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I mên bada ui hae a hae

von Woelfin17
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Bilbo Beutlin Gandalf Legolas Thorin Eichenschild Thranduil
29.01.2021
03.03.2021
5
18.915
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03.03.2021 5.536
 
Alte Bekannte


Es war etwa ein Tag vergangen, als Legolas sein Ziel, ein kleines Dorf am Rande der Nebelberge, erreichte. Auf dem Weg hatte er ein paar Wildblumen gepflückt, sodass es noch Nacht war, als er ankam. Um die Dorfbewohner nicht zu erschrecken, blieb er erstmal auf Abstand.
Rhaw, seine Stute, ließ er frei herumlaufen. Er wusste, dass sie kommen würde, wenn er sie brauchte. So kletterte er in einen Baum und betrachtete das friedlich schlafende Dorf. Der Baum unter ihm war sehr aufgeregt und glücklich seinen König zu beherbergen und sang voller Freude sein Lied. Legolas musste schmunzeln. Der Baum gehörte nicht zu den jüngsten und doch benahm er sich wie einer. So beschloss er dem Baum eine Freude zu machen und stimmte in sein Lied ein. Dies erfreute den Baum durchaus und so sangen Baum und Waldelb still, nur für jene hörbar, die die Musik Ardas hören konnten 'Danke, dass ich auf dir ruhen und mit dir singen konnte., Sprach Legolas am frühen Morgen zum Bauen.
Der Baum versprühte einfach seine Glückseligkeit und seinen Dank. Er hatte noch nie mit einem Elb gesprochen, sodass es mehr als eine Nacht benötigte, damit er seine Stimme fand.
Legolas wusste dies und beließ es dabei.
Bäumen sprechen zu lehren gehörte nicht zu seinen Aufgaben, zu gern er es auch getan hätte, wie die ersten Elben es bei den ersten Bäumen getan hatten.
Etwas traurig darüber verließ er den Baum, richtete seine Kapuze auf dem Kopf und betrat das Dorf.
Noch war keiner wach. Die Sonne war auch noch nicht aufgegangen. Trotzdem betrat er das Dorf und durchquerte es leise, bis er zur etwas abseitsstehenden Hütte am anderen Dorfende kam. Neben dieser Hütte war ein Grabstein. Kein besonderer, jedoch sah er so aus, als würde man ihn gut pflegen.
Legolas lächelte leicht und kniete sich ans Grab.
Er nahm die gesammelten Blumen und legte sie aufs Grab.
"Ich freue mich über jeden Besucher, besonders, wenn sie meinem verstorbenen Freund Blumen und Respekt mitbringen. Trotzdem würde ich den Besucher erst kennenlernen, bevor er um mein Haus herumschleicht.", erklang die Stimme einer alten Frau hinter Legolas. Dieser lächelte und drehte sich um. Vor ihm stand eine alte Frau. Müsste Legolas ihr Alter schätzen, würde er Sie auf achtzig schätzen und dies erschütterte den Elben, denn er kannte diese Frau. Er wusste, dass sie kein normaler Mensch war und schon gar nicht in ihren Achtzigern war. Und trotzdem zitterte ihre Hand, mit welcher sie ihr Schwert hielt.
"Es wäre nett, wenn Sie auch noch ihre Kapuze abnehmen. Ich sehe gerne das Gesicht meines Gegenüber.", holte ihn die Dame aus den Gedanken.
Langsam, um sie nicht zu erschrecken, griff er nach seiner
Kapuze und zog Sie vom Kopf. Diesmal ließ er sein Gegenüber sein richtiges Aussehen sehen. Seine blonden Haare und seine blauen Augen.
"Es ist langer her, Flinc.", grüßte Legolas seine alte
Freundin vorsichtig. Beren ließ ihr Schwert los und taumelte nach hinten. Legolas sprang auf und ergriff sie, um zu verhindern, dass sie stolperte und fiel.
"Le... Leggy...", stotterte sie und ergriff die Arme des Elben.
"Mir wurde gesagt, dass du von Orks getötet worden seist. Ich... Ich habe mir solche Vorwürfe gemacht. Ich hatte keine Chance mich zu entschuldigen. Ich habe dich angeschrien. Und beschuldigt, ohne auf irgendeine Vernunft zu hören. Ich habe dich verletzt...", sprach sie aufgelöst weiter, doch Legolas gebot ihr Einhalt, indem er sagte: "Es gibt nichts zu entschuldigen. Ich trage die Schuld. Ich habe Anor getötet." Legolas sah zu Boden. So nötig und unausweichlich dieser
Tod auch gewesen ist, so sehr lastete er dennoch auf Legolas Schulter.
Beren sah dies und zog den Elb in eine Umarmung.
Sie wusste, dass er älter war als sie. Viel älter. Und trotzdem hatte sie das Gefühl jemand jüngeren vor sich zu haben und das beruhigte Sie. Immerhin war es die Aufgabe der Alten, die Jungen zu beruhigen.
