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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
32
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Dieses Kapitel
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25.08.2021 4.395
 
Sakura Pov

༻❀༺


Gerade noch im letzten Moment war es Sakura gelungen, vom Weg zu hüpfen, um sich nicht direkt auf der Straße übergeben zu müssen, auf welcher sie unterwegs waren. Das musste ja nun wirklich nicht sein, am Ende würde nur jemand hineintreten und laut über sie fluchen. Zumindest würde sie das wohl tun.

Während sich ihre Finger an einen Baum festkrallten und die andere Hand das Haar so fixiert hielt, dass es ihr nicht ins Gesicht fiel, spürte sie Sasukes beunruhigten Blick auf sich ruhen. Bereits den ganzen Tag über hatte er sie mit diesem Ausdruck beobachtet, der ihren scharfen Sinnen keinesfalls entgangen war. Und dabei machte ihr die Übelkeit doch immer weniger etwas aus; sie kam zwar abrupt, hielt jedoch nur kurz an. Es gab wohl Schlimmeres.

Sakura zählte heute jedoch das vierte Mal, das war ihr bisheriger persönlicher Rekord, an welchem ihr die Beine zittrig wurden und sie vor sich auf den Boden würgte. Das Frühstück hatte sie längst ausgespuckt, noch bevor ihr Körper es vollständig hatte verwerten können, und seither bekam sie keinen Bissen hinunter. Der einzige Grund, weshalb sie überhaupt weitergingen, war, dass es Sakura guttat. Selbst mit leerem Magen. Obendrein war es in ihrer jetzigen Situation umso nötiger, in ständiger Bewegung zu bleiben, denn es wäre fatal, würde ein Feind sie in der aktuellen Lage aufspüren können.

Zum einen war es weiterhin Sasukes Hand, die noch immer nicht vollständig verheilt war, weshalb sie sich zu diesem Schritt entschieden hatten, und zum anderen die Tatsache, dass Sakura sich selbst kaum verteidigen könnte. Die Möglichkeit, verletzt zu werden, und das Kind in Gefahr zu bringen, war einfach zu heikel. Sie hatte ihm zudem versprechen müssen, sich in keine Kämpfe und Konfrontationen einzumischen, musste er es dennoch tun. So blieb ihnen vorerst nur eines übrig: Allem aus dem Weg zu gehen.

Manchmal hatte sie deshalb das Gefühl, als wären sie beide zwei Schwerverbrecher, die sich auf der Flucht vor dem Gesetz befanden. Bei dem Gedanken hatte sie schmunzeln müssen, denn er klang fast schon romantisch.

Apropos.

Sakura war so unendlich erleichtert, dass er sie nicht einfach nach Konoha abschob. Das wäre sicher eine der naheliegendsten und einfachsten Möglichkeiten gewesen. Aber auch sie hatte am Ende noch ein Wörtchen bei der ganzen Sache mitzureden. Sicher. Naruto und auch Konoha würden ihr eine Zeit lang Schutz bieten können. Sasuke schien dies aber so wenig, wie sie selbst, zu befürworten. In seiner Nähe fühlte sie sich einfach am sichersten. Niemand würde das ersetzen können.

Generell schien er das ganze Thema Schwangerschaft nüchterner anzugehen, als sie es zuvor eingeschätzt hatte. Das war überaus beruhigend, kam aber durchaus überraschend, und irgendwie auch wieder nicht. Alles, was er anging, löste er doch auf seine eigene und ruhige Art und Weise, nämlich mit einem möglichst kühlen Kopf. Außerdem war es vorteilhaft, dass wenigstens einer von ihnen ständig die Fassung zu behalten schien. Zumindest nach außen hin.

