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I mên bada ui hae a hae

von Woelfin17
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Bilbo Beutlin Gandalf Legolas Thorin Eichenschild Thranduil
29.01.2021
03.03.2021
5
18.915
3
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31.01.2021 3.070
 
Neue Verbündete


Im Gasthaus zum tänzelten Pony in Bree saß eine vermummte Gestalt. Das Gasthaus an sich war überfüllt, doch die Gestalt sah so zwielichtig aus, dass ihr Tisch als einziger noch frei war. Vor ihm stand ein Krug Bier, ansonsten war der Tisch leer. Seine linke Hand war behandschuht in schwarzen Leder. Seine Rechte trug einen Ring, dieser sah jedoch nicht sehr hochwertig und wertvoll aus. Die Hand mit den Ringen war geziert von kleinen blassen Narben. Generell war seine Haut sehr blass. Blässer als die eines gesunden Menschen. Ansonsten war sie straff und zierlich. Nicht die Hände, eines arbeitenden Mannes. Er sah vom Körper her generell nicht aus, als würde er schwer arbeiten können. Er war schmal und lang gebaut. Zierlich, wie seine Hand. Fast schon zu zierlich für die Welt da draußen, und doch hielten sich die anderen Menschen und die wenigen Hobbits von ihm fern. Sein Körperbau, die Narben und seine Kleidung, passten nicht zusammen. Vom Körperbau her könnte er ein junger adliger sein. Immerhin war er zu schmächtig für einen arbeitenden Mensch. Von seiner Kleidung und den Narben an der Hand, würde man jedoch eher auf einen Waldläufer schließen. Er trug ein Schwert an seiner Seite und ein Bogen mit Köcher lehnte am Tisch. Was er unter seinem Umhang trug, wagten sich die Besucher des Gasthauses nicht vorstellen. So saß die Gestalt alleine mit ihrem Bier, bis ein Zwerg das Gasthaus betrat. Dieser sah grimmig in die Runde und erkannte, dass nur bei dem vermummten Fremden ein Platz war und beschloss diesen wohl oder übel zu besetzen. Kurz darauf kam der Wirt und der Zwerg bestellte ein Bier und eine warme Mahlzeit. Beides bezahlte er im Voraus. Lange wollte er nicht verweilen. Diesen Plan, hatte er jedoch nicht mit dem Zufall geteilt, denn wirklich zufällig, betrat nach einiger Zeit eine weitere Person das Gasthaus. Diese war ein hochgewachsener alter Mann, mit grauen Mantel, Stab und spitzen Hut. Auch dieser Mann sah sich kurz um und begab sich dann zum Zwerg und der vermummten Gestalt. „Thorin Eichenschild. Was für ein Zufall, dass ich Sie hier treffe. Ich muss sagen, ich habe in letzter Zeit oft an Sie gedacht.“, grüßte er und setzte sich Thorin gegenüber. „Ich kenne Sie zwar nur vom Sehen, Meister Gandalf, aber ich habe auch an Sie gedacht und wollte unbedingt mit ihnen reden. Es ist wahrlich ein Zufall, dass wir uns hier treffen.“, erwiderte Thorin, auch wenn er scheinbar diesem Zufall nicht ganz traute. Trotzdem war er froh den Zauberer nicht erst suchen zu müssen.„Wirklich interessant. Über was wollten Sie den mit mir sprechen?“, fragte Gandalf interessiert und zündete sich seine Pfeife an. Nebenbei gab er dem Wirt einen Wink, dass er ein Bier haben wollte. Der Wirt verstand dies natürlich und brachte sogleich eins. Thorin trank dabei aus seinem Bier und überlegte, wie viel er in einem so vollen Ort erzählen konnte. Einerseits war es sehr laut, andererseits, wenn jemand lauschen wöllte, könnte er dies tun. Mit einem Seitenblick sah er zu dem Fremden am anderen Ende, des Tischen. Dieser war durchaus in Hörreichweite, doch schien sich nicht für den Zwerg und den Zauberer zu