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I mên bada ui hae a hae

von Woelfin17
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Bilbo Beutlin Gandalf Legolas Thorin Eichenschild Thranduil
29.01.2021
03.03.2021
5
18.915
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19.02.2021 3.997
 
Zwergenbraten


Am frühen Morgen schlüpfte Legolas wieder in die Hobbithöhle. Ein Fenster war geöffnet gewesen, was ihm ein Klopfen, Klingeln oder Schlossknacken ersparte. Er sah, dass die ersten Zwerge erwachten und beschloss sich schnell ein wenig Obst aus dem Obstkorb des Hobbits zu nehmen, bevor, die Zwerge alles wegaßen. Er stellte sich dann ans offene Fenster, durch dies er reingekommen war und beobachtete die Zwerge, die sich Frühstück zubereiteten und danach auf die Reise vorbereiteten.
Thorin Eichenschild kam zu Legolas, nachdem er fertig gegessen hatte. „Sie waren in Bree, damals, als ich auf Gandalf traf.“, sprach er und es war keine Frage. Legolas nickte nur und zog die Kapuze, die sein Gesicht verdeckte, wieder etwas nach hinten. „Ich weiß nicht, wie Sie Gandalf überzeugen konnten mitzukommen und was Ihre Gründe sind. Eins sei Ihnen gesagt. Ich vertraue Gandalf, doch Ihnen nicht.“, erklärte er mit einem drohendem Unterton. „Das müssen Sie auch nicht.“, erwiderte Legolas, „Ich werde tun, was ich tun kann, um Gandalfs Bitte zu erfüllen.“ „Gut, dann zum geschäftlichen.“, sprach Thorin, „Dadurch, dass ich nicht mit Ihnen geplant habe, habe ich auch keinen Vertrag für Sie. Ich akzeptiere ihre Anwesenheit und lasse Sie uns begleiten, doch wir übernehmen keine ihrer Kosten oder sonst was. Sollten Sie den Drachen erledigen können, werde ich Sie als Dank entlohnen. Falls Sie es nicht tun, dann werden Sie aus dieser Reise kein Reichtum erlangen, falls dies Ihr Plan sein sollte.“ Legolas nickte und schwieg. Ihn interessierte kein Reichtum, nur sein Versprechen und sein Auftrag.
Ohne weitere Worte ließ Thorin den Elben stehen und begab sich zu den anderen Zwergen.
Während der ganzen Zeit, war der Hobbit noch nicht erwacht.

~*~

Als der kleine Hobbit Bilbo Beutlin erwachte und das Esszimmer und die Küche betrat, erkannte er, dass seine Gäste gegangen waren und ein ordentliches Durcheinander hinterlassen hatten. Er konnte nicht verneinen, dass er erleichtert war, dass man ihn zurückgelassen hatte. Hätte er nur mal den Kamin abgestaubt, wie sonst immer, dann wüsste er, dass man ihn keinesfalls zurückgelassen hatte, sondern nur vorgegangen war und auf ihn wartete. So fing er an aufzuräumen und zu spülen.
Als er wieder ins Esszimmer trat, um zu Frühstücken, erschrak er, als er eine vermummte Gestalt beim Fenster sitzen sah. Bilbo benötigte einen Moment, um den Fremden, als Erion zu erkennen. „Sie gedenken nicht zu kommen?“, fragte er ruhig und reichte ihm die Nachricht von Thorin & Co. Sprachlos nahm der Hobbit die Nachricht und las. „Elf Uhr… Das sind noch zehn Minuten.“, murmelte der Hobbit. „Also?“, fragte Legolas, der noch immer auf eine Antwort wartete. Keine Forderung, kein Drängen lag in Legolas Augen. Nur eine tiefe Ruhe. „Ich muss mich beeilen!“, stieß der Hobbit aus und lief los. Alles was er sonst mitgenommen hätte, ließ der Hobbit zurück, nur um pünktlich bei den Zwergen anzukommen.
