Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
32
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.07.2021 3.269
 
Sasuke Pov


༻✾༺


Trotz des helllichten Tages brannten die langen Neonrasterleuchten an der weißen Decke. Reglos stand Sasuke mal wieder in einer Ecke des Raumes, den Arm vor der Brust verschränkt, mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt, und starrte ununterbrochen auf eine bestimmte Stelle.

Die letzte Lampe, ganz links von ihm, flackerte alle zehn Sekunden dreimal auf, was unglaublich nervig war. Seine Aufmerksamkeit galt jedoch etwas anderem, weshalb es ihm gelang, das Flimmern erfolgreich zu ignorieren.

Sasukes Augen fühlten sich bereits trocken und müde an, als läge ein leichter Druck am hinteren Ende seines Augapfels. Die Belüftungsanlage lief auf Hochtouren, sodass man fürchten musste, sich zu erkälten, war man diese arktischen Temperaturen in diesem Gebäude nicht gewohnt. Draußen lachte hingegen die Sonne und trieb die hochsommerlichen Temperaturen des Morgens noch weiter in die Höhe. Kurz kniff er die Augen zusammen und presste die Finger darauf, in der Hoffnung, den Druck dahinter lindern zu können. Der Effekt war bedauerlicherweise nur vorübergehend. Anschließend fixierte er wieder sein Ziel.

Auf Sakuras Stirn begannen sich winzige Schweißtropfen zu bilden, dessen Entwicklung Sasuke achtsam betrachtete. Ihre langen rosafarbenen Haare hatte seine Ehefrau sich erst vor wenigen Augenblicken zusammengebunden, sodass ihre Haare gebündelt auf ihrem oberen Rücken lagen.

Erstmals, seit Sakura begonnen hatte, wandte Sasuke nun den achtsamen Blick von seiner Ehefrau ab. Neben ihr hüpfte nämlich der Professor ungeduldig auf und ab. Aufgeregt fummelte dieser währenddessen an einem kleinen Knopf herum, welcher lediglich über einen letzten Faden mit seinem weißen Kittel in Verbindung stand. Unauffällig musterte Sasuke den älteren Mann; er war so abgelenkt, dass er es nicht bemerkte. Zu erwarten war, dass der Knopf jeden Moment vom Kittel abreißen würde, aber der Professor wiegte diesen zwar hektisch, gleichzeitig aber auch so vorsichtig zwischen seinen Fingern, dass der dünne Faden nicht nachgab.

Er schien große Hoffnungen in Sakura zu setzen. Zum einen lagen seine Augen strahlend, unaufhörlich und hoffnungsvoll auf ihr und zum anderen hatte er sich außerordentlich über ihre Rückkehr, und damit das Einhalten ihres Wortes von gestern, gefreut.

Neben dem Professor stand sein Student, Katasuke; so stellte Professor Samato ihnen den jungen Mann vor. Er musste einige Jahre älter als Sasuke, vielleicht Ende zwanzig oder Anfang dreißig, sein und trug denselben weißen Kittel mit dem Aufdruck dieser Forschungseinrichtung. Durch die dicken Gläser seiner Brille starrte er ebenso hoffnungsvoll auf die junge Kunoichi.

Es war ruhig; keiner wagte auch nur ein Wort zu sagen, um Sakura keinesfalls zu unterbrechen.

Bevor Sasukes Blick den Weg zurück zu Sakura suchte, rümpfte er noch die Nase. Der Geruch des sterilen Labors, des Putzmittels und das nervtötende Flackern machten ihn langsam aber sicher wahnsinnig. Er sehnte sich längst nach einem frischen Luftzug, der nach Erde und Gras roch, und der wärmenden Sonne, die seine kalte Haut wieder zum Leben erwecken würde. Seit mindestens einer Stunde stand ihm dieser lästige Geruch in der Nase.

Niemand saß. Allesamt standen sie, den Blick auf Sakura und das gerichtet, was vor ihr auf dem Tisch lag.