interessieren. Jedoch konnte Thorin sein Gesicht nicht sehen und beschloss vorsichtig zu sein. „Es handelt sich um eine Familienangelegenheit. Ich habe vor Zwerge zu versammeln und der Rache nachzugehen, für die mein Großvater schon zu alt war. Man sagt Sie seien ein Weiser und wissen am besten, was in der Welt gespielt wird. Mir geht vieles durch den Kopf und ich würde gerne ihren Rat hören. Doch will ich nicht unhöflich sein und lade Sie in mein Obdach im Exil ein. Ein wenig ruhiger, als hier und ich kann auch guten Wein auftreiben.“, sprach der Zwerg schlussendlich. „Ich bin zwar auf dem Weg ins Auenland, aber der Weg zu Ihren Hallen führt in dieselbe Richtung. Dementsprechend nehme ich euer Angebot gerne an und werde euch nach meinen Angelegenheiten im Auenland besuchen.“, erwiderte Gandalf und machte einen kleinen Rauchring, der spiralförmig in Richtung Decke flog. „Ich würde mein derzeitiges Heim nicht als Hallen bezeichnen, nicht im Vergleich zu dem, das rechtmäßig mir gehört. Doch belassen wir es dabei. Ich muss weiter, wenn ich noch die letzten Sonnenstunden dieses Tages nutzen will.“, sprach Thorin und stand auf. „Ich freue mich auf unser Wiedersehen.“, verabschiedete er sich. „Eine sichere Reise. Ich werde kommen.“, wünschte Gandalf und trank sein Bier leer. Dann bezahlte der Zauberer und verließ kurz nach Thorin das Gasthaus wieder. Er hatte gar nicht bemerkt, dass die vermummte Gestalt, während seinem Gespräch mit Thorin das Gasthaus schon verlassen hatte. Er hatte sie sogar schon vergessen, bis er sie bei seinem kleinen Wagen ankam und die vermummte Gestalt bei seinem Pferd stehen sah. Sein Griff um seinen Stab verstärkte sich und er runzelte die Stirn, als er den Fremden dabei beobachtete, wie dieser mit dem Pferd sprach und es streichelte. Es machte ihm weniger Sorgen, dass er ein möglicher Pferdedieb war, als das dieser Fremde seine Präsenz so verbergen konnte, dass Gandalf ihn nach seinem Verschwinden wieder vergessen hatte. Dieser Fremde war höchst ungewöhnlich und er beschloss dem auf dem Grund zu gehen.Als Gandalf nähertrat, wandte sich der Fremde ihm zu. „Ich wusste doch, dass ich euch hier finden würde, Olórin.“, sprach der Fremde. Gandalf zuckte zusammen. Niemand in Mittelerde kannte seinen wahren Namen, doch bevor er zu seinem Schwert greifen konnte, zog sich der Fremde den unscheinbaren Ring von der Hand und warf ihn dem Zauberer zu. Instinktiv fing Gandalf den Ring und schelte sich danach innerlich. Immerhin wusste er, was es für gefährliche Ringe in Mittelerde gab. Trotzdem sah er ihn sich an und staunte nicht schlecht, als der Ring nicht mehr wertlos aussah, sondern von unglaublicher Schmiedekunst zeugte. Außerdem waren die Zeichen der Valar, denen er in Valinor diente, darin graviert. Außerdem spürte er einen Funken ihrer Magie. Zu wenig, um sie zu nutzen, aber genug, um sie zu erkennen.„Die Valar schicken Sie.“, sprach er noch etwas ungläubig und betrachtete weiter den Ring. „Das tun sie. Sie beauftragten mich mit demselben Auftrag.“, antwortete der Fremde. Gandalf nickte und gab den Ring zurück. Sobald der Fremde den Ring wieder in der Hand hatte und sich überstreifte, wurde er wieder unscheinbar. Vom hochwertigem Material, noch von der Gravur war noch was zu sehen. „Begleitet mich ein Stück. Lasst uns reden.“, sprach Gandalf und deutete auf den Wagen. Sein Gegenüber nickte und setzte sich auf die Bank vorne. Gandalf setzte sich neben ihn, nahm die Zügel und sie verließen Bree.