Legolas sah ihm amüsiert nach und sammelte die wichtigsten Dinge, die der Hobbit vergessen hatte, ein und folgte ihm dann gemütlich.

Außerhalb von Hobbingen pfiff er und ein etwas gedrungenes Pferd kam angetrottet. Dieses Pferd hatte er bei den Nebelbergen gefunden. Es war in einen Steinrutsch geraten. Warum es überhaupt so nahe an den Bergen gewesen war, wusste Legolas nicht. Trotzdem hatte er der Stute geholfen und blieb an ihrer Seite, bis ihr Bein, dass unter einigen Felsen gebrochen war, wieder geheilt war. Seitdem folgte sie ihm. Die Stute gehörte weder zu den größten noch zu den schönsten Pferden. Ihr Fell war struppig und hatte eine Farbe, dass wie ein dreckiges Grau aussah. Trotzdem war sie erstaunlich klug und ausdauernd. Legolas lächelte, als seine Freundin zu ihm kam. „Hallo Rhaw.“, grüßte er sie und kraulte ihre Nüstern.
Die Stute war alles andere als zahm, so war sie mit nach Bree gekommen, als Legolas nach Gandalf gesucht hatte. Doch blieb sie immer in der Nähe von Legolas und genoss die Wiesen des Auenlandes.
Als Legolas gepfiffen hatte, wurde ihr klar, dass ihr elbischer Freund ihre Hilfe benötigte und diese gab sie nur zu gerne. So kam sie und ließ Legolas aufsitzen.
Es brauchte nicht lange, um die Anderen einzuholen. Thorin sah nur kurz auf, während Gandalf in Gedanken schien und Bilbo ihn anlächelte.
Die ersten Tage liefen ereignislos und ohne Probleme. Oft konnten sie in Gasthäusern übernachten. Beziehungsweise Bilbo, Gandalf und die Zwerge schliefen in den Gasthäusern, Erion suchte sich immer einen Baum in der Nähe.
Viel sprachen die Zwerge nicht mit Erion. Selbst mit Gandalf oder dem Hobbit sprachen sie wenig.

„Ich frag mich ja, was die Zwerge da machen.“, murrte Bilbo vor sich hin, während er die Balin und Dwalin beobachtete, die sich ansahen und mit den Händen sehr schnell viele Zeichen machten.
„Das ist Iglishmek, die Zeichensprache der Zwerge.“, erklärte Legolas, welcher neben Bilbo ritt. Staunend sah Bilbo auf. Er wusste, dass Zwerge alles was Zwerge betraf eher geheim hielten und war erstaunt, dass Erion es wusste. „Jetzt sagt nicht, dass Sie diese Sprache auch noch verstehen.“, erwiderte er, obwohl es doch sehr unwahrscheinlich war, dass Erion sie verstand. Zu seinem noch größerem Erstaunen nickte Legolas. Balin, der dies mitbekommen hat, sah zu Legolas und machte ein Zeichen: ‚Wirklich?‘ Legolas nickte und machte das Zeichen für ‚Ja.‘ Dwalin, der dies mitangesehen hatte, runzelte die Stirn und sah wieder nach vorne. Balin runzelte zwar ebenfalls die Stirn, doch eher neugierig und nicht so grimmig.
