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Die Übernachtung

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Benny Handler Eva Marie Handler John Handler OC (Own Character) Sarah Wittner William "Willi" Tagert
29.01.2021
09.02.2021
5
7.488
1
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07.02.2021 1.256
 
Mit einem intensiven Blick schauten die beiden sich an. Keiner wollte diesen zuerst lösen und somit vielleicht dem anderen den Eindruck geben, dass er aufgibt.
Ein nervöses lachen unterbricht den Starr-Kontest der beiden. Benny räuspert sich und gibt den beiden jeweils einen Controller, unsicher ob er gerade Bahn frei für einen Streit gab.
“Tut mir einen Gefallen und lasst euch gegenseitig am leben…” sagt er mit einem unsicheren Lachen und dreht sich zu den anderen mit weit aufgerissenen Augen. Er bekommt nur ein verunsichertes Schulterzuck-Konzert.

Will macht seine Hände bereit für die Regenbogenstrecke und schaut Chloe, Sarah und Benny an. Ob er seine Gegner anschauen wollte um ein wenig Furcht zu sehen? Möglicherweise. Doch alle hatten denselben Plan.
Alle schauten gespannt auf den Fernseher. Das Geräusch des Countdowns ist das einzige in diesem Moment.
Der blonde Teenager zog übermütiger Weise eine seiner Augenbrauen hoch. Er ist nicht zu diesem Abend gekommen um als Verlierer zu gehen und das wollte er alle wissen lassen.

Das Rennen startete. Das hintere Feld war ziemlich klar von Chloe dominiert. Benny hingegen versuchte mit Will und Sarah mitzuhalten, welche sich in diesem Moment ein enges Rennen im vorderen Feld lieferten. Immer wieder wechselten sich die beiden mit der Nummer 1 und 2 ab.

“Kannst froh sein das meine Hände kalt sind.” sagte Will mit entschlossener Tonlage.
Er erntete nur ein genervtes Augenrollen von Chloe und Sarah. Letztere äußerte sich zuerst.

“Kannst froh sein das ich dich noch nicht überholt habe.”
“Macht auch Sinn das der einzige mit ‘nem Führerschein vorne ist.”
“Du nervst.”
“Und du bist nicht mein Therapeut sobald ich weiß.”
“Werd' erwachsen William.”

Will verdrehte die Augen und schubste sie von der Strecke mit einem übermütigen Grinsen. Auch wenn er gerade gerne woanders wäre, war es schon toll seinen Cousin und seine Freunde bei dem Spiel abzuziehen. Er hört sein Handy klingeln und dreht nur seinen Kopf leicht. “Molly? Kannst du mir sagen wer mir geschrieben hat? Ich bin beschäftigt.”.
Molly nickt und sucht schnell sein Handy. Lachend schaut sie sich sein Hintergrundbild an.
“Ist das Kermit mit einem Cowboyhut?”
“Vielleicht? Wer hat mir geschrieben?” fragt er, ein kleines lächeln auf seinem Gesicht nachdem sie sein Hintergrundbild erwähnt.
“Ist deine Tante. Anscheinend hast du ‘ne wichtige Mail bekommen. Sie sagt was von College?”.
Er verschluckt sich an seiner eigenen Spucke und fällt von der Strecke. Schnell dreht er sich zu Molly und verliert seinen ersten Platz an Sarah. Ihm ist das jedoch ziemlich egal gerade. Schnell nimmt er sein Handy aus der Hand von Molly und liest sich die Nachricht mit großen Augen durch. “Ich muss einmal kurz weg.”.
Ohne große Widerrede rennt der Reitlehrer aus dem Zimmer und springt die Stufen runter. Hoffentlich hatten sie ihn angenommen. Das letzte was er jetzt noch brauchte war von seinen Traum-Uni abgelehnt zu werden. Er macht einen schnellen Stopp an der Tür und riskiert fast mit dem Teppich wegzurutschen. Beim reinlaufen stößt er sich den Kopf am Türrahmen und vom Winkel her schien er nicht weiter gewachsen zu sein.

