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I mên bada ui hae a hae

von Woelfin17
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Bilbo Beutlin Gandalf Legolas Thorin Eichenschild Thranduil
29.01.2021
03.03.2021
5
18.915
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10.02.2021 3.292
 
Ein unerwarteter Drachentöter



Seit dem Treffen zwischen Legolas und Gandalf war ungefähr ein Monat vergangen. In der Zeit hatte sich Legolas ein wenig das Auenland angeschaut, doch war den Hobbits aus dem Weg gegangen. Die meiste Zeit war er jedoch im alten Wald gewesen und hatte dort Tom Bombadil kennengelernt. Legolas mochte dieses schrullige Wesen sehr gut leiden und konnte sich bei ihm und dem Wald erstaunlich gut von den Schrecken Dol Guldurs erholen. Und obwohl der Wald sehr feindselig war, fühlte er sich dort sehr wohl. Tom Bombadil war auch sehr erstaunt, dass Legolas dem alten Weidenmann Einhalt gebieten konnte. Es war Legolas nicht klar, welches Übel den armen alten Baum befallen hatte, doch er war noch immer ein Wesen Yavannas und so konnte Legolas ihn sich unterwerfen, auch wenn er es nicht gerne tat. So ließ er ihm seine Freiheit und die Angst vor Legolas Macht, machte ihn gefügig. Und der Baum in ihm liebte Legolas auch, was den alten Weidemann irritierte. Doch je öfter Legolas Zeit mit ihm verbrachte, desto schwächer wurde seine Wut gegen ihn und desto stärker wurde seine Liebe. So gestattete der alte Weidenenmann eines Tages, dass Legolas in seiner Baumkrone saß.So tat er es auch jenem Tag, als Gandalf wieder ins Auenland kam. Legolas saß ganz entspannt in der Baumkrone des alten Weidenmanns, als ein Gemurmel zu ihm Drang.‚Der graue Zauberer kommt. Er ist bei den Hobbits in dem Ort, den sie Hobbingen nennen. Ein passender Name für einen Ort, voller Hobbits. Sollen sie bloß dortbleiben und nicht zu uns kommen.‘, sprachen die Bäume des alten Waldes. Legolas schmunzelte ein wenig über den Groll der Bäume, welche einfach nur allein gelassen werden wollten. ‚Schon gut. Ich werde zu ihm gehen und ihn nicht hierherführen.‘, antwortete Legolas beruhigend und sprang vom alten Weidenmann. ‚Vielen Dank Grünblatt, König aller Wälder Mittelerdes.‘, antwortete der alte Weidenmann. Legolas seufzte bei seinem neuem Titel, den er dank Yavannas Segen durch ihren Kuss bekommen hatte. Nachdem er sich verabschiedet hatte, machte sich auf den Weg nach Hobbingen.Bei Hobbingen angekommen, wartete er außen, bis Gandalf wieder kam. Dank den Bäumen wusste er, wo Gandalf Hobbingen verlassen würde. Der Elb kletterte auf einem Baum neben dem Weg und wartete. Als Gandalf dann mit seinem Wagen vorbeikam, ließ Legolas den Baum ein wenig mit Blättern zu rascheln., damit Gandalf ihn bemerkte und sprang von dem Baum. Er landete neben Gandalf auf dem Wagen. Gandalf sah zu ihm. „Ich bin sehr dankbar, dass du mich vorgewarnt hast.“, grüßte er. „Ich wollte nicht riskieren mit eurem Stab Bekanntschaft zu machen.“, erwiderte Legolas und setzte sich hin. „Ich habe mit Thorin geredet und konnte ihn überzeugen keine Armee zu versammeln. Er stellt eine Kompanie von dreizehn Zwergen, inklusive ihm selbst, zusammen. Wir treffen uns morgen zur Teezeit bei einem Hobbit. Ich habe seine Tür markiert. Kennst du das Zeichen von Meisterdieben, die Arbeit suchen?“, sprach Gandalf. Legolas überlegte kurz, dann nickte er. „Ich habe es schon mal in einem Buch gesehen.“, erwiderte er. „Gut, dann würde ich sagen, wir sehen uns morgen, oder soll ich dich noch irgendwo hinbringen?“, fragte Gandalf und musterte den Elben. Noch immer wusste er nicht, was genau er von ihm halten sollte. Seine Mimik war unleserlich und sein Blick schien immer wieder in die Ferne abzuschweifen. „Nein danke. Ich werde mir unseren Hobbit mal anschauen. Erstmal, ohne, dass er mich sieht.“, sprach Legolas und sprang wieder vom Wagen. „Bis morgen, Gandalf.“, verabschiedete er sich und als Gandalf zu ihm sah, um sich auch zu verabschieden, war Legolas schon weg. Der Zauberer blinzelte und sah sich um, doch es war auch nirgendwo ein Baum. Er runzelte die Stirn und beschloss sich später damit zu befassen.