Bilbo sah zwischen den drei hin und her. Er verstand nicht so recht, was zwischen ihnen gerade vorgegangen war. Immerhin verstand er auch die Zeichensprache nicht. „Schon gut, Meister Beutlin. Es gefällt ihnen nur nicht, dass ich ihre geheime Sprache beherrsche.“, erklärte ich ihm. „Oh…“, machte er und ließ das Thema dann bleiben. „Danke nochmal, dass Sie mir meine Sachen mitgebracht haben.“, sprach der Hobbit höflich doch fügte in Gedanken hinzu, auch wenn Sie dafür in meinen Sachen herumgewühlt haben. Legolas winkte ab. „Man sollte nicht unvorbereitet auf eine Reise gehen. Das nächste Mal denken Sie bestimmt auch daran. So einen Fehler macht man nur einmal. Dann muss ich nicht Ihr Haus nach Reisegepäck durchsuchen. Immerhin gehen mich eure Habseligkeiten nicht an.“, sprach der Elb. Da wurde Bilbo ein wenig rot. Ihm wurde bewusst, dass er die Schuld daran trug, dass ein Fremder in seinen Sachen herumgewühlt hatte. Hätte er nur an seine Sachen gedacht, dann wäre dies nicht passiert. Beschämt sah er zu Boden. „Danke.“, murmelte er, doch Legolas winkte wieder ab und sah in den Himmel. „Es wird bald regnen.“, murmelte er vor sich hin. Bilbo sah ebenfalls in den Himmel, doch konnte keine Regenwolke sehen. „Sicher? Für mich sieht es nach einem schönem Tag aus. Nur ein wenig windig.“, meinte er. „Sehen Sie diese Wolken. Die ganz dünn sind, wie ganz feine Wattefäden und sich so schnell bewegen?“, fragte Legolas und deutete auf so eine Wolke. Bilbo nickte. „Diese Wolken sind Vorboten für schlechtes Wetter. Auch fliegen weniger Bienen, als Gestern umher und die Gänseblümchen haben ihre Blüten geschlossen.“, zeigte Legolas weitere Zeichen auf. Bilbo sah sie sich alle an und nahm dieses neue Wissen begierig auf. Er fand es ungemein interessant, das Wetter an der Natur abzulesen. Natürlich kannte er auch ein paar Zeichen, doch diese tauchten erst kurz vor dem Wetterwechsel auf. „Wie lange wird es dauern?“, fragte der Hobbit. Legolas überlegte kurz. „Einen halben, vielleicht auch einen ganzen Tag, würde ich sagen.“, sprach er, während er sich nach weiteren Zeichen umsah. „Sie können es so früh vorhersehen?“, staunte Bilbo. „Wenn die Zeichen gegeben sind, ja.“, erwiderte Legolas, als wäre dies das normalste der Welt. „Können Sie mir weitere Zeichen nennen?“, fragte er und hoffte nicht zu forsch zu sein. Zu seinem Erstaunen, ließ sich ein leichtes Lächeln auf Erions Mund erkennen. Das erste Lächeln, dass der Hobbit je bei ihm gesehen hat. „Die Schwalben fliegen, wie Sie sehen können, tiefer, da auch die Insekten tiefer fliegen.“, fing Legolas an. „Ahornbäume, Erlen, Weiden und Rosskastanien haben feuchte Blätter, da sie Flüssigkeit absondern. Birken hingegen und Linden duften stärker als sonst. Wenn Sie in einem Nadelwald sind, kann man Regenwetter daran erkennen, dass die Schuppen, der Zapfen geschlossen sind. Bei trockenem Wetter sind sie geöffnet. Auch sehen Sie mehr Spinnennetze ohne Spinnen, da der Regen diese zerstören kann. Dabei will die Spinne nicht im Netz bleiben. Und sollten Sie mal ein einer Stadt sein, in der es mehrere Katzen gibt, erkennt man Regenwetter daran, dass sich viele Katzen sehr oft das Fell putzen. Dies ist aber nicht so zuverlässig, da Katzen sich ja generell oft das Fell putzen. Da geht es darum genau hinzuschauen.
“Bilbo nickte und versuchte sich alles zu merken. „Danke, Herr Erion.“, sprach er dann. „Nichts zu danken und Erion reicht. Ich bin nur ein einfacher Waldläufer und kein Herr.“, erwiderte Legolas und trieb sein Pferd dann an. „Ich werde mal Gandalf Bescheid geben.“, fügte er hinzu und ritt zu Gandalf.