Neben der Tatsache, dass sie nun bis zur Geburt auf seine Hilfe angewiesen war, und der Angst vor der Geburt selbst - so etwas sollte ja höllisch schmerzhaft sein - beschäftigte sie besonders die Zukunft ihres Kindes. Letzterer Aspekte lag zwar noch am weitesten in der Ferne, verfolgte sie aktuell aber am meisten. Es war teilweise sogar so extrem, dass sie stundenlang wach lag und nachdachte. Dass sie bisher weniger darüber gesprochen hatten, lag sicher auch daran, dass sie beide einfach nur unendlich müde davon waren, ständig in Bewegung zu sein und sich bereits den Kopf über ihre jetzige Lage zerbrechen mussten. Aber noch viel ausschlaggebender war wohl, dass es kein beliebtes Thema sein würde.

Zudem begleitete Sakura die Angst, ihn zu verletzen, äußerte sie sich kritisch dem gegenüber, was sein Vermächtnis für ein Kind bedeuteten könnte. Sein Sharingan. Bereits die Möglichkeit, ihr Kind würde solch ähnlichen Tragödien unterliegen können, wie es dem Uchiha-Clan erging, versetzte sie in Panik. Umso wichtiger war es, sich damit auseinanderzusetzen und mit Sasuke darüber zu sprechen. Schließlich würde er wesentlich mehr zu dem Thema beisteuern können, als sie es könnte. Und aus Erfahrung sollten sie lieber eher darüber sprechen als später.

Die letzten drei Nächte hatten sie beide in der Wildnis verbracht, weshalb sie am heutigen Nachmittag ein Dorf anpeilten, um dort eine Unterkunft zu finden und ihre Vorräte wieder aufzustocken. Eigentlich schlief Sakura gerne unter dem freien Himmel, aber unter Anbetracht dessen, dass sie die letzten Nächte nur sehr sporadisch in den Schlaf gefunden hatte, war die Verlockung eines Bettes oder eines Futons doch sehr groß.

Im Gasthaus angekommen, suchte Sakura kurzerhand die Dusche auf und kuschelte sich anschließend unter die weiche Decke, die auf ihrem Futon lag. Sasuke saß noch am Tisch und schrieb einen Brief.

„Wem schreibst du?", erkundigte sie sich, während sie ihre Zehen unter der weichen Decke streckte und die Freiheit darunter genoss.

„Kakashi", antwortete er, ohne den Stift auch nur abzusetzen.

„Und was schreibst du ihm?" Sakura setzte sich auf. „Doch etwa nicht?"

Er hob den Blick vom Papier und sah sie an. „Natürlich nicht. Ich bitte ihn nur darum, uns zukünftig nur noch in äußersten Notfällen zu kontaktieren."

„Mit welcher Begründung?"

„Dass wir uns eine Zeit lang absetzen wollen", sagte er. „Das sollte kein Problem sein."

„Verstehe", Sakura legte den Kopf wieder auf dem Kissen ab. Während sie darüber nachdachte, wie es wohl wäre, wenn sie ihren Freunden erzählen würde, dass sie ein Kind von Sasuke erwartete, spitzte sie die Lippen. Naruto und Kakashi würden sicher große Augen machen.

„Ich denke, es ist besser, wenn wir die ganze Sache für uns behalten", teilte er ihr seine Gedanken mit. „Zumindest so lange, wie es möglich ist."

„Mhm", summte sie zustimmend. Darüber hatte sie auch schon nachgedacht.

Als er den Stift schließlich beiseitelegte, rollte er das Papier zusammen und versiegelte es. Dann rief er seinen Botenfalken.

„Die Nachricht ist zwar verschlüsselt", erklärte er, „aber ich schicke sie vorsichtshalber auf einem größeren Umweg nach Konoha."

„Sicher ist sicher", murmelte Sakura und gähnte leise.

„Du bist müde", stellte er fest, während er die Nachricht an dem Fuß des Falken befestigte. „Du solltest versuchen, endlich zu schlafen." Bevor er ihn fliegen ließ, nutzte er sein Sharingan, um ihm dem Weg einzuprägen.

„Erst deine Hand", sagte sie und deutete ihm mit einer Handbewegung an, sich zu ihr auf das Futon zu setzen. Nachdem er ihrer Bitte sofort nachgekommen war, beobachtete er geduldig, wie sie ihm die Hand versorgte und einen neuen Verband anlegte.

