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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
32
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
31.07.2021 3.715
 
Sakura Pov

༻❀༺


Vier Tage waren vergangen, seit Sakura im Forschungsinstitut für angewandte Medizin an ihrer Aufgabe gescheitert war. Sasuke gab ihr seitdem zwar nie das Gefühl, sich schlecht fühlen zu müssen, trotzdem wurde sie in diesen Tagen von dem wohlbekannten Gefühl des Unnütz-seins verfolgt. Sein Einwand, Mangetsu könnte sie deshalb nicht eher oder schneller finden, war nur ein schwacher Trost für die junge Kunoichi. Ihr ging es mehr darum, dass Sasuke sich nicht blind auf sie verlassen konnte. Immer und zu jeder Zeit, so sollte es sein. Hart ging sie mit sich ins Gericht, das war ihr durchaus bewusst, aber im Ernstfall würde es niemandem helfen, wenn sie ständig versagte.

Der Frust wich in diesen Tagen nur sehr, sehr langsam; aber mit jedem weiteren Morgen, an dem sie erwachte, ging es ihr immer ein Stück weit besser.

In einer der folgenden Nächte schlug Sakura unter einem heftigen Herzrasen abrupt die Augen auf, als sie in einem Gasthaus übernachteten. Gerade noch rechtzeitig, um die Zimmertür leise ins Schloss fallen zu hören. Sasuke hatte gerade das Zimmer verlassen. Tief atmete sie ein, beruhigte sich innerlich und konzentrierte sich auf das Chakra ihres Ehemanns, welches sich langsam bewegte. Sie rechnete damit, dass es jeden Moment nicht mehr spürbar war, da er sich schnell wegbewegen würde. Zu ihrer Überraschung jedoch entfernte er sich nur wenige Schritte von dem Gebäude.

Und auch am nächsten Tag ließ er sie alleine zurück, als sie ein Nachtlager unter einem Baum aufschlugen und dort einschliefen. Wie gestern entfernte er sich nicht weit und war nach spätestens einer Stunde wieder an ihrer Seite. Sie hätte die Augen aufschlagen und den Anlass seines Ausfluges erfragen können, entschied sich jedoch dagegen. Seit ihrer erneuten Abreise hockten sie fast 24/7 aufeinander, so verspürte durchaus jeder von ihnen auch mal das Bedürfnis, einen Moment für sich haben zu wollen. Vernahm sie selbst dieses Gefühl, akzeptierte er dies, ohne ihr Verhalten infrage zu stellen.

Aus diesem Grund wollte auch sie ihm seinen gewünschten Freiraum lassen, den er sich nehmen sollte, wann immer ihm danach war. In der darauffolgenden Nacht blieb er sogar wieder durchgehend an ihrer Seite, weshalb sie sich schon gar keine Gedanken mehr machte.

Weder einen genauen Anhaltspunkt noch eine grobe Idee hatten die beiden aktuell zu verfolgen. Auch der Bericht, den Sasukes Falke aus Konoha ihnen brachte, war alles andere als aufschlussreich. Er beinhaltete nur, dass Kakashi in den letzten Tagen ein spezielles Team ausgesandt hatte und, sobald diese etwas herausfanden, Bericht erstatten würde. Ebenso hatte Professor Samato die Aufgabe erhalten, sich zu melden, hörte er wieder etwas von der Organisation, die den Prototypen seiner Prothese ausprobieren wollte. Gemeinsam beschlossen Sakura und Sasuke daher, in dieser Zeit von Dorf zu Dorf zu ziehen, in der Hoffnung, zufällig auf Hinweise zu stoßen und sich nach entführten und verschwundenen Personen zu erkundigen.