Gandalf sah kurz auf, als Legolas neben ihn ritt. „Es wird regnen.“, sagte er, ohne weitere Erklärung. Gandalf brummte, dann antwortete er: „Dann würde ich vorschlagen, dass wir beide mal ein wenig vorreiten und nach einem geeigneten Unterschlupf schauen.“ Legolas musterte den Zauberer, dann nickte er. So ritten sie voraus, ohne, dass die Zwerge davon etwas mitbekamen.

Sie ritten schweigend nebeneinanderher. Gandalf sah nach vorne, während sich Legolas nach einem Unterschlupf umsah. Er sah auch einige, doch er spürte, dass der Zauberer nicht vorhatte schon zurückzureiten. Legolas war sich ziemlich sicher, dass Gandalf etwas zu bereden hatte, doch der Zauberer schwieg und Legolas hatte nicht vor das Gespräch anzufangen.
„Was konntest du in Dol Guldur herausfinden?“, fragte Gandalf dann, nach einigen Stunden reiten. Wir waren in einen Wald gekommen und langsam zogen auch Regenwolken auf. Legolas seufzte und antwortete dann: „Der Nekromant… Sauron wird mit jedem Tag stärker. Er hat viele Sklaven, meist Menschen und auch einige Zwerge, welche für ihn in den Bergwerken und Steinbrüchen des Amon Lanc arbeiten müssen. Mit den Ausbeuten dieser Zwangsarbeit verstärkt er die Festung Dol Guldur und rüstet seine größer werdende Armee aus Orks und Warge aus. Er schickt sie auch regelmäßig in den Düsterwald, um die Elben zurück zu treiben. Die Spinnen dienen nicht unter ihm, doch sie gehen auch nicht gegen ihn vor. Oft kam der Hexenkönig, der Fürst der Nazgûhl vorbei. Soweit ich weiß arbeitet er daran, die anderen Nazgûhls wieder zu erwecken.“ Gandalf runzelte die Stirn. „Weißt du, wie weit der Hexenkönig damit ist?“, fragte er. „Ich weiß es nicht, doch allzu weit kann er nicht sein, da er nebenbei Ausschau nach Isildurs Erbe macht und generell ein Auge auf das Vorgehen in Mittelerde hat. Sauron verlässt sich da nicht vollkommen auf seine Orks.“, antwortete Legolas. Gandalf nickte leicht und versank in Gedanken. Legolas hielt dabei weiter Ausschau.
Langsam fing es an zu regnen und es wurde dunkel. Die Beiden Reiter ritten langsam nebeneinanderher, bis Legolas auf einmal zurücksah. Gandalf sah auf und den Elben fragend an. „Die Zwerge… Sie sind auf drei Trolle gestoßen.“, antwortete Legolas und wendete sein Pferd. „Dann sollten wir uns beeilen.“, antwortete Gandalf und fragte sich leise, woher der Elb dies wusste, doch dachte sich, dass er ein Elb sei und offensichtlich mit Bäumen sprach, da war dies dann doch nicht so außergewöhnlich. Legolas nickte und trieb seine Stute an. Gandalf folgte ihm.

Kurz bevor sie bei den Trollen ankamen, sprang Legolas von seinem Pferd und verschwand in den Bäumen. Auch Gandalf stieg ab und schlich sich an. Beide wollten sich erstmal die Situation anschauen.
Die Zwerge waren in Säcken verschnürt. Bilbo war in einem Baum und sprach mit den Trollen. Er hatte es scheinbar geschafft, die Trolle zu überzeugen, dass er am besten Wisse, welchen Zwerg man wie zubereiten sollte. Der Zwerg wollte ganz offensichtlich Zeit schinden. Legolas nickte ihm anerkennend zu, auch wenn ihn niemand sehen konnte. Leise nahm er seinen Bogen und zwei Pfeile. Er bereitete den ersten Pfeil vor und wartete.