"Du hast dich kaum verändert. Nur diese Narbe.", sprach sie und löste sich wieder von Legolas, um seine Narbe zu begutachten. "Und deine Augen.", fügte sie hinzu, während sie über seine Wange strich, "Wo ist die Liebe und Klarheit, mit der du immer die Welt betrachtet hast?"
Legolas sah zu Boden. "Ich bin gestorben.", antwortete er und fügte dann hinzu: "Ich sollte nicht hier sein."
Als er sich zum Gehen wenden wollte hielt Beren ihn fest. "Ich weiß nicht was du erlebt hast, was du durchgemacht hast und welche Geheimnisse du mit dir trägst und wahrscheinlich geht es mich auch nichts an. Ich bin nur eine alte Dame, die gerne die Gesellschaft eines jungen Mannes hätte. ", sprach sie großmütterlich.
Legolas konnte nicht anders als kurz aufzulachen, als er von Beren jung genannt wurde.", Komm mit rein, mein Junge, ich habe sogar noch Kekse.", sprach Beren weiter, während sie Legolas mit in die Hütte führte.
"Kekse? Du kannst backen?", fragte Legolas erstaunt und belustigt, als er die
Hütte betrat. Beeren lachte und nickte. "Eine Großmutter muss doch backen können. "antwortete sie und deutete Legolas auf die Eckbank am Esszimmertisch Platz zu nehmen. Legolas sah sie jedoch erstaunt an. "Großmutter?", fragte er.
Wieder lachte Beren und holte die Keksdose.
"Ich bin die Dorfältesten, deswegen werde ich von allen Großmutter genannt. Die Kinder kommen gerne zu mir, um Geschichten zu hören. Besonders mögen sie die von dem Elbenprinz, der eine kleine
Familie vor dem Drachen gerettet hatte und ein kleines Waisenmädchen aufgenommen hat.", erklärte sie, stellte die Dose auf den Tisch und holte zwei Gläser Milch. Legolas sah verlegen zu Boden. "Du erzählst ihnen von mir?", fragte er. Und Beren nickte. "Immerhin, haben wir fantastische
Abenteuer erlebt.", antwortete sie, setzte sich und wartete darauf, dass Legolas es ihr gleichtat.
Legolas setzte sich endlich hin und nahm sich sogar einen Keks. " Sie schmecken am besten, wenn man sie vorher in die Milch tunkt.", sprach Beren und machte es ihm vor. Legolas sah sehr interessiert zu. Nie hatte man ihm erklärt, wie man einen Keks essen sollte. Er hatte ihn aber auch noch nie mit Milch gegessen. So betrachtete er den Keks neugierig, tunkte ihn vorsichtig in die Milch, um dann einen kleinen Bissen zu nehmen. Beren musste leicht lachen, als sie so ihren Freund bei dem vorsichtigen Versuch etwas Neues zu probieren, sah. Er sah dabei so viel jünger aus, als er eigentlich war.
Legolas beschloss dies zu ignorieren und sah wieder unnahbar drein. "Es schmeckt sehr gut.", sprach er höflich. Beren seufzte und spürte, wie sich ihr Freund von ihr entfernte.
"Ich habe gehört, dass du geheiratet hast.", wechselte Beren das Thema. Ein Lächeln schlich sich auf Legolas Lippen, als er an Malriniel dachte. Beren freute sich darüber, doch die Freude verging, als sein Lächeln traurig wurde, sie beschloss jedoch nicht aufzugeben. "Wer ist denn die Glückliche?", fragte sie, "Kenne ich sie?"
Legolas sah auf und überlegte. "Nein, ich denke nicht. Sie heißt Malriniel. Die Tochter eines Mannes des niederen Adel, der durch das Vergiften von meinem Vater, durch die
Rebellen zu seinem Sekretär und Kammerdiener wurde. Kurz darauf hat ihm mein Vater versprochen, dass ich seine Tochter heiraten sollte.", antwortete Legolas. Beren nickte leicht. "Elladan und Elrohir hatten mir von dem Geschehen im Düsterwald erzählt. Aber es waren keine richtigen Rebellen, meinten sie.", erwiderte Beren. Legolas nickte und erklärte: "Sie wurden von…" Er stockte. Er wollte Sauron sagen, doch besah sich eines Besseren: "Von der Dunkelheit, die den Wald heimsucht, beeinflusst. So auch der Vater meiner Gemahlin. Doch zum Glück konnten wir sie befreien." "Elladan meinte, dass du es allein geschafft hast. Du hast dein Zepter in den Boden gestampft und die Wurzeln sprießen lassen, die die sogenannten Rebellen gefangen haben. Selbst die tief im
Wald und im Palast. Du hast sie von der Dunkelheit befreit. Du alleine.", widersprach Beren.
Legolas, dem das sehr unangenehm war, wechselte schnell das Thema: "Wie erging es dir in all den Jahren?"
Er musterte Sie und konnte die Sorge und die Selbstvorwürfe nicht ganz aus den Augen verdrängen.