Auf ihrem Weg durchquerten sie also das ein oder andere Dorf. In einem halfen sie sogar wenige Tage aus, da ein Mann verschollen war und seine Ehefrau ihn verzweifelt suchte. Jede Gegebenheit sprach zwar gegen Mangetsu, dennoch konnte Sakura die arme Frau nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Ihr Ehemann arbeitete im Bergbau einer unseriösen Firma, die keine Auskunft über seinen aktuellen Aufenthalt geben konnte. Und da die Frau weder Geld noch wertvolles Hab und Gut besaß, war niemand bereit, ihr zu helfen. Ohne mit der Wimper zu zucken, stimmte Sasuke ihr zu. Überrascht sah sie ihn an und lächelte dankbar. Nur zu gut konnte sie sich daran erinnern, wie er sich damals, im Land der Flüsse, quer gestellt hatte, als sie ihn bat, das Dorf bei den Ruinen aus der Unterdrückung dieser Banditen zu befreien.

Den verschollenen Mann zu finden, gestaltete sich nicht allzu schwer. Sakura fragte sich deshalb, wie ihn seine Mitarbeiter übersehen haben konnten. Hoffentlich würde er nach diesem Vorfall den Mumm haben, seine Arbeitsstelle zu kündigen und sich etwas Besseres zu suchen.

Der arme Kerl war gestürzt, hatte sich das Bein gebrochen, und lag seither in einer Schlucht und wartete auf Rettung. Sakura verarztete und schiente sein Bein so gut es nur ging, um ihn anschließend sicher nach Hause eskortieren zu können.

Auf dem Rückweg wurden sie - wie sollte es auch anders sein, das Leben wäre ja sonst viel zu einfach und langweilig - von einer Meute wilder Kerle überfallen. Einer von ihnen, vermutlich ihr Anführer, trug eine Augenklappe und ein weiterer, anstelle eines Beines aus Fleisch und Blut, eines aus Holz. Einen Haken im Ärmel entdeckte Sakura zwar nicht, trotzdem musste sie an die Geschichte von Peter Pan denken.

Piraten. An Land? Das Meer war doch mehrere hundert Kilometer entfernt. Sakura legte nachdenklich den Kopf schief, als sie die Truppe musterte. Es konnte sich dabei nur um Verrückte handeln, die zum nächsten Verkleidungsfest unterwegs waren. Oder gab es etwa neuerdings Landpiraten?

Sasukes Bezeichnung gefiel ihr sogar noch wesentlich besser. Leise musste sie glucksen, als er das Wort übertrieben scharf betonte. Saftpiraten.

Zähneknirschend und fuchsteufelswild fielen die wilden Kerle mit gezogenen Säbeln über die drei her. Sakura gab dem Mann, der sie noch immer begleitete, ein Zeichen, hinter dem nächsten Baum in Deckung zu gehen. Er gehorchte und humpelte los.

Die Gegner waren weniger stark, allerdings deutlich in der Überzahl. Zwölf Saftpiraten hatte sie gezählt. Kaum einer würde es wohl mit ihr, und schon gar nicht mit Sasuke Uchiha, aufnehmen können.

Eine überraschende Welle von Freude und Aufregung durchfuhr Sakuras Körper, als sie zum ersten Schlag ausholte und den muskulösen Kerl anvisierte, der schreiend auf sie zulief. Dieses aufregende Gefühl, es breitete sich in einer rasenden Geschwindigkeit aus und schien seine kribbelnde Zentrale in ihrem Bauch zu führen. Es war das erste Mal seit langem, seit sie sich von diesem Virus erholt hatte, dass sie kämpfte. Glatt hatte sie doch das aufregende Gefühl des Adrenalins vergessen, welches in solchen Situationen ungehalten in ihrem Körper produziert wurde.

Aufgrund ihrer Kräfte und Fähigkeiten waren die beiden deutlich im Vorteil. Nach nur wenigen Minuten kämpften sie Hand in Hand, funktionierten wie zwei Zahnräder, die sich gegenseitig antrieben, und machten sich beinahe einen Spaß daraus, die Kerle so offensichtlich auflaufen zu lassen. Der eine wich dem Angriff aus, der andere Schlug aus dem Hinterhalt zu. Einmal spürte Sakura Sasukes warmen Rücken direkt über ihrem, kurz bevor er den Gegner, der sich vor ihr befand, mit einem Fußtritt in den Boden beförderte. So hatten sie in kürzester Zeit die gesamte Mannschaft vermöbelt.