Als sich ein Troll dann aufgebracht, weil ihm die Geduld ausgegangen war, zu den Zwergen wandte, schoss Legolas den ersten Pfeil. Bevor dieser sein Ziel traf, flog schon der nächste. Beide trafen hintereinander je ein Auge des Troll. Dieser Schrie auf und schlug blind in die Luft. Bevor er blind auf die Zwerge treten konnte, sprang Legolas gegen ihn und stach sein Schwert dabei in die Kehle des Trolls. Er gurgelt und fiel nach hinten ins Feuer. Er war tot. Der Hobbit schaffte es sich schnell aus der Schockstarre zu erholen und sprang vom Baum, um die Zwerge zu befreien, solange die beiden anderen Trolle auf Erion zugingen. Legolas wich dem ersten Keulenhieb aus und schoss dem zweiten Troll ins Auge. Jetzt, wo er auf dem Boden war, war es schwerer einen Troll zu erledigen und auch der Überraschungseffekt fehlte.
Trotzdem schaffte er es auch den zweiten Troll mit weiteren gezielten Schüssen zu erledigen, während er beiden Auswich. Dabei wurde er jedoch weit zurückgedrängt und der überlebende Troll, wandte sich zu den nun befreiten Zwergen, die er als leichtere Ziele erachtete. Die Zwerge schnappten gerade ihre Waffen und sprangen auseinander, als der Troll angriff. Der Angriff trennte Thorin von den anderen. Auch hatte er nicht die Zeit gehabt seine Waffe wieder an sich zu nehmen. Der Troll sah dies und schlug mit seiner Keule nach Thorin. Dieser sprang zurück, konnte der Keule ausweichen, doch fiel auf den Rücken. Kurz darauf ließ der Troll seine Keule fallen, ein drei Pfeile steckten in seinem Handgelenk und hatten es geschafft die Sehne zu trennen. Der Troll brüllte wütend und holte mit seiner noch gesunden Hand aus, um den gerade aufstehenden Thorin zu schnappen. Thorin hatte keine Zeit auszuweichen und Legolas erkannte, dass kein Pfeil den Zwerg retten konnte, so rannte er los.
Kurz nachdem Thorin wieder auf den Beinen war, wurde er wieder umgeworfen. Er wollte denjenigen, der ihn zu Boden geworfen hatte, gerade anknurren, da sah er, wie der Waldläufer von der Trollhand umschlossen wurde und in die Luft gehoben wurde.
Legolas stöhnte, als der Troll ihn zusammenquetschte. Seine Arme waren an seinen Seiten, ohne Möglichkeit sich zu befreien. Ohne zu wissen, warum er genau jetzt daran dachte, fiel dem Elben auf, dass er schonmal in dieser Situation war, nur damals hatte er seine Zwillingsmesser, mit denen er sich befreien konnte. Diesmal hatte er nur ein Schwert, dass er nicht allein mit der Kraft seines Handgelenk führen konnte. Kurz nach diesem Gedanken, wurden alle Gedanken aus Legolas Kopf geschüttelt, als der Troll seinen Gefangenen kräftig zu schütteln. Ohne die Möglichkeit sich zu wehren, konnte Legolas nur daran arbeiten sich nicht zu übergeben.

„Der Tag soll dich treffen und zu Stein werden lassen!“, ertönte plötzlich Gandalfs Stimme, als er seinen Stab auf einen Felsen niedergehen ließ, der darauf in der Mitte zerbrach und die Strahlen der Morgensonne durchließen.
Dann war der Kampf mit dem Troll zu ende, denn er war zu Stein geworden. Die Zwerge atmeten auf, Fíli und Kíli jubelten. „Endlich ist es vorbei, danke Gandalf.“, sprach Thorin, welcher sich wieder aufrappelte. „Dankt nicht mir, sondern Erion. Er hat euch alle gerettet. Besonders dich, Thorin. Und doch lasst ihr ihn dort oben hängen, vollkommen vergessen.“, erwiderte Gandalf und deutete zu Legolas, der in der nun versteinernden Trollhand gefangen war.