Während sich Sakura daraufhin streckte und gähnte, hörte sie, wie er sein Futon über den Boden nahe an ihres zog, und sich dann hinlegte.

Da er kurz darauf kaum hörbar seufzte, krabbelte sie einfach unter seine Decke und legte ihre Wange an seiner Brust ab. Und während sie so auf ihm lag und seinen Duft einsog, staute sich die Wärme in ihren Wangen. Um ihn aber ansehen zu können - sie spürte, dass ihn etwas bedrückte - schob sie sich nun auf seiner Brust weiter hinauf, bis ihre Gesichter sich voreinander befanden.

Sein getrübter Blick ließ ein mattes Lächeln über ihre Lippen zucken, während sie gleichzeitig sein Haar zur Seite schob. Er sah ziemlich erschöpft aus. Seine Augen waren klein, seine Lippen ein wenig spröde und die Haut von der Sonne in Mitleidenschaft gezogen.

„Was bekümmert dich, Liebling?", erkundigte sie sich, da sie sich wünschte, dass sie sich voreinander nichts mehr verheimlichten. Ihn so zu sehen, ließ ihr Herz schwer werden.

„Du solltest schlafen", sagte er wieder.

„Erst, nachdem du mir erzählt hast, was dich bedrückt. Sonst muss ich die gaaaanze Nacht darüber nachdenken, weißt du?" Sie übertrieb mit voller Absicht. „Und dann kann ich erst recht nicht einschlafen und wälze mich bestimmt die ganze Nacht hin und her."

Augenblicklich hielt er inne und überlegte dann kurz. Und als seine Gesichtszüge hart wurden und er tief ausatmete, ahnte sie bereits, was kommen würde. Aber das war gut, sie mussten darüber sprechen.

„Früher, da war es der ganze Stolz der Familie", begann er, während seine Stimme einen herben Unterton annahm. „Jedes Elternteil wartete sehnsüchtig darauf, dass das Sharingan bei der jüngeren Generation erwachte. Tat es das nicht, oder brauchte derjenige besonders lange, dann wurde man von teilweise von verächtlichen Blicken verfolgt."

Sakura nickte ernst.

„Macht und Talent, das bedeutete es für den Clan", sprach er weiter. „Aber was es sonst noch mit sich zog, für den Betroffenen selbst, wurde immer kleingeredet. Schmerz, Leid und Verlust", zählte er nach einer kurzen Pause auf. „Und für das Erwachen braucht es ..."

„Eine schwere seelische Verletzung", beendete sie den Satz, als er zögerte, es aussprechen zu wollen. Lange war es her, dass sie eine solch ernste Unterhaltung geführt hatten.

„Ja." Er nickte erst steif und sah dann zähneknirschend zur Seite. Sakura fühlte ein Ziehen in der Brust, als sie nun erkannte, wie sehr ihn das Thema zu belasten schien. „Es ist in meinen Genen, Sakura", sagte er und wandte den Blick ab. „Und deshalb wahrscheinlich auch ... „

„Ich weiß", sagte sie laut und lächelte dann müde. „Aber es besteht durchaus die Möglichkeit, dass unser Kind das Gen nicht vererbt bekommen hat, Sasuke." Ernst sah sie ihm direkt ins Gesicht und hatte sich um einen möglichst sachlichen Ton bemüht. Rechnerisch war es eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent, denn sie trug das Gen ja nicht.

Er schnaubte. „Fast jeder bekam es bisher. Die Liste derer ist kurz, die das Kekkei Genkai nicht vererbt bekamen."

Da hatte er wiederum nicht unrecht. Es war schon äußerst wahrscheinlich. Die 50-Prozentmarke wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach überschritten, weshalb man munkelte, dass sich das Gen nicht nur auf einem Chromosom befand. So war die Chance also doppelt so hoch.

„Trotzdem", sagte sie fest und lächelte aufmunternd. „Du solltest den Teufel nicht vorzeitig an die Wand malen." Dass diese Worte aus ihrem Mund kamen und nicht aus seinem, verwunderte sie doch glatt selbst.