Zufrieden stemmte Sakura die Hände in die Hüften und grinste, als die letzten blau und grün geprügelten Saftpiraten laut schreiend in die Büsche flohen.

„Das hat Spaß gemacht." Motiviert schoss ihre Faust zum Himmel.

Sasuke räusperte sich auffällig und sagte: „Große und starke Männer vermöbeln. So etwas macht dir also Spaß." Ernst sah er sie zwar an, versuchte sich jedoch sein schiefes Lächeln zu verkneifen. Man musste allerdings genauer hinsehen, wollte man es erkennen, denn nur dezent huschte es ihm über die Lippen.

Schlagartig spürte Sakura diese aufwühlende Hitze in ihre Wangen schießen. Hielt Sasuke sie etwa für einen Grobian? Nein. Oder etwa doch?

„N-nein," stotterte sie. „Also ... natürlich mache ich andere Dinge viel lieber, aber- ".

„Welche Dinge?", fragte er provozierend und zog interessiert die Augenbrauen in die Höhe.

„Man, Sasuke", rief sie mit piepsiger Stimme und verdeckte vor Scham ihr glühendes Gesicht mit den Händen. „Das meinte ich doch nicht", nuschelte sie hilflos in ihre Handflächen.

„Nicht?", er klang enttäuscht. „Da ist mir aber was anderes in Erinnerung geblieben."

„Wie?" Sie blinzelte irritiert, spreizte ihre Finger und blickte ihn dadurch kurz an. Dann lief sie noch röter an und boxte ihm fest in den Oberarm.

„He", brummte er, grinste dann aber fast und drehte sich von ihr weg. Gleichzeitig schüttelte er lässig seinen Arm aus. „Kein Wunder, dass die Kerle schreiend weggelaufen sind", stellte er noch fest und lächelte über die Schulter hinweg leicht schief.

Sakura schürzte die Lippen und sah ihm finster nach, als er davonging. Dann musste aber auch sie grinsen. Es machte ihm offensichtlich Spaß, sie zu necken. Das war bisher immer so ungewohnt gewesen, weshalb er sie damit stets enorm verunsicherte. Genau das schien ihn letztendlich aber an der ganzen Sache zu reizen. Und Unrecht hatte er ja nun nicht. Und so lange er der Einzige wäre, der blieb, konnten alle anderen ruhig schreiend das Weite suchen.

Sicher geleiteten sie den Mann zu seiner Ehefrau, die ihm heilfroh um den Hals fiel. Sasuke und Sakura lud sie als Dank zum Abendessen ein. Eigentlich wollte Sakura ablehnen, sie besaßen wenig und es tat nicht not, dass sie auf deren Kosten aßen. Die Frau bestand jedoch so sehr darauf, dass ein Ablehnen aussichtslos war.

Im Laufe des selbigen Abends wurde Sasuke plötzlich ungewöhnlich nervös, als sie nach dem Essen vor das kleine Haus der Leute traten. Sakura erkundigte sich mehrfach, ob alles in Ordnung sei. Er nickte immer wieder. Und als die beiden endlich alleine waren, begann er wie bedeppert zu stottern. Sakura zog die Augenbrauen zusammen und legte den Kopf schief. Was war mit ihm? Geduldig wartete sie, gab ihm die Zeit sich zu sammeln, und als es endlich besser wurde, wurden sie bedauerlicherweise unterbrochen. Dass sie dem Ehepaar geholfen hatten, sprach sich schnell im Dorf herum, und hatte sie binnen eines Tages zu Helden gekürt.

Den restlichen Abend über, sowie auch am nächsten Tag, nahm Sasuke wieder seine stoische Haltung ein. Was er wohl gewollt hatte?

So bald würde Sakura es wohl nicht erfahren.