~*~

Es waren schon neun Zwerge bei dem kleinem Hobbit Bilbo Beutlin eingetrudelt, als es klopfte. Nicht klingelte, sondern klopfte. Verwirrt, aber genervt ging Bilbo zur Tür und öffnete sie. Er wollte schon schimpfen, dass er keine weiteren Zwerge beherbergen würde, da erkannte er dass kein Zwerg vor seiner Tür stand. Aber auch nicht Gandalf, sondern eine vermummte Gestalt in Menschengröße. Bilbo schluckte und sah nach oben. Das Gesicht der fremden Person lag im Schatten ihrer Kapuze.„Guten Abend, mein Herr. Es tut mir leid, wenn ich Sie so überrumpeln, doch ich bin hier verabredet, wie die Zwerge hier.“, sprach der Fremde. „Ich kann mich nicht erinnern sie eingeladen zu haben.“, piepste Bilbo und nahm damit seinen letzten Funken Mut zusammen. Die große schattige Gestalt vor ihm war beängstigend und sofort fragte er sich, warum er ihr überhaupt widersprochen hatte. „Gandalf hat mich eingeladen, doch Sie scheinbar nicht eingeweiht.“, sprach der Fremde, „Typisch für ihn. Ich denke aber er müsste demnächst kommen, dann können wir ihn fragen, natürlich nur, wenn Sie mir gestatten einzutreten.“ Der Fremde beugte sich ein wenig nach vorne. Sofort stolperte Bilbo zurück. „N-natürlich.“, stotterte er. Der Fremde trat ein und im Gegensatz zu den Zwergen, ließ er seinen Umhang an und die Kapuze im Gesicht. „Danke, mein Herr…“, sagte er und wartete. „Beutlin, Bilbo Beutlin.“, antwortete der Hobbit schnell. Der Fremde nickte und wiederholte: „Danke, mein Herr Beutlin.“Nachdem Bilbo die Tür geschlossen hatte, sah er zu dem Fremden. Er betrachtete ihn unsicher, ängstlich, doch auch neugierig. Wie er wohl aussieht?, fragte der kleine Hobbit sich. Der Fremde schien seinen Blick zu bemerken und schüttelte leicht den Kopf. „Mein Gesicht würde euch nur noch mehr Angst machen, Herr Beutlin. Es ist nicht sehr ansehnlich.“, sprach er. Bilbo wich einen Schritt zurück. Konnte dieser Fremde Gedanken lesen?„W-wie ist euer Name?“, nahm Bilbo seinen Mut zusammen. „Nennt mich, wie ihr wollt, dass tun bis jetzt alle. Der letzte Zwerg, dem ich begegnet bin, hat mich Ukrad und auch Ushmar genannt. Gandalf hingegen nennt mich Erion.“, antwortete Legolas. „Wisst ihr, was eure angeblich von einem Zwerg gegebenen Namen bedeuten?“, meldete sich Balin, ein weißhaariger Zwerg auf einmal zu Wort. „Ja, ich kenne die Bedeutung der Namen.“, antwortete Legolas. „Wer gab euch diesen Namen und warum?“, fragte Dwalin, der Zwerg mit der Glatze. „Tut mir leid, doch ich sehe keinen Grund es euch zu erzählen.“, erwiderte der Elb. „Dann können wir euch nicht so nennen.“, sprach Balin wieder. Legolas zuckte nur mit den Schultern. „Warum ist das…“, fing Bilbo neugierig an, da pochte es an der Tür, als würde jemand mit einem Stock dagegen stoßen. „Das hört sich nach Gandalf an.“, sprach Legolas. Wut ergriff den kleinen Hobbit. Er stürmte zur Tür, während er „Was denkt er sich all die Zwerge bei mir einzuladen. Sie haben meinen ganzen Kuchen weggegessen und sind dabei meine Speisekammer zu leeren.“ vor sich hinmurmelte.Ruckartig riss er die Tür auf und alle vier Zwerge, die davorgestanden hatten, fielen ihm vor die haarigen Füße. Hinter diesen Zwergen stand Gandalf und unterdrückte einen Lacher. „Sachte, sachte. Das ist doch sonst nicht ihre Art Bilbo Beutlin.“, sprach er, „Nun ja, darf ich vorstellen. Bifur, Bofur und Bombur und vor allem Thorin Eichenschild.“  „Zu Diensten.“, sagten Bifur, Bofur und Bombur, während sie sich aufrappelten und ihre Mäntel an Bilbos Garderobe hängten. Nur Thorin sagte nicht: „Zu Diensten.“ Es verletzte stark seinen Stolz unter den drei Zwergen begraben zu werden. Besonders unter dem schweren Bombur. Bilbo jedoch entschuldigte sich ständig, bis Thorin ein: „Schon gut.“, grummelte und auch nicht mehr so grimmig aussah. Dann fingen sie alle an Essen und Trinken bei dem Hobbit zu bestellen. Legolas hielt sich daraus. Er betrat leise das Esszimmer, indem sich alle versammelten und musterte alle. Als alle bestellt hatten, begann Bilbo wieder zwischen Speisekammer und Esszimmer herum zu wuseln. Legolas seufzte lautlos und fing an zu helfen. Auch die Zwerge setzten sich in Bewegung. Außer Gandalf und Thorin. Thorin war adelig und verhielt sich auch so und Gandalf, war einfach Gandalf.Nachdem der Tisch gedeckt war, saß Gandalf am einem Ende der Tafel, die Zwerge darum herum. Bilbo saß auf einem Hocker am Kamin und knabberte an einem Keks. Legolas stand im Schatten und aß einen Apfel. Gandalf sah sich um. „Dann sind wir ja alle da. Also lasst uns erstmal essen. Es wird ein langer Abend.“, sprach Gandalf und die Zwerge stimmten freudig zu.Legolas sah interessiert zu, wie die Zwerge dann beim Abräumen halfen und dabei ein Lied, um Bilbo zu necken. Gandalf und Thorin rauchten währenddessen ihre Pfeifen und ließen Rauchringe in die Luft fliegen. Nach dem Aufräumen holten alle ihre Instrumente und begannen zu spielen. Nach einiger Zeit fing Thorin an zu singen und die Zwerge stimmten mit ein.Es wäre eine Lüge, wenn Legolas behaupten würde, er wäre nicht erstaunt. Noch nie hatte er Zwerge singen hören und er hatte nicht gedacht, dass sie so begabter Sänger wären. Ihre rauen, tiefe Stimmen waren ungewohnt für den Elben, doch es minderte nicht die Magie des Liedes, nein, es half ungemein sich hinein zu fühlen.Ein schmerzhaftes Ziehen breitete sich in der Brust des Elben aus. Oh, wie er den Gesang und die Musik vermisste. Er wollte singen, mit den Zwergen, mit Elben, mit Menschen oder Hobbits, es war ihm egal. Sei er auch nur ein Waldelb, so war Musik für ihn nicht weniger wichtig. Und der Gesang seiner Heimatbäume. Sein Herz sehnte sich danach und es tat so schrecklich weh.Eine einsame Träne lief Legolas über die Wange, doch er blieb still. Wohl verborgen im Schatten und lauschte den gesungenen Geschichten der Zwerge, während sein gebrochenes Herz noch weiter brach.Als die Musik endete, stand Bilbo auf und wollte den Raum verlassen, doch Thorin fragte sofort, wo er hinwolle. „Wie wär’s, wenn wir ein bisschen Licht machten?“, antwortete der Hobbit schuldbewusst. „Dunkle Geschäfte sollte man auch im Dunklen machen.“, wies Thorin ab. Der Hobbit schluckte, doch nickte und setzte sich hin, verfehlte dabei jedoch den Hock und setzte sich stattdessen aufs Kamingitter. Dabei warf er den Schürhaken um und Gandalf warf ihm einen Blick zu, der so viel bedeutete wie: „Pass doch auf“.