Entschlossen, das Thema vorerst zu beenden, zog sie sich wieder ein Stückchen weiter zu ihm hinauf; mittlerweile war sie auf seiner Brust etwas hinabgerutscht. Dann gab sie ihm einen seichten Kuss auf den Mund. Sein Gesicht fühlte sich ungewohnt kratzig an; es musste mindestens zwei Tage her, dass er sich rasiert hatte.

Sasuke hingegen nahm einen tiefen Atemzug, während sie ihre Lippen auf seine gedrückt hielt, und zog sie sofort wieder an sich, als sie sich lösen wollte.

„Sasuke", nuschelte Sakura lachend auf seine Lippen, da er sie so fest an sich gepresst hielt.

„Was ist?", fragte er leicht erschrocken und schob sie dabei ein Stück von sich fort, um sie fragend anzusehen. „Sollte ich das nicht tun?" Unsicher flatterten seine Lider.

Sakura lächelte ihn an. Seit sie ihm die Nachricht überbracht hatte, ging er so übertrieben vorsichtig mit ihr um. Als wüsste er nicht genau, ob er ihr mit dieser oder jener Berührung wehtun würde. Das war irgendwie niedlich.

„Doch, natürlich." Sie lachte leise. „Entschuldige, es ist alles in Ordnung", sagte sie noch und zog sich wieder zu ihm hinauf, um ihre Lippen miteinander zu vereinen. Das ließ er sich offensichtlich nicht zweimal sagen und sogleich spürte Sakura seinen schweren Arm um ihre Hüfte liegen.

Er küsste sie, hielt sie fest und ließ sie nur los, um sie nach und nach aus ihrer Kleidung zu schälen.

Als sie in dieser Nacht innige Zärtlichkeiten austauschten, ging er noch behutsamer vor, als er es ohnehin schon seit jenem Moment tat. Und für diesen langen Augenblick schienen sie beide ihre Müdigkeit abzulegen.

Als sie sich wieder voneinander lösten, lagen sie einige Minuten schwer atmend nebeneinander.

„Mach dir keine Gedanken darum, was passieren könnte", sagte Sasuke nach einiger Zeit. Jedoch sehr leise und fast wäre Sakura eingeschlafen; vielleicht hatte er es sogar angenommen. Seine Bemerkung ließ sie jedoch hellhörig werden. Er spielte auf Mangetsu an. Sie öffnete die Augen und stellte fest, dass er sie die ganze Zeit beobachtet haben musste. „Er wird uns nicht finden. Dafür werde ich sorgen", ergänzte er nun lauter, während sein Blick ihren entschieden hielt.

Müde lächelte Sakura. Seine Berührungen und auch seine Worte waren so beruhigend, gaben ihr so viel Kraft und Sicherheit, dass sie sich trotz der Bedrohung glücklich schätzen konnte. Das Ganze war so verrückt, denn mit jedem weiteren Tag, welchen sie gemeinsam Seite an Seite miteinander verbrachten, schien das Band zwischen ihnen immer stärker und widerstandsfähiger zu werden. Und das, obwohl Sakura doch gedacht hatte, ihre Beziehung hätte längst das Maximum erreicht.

Es war nur ein kurzer Moment, aber er reichte aus, dass sie endlich verstand, dass er sie niemals würde im Stich lassen wollen. Völlig egal, was auch passieren würde, sie könnte sich allezeit auf ihn verlassen. Immer und in jeder Hinsicht. Ausnahmslos. Unabhängig davon, wie schwer sie es ihm auch machen würde. Und dabei hatte sie so lange das Gefühl von Angst begleitet, er würde sie eines Tages von sich stoßen. Und jetzt, ganz plötzlich, von einem auf den nächsten Moment, da war diese Befürchtung einfach wie weggeblasen.

Sollten die Leute doch denken, was sie wollten; über sie und ihre Beziehung. Denn keiner von ihnen hatte auch nur die leiseste Ahnung, was die Liebe zwischen ihnen überhaupt ausmachte. Das wichtigste war doch, dass sie sich beide gegenseitig voll und ganz vertrauen und sich aufeinander verlassen konnten. Blind und zu jeder Zeit. Egal, wie viele Kilometer auch zwischen ihnen liegen würden.

„Ich bin so froh, dass du bei mir bist", hauchte Sakura, in völliger Überwältigung ihrer Emotionen.

Sasuke schmunzelte erst und zog dann provokant die Augenbraue nach oben. „Bist du dir da sicher?"

„Selbstverständlich", rief sie empört und kniff ihm für die unverschämte Bemerkung in die stoppelige Wange. „Rasiere dich mal lieber, oder willst du, dass die Leute dich für einen Wilden halten?"

Mit einem reservierten Gesichtsausdruck hielt er jetzt seine verletzte Hand in die Höhe. „Ich bin ein Invalide. Schon vergessen? Wie soll das gehen?"

„In der Tat", sagte Sakura und ließ sich rücklings ins Kopfkissen fallen. Er machte nur Spaß, natürlich konnte er sich rasieren. „Dann muss ich wohl oder übel mit einem kratzigen Gesicht leben. Es gibt schlimmeres", sagte sie dann und grinste. Wie wahr. Dieser stoppelige Bart verlieh ihm doch irgendwie etwas Verruchtes, was durchaus einen gewissen Charme hatte.

Dann gähnte sie ausgiebig, murmelte gute Nacht, und war auch schon wenige Augenblicke danach eingeschlafen.

⋯ ♡ ⋯

In den darauffolgenden Tagen wurde Sakura weniger von der Übelkeit geplagt, sondern von einem völlig neuen Symptom der Schwangerschaft. Schlafstörungen.

Lieber übergab sie sich am Morgen einmal, vielleicht noch ein weiteres Mal, konnte dafür aber gut schlafen und erholt in den Tag starten. Was wohl noch so alles im Laufe der Schwangerschaft auf sie zukommen würde?

Unruhig wälzte sie sich also in jeder Nacht umher. Wenn sie dann irgendwann endlich wegzudämmern begann, dann schlief sie, wenn man das überhaupt so nennen konnte, gefühlt nur wenige Minuten lang, ehe sie wieder hochschreckte. Die meiste Zeit über hatte sie jedoch das Gefühl, als befänden sich Klebestreifen auf ihren Lidern, die stramm an der Stirn befestigt waren und sie so vom Schlafen abhielten. Fühlte sie sich so, dann lag sie mit offenen Augen da und starrte stundenlang in den Himmel.

Zu ihrem Bedauern wirkte sich die nächtliche Unruhe natürlich auch auf Sasuke aus. Egal, wie viel Mühe sie sich auch gab, irgendwann musste sie die Seite wechseln und zog dabei immer seine Aufmerksamkeit auf sich. Er hatte einen wirklich leichten Schlaf, was sich höchst wahrscheinlich im Laufe seiner Reise etabliert hatte. Als er noch ein Kind war, so meinte sie sich zu erinnern, hatte er fester geschlafen.

Und so raubte der kleine Strudel, wie Sakura in ihn letzter Zeit häufiger bezeichnete, nicht nur seiner Mutter den Schlaf, nein, auch dem Vater. Aber anstatt sich zu beschweren, nahm er die Situation stillschweigend hin.

Mittlerweile befanden sie sich seit einigen Tagen im Land der Erde, gar nicht allzu weit von Iwagakure entfernt. Da die Reise seit Tagen unproblematisch verlaufen war, hatte Sasuke vorgeschlagen, sich nach einem Bett umzusehen, sprich, einer weiteren Gaststätte, um dort hoffentlich eine erholsame Nacht verbringen zu können.

Da es sich bei dem nächsten Dorf um ein kleines handelte, gab es hier lediglich eine kleine private Pension. So mussten sie, trotz des unverschämten Preises, einwilligen, denn heute würden sie das nächste Dorf nie und nimmer erreichen können. Und wenn Sakura ehrlich war, dann würde sie auch keinen weiteren Schritt mehr gehen wollen. Die Müdigkeit lag ihr zu schwer in den Gliedern. Alternativ könnten sie die Nacht wieder draußen verbringen, aber die Verlockung nach einem Bett war nun doch viel zu groß.

Die Besitzerin, eine große dürre Frau mit streng zurückgebundenen Haaren, begrüßte sie schroff. Sakura staunte nicht schlecht, als sie sich souverän vor ihnen aufbaute. Sie war mindestens genauso groß wie Sasuke, passte ihm aber wohl etwa dreimal in die Breite.

Sie wirkte jedoch weder krank noch abgemagert; deshalb musste sie wohl einfach einen ziemlich gut funktionierenden Stoffwechsel sowie einen schmalen Körperbau besitzen. Sicherlich konnten selbst große Mengen an Kalorien kaum einen Gramm Fett an ihr verursachen. So manche Frau würde sie sicher um den Stoffwechsel beneiden. Essen so viel man wollte, ohne zuzunehmen. Sakura hingegen war um ihre muskulösere Statue recht froh. Eine solche schlanke Kunoichi würde sich in einem Kampf unverzüglich alle Knochen brechen.

Skeptisch hatte die Besitzerin der Pension die beiden Fremdlinge beäugt und sich äußerst genau über ihre Absichten und Ziele erkundigt.

Sakura stellte sie beide als gewöhnliche Leute vor, die sich auf der Durchreise zu Verwandten befanden.

Als die Frau aber die Hände in die nicht vorhandenen Hüften stemmte und die Nase rümpfte, dachte Sakura für einen Augenblick, sie wären entlarvt worden. Aber dann nickte die Frau hektisch.

„Na, wenn Sie das so sagen, dann wird es wohl stimmen", sagte sie mit einem seltsamen Unterton und starrte Sakura mit ihren eingefallenen Augen an.

Unter der Vorauszahlung für eine Nacht reichte sie Sakura den Schlüssel und deutete mit dem Finger auf eine kleine Hütte, die direkt neben ihrem eigenen Haus stand.

„Essen ist inklusive", fügte sie noch brummig hinzu.

Na immerhin.

Nachdem Sasuke die Tür der kleinen Hütte hinter sich zugezogen hatte, begutachtete Sakura ihr heutiges Nachtlager. Es war sporadisch, aber gemütlich eingerichtet. In nur einem Zimmer, von dem ein Bad abging, befanden sich zwei kleine Holzbetten sowie ein Tisch mit zwei Stühlen. Die Bettwäsche war überaus ordentlich aufgeschüttelt und zusammengefaltet, und sogar der Boden glänzte förmlich vor Reinheit. Irgendwie wunderte sie die Pingeligkeit der Frau nicht ein Stück. Es passte.

Erschöpft ließ Sakura sich auf den ersten Stuhl fallen und die Beine in der Luft baumeln. Tief atmete sie ein und sah sich um, denn ein frischer Duft von Rosenblüten kroch ihr schleichend in die Nase, weshalb sie sich zu fragen begann, ob es wohl die Bettwäsche war, die danach duftete.

Gerade mal fünf Minuten befanden sich die beiden in der Hütte - Sasuke hatte unterdessen ihre Taschen in der Ecke platziert und seinen Mantel aufgeknöpft - da schlug jemand an der Tür.

„Entschuldigen Sie", drang es durch die verschlossene Tür. Es war die Stimme der dürren Frau. "Da ich nicht mit Gästen gerechnet habe, müsste ich mit der Kutsche in das nächste größere Dorf fahren, um Lebensmittel zu besorgen. Brauchen Sie etwas?"

Sakura sprang auf und öffnete die Tür. „Würden Sie für mich einige Kräuter besorgen?" Sie würde versuchen wollen, sich eine spezielle Kräuterteemischung zuzubereiten, um besser einschlafen zu können.

„Natürlich. Dort gibt es einen hervorragenden Kräuterladen", sagte die Frau. „Aber nur, wenn Sie mir das Geld im Voraus geben", fügte sie trocken hinzu.