Sakuras grüne Augen waren bedeckt von ihren Lidern, die Lippen schmal, die Stirn in Falten gelegt. Die zarten Hände in gleißendes Licht getaucht, hielt und führte sie diese abwechselnd über die ominöse Prothese, die der Professor als neue Sensation der Medizin betitelt hatte. Immer wieder versuchte sie, Chakra anders zu bündeln, anders in die Prothese zu leiten und dort zu halten. Ihre Mühe galt dem Zweck, herauszufinden, wie Mangetsu, beziehungsweise dieses unheimliche Mädchen namens Arisu, unbemerkt in Konoha eindringen konnten. Um mehr über Mangetsus Fähigkeiten herauszufinden, auf dessen Fersen sie sich befanden, obwohl sie kaum Anhaltspunkte vorweisen konnten. Laut der Aussage des Professors benutzte Arisu, die neu aufgetauchte Gegnerin und Anhängerin Mangetsus, eine Prothese aus diesem Forschungsinstitut.

Bisher war es Sakura allerdings nicht gelungen, das Chakra in der Prothese halten zu können. Sobald sie die Verbindung zu dem Chakra kappte, floss es wieder hinaus. Immer und immer wieder. Dies war keine einfache Aufgabe. Sasuke wüsste nicht mal, wie er Chakra so kontrolliert auf einen winzigen Punkt konzentrieren konnte. Bei seinem Chidori flackerte es beispielsweise viel zu wild.

Um zu erkennen, dass Sakura mit jeder weiteren vergehenden Minute ungeduldiger und verzweifelter wurde, benötigte Sasuke keine besonderen empathischen Fähigkeiten. Ihre Augenbrauen bebten, ihre Kiefer trafen aufeinander, scheiterte sie. Aufgeben tat sie aber niemals - Sakura eben. Beachtete man die Menge an gescheiterten Versuchen, begann er sich langsam zu fragen, wie lange sie das wohl noch durchhalten würde. Chakra musste sie bereits in Mengen verbraucht haben.

Nach weiteren 15 Minuten presste Sasuke jetzt die Lippen aufeinander. Der Schweiß hatte Sakuras Haaransatz bereits getränkt, ihr Gesicht wurde immer bleicher. Ihm war durchaus bewusst, dass sie nicht eher aufgeben würde, bis sie ihr Ziel erreicht hätte oder vor Erschöpfung abbrechen müsste. Die schwachen Schatten unter ihren Augen verrieten ihm darüber hinaus, dass sie die ganze Nacht wachgelegen und gegrübelt haben musste.

Je mehr Zeit verging, desto mehr eröffnete sich ihm der Gedanke, dass sich dieses Vorhaben nicht in die Tat umsetzen ließe. Schließlich verfügte Mangetsu, so vermuteten sie, über außergewöhnliche Fähigkeiten, Chakra zu beeinflussen. Diese Fähigkeit schien einmalig, so wie ein Kekkei Genkai. Besaß man eine solches nicht, konnte man die Fähigkeit, selbst unter größter Anstrengung, niemals erwerben.

„Mist“, schimpfte Sakura leise und biss die Zähne erneut zusammen. Als sie sich den Schweiß von der Stirn wischte, öffnete sie weder die Augen, noch vollzog sie einen erholsamen Atemzug, sondern hob sofort wieder die Hände und ließ ihr Chakra auf die Prothese einwirken.

Erst nach einer weiteren Weile bemerkte Sasuke, dass sein Kiefer mahlte. Es war nicht die Ungeduld, die an ihm nagte, nein. Wohl oder übel musste er sich eingestehen, dass er sich tatsächlich darum sorgte, Sakura könnte sich bei dieser Aufgabe übernehmen. Selbstverständlich wäre es hilfreich, zu wissen, wie Mangetsu sich eine solche Prothese zunutze machen kann, um mehr über seine Fähigkeiten in Erfahrung zu bringen. Andererseits nützte es keinem, wenn sie sich daran die Zähne ausbiss.

Weitere Minuten vergingen. Sasukes Blick huschte nun regelmäßig auf die Uhr, welche an der Wand hing. Nach jeder vollständigen Umdrehung des Zeigers nahm er sich fest vor, Sakura zu unterbrechen. Allerdings hielt ihn ihr konzentrierter Ausdruck stets zurück, denn sicher würde sie wütend sein, wenn er sie in einem wesentlichen Moment unterbrach.

Während er diesen inneren Kampf mit sich austrug, öffnete sie plötzlich doch die Augen und zog selbstständig die Hände zurück. Dann schwankte sie. Ihr Blick war gesenkt und ihr Atem unregelmäßig, als Sasuke mit wenigen Schritten hinter ihr stand und ihren Körper mit seiner Brust abfing. Müde und verwirrt linste sie zu ihm hinauf.