„Nun da wir… Wo ist Erion?“, fragte Gandalf, als er den Elben nicht in der Runde sah. „Wer ist…“, fing Thorin an, da trat Legolas hinter Gandalf aus dem Schatten. „Ich bin hier.“, sprach er. Alle Zwerge und der Hobbit zuckten zusammen. Die letzten vier Zwerge, hatten ihn noch gar nicht bemerkt und die anderen hatten ihn wieder vergessen. Gandalf sah zu ihm. Er hatte sein Zusammenzucken noch schnell unterdrücken wollen. „Ah, gut, dann lassen wir jetzt Thorin sprechen.“, sprach der Zauberer zufrieden. Thorin hingegen war nicht ganz so zufrieden und sah so aus, als würde er noch gerne mehr über diesen Erion erfahren, doch beschloss, als Gandalf eine Augenbraue hochzog, dies doch auf später zu verschieben.„Verehrter Gandalf, lieb Mitzwerge, werter Herr Bilbo…“, fing Thorin an und stockte kurz, als sein Blick auf Legolas fiel. Er mochte es nicht, wenn man ohne ihn Entscheidungen fällte, sei es auch nur die Entscheidung, wer eingeladen werden würde. So fuhr er fort und beschloss den Elben erstmal nicht weiter zu beachten. Zuerst dankte er dem Hobbit, welcher zu sprachlos und verärgert über seine Wortwahl von „verwegen“ und „Mitverschworenen“ war, um irgendetwas zu erwidern. Thorin fuhr fort und betitelte dieses Treffen als Strategiebesprechung für eine Reise, die vor Sonnenaufgang beginnen sollte. Dabei erwähnte er, dass es vielleicht nicht alle lebend schaffen würde. Vielleicht sogar niemand. Thorin sprach sehr ausführlich und hätte auch weiterreden können, wenn Bilbo ihn nicht mit einer Mischung aus Schrei und schrillem Pfiff unterbrochen hätte. Scheinbar war das ganze zu viel für den armen kleinen Hobbit gewesen.Die Zwerge sprangen auf und warfen den Tisch um. Gandalf erleuchtete den Raum schnell mit seinem Stab, nur um den Hobbit vor den Kamin umfallen sehen konnte. Legolas war direkt nach dem Schrei zu Bilbo geeilt, hatte er doch auch ohne Gandalfs Licht die zitternden Beine des Hobbits gemerkt. So war es ihm möglich Bilbo aufzufangen, bevor er auf dem Boden aufkommen konnte. Sachte legte der Elb den Hobbit ab. Als sie jedoch bemerkten, dass sie nichts außer „Vom Blitz getroffen.“ Aus ihm heraus bekamen, hob Legolas ihn wieder hoch und legte ihm im Wohnzimmer aufs Sofa. Als er wieder zurückkam, stritten die Zwerge mit Gandalf, ob Bilbo Beutlin wirklich der richtige für die Reise wäre.Kurz nachdem Gloin sich über den Hobbit beschwert hatte, trat dieser auch schon wieder ins Zimmer und schien um einiges abenteuerlustiger als vor seinem Zusammenbruch. Und siehe da, der kleine Hobbit machte den Mund auf, ohne zu stottern oder nur vor sich hinzumurmeln. „Verzeihen Sie, wenn ich mitgehört habe. Ich behaupte nicht verstanden zu haben, wovon Sie reden oder was das mit dem Meisterdieb heißen soll, aber gehe ich recht in der Annahme, dass Sie mir nichts zutrauen? Sie sollen mich kennenlernen!“, sprach er. Dann sprach er davon, dass er kein Zeichen an der Tür habe und auch gezweifelt hatte, dass die Zwerge bei der richtigen Hobbithöhle gelandet seien, doch er sei sich jetzt sicher, dass er der richtige wäre und beschloss den Zwergen zu helfen. Immerhin war sein Urgroßonkel Bullenrassler Tuk.Der Zwerg Gloin war nicht gerade beeindruckt davon und beharrte darauf, dass das Zeichen eines Meisterdiebes, der nach Arbeit sucht, an seiner Tür gewesen ist.Da schritt Gandalf auch endlich ein. „Natürlich war da ein Zeichen. Ich habe es selbst in die Tür gekratzt. Ihr wolltet, dass ich euch einen Meisterdieb suchte und das habe ich getan. Ich habe mich für Bilbo Beutlin entschieden. Solltet ihr nicht einverstanden sein, dann geht ohne ihn und ohne mich.“, sprach er und sah zornig in die Runde, worauf sich die meisten Zwerge ganz klein in ihren Stühlen machten. „Gut, dann ist das geregelt. Seid so lieb und holt uns eine Lampe, mein lieber Junge Bilbo.“, sprach der Zauberer dann etwas sanfter.