„Wollen Sie nicht langsam mal eure Kapuze aus dem Gesicht ziehen? Niemand außer mir, wird Sie in der nächsten Zeit sehen, der Weg ist leer, wie Sie sehen können.“, sprach Gandalf, nach dem sie sich weit genug von Bree entfernt hatten, um wirklich unter sich zu sein. „Das kann ich machen, doch werde ich euch mein wahres Gesicht nicht zeigen können.“, sprach die vermummte Person. Bevor der Zauberer fragen konnte, beantwortete der Fremde sie schon: „Euch befahlen die Valar eure Kräfte nur im Notfall zu nutzen. Mir befahlen sie keine Bindungen einzugehen. Ich denke, dies schaffe ich am ehesten, wenn niemand meinen wahren Namen und mein wahres Gesicht sieht. Doch ich werde euch ein Gesicht zeigen, damit ihr zumindest meine Mimik sehen könnt.“, sprach der Fremde und drängte den Herzschmerz zur Seite. Es bedrückte ihn, dass er seinem alten Freund nicht sagen konnte wer er war. Legolas.Legolas schlug seine Kapuze zurück und brachte dunkle, fast schwarze Haare zum Vorschein, die er ohne Verflechtungen nach hinten in einen Pferdeschwanz gebunden hatte. Seine Augen waren grau mit einem leichten Blaustich. Sein Gesicht hatte keine besonderen Merkmale, bis auf eine lange Narbe an seiner rechten Seite, die von der Stirn, übers Auge, bis zum Kinn ging. Es war eindeutig, dass diese Narbe kein einfacher Schnitt gewesen war. Ab dem Auge fing die Narbe an Abzweigungen zu bilden. Immer mehr, je weiter runter es ging. Eine verlief sogar über den Nasenrücken.Ein wenig sah es so aus, als wären es Wurzeln, die in den Stamm, über dem Auge übergingen. Die Narbe an der Stirn war am dicksten. Die Baumkrone wäre dann unter den Haaren. Was Gandalf an diesem Anblick am Meisten erschütterte, war, dass er scheinbar einem Elb neben sich sitzen hatte, doch ein Elb dürfte keine Narben haben. Außer es waren keine normalen Wunden. „Sie sind also ein Elb, oder ist dies auch vorgetäuscht.“, fragte der Zauberer, nach kurzem Mustern des Gegenüber. Legolas nickte. Seine Mimik zeigte keines seiner Gefühle und seine Augen schienen dumpf. Egal was es war, Gandalf war sich nicht sicher, ob er wissen wollte, was dem Elben neben ihm geschehen war. „Ist die Narbe eine Illusion oder echt?“, fragte er weiter. „Die Narbe in Gesicht, wie auch die auf meiner Hand und alle anderen, die ihr vielleicht irgendwann sehen werdet, sind echt.“, antwortete Legolas, „Narben sind schwerer verschwinden zu lassen. Es ist möglich, aber ich spare lieber meine Energie.“ Gandalf nickte und fragte: „Warum ein Elb? Warum Verstärkung?“ „Ihr wurdet zu fünft losgeschickt, jetzt sind nur noch drei in Mittelerde. Obwohl ihr drei keineswegs die Erwartungen der Valar enttäuscht habt, wollen sie sicher gehen. So habe ich das verstanden. Und ich denke, ich als Elb wurde ausgewählt, weil ich schon viele Jahre in Mittelerde gelebt habe. Ein weiterer Maia, müsste das Land und die Leute erst neu kennenlernen. Wer weiß, ob dafür noch Zeit ist.“, antwortete Legolas. Wieder nickte Gandalf und stellte wieder eine Frage im Anschluss: „Also sind Sie schon einmal gestorben?“ Diesmal nickte Legolas nur. „Ihre Narben…“, fing Gandalf an, doch Legolas winkte ab. „Ich vertraue euch, doch darüber will ich erstmal nicht reden.“, sprach der Elb. „Na gut. Eine Frage noch. Wie soll ich Sie nennen?