Gleichzeitig rollte die Prothese Richtung Tischkante; Sakura hatte dieser mit der Hand einen leichten Stoß gegeben. Diesmal war es Katasuke, der reagierte und mit ausgestreckten Armen einen Hechtsprung hinlegte, um die Prothese vor einem Sturz zu bewahren.

„Herrje, entschuldige, Sasuke“, sagte sie und stützte sich mit einer Hand gegen seine Brust. „Ich fürchte, ich habe viel zu viel Chakra verbraucht. Für einen Augenblick ist mir ganz schwarz vor Augen geworden. Vielleicht bin doch noch immer nicht hundertprozentig fit.“

„Meine Güte, pass doch auf“, rief Katasuke aufgebracht, als er die Prothese wie ein Baby sicher in seinen Armen wiegte. „Das war knapp.“

Sasuke zog über seine Worte nur die Augenbraue in die Höhe. Eine Prothese, die im Kampf eingesetzt werden sollte, würde wohl einen Sturz aus solch niedriger Höhe überstehen müssen.

„Ach, so schnell geht eine Prothese nicht kaputt, Katasuke“, winkte der Professor beruhigend ab und betrachtete Sakura jetzt besorgt. Entgegen Sasukes Erwartung lächelte er entschuldigend, und so schien er tatsächlich von einem schlechten Gewissen geplagt zu werden. Das kam unerwartet. Gestern wirkte er noch so, als stünde für ihn die Forschung an vorderer Stelle und das Empfinden von Reue oder Mitgefühl viel weiter dahinter. Aber auch er musste bemerkt haben, dass, unter den hier Anwesenden, jeder weitere Versuch aussichtslos wäre.

Dann ließ er aber doch noch den Kopf hängen. „Schade“, fuhr er fort. „Meine Idee in Tatsachen umzusetzen, scheint wohl doch in viel weiterer Entfernung zu liegen, als ich annahm. Umso mehr interessiert es mich allerdings, wie unsere Prothese von diesem Mädchen genutzt werden konnte.“ Nachdenklich tippte er sich mit dem Zeigefinger an das Kinn.

Katasuke stand plötzlich kerzengerade vor dem Professor. „So werden wir es nie erfahren“, sagte er mit einem vorwurfsvollen Unterton. „Wir dürfen nicht aufgeben.“

„Ich brauche nur eine Pause, dann versuche ich es erneut“, erwiderte Sakura mit dünner Stimme.

„Das bringt nichts“, warf Sasuke jetzt mit ernster Stimme ein. Vielleicht war sein Ton ein bisschen zu kühl, denn Sakuras Augen zuckten kaum erkennbar in die Weite. Dann ließ aber auch sie den Kopf hängen und nickte enttäuscht.

„Sie sollte es unbedingt erneut versuchen“, mischte sich Katasuke wieder aufgeregt ein. „Das ist eine einmalige-“.

„Katasuke!“, ermahnte Professor Samato seinen Studenten und Mitarbeiter. „Es ist aussichtslos. Denk doch nach. Selbst wenn Sakura es schaffen sollte, wäre die Prothese nicht für das alltägliche Leben zu gebrauchen. Die Anwendung scheint viel zu kompliziert. Wir müssen andere Wege finden, technische, um unsere Ideen und Visionen einfacher umsetzen zu können. Nur darum geht es.“

„Aber Professor“, rief Katasuke aufgebracht. „Sie haben doch meine Arbeit gelesen. Ich habe darin ausführlich begründet, welche Vorteile es hätte, wenn alle Menschen in der Lage wären, Chakra zu benutzen.“

Jeder Mensch sollte Chakra benutzen können? Dies war die verfolgte Vision des Instituts, von welcher der Professor sprach? Sasuke runzelte die Stirn und auch Sakuras Blick huschte irritiert zu ihm hinauf.