Beren sah dies und sah zu Boden. "Ich liege richtig damit, dass du dich fragst, warum ich älter aussehen, als ich bin?", fragte Sie leise, worauf Legolas schuldbewusst nickte. Er wollte sie eigentlich nicht zu der Antwort auf diese Frage drängen. Er konnte sich denken, dass es kein angenehmes Thema war. "Ich bin erst mit den Waldläufern Orks jagen gegangen, um das Erlebte zu vergessen. Doch konnte ich nicht ewig fliehen. Einige Jahre später wurde ich schwer krank und meine Freunde brachten mich nach Bruchtal. Lord Elrond heilte mich und während meines Aufenthaltes erzählten mir unsere Freunde, dass das Dorf von damals wieder aufgebaut wurde und Anor dort ein Grab bekommen hatte.
Eigentlich wollte ich das Grab nur besuchen, doch da wurde das Dorf von Orks angegriffen und ich beschloss zu bleiben und das Dorf und das Grab zu beschützen. Auch kam die Krankheit immer wieder und ich musste oft nach Bruchtal.", erzählte Beren, bis sie von einem
Hustenanfall unterbrochen wurde. Sie hielt sich die Hand vor den Mund und krümmte sich regelrecht beim Husten.
Legolas sprang auf und eilte an ihre Seite, doch er wusste nicht, was er tun sollte.
Als der Husten abebbte, nahm Beren wieder die Hand vom Mund und richtete sich wieder auf. "Beren…", flüsterte Legolas geschockt. Sein Blick lag auf ihrer zitternden Hand an der Blut klebte.
"Das ist die Krankheit... Sie geht nicht weg und es wird immer schlimmer.", antwortete Beren schwach und stand zitternd auf. Sofort stützte Legolas sie und half ihr sich die Hände zu waschen. "Und Lord Elrond?", fragte Legolas besorgt. Menschliche Krankheiten waren ihm nicht fremd, doch so nah hatte er eine so heftige Krankheit nie miterlebt.
"Er hat alles versucht, doch es gibt keine Heilung dafür. Ich habe sogar schon länger gelebt, als Lord Elrond vermutet hat.", erklärte Sie und lehnte sich erschöpft an den Elb an ihrer Seite. "Du bist ganz warm.", stellte Legolas fest. Beren nickte leicht. "Das Fieber.", meinte sie nur. "Ich bringe dich ins Bett, ruh dich aus.", Sprach Legolas sanft und hob sie hoch. Beren nickte leicht und war schon ein geschlafen, bevor Legolas fragen kannte, wo eigentlich ihr Schlafzimmer war.
Zum Glück war die Hütte nicht groß, so fand er es schnell.
Er legte Sie vorsichtig ins Bett und deckte sie dann zu. Legolas betrachtete sie und musste feststellen, dass sie aussah, als sei sie tot. Nur das regelmäßige Heben und Senken ihres Brustkorbs zeugte vom Gegenteil. Obwohl er schon oft Leute sterben gesehen hat, sowie Leichen, machte ihm dieser Anblick Angst.
Er trat leise vom Bett zurück und sank an der Wand nieder. Dabei ließ er seine Freundin nicht aus den Augen.
Als Beren wieder ihre Augen öffnete, wurde sie von ihrer Schlafzimmerdecke begrüßt. Ihr Blickt wanderte zum Fenster, durch das die Nachmittagssonne hineinschien. "Also wieder ein Schwächeanfall.", murmelte sie vor sich hin und seufzte. Sie schloss müde ihre Augen, als ihr eine Frage durch den Kopf ging.
Wie komme ich in mein Bett?
Sofort öffnete sie ihre Augen und sah sich um. Und da saß er, ihr Bruder im Herzen. Ihr langlebiger Freund aus Kindertagen. Legolas, welcher immer für sie da war, wenn sie ihn gebraucht hatte. Den sie in blinder Wut von sich gewiesen hatte. Beren war niemand der viel bereute. Sie lebte mit den Folgen ihrer Taten, doch diese eine Sache bereute sie von ganzem Herzen. Und nun war er wieder an ihrer Seite. Wieder war er für sie da, als sie ihn gebraucht hatte und sie wusste, er würde an ihrer Seite bleiben, wenn sie ihn bitten würde. Alles in ihr schrie nach seinem Beistand, denn sie spürte, dass ihre Tage gezählt waren. Immer öfter kam sie nicht aus dem Bett. Immer öfter und immer stärker wurde sie von Hustenanfällen heimgesucht. Immer schwerer fiel ihr das Atmen und immer öfter kippte ihr geschwächter Körper vom Fieber, das ohne Vorwarnung kam, um.
"Leggy, mein alter, junger Freund.", hauchte sie mit rauer Stimme. Sofort war der Elb an ihrer Seite und sah sie besorgt an. "Ich weiß, es steht mir nicht zum dich um das folgende zu bitten, doch gewähre einer alten Dame ihren letzten Wunsch.", fing sie leise an. Der Ausdruck "letzter Wunsch", ließ Legolas gebrochenes Herz in Angst erzittern. Trotzdem antwortete er: "Alles Flinc, du musst es nur sagen, meine kleine Schwester."