“, fragte der Zauberer. „Erstmal könnt ihr mich duzen. Und zum Namen, könnt ihr mich nennen, wie ihr wollt. Die Orks aus Dol Guldur nannten mich Snaga. Mein Zwergenfreund nannte mich zuletzt Ukrad, davor aber auch Khuzsh oder Ushmar.“, antwortete Legolas. „Ich hätte nie erwartet diese Worte aus dem Mund eines Elben zu hören.“, murmelte Gandalf, „Ich weiß zwar nicht, was Ukrad oder Ushmar bedeutet, doch ich weiß, dass Khuzsh Freund heißt und dass Zwerge niemanden einfach so nennen, schon gar nicht in Khuzduhl, ihrer wohlbehüteten Muttersprache.“ „Ukrad bedeutet ‚größtes Herz‘ und Ushmar ‚Wächter‘.“, antwortete Legolas, „Mein Freund hat mich seine Muttersprache gelehrt. Er tat dies aus Dankbarkeit und er wollte, dass ich seine letzten Worte verstehe, falls er sie in Khuzduhl sprechen sollte. Damit ich sie seinen Verbliebenden weitergeben könne.“ „Dieser Zwerg…“, meinte Gandalf, „Er war auch in Dol Guldur?“ Die Gedanken des Zauberers schweiften während des Sprechens ein wenig ab. Er dachte an Thráin, Thorins Vater. Und er dachte an die Schrecken in Dol Guldur. Er war dort gewesen und wusste, um die Sklaven, doch konnte er nichts für sie tun. Einen Elben hatte er dort auch nicht gesehen, doch war er auch nicht im Steinbruch gewesen, wo die Gefangenen der Orks gearbeitet haben. „Das war er und das macht die Begegnung im tänzelnden Pony noch zufälliger und unglaublicher.“, sprach Legolas und diese Aussage ließ Gandalf interessiert Aufsehen. „Mein Freund war Thráin. Ich war im Steinbruch, als ihr bei ihm wart. Er gab euch den Schlüssel, da er wusste, dass er sterben würde und dass ihr ihn auch nicht retten konntet. Weder er noch ich machen euch deswegen Vorwürfe. Doch eine Sache konnte er euch nicht geben, denn diese Sache hatte ich zu dem Zeitpunkt. Als ich zurückkam, schlich ich mich zu ihm und blieb an seiner Seite, während er seine letzten Worte sprach und seinen letzten Atem tat. Ich versprach ihm etwas. Deswegen gebe ich euch dies.“, sprach Legolas und holte eine Karte hervor, „Und bitte euch, euch und Thorin helfen zu dürfen. Ich weiß von welcher Rache er spricht und über was er nachdenkt. Wenn er den Einsamen Berg zurückerobern will, sagt mir Bescheid. Ich versprach ihn zu schützen.“Gandalf nahm die Karte und sah sie sich an. „Die Karte von Thrór. Mit dem geheimen Eingang. Dies wird uns weiterhelfen. Doch wie kommt es, dass Sie… du die Karte hast und sie nicht, wie der Schlüssel bei Thráin war?“, fragte der Zauberer und musterte Legolas dann doch etwas misstrauisch. Legolas seufzte. „Zum Ende seines Lebens, hat Thráin immer öfter die Karte angeschaut. Die Orks bemerkten dies und nahmen sie ihm weg, um ihn zu quälen. Sie interessierten sich nicht für die Karte, wussten wahrscheinlich noch nicht mal, was dies für eine war. Sie hatten einfach Freude daran meinem Freund leiden zu sehen, indem sie ihm noch weiter die Hoffnung nahmen. Ich erfuhr davon und holte die Karte zurück, doch bevor ich sie ihm wiedergeben konnte, wurde ich erwischt und bestraft. Ich kam nicht rechtzeitig. Während ihr zu Thráin kamt, war ich im Steinbruch und habe Strafarbeit abgearbeitet. Als ich dann endlich zu ihm kam, sagte er mir, dass ich sie behalten sollte und entweder Thorin oder dir die Karte geben sollte, je nachdem wen ich zuerst traf. Er wusste, dass ich plante zu fliehen und er war sich sicher, dass ich es schaffen konnte. Damit behielt er recht, doch es hat weitere dreißig Jahre benötigt, bis ich die Chance hatte zu fliehen.