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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
33
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59 Reviews
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21.05.2021 5.920
 
Sakura Pov


༻❀༺


Während Sakura ihren Rucksack schulterte, zuckte ihr Blick unauffällig zu ihrem Ehemann. Ein wenig unbeholfen fuhr er sich nämlich hektisch mit der Hand durch das Haar, denn die steife Brise des heutigen Morgens schlug ihm peitschend die dichten dunklen Haarsträhnen wild um den Kopf. Der Wind presste seinen dunklen Umhang so eng an seinen Körper, als würde sich darunter ein Vakuum bilden. Sasukes Hand fuhr also zwischen Haar und Umhang hin und her. Sakura unterdrückte ein Lachen.

Als er jetzt aber genervt schnalzte und sich zum zehnten Mal die Strähnen aus dem Gesicht schob und den Umhang richtete, konnte Sakura sich nicht mehr halten. Ihr eigenes Haar hatte sie heute vorsorglich zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, und ihm hätte das eigentlich auch nicht geschadet. Grinsend hielt sie ihm eines ihrer Zopfgummis entgegen, er lehnte aber mit einer flüchtigen Handbewegung ab. Sein Haar war, für seine Verhältnisse, wieder sehr lang geworden.

„Heute Abend sollte ich dir wohl wieder die Haare scheiden", gluckste Sakura vergnügt und erhielt nur eine brummende Zustimmung von ihrem Ehemann.

Die beiden waren seit ihrem Aufbruch aus Konoha drei Tage unterwegs. Im ersten Zuge hielten sie es für nötig, Informationen über die Prothese des Gegners zu sammeln. Möglicherweise kamen sie so auf Mangetsus Spur. Zunächst beabsichtigten sie es jedoch, Orochimaru einen Besuch abzustatten, denn Sasuke meinte, es könne nie schaden, bei ihm nach Auskunft zu fragen. Anschließend wollten sie, falls Orochimaru nichts Bedeutendes beisteuern konnte, zu der Forschungseinrichtung reisen, in welcher die Baupläne für Narutos Prothese entwickelt worden waren. Dieses Institut für angewandte Technik im medizinischen Bereich war weit und breit das berühmteste und erfolgreichste. Die junge Kunoichi war darum recht zuversichtlich.

Stets, wenn sie sich an Arisu und ihre unheimliche Marionette erinnerte, lief Sakura ein leichter Schauer über den Rücken. So auch jetzt. Dabei war das völlig absurd. Sie war sich durchaus sicher, dass sie einen Eins gegen Eins Kampf gegen diese Schreckschraube immer gewinnen würde. Trotz alledem war da etwas - ein Gefühl. Ein ungutes Gefühl. Verbissen begann sie wieder mit den Zähnen ihre Unterlippe zu malträtieren. Dies tat sie immer, wenn sie daran dachte. Vielleicht war es eine Vorahnung?

Sasukes fragender Blick bohrte sich von der Seite förmlich in ihr Gesicht. Autsch. So langsam fiel es ihr wirklich schwer, ihm Dinge zu verschweigen. Schell schenkte sie ihrem Ehemann daher ein heiteres Lächeln, der nur misstrauisch die Augenbraue anhob. Ja, es war wirklich verdammt schwer, ihm etwas vorzumachen.

„Ich musste nur wieder an den Kampf zurückdenken", erklärte sie schnell und das war ja nicht einmal gelogen.

Sasuke seufzte. Er sagte zwar, dass er sich keine Sorgen darum machte, dass sie dem Feind nicht standhalten könnte, es nagte aber dennoch an ihm. Er gab es zwar nicht zu, aber es ärgerte ihn unheimlich, dass er wieder nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen war. Und auch, dass sie scheinbar so gezielt die Sensoreinheit von Konoha ausspielen konnten. Selbst Sakura musste zugeben, dass dies alles ein seltsamer Zufall war. Wie auch zuvor schien es so, als würde Mangetsu ihnen stets einen Schritt voraus sein. Und man konnte von Glück sprechen, dass noch nichts Schlimmeres passiert war. Natürlich konnte das aber auch einfach nur ein Zufall sein. Wie zum Geier sollte er das denn alles anstellen? Er konnte wohl kaum in die Zukunft sehen, oder? Nein. Irgendwo hörte das Ganze dann auch mal auf. Seine Fähigkeiten waren furchterregend, ja, aber sicherlich konnte er nicht in die Zukunft voraussagen. Wenn es so wäre, dann hätte er seine Ziele gewiss längst erreicht.

⋯ ♡ ⋯

Noch am selben Abend erreichten sie das Forschungslabor von Orochimaru. Sasuke hatte sein Ankommen extra angekündigt, damit sein alter Meister auch vor Ort sein würde, wenn sie eintrafen. Somit wurden sie zwar erwartet, dennoch schüttelte Sakura irritiert den Kopf, als sie Karin am Eingang des Tunnels, mit dem Rücken zu ihnen, am Boden hocken sah. Was tat sie dort? Sakuras Blick wanderte ein Stück nach rechts, und dort entdeckte sie auch Suigetsu, der im Schneidersitz am Boden saß und gelangweilt mit dem Finger in der Erde bohrte.

Suigetsu sah zuerst auf, Karin hatte die beiden Neuankömmlinge noch nicht bemerkt. Sie schien zu vertieft in ihre eigenen Gedanken.

„Sasuke", rief er und sein Grinsen wurde breit. „Wir haben schon auf dich gewartet."