Der Zwerge sahen hoch und der Hobbit schlug vor Schock die Hand vor den Mund. Auf den ersten Blick war Legolas leblos. Er hing schlaff in der Hand, mit hängenden Kopf. Seine Kapuze war von seinem Kopf gefallen und seine dunklen Haare hingen vor seinem Gesicht. „Ist er tot?“, fragte der Hobbit leise, da bewegte Legolas seinen Kopf und sah auf. „Ich lebe noch, Meister Hobbit, doch ich komme hier nicht alleine raus.“, antwortete er erschöpft und ließ den Kopf wieder hängen. Sein ganzer Oberkörper und die Arme schmerzten. Er war sich zwar sicher, dass nichts gebrochen waren, doch wahrscheinlich so gut wie alles gequetscht. Das würde ordentliche blaue Flecken geben. „Nun steht da nicht so rum.“, herrschte Gandalf, „Tut, was ihr Zwerge am besten könnt und schlagt den Stein, der euer Lebensretter gefangen hält, in zwei.“ Sofort kam Leben in die Zwerge. Sie fingen an, an dem Troll hinauf zu klettern und nutzten ihr endloses Wissen über Stein um die Schwachstellen, dieses Steines zu finden. Sie hatten zwar keine Spitzhacken dabei, doch durchaus kleineres Werkzeug, welches für einen Zwerg ausreichte. So trennten sie ohne Probleme die Hand des Trolles, von seinem Handgelenk. Waren jedoch nicht sehr sorgsam und so fiel Legolas in der steinernen Hand zu Boden. Er stöhnte leise, als er seitlich, noch immer in der Hand, aufkam. „Geht das nicht, ohne den Waldläufer zu verletzen?“, fragte Gandalf. „Er musste fallen.“, erwiderte Thorin, welcher nun zu Legolas trat, „Durch den Fall bekam der Stein Sprünge und so können wir den Waldläufer ohne Probleme daraus holen.“ Nach dieser Erklärung reichten wenige Hiebe aus, da zerbröselte der Stein und Legolas war frei.
Bilbo war sofort an Legolas Seite und half ihm in eine sitzende Position. Dabei fielen ihm die spitzen Ohre auf. „S-sie sind ein Elb.“, stieß er erstaunt hervor.
Sofort sahen alle Zwerge zu den Beiden. „Was hat das zu bedeuten Gandalf?“, fragte Thorin und er sah ganz und gar nicht erfreut aus. „Du hättest ihn nicht mitkommen lassen, hättest du gewusst, dass er ein Elb ist. Außerdem habe ich nie behauptet er sei keiner. Ich habe nur behauptet er sei ein Waldläufer, den Rest habt ihr euch gedacht.“, erwidertet der Zauberer und half Legolas auf die Beine. Dieser schwankte noch ein wenig, doch der Schwindel ließ langsam nach. Thorin schnaufte. „Werdet ihr mich angreifen, wenn ich euch weiterhin folge?“, fragte Legolas in die Runde von Zwergen. Sie sahen sich fragend an. Einige murmelten unschöne Dinge über Elben, doch alle warteten auf das Wort von Thorin, ihrem Anführer. „Nein, als Dank, dass du uns geholfen hast. Doch sei dir eins bewusst, wir werden dich im Auge behalten, Mebelkhags.“, erwiderte er und wandte sich dann ab. Bilbo sah etwas verwirrt zu Legolas. Er wusste zwar, dass Elben und Zwerge nicht gut miteinander auskamen, doch immerhin hatte dieser Elb sich für Thorin geopfert. „Was bedeutet Mebelkhags?“, fragte er unsicher und sah Legolas an. „Steifhals, ein beleidigender Ausdruck für Elben.“, erklärte dieser ruhig und löste sich von Gandalf, welcher ihn noch immer gestützt hatte. Die Welt schwankte nicht mehr vor seinen Augen und er war wieder sicher auf den Beinen. „Oh…“, machte Bilbo bedrückt. „Macht euch nichts draus, Meister Hobbit. Sollen sie mich nennen, wie sie wollen. Ich wurde schon schlimmer beschimpft.“, erwiderte Legolas. „Und wie?“, fragte der Hobbit weiter. Die neugierige Tuk-Seite war mal wieder ausgebrochen. Legolas jedoch schüttelte nur den Kopf. Bilbo sah etwas enttäuscht zu Boden, nur um dann schlagartig aufzusehen. „Ich habe mich noch gar nicht bedankt, Meister Elb.“, sprach er geschockt über sein Versäumnis. „Ich helfe gerne, doch lasst das Meister bitte weg.“, erwiderte Legolas und lächelte leicht für den Hobbit und ganz instinktiv wusste Bilbo, dass es was Besonderes war, dass dieser Elb lächelte.