Ein erschöpftes, aber glückliches Lächeln schlich sich auf Berens Lippen. Es tat gut zu wissen, dass sie für ihn noch immer eine Schwester im Herzen war. "Ich werde sterben. Mein Leben war lang genug, voller Freude, Abenteuer und Spaß. Ich habe alles gesehen, was ich sehen wollte und die besten Leute getroffen und als Freunde gewonnen. Ich kann mich nicht beschweren. Selbst über die Krankheit, die mein Ende sein wird. Und doch...", sprach sie und atmete tief durch, "Und doch habe ich Angst vor dem Tod. Ich habe Angst alleine zu sterben, obwohl ich in diesem Dorf von so vielen lieben Menschen umgeben bin. Ich verlange viel, mehr als mir zusteht und doch... Du gabst mir meinen Namen. Du hast mich gerettet, mehrmals. Du hast mich aufgenommen und zu den meinen gebracht. Du bist mein Bruder, wenn auch nicht im Blute. Du hast mich auf so vielen Wegen begleitet. Begleitest du mich auch auf meinem letzten?"
Legolas schluckte und hatte Mühe seine Tränen zu verdrängen. Trotzdem schaffte er es und nickte. "Ich werde bei dir bleiben, bis zum letzten Atemzug. Ich denke deswegen bin ich hier. Deswegen hat mich mein Weg zu dir geführt. Deswegen kam ich am Morgen ans Grab und nicht in der Nacht. Ich werde dich begleiten, bis ans Ende. Du wirst nicht einsam sterben und du wirst nicht mit dem Gedanken sterben müssen, mich verloren zu haben. Ich liebe dich, kleine Schwester.", antwortete der Elb.
Tränen stiegen in Berens Augen und sie fing an zu weinen. Dies war ihre größte Angst und wahrscheinlich auch das, was sie so lange am Leben erhalten hatte. Die Angst ihren großen Bruder verloren zu haben. Doch jetzt wusste sie, dass ihr vergeben war und so war ihre Seele auch bereit zu sterben.
Legolas nahm sie in den Arm und strich ihr sanft über den Rücken. "Ich hatte solche Angst. Ich habe dich so vermisst.", schluchzte Beren in Legolas Schulter. "Alles ist gut, ich bin hier.", flüsterte Legolas sanft und fing an in Sindarin zu singen.
Dies beruhigte Beren und sie konnte sich wieder von Legolas lösen und sich mit den Ärmeln die Tränen aus dem Gesicht wischen.
Dann wurde es still.
"Wirst du jetzt...", durchbrach Legolas unsicher die Stille. Berens Augen wurden groß, dann lachte sie. "Nein, so schnell wirst du mich nicht los. Eins, Zwei Tage habe ich noch. Ich will noch ein wenig Zeit mit meinem großen Bruder verbringen.", antwortete sie und strich beruhigend über Legolas Wange.

~*~

Auf Berens Bitte hin, machte er ihr einen süßen Tee, der ihr genug Kraft geben sollte, um das Bett zu verlassen. Dann stützte er sie auf den Weg zurück in die Küche. Ihr fehlte die Kraft, um Abendessen zu machen, also musste sie Legolas anleiten. Er konnte zwar einen Hasen braten und auch einen Eintopf am Lagerfeuer kochen, doch das waren dann auch schon seine Kochfähigkeiten. Beren verlangte es nach einer Suppe. So leitete sie den Elben an, wie er die Suppe vorbereiten sollte. Er stellte sich durchaus geschickt an, doch stellte Fragen, die sie nicht erwartet hatte. Dabei musste Beren oft lachen, weil es sie an ein Kind erinnerte, das noch nie in einer Küche stand. So ähnlich war es natürlich auch. Als Prinz hatte er nichts in der Küche zu suchen gehabt, außer den Koch zu fragen, ob er etwas zu essen zubereiten könnte.
Die Vorbereitungen dauerten durchaus lange, mit einigen Wartezeiten, in denen sie am Esstisch saßen und Tee tranken. Immer wieder musste Beren husten und bekam kaum noch Luft. Zuerst war Legolas sichtlich überfordert mit der Situation, doch sie erklärte ihm, was es zu tun gab, wenn sie ihre Probleme mit dem Atmen hatte oder nicht aufhören konnte zu husten. Es beruhigte Legolas und er war Beren eine große Hilfe. Er konnte sie damit nicht heilen, doch er konnte es ihr leichter und angenehmer machen. Während die Beiden so der Suppe beim Köcheln zusahen, klopfte es auf einmal an der Tür. "Das ist bestimmt Dera und ihr Sohn. Die beiden schauen oft nach mir. Ich öffne ihnen Mal die
Tür.", mutmaßte Beren und stand auf. Sofort war Legolas an ihrer Seite, doch sie winkte ab. "Hab du einen Blick auf die Suppe und hol ein paar Kekse. Die paar Schritte zur Tür schaffe ich schon noch.", sagte sie. Legolas zögerte, dann nickte er und sah Beren hinterher, wie sie das Esszimmer verließ.