„Du Idiot", keifte Karin ihn urplötzlich an und war mit nur einem Satz neben ihm. Er erhielt einen heftigen Klaps in den Nacken, dessen Anblick Sakura scharf Luft einsaugen ließ. Aua. „Was läuft eigentlich falsch bei dir? Vielleicht hast du gewartet, aber ich doch nicht." Dann drehte Karin sich auf dem Absatz schwungvoll und motiviert zu Sasuke und Sakura um.

„Aua. Was soll das, du Furie?", protestierte er lautstark.

Karin ignorierte diese Bemerkung einfach.

„Hallo", sagte Sasuke knapp und Sakura hob die Hand zur Begrüßung. Verunsichert lächelte sie dabei schief.

Karins Lächeln hingegen schwand schlagartig, als ihr Blick flüchtig zu Sakura zuckte. Sakura hielt unauffällig die Luft an, als Karins Blick sich verfinsterte. Dass diese junge Frau ebenfalls für Sasuke schwärmte, war ihr beim letzten Aufenthalt natürlich nicht entgangen. Aber es war nicht das Gefühl von Eifersucht, welches Sakura gerade durchfuhr. Eher störte es sie, dass Karin sie so abfällig betrachtete. Dabei hatte Sakura ihr nichts getan.

Als wäre Sakura gar nicht anwesend, lächelte die junge Frau Sasuke übertrieben strahlend an. „Sasukeeee", säuselte sie, und erinnerte Sakura damit an einen Groupie einer äußerst bekannten Musikband. „Wie geht es dir?" Karin sprach aufgeregt. „Ich habe hier draußen nur nach etwas gesucht, was ich vorhin fallen gelassen haben muss." Verlegen blinzelte sie zur Seite. „Was für ein Zufall, dass du gerade jetzt auftauchst."

Zufall? Sie konnte verdammt schlecht lügen, was Sakura gerade enorm gegen den Strich ging. „Und was hast du verloren?", wollte sie wissen.

Irritiert blinzelte Karin sie kurz an, räusperte sich und schob mit dem Zeigefinger nervös ihre Brille zurück, die vor wenigen Sekunden erst hinabgerutscht war. Natürlich hatte sie nichts verloren. Suigetsu fing daraufhin an zu lachen, er hatte die Situation still vom Boden aus beobachtet. Als er dabei nach hinten wegkippte, warf Karin ihm einen strafenden Blick zu.

„Halt den Rand", rief sie in seine Richtung. Mit knirschenden Zähnen wandte sie sich wieder Sasuke zu und schloss seufzend die Augen. Karins Emotionen gingen gerade rasend schnell auf und ab.

Sasuke verhielt sich dagegen wie immer. Nüchtern musterte er das Geschehen und verzog dabei nicht eine Miene.

„Sasuke", meinte sie in einem plötzlich ziemlich ernsten Tonfall. „Wieso reist du denn noch immer mit diesem Mädchen umher? Seit wann bevorzugst du denn wieder eine dauerhafte Gesellschaft? Dann kannst doch auch uns-?"

„Sakura ist meine Ehefrau", schnitt er ihr das Wort ab.

Suigetsu stieß von weitem pfeifend Luft aus.

Schlagartig wurde Sakura warm ums Herz und ihre Knie wurden weich. Erst ging ihr Blick von Karin zu Sasuke und dann wieder zu Karin. Es klang so schön, wenn er es aussprach.

Als Karins Augen sich ungläubig weiteten, sah Sakura ihr Herz in zwei Teile zerbrechen. Sie schluckte schwer und schob ihre Brille erneut über das Nasenbein, obwohl diese doch gar nicht wieder verrutscht war.

„A-achso", ihre Stimme zitterte dezent; es fiel kaum auf. Sakuras Herz wurde plötzlich unglaublich schwer, ihre Abneigung gegen sie war wie verflogen. Karin tat ihr augenblicklich nur noch unglaublich leid; denn nur zu gut konnte sich doch gerade Sakura vorstellen, wie diese sich jetzt fühlen musste.

Für einen Augenblick sagte niemand etwas. Dann übernahm überraschenderweise Karin wieder das Wort. „Und wieso waren wir nicht eingeladen?" Verärgert sah sie jetzt auf und stemmte die Hände in die Hüften. Sakura legte verwirrt den Kopf schief und musterte die junge Frau, die von dem einen auf den nächsten Moment wieder total aufbrausend wirkte. Jedoch war es keine besondere Kunst, den Widerspruch in ihrem Auftreten zu erkennen. Sie wirkte zwar laut und garstig, ihre Körperhaltung sprach aber genau für das Gegenteil. Karin war enttäuscht, zu Boden zerstört. Mit einem Satz drehte sie sich schließlich um, hob die Nase gen Himmel und stolzierte beleidigt in Orochimarus Versteck. „So was", schimpfte sie leise vor sich her. Sakura atmete erst tief ein und dann aus.

„Oh je", flüsterte Sakura und presste die Lippen fest aufeinander.

Sasuke atmete schwer aus. „Suigetsu", sagte er schließlich laut. „Wir wollen zu Orochimaru."

Der schmale Kerl mit den spitzen Zähnen sprang mit einem Satz aus dem Liegen auf und landete geschmeidig, wie ein Tiger, auf beiden Beinen.

„Da habt ihr Pech gehabt", verkündete er und kam langsam auf die beiden zu. „Er ist vorgestern aufgebrochen."

„Wie bitte?", fragte Sakura viel zu hoch. Dabei hatte Sasuke ihm doch extra eine Nachricht zukommen lassen.