„Sicher." Sakura lachte unsicher, während sie in ihrer Tasche nach Geld zu suchte. Sahen sie beide denn so unglaubwürdig aus, dass die Frau ihnen so wenig vertraute? Jedes Wort, welches aus ihrem Mund kam, hatte einen seltsamen Beigeschmack. Vielleicht spürte sie ja bereits die Aura der flüchtigen Schwerverbrecher, wenn Sakura sich doch schon so fühlte.

Rasch kritzelte sie noch die Namen der gewünschten Kräuter auf ein Blatt Papier und überreichte dieses, mit einem überaus freundlichen Lächeln, der Frau, welche mit verschränkten Armen an der Tür wartete.

Emotionslos sah sie vom Zettel auf. „Na, Sie kennen sich aber aus, junges Fräulein."

„Ach, das ist doch gar nichts, meine Sen-, äh meine Oma hatte einen großen Kräutergarten, daher kenne ich die Namen", log sie schnell und legte jetzt ein unschuldiges Lächeln auf, in der Hoffnung, die Frau würde ihr einfach glauben.

Ihr Gesicht verhärtete sich. „Nun gut", sagte sie kühl, ohne auch nur zu blinzeln. „Dann bis heute Abend."

„Täusche ich mich, oder glaubt sie mir kein Wort?", fragte Sakura, nachdem sie die Tür geschlossen und gewartet hatte, bis die Schritte der Frau sich weit genug entfernt hatten, sodass sie frei miteinander sprechen konnten.

Sasuke zuckte nur mit den Achseln. „Es geht sie einen feuchten Dreck an, was wir vorhaben. Wir haben sie ausreichend bezahlt, damit sollte sie sich zufriedengeben."

„Da hast du recht", gähnte Sakura und begann sich zugleich aus ihrer Kleidung zu schälen. „Ich falle gleich vor Müdigkeit um. Wenn es dir nichts ausmacht, dann würde ich versuchen, ein wenig zu schlafen, bis sie wieder da ist."

Sasuke stimmte ihr nickend zu. „Gute Idee." Dann setzte er sich auf einen der Stühle und sah aus dem Fenster.

„Du nicht?"

Er schüttelte den Kopf. „Später", sagte er.

„Na gut", sagte sie, zog sich die Decke bis zur Brust und schwenkte anschließend ihre Handgelenke über der Decke nach rechts und links. Freudig betrachtete sie die beiden silberfarbenen Armreife, die er ihr geschenkt hatte. Nach wie vor war es ihr ein Rätsel, wie er diese aus Chakra angefertigt haben konnte, aber die Ungewissheit darüber hatte etwas Romantisches an sich, weshalb sie nicht weiter darüber nachdenken wollte. Das zerstörte nur den Zauber.

Anschließend legte sie ihren Bauch wieder frei und fuhr mit den Händen zu diesem hinab. Noch immer sah man absolut nichts, als sie ihn lediglich betrachtete. Er war flach, wie zuvor. Während sie aber nun den klitzekleinen Strudel beobachtete, indem sie die Chakraströme in ihre Körper verfolgte, sah sie sehr wohl, dass er mit jedem weiteren Tag wuchs. Beobachtete sie ihn eine Weile, genau so, wie in diesem Moment, dann hatte sie das Gefühl, der Strudel sah zu ihr auf. Er floss dann ganz plötzlich ein wenig schneller, als begrüßte er sie aufgeregt, was Sakura immer zum Schmunzeln brachte. Höchstwahrscheinlich bildetet sie sich das aber nur ein und der Chakrafluss reagierte lediglich auf ihren eigenen. Wie sollte er denn überhaupt merken, dass sie ihn beobachtete? Trotzdem war es wirklich sonderbar, denn bereits jetzt empfand Sakura so starke Gefühle für den kleinen Strudel, dabei kannte sie ihn doch nicht gar nicht. Weder dessen Aussehen noch die kleine und zarte Stimme, welche sie vermutete.

Als sie aufsah, bemerkte sie Sasukes Blick. Wie lange er sie wohl schon beobachtet hatte? Als sie ihn nun fröhlich anlächelte, sah er wie ertappt wieder aus dem Fenster.