⋯ ♡ ⋯


In den darauffolgenden Tagen kämpften sie gegen eine weitere Truppe und erledigten diese in einem ähnlichen Teamwork. Mit seinem Rinnegan schickte Sasuke einen Gegner einmal sogar direkt vor Sakura, so wie er es einst mit Kaguya getan hatte. Sakura erinnerte sich gut daran, wie Naruto und er krampfhaft versucht hatten, das Oberhaupt der Otsutsukis zu versiegeln.

Weitere Tage vergingen. Schliefen sie in einem Gasthaus, so tauschten sie bevorzugt dort Zärtlichkeiten aus.

Heute durchquerten sie einen weiteren Wald, der so tief und finster war, dass sich kaum einer hineinwagen würde. So gab es natürlich auch keine Unterkunft in unmittelbarer Nähe, denn der Wald war doch größer, als sie zuvor angenommen hatten. Vielleicht hatten sie sich aber auch einfach nur verlaufen, denn in der einbrechenden Dunkelheit war es schwierig, sich im Schatten der Bäume zu orientieren. Sie schlugen daher ein Lager in einer kleinen Höhle auf, als es auch noch zu stürmen begann.

Lange dauerte es nicht, da gaben sie sich einander hin; verloren, küssten, fühlten und erforschten sich gegenseitig, als sahen, schmeckten und tasteten sie den anderen zum ersten Mal. Sakuras Herz pochte so sehr, als liefe sie einen nie endenden Marathon. Immer war es aufregend, nie war es langweilig. Es fühlte sich stets so vertraut an, benetzten seine Lippen die ihre, traf ihre hungrige Zunge auf seine, und tauchte ihr Kinn zwischen seine Finger. Als drückte Sasuke einen bestimmten Knopf, als lenkte er ihren Verstand. Einen magischen Knopf, der erst zurücksprang, wenn sich ihre Körper trennten.

Eng beieinander lagen sie nun in der Höhle, atmeten schwer, sahen hinaus und lauschten den dicken Regentropfen, deren Wucht vom Grün der Bäume ausgebremst wurde, bis sie sanft auf den Boden des Waldes fielen. Sakura nahm einen tiefen Atemzug. Es roch nach frischem Regen und Sasuke. Sein Blick wirkte verträumt und abwesend. Er bemerkte ihren nicht, als sie ihn heimlich beobachtete.

Ginge es nur nach ihr, könnten sie beide ewig hier verweilen; abgeschnitten vom Rest der Welt. Sasuke und Luft, mehr brauchte sie nicht. Ab und an vielleicht etwas zu Essen. Und Wasser. Ein kleiner Bach befand sich nicht weit entfernt. Selbst Sasuke machte nicht den leisesten Anschein, aufbrechen zu wollen. Er wirkte seelenruhig und völlig unbeschwert - so ausgeglichen hatte sie ihn lange nicht mehr erlebt. Blieben sie also hier, dann könnten sie sogar ihre Klamotten entsorgen, denn die Tiefe dieses Waldes und der erschwerte Zugang zur Höhle ließen vermuten, dass kaum ein Mensch hier vorbeikommen würde.

Natürlich hatte Sakura in Gedanken nur gescherzt. Ihre Aufgabe ließ sich aktuell zwar aufschieben, war aber in keiner Weise leichtfertig zu vernachlässigen.

Tatsächlich blieben sie aber noch einen weiteren Tag, denn das Wetter außerhalb der Höhle glich einem Weltuntergang. Kleine Bäche begannen sich in der Zwischenzeit rings herum zu bilden und flossen abwärts, bildeten winzige und schmale Flüsse, die sich ihren Weg über den Boden des Waldes suchten.

Als sie wieder aufbrachen, nieselte es nur noch immer leicht. Verwundert sah sich Sakura um, als sie den Wald verlassen hatten, denn die heiße Sonne schlug ihr brutal ins Gesicht. Hatte der Regen nur auf dem Wald gelegen? Wohl kaum. Jedoch machte es gerade den Anschein danach.