“, erklärte der Elb.Gandalf nickte leicht und dachte eine Weile schweigend nach. „Warum gabst du Thorin nicht die Karte, als er sich zu dir gesetzt hatte?“, fragte er dann. “Ich denke, dass könnt ihr euch denken. Thorin ist ein sehr misstrauischer Zwerg. So viel konnte ich sehen und aus Thráins Geschichten heraushören. Er hätte sie genommen und mir gedroht niemanden davon zu erzählen oder ihm wieder zu begegnen. Vielleicht hätte er mich auch angegriffen, mit dem Gedanken, ich hätte Thráin auf dem Gewissen und ihm die Karte gestohlen. So würde ich mein Versprechen nicht einhalten können. Egal, was ich ihm gesagt hätte, er hätte nicht auf mich gehört. Außerdem wollte ich sowieso mit euch bekannt machen. Immerhin haben wir denselben Auftrag.“, erwiderte Legolas. Gandalf nickte. „Ich brauche nur noch einen Namen für dich. Ich bin weder Zwerg noch Ork und will dich weder in der schwarzen Sprache noch in Khuzduhl benennen. Du bist ein Elb und benötigst einen elbischen Namen.“, murmelte Gandalf vor sich hin. Legolas ließ ihn, hörte schweigend zu und dachte zurück an die Zeit in Gefangenschaft. Es waren nur knapp 35 Jahre und doch waren diese 35 Jahre selbst für ihn als Elben zu lange gewesen. Immerhin war er ein Waldelb. Ein Elb, der noch stärker an die Freiheit gebunden war. Er schüttelte den Kopf. Die Erinnerungen an Dol Guldur waren zu frisch, zu schmerzhaft.„Erion.“, sprach Gandalf. „Wie bitte?“, fragte Legolas, der dann doch nicht mehr zugehört hatte. „Ich denke Erion passt gut zu dir.“, wiederholte Gandalf. „Obwohl du scheinbar in Mittelerde geboren bist, wurdest du von den Valar geschickt, also Quenya. So hast du größere Distanz zu den anderen Elben hier, die heutzutage eher Sindarin-Namen haben. Und die Bedeutung…“, erklärte Gandalf, doch wurde von Legolas unterbrochen: „Einsamer Sohn beziehungsweise einsamer Junge.“ Gandalf nickte. „Dir wurde ein Leben ohne soziale Bindungen befohlen. Ein einsames Leben. So sehr ich die Valar auch verehre, sie können grausam sein.“, erwiderte der Zauberer. Legolas nickte leicht. „Aber es ist besser so. Sonst besteht die Gefahr, dass ich meinen Auftrag vernachlässige, um meinen Freunden oder meiner Familie zu helfen. Immerhin bin ich ein Elb. Beides hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, doch dies darf nicht sein.“, sprach Legolas, „Erion…“ Legolas konnte nicht verhindern, dass er traurig den Blick senkte. „Mei mei, mein Junge.“, brummte Gandalf und klopfte ihm auf dem Rücken, „Erledigen wir unseren Auftrag und du kannst deine Freunde und Familie wiedersehen.“Der Elb nickte und verbannte die Traurigkeit aus seinem Gesicht.Gandalf wollte eigentlich mehr über die Zeit des Elben in Dol Guldur erfahren, doch sah ein, dass er offensichtlich, wenn man nachrechnete, kaum ein Jahr, vielleicht sogar noch nicht mal einen Monat, aus der Gefangenschaft geflohen war. Der Istar war sich sicher, dass die Erlebnisse und Erinnerungen noch zu frisch waren und von zu starken Gefühlen beeinflusst. Falls er gute Informationen
haben wollte, müsste er warten, bis sein Sitznachbar alles verarbeitet hatte. Insgeheim hoffte er, dass sich Erion dabei beeilen würde.