„Er sagte, dass Karin euch alle Fragen beantworten könne, wenn es um Forschungen bezüglich dieser Prothesen ginge." Suigetsu zuckte gleichgültig mit den Schultern und kratzte sich am Kopf. „Aber ich fürchte, die muss sich erst einmal abregen."

„Wir haben keine Zeit für so was", sagte Sasuke mit einem gewissen Nachdruck in der Stimme.

„Eine Nacht werden wir wohl noch warten können", wandte Sakura beschwichtigend ein und sah Sasuke bittend an. Sie wollte Karin unbedingt ein wenig Ruhe geben, sie hatte diese unbedingt nötig. Sakura bezweifelte, dass sie einen der beiden heute noch sehen wollte.

Sasuke seufzte verzweifelt, nickte dann aber zustimmend.

Suigetsu verschränkte jetzt die Arme. „Sasuke, wie immer ein wahrer Rosenkavalier. Das hättest du ihr auch etwas schonender beibringen können."

Sasuke hob nur eine Augenbraue, woraufhin Suigetsu stöhnte und sich die Hand gegen die Stirn schlug. „Du solltest echt dankbar dafür sein, ein so nettes Mädchen zu haben. Verdient hast du selbstsüchtiger Kerl das wohl kaum." Dann sah Suigetsu zu Sakura und formte seine Lippen zu einem schiefen Lächeln. „Obwohl ihr das zuvor doch auch völlig klar gewesen sein müsste. Spätestens, seit ihr das letzte Mal gemeinsam hier gewesen wart. Eure Liebesschwingungen waren doch kaum zu übersehen."

Liebesschwingungen? Suigetsu übertrieb so was von dermaßen.

„Karin hatte mehrere Tage schlechte Laune. Dank dir hat sie diese an mir ausgelassen." Er deutete auf Sasuke und rieb sich dann den Oberarm. „Aber Glückwunsch erstmal. Sie wird schon drüber hinwegkommen."

„Danke", antwortete Sakura ein wenig verunsichert, denn nach wie vor war dieser Suigetsu ein äußerst seltsamer Kerl. Aber irgendwie auch nett.

Suigetsu führte die beiden in eines der Zimmer. Sakura war vor wenigen Monaten zwar bereits hier gewesen, Orochimarus Versteck wirkte trotzdem wie das reinste Labyrinth. Jedoch prägte sie sich dieses Mal sehr genau ein, in welche Richtung sie an welcher Ecke abbogen. So viele waren das nämlich gar nicht. Und ein weiteres Mal nach einer bestimmten Tür zu suchen, nein, das würde sie gewiss nicht mehr ohne Sasuke tun. Man wusste schließlich nie, wer sich dahinter verbarg. Sie konnte bestimmt nicht mal ansatzweise erahnen, wie tief diese Gänge letztendlich überhaupt gingen. Vielleicht würde man ja sogar irgendwann am anderen Ende der Welt herauskommen - Orochimaru war schließlich immer für eine Überraschung gut. Oder es gab Schränke, die in andere Welten führten. Wenn nicht hier, wo dann? Sakura stutzte; jetzt ging ihre Fantasie völlig mit ihr durch. Was ein Unsinn.

Karin begegneten sie auf ihrem Weg nicht. Und als Suigetsu die beiden alleine ließ, schnitt Sakura ihrem Ehemann, wie heute Morgen angekündigt, zunächst die Haare. Sie tat das unglaublich gern, denn sie empfand dies durchaus als sehr intim und persönlich.

Schon wenige Zeit später legten sich die beiden zur Ruh. Eine ganze Weile lagen sie nebeneinander und starrten gegen die Decke. Sakura war aufgewühlt; sie fühlte sich schlecht. Es ging noch immer um Karin, denn die Situation von eben lag ihr einfach schwer im Magen. Als hätte sie ein großes Stück Metall verschluckt. Seufzend rollte Sakura sich zur Seite und landete sogleich mit der Wange auf Sasukes warmer und harter Brust. Dort verweilte sie und lauschte seinem kräftigen Herzschlag. Abwesend zog sie ständig dieselben Wege der Konturen seiner Muskeln mit ihrem Finger nach. Er war so warm, er roch so gut.

Sasuke schien ihr Unbehagen keinesfalls zu entgehen und, nach einem weiteren Augenblick, strich er ihr sanft über den Kopf. Anschließend umfasste er ihr Kinn und schob dieses so zurecht, dass er es gut betrachten konnte. Fragend musterte sein Blick ihren ruhig.

„Es ist alles in Ordnung", antwortete Sakura. „Mir tut Karin nur ein wenig leid, weißt du."

Sasuke zog die Brauen zusammen. „Wieso das?"

„Na ja, sie mag dich eben. Und ich kann ihren Frust nur zu gut nachvollziehen." Ehe Sakura sich im Klaren darüber war, was sie da überhaupt von sich gegeben hatte, sah sie bereits die Schuldgefühle in Sasukes Augen aufblitzen. Verdammt.

Sofort umschlang er ihren Oberkörper und presste sie fest an sich. Für wenige Sekunden wurde Sakura von seinem Duft so schwindelig, als säße sie in einem Karussell. Er hielt sie fest; so fest, wie schon lange nicht mehr. So, als würde er sie nie wieder loslassen wollen. Kurz darauf löste er aber diese innige Berührung und rutschte ein Stück hinab, um Sakura küssen zu können, ohne dass sie sich dabei den Hals verrenken musste.

Sakura öffnete mitten im Kuss ihre Lippen und sog wie eine Irre seinen Duft ein. Es war Tage her, dass sie sich so nahe gewesen waren; dass er sie so küsste. Sie fühlte sich wie ausgehungert, dürstete nach ihm und seinen Berührungen; zu lange waren diese ausgeblieben. Ihr Körper vibrierte ungehalten.