Den Blick auf den Weg vor sich gerichtet, gingen sie in Richtung der nächsten Ortschaft. Nach einer kurzen Weile fiel Sakura auf, wie ungewöhnlich müde sie war. Gähnend streckte sie sich, aber es wurde nicht besser. Seltsam. Wenn sie eines getan hatten, dann war es, den versäumten Schlaf nachzuholen - unter anderem. Wahrscheinlich hatten sie es mit dem Faulenzen einfach ein wenig übertrieben, denn auch davon konnte man sich durchaus müde und geplättet fühlen.

Noch am selben Abend stillten sie ihren Hunger in einem Nudelsuppenrestaurant, welches im nächsten Dorf an einer belebten Ecke zu finden war. Der Gedanke, mal wieder etwas Warmes in den Bauch zu bekommen, war so verlockend, dass sie beide, ohne sich vorher mit Worten zu verständigen, zielsicher auf den Eingang zuschritten. Der kalte Reis der letzten Tage lag Sakura noch schwer im Magen.

Auf der dortigen Speisekarte gab es völlig abgefahrene Variationen, und bei jedem aufgeführten Gericht gab es eine Zutat, über die Sakura normalerweise den Kopf geschüttelt hätte. Die Nr. 5, Ramen mit Kohl, stach ihr sofort ins Auge. Der Name klang so absurd verlockend, dass sie dieses tatsächlich, ohne sich die weiteren Gerichte auch nur anzusehen, bestellte. Der Hunger trieb es wohl rein, denn für gewöhnlich aß sie keinen Kohl, da er blähend wirken konnte. Aber diese Tatsache schoss urplötzlich in weite Ferne.

Sasuke bestellte eine Suppe, welche der am ähnlichsten klang, die er am liebsten aß. Neues ausprobieren tat er äußerst ungern und selten. Was der Bauer nicht kennt .... Sie schmunzelte. Das war schon in Ordnung so.

Der heißhunger-artige Schwall, der sie überfiel, als die Suppe serviert wurde, ließ sie die heiße Flüssigkeit mit Einlage in nur wenigen Minuten hinunterschlingen. Sasuke blickte sie entgeistert von der Seite an, als sie vor ihm die Schüssel auf den Tisch knallte.

Bei seinem Blick wurde ihr bewusst, dass sie wie eine Wilde gegessen haben musste. Schlagartig wurde ihr Gesicht knallrot. Ein wenig atmete sie jedoch auf, nachdem sie festgestellt hatte, dass ihr niemand sonst Aufmerksamkeit schenkte. Dafür war zu viel los.

Was war nur in sie gefahren?

Im Gasthaus gegenüber übernachteten sie an diesem Abend.

Sakura musste binnen weniger Sekunden eingeschlafen sein, denn sie konnte sich weder daran erinnern, dass Sasuke sie zugedeckt, noch sich zu ihr gelegte hatte, als sie mitten in der Nacht aufwachte. Seelenruhig schlief er neben ihr, während sie von einem Völlegefühl aus dem Schlaf gerissen wurde.

Vorsichtig drehte sie sich daher auf die Seite, weg von ihm, und hielt sich den unteren Bauch. Er war aufgebläht und schmerzte. Als es schlussendlich nicht mehr auszuhalten war, stand sie auf und verließ das Gebäude, für einen kleinen Spaziergang bei Nacht.

„Verfluchter Kohl", schimpfte sie in die Dunkelheit und rieb sich liebevoll den Bauch, in der Hoffnung, er würde ihrer dummen Aktion Nachsehen geben und sich beruhigen. Nie wieder würde sie Kohl essen, das schwor sie ihrem Unterbauch. Und dann auch noch dem Mond, der sich heute Nacht hinter den Wolken versteckt hielt. Doppelt hält besser.

Der Himmel war so bewölkt, dass nicht mal die Sterne die Nacht erleuchteten. Trotz dessen tat die Bewegung sowie die kühle Luft des finsteren Abends gut. Mit jedem Schritt und jedem kühlen Atemzug schien die angestaute Luft mehr und mehr aus ihrem Bauch zu entweichen, sodass sie irgendwann wieder in ihr Zimmer zurückkehren konnte. Die Vögel zwitscherten bereits und läuteten den nächsten Tag ein, als sie sich zurück ins Bett fallen ließ. Und obwohl sie sich vorsichtig bewegte und die Decke leise anhob, um sich darunterzulegen, drehte sich Sasuke ruckartig um und starrte sie an. Sakura erschrak furchtbar, damit hatte sie nicht gerechnet.