Beim Schein der Lampe holte Gandalf die Karte hervor, die Legolas ihm gegeben hatte. „Diese Karte hat dein Großvater Thrór gezeichnet. Wie ihr sehen könnt zeigt sie den einsamen Berg und seine Umgebung.“, sprach der Zauberer. Thorin betrachtete sie ein wenig enttäuscht. „Ich kenne den einsamen Berg und seine Umgebung noch gut genug. Wofür die Karte?“, fragte er. Gandalf deutete auf eine Rune. „Dies ist ein geheimer Eingang, der zu klein für den Drachen ist. Das einzige Problem ist, dass wir nicht wissen, wie der Eingang geheim gehalten wird. Ich denke jedoch, dass es sich um eine Tür handelt, die optisch an den Berghang angepasst ist, wie ihr Zwerge es so gerne macht.“, sprach Gandalf, worauf Thorin nickte. „Außerdem gehört ein Schlüssel zur Karte.“, fügte der Zauberer hinzu und holte auch den Schlüssel hervor. „Passt gut auf beides auf.“, sagte er zu Thorin. „Das werde ich.“, erwiderte der Zwerg und hängte den Schlüssel an eine Kette, um seinen Hals.

Dann fingen sie an über den Weg uns seine Probleme zu reden. „Selbst wenn wir während der Reise alles überstehen, was ist, wenn der Drache rauskommt, so wie er es früher immer gemacht hat. Du meintest selbst für den Drachen bräuchten wir einen großen Krieger oder Helden.“, führte Thorin ihr größtes Problem auf. Gandalf nickte und deutete dann auf Legolas. „Deswegen habe ich Erion noch dazu geholt.“, sprach er, als wäre es das normalste der Welt jemanden mit dem Töten eines Drachen zu beauftragen. Legolas zog eine Augenbraue hoch und sah Gandalf skeptisch an. Niemand sah dies jedoch. Nur Gandalf spürte den Blick und warf ihm schnell einen bittenden Blick zu. Legolas seufzte lautlos und trat einen Schritt vor. „Und diese Bohnenstange soll einen Drachen besiegen können?“, fragte Gloin skeptisch. „Sagt angeblicher Zwergenfreund, können Sie einen Drachen töten?“, fragte Balin und betonte das angeblich. Legolas überlegte. „Mhm…“, machte er. „Wenn ich mich recht entsinne hat der ehemalige König von Thal dem Drachen eine Wunde zugefügt. Eine Stelle, an der ihn sein Panzer nicht mehr schützt.“, murmelt er, dann sprach er lauter: „Ich kann es euch nicht versichern, doch es liegt im Bereich des Möglichen. Ich könnte es durchaus schaffen.“ Die Zwerge murmelten untereinander und musterten den Fremden. „Ich bin mir sicher, dass es unser Waldläufer schafft.“, versicherte Gandalf und ließ bewusst das Wort Waldläufer fallen. Wieder zog Legolas eine Augenbraue hoch, doch verstand er diese Bemerkung. Zwerge waren ein Volk, das lieber unter sich blieb. Es fiel ihnen wahrscheinlich schon schwer, dass ein Hobbit mitkam. Ein Elb wäre undenkbar gewesen. Bei Waldläufern dachte man an Menschen. Nicht gut, aber besser als Elben. Dann bin werde ich also ein Drachen tötender Waldläufer sein, dachte sich Legolas und musste an Märchen von Helden denken. „Von mir aus. Er kann mitkommen, doch ich will sein Gesicht sehen.“, sprach Thorin. Legolas zögerte, doch Gandalf sah ihn auffordernd, vielleicht ein bisschen bittend an und so zog er seine Kapuze ein wenig zurück. Nur so weit, dass man sein Gesicht sehen konnte. Nicht aber seine Haare oder gar seine Ohren. Bilbos Augen wurden groß, als er die Narbe von Legolas erblickte. Selbst Dwalin, der selbst einige Narben hatte, hatte so eine noch nie gesehen. „Wie ein Blitz.“, murmelte Kíli zu seinem Bruder. „Nein, dass sieht eher aus wie Wurzeln. Schau, die etwas dickere Narbe an der Stirn ist der Stamm.“, erwiderte Fíli. „Jungs!“, schelte Gandalf. Die Brüder zuckten zusammen und sahen zu Boden.