Als Sasuke aber bereits kurz darauf seine Lippen von ihren trennte, um einen Kuss auf ihre Stirn zu hauchen, schürzte Sakura heimlich die Lippen. So was. Da fing er so an und dann wars das? Innerlich seufzte sie enttäuscht, denn sie hätte schwören können, dass sich bei ihm etwas geregt hatte. Andererseits waren sie hier doch zu Gast. Und in Orochimarus Versteck fühlte man sich irgendwie so, als stünde man unter Dauerbeobachtung.

⋯ ♡ ⋯

Sakura wachte mitten in der Nacht auf. Sasuke schlief tief und fest neben ihr, als sie sich nach ihm umdrehte. Eine ganze Weile lang beobachtete sie seine sich rhythmisch hebende und senkende Brust. Es dauerte einige Minuten, bis sie mürrisch akzeptierte, dass sie gerade viel zu wach war, um wieder einschlafen zu können. So entschied sie sich dazu, an die frische Luft zu gehen. An der Türklinke ihres Zimmers befestigte sie vorsichtshalber eines ihrer Haargummis. Sicher war sicher. Alle Türen sahen hier ja so identisch aus.

Die Nacht war angenehm kühl, als Sakura aus der Höhle trat. Der Wald, der sich von hier aus erstreckte, war düster und unheimlich. Der Eingang zu Orochimarus Versteck befand sich an einer sehr dicht bewachsenen Stelle, sodass kaum Mondlicht zwischen den Blättern hindurchdringen konnte. Sakura wusste jedoch, dass sich ein Stück weiter vorne eine Lichtung befand, zu der sie also spazierte.

Sie trat aus dem Dickicht hervor und sah zum freien Himmel hinauf. Kurz stockte ihr bei dem Anblick, welcher sich ihr bot, der Atem; die Sterne waren heute besonders gut zu sehen. Das Leuchten des Himmels tauchte diesen freien Teil des Waldes in ein blasses Licht, ließ alles heller erscheinen. Und erst, als sie einige Schritte auf die Lichtung vollbracht hatte, sah sie eine Gestalt angelehnt an einen Baum hocken.

Karin neigte den Kopf flüchtig zu Sakura, richtete ihn dann aber wieder mit Blick nach oben aus. Ihr Gesicht hatte im Schatten des Mondlichts gelegen, weshalb Sakura ihr Gemütszustand entgangen war.

„Oh, entschuldige. Ich bin schon wieder weg", sagte Sakura erschrocken und drehte sich um.

„Nein", sagte Karin bestimmend. Dann wurde ihre Stimme sanft. „Du kannst bleiben... Wenn du möchtest."

Sakura zögerte. War das wirklich eine so gute Idee? Letztendlich entschied sie sich aber doch, zu bleiben, und trat ein wenig näher zu Karin heran. Etwa zwei Meter von dieser entfernt blieb Sakura stehen. Karin hielt noch immer das Gesicht abgewandt.

Einige Minuten vergingen, ohne, dass eine der beiden Frauen ein einziges Wort verlor.

„Ich komme häufiger hier hinaus, wenn ich nicht schlafen kann", erklärte Karin dann schließlich. „Wir kommen kaum hier weg. Was rede ich da? Eigentlich so gut wie gar nicht. Immer muss ich hier die Stellung halten."

„Bist du nicht freiwillig hier?", fragte Sakura irritiert.

„Doch doch. Aber wo sollte ich sonst hin. Nein. Eigentlich gefällt es mir hier sehr gut." Karin klang bedrückt. Wieder schwiegen sie eine Weile. „Wie ist es so, mit Sasuke verheiratet zu sein?" Die Frage überrumpelte Sakura im ersten Moment.

„Öhm." Sie sah von Karin ab, hinauf zu den Sternen. Ja, wie war das eigentlich?

Wieder zögerte Sakura; sie wollte Karin nicht noch mehr verletzen.

Diese linste aber jetzt so neugierig aus dem Augenwinkel zu Sakura hinauf, dass sie gar nicht anders konnte, als zu antworten. Ihre Lippen formten automatisch ein Lächeln. „Es ist so wunderbar, ich kann es kaum in Worte fassen."

„Verstehe". Karin atmete heftig aus und richtete den Blick auf den düsteren Wald vor ihnen. Doch dann lächelte sie plötzlich.

„Es ist schön, wenn Sasuke glücklich ist. Er hat sich verändert, seitdem du mit ihm unterwegs bist. Das ist gut. Ich danke dir dafür."

„Weshalb bedankst du dich bei mir?"

Karin erhob sich und klopfte den Staub von ihrem Rock. „Weil ich mich freue, wenn es ihm gutgeht. Das habe ich mir immer für ihn gewünscht." Karin sah Sakura jetzt direkt an. „Weißt du, ich bin ihm zwar die ganze Zeit bedingungslos gefolgt, habe mir aber stets Sorgen um seinen mentalen Zustand gemacht. Ich war damals nicht in der Lage, es richtig einschätzen zu können; es hat mir manchmal sogar ein wenig Angst eingejagt. Und mir ist es nicht gelungen, ihm zu helfen. Im Gegensatz zu dir. Und im Endeffekt wollen wir doch beide dasselbe. Nämlich, dass es ihm gutgeht. Deshalb sind wir uns vielleicht gar nicht so unähnlich, wie du denkst." Karin streckte sich und lächelte wieder.