Danach holte er die Keksdose und behielt die Suppe im Auge. Trotzdem könnt er nicht anders, als seine Ohren anzustrengen und zu lauschen, wie sich Berens Schritte auf die Haustür zubewegten. Er hatte zu große Angst, dass sie auf diesen kurzen Weg doch seine Hilfe benötigte. Sofort schüttelte Legolas den Kopf. Beren war eine erwachsene Frau. Er hatte kein recht ihr hinterher zu spionieren. Außerdem würde er hören, wenn was passieren würde.
Legolas seufzte und Konzentrierte sich voll und ganz auf die Suppe, die vor sich hin köchelte.

Instinktiv zog Legolas seine Kapuze über den Kopf, als Beren wieder in die Küche kam. Sie wurde gestützt von einer Frau. „Das ist mein Kindheitsfreund, von dem ich eben erzählt habe.“, sprach Beren. „Wie ihr seht ist er ein wenig schüchtern.“, merkte sie an, als sie die hochgezogene Kapuze sah. Sie lächelte, löste sich von der Dame und ging zu Legolas. „Das ist nicht nötig, Mellon nîn.“, sprach sie und zog ihm die Kapuze wieder vom Kopf. Sie blinzelte nur kurz, als nicht die blonden Haare zum Vorschein kamen, sondern fast schwarze und die grau-blauen Augen. Auch die Narbe war nicht mehr zu sehen.
Die Frau, welche Beren rein geführt hatte, war erst unsicher über den Anblick des Fremden gewesen, doch schien zu entspannen, als er ihn als Elb erkannte. „Er ist ja wirklich ein Elb, Mama.“, kam es von einem Jungen, der hinter der Frau zum Vorschein kam. Die Frau lächelte und schob den Jungen vor sich. „Mein Name ist Dera und dies ist mein Junge Ahanir. Es freut mich euch kennenlernen zu dürfen Meister… Elb.“, grüßte sie, doch zögerte kurz. Scheinbar hatte Beren ihnen nicht seinen Namen verraten und darüber war er froh. So stand er auf und verneigte sich leicht. „Nennt mich Erion, Lady Dera.“, grüßte Legolas in prinzlicher Manier. Beren musste ihr Grinsen verkneifen, doch die Frau Namens Dera wurde rot. „N-nicht doch. Ich bin keine Lady. Ich bin Dera. Nur Dera.“, stotterte sie. Legolas schenkte ihr ein charmantes Lächeln. „Und ich bin kein Meister. Ich bin Erion. Nur Erion.“, erwiderte er. Dera sah aus, als würde sie gleich einen Herzinfarkt bekommen. Scheinbar war sie noch nie einem Elben begegnet, doch hatte wohl einige Geschichten gehört und Legolas Verhalten hatte diese scheinbar bestätigt. Beren musste lachen und boxte Legolas gegen die Schulter. „Hör auf mit den Späßen, Charmeur. Wir wollen doch nicht, dass Dera ihrem geliebten Ehemann untreu wird.“, meinte sie. Legolas lächelte schelmisch zu Beren und dann verlegen zu Dera. „Bitte verzeiht. Ich konnte es mir nicht verkneifen.“, bat er und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Diese kleine Geste reichte aus, um ihn normaler auf Dera wirken zu lassen, wodurch sie wieder entspannte. „Nein, verzeiht mir. Die Fantasie ging mit mir durch. Obwohl wir so nahe an Bruchtal wohnen, habe ich noch nie einen Elben getroffen und da kamen mir bei eurem Anblick so viele Geschichten, die mir als Kind erzählt worden sind, durch den Kopf.“, erwiderte sie. „Gut, wenn das geklärt ist, könnt ihr euch ja duzen.“, meinte Beren, welche sich schon auf einen Stuhl gesetzt hatte und dem Jungen einen Keks gab. „Ich kann doch nicht…“, widersprach Dera, doch Legolas unterbrach sie, indem er sagte: „Sehr gerne. Es würde mich freuen, wenn du mich als Gleichgesinnten behandeln würdest. Berens Freunde, sollen meine Freunde sein. Außerdem bin ich dir sehr dankbar, dass du nach meiner Freundin schaust.“ „Sie hat so viel für uns getan, das ist das mindeste, was ich für sie tun kann.“, erwiderte Dera und ging zur Suppe. „Wie ich sehe, wird hier jedoch schon gekocht. Dann bin ich scheinbar doch umsonst hier.“, meinte sie und begutachtete die Suppe. „Nicht doch. Ihr beiden könnt bleiben und mit uns essen. Es ist mehr als genug Suppe geworden und dein Mann ist doch noch unterwegs, oder?“, fragte Beren. Dera nickte. „Stimmt, er ist noch auf dem Weg von Bree zurück. Ich nehme dein Angebot gerne an, aber nur, wenn ich mich um das Tischdecken kümmere und diese Suppe nachwürzen darf.“, erwiderte sie und man erkannte die Hausfrau in ihr. „Sehr gerne, doch bei der Suppe, musst du den Elben fragen.“, meinte Beren und grinste Legolas an, der verlegen lächelte. „Bitte sei nicht zu hart mit meiner Suppe, ist meine erste geworden. Aber ich würde mich freuen, wenn du mir sagst, wie man sie verbessern kann.“, sagte er. „Du hast noch nie eine Suppe gekocht?“, fragte Dera überrascht. Legolas nickte. „Ich bin viel unterwegs. Ich kann recht passable Hasenbraten und Eintöpfe über dem Lagerfeuer, doch eine Suppe war neu für mich.“, erklärte er. „Na dann komm her, Junge und lass mich dir was beibringen.“, meinte Dera und fing an zu machen und zu erklären. Legolas lauschte und sah wissbegierig zu. Er störte sich nicht daran Junge genannt geworden zu sein. Besonders wenn es darum ging, dass derjenige ihm etwas beibringen würde.
