Nachmittag schlugen sie ihr Lager auf. Sakura untersuchte Juli, versuchte ihren Körper so zu beeinflussen, dass ihre Selbstheilungskräfte gestärkt wurden; mehr konnte Sakura in diesem Augenblick nicht für sie tun. Dies schien Ryugo zu verstehen, denn er beschwerte sich nicht, sondern nickte dankbar, als Sakura sich über die Stirn wischte.

„Es ist besser, du gehst in ein Krankenhaus", sagte Sakura ihr heute bereits zum fünften Mal.

„Es geht mir schon besser", sagte sie und lächelte schwach. Sakura runzelte ungläubig die Stirn. „Veräppeln kann ich mich alleine", sagte sie lächelnd und seufzte. Dann warf sie Ryugo einen ernsten Blick zu und deutete ihm an, sich mit ihr zu unterhalten.

„Ihr Körper ist so geschwächt, fängt sie sich etwas Ernsthaftes ein, dann kann das schwere Folgen haben", erklärte sie dem niedergeschlagenen Shinobi, der nur schwach nickte.

„Das ist mir völlig bewusst, Sakura." Er zögerte. „Aber sie möchte unbedingt, dass wir bei dir bleiben, bis das Problem in deinem Kopf gelöst ist. Sie ist manchmal wirklich fanatisch. Hat sie sich einmal was in den Kopf gesetzt, dann lässt sie nicht davon ab."

Seufzend gingen sie zurück, was sollte Sakura da noch zu sagen? Da Ryugo sich um das Feuer kümmerte, setzte sich Sakura wieder zu Juli.

„Du machst dir viel zu viele Sorgen", sagte Juli mit sanfter Stimme und berührte Sakuras Hände. Sakura erschrak, denn sie waren eiskalt. Sofort legte sie ihre Hände um Julis und rieb sie wieder wärmer. Sie konnte es nicht länger verantworten, dass die drei bei ihnen blieben. Aber was sollte sie nur tun? Sei sah sich nach Julis Umhang um und legte ihn ihr über den Körper, nachdem sie ihn gefunden hatte. Anschließend setzte sie einen Tee auf und drückte ihn der jungen Kunoichi in die zitternden Hände. Wütend funkelte sie daraufhin Ryugo an, denn er war derjenige, der ein Machtwort sprechen konnte, aber er schüttelte nur verzweifelt den Kopf und setzte sich wieder neben seine Freundin.

Kopfschüttelnd stand Sakura auf und fuhr sogleich zusammen, als sie einen schnellen Schatten über sich wahrnahm. Es war Sasukes Falke, der auch schon im nächsten Moment auf seinem Arm landete. Sie sah ihn die Stirn in Falten legen und erinnerte sich zugleich an seine Worte. Kakashi sollte sie nur benachrichtigen, wenn etwas Dringliches anstand. Sofort ging Sakura auf ihn zu und blieb unmittelbar vor ihm stehen. Er hatte die Nachricht bereits geöffnet und in Windeseile flogen seine Augen über die Zeilen.

Als er die Hand mit der Nachricht sinken ließ, spannte sich sein Kiefer an.

Sakura riss ihm den Zettel aus der Hand, hielt dann aber inne, da ihr einfiel, dass sie ja irgendwie eine Art Maulwurf in diesem Team war. Vielleicht wäre es besser, sie lese diese Nachricht nicht? Aber Sasuke nickte nur, als sie zu ihm aufsah. Ryugo war hinter sie getreten und schaute ihr über die Schulter, um den Brief ebenfalls zu lesen.

Im Eiltempo flogen ihre Augen über die Zeilen und wurden immer größer.

„Ein Grab der Hyugas wurde geplündert", sagte sie monoton und ließ jetzt ebenfalls den Brief sinken. Eine ungute Vorahnung durchfuhr sie. Kakashi hatte geschrieben, dass einer Leiche die Augen entfernt wurden.

Verdattert hörte sie Ryugo stutzen. „Was hat das zu bedeuten?", fragt er vollkommen irritiert, schien aber bereits im nächsten Moment zu verstehen. „Das Byakugan", murmelte er gedankenversunken.

Sakura nickte steif.

„Die Grabschändung", murmelte Sasuke. „Mist, wieso bin ich damals nicht darauf gekommen? Natürlich."