„Ihr nennt mich aber auch Meister Hobbit.“, erwiderte Bilbo. Legolas legte den Kopf schief. „Wie wäre es dann, wenn wir uns duzen. Nach so einem Abenteuer denke ich, sind wir uns nicht mehr so fremd, oder?“, fragte der Elb. Bilbo staunte nicht schlecht. War dies ein Freundschaftsangebot? Er schluckte und nickte dann. „Das würde mich freuen, Mei… Ich meine Erion.“, antwortete Bilbo und reichte Legolas seine Hand. Legolas nahm sie und erwiderte: „Mich ebenso, Bilbo.“

„Wenn das geregelt ist, sollten wir uns nach einer Höhle in der Nähe umschauen. Trollhöhlen sind oft mit allerlei Dingen gefüllt.“, sprach Gandalf. Die Zwerge nickten zustimmend und so machte sich die Truppe auf den Weg. Es war nicht schwer den Spuren eines Trolles zu folgen und so fanden sie bald die gesuchte Höhle. Diese war jedoch verschlossen. Sofort versuchten die Zwerge die steinerne Tür aufzubrechen und Gandalf versuchte allerlei Beschwörungen, doch die Tür blieb standfest. Legolas sah dem zu, bis Bilbo an seinem Ärmel zupfte. „Erion, ich denke dies könnte helfen.“, sprach er und hielt einen Schlüssel hoch. Der Elb zog eine Augenbraue hoch. „Warum sagst du es mir und nicht den Zwergen und Gandalf?“, fragte er. „Ich dachte, wenn du ihnen den Schlüssel gibst, werden sie besser von dir denken.“, antwortete Bilbo einfach. Legolas musste lächeln. „Dies ist ein sehr ehrenhaftes Angebot, doch das Lob der anderen soll dem Finder gebühren.“, erwiderte Legolas und schubste den Hobbit sanft zu den Zwergen. Er zeigte ihnen den Schlüssel, den Gandalf sofort nahm und aufschloss. Die Zwerge stürmten sofort in die Höhle und sahen sich um. Gandalf, Bilbo und Erion folgten gesitteter.

Die Höhle war voller Beutegut und Essen. Sofort sammelten die Zwerge Münzen und allerlei wertvollen Kleinkram ein, dann machten sie sich über das Essen her. Thorin und Gandalf unterdessen fanden herausragende Schwerter und auch Bilbo fand ein Messer, dass in seinen Händen einem Schwert glich.