„Wie lautet ihr Plan eigentlich?“, fragte Legolas nach einer Weile. „Mhm…“, brummte Gandalf, „Wenn ich Thorin richtig verstanden habe, will er eine Armee versammeln, doch dies würde zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es würde nicht gelingen. Ich werde vorschlagen heimlich vorzugehen. Und ich denke dafür könnten wir dich gut gebrauchen, sowie einen Hobbit.“ „Einen Hobbit?“, fragte Legolas und zog eine Augenbraue hoch. „So weit ich weiß ist Smaug noch nie einem Hobbit begegnet. Dadurch kennt er seinen Geruch nicht. Also kann sich ein Hobbit gut in den Berg schleichen und ihn erkunden, ohne entdeckt zu werden. Er könnte die Schwäche von Smaug ausmachen.“, erörterte Gandalf kurz seinen Plan. Legolas nickte. „Der Drache ist durchaus eine Gefahr, wenn Sauron ihn auf seine Seite zieht, was er eindeutig schaffen würde. Es hätte schreckliche Folgen. Wir müssen ihn aus der Welt schaffen.“, erwiderte der Elb nachdenklich. „Dir ist also bewusst, dass Sauron langsam dabei ist zu erstarken?“, fragte Gandalf. Legolas nickte. „Ich weiß auch, dass er in Dol Guldur haust.“, erwiderte Legolas. Gandalf sah erschrocken zu ihm. „Bist du dir da ganz sicher?“, fragte er. Er hatte zwar auch schon diese Vermutung, doch diese aus dem Mund eines anderen zu hören, war dann doch erschreckend. Legolas nickte. „Ich war 35 Jahre dort Gefangen. Ich weiß, dass der Nekromant eigentlich Sauron ist. Die Valar hätten mir nicht die Aufgabe gegeben, wenn ich nicht ein gewissen Gespür für die Dunkelheit hätte.“, sprach Legolas. Gandalf musterte ihn und nickte dann. „Also haben sich meine Vermutungen doch bestätigt.“, murmelte er. Der Elb nickte und stand auf, obwohl der Wagen noch weiterfuhr. „Es bleibt keine Zeit zu verlieren. Wenn ihr bei Thorin wart, kommt zurück ins Auenland. Ich werde mich dort ein wenig umsehen und mich ein wenig von Dol Guldur erholen. Die Bäume werden mir schon sagen, wenn ihr da seid und wo.“, sprach er und sprang an einen Baum, als sie am alten Wald ankamen. Gandalf zügelte das Pferd und sah zu Legolas. „Du bist ein Waldelb?“, fragte er. „Yavanna hat mir ihren Segen gegeben.“, erwiderte Legolas einfach und verschwand dann im Wald. Gandalf sah dem Elben noch ein wenig verwirrt nach. Er konnte nicht umhin, als sich über diesen Elben zu wundern. Doch er war eindeutig von den Valar geschickt, also beschloss er ihm zu vertrauen.
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