„Ist er nicht eigentlich älter als Mama?“, flüsterte Ahanir in Berens Ohr. Diese grinste und nickte.

Als die Suppte fertig war, deutete Dera, die sich endlich an die Präsenz des Elben gewöhnt hatte, allen sich hinzusetzen und fing an den Tisch zu decken.
Der Junge setzte sich sofort zu Legolas und sah ihn sehr neugierig an. „Was heißt eigentlich Melon nen?“ fragte er. „Mellon nîn,“, sprach Legolas und achtete auf deutliche Betonung, „bedeutet mein Freund. Es ist Sindarin. Die Sprache der Elben.“, erklärte er. „Ich bin Berens Mellon.“, sagte er und sprach es sogar richtig aus. „Heißt das, ich bin auch deiner? Du meintest nämlich, dass Berens Mellon… Mellone…“, fing er an, doch stockte, da er die Mehrzahl nicht wusste. Beren unterdrückte halb ihr kichern, wie auch Dera, doch es schien den Jungen nicht zu stören. Er hatte nur Augen für den Elben, welcher schaffte ihn ernst anzusehen. „Freunde heißt Mellyn. Und ja, es ist mir eine Ehre, dich Mellon nîn, nennen zu dürfen.“, antwortete Legolas. Ahanirs Augen wurden groß voller Begeisterung und Freude.
„Jetzt essen wir erstmal.“, kam es von Dera, als sie sich auch gesetzt hatte und so wurde es auch getan.
„Darf ich deine Ohren berühren?“, fragte Ahanir, nachdem sie das Essen beendet hatten und Dera den Tisch abräumte. Legolas hatte ihr eigentlich helfen wollen, doch sie hatte abgelehnt. Nun wirbelte sie herum. „Sowas fragt man nicht Ahanir.“, tadelte sie, doch Legolas winkte ab. „Schon in Ordnung. Vielleicht wird er nie wieder einen Elben treffen, da stille ich gerne seine Neugierde.“, erwiderte er und beugte sich zum Jungen herunter. Voller Staunen griff der Junge nach Legolas spitzen Ohren und begutachtete sie neugierig.
Als es spät wurde, verabschiedeten sich Dera und Ahanir wieder und Beren gab dem Jungen noch heimlich ein paar Kekse mit.
„Ich wusste gar nicht, dass Elben ihr Aussehen ändern können.“, meinte Beren, als Legolas sie in ihr Schlafzimmer begleitete. „Es ist kompliziert. Du weißt ja, dass Elben Magie nutzen können, jedoch nur die wenigsten es bewusst machen. Aus der Not heraus, habe ich meine Fähigkeiten dahingehend weiterentwickelt.“, erklärte er halbwegs. Beren nickte. „Ich will wahrscheinlich nicht wissen, vor wem du dich versteckst.“, meinte sie und setzte sich auf ihr Bett. Legolas nickte leicht und sah zu Boden. „Ich bin einfach froh, dass du dich nicht vor mir versteckst. Aber wer glaubt einer alten, kranken und sterbenden Frau schon, wenn sie erzählt, dass sie ihren toten Freund wieder getroffen hat.“, meinte sie und ließ sich von Legolas helfen in ihr Nachtgewand zu schlüpfen. Legolas seufzte und sah Beren traurig an. „Schon gut. Ich belasse es dabei.“, sagte sie sanft und legte sich hin. „Könntest du mir noch ein Tee machen. Falls ich in der Nacht einen Hustenanfall bekomme?“, fragte sie und Legolas nickte. „Danke. Du kannst es dir auch irgendwo in der Hütte bequem machen, zum Schlafen.“, sagte sie noch und schloss dann die Augen.
Legolas betrachtete seine Freundin noch ein wenig, dann machte er den Tee, stellte ihn an ihr Nachttisch und ging kurz raus, um von den Bäumen zu erfahren, wie es um Thorin und seine Kompanie stand. Er erfuhr, dass sie in Bruchtal angekommen waren und scheinbar eine Weile dortbleiben würden. Dies war ihm nur recht.