Legolas zog sich aus dem Getümmel zurück und stolperte über einen dreckigen Beutel, der alles andere als wertvoll erschien. Legolas hätte ihn auch ignoriert, wenn nicht ein Schwertheft daraus hervorschaute. So kniete sich der Elb hin und öffnete den Beutel. Es war ein Schwert darin, besser gesagt ein zerbrochenes Schwert. Die schwarze Klinge, die noch am Heft war, war nur wenig länger als eines von Legolas ehemaligen Zwillingsmesser. Der Rest der Klinge lag zertrümmert in dem Beutel, manche Stücke größer, manche kleiner. Legolas griff nach dem Heft und spürte sofort die Blutlust des Schwertes, da erkannte er, um welches Schwert es sich handelte. Gurthang, ursprünglich Anglachel. Das Schwert vom ehemaligen Sindar-König Thingol, welches dann an Beleg Cuthalion gegeben wurde und zuletzt von Túrin Turambar geschwungen worden war. Ohne zu wissen, warum genau, nahm Legolas das Schwert an sich und steckte den Teil, der einem Kurzschwert nah kam, an die Seite. Den Rest ließ er im Beutel, nahm diesen jedoch mit. Das Schwert hatte schonmal einen Drachen getötet, vielleicht würde es wieder einen töten können. Und aus den Splittern konnte man bestimmt den ein oder anderen Pfeil machen.

Leolas verließ die Höhle und trat zu den anderen, als Thorin den Zauberer fragte, wo er denn gewesen sei. „Mit Erion einen Blick voraus werfen.“, antwortete Gandalf. „Und was hat euch dann zurückgeholt?“, fragte Thorin weiter. „Erions Blick zurück.“, erwiderte Gandalf, während er sein Pferd an den Nüstern kraulte. Thorin war damit gar nicht zufrieden, doch ließ es dabeibleiben.
„Hast‘ wohl kein gutes Schwert mehr gefunden?“, kommentierte Gloín, als er das kaputte Schwert an Legolas Seite sah. Alle sahen zu dem Elb und betrachteten das Schwert. „Es ist, besser gesagt war, ein gutes Schwert und ich denke, es wird mir auch in Zukunft gute Dienste erweisen können. Selbst in diesem Zustand.“, erwiderte Legolas ruhig und ging zu seiner Stute. Gandalf nickte und sagte: „Wir sollten weiter. Bis nach Bruchtal ist es nicht weit. Da sollten wir auch rasten, bevor wir das Nebelgebierge überqueren.“ Die Zwerge murrten, doch saßen auf. So auch Legolas, welcher sogleich zu Gandalf ritt.
„Was gibt es Erion?“, fragte er, als sich alle in Bewegung setzten. „Ich werde euch nicht mit nach Bruchtal begleiten. Dort seid ihr sicher und braucht mich nicht. Am Nebelgebierge werde ich wieder zu euch stoßen.“, erklärte der Elb. „Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb du deines Gleichen nicht treffen willst?“, fragte Thorin, der das Gespräch mitbekommen hatte, skeptisch.
Legolas sah zu ihm. „Keinen Grund, wie ihr euch vielleicht gerade denkt. In einem Dorf in der Nähe gibt es einfach eine Person, die ich lange nicht getroffen habe. Keine Sorge, ich haue nicht ab und ich werde wissen, wenn ihr weiterreist, so kann ich rechtzeitig zu ech stoßen.“, erklärte er. Thorin brummte: „Mach was du willst Mebelkhags, solange du uns nicht im Weg stehst.“ Legolas nickte nur und sah dann zu Gandalf, welcher den Elben genau musterte. „Du willst Deinesgleichen nicht treffen, aus Angst eine Bindung einzugehen?“, fragte er, als Thorin sich zu Balin gesellt hatte und somit außer Hörweite war. Legolas nickte nur. „Na gut, dann sehen wir uns bei den Nebelbergen wieder.“, antwortete Gandalf und beschloss es erstmal dabei zu lassen. Die Gefahr, dass ein Zwerg oder Hobbit lauschte, war einfach zu groß. So ritten sie schweigend weiter, bis Legolas dann abbog und die Gruppe fürs erste verließ.
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