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Unsere Bestimmung - Sakura & Sasuke (Part 3)

von JuliTales
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sarada Uchiha Sasuke Uchiha
29.01.2021
12.02.2022
43
192.131
31
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.04.2021 4.520
 
Ich empfehle folgende Musik zu diesem Kapitel zu hören ;) Vielleicht fühlt ihr dann genau so wie ich, als ich dieses Kapitel verfasst habe ;)

https://www.youtube.com/watch?v=MYTfTKGSRr8

Sasuke Pov

༻✾༺


Sasuke Uchihas Augenbraue zuckte nervös.

„Ich brauche keinen Aufpasser, Naruto. Du brauchst mich nicht zu begleiten", zischte er seinem Freund zu und schüttelte energisch dessen Hand von seiner Schulter ab. Naruto schürzte daraufhin beleidigt die Lippen und Sasuke seufzte nur über Narutos kindliche Reaktion. Sein bester Freund hatte immer diese lästige Angewohnheit, den Menschen freundschaftlich oder aufbauend auf die Schulter zu klopfen. Manch anderer mochte das wohl als nette Geste ansehen, Sasuke konnte aber gut darauf verzichten. Besonders jetzt. Besonders heute. Naruto machte ihn nur zusätzlich unruhig. Zu gerne nur wäre er in diesen Minuten alleine gewesen. Jedoch war ihm natürlich auch bewusst, dass Naruto es nur gut mit ihm meinte.

Endlich kamen die beiden vor einer Tür zum Stehen. Für Naruto war hier nun Endstation. Sasuke vernahm Narutos aufgeregten Atem in seinem Rücken und hoffte im nächsten Moment, dass sein Freund von selbst umdrehen würde, um zu gehen. Innerlich zählte Sasuke langsam bis 10 und warf einen vorsichtigen Blick über die Schulter. Wieder sah er in die vor Begeisterung strahlenden blauen Augen seines besten Freundes. Sasuke stöhnte genervt, Naruto grinste wieder breit.

Sasukes Augen wurden schmal. Es rief offensichtlich ein Gefühl von Genugtuung in Naruto hervor, Sasuke auf den Geist zu gehen. Und irgendwie taten sie das beide doch schon seit ihrer Kindheit; sich gegenseitig auf den Geist gehen. Es war ein besonderer und hartnäckiger Faden zwischen ihnen, der sie unwiderruflich miteinander verband; heute und auch früher schon. Sasuke hatte lange und verzweifelt versucht, ihn zu zerschneiden, jedoch ohne Erfolg. Der kleine Junge, der Jinchuuriki des Feuerreichs, war es, der ihn erfolgreich davon abgehalten hatte. Und auch, wenn er es nie richtig zeigen konnte; er war Naruto unendlich dankbar dafür. Für seine Gutgläubigkeit, seine Hartnäckigkeit und Naivität, die ihm die Augen öffneten. Naruto und Sakura hatten ihn nie aufgegeben, obwohl er es selbst längst getan hatte. Sie waren Rivalen, sie waren Freunde und Brüder. Und Brüder wetteiferten doch immer miteinander. Oder? Sie wuschen sich gegenseitig die Köpfe, um zurück auf den richtigen Weg zu finden.

„Du kannst jetzt gehen", meinte Sasuke monoton und wandte den Blick wieder gegen die Tür. Dann schloss er die Augen und schmunzelte schief, sodass Naruto es nicht sah.

„Ach komm schon, Sasuke," nörgelte Naruto. „Insgeheim bist du froh, dass ich dich begleitet habe."

„Ich habe nicht darum gebeten", antwortete Sasuke knapp. Er blieb stur.

Es kostete ihn zudem gerade sehr viel Mühe, vor Naruto so besonnen zu wirken. Innerlich schlotterten ihm tatsächlich ein wenig die Beine. Naruto selbst bemerkte die Anstrengung natürlich nicht, welche Sasuke so erfolgreich vor ihm verbarg. Sakura hätte ihn – wie in letzter Zeit immer häufiger- längst durchschaut.

„Immer schön die Nerven behalten", trällerte Naruto und klopfte ihm nun wiederholt von hinten auf die Schulter. Hatte er etwa doch etwas bemerkt? Vorsichtig und verwirrt linste Sasuke hinter sich und sah Naruto mit großen und motivierten Schritten den Gang zurückstolzieren. Naruto trug einen grauen Yukata.

Sasuke atmete tief ein und hielt die Luft an, als er also jetzt die metallische Türklinke anstarrte, und verharrte einige Minuten. Den Schweiß, welcher sich so unverhofft auf seiner Stirn bildete, wischte er irritiert mit dem Ärmel fort.

Seinen pochenden Herzschlag nahm er erst jetzt so richtig wahr. Als er nun wieder nach Sauerstoff lechzte, fühlte es sich so an, als breitete sich, ausgehend davon, ein Druck in seinem Brustkorb aus, der ihm die Luftzufuhr abschnürte. Was war nur wieder mit ihm los? Es war nicht das erste Mal, dass sie eine solche Hilflosigkeit und Schwäche in ihm auslöste. Worauf hatte er sich hier nur eingelassen? Halt stopp, rief es in ihm: Das Ganze war doch seine Idee gewesen.

Sasuke biss die Zähne aufeinander und ermahnte sich zur Ruhe. Und tatsächlich schien er seinen Herzschlag nun besser kontrollieren zu können. Entschlossen stieß er nun die Tür auf und wurde überraschenderweise von dem gleißenden hellen Licht der Sonne geblendet. Nur langsam gewöhnten sich seine Sinne an die neuen Reize, welche die unbekannte Umgebung ausstrahlte. Es war still und es roch nach Frühling und nach Glück. Seine Haut spürte die Wärme, die vom Licht ausging, und ihn gleichzeitig zeitweise erblinden ließ. In seiner Magenregion begann es unerwartet zu kribbeln, als sich vor ihm eine Person abzeichnete, die sich im Schatten des Lichts wiegte. Sie stand vor einer riesigen Fensterfront, durch welche die Juni-Sonne hineinlachte.

Und erst als sie sich umdrehte, und ihn diese liebevollen grünen Augen anleuchteten, bildete sie sich klar und deutlich vor ihm ab. Sasuke stockte abermals der Atem. Seine zukünftige Ehefrau, sie stand nur wenige Meter vor ihm. Nur wenige Minuten trennte sie vor diesem Schritt, dem Schritt zum Bund der Ehe. Sakura sollte zu ihm gehören. Vollkommen und gänzlich. Und jeder sollte es sehen und wissen, wenn derjenige es denn wollte. Sie sollte sein Wappen tragen und mit ihm gemeinsam den Schatz seiner Familie hüten.

Ein schüchternes, aber glückliches Lächeln fuhr Sakura über die Lippen, während sie Sasuke musterte. Ihre Wangen glühten vor Aufregung knallrot, ihre Augen wirkten feucht; sie war so schlecht darin, ihre Emotionen zu verbergen. Sasukes Mundwinkel zuckten kurz nach oben.

Ihr Haar war locker hochgebunden und zwei feine Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht. Auf der rechten Seite ihres Kopfes trug sie eine große pinke Blüte. Sicherlich könnte Sakura auf Anhieb den Namen nennen, und selbst, wenn dasselbe auch auf Sasuke zugetroffen hätte, so hätte er diesen wohl spätestens jetzt völlig vergessen.

Sie machte einen zögerlichen Schritt auf ihn zu. Und dann noch einen, während ihr Lächeln gleichzeitig immer verhaltener wurde. Ihr weißer und eindrucksvoller Kimono glitt in jeder ihrer Bewegungen fließend mit.

Erst jetzt bemerkte Sasuke, dass er zum einen noch immer in der Tür stand, und zum anderen Sakura pausenlos anstarrte. Mehrfach schluckte er schwer, denn sein Hals fühlte sich schlagartig so verdammt trocken an.

„Willst du dort stehen bleiben?", flüsterte Sakura und sah ihn schief an. Sasuke stutzte hörbar und trat dann sofort ein. Dabei zog er die Tür wohl etwas zu gutgemeint mit einem lauten Knall hinter sich zu. Sakura zuckte zusammen und auch Sasuke vollbrachte einen zusätzlichen Lidschlag, in dessen Sekunde er sich über seine Grobheit wunderte.