Sakura legte den Kopf schief. Karins selbstlose Art überraschte sie zunehmend. Vielleicht war sie doch gar nicht so übel, wie sie sich immer aufführte. Und irgendwie hatte sie ja auch recht. Wäre es genau andersherum, wäre Sakura zwar am Boden zerstört, hätte sich aber für ihn gefreut. Zumindest hätte sie es irgendwann sicher gekonnt. Karin war möglicherweise in dieser Hinsicht noch stärker als Sakura es sein könnte; denn diese Frau sah ihr aufrichtig ins Gesicht und wünschte ihr alles Gute. Ob Sakura das an ihrer Stelle auch gekonnt hätte? In diesem Ausmaß? Sie war sich unsicher.

„Daher ist das alles schon so in Ordnung", fügte Karin noch hinzu. „Aber wehe, du bist gemein zu ihm, oder lässt ihn hängen."

Abwehrend hob Sakura die flache Hand. „Keine Sorge", lachte sie matt und Karin lächelte schwach.

⋯ ♡ ⋯

Am nächsten Morgen berichtete Karin äußerst bereitwillig, dass durchaus an Prothesen geforscht wurde, in denen Chakra gespeichert werden konnte. Sakura fiel dabei sofort auf, dass sie Sasuke nicht sehr lange ins Gesicht blicken konnte. Karin selbst war mit Orochimaru mal in diesem berühmten Institut gewesen und nannte ihnen in diesem Zusammenhang einen wichtigen Namen. Professor Samato. Dieser Name war Sakura bereits auf einer der Unterlagen zu Narutos Prothesen ins Auge gestochen. Der Besuch lag aber schon länger zurück, damals hatte der Professor nur von seinen Wahnideen geschwafelt. Dass er dies tatsächlich umsetzen konnte, beeindruckte selbst Karin.

Beim Abschied bemühte sich Karin um ein schwaches Lächeln, Suigetsu winkte gut gelaunt.

„Danke Karin", sagte Sakura und lächelte aufmunternd.

Als Sasuke und Sakura das Versteck mit den ersten Bäumen hinter sich gelassen hatten, musterte Sasuke seine Ehefrau. „Warum hast du dich nochmal bei ihr bedankt?"

„Na, für ihre Gastfreundschaft. Wofür denn sonst." Sakura grinste. Dieses kleine Gespräch von gestern Abend wollte sie lieber für sich behalten. Hoffentlich würde Karin sich schnell erholen.

Nach weiteren zwei Tagen erreichten die beiden endlich ihr Ziel. Das Hauptgebäude, welches sie als erstes ansteuerten, lag ziemlich genau in der Mitte des großen und umzäunten Geländes des Forschungsinstituts für angewandte Technik in der Medizin. Sakura fragte an der Rezeption nach einem Termin bei Professor Samato und erhielt mit dem Zusatz, dass sie aus Konoha kämen und sich für die Prothesen, speziell von dem Professor, interessierten, einen zeitnahen Termin. Die beiden musste keine halbe Stunde warten, da wurden sie auch schon von ihrer heutigen Zielperson in Empfang genommen.

Professor Samato war ein Mann höheren Alters, etwa 50-60 Jahre alt.

„Oh, Sie brauchen eine Prothese?", fragte er direkt zu Beginn, nachdem ihm Sasukes fehlender Arm aufgefallen war.

Sakura öffnete erst den Mund, um zu widersprechen, hielt sich dann aber zurück. Möglicherweise hatte Sasuke es sich ja nun doch anders überlegt. Erwartungsvoll sah sie zu ihm auf.

„Wir kommen in einer wichtigen Angelegenheit, Professor", übernahm Sasuke nun das Wort.

„Sie brauchen doch nicht so bescheiden zu sein". Amüsiert grinste der Professor. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir hier die besten Prothesen herstellen", sagte der alte Mann und trat an einen der unzähligen Glasschränke an der Wand, in welchem die unterschiedlichsten Modelle an Prothesen ausgestellt waren. Nicht nur Arme waren dort zu finden, Sakura erkannte auch Beine, Hände und einzelne Finger. Der Anblick war skurril. Einige sahen aus wie gewöhnliche Gliedmaßen, andere wie die eines Roboters. Wer wollte denn so etwas haben? „Ihnen fehlt nicht der ganze Arm, nicht? Dann probieren Sie diese doch mal aus." Professor Samato hielt Sasuke ein roboterähnliches Gestell unter die Nase. „Das ist natürlich nur ein Prototyp. Am Ende wird niemand mehr den Unterschied zu einem echten Körperteil bemerken."

Für einen Moment schien es so, als dachte Sasuke ernsthaft darüber nach, aber schon im nächsten Moment schüttelte er heftig den Kopf. „Nein. So etwas brauche ich nicht. Wir sind wegen einer anderen Angelegenheit hier", wiederholte Sasuke jetzt nachdrücklicher.

„Hm", enttäuscht ließ der Professor die Prothese sinken. „Nun gut. Aber falls Sie sich umentscheiden sollten, dann geben Sie mir sofort Bescheid." Er legte die Prothese zurück und ließ sich anschließend tief in einen Sessel fallen. „Wissen Sie", fuhr er fort. „Es ist nicht so, als hoffte ich darauf, dass Menschen ihre Körperteile verlieren, damit sie meine Erfindungen ausprobieren können. Aber es versetzt mich immer in Rage, wenn ich jemandem begegne, der potenziell infrage kommen würde. Alles im Sinne der Forschung, und leider suchen mich nur selten Leute persönlich auf."