„Stimmt", meinte Sakura nachdenklich. Sie erinnerte sich noch gut an die Beträge aus der Zeitung. Sie hatte mit Tsunade darüber gesprochen, als sie im Krankenhaus ausgeholfen hatte. Der Artikel, er hatte auf dem Tisch gelegen. „Es gab Vorfälle von Grabschändungen", erklärte sie für alle. „Die Gräber wurden nur geöffnet, es wurde nichts entwendet, weshalb man dachte, es wäre ein schlechter Schwerz gewesen. Sie wurden gestört, haben deswegen wohl nicht das Richtige gefunden. Es waren frische Gräber gewesen. Die sind doch häufig nicht mit Namen versehen, da die Erde erst absacken muss."

„Aber werden eure Toten nicht verbrannt?", fragte Ryugo.

„Nein, nicht zwangsweise." Sakura begann penetrant ihre Unterlippe mit den Zähnen zu bearbeiten.

„Und was sollte er mit toten Augen machen?", fragte Mikau angeekelt.

„Möglicherweise kann er sie auch noch nach dem Tod verwenden, insofern sie nicht zu stark verwesen sind", äußerte Sasuke seine Vermutung. „Er scheint gut mit Chakra umgehen zu können." Er sah Sakura an. „Wäre es möglich?"

Sakura dachte nach. Dann nickte sie. „Theoretisch. Solange die Nerven noch intakt sind. Ich könnte so etwas jedoch nicht. Nicht mit totem Gewebe."

„Das ist ja pervers", rief Mikau und deutete ein Würgen an. „Was ist das für'n widerlicher Kerl. Fehlt nur noch, dass er Gehirne isst, so wie 'n Zombie."

Pervers war dafür gar kein Ausdruck, schoss es Sakura durch den Kopf.

Ryugo warf Mikau einen mahnenden Blick zu, woraufhin der sich verlegen am Hinterkopf kratzte.

Sakura schloss die Augen und atmete tief ein. Wenn das alles stimmte, dann fehlte Mangetsu nur noch das Sharingan. Und das bedeutete, dass er seine gesamte Kraft nun auf sie richten würde. Sakura musste sich setzten. Möglicherweise waren sie nur verschont geblieben, weil er sich nebenbei noch auf die Beschaffung des Byakugans fokussieren musste. Oder diese zuerst holte, da es einfacher zu beschaffen war. Ehe sie den Blick hob, spürte sie bereits Sasukes auf sich liegen.

Ihre Blicke trafen sich, woraufhin er ein verbissenes Zischen unterdrückte. Mit schmalen Lippen schien er darauf zu warten, dass Sakura es aussprach. Bis eben hatte heute noch niemand ein Wort darüber verloren, was sie gestern herausgefunden hatten.

Blitzartig packte sie seinen Ärmel und sah ihn ernst an. „Du musst es tun", flüsterte sie mit einem beharrlichen Nachdruck in der Stimme. „Bitte. Jetzt. Ich will nicht wieder von ihm träumen und dabei wissen, dass er uns aushorcht. Dass er unserem Kind nahe ist. Dass er uns findet."

Sasuke schloss unter ihren bittenden Worten die Augen und presste krampfhaft seine Kiefer aufeinander. Er zögerte. Er war dagegen. Augenscheinlich. Er wollte das nicht machen.

„Bitte Sasuke. Du hast es bereits mehrfach geschafft. Ich vertraue dir", sagte sie jetzt und sah ihn mit einem weichen Ausdruck an. Sie musste ihn überzeugen, denn es gab keine andere Wahl. Irgendwann würde sie einschlafen, irgendwann würde er sie finden und sich das nehmen, was er wollte. Und was würde er machen, würde er erfahren, dass sie davon wussten. Bisher hatte Sakura nicht geschlafen, bisher wusste er von nichts. Noch konnten sie ihm einen Schritt voraus sein, wenn sie schnell waren.

Liebevoll nahm sie sein Gesicht zwischen ihre Hände und betrachtete seine müden Züge. Seine Augen waren klein, umrandet von kleinen Falten, die ein ungleichmäßiges Muster in seine Haut brannten. Sein Haar wirkte matt und seine Haut fahl. Er sah einfach nur furchtbar aus und dennoch liebte Sakura ihn, egal wie er aussehen mochte. Ein müdes Lächeln zuckte ihr über die Lippen, denn es bereitete ihr ein schlechtes Gewissen, dass er sich wieder viel zu sehr für sie verausgabt hatte. Dass sie nicht allein waren, blendete Sakura gekonnt aus, weshalb Sasuke es sogar kurzzeitig zu vergessen schien. Schwermutig atmete er aus und erwiderte ein flüchtiges Lächeln.

„Wir könnten eine andere Lösung suchen", meinte er mit schwacher Stimme.

„Und welche Lösung soll es geben? Wo willst du danach suchen?" Sakuras Blick war entschlossen. „Wir sind alle Möglichkeiten durchgegangen, Liebling. Wir haben keine Zeit, um Tage oder Wochen nach einer anderen Lösung zu suchen. Sie liegt doch auf der Hand."

Frustration, Wut und Angst las Sakura in seinem Gesicht. Dann endlich nickte er zögerlich. „Wenn du dir sicher bist", sagte er zögernd und senkte den Blick. „Es könnte wehtun", flüsterte er.

„Ja. Ich weiß", erwiderte sie entschieden.

„Das kann nicht euer Ernst sein", mischte sich jetzt Juli verzweifelt ein. „Das ist viel zu gefährlich. Wir bleiben bei euch und-"

Ryugo hatte sie am Arm gepackt und sanft zurückgezogen. „Juli", meinte er mit einem nachdrücklichen Unterton. „Wenn Sakura ihm vertraut, dann sollten wir es erst recht tun."

Zähneknirschend sah Juli zu Boden. Es war wirklich sehr freundlich, dass sie sich solche Sorgen um Sakura machte.

„Macht euch bitte keine Sorgen. Es wird alles gut", sagte Sakura und hob ihre Faust in die Höhe. „Shannaro!" Sie grinste optimistisch. Gleichzeitig fühlte sie jedoch, wie ihre Euphorie sie zu verlassen begann, als sie sich wieder Sasuke zuwandte.

Als sich ihre Blicke trafen, nahm sie all ihre letzte Kraft zusammen, um ihn herzerwärmend anzulächeln. Sie wollte ihm Mut machen, denn auch wenn sie Angst hatte, glaubte sie selbstverständlich an ihn. Er war ihr Ehemann. Sasuke Uchiha. Sie war seine Ehefrau und bald schon, da würden sie ein gemeinsames Kind großziehen müssen. Niemals würde er zulassen, dass ihnen etwas Ernsthaftes passierte. Nicht, solange er es zu verhindern wusste.

„Nun gut", sagte er plötzlich ebenso entschlossen, als hätten Sakuras positive Gedanken ihn erreicht.

Schon im nächsten Moment, als wollte er keine weitere Zeit mehr verschwenden, senkte Sasuke die Lider. Kurz vorher, da hatten sie sich ein letztes Mal sehnsüchtig angesehen, und als die Augen ihres Ehemanns sie daraufhin fixierten, sah Sakura Rot. Erschrocken hielt sie die Luft an, denn es gab nur wenige Moment in ihrem Leben, in denen er sie mit seinem Kekkei Genkai so bewusst angesehen hatte. Einen einzigen Augenblick schien er noch zu zögern, Sakura war unterdessen noch bei vollem Bewusstsein. Angst nahm sie schlagartig ein. Die Angst, sie könnte Sasuke heute das letzte Mal zu Gesicht bekommen.

Überrascht und gleichzeitig entsetzt davon, dass ihre Lunge plötzlich brannte, rang sie bereits im nächsten Moment nach Luft. Das Letzte, was sie vernahm, war, dass Juli laut aufschrie und ihr Herz einen letzten heftigen Schlag ausführte, um dann innezuhalten.

Sie glaubte an ich. Immerzu.

Dann spürte sie Kälte und Dunkelheit.

༻❀༺


Freunde der Sonne,

am letzten Wochenende, da war es dann endlich so weit ;P

Aber erst ne allgemeine Info:

So langsam gehen mir meine vorgeschriebenen Kapitel aus, beziehungsweise sind sie das sogar bereits ^^ Ich werde daher am 16.10 pausieren, vielleicht auch am 23.10 ... Auch aus dem Grund, dass ich noch sau viel für meine Hochzeit zu planen habe. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich in meinem momentanen Alltag kaum dazu komme ein neues Kapitel zu verfassen. So werde ich die Zeit unter anderem nutzen müssen, um wieder so viel wie möglich vorzuschreiben! Ich habe nämlich Urlaub

Das Pausieren tut mir wahnsinnig leid und ich mag es ja selbst nicht, wenn Geschichten unterbrochen werden. Aber mehr als zwei Wochen werden es definitiv nicht werden! Und meine nächste Geschichte werde sich soweit fertigstellen, dass ich sie auch möglichst nicht unterbrechen muss! Aber ihr seid ja alle super verständnisvoll

Zu meinen JGA - falls es euch interessiert - ;)

Eigentlich bin ich ja total der aktive Mensch! Und zu den jetzigen Zeiten ist es natürlich nicht einfach, einen JGA zu planen. Zumal wir lange nicht wussten, ob die Hochzeit so überhaupt stattfinden kann. Jetzt sieht alles ganz gut aus :)