„Darüber haben wir doch schon ausgiebig diskutiert. Die Menschen sollen kein Chakra nutzen können, Katasuke“, korrigierte der Professor seinen Studenten. Dabei wurde seine Stimme lauter. „Wir stellen Prothesen her. Und jeder Mensch, ob er nun Chakra kontrolliert benutzen kann, oder eben nicht, sollte gleichermaßen eine Prothese nutzen können. Es geht darum, operative Eingriffe zu verhindern. Eine Nutzung über eine Chakraauffladung, das ist es, was wir untersuchen.“ Wütend stemmte er schließlich die Hände in die Hüften und sah seinen Studenten kopfschüttelnd an. „Deine Idee ist nicht umsetzbar“, fügte er noch abschließend hinzu.

Sasukes Augen wurden schmal. Der Gedanke, jeder könnte beliebig Chakra einsetzen, gefiel ihm ganz und gar nicht. Es gäbe gewiss spezielle Gruppen von Personen, die eine solch leicht anzueignende Macht ausnutzen würden, um andere zu unterdrücken. Macht. Darum ging es in dieser grausamen Welt doch immer und immer wieder. Dabei hatten alle so sehr dafür gekämpft, geliebte Menschen verloren, nur, um den Frieden herzustellen, der jetzt herrschte.

„Zudem ersehe ich es als äußerst unwahrscheinlich, dass Chakra so komprimiert werden kann, dass es für den Otto Normalverbraucher ernsthaft nutzbar sein würde. Das ist ein Hirngespinst, Katasuke“, sprach der Professor weiter. „Denk lieber darüber nach, wie wir Chakra in unseren Prothesen halten können.“ Ernst betrachtete er seinen Zögling, welcher sichtlich enttäuscht zu Boden starrte.

„Ja … Sie haben ja völlig recht“, murmelte Katasuke. „Ich gehe dann wieder an die Arbeit“, fügte er und verließ den Raum.

„Von welcher Vision sprach er?“, fragte Sasuke und nickte in die Richtung, in der Katasuke gerade noch zu sehen war.

Der Professor schob seufzend die Brille zurecht, bevor er antwortete. „Seine Visionen und Ideen sehen es vor, jedem Menschen Chakra zugänglich zu machen. Eine kinderleichte Anwendung, eine Möglichkeit, jedem die Jutsu-Anwendung zu ermöglichen. Ein Hirngespinst, das nicht umsetzbar ist, wie bereits gesagt.“ Er zuckte unbeeindruckt mit den Schultern. „Es ist nicht unüblich, dass junge Menschen in der Forschung solch blühende Fantasien besitzen. Und meistens bringt es frischen Wind in die Arbeitsgruppen; was zumeist ein großer Vorteil ist. Jedoch sollte man keinen Trugbildern nacheifern. Dies trifft besonders auf Katasuke zu. Höchst brillant, kann seine und andere Grenzen aber nur schlecht einschätzen.“

Sasuke zischte leise. Die Idee von Katasuke gefiel ihm nach wie vor nicht, ob sie nun umsetzbar wäre, oder nicht. Allerdings konnte er nicht jeden Schritt eines Menschen beobachten, nur weil dessen Fantasie mit ihm durchging. Als sich auch Sakura auf dem Rückweg ähnlich skeptisch zu der Umsetzung äußerte, verlor der Sachverhalt für Sasuke zwar an Bedeutung, ganz vergessen konnte er diese Vision aber nicht.

Erst Sakuras niedergeschlagenes Verhalten brachte ihn auf andere Gedanken. Sie hatte sich mittlerweile von den Strapazen ein wenig erholt, bewegte sich aber dennoch schwankend auf den Beinen. Wüsste man nicht um den Grund, weshalb sie so wackelig ging, könnte man annehmen, sie hätte sich zur Mittagszeit bereits einen guten Schluck Sake gegönnt. Wenn man Sakura aber wiederum gut kannte, wusste man, dass dies niemals zutreffen konnte.

Erst vor wenigen Augenblicken hatte sie ihn angelächelt, jedoch fiel es ihm nicht schwer zu erkennen, dass dies nur Fassade war. In ihren Augen hatte sie versagt. Und Sakura versagte äußerst ungern. So wie meistens, versuchte sie sich ihren Missmut nicht anmerken zu lassen, um auf diese Art und Weise keine Last für ihn darzustellen. Zum einen traf sie damit voll ins Schwarze, denn es rief ein unglaublich schlechtes Gewissen in ihm hervor, wenn seine Ehefrau wegen seiner Vergangenheit unglücklich zu sein schien. Seine Muskeln verkrampften und er kam sich in diesen Situationen hilfloser denn je vor. Zum anderen wollte er nicht, dass sie sich seinetwegen verstellte, denn er war derjenige, der die Verantwortung für solch negative Gedanken ihrerseits trug. Und genau deshalb sollte sie ihre Emotionen nicht unterdrücken, auch wenn es ihn ins Schwitzen brachte. Er würde es aushalten können, wenn es ihr dann nur besser ginge. Kurz zuckte sein Mundwinkel, als er bemerkte, wie sehr sie sich gegenseitig beschützen wollten.