„Um welche Angelegenheit handelt es sich eigentlich?“, fragte Bilbo nach einer Weile voller Stille. „Haben Sie uns denn nicht zugehört? Das Lied? Die Karte?“, stieß Thorin ungläubig und wütend aus. „Ich würde es trotzdem nochmal hören wollen. Ich muss sicher gehen, alles richtig verstanden zu haben.“, erwiderte Bilbo geschäftlich, „Und ich will mehr über die Risken, Kostenerstattungen, den Zeitaufwand und dem Honorar wissen.“„Meinetwegen.“, seufzte Thorin und begann zu erzählen. Er erzählte von seiner Familie, wie sie zum Erebor kamen und in ihm siedelten. Er sprach von den Handwerken der Zwerge und der Gründung der Stadt Thal, die mit der Hilfe der Zwerge reich wurde. Dann kam der Drache, zerstörte Thal und besetzte das Reich der Zwerge. Schlussendlich fragte der Zwerg, wie Gandalf eigentlich an die Karte und den Schlüssel gekommen ist. Gandalf war einen kurzen Blick zu Legolas, dann sah er zu Thorin und antwortete: „Sie wurden mir anvertraut. Dein Vater bekam beides von seinem Vater, doch bevor er sie dir weitergeben konnte, landete er in den Verliesen des Nekromanten verschleppt. Dort fand ich ihn. Wie er dort hin kam, weiß ich nicht. Leider war er nicht mehr ganz bei Sinnen. Er murmelte vor sich hin, oft in Khuzduhl und beim besten Willen, ich versteh nur sehr wenig von dieser Sprache. Dementsprechend hat es gedauert herauszufinden, wem ich diese Karte bringen sollte und dann musste ich dich finden, Thorin. Dein Vater war nicht mehr zu retten. Es tut mir leid.“ Die Zwerge sahen zu Boden. Besonders Balin und Dwalin trauerten stark um ihren ehemaligen Freund und Herrn.„Büßen wird dieser Nekromant das. An den Orks von Moria haben wir uns gerächt, er soll folgen.“, knurrte Thorin. „Lasst das bleiben! Dieser Feind übersteigt eure Kräfte. Er ist mächtiger als selbst den Drachen, an dem ihr euch rächen wollt.“, erwiderte Gandalf und sein Tonfall ließ keine Widerrede zu.

Nachdem die Zwerge sich wieder beruhigt haben, sprach Gandalf weiter: „Wir müssen nach Osten. Erebor ist unser Ziel. Der Weg ist lange, also müssen wir früh los. Das heißt, wir haben für heute genug geredet und sollten schlafen gehen.“Sofort fingen die Zwerge an dem Hobbit ihre Frühstücksbestellung vor zu tragen. Keine sagte Bitte oder Danke. Ganz perplex sah der Hobbit zu Legolas, der noch nichts zum Frühstück gesagt hatte. „Ich würde einfach ein wenig Obst nehmen, wenn es Ihnen keine Umstände macht.“, sprach er ganz höflich. Da war dem Hobbit klar. Dieser ‚Waldläufer‘ sah zwar unheimlich aus, doch war höflich und hatte gute Sitten. Der Hobbit mochte ihn also gut leiden.

Als Bilbo die Zwerge dann auf die Gästezimmer verteilte und mit ihnen Betten auf Sofa und Stühlen aufbaute, verschwand Legolas leise nach draußen. Er schlief lieber auf einem Baum, als in einer überfüllten Hobbithöhle.
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