Er begab sich dann wieder in die Hütte und bezog Stellung in Berens Schlafzimmer, um über sie zu wachen. Diese Nacht jedoch geschah nichts weiter und so beschloss Legolas am Morgen schon mal den Tisch zu decken und das Frühstück vorzubereiten.
Nachdem dies getan war, wartete er, bis Beren wieder aufwachte.
Dies geschah am späten Morgen. Legolas half ihr beim Aufstehen und umziehen. Dann begleitete er sie zum Esszimmer.
Er kümmerte sich liebevoll um sie. Tat alles, um das Beren fragte, oft bevor sie es aussprechen konnte. Trotzdem war er sehr still. Stiller als schon vor seinem Tod. Er war nicht mehr gewohnt zu plaudern und der bevorstehende Tod seiner Schwester des Herzen bedrückte ihn noch weiter. Dies merkte auf Beren und so redete sie sehr viel. Erzählte, was sie so ohne ihn erlebt hatte und wie das Leben als Älteste in einem Dorf so war.

Zusammen machten Sie einen Spaziergang ins Dorf. Von allen wurden sie freudig begrüßt und hin und wieder wurden Legolas verschiedenste Dinge in die Hand gedrückt. Alles für die Großmutter des Dorfes, damit sie sich in ihren alten Tagen keine Gedanken um Lebensmittel und so machen brauchte.
Legolas sah, wie alle Beren liebten. Früher war sie die Beschützerin des Dorfes. Nun war sie die Heldin, die Älteste und die Großmutter des Dorfes. Und auch wenn sie Körperlich nicht mehr zur Tat gehen konnte, stand sie jedem mit Rat zur Seite oder passte auf die Kinder auf, wenn beide Elternteile arbeiten mussten.
Selbst die frechsten Kinder hatten vor ihr großen Respekt.
Was Legolas erstaunte, war, wie ihn alle herzlich begrüßten. Teilweise, als ob man sich schon lange kannte. Beren schmunzelte darüber. "Dera und Ahanir haben schon allen von dir erzählt und scheinbar nur gutes.", meinte Sie, nachdem ein Mann Legolas auf dem Rücken geklopft und gesagt hatte: "Gut, dass du da bist. Kümmere dich weiterhin gut um unser Großmütterchen." Legolas nickte nur noch etwas baff von der Freundlichkeit, die ihm entgegen gebracht wurde.

~*~
So verging die erste Woche ohne große Zwischenfälle. Doch Beren wurde immer schwächer und kam bald nicht mehr aus dem Bett. Dera und Ahanir kamen nun jeden Tag und verpflegten Beren und Legolas, da Legolas nicht mehr von Berens Seite weichen wollte. Auch ihnen wurde nun klar, dass es mit Beren zu Ende ging und so ließen sie den beiden ihre Zeit und ihren Freiraum.
An einem Morgen, wachte Beren zur Abwechslung vor dem Sonnenaufgang auf.
„Leggy…“, sprach sie mit rauer Stimme. Sofort war Legolas vom Fenster an ihrer Seite. Sanft nahm er ihre Hand und betrachtete sie besorgt. „Ich habe einen… einen letzten Wunsch.“, sagte sie außer Atem. Legolas schluckte schwer und nickte. Er traute seiner Stimme nicht zu, zu sprechen, ohne zu brechen. „Ich will nochmal an Anors Grab stehen und sehen wie Anor  (*Sonne) aufgeht.“, hauchte Beren. Erst wollte Legolas widersprechen, sie sei zu schwach dafür, doch er sah in seinen Augen und erkannte, dass es nun zu Ende war und sie bei ihrem Geliebten sterben wollte. Wieder nickte Legolas und unterdrückte seine Tränen.
Vorsichtig hob er sie hoch und trug sie nach draußen.
An Anors Grab kniete er sich nieder und setzte Beren vor sich, damit sie sich an ihn lehnen konnte.
Sanft strich Beren über Anors Grab. „Ich habe zwar gesagt, dass dies mein letzter Wunsch sei, doch jetzt kommen mir noch viele in den Kopf. Wirst du mir zuhören, Leggy?“, fragte Beren, ohne vom Grab zu sehen. „Das werde ich.“, antwortete Legolas mit rauer Stimme. „Ich will neben Anor begraben werden. Auch würde es mich freuen, wenn du dich weiterhin um unsere Gräber kümmern könntest. Die Blumen, die du mitgebracht hattest, waren sehr schön. Bring doch hin und wieder welche vorbei.“, sprach sie, ohne noch was von ihrer Atemnot zu merken. Vielleicht waren die Valar gnädig mit ihr und schenkten ihr einen sanften tot.