Ich wurde bei meinen Eltern tatsächlich abgeholt ^^ Ich erinnert euch an letzte Woche, wir wollten den Geburtstag meines Vaters nachfeiern. Ich wurde unter anderem stutzig, weil meine Mutter nie, wirklich nie, zum Frühstück einlädt xD Aber ich hab generell wenig nachgefragt, weil ich mich ja auch überraschen lassen wollte ;P

Ich bin unter anderem ein großer Zelda-Fan - sicher nicht unbekannt, oder ;)? Ich hab son süßes Kleidchen bekommen und wir waren erst Lasertag spielen. Ich liebe Lasertag. Die zweite Runde war allerdings mit Kindern ... und ich hasse es mit Kindern zu spielen ^^ Die halten sich nämlich nicht an die Regeln und laufen dir immer hinterher, um dich immer und immer wieder zu erschießen :D Außerdem sind sie so klein, dass man die Waffe erst senken muss ... und dann ducken die sich hinter den Ecken und rennen immer xD Alles verboten (wers nicht kennt). Na ja wir haben trotzdem gewonnen xD Manchmal würd ich denen dann ja gerne mal wirklich eine überbraten ... *räusper* ... das hab ich jetzt nicht gesagt

Daaaann und das fand ich auch mega ... ich wollt das schon immer mal ausprobieren ... haben wir mit ner VR-Brille gespielt. Mega wäre ja son Ballerspiel gewesen ... aber es war ja ein JGA für Frauen .. meine Trauzeugin und ich waren also die Einzigen, die überhaupt mit Videospielen umgehen konnten :D Und daher hat jeder für sich Mini-Games gespielt. War auch mega.

Unter anderem konnte man Fallschirmspringen - ich habe das nicht gemacht xD, um Gottes willen, ich hab Höhen- und Flugangst!!! Aber ich hab es bei den anderen gesehen^^ Meine Schwester soll, laut Erzählungen, laut losgeschrieben haben. Das habe ich wiederum verpasst.

Ich hab dann mit dem Boden Trolle abgeschossen und meine Basis verteidigt xD Dabei habe ich mir dann was gezerrt, weil die irgendwann anfingen ihre Waffen nach mir zu werfen. Beim ersten Mal hab ich mich panisch auf den Boden geschmissen ... ich habe damit ja im Leben nicht gerechnet xD Danach ging es dann, ich wusste ja, dass auch was auf mich zugeflogen kommen würde. Aber ich hatte den Muskelkater meines Lebens im Oberschenkel. So wie fast alle.

Ich fand das äußerst cool. Ich hätte auch gern eine VR-Brille ^^

Eine meiner Freundinnen hat sogar gegen die Wang geschlagen ~ Anfänger xD Der Finger war am nächsten Tag unglaublich dick xD Das gibt es sogar auf Video :D Ultra witzig.

Ja, das war wirklich lustig. Danach waren wir essen und dann in so nem abgefahrenen Party-Bus unterwegs. Der Fahrer hieß, glaub ich Alex ^^ Ach und Flunky-Ball haben wir noch gespielt - ich liebe Flunky-Ball xD Aber das spiele ich dann doch lieber mit Kerlen :D Die trinken schneller xD

Joa, und dann haben wir noch die halbe Nacht durchgefeiert. Ich fands mega und hab die ganze Woche nur durchgehangen Endlich Wochenende!!

Eben wurde mein Schätzelein abgeholt .. also um 8 Uhr xD Mit fetter Musikbox und Mallemucke Unsere armen Nachbarn ... Ich weiß ja nicht, ob es lustig oder traurig ist, dass ich, ohne Alkohol, um 8 Uhr morgen zu so ner Musik mitwippe ... Vielleicht haben sie mir auch nen Schuss Amaretto in den Kaffee gemacht xDn I don't know. Aber das sind teilweise auch einfach Insider von uns xD Kennt ihr das Nudellied ;)? Vollkommen bescheuert, aber Insider gehen ja immer :D Gut, dass sie Nachbarn uns schon kennen, sonst hätten sie uns allerspätestens jetzt als Asis (schreibt man das eigentlich mit einem oder mit zwei s?) abgestempelt ^^ Die fahren jetzt irgendwo nach Lüneburg ^^

Sooo. Das wars von mir ;) Ich geh mir jetzt auf dem Markt Steinpilze kaufen und ein bisschen entspannen, hab das Gefühl, ich werde krank Immer am Wochenende, so ne Kacke ^^

Bis nächsten Samstag, ihr Süßen

Eure Juli
<3
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