„Wo warst du so lange?", fragte er.

„Mir war nicht so gut. Ich habe mir nur kurz die Beine vertreten."

„Dir geht es nicht gut?"

„Es ist wieder alles in Ordnung", erklärte sie schnell. „Der Kohl ist mir nicht gut bekommen", nuschelte sie weiter, während sie ein Stück näher an ihn heranrutschte, um sich an seine Brust zu kuscheln. Genau danach war ihr gerade.

Am Mittag des nächsten Tages verspürte Sakura plötzlich ein Brennen in der Speiseröhre, ausgehend von ihrem Magen. Sodbrennen. Na klasse. Die Suppe von gestern schien ihr wahrhaftig und in jeder Hinsicht den Tag vermiesen zu wollen. Rasch linderte sie das Feuer mit dem letzten Schlucken Wasser aus ihrer Trinkflasche, um den Säuregehalt in ihrem Magen auszugleichen.

Sasuke merkte recht schnell, dass wieder etwas mit Sakura nicht stimmte. Das war auch nicht sonderlich schwer, denn ständig presste sich die brennende Luft in ihrer Speiseröhre empor. Super peinlich.

„Was ist mit dir?", fragte er schließlich nach einer Weile und hielt an.

„Sodbrennen", antwortete Sakura schnell und winkte lässig mit der Hand. Das war ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches.

„Aha", sagte er und senkte den Kopf, um Sakuras Gesicht genauer betrachten zu können. „Und was hilft dagegen?", erkundigte er sich.

„Wasser", sagte Sakura. „Hattest du etwa noch nie Sodbrennen?"

„Nein", antwortete er nüchtern. „Hast du noch welches?", fragte er dann und begann, in seiner Tasche zu wühlen.

„Was habe ich?" Sakura blinzelte verwirrt darüber, dass er Sodbrennen nicht kannte.

„Wasser", wiederholte er, ohne aufzusehen.

„Achso. Nein, gerade ausgetrunken, aber wir finden sicher gleich einen kleinen Bach."

Als Sasuke ihr seine Trinkflasche entgegenhielt, wollte Sakura diese erst nicht annehmen. „Es ist schon besser", wandte sie schnell ein, denn sein Wasser wollte sie ihm nicht wegtrinken. Aber anstatt aufzugeben, drückte er seine Flasche nur noch energischer gegen ihre Brust.

„Nimm", sagte er nachdrücklich.

Widerwillig gehorchte sie. Er würde wohl kaum nachlassen, und wenn sie ehrlich war, dann schrie ihr Magen entschieden nach noch mehr Wasser.

„Ich habe keinen Durst", fügte er gelassen hinzu.

„N-na gut. Danke, Sasuke."

Sasukes Wasser war kühler, als es ihres gewesen war, und löschte fast vollständig das Brennen in ihrem Magen.

„Danke", wiederholte sie und lächelte dankbar.

Am nächsten Morgen marschierten sie auf einen schmalen Pfad, um einen kleinen Berg herum. Gut gelaunt erzählte Sakura ihrem Ehemann unterdessen von einer Mission, die sie gemeinsam mit Naruto und Sai ausgeführt hatte. Sasuke selbst hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch auf seiner Reise befunden. Sein Mundwinkel zuckte nach oben und er schüttelte den Kopf, als er die ulkige Geschichte hörte.

Sie berichtete ihm, wie ein Wildschwein Narutos Hose geklaut hatte, als er sein Geschäft hinter einem Busch verrichtet hatte.

„Wieso hat er denn seine Hose ... ausgezogen? Oder wie?", fragte er maßlos irritiert.