Auf halbem Wege zum Gasthaus hielt Sakura plötzlich an.

„Es tut mir leid, Sasuke“, murmelte sie so traurig, dass es Sasuke jetzt schlagartig die Luft abschnürte und sein Körper sich versteifte. Unbeholfen starrte er sie an. Eine fröhliche und unbeschwerte Sakura war ihm wesentlich lieber.

Sasukes Füße führten ihn gerade noch neben sie, dann versteiften auch diese und wollten ihm nicht mehr gehorchen. „Wieso entschuldigst du dich?“, fragte er nach wenigen Sekunden. Dabei kannte er die Antwort doch schon.

„Du bist sicher enttäuscht, dass ich nichts herausfinden konnte“, sagte sie leise und setzte sich sofort wieder in Bewegung. „Dabei hast du dich auf mich verlassen.“

„W-was … n-nein …“, stotterte Sasuke unbeholfen. „Ich bin nicht … ich meine … ich habe mich nicht-“. Er verstummte. Sakura lächelte matt, drehte sich um und ging weiter.

Verdammt. Wieso fehlten ihm ausgerechnet jetzt die Worte?

Etwas zu hastig setzte er ebenfalls einen Fuß voran, um seiner Ehefrau sofort zu folgen und blieb mit der Fußspitze fast an einem herausragenden Pflasterstein im Gehweg hängen.

Still trottete er jetzt seiner Frau hinterher, während er gleichzeitig fieberhaft überlegte, was er ihr sagen könnte, um sie aufzumuntern. Schwer atmete er aus und dachte scharf nach. Gleichzeitig ging er in Gedanken verschiedenste Formulierungen durch, die immer wieder viel zu ähnlich und ungeeignet klangen. Es war zum Haare raufen.

Nachdenklich starrte er nun auf den schmalen Rücken seiner Ehefrau, während sie verschiedenste Felder hinter sich ließen. Gerne hätte er ihre Selbstzweifel ausgeräumt, sie aufgemuntert, aber wie? Verzweifelt atmete Sasuke laut aus und strich sich gleichzeitig mit der Hand durch sein dichtes dunkles Haar. Das Familienwappen der Uchihas zierte Sakuras Rücken und stach ihm plötzlich ins Auge. Knapp darüber wippten ihre Haarspitzen mit jedem ihrer Schritte mit. Gerne hätte er ihre nackte Haut am Arm berührt, sie umgedreht und ihr gesagt, dass sie außergewöhnlich war. Dass er sie brauchte und sie ihm sehr wichtig war, völlig losgelöst von dem, was sie auf dieser Reise leisten würde. Darauf kam es doch nicht an. Jedoch fiel es ihm nach wie vor sehr schwer, seine Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Und Sakura forderte es nie ein, was er zum einen auch an ihr schätzte. Alles an ihr wirkte so einladend auf ihn. Sogar ihre Selbstzweifel wollten ihn nur noch näher an sie heranrücken lassen. Dabei wünschte er sich manchmal, ein wenig offener sein zu können.

Sasuke seufzte leise. Sie war perfekt. Er war der Gegenpart zu ihr. In jeder Hinsicht.

Als die beiden an einem Mohnfeld vorbeikamen, nickten die stolzen roten Blumen ihnen im Wind freundlich zu.

Er könnte ihr eine Blume schenken, schoss es ihm durch den Kopf, als sein Blick nachdenklich über das Mohnfeld glitt. Eine Sekunde später verwarf er diese Idee jedoch wieder; gestern erst hatte Sakura doch eine Blume von diesem Schmarotzer von Wirt erhalten. Leise zischte er wieder, als er sich notgedrungen daran erinnerte.