„Ich werde versuchen hier regelmäßig vorbeizukommen. Ich werde mich um euer Grab kümmern und euch Blumen schenken.“, erwiderte Legolas. „Danke, Leggy.“, sprach sie und kuschelte sich an ihn. „Weißt du noch, wie wir uns das erste Mal trafen, wie du uns gerettet hast?“, fragte sie leise. „Ja und ich erinnere mich, wie du mich mit deinem Mut gerettet hast.“, erwiderte Legolas sanft. Beren lächelte. „Darauf gabst du mir den Namen eines Helden.“, sagte sie. „Du bist eine Heldin. Für mich, für dieses Dorf. Du hast den Namen verdient. Du brachtest dem ersten Beren keine Schande.“, sprach Legolas. „Mhm…“, machte Beren. „Du hast mich dann mitgenommen. Nach Bruchtal. Es war sehr lustig dich mit den Zwillingen zu ärgern.“, sprach sie weiter. Legolas lachte leicht. „Ja, das war es, Flinc.“, antwortete er. „Dann hast du mich aufgenommen… Du…“, sprach sie, doch die Kraft verließ sie. „Schon gut. Ich erinnere mich, sehr gut.“, sagte Legolas sanft.
„Nimmst du mich in den Arm? Lass mich in deinem Arm sterben.“, bat Beren ein wenig verzweifelt. Sofort schloss Legolas sie in seine Arme. „Ich hab dich. Dir kann nichts geschehen. Entspann dich, dann wird es nicht weh tun. Anor wartet sicher auf dich.“, sprach er beruhigend. Beren nickte. „Ein letzter Wunsch.“, hauchte sie. Legolas nickte. „Weine nicht. Das habe ich nie gemocht. Sei stark für mich, großer Bruder.“, bat sie, kaum hörbar. Legolas nickte und unterdrückte seine Tränen. „Das werde ich. Ich werde immer stark für dich sein, kleine Schwester.“, sprach er sanft. „Sing… wie damals… als wir uns zum ersten Mal trafen.“, bat sie. Legolas sang. Es war dasselbe Lied, wie damals.
Sanft wiegte das Lied Beren in den Schlaf. Endlich konnte sie ihren Geliebten wiedersehen, der auf sie in Mandos Hallen gewartet hatte, damit sie zusammen diese Welt verlassen konnten.
~*~
Dera kam diesen Tag alleine zu Berens Hütte und war sehr froh darum, als sie den Elben an Anors Grab sah, Beren in seinen Armen. Sofort wusste sie, dass Beren gestorben war. Sie schluckte schwer und trat zum singenden Elben. Dieser verstummte, als sie kam. „Sie starb schmerzlos. Ganz friedlich.“, sprach er mit rauer Stimme.
Tränen liefen über Deras Wangen. „Danke, Erion. Danke, dass du diese Last auf dich genommen hast und sie begleitet hast.“, sprach sie. Legolas nickte. „Sie wollte bei Anor begraben werden.“, sprach er weiter. Dera nickte. „Wir werden das Grab vorsichtig öffnen und sie neben ihren Geliebten betten. Ich werde die anderen holen.“, sprach sie und lief zurück.
Fast das ganze Dorf kam und bereiteten das Grab vor, sowie Berens Körper. Legolas verließ sie, als er wusste, dass sie in guten Händen war. Er lief in den Wald, welcher sofort versuchte Legolas zu trösten.
Die Dorfbewohner begruben ihre Heldin und trauerten um sie, doch der Elb kam nicht wieder.
Als es dunkel wurden, gingen sie in ihre Häuser und dachten, der Elb würde nicht wieder kommen. Ahanir glaubte dies nicht und schlich nach draußen. Er war sich sicher, dass der Elb zum Grab kommen würde.
Als er dort ankam, fielen ihm fast die Augen aus dem Kopf.
Vor dem Grab kniete eine leuchtende Gestalt, mit Haaren, die gold-silbern glänzten. Um diese Gestalt herum fingen Blumen an zu wachsen und blühen. Blumen, die er noch nie gesehen hatte. Sie waren wunderschön und schienen im Sternenlicht zu leuchten. Trotz fehlender Sonne waren ihre Blüten weit geöffnet, als würden sie das Sternenlicht trinken.
„Erion…“, hauchte Ahanir. Die Gestalt sah auf und sah den jungen mit tief-blauen Augen an. Es war ein Elb und obwohl er nicht, wie Erion aussah, war sich Ahanir sicher, dass dies Erion war.
Wind kam auf und Ahanir blinzelte. Nachdem er die Augen wieder geöffnet hatte, war der Elb verschwunden. Nur die Blumen ließ er zurück. Sie leuchteten nicht mehr, doch sie blühten noch, mitten in der Nacht.
Und die Blumen blieben, schlossen nie ihre Blütenblätter. Sie trotzdem jedem Wetter, jeder Tageszeit und jeder Jahreszeit.
Selbst als Ahanir selbst schon alt war, blühten diese Blumen unverändert und schmückten das Grab der Helden dieses Dorfes. Ahanir war sich auch sicher alle paar Jahre und Monate einen Elben am Grab zu sehen.
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