Wie wahr. Ein wenig konnte Sakura die Enttäuschung in Professor Samatos Stimme nachvollziehen. Es gab nichts Unzufriedenstellenderes, als wenn man seine Erfindung nicht wirklich ausprobieren konnte.

„Professor, Sie sagten, es gäbe nicht sehr viele Menschen, die Sie aufsuchen?", fragte Sakura schließlich.

„Das ist korrekt. Ich erinnere mich an jeden Einzelnen."

„Sehr gut. War eine junge Frau namens Arisu bei Ihnen? Puppenhaftes Gesicht, lange gelockte schwarze Haare, ziemlich klein, brauchte zwei Armprothesen."

„Nein". Professor Samato schüttelte den Kopf, ohne auch nur einen Moment nachzudenken. „Tut mir leid. So jemand war ganz sicher nicht bei uns."

„Oder ein Mann namens Mangetsu? Blass, schwarze Kutte, gelbe Augen?"

„Mangetsu? Hm. Nein, tut mir leid."

Enttäuscht seufzte Sakura.

„Auch nicht bei einem Ihrer Kollegen?"

„Nein, jeder potenzielle Versuchskanditat wird mir in der Regel vorgestellt. Aber wieso wollen Sie das wissen?"

In Kürze berichtete Sakura von ihrem Anliegen. Nur das Nötigste. Im selben Zuge erzählte sie aber besonders detailliert von Arisus Prothesen, was den älteren Mann plötzlich hellhörig werden ließ.

„Modell 3.2, ja ja. Das habe ich erst letztens herausgegeben. Wahnsinn, so gut hat es funktioniert?" Begeistert klatschte er in die Hände. Sakura runzelte die Stirn. Bis eben kannte er das Mädchen doch nicht.

„Wer hat es gekauft?", mischte sich jetzt auch Sasuke ein.

„Es war ein Prototyp. Er wurde nicht gekauft. Im Austausch erhalte ich noch die Ergebnisse. Ich warte darauf, jeden Tag. Ein Mann war hier, eine Lederkutte trug er aber nicht. Braune Haare, gewöhnliches Gesicht, wirkte etwas neben der Spur. Seinen Namen kenn ich nicht, er arbeitet aber für diese eine Organisation."

„Kareta-Hana?"

Professor Samato sah irritiert zu Sakura auf. „Nein nein, was ist denn das für ein scheußlicher Name? Wie war er noch? Er will mir gerade nicht in den Sinn kommen."

„Sie geben Ihre Prototypen an fremde Menschen, dessen Namen Sie nicht kennen?", fragte Sakura verstört.

„Nein nein, das verstehen Sie falsch. Das ist nicht der erste Austausch. Und wie gesagt, es ist nicht so einfach, einen geeigneten Versuchskandidaten an der nächsten Ecke zu finden. Der Austausch verlief reibungslos, die einzige Bedingung war nur, dass ich die Prothesen ausgebe, ohne den Kandidaten zu sehen. Liebend gerne würde ich diese Kandidatin, von der Ihr erzählt habt, untersuchen. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit."

„Glauben Sie mir, Sie wollen dieses Mädchen nicht kennenlernen."

„Ahh", er schlug begeistert die Faust in die Handfläche. "Tetsuki-Organisation. So hieß sie."

„Was ein seriös klingender Name", murmelte Sakura nachdenklich. Sicher hatten sie sich einen neuen Decknamen zulegen müssen. Konoha wäre ihnen sonst viel zu schnell auf die Schliche gekommen.

„Sagen Sie, Professor Samato, ist es denn nun möglich, Chakra in einer solchen Prothese zu speichern? Und sogar fremdes Chakra mit sich herumzutragen?"

„Durchaus", sagte er und richtete seine Brille, während seine Augen enthusiastisch leuchteten. „Das ist die Grundidee, auf der diese Prothese basiert. Theoretisch ist sie so konstruiert, dass es möglich ist. Allerdings ist es uns nicht gelungen, darin Chakra einzuführen und zu halten. Der Tetsuki-Organisation scheinbar schon, zumindest nach euren Berichten. Ich bin verdammt gespannt auf die Ergebnisse."

„Dürfte ich es mal probieren?", fragte Sakura und deutete auf eines der Modelle. „Haben Sie noch einen solchen Prototyp?" Wenn es einer können musste, dann doch wohl sie selbst.

Professor Samatos Augen leuchteten noch begeisterter. „Sicher." Im nächsten Augenblick reichte er Sakura auch schon eine solche Prothese. Aber egal, wie sie es auch anstellte, es gelang ihr einfach nicht.

„Verdammt.", schimpfte sie. „Das kann doch nicht so schwer sein." Verband man eine Prothese direkt mit dem Oberarm, und damit auch direkt mit dem funktionierenden Chakrafluss eines Körpers, so floss es automatisch. Wie in einem Kreislauf, der sich stets selbst antrieb. Der Anwender musste aktiv fast nichts dafür tun. So funktionierte zumindest die Prothese von Naruto. Aber dieses Modell hier war eher eine Art Gefäß, in welches man eine gewisse Menge an Chakra ohne eine direkte Verbindung einführen musste. Und das war verdammt schwer. Es musste so gebündelt werden, dass es nicht wieder hinausrutschte. Es war nicht mit lebendem Gewebe zu vergleichen, welches förmlich nach Chakra dürstete, wenn es verletzt war. Das Material hier war tot. Leblos. Das war etwas völlig anderes. Sakura konnte schließlich auch keinen Toten wiederbeleben.

Nach gut einer Stunde gab Sakura erstmals auf. Sie war müde und erschöpft, ihre Chakra-Reserven zwar nicht mal ansatzweise aufgebraucht, aber die Konzentration und Ausdauer ließen erheblich nach.