“Wo ist der Brief?” fragt er außer Atem und schaut sich um. Seine Augen treffen auf die mindestens genauso aufgeregten Augenpaare von seiner Tante und seinem Onkel.
Seine Tante zeigt auf seinen Laptop, welchen er liegen gelassen hatte und vergrub ihr Gesicht wieder hinter ihre Hände. Ihr Ehemann packt eine Hand auf ihre Schulter und gibt Will ein vertrautes lächeln.
Schnell setzte sich der 19-jährige an das Gerät und greift hektisch nach seiner Ersatzbrille.
Er überfliegt die Mail schnell nach Schlüsselwörtern bis seine Tante ihn lieb darauf hinweist doch bitte die Nachricht laut vorzulesen, um ihr weiteres leiden zu ersparen.
“Texas A&M… Guten Tag Herr Taggert… Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Sie als Studenten des Abschlussjahrgangs 2025, im Rahmen eines Stipendiums, an der Texas A&M begrüßen zu dürfen… mit Ziel eines Abschlusses in Pferdewissenschaften..” liest er ungläubig vor und schaut seinen Onkel mit großen und kindlichen Augen an.
Seine Tante schaut ihn glücklich an und nimmt ihn fest in den Arm.
Sein Onkel zieht ihn in eine feste Umarmung und lässt zu, dass auch der Reitlehrer mal eine Träne verdrücken darf. “Wir sind so stolz auf dich…” kommt es mit einem lächeln aus dem Mund seines Onkels.
Von Will’s Seite hingegen kam nur ein heftiges Schluchzen als er irgendwie versuchte die guten Nachrichten zu verarbeiten. Seine Hände versuchten verzweifelt sich an seinem Onkel festzuklammern. Er versuchte zu sprechen, aber das einzige was aus seinem Mund kam war entweder ein Schluchzen oder ein, von Tränen unterdrücktes, Lachen.

Auf dem Regal in der Familienküche stand ein Bild von seinen Eltern, welche den damals 7 Jährigen im Arm hielten.
John lächelt seinen Neffen nur stolz an und drückt ihm einen liebevollen Kuss auf seinen Scheitel. “Du trittst wirklich in die Fußstapfen deines Vaters, was? Du siehst genauso aus wie er, als er in deinem Alter war…” sagt der ältere Mann mit einem etwas traurigen Lächeln. Gerne erinnerte sich der Mann an seinen kleinen Bruder und an die alten Zeiten, als die beiden noch klein waren.
Doch wenn er sich nun Will anschaut sah er, dass dieser genauso aussah wie er. Mit denselben Gesichtszügen und derselben Art. John wusste ebenfalls, dass Will wie sein Vater sein wollte. Das hatte er ihnen schon oft genug gesagt ohne eine große Geste daraus zu machen.
Will schaute hoch und rieb sich seine, mit Tränen getränkten, Augen. Er schien es nicht zu glauben, wie schnell sich dieses Blatt von einer schlechten zu einer guten Woche geändert hatte.
“Ich hab euch lieb..” murmelte der Junge vor sich hin und brach in einem neuen Schwall von Tränen aus.
Eva lachte nur und schüttelte ihren Kopf. “Du scheinst nicht zu wissen wie sehr wir dich alle lieb haben… Du bist mir einer.”
“Du hast hart dafür gearbeitet” lächelte sie ihn weiter an und schon danach hatte sie einen sehr großen Jugendlichen in ihren Armen. Dieser sah es nicht wirklich an, dass es seine eigene harte Arbeit war und schüttelte seinen Kopf langsam.
“Danke, dass ihr mich nicht aufgegeben habt, wie alle anderen…”

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Jeder im Wohnzimmer schaute sich nur verwirrt an, als der Reitlehrer verschwand. Niemand wusste wirklich von was weder Molly noch Will gesprochen hatten. Benny hingegen wusste es und zog ein Knie zu seinem Oberkörper.
Der jüngere der beiden schien sehr nervös, sein Blick ständig auf den Türrahmen. Konnte er nicht endlich zurückkommen und ihm auch sagen, ob er angenommen wurde oder nicht?
So oft hatte Will ihm erzählt, dass er gerne ein Trainer und Pferde Trainer bleiben würde. Er hatte es ihm so oft erzählt, dass er manchmal hinterfragte ob sein älterer Cousin vergaß wie oft er es gesagt hatte. Er seufzt und schaut sich nervös in dem Wohnzimmer um, obwohl er in diesem aufgewachsen war.
Als Will dann mit verheulten Augen zurück ins Zimmer kommt befürchtet er das schlimmste.
Anstatt etwas zu sagen fällt dieser ihm jedoch nur in die Arme und lächelt glücklich.
“Du wurdest angenommen?” fragt Benny mit großen Augen.
Will lächelt nur und drückt seinen kleinen Cousin feste.

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Hi :D
Hier bin ich wieder mit einem etwas positiveren Kapitel. :))
Ich hoffe ihr habt alle einen guten Start in die Woche, trotz des kalten Wetters.
Wie ihr vielleicht merkt hat die Geschichte einen etwas schnelleren Plot, da diese als Kurzgeschichte gedacht ist. Trotzdem versuche ich nicht unter 1000 Wörter zu fallen. :)
Außerdem habe ich die Beschreibung und Kennzeichnung geändert, da ich mich doch erstmal größtenteils auf Will als Charakter konzentrieren möchte.

Lg,
Slippy :)
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