„Keine Ahnung." Sakura zuckte mit den Achseln. „Gefragt habe ich mich das zwar auch, aber das waren mir zu viele Informationen, weißt du?", Sakura lachte und Sasuke zog wieder schnaufend den Mundwinkel in die Höhe. Augenblicklich schlug ihr bei diesem Anblick das Herz höher. Es schien so, als gingen sie mit jedem Tag unbeschwerter miteinander um.

Während sie ihm von der Wiederbeschaffungsaktion berichtete, breitete sich plötzlich wieder dieses brennende Gefühl von gestern in ihrem Magen aus. Kurz darauf wurde ihr flau, dann unglaublich übel und als sie gezwungen war, ihren Satz mittendrin abzubrechen, war es schon zu spät. Wie aus dem Nichts schwankten ihre Beine, als bestünden sie nur noch aus Gummi. Reflexartig riss sie noch die Hand vor den Mund, um den aufsteigenden Schwall vergeblich bremsen zu wollen. Hätte Sasuke ihren Sturz nicht abgefangen, wäre sie sicher hart mit den Knien aufgeschlagen. Zugleich spürte sie den sauren Druck, gegen welchen sie gewaltsam ankämpfte, aber nach und nach schob er sich weiter die Speiseröhre empor. Es war leider nicht zu verhindern.

Würgend übergab sie sich schließlich auf den Boden. Sasuke kniete neben ihr, seine Hand lag auf ihrem Rücken. Ernst blickte er zu ihr hinab.

Seelenruhig reichte er ihr seine Trinkflasche, als sie sich beruhigt hatte. Sakura atmete schwer, als sie danach griff und die letzten großen Brocken mit dem Wasser ausspuckte. Mit einem Tuch säuberte sie ihren Mund und schauderte angeekelt, als sie mit der Zunge über ihre Zähne fuhr. Es hatte sich ein dicker, quietschender und saurer Belag darauf gebildet, welchen sie ausschließlich mit Wasser niemals würde lösen können.

„Wie geht es dir?", erkundigte er sich flüsternd. Sakura sah zu ihm auf. Sorge spiegelte sich in seinen Augen wider, ebenso erkannte sie diese kleine Falte auf seiner Stirn.

Ja. Gute Frage. Wie ging es ihr eigentlich? „Es geht schon wieder", stöhnte sie und das war nicht mal gelogen. „Muss wohl eine Magenverstimmung sein." Was sonst? Möglicherweise auch ein Hitzeschlag? Seit dem frühen Morgen gingen sie pausenlos in der prallen Sonne.

„Kannst du aufstehen?", erkundigte sich Sasuke. „Bis zum nächsten Ort müsste es nicht mehr weit sein."

„Ich denke schon", antwortete sie und erhob sich noch etwas schwankend. Sasukes Arm wich dabei nicht von ihrem Rücken.

„Soll ich dich tragen?", fragte er jetzt und war schon im Inbegriff, ihre Hüfte zu umfassen.

„Nein, nein", rief Sakura aufgeregt, schob schnell seine Hand beiseite und lachte müde. So schlecht ging es ihr nun wirklich nicht. Außerdem wurde es wieder rasant besser. „Es wird besser", erklärte sie sanft und lächelte.

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Danke an die wundervolle Jenny <3

Freunde der Sonne <3

Hoffentlich geht es euch gut! Je nachdem, ob sich Kapitel anhäufen werden, werde ich wohl auch hin und wieder zwei in einer Woche veröffentlichen. Bevorzugt dienstags ;) Aktuelle Infos dazu findet ihr immer auf meinem Profil!

Das nächste Kapitel wird aber erstmal - wie gewohnt - am nächsten Samstag ab etwa 10 Uhr für euch zur Verfügung stehen ;)

Ich wollte mich noch herzlich bei allen bedanken, die mir in letzter Zeit eine Empfehlung dagelassen haben :) Und natürlich auch bei denen, die mir Kommentare und ihre Gedanken schreiben. Das ist super, vielen Dank. Ich freue mich immer sehr und weiß es zu schätzen (:

Fühlt euch gedrückt!

Eure Juli <3
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