Wieder im Dorf angekommen, in welchem sie nächtigten, durchquerten sie einen Markt. An einem der Ständer erblickte Sasuke rosafarbene Süßspeisen. Rosa war doch Sakuras Lieblingsfarbe, oder? Gefragt hatte er nie danach, aber häufig trug sie diese Farbe, weshalb er davon ausging. Oder war es doch rot? Allerdings hatte er Sakura nie Süßigkeiten essen sehen. Nachdenklich kratzte er sich am Kinn und stöhnte dann genervt über seine hoffnungslose Ideenlosigkeit. Naruto hätte ihn bestimmt ausgelacht, wenn er gewusst hätte, womit Sasuke sich gerade so verzweifelt auseinandersetzte.

Zu seinem Bedauern hatte ihn auch bis kurz vor dem Gasthaus noch immer kein Geistesblitz ereilt. Das Dach des Gebäudes war schon aus der Ferne zu erkennen. Verärgert biss er die Zähne aufeinander, als er sich Narutos Umgang mit Hinata vor Augen rief, während sie sich auf der Verfolgung von Hanabis Entführern befunden hatten. Dieser Loser hatte es einfach viel besser drauf, seine Ehefrau aufzuheitern. Aber heute war er selbst unverkennbar der Loser von ihnen beiden. Und zum ersten Mal seit langer Zeit sehnte er sich nach einem Tipp seines besten Freundes. Selbstverständlich war Naruto nie da, wenn man ihn wirklich brauchte.

Tief in seinen Gedanken versunken bemerkte er erst recht spät, dass er langsamer geworden war. So konnte man aufgrund des Abstands nun annehmen, dass die beiden nicht gemeinsam unterwegs waren oder zusammengehörten. Zudem trug Sasuke, im Gegensatz zu Sakura, das Uchiha Wappen nicht sichtbar auf seinem Rücken, da sein Umhang dieses stets versteckt hielt.

Ein Gespräch zweier junger Männer, rechts von ihm, zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Seine Augen verengten sich, als er ihre klaffenden Blicke erkannte, die nicht von seiner Ehefrau abgingen. Kurzzeitig verspürte er den Drang, sich mitten in das Sichtfeld der beiden zu begeben und bedrohlich mit seinem Sharingan zu funkeln. Aber das war nicht seine Art, und schon im nächsten Moment ließen sie mit ihren Blicken von Sakura ab. Kurzzeitig erwischte er sich noch bei dem Gedanken, die beiden Lustmolche mit einem Genjutsu zu belegen und sie splitterfasernackt in den nächsten der kalten Bäche springen zu lassen, die so zahlreich aus den Bergen entsprangen. Aber Sakura würde sicherlich stinksauer sein, weshalb er den Gedanken sofort verwarf.

Genervt von der Gesamtsituation schloss er die Augen und blieb stehen. Es war nicht das erste Mal, dass Sakura die Blicke von Männern auf sich zog. Wenn er sich bei einem sicher war, dann in der Hinsicht, dass Sakura diese Blicke keineswegs interessierten. Wahrscheinlich würde sie sogar lachen, wüsste sie, dass er sich über so etwas Gedanken machte. Es nervte ihn ja selbst. Dennoch wäre es ihm lieber, die Männer hielten ihre Blicke bei sich.

Kurz darauf kam ihm eine gleißende Idee, die ihn kurz schmunzeln ließ. Sein Einfall löste zwar nicht unbedingt die Situation, aber vielleicht eine andere.

Ein wenig stolz über seinen Geistesblitz schnaubte er Luft aus und setzte sich wieder in Bewegung.

༻✾༺


Freunde der Sonne :)

Entschuldigt meine längere Abwesenheit. Aber ihr wisst; es niemals meine Motivation, die mir das Schreiben streitig macht. Es ist die Zeit, die mir fehlt. Jetzt habe ich Urlaub und versuche so viel wie möglich zu schaffen :) Ich möchte unbedingt und endlich, endlich fertig werden mit dieser Geschichte! Und ich möchte soooo gerne die anderen Geschichten lesen, die in meiner Leseliste sind.

Danke liebste Jenny, dass du mich wieder in der Korrektur so hervorragend unterstützt hast. Ich habe das richtig vermisst und viel gelacht, als ich deine Kommentare gelesen habe :) <3

Es geht so schnell wie möglich weiter. Für weitere Details könnt ihr gerne auf meinem Profil spicken ;)

Euer Juli <3
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast