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Was für eine Schneiderei!

von Assan
GeschichteHumor, Fantasy / P16 / Gen
Cole Der Eiserne Bulle Inquisitor (weiblich) Josephine OC (Own Character) Sera
29.01.2021
02.02.2021
2
2.755
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
29.01.2021 1.548
 
Huhu ihr! Eine kleine Geschichte in mehreren Kapiteln (wird allerdings nicht viele Kapitel geben), für die mir die Idee heute morgen beim Frühstück kam ^^ wer weiß warum :D lasst mir bitte ein paar Reviews da, von Lob über Kritik bis hin zu Wünschen für Geschichten ist alles erlaubt (PS: ich habe auch den Spaß am Übersetzen gefunden - sollte jemand von euch also auf frei zugänglichen englischsprachigen FF-Seiten unterwegs sein und da eine tolle, gern auch längere Geschichte zu DA, egal zu welchem Teil, finden, die es sich eurer Meinung nach zu übersetzen lohnt, dann meldet euch ;) keine falsche Scheu!)

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"Na also, ich weiß ja nicht. Na, also ich weiß ja wirklich nicht."

Saskia Trevelyan machte ein sehr unadliges Geräusch, dass die Falte zwischen den Augenbrauen des Schneiders in einen Canyon verwandelte.

"Was wisst Ihr nicht?", fragte sie und sah auf den schon etwas ältlichen Mann herab, der gerade dabei war, ihren Beinumfang abzumessen.

"Hmmm . . . und Ihr seid absolut sicher, dass Ihr auf diesen Ball gehen müsst, Inquisitor?"

"Wenn ich es nicht müsste, würde ich es nicht", gab sie zurück, bevor Josephine sie aufhalten konnte. Die Botschafterin räusperte sich verlegen und sagte in dem Versuch, die Ungezogenheit des Inquisitors etwas abzumildern: "Selbstverständlich ist es eine große Ehre, an diesem Ball teilnehmen zu dürfen, doch es kostet auch Zeit, die der Inquisitor bevorzugt woanders verbringen würde."

"Oh ja, das würde der Inquisitor allerdings gern tun. Ich erinnere mich da an ein lauschiges Plätzchen im Fahlbruch, wo es nach Verwesung stinkt und andauernd Untote aus dem fauligen Wasser steigen. Das wäre eine schöne Alternative."

"Inquisitor!" Josephine hustete erschrocken, um sich schärfere Zurechtweisungen in Gegenwart des sündhaft teuren Schneiders aus Antiva zu verbeißen.

Doch Saskia war gerade zu gut in Fahrt und ihre Laune war so herrlich auf dem Tiefpunkt. Sie konnte einfach nicht aufhören. "Und die Ehre, die uns hier zuteil wird, ist wohl weniger mir als vielmehr Euch und Leliana zu verdanken. Vermutlich hat sie den halben Palast bereits mit ihren Spionen verseucht."

Ja, ihre Laune war definitiv nicht gut. Der Gedanke, an diesem Ball teilzunehmen, ließ sie halb wahnsinnig werden. Es würde jede Menge Fettnäpfchen geben, in die sie mit einer Zielsicherheit treten würde, wie sie sonst nur Bianca erreichte. Außerdem hatte sie einen schrecklichen Tag hinter sich. Vivienne hatte sie in eine unerfreuliche und stundenlange Diskussion über die Unablässigkeit von Zirkeln verwickelt, die Saskia beinahe den letzten Nerv gekostet hatte. Zum Glück war irgendwann Dorian in Sichtweite vorbeigegangen und Saskia hatte sich mit der Entschuldigung verabschiedet, sie müsse unbedingt mit dem Tevinteraner die Übernahme der Weltherrschaft planen.

Es war ein wirklich miserabler Tag gewesen.

Nachdem sie sich von Vivienne losgeeist hatte, hatte sie von Stallmeister Dennet erfahren, dass so gut wie alle Pferde zu verstört waren, um heute noch geritten zu werden. Grund dafür sei Cole, der urplötzlich im Stall erschienen sei und eine der Riesen-Nugs dazu gebracht hatte, vor Schreck die Boxentür zu Kleinholz zu verarbeiten und anschließend in der Scheune Amok zu laufen. Das Ergebnis war absolute Verwüstung, scheue Pferde, Spuren von riesigen Händen im Schlamm vor der Scheune, eine verängstigte Bonny Sims, die andauernd etwas von "Hände, sie hat Hände", redete und ein sehr wütender Blackwall, der der Nug nur knapp entkommen konnte. Und im Endergebnis war Saskia gezwungen gewesen, auf einem der Drakolisken zu reiten. Ihr Hintern tat weh und war scheußlich wund gescheuert, da sie den ungewohnten Laufrhythmus des Drakolisken nicht so gut hatte ausgleichen können wie den eines Pferdes.

Und jetzt saß sie bereits seit einer geschlagenen Stunde bei diesem elenden Schneider, der ihr angemessene Kleidung für den Ball im Winterpalast anfertigen sollte. Es war zum Kotzen.

Gerade schickte sich der Schneider an, zum bestimmt vierzigsten Mal ihren linken Schenkel zu vermessen.

"Warum braucht Ihr eigentlich so lange?", knurrte Saskia leise. Der Schneider sah sie von unten her missbilligend an.

"Ich versuche verzweifelt, meiner Arbeit nachzugehen, Lady Inquisitor. Nur leider bin ich eigentlich am Besten darin, Kleidung für schöne Frauen mit ausnehmend schönen Maßen anzufertigen und nicht -" Er brach ab. Die Worte hingen einen Moment lang im Raum. Josephine vergaß vor Angst glatt das Atmen.

Auch Saskia blieb glatt die Spucke weg. Einen Monent lang juckte es sie gewaltig in den Fingern, dem unverschämten Antivaner eine gehörige Ladung Magie um die Ohren zu hauen, doch dann kam ihr eine Idee. Sie wurde sehr ruhig. Jeder, der sie kannte, hätte spätestens jetzt Angst bekommen, doch der Schneider kannte sie nicht. Er hatte keine Ahnung.

"Das tut mir natürlich Leid für Euch, Ser wie-auch-immer. Ihr solltet Euch aber ein wenig beeilen, denn meine Gefährten wollen auch noch neue Kleidung erhalten."

Josephine sah sie verwirrt an und auch den Schneider wirkte eher verunsichert als glücklich.
"Eure Gefährten? Ich glaube nicht, dass davon -"

"Oh doch, sicher. Oder soll ich mit einem Gefolge aus Nackten im Winterpalast auflaufen? Das wäre zweifellos eine Sensation, vor allem, wenn herauskäme, dass Ihr für die Kleidung verantwortlich wart . . ."

Josephine warf ihr einen fragen Blick zu, der eindeutig sagte: "Was zum Teufel plant Ihr denn jetzt schon wieder?"

Saskia lächelte süß und stupste den Schneider spielerisch mit dem Fuß an. Jetzt konnte sie nachvollziehen, was Sera so toll daran fand, anderen Mitgliedern der Inquisition Streiche zu spielen. Vor allem, wenn sie es verdient hatten.

"Wie viele Gefährten wünscht Ihr denn mitzunehmen?", fragte der Schneider, der bei dem Gedanken an die eklatante Rufschädigung ein wenig blass geworden war.

"Oh, nicht viele. Selbstverständlich werden Josephine und Cullen mich begleiten, ebenso wie Leliana. Das dürfte für Euch ja wirklich kein Problem darstellen." In die Wangen des Antivaners kehrte langsam wieder die Farbe zurück. Drei Menschen, die noch dazu gut gebaut waren, waren wirklich keine Herausforderung.

Doch Saskia war noch nicht fertig. Noch hatte sie nicht festgelegt, wer aus dem inneren Kreis sie begleiten würde. Vivienne wäre selbstverständlich nützlich, auch wenn allein der Gedanke an sie Saskia die Galle hochtrieb. Blackwall wollte sie mitnehmen, weil er sich einigermaßen zu benehmen wusste und vermutlich Varric, auf den sie sicher zählen konnte und der sie ebenfalls nicht blamieren würde.

Nun, sie hatte ihre Meinung geändert.  Zweifellos würde Josie sie im Nachhinein dafür zur  Sau machen, aber bitte, schließlich hatte Saskia sich nicht darum gerissen diesen Ball zu besuchen.

"Und natürlich werde ich drei weitere Begleiter aus meinem inneren Kreis mit mir nehmen."

Josephine schien eine Eingebung zu haben und begann hinter dem Rücken des Schneiders, heftige Zeichen zu geben. Saskia schenkte ihr ihr ehrlichstes Lächeln.

"Und um wen handelt es sich dabei?", fragte der Schneider, der von Josephines unbotschafterlichem Verhalten selbst dann nichts mitbekam, als sie so heftig den Kopf schüttelte, dass ihre Frisur das Zeitliche segnete.

Saskia lächelte weiterhin. Der Schneider war bereits vor drei Tagen auf der Himmelsfeste angekommen und Gelegenheit gehabt, die Mitglieder des inneren Kreises zumindest schon einmal von Weitem zu sehen. Als wichtiger Gast hatte er eine Führung von Josephine höchstpersönlich bekommen und so wie Saskia ihn einschätzte, hatte er bei jedem, der ihm über den Weg gelaufen war, mit den Augen Maß genommen.

"Ich würde gern Cole mitnehmen", begann Saskia genüsslich, auch wenn der Antivaner den Geist nicht kennen konnte. Und falls doch, hätte er ihn sicherlich gleich wieder vergessen. "Ihr werdet Euch freuen, er ist überaus schlank. Allerdings ist er ein Geist, ihr solltet Euch also vielleicht darauf einstellen bei ihm etwas schneller zu messen als bei mir, denn sonst könnte er Euch unter Eurem schönen Maßband einfach verpuffen." Der Schneider starrte sie mit offenem Mund an, offenbar wenig be-geist-ert von dem Gedanken, Kleidung für einen Geist zu schneidern. Saskia grinste bei dem Gedanken an die Freude, die Varric bei diesem Scherz sicher empfunden hätte.

"Außerdem noch Sera. Ihr kennt sie sicher: sie hat einen Raum in der Taverne bezogen und ich denke, Ihr habt sie sogar schon persönlich kennen gelernt." Der Antivaner wurde erneut weiß wie die Wand. Saskia wusste sehr genau, dass Sera sich persönlich vorgestellt hatte, was den Antivaner einige Bahnen Stoff und ein sehr teures Hemd gekostet hatte. Seras Senf war sehr schwer zu entfernen, vor allem aus Seide.

Die Botschafterin hatte sich inzwischen wieder gefangen und ihren tödlichsten Blick aufgesetzt, der jeden in die Flucht geschlagen hätte. Nicht so Saskia Trevelyan. Sie hatte gegen einen Drachen gekämpft, ein Dorf unter einer Lawine begraben und war in der Zukunft gegen Alexius angetreten. Die Botschafterin jagte ihr momentan keine Angst ein.

"Und -" Der Schneider schluckte schwer. "Und wer ist der dritte?"

Er weiß es bereits, dachte Saskia zufrieden. Und Josie weiß es auch. Wie herrlich.

"Der Eiserne Bulle, natürlich. Aber keine Sorge. Ich werde Euch begleiten, wenn Ihr bei meinen Freunden Maß nehmt." Denn das konnte sie sich ja wohl nicht entgehen lassen.
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