Ihr Blick wurde daraufhin ernster. Zu gut konnte sie ihn verstehen, weshalb sie ihm sein Verhalten nicht übelnahm. Mit der Zeit würde er an Mut gewinnen, denn ähnlich, wie es für sie gewesen war, so musste es auch für ihn schwer vorstellbar sein, dass ein kleines Wesen in Sakura heranwachsen würde. Ein großer Unterschied bestand aktuell eben auch darin, dass er den Strudel weder sehen noch fühlen konnte, weshalb die ganze Sache für sie selbst wesentlich greifbarer sein musste.

Als sie laut gähnte, wurden ihre Lider mit einem Mal so schwer, dass sie die Decke bis zum Kinn hinaufzog, sich auf die Seite drehte und bereits im nächsten Moment in einen tiefen, tiefen Schlaf gefallen war. Gar so tief, dass es sich anfühlte, als wäre sie in ein schwarzes Loch gestürzt, in welchem sie absolut nichts wahrnahm. Weder von außen noch von innen.

Als jemand heftig an ihrer Schulter rüttelte, verzog sie unzufrieden das Gesicht. Erst dachte sie, sie würde doch noch träumen, aber dann hielt Sasukes laute Stimme ihr in der Dunkelheit eine helfende Hand entgegen, die sie sogleich packte und mit einem Ruck aus dem Schlaf zog.

„Sakura! Wach auf verdammt."

Kerzengerade saß sie nun im Bett, während zur selben Zeit ein gleißender Blitz das Zimmer grell erleuchtete und nur Sekunden später ein unglaublich lauter Knall folgte.

Verwirrt sah sie sich in der Dunkelheit um. Der Regen eines starken Gewitters schlug so ohrenbetäubend laut gegen die Fenster der Hütte, dass man dachte, er würde jeden Moment die Scheiben zerschlagen.

„Steh auf", befahl Sasuke ihr knapp.

Im Licht des nächsten Blitzes hatte sie seinen angespannten Kiefer gesehen. Und auch die Besitzerin der Pension stand neben ihm und blickte seltsam drein.

Sakura schluckte, das Herz schlug ihr bis zum Halse, während sich gleichzeitig eine Panik, wie eine Faust, um ihr Herz legte. „Was ist passiert?", wollte sie wissen.

„Sie müssen sofort aufbrechen", rief die dürre Frau, als Sakura sie nun ansah. Im Licht des Blitzes hatte sie wie eine Gruselgestalt aus einem Horrorfilm ausgesehen.

„Was? Wieso?!"

„Sie suchen nach Ihnen. Sie sind ganz nah", sagte sie panisch, während ein weiterer Blitz das Zimmer durchzog, und es irgendwo ganz in der Nähe so laut krachte, als wäre er dort eingeschlagen. Sakura zuckte erschrocken zusammen, als sie die Füße vom Bett zu Boden schwang.

Wer? Wer suchte nach ihnen?

༻❀༺


Yay, Freunde der Sonne,

wieder ein Jahr älter Und da ich gleich Besuch bekomme, nur ein kurzer Text von mir.

Vielen Dank erstmal für eure lieben Kommentare und die Empfehlungen <3

Am Samstag geht es weiter. Ich versuche, so viel wie möglich vorzuschreiben, um zukünftig einmal in der Woche updaten zu können. Vielleicht haben es einige mitbekommen, aber ich heirate im Oktober. Es steht diesbezüglich, und auch auf der Arbeit, in den nächsten Wochen noch sehr viel an. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich hoffe daher, dass ich den wöchentlichen Rhythmus weiterhin einhalten werden kann, bin aber erstmal ganz optimistisch.

Für diesen und nächsten Samstag steht aber alles so weit. Muss nur Betagelesen werden (: Ich erhoffe mir durch den Puffer genug Zeit freischaufeln zu können!

Am Samstag erfolgt das Update erst um 12 Uhr, nicht um 10. Wir feiern am Freitag, es könnte sein, dass ich um 10 noch im Bett liege



Bleibt fresh... und man ist immer so alt, wie man sich fühlt ;) Ein hoch auf Tsunade

Eure Juli
<3
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