Ohne zu zögern, bewegte er sich nun auf sie zu. Sie sah zu Boden und erst wieder auf, als er sich unmittelbar vor ihr positionierte. Zunächst betrachtete er ihr Gesicht, während sie unterdessen immer wieder irritiert darüber seinem Blick auswich. Ihm fiel sofort auf, dass ihre Lippen heute ein wenig röter waren als sonst. Zudem sah man ihr an, dass die Krankheit ihr noch immer etwas zu schaffen machte, obwohl sie diese längst überstanden hatte. So wirkte ihr Hautton ein wenig blass. Möglicherweise lag dies aber auch nur an dem Make-up, welches sie zum heutigen Anlass trug. Die Erinnerung an Sakuras Kraft- und Hilflosigkeit trieb ihm auch heute wieder ein Unwohlsein in den Magen. Er hatte es gehasst, sie so leiden sehen zu müssen.

Als seine Handfläche jetzt ihre weiche und warme Wange berührte, wurde er von diesem besonderen Gefühl von Wärme und Liebe überrascht. Diese Gefühle hatte er zwar erwartet, sie erschlugen ihn aber immer wieder von neuem.

Ihr sanftes Lächeln löste schlagartig den Knoten in seiner Brust, der ihn bis gerade eben noch gefangen gehalten hatte. Ihr Mund öffnete sich leicht, sog lautlos Luft ein, während die Zeit um sie herum stehen geblieben zu sein schien. Sakuras Brust hob und senkte sich. Erst etwas langsamer, dann immer schneller.

Sasuke blickte langsam und bedachtsam zu ihren Händen hinab. Verzweifelt versuchte sie die eine mit der anderen Hand festzuhalten, um ihre Nervosität zu verstecken. Das brachte aber herzlich wenig, denn die rechte Hand zitterte mindestens genauso stark wie die linke. Als er sie wieder ansah, versuchte sie noch immer tapfer zu lächeln.

„Das hört gleich auf", versuchte sie zu erklären und lachte unsicher. Erschrocken hielt sie sich die Hand vor den Mund, als sie ihre bebende Stimme bemerkte. „Oh man. Tut mir leid, Sasuke. Nie habe ich meine Emotionen unter Kontrolle." Niedergeschlagen ließ sie nun den Kopf hängen, während Sasuke aufmerksam jeder Bewegung folgte; selten hatte er sie so aufgeregt erlebt.

Sasuke schnaubte hörbar. Dann legte er seine Stirn sanft an ihre und schloss die Augen. Ihr Geruch, der ihm jetzt noch intensiver in die Nase stieg, vernebelte ihm kurzzeitig die Sinne.

„Du musst dich dafür nicht entschuldigen", sagte er fest und blickte zu Boden.

Auch Sakura hielt ihren Blick weiterhin gesenkt.

„Meine Achillesferse", flüsterte sie mit einem bitteren Unterton in der Stimme, der Sasuke aufhorchen ließ. Wütend biss sie sich auf die Unterlippe und hauchte dann enttäuscht: „Meine Schwäche."

Sasuke runzelte die Stirn, als er sie ansah.

„Jeder hat eine Schwäche, was einen aber nicht automatisch schwach wirken lässt. Und gerade du bist alles andere als schwach."

Nun hob auch Sakura den Blick, sodass sich ihre Blicke trafen und ihre Nasenspitzen sich berührten.

Erst schien sie irritiert über seine Worte, was ihn wenig wunderte. Lange hatte er etwas völlig anderes gepredigt und Sakura hatte ihn, wahrscheinlich sogar, ohne es zu wissen, eines Besseren belehrt.

Sakura lächelte endlich wieder. Aufrichtig, echt und voller Energie, die Sasuke erneut völlig überwältigte. Seine Augen weiteten sich leicht und sein Puls nahm zu. Das Gefühl von Glück und Liebe, welches ihn nun durch jede Pore seines Körpers einnahm, ließ auch seinen Mundwinkel in die Höhe wachsen. Sasuke seufzte verzweifelt, aber zufrieden. Wie schaffte sie es nur, ihn immer wieder zum Schmunzeln zu bringen? Nur Sakura gelang es, solche Gefühle in ihm wachzurufen.

„Geht es dir gut?", flüsterte sie.

„Sicher", antwortete er leise. „Bist du bereit?", fragte er dann mit einem ernsten Ton, aber zugleich weichen Gesichtsausdruck. Sasuke wollte es endlich hinter sich bringen. Für immer mit ihr verbunden sein, und zwar sofort.

„Ja", sagte Sakura fest und nickte einmal heftig.

Während sie nun gemeinsam den Gang entlangschritten, welchen er zuvor mit Naruto durchquert hatte, streifte Sasuke mit der Hand seine Kleidung glatt. Sakura ging neben ihm. Ihre Mutter hatte den schwarzen Yukata sehr sorgfältig gebügelt, sodass Sasukes Handbewegung eigentlich völlig überflüssig war.

Jetzt, wo sie beide vor dieser letzten Tür standen, hielten sie gemeinsam inne. Sasuke linste unauffällig zu Sakura hinüber, die mit feuchten Augen ihren Blick nach vorne gerichtet hatte. Nervös schob sie ihr Kinn etwas nach vorne. Ob sie auch wirklich bereit war?

Rasch umschloss er abermals ihre zitternde und kleine Hand und hielt sie fest. Er beobachtete, wie Sakura die Augen schloss, tief einatmete und beim Ausatmen schließlich wieder lächelte. Kurz blieb ihm das Herz stehen, als sich eine einzelne Träne einen Weg an ihrer Wange hinabbahnte.

Verwirrt drehte er den Kopf nun in ihre Richtung und blinzelte mehrfach. Was war jetzt los?

Sakura bemerkte seinen irritierten Ausdruck und wischte sich lächelnd die Träne fort. Sie schniefte dabei leise.

„Entschuldige, Sasuke", sie schluchzte erneut. „Ich bin einfach so unendlich glücklich, weißt du?"

Ihre Worte erfassten ihn, wie die Brise eines angenehmen und warmen Sommerwindes, welchen man in vollen Zügen unbedingt genießen wollte. Einer von der Art, welcher einen ganz leicht ums Herz werden ließ. Sasuke blinzelte erneut, denn es überwältigte ihn, welche Gefühle und Emotionen dieses Mädchen – nein – diese Frau in ihm auszulösen vermochte. Wie sehr sie ihn berührte, mit alledem, was sie tat. Allein damit, dass sie atmete, er sich an das Leuchten ihrer Augen und an ihren Geruch erinnern konnte und ihre bedingungslose Liebe erfahren durfte. Genau das war es, was ihm so viel gab. Dass sie an ihn dachte - immer und überall. Sie war sein Grund, weiterzumachen. Nie aufzuhören. Nie aufzugeben. Ein Grund, sich für den Frieden der Welt einzusetzen und dafür zu kämpfen. An das Gute der Menschheit zu glauben. Weil es jemanden gab, der ihm wichtig war.

Er lächelte also zurück. Und das völlig bewusst. Er wollte es. Sie sollte sehen, dass er dankbar für ihre Liebe war. Dass er auch so fühlte. Denn dies in Worte zu fassen, seine Gefühle für sie, wagte er nicht. Es würde keine Buchstaben und Wörter in dieser weiten Welt geben, die auch nur ansatzweise eine entsprechende Ausdrucksstärke besäßen, um das widerzuspiegeln, was er fühlte. Und er war sich verdammt sicher: Sakura wusste ganz genau um seine Gefühle für sie. Um seine bedingungslose Liebe zu ihr. Er spürte es deutlich.

Ihre Berührung, sie war so klein und doch so vertraut, so innig. Und als sich ihre Blicke jetzt wieder trafen, war es so, als könnten sie die Gedanken des anderen lesen. Er spürte Sakuras aufgeregtes Herz, als würde es unmittelbar in seiner eigenen Brust schlagen, und so musste auch sie seinen schnellen Puls vernehmen. Er erlebte die enorme Liebe für sie noch viel intensiver und bemerkte den Platz in ihrem Herzen, welchen sie ihr Leben lang für ihn freigehalten hatte. Und auch sie berührte im Gegenzug sein kühles Herz. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Sasuke es für tot, für unbrauchbar gehalten; aber Sakura füllte es mit Wärme und mit Leben.

Sasuke drückte ihre Hand sanft, bevor er die Tür öffnete, um gemeinsam mit seiner zukünftigen Ehefrau die Reise zu beenden, die sie angetreten hatten, und etwas Neues beginnen zu lassen.

Kurz bevor sie eintraten, fuhren ihre Hände auseinander.

Die Anzahl an Augenpaaren der Gäste war überschaubar. Sakura hatte nur die engsten ihrer Freunde eingeladen, was Sasuke insgeheim befürwortete. Darüber hinaus hatte sie für die Zeremonie einen etwas abgelegeneren Ort gewählt, jenseits der Mauern von Konoha.

Gleich zu Beginn sprang ihm Narutos auffälliger Blondschopf ins Auge. Grinsend zeigte er ihm unauffällig den gehobenen Daumen. Sasuke seufzte innerlich, unterdrückte aber gleichzeitig ein Schmunzeln. Naruto war manchmal wirklich etwas verrückt.

Dann ließ Sasuke den Blick über die restlichen Gäste schweifen. Alle waren da, nur seine Familie fehlte. Sie waren tot. Allesamt, schoss es ihm durch den Kopf. Kurz wurde sein Blick leer. Aber im nächsten Augenblick sah er die Leute in dem Raum so klar und deutlich vor sich, wie sie ihn anlächelten und sich für ihn freuten. Seine Freunde; das Dorf, in dem er zu Hause war. Er spürte Sakuras Hand, die seine dezent berührte. Dann sah sie ihn an. Sie schien seinen Unmut zu spüren und lächelte aufmunternd. Jetzt war sie es, die die Fassung behielt und ihn gleichzeitig so sehr stärkte. Sowieso war es stets ihre Präsenz und Wärme, die seine Trauer erträglich machte.

Irgendwer im Raum schluchzte laut und holte Sasuke damit aus seinen Gedanken zurück. Er sah Hinata, die neben Naruto stand und lächelte. Ino weinte, vermutlich hatte sie geschluchzt, und Sai guckte mal wieder seltsam freundlich. Selbst Sensei Kakashi war hier, in Grau und Schwarz, in einem schicken Anzug. Ganz am Ende der Reihe schluchzte auch Sakuras Mutter und selbst ihr Vater wischte sich die Tränen aus den Augen. Nicht nur für Sakura und Sasuke; auch für alle anwesenden Personen war dies ein durchaus bedeutender und emotionaler Moment. Das wurde ihm erst jetzt so wirklich bewusst. Für einen kurzen Moment erstarrte Sasuke. Er kniff die Augen zusammen, denn er dachte, er würde träumen. Dann war es auch schon wieder vorbei. Er hätte schwören können, für den Bruchteil einer Sekunde seine Eltern neben Sakuras gesehen zu haben. Seine Mutter hatte Tränen in den Augen, sein Vater stolz die Arme verschränkt. Und auch Itachi hatte neben ihnen gestanden und aufmunternd gelächelt. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals. Was war das hier für ein Moment? Wieso hatte er seine Eltern und Itachi gesehen?

Während der Zeremonie fiel es Sasuke schwer, den Worten des Mannes zu lauschen. Darüber hinaus war Sasuke von seinen Eindrücken emotional gefesselt. Es war nicht wirklich interessant, was der Kerl von sich gab. Lediglich Formalia, ein Mann, der so tat, als würde er die beiden gut kennen. Hauptsächlich sprach er vom Krieg, Sasukes Rückkehr und Sakuras hervorragender Arbeit im Krankenhaus. Eigentlich hatte der Mann nicht den blassesten Schimmer, was die beiden überhaupt miteinander verband; was sie erlebt hatten. Niemand, außer ihnen selbst, wusste um ihre gemeinsame und zusammenschweißende Zeit, die so bedeutend und erfahrungsreich für sie beide gewesen war.

Immer, wenn Sasuke zu Sakura linste, bemerkte sie dies und erwiderte seinen Blick. Ihre Wangen waren noch immer leicht rot gefärbt und ihre Augen leuchteten ihn aufgeregt an. Sie gab sich wirklich Mühe, dem Kerl vor ihnen ernsthaft zuzuhören, schmunzelte nun aber doch leicht. Und auch wenn die beiden sich in diesem Moment nicht berührten, spürte Sasuke, dass Sakura ebenso wenig Wert auf die Worte des Mannes legte. Zumal beide die Bezeichnung „Helden" des vierten Shinobi-Weltkriegs verabscheuten.

⋯ ♡ ⋯

Weinend und lachend zugleich fiel Mebuki ihrer Tochter nach der Zeremonie als Erste um den Hals. Auch Sasuke blieb nicht verschont. Wie ein nasser Sack ließ sie sich fallen, sodass er regelrecht gezwungen war, sie aufzufangen, um Schlimmeres zu verhindern. Er konnte sich nicht helfen, aber aus irgendeinem Grund zuckte sein Mundwinkel in die Höhe. Zu seinem Glück bemerkte diese flüchtige Geste niemand.

Schniefend richtete sich Mebuki wieder auf und sah ihren frischgebackenen Schwiegersohn mit feuchten Augen an. „Schön, dass du jetzt zu unserer Familie gehörst, Sasuke."

Familie. Freunde. Irgendwie wirkte alles so perfekt und gleichzeitig so absurd. Sasuke fühlte sich so leicht und frei, ferner jedoch geplagt von den Gedanken an Mangetsu. Und dennoch gelang es ihm, zumindest heute, hauptsächlich andere Dinge und Gefühle zuzulassen.

Sakuras Vater schlug ihm anerkennend auf die Schulter.

„Willkommen, mein Schwiegersohn."

Sasuke nickte dankend.

Narutos grinste wieder breit, als er den beiden gratulierte.

„Ich hab's doch immer gewusst", sagte er und lächelte fröhlich.

„Du bist so ein Sturkopf", lachte Sakura, bevor ihr Gesicht blitzartig ernst wurde. Naruto zog verwundert die Mundwinkel nach unten und gab einen überraschten Laut von sich, als Sakura ihn in eine feste Umarmung zog. Dann führte sie ihre Lippen an sein Ohr und flüsterte ihm etwas zu. Sasuke konnte weder ihre Lippen sehen, noch etwas verstehen.

„Ach, Sakura", sagte Naruto nun verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. Er errötete, öffnete den Mund, schloss ihn aber sogleich wieder und lächelte zufrieden. Dann legte auch er seine Arme um ihren Körper und erwiderte die Umarmung. Sasuke runzelte die Stirn. Was hatte sie ihm nur gesagt?

Kakashi schien wohl eine vage Vermutung über Sakuras Worte zu haben, denn er beobachtete die Szene mit einem äußerst zufriedenen Gesichtsausdruck. Als er Sasukes stichelnden Blick bemerkte, lächelte er ungewöhnlich freundlich.

„Gestern wart ihr doch noch so klein. Und heute seid ihr alle so erwachsen", stellte Kakashi schließlich nüchtern fest, als Sakura Naruto losließ und dieser mit Hinata weiterzog. „Ich werde alt", meinte er dann noch. „Jedenfalls fühlt es sich so an, wenn ich daran denke, dass ihr alle drei nun verheiratet seid."

„Ach, Sensei, sie sind doch noch nicht alt", erwiderte Sakura lachend. „Sicherlich werden auch Sie irgendwann..." Sofort hielt sie inne, legte den Zeigefinger an das Kinn und sah nachdenklich nach oben.

Als Kakashi den Kopf hängen ließ, hob Sakura erschrocken die Hände.

„Ach... Äh, Sensei, so war das nicht gemeint." Sasuke schnaufte. Sie war in ein Fettnäpfchen getreten. In ein ziemlich großes.

Erst beim genauen Hinsehen bemerkte Sasuke, dass Kakashi nicht schmollte, sondern mit gesenktem Kopf in seiner Tasche wühlte. Blitzartig zog er etwas hervor und hielt es Sakura wedelnd unter die Nase.

„Das, meine liebe Sakura", sagte er und hob langsam den Blick. Seine Augen funkelten begeistert. „Das ist es, wofür ich lebe."

„Ah ja ...?", fragte Sakura verunsichert, während Kakashi das Flirtparadies aufschlug, auf den nächsten Stuhl zuging und sich darauf fallen ließ.

Perplex sahen sie ihm nach.

Der kleine Konohamaru schoss nach der Zeremonie ein paar Fotos. Der Enkel vom dritten Hokage musste etwa in dem Alter von Hanabi sein. Von der Größe und dem Mundwerk her kam das wohl in etwa hin.

Es blitzte hell und Sasuke sah im nächsten Augenblick viele kleine Sternchen. Er tastete nach Sakura, da er für wenige Sekunden regelrecht blind war. Auf dem Apparat war ein weiterer Apparat, der viel heller blitzte, als Sasuke es gewohnt war. Nachdem der Junge auch ein gemeinsames Foto mit allen Gästen geschossen hatte, drückte er Naruto eilig die Kamera in die Hand und verschwand. Misstrauisch beobachtete Sasuke die Szene und atmete auf, als sein Freund den Apparat in Hinatas Tasche verstaute.

Sakura lachte viel. Und selbst für Sasuke war dies ein durchaus angenehmer und unvergesslicher Tag, auch wenn er im Gegensatz zu Sakura wenig sprach. Trotz alledem fieberte er dem Moment entgegen, an welchem sie beide alleine für sich waren, und er seine Ehefrau endlich berühren konnte.

⋯ ♡ ⋯

Sasuke zog die Haustür hinter ihnen zu. Sakura streifte erschöpft ihre Schuhe von den Füßen und setzte sich dann einfach auf den Boden. Sie seufzte lang und tief, schien die Ruhe zu genießen. Da sie den Lichtschalter nicht betätigt hatten, war es düster in der Wohnung. Nur vom Wohnzimmer aus erhellte das Licht des Mondes und der Straßenlaternen den Flur, in welchem sie sich befanden. Erschöpft stützte sie ihren Oberköper mit den Händen am Boden ab, um sich nach hinten lehnen zu können. Die Krankheit machte ihr wohl doch etwas mehr zu schaffen, als sie zuvor angenommen hatte.

Sasuke ließ sich neben ihr nieder und folgte ihrem Blick an die Decke, während er den Abend Revue passieren ließ. Endlich waren sie alleine.

„Jetzt sind wir Ehemann und Ehefrau", murmelte Sakura und grinste ihm müde ins Gesicht. „Ich hoffe, die Organisation und Durchführung war für dich so in Ordnu-„

Weiter kam sie nicht, denn Sasuke hatte ihr das Wort mit seinen Lippen abgeschnitten.

Endlich, fuhr es ihm wiederholt durch den Kopf. Endlich waren sie alleine. Endlich konnte er sie berühren, sie küssen, ihren Geruch tief einatmen.

Doch wenige Sekunden später löste er den Kuss bereits. Sakuras Augen funkelten trotz der Erschöpfung und Dunkelheit so hell wie ein Stern am Nachthimmel. Ihr Gesicht glühte wieder so heiß und rot, als wäre das Fieber zurückgekehrt. Und wieder legte Sasuke seine Stirn an ihre und verharrte einen Moment in dieser Position. Sein Herz schlug arrhythmisch und seine Haut kribbelte aufregend an den Stellen, an welchen sie sich berührten. Seine Hand ruhte an ihrer Hüfte.

„S-Sasuke ...?"

Er sah auf.

„Heute war es ... i-ich meine ... ich ... bin ..."

Sasuke räusperte sich auffällig, denn er wusste doch längst, was sie sagen wollte. Rasch, und, um ihr die Nervosität zu nehmen, zog er sie in seinen Kuss. Nach einigen endlos erscheinenden Minuten umfasste er ihr schmales Handgelenk, um sie behutsam nach oben zu ziehen und in Richtung Schlafzimmer zu führen.

⋯ ♡ ⋯

Am nächsten Morgen wachte Sasuke ohne Sakura an seiner Seite auf. Ein Geräusch, dass aus Richtung der Küche kam, hatte ihn zuvor geweckt. Sakura schien zu kochen.

Wie ein Film klebte der Schweiß von der gestrigen Anstrengung der Nacht auf seiner nackten Haut. Die Erinnerung ließ ihn kurz das Bedürfnis durchfahren, seine Ehefrau zurück ins Bett zu holen. Als ihm jedoch der Geruch von frischem Essen in der Nase kitzelte, knurrte sein Magen.

Nach einer schnellen Dusche trat er zu Sakura in die Küche. Sie war so beschäftigt, dass sie sein Eintreten zunächst nicht bemerkte.

Sasuke hielt augenblicklich die Luft an, als sein Blick an ihrem Oberteil verweilte. Er wusste, dass Sakura sich das Uchiha-Wappen auf einige ihrer Kleidungsstücke aufgenäht hatte. Gesehen hatte er diese jedoch noch nicht. Und so überwältigte ihn jetzt der Anblick des Wappens, seines Clans, der ihren Rücken schmückte und sie als Zugehörige der Uchiha-Familie identifizierte.

Als Sakura Uchiha ihn jetzt über die Schulter hinweg mit einem fragenden Blick ansah, mit ihren grünen Augen und ihren rosigen Wangen, pochte sein Herz. Sofort war er bei ihr, berührte mit seiner Hand ihren Rücken; genau an der Stelle, auf welcher das Wappen erwacht war.

„Liebling?!", rutschte es Sakura heraus und ihre Wangen leuchteten sofort peinlich berührt.

Liebling?

Schnell drehte sie sich zu ihm um und sah beunruhigt von seinem Gesicht zur Seite. Sie trug eine niedliche Schürze, auf der einige kleine Kirschblüten abgebildet waren. In der Hand hielt sie einen Kochlöffel.

„Das ist mir so herausgerutscht, entschuldige. Kommt nicht wieder vor."

Sasuke schlang den Arm um seine Frau, legte sein Kinn auf ihrem Kopf ab und dachte kurz nach.

„Wenn es dir gefällt, dann sag es ruhig", erwiderte er und zuckte mit den Achseln.

„Ja ...?", fragte Sakura leicht irritiert und sah ihn im nächsten Moment strahlend an, als er den Blick etwas senkte.

Natürlich. Wieso nicht? Sasuke nickte. Wenn es ihr ein solches Lächeln ins Gesicht zauberte, dann sollte sie ihn nennen, wie es ihr vorschwebte.

༻✾༺

©JuliTales




Freunde der Sonne,

ich hoffe, es geht euch gut. Entschuldigt, dass dieses Kapitel verspätet erscheint. Zum einen fehlte mir die Zeit, zum anderen hatte ich großen Respekt vor dieser Szene. Besonders, da es ja aus Sasukes Sicht geschrieben ist. Und so kann ich nur hoffen, dass ich meine Emotionen beim Schreiben auch nur ansatzweise auf euch übertragen konnte.

Bitte schaut zukünftig für Updates auf meinem
Profil nach, ich kann gerade wirklich schlecht einschätzen, wie viel Zeit in ins Schreiben investieren kann. Das muss aber nichts heißen.

Vielleicht habt ihr auch bemerkt, dass unter diesem Kapitel ein Copyrightzeichen eingefügt ist. Damit möchte ich erneut darauf aufmerksam machen, die Ideen anderer zu wahren und sie nicht in seine Geschichten einzubauen oder dürftig abzuändern. Gerne dürft ihr euch von mir inspirieren lassen, aber bitte tut dies nur bis zu einem gewissen Grad. Es ist nicht schön seine Ideen in anderen Geschichten zu lesen. Und da spreche ich nicht nur für mich.


Darüber hinaus habe ich im Vorwort einen bedeutenden Absatz verfasst, denn ich finde es wichtig, sich als Autor auch zu diesem Thema zu informieren (Vor allem gilt dies für Wattpad!) Das Urheberrecht gilt genauso für Wattpad und FF's sowie für Bücher, Filme und natürlich auch für die unzähligen Geschichten auf anderen Plattformen! Vielleicht ist es so manchem nicht wirklich bewusst, und für den ein oder anderen ein wenig plump formuliert; dennoch ist es keinesfalls angreifend gemeint und einfach nur klar und deutlich formuliert.

Ich kann nur immer wieder generell dazu aufrufen, seine eigenen Ideen in den Fokus zu setzen, wenn man etwas Eigenes veröffentlicht; denn genau das tut man. Auch bei einer FF.
Alleine aus Respekt zu den Autoren, dessen Werke ihr so gerne lest. Die sich solche Mühe geben regelmäßig upzudaten.

Für mich macht genau das eine gute Geschichte aus. Es hebt sie von den anderen ab. Und es macht dabei keinen Unterschied, ob man damit Geld verdient, sich vielleicht nicht so gut ausdrücken kann oder eine Schwäche in der Rechtschreibung hat.
Und natürlich gibt es Zufälle, ähnliche Ideen und Handlungen, die sich wiederholen können. Aber das sind vereinzelte Zufälle.

Ich hoffe, ich habe euch generell etwas zum Nachdenken angeregt, denn das war lediglich mein Ziel :)

Zudem wollte ich mich erneut bei Jenny bedanken, die mir wirklich wirklich enorm viel hilft, mich weiterzuentwickeln. Wir tauschen uns sehr viel über Sprache und das Schreiben aus. Sie klärt mich über Regeln auf, die ich gefühlt noch nie in meinem Leben gehört habe. Danke dafür Genau das macht mir auch so unglaublich Spaß.

Bleibt gesund und motiviert,

eure Juli <3
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