„Dürfte ich es morgen erneut probieren? Ich muss ein wenig darüber nachdenken", fragte sie, während sie sich über die Stirn wischte.

„Unbedingt." Begeistert klatschte Professor Samato in die Hände. „Sie sind jederzeit herzlich willkommen. Ich bin morgen den ganzen Tag hier."

⋯ ♡ ⋯

Im nächsten Dorf, welches etwa eine halbe Stunde entfernt lag, gab es ein Gasthaus. Sasuke und Sakura machten sich also auf den Weg dorthin. Sakura ärgerte sich unglaublich darüber, dass sie das Unmögliche nicht möglich machen konnte. Über den Widerspruch darin war sie sich durchaus bewusst, dennoch ärgerte sie sich. Auf halbem Wege zu ihrem Ziel entfuhr ihr daher unbeabsichtigt ein lautes Seufzen. Peinlich berührt schlug sie sich die Hand vor den Mund.

Irritiert musterte Sasuke sie daraufhin. „Hm?"

„Hach, weißt du. Es ärgert mich, dass ich es nicht geschafft habe," erzählte sie niedergeschlagen.

„Ist vielleicht auch besser so", sagte Sasuke unerwartet nüchtern.

Verwirrt schüttelte Sakura den Kopf. „Was genau meinst du damit?"

„Dieses Werkzeug hat Konoha in Gefahr gebracht. Und wer weiß, was daraus am Ende noch entstehen kann." Er hielt kurz inne und seufzte. „Mir gefällt das Ganze nicht."

„Ja, du hast recht. Aber ich würde schon gerne wissen, wie es funktioniert. Allein, um Mangetsus Fähigkeiten besser verstehen zu können."

Er nickte schwach. „Da stimme ich dir zu. Deshalb solltest du es morgen erneut versuchen."

Kurz vor dem Gasthaus entdeckte Sasuke eine kleine Schmiede. Er deutete darauf und sagte: „Ich bin gleich wieder da."

„Sicher. Aber dort vorne ist bereits das Gasthaus. Ich besorge uns den Schlüssel und warte unten auf dich. Ich habe sooo großen Hunger." Jetzt wo Sakura es aussprach, knurrte ihr Magen lautstark. Verlegen sah sie deshalb zur Seite und legte ihre Hände an den Bauch. Als Sasuke wieder dieses schiefe Lächeln über die Lippen fuhr, wechselte Sakuras Herzschlag abrupt in ein Rasen. Dann nickte er und sagte ungewöhnlich amüsiert: „Hier soll ja keiner verhungern." Er berührte sie für den Bruchteil einer Sekunde, als er ihr über die Hand auf ihrem Bauch strich. Niemand konnte es gesehen haben und wenn Sakura es nicht gespürt hätte, wäre es auch ihr verborgen geblieben.

Allein diese kleine Berührung reichte aus, um Sakura innerlich unter Strom zu setzen und in eine Schnappatmung verfallen zu lassen. Sasuke drehte sich mit diesem schiefen Lächeln weg und verschwand mit schnellen Schritten in dem Gebäude. Sakura schlug das Herz bis zum Hals und für einen kurzen Augenblick zitterten ihr die Knie so sehr, dass sie sich nicht fortbewegen konnte. Das war nur eine Berührung, Sakura, sagte sie in Gedanken zu sich selbst. Nur eine Berührung. Aber seit der gestrigen Nacht sehnte sie sich so stark nach ihm. Es war gerade kaum noch auszuhalten. Dabei stand sie doch mitten auf einer Straße.

Nachdem sie tief durchgeatmet hatte, legte sich ihr inneres Feuer wieder. Sie besorgte einen Schlüssel für ihr Zimmer und setzte sich anschließend unten an den Tresen, um geduldig auf Sasuke zu warten. Ihr Hungergefühl hatte Sasuke in nur einem Wimpernschlag weggeblasen. Stattdessen brannten Sakuras Wangen nun unaufhörlich, wenn sie an die Berührung von eben zurückdachte.

Ein junger und gutaussehender Mann bediente die Gäste und wurde daher auch auf die wartende Sakura aufmerksam. Er hatte ähnlich dunkles und dichtes Haar wie Sasuke, nur ein wenig kürzer. Seine Gesichtszüge waren markant und dem Lächeln, welches er aufsetzte, um Sakura zu begrüßen, konnte wohl keine Frau widerstehen. Auch Sakura konnte nicht wegsehen. Kurz verschwand der Mann aus ihrem Sichtfeld und Sakura starrte wieder auf den Tresen.

Als plötzlich eine Blume an ihrer Nase kitzelte, sah sie verwundert auf.

„Warum ein so betrübtes Gesicht, schöne Unbekannte? Hast du Hunger?" Strahlend lächelte er sie an. Sakura war so überrumpelt, dass ihre Wangen augenblicklich noch viel stärker anfingen zu brennen. Er verkaufte sich so charmant, dass dies wohl fast jeder Frau passieren würde. Irritiert nahm Sakura ihm die Blume also ab, als er ihr andeutete, diese anzunehmen. Ein wenig irritiert sah sie dann sich um. Woher hatte er diese so plötzlich? Nirgendwo stand eine Vase mit Blumen.

„Was darf ich Ihnen bringen, hübsche Unbekannte?"

„Äh..." Sakura war so irritiert, dass sie noch immer kaum ein Wort herausbekam. „I-ich warte noch."

Der junge Mann zog interessiert die Augenbrauen hoch. „Auf deine Freundin?"

„W-was?" Wieso Freundin?

Sasuke ließ sich so plötzlich auf den Stuhl direkt neben ihr fallen, dass Sakura vor Schreck zusammenzuckte. Mit der Hand schlug er hörbar auf den Tresen auf und zog die Aufmerksamkeit der gesamten Gäste und auch des Wirts auf sich. Sakura sog erschrocken Luft ein, als sie Sasukes düsteren Ausdruck bemerkte. Es war zwar dezent, aber wohl für niemanden zu übersehen, dass der Kerl ihn unglaublich anpissen musste.

Der junge Mann schluckte nur schwer und sah Sakura den gesamten Abend über nicht einmal mehr an. Sie hatte beinahe schon ein schlechtes Gewissen. Streng genommen hatte er ja nichts verbrochen. Die Blume, die er ihr gegeben hatte, lag neben Sakura auf dem Tisch. Sasuke schenkte ihr keine Beachtung. Und auch während des Essens war er noch kürzer angebunden als ohnehin schon.

„Hast du alles bekommen? Gehen wir gleich noch eine kleine Runde?", fragte Sakura, um ihn auf andere Gedanken zu bringen.

Sasuke nickte zweimal abwesend.

Sakura ließ die Blume einfach am Platz liegen, als sie aufstand und mit Sasuke durch die Tür ins Freie trat. Gemeinsam gingen sie um das Gasthaus herum, bis zu der Scheune, die auf der anderen Seite, etwas abseits vom Haus, lag. Sakura bemerkte diese erst jetzt. Vom Eingang aus konnte man das kleine Gebäude nämlich nicht sehen, da es sich hinter dichten Bäumen verbarg. Schnurstracks ging Sasuke darauf zu und einfach hinein.

„Sasuke?" Irritiert blieb Sakura erst stehen, folgte ihm dann aber in einem schnellen Schritt. Es war eine recht kleine Scheune. Die zwei Boxen, die hier eingebettet waren, standen leer und Sakura konnte sich entsinnen, in der Ferne zwei Kühe gesehen zu haben. Als sie sich umsah, entdeckte sie drei kleine Fenster, die sich ganz weit oben befanden, fast unter dem Dach der Scheune. Ein rotes und warmes Abendlicht schien hinein. Sasuke saß auf einem Strohballen, hatte die Augen geschlossen und ein Bein angewinkelt. Neben ihm befanden sich noch zwei Holzkisten.

Langsam ging sie auf ihren Ehemann zu und blieb direkt vor ihm stehen. Sasuke schien über etwas zu grübeln. Sein Gesicht war ernst, er sah Sakura nicht an.

Sakura legte den Kopf schief und zog die Mundwinkel in die Höhe. „Sicher finden wir morgen mehr heraus." Sie hob die Hand und wollte ihn am Arm berühren, da umfasste er plötzlich ihr Handgelenk und zog sie sanft zwischen seine Beine. Ehe Sakura sich versah, lagen seine Lippen auf ihren. Die Intensität, mit welcher er sie jetzt einnahm, war so feurig und aufregend, dass ihr ganzer Körper zu kribbeln begann und alles um sie herum verschwamm.

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©JuliTales



Freunde der Sonne,

ich plaudere so gerne mit euch xD Ich war so im Flow, und ausgerechnet jetzt muss mich leider wieder so zurücknehmen. Hätte ich nen Monat absolut nichts zu tun, würde ich die Geschichte wahrscheinlich so runterschreiben können. Jetzt gerade.

Kommen direkt zu den wesentlichen Punkten. Das nächste Kapitel beinhaltet Lemon. Es wird keine alternative Version geben, da es nicht relevant für den Verlauf der Geschichte ist. Somit müsst ihr es NICHT lesen. Mittwoch ab 15 Uhr werde ich es hochladen können.

Ab dann werde ich eine /FF.de/Wattpad-Pause einlegen. Grund dafür sind meine Abschlussprüfungen Ende Juni. Ich hoffe dennoch, dass ich hin und wieder in die Tasten hauen kann. Die Pause wird etwa 3-5 Wochen dauern, je nachdem. Auf meinem Profil werde ich, wie sonst auch, in meiner Beschreibung ankündigen, sobald es weitergehen wird.

Und generell auch ein dickes Dankeschön an diejenigen, die meine Geschichte empfohlen haben und mir ab und an ein Review hinterlassen.

Danke auch an Fuchsi und Jenny <3 Besonders an Jenny, da sie mir mal wieder mir Rat und Tat zur Seite gestanden hat!!! Da gestern Weltbienentag war, gratuliere ich meinen Betabienchen auch ganz herzlich ;)

Außerdem ziele ich endlich so gaaaanz langsam auf das Ende der Geschichte zu ;) Ich schreibe nun schon seit einem Jahr und einem Monat an meiner Sasusaku-Geschichte. Ich habe viel Zeit, Schweiß und Energie. So langsam sehne ich mich nach einem Ende ;P Wir befinden uns kurz vor der Hälfte, denke ich.

Einen vierten Teil wird es definitiv nicht geben, ich möchte meine neue Idee danach umsetzen! Von Beginn an war diese Trilogie geplant und dabei bleibt es auch ;) Aber wie bereits angekündigt, wird diese neue Geschichte sowohl für SasuSaku- Fans interessant, als auch tatsächlich für Verfechter dieses Pairings ;P Was ein Widerspruch :D

Haltet stets Tinte, Feder und Papier bereit. Man weiß nie, wann einem die besten Ideen kommen ;)

Bleib gesund und munter!

Eure Juli
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