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Die Übernachtung

KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Benny Handler Eva Marie Handler John Handler OC (Own Character) Sarah Wittner William "Willi" Tagert
29.01.2021
09.02.2021
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29.01.2021 1.491
 
Manchmal war Will sich nicht genau sicher, was er überhaupt machte.
Dem jungen Reitlehrer war es schon klar, dass er besonders jungen Leuten das Reiten näher brachte, aber besonders in letzter Zeit hinterfragte der 19-Jährige öfter, ob das das einzige war was ihm mit diesem Ort verband.
Natürlich liebte er sein Pferd Jimber, und natürlich liebte er seinen Job am Hof, jedoch verbrachte er immer mehr und mehr Zeit an diesem allzu bekannten Ort. Immer weniger Zeit hatte er für seine anderen Sportarten, oder seine anderen Freunde.

Der Tag an sich war nichts besonderes.
Nichts außergewöhnliches, und doch fand sich Will in einem tranceartigen Zustand wieder. Er sah sich um und ließ sich in das grüne Gras seines Geheim Ortes fallen. Als sein Körper den Boden erreicht lehnt er sich zurück und schaut in die helle Sonne des vorangeschrittenen Tages. Sein Kopf reflektiert den Tag und obwohl er es nicht wollte, analysiert er wieder jeden kleinen Fehler den er bei der Arbeit an den Tag gelegt hatte.

Genervt lässt er sich mit seinem Rücken in das Dürre trockene Gras fallen, seine Hände machen sich schon fast selbständig und finden sich schon bald in seinem Gesicht wieder. Während er sich im Gesicht rieb, sang er leise den Ohrwurm vor sich hin, welcher ihn schon den ganzen Tag geplagt hatte.
Seine Hände entfernten sich von seinem Gesicht, allerdings blieben seine Augen geschlossen und ein kleines doch wahres lächeln überkam ihn. Später würde er nach hause kommen und Benny würde beim gemeinsamen Abendessen von Alma sprechen. Nichts neues für ihn, aber Will fand es schon ziemlich süß, wie sein kleiner Cousin von dem Mädchen schwärmte. Er wird bestimmt wieder davon erzählen, was Alma und er sich am Wochenende vornehmen. Abrunden würde der jüngere seine Vorstellung sicherlich mit: “Und habt ihr ihre Augen gesehen?”.
Der Blonde lacht etwas über seine eigenen Gedanken. Das war nämlich genau was Benny in letzter Zeit immer sagte. Der braunhaarige war hin und weg von seiner Freundin und ließ es ihn natürlich immer wisse, wenn er selbst dann mal nach einem langen Tag zurück ins Haus kam. Da wünschte er sich schon fast selbst eine stabile Beziehung.

Bei dem Gedanken verzerrte sich sein Gesicht.

“Warum denk ich so?”. Die Frage war an niemanden besonderes gerichtet, sondern eher an seinen eigenen Kopf. Hatte sein Kopf nicht gelernt? Er dachte nach seiner letzten katastrophalen Beziehung mit einem Mädchen aus seiner Theater Klasse wusste sein Kopf besser was er wollte.
Er würde nicht einmal sagen, dass das abrupte Ende der Beziehung seine Schuld war.
Zumindest so weit, wie jemand ein Schluss machen seinerseits bezeichnen kann, welches nur entstand, weil seine - jetzt Ex - Freundin ihn betrog.

Sein Handy klingelte und Will öffnete nur widerwillig seine Augen, um zu sehen wer ihn jetzt nach seinem Arbeitstag noch störte.
Zuerst konnte er nicht erkennen wer es genau war der ihm jetzt schrieb. Vielleicht war es einfach der Gruppenchat mit den Mädchen.
“Natürlich seh ich jetzt nichts…” grummelt der Jugendliche und rieb seine Augen mit seinem Zeige- und Mittelfinger. “Ich hätte doch meine Brille mitnehmen sollen…” murmelte er weiter vor sich hin und konnte langsam erkennen, dass es Inder tat der Gruppenchat zwischen den Mädchen, Benny und ihm war, der ihn jetzt noch um die Uhrzeit auf Trapp hielt.
Er beobachtet die wilde Unterhaltung noch ein wenig länger bevor er bemerkte, dass sie alle sich an ihn richteten.

“Will?”
“Will wir sehen, dass du alles liest T.T”

Nach noch einer gewissen Zeit antwortete er dann auch. Eher genervt als erfreut, aber die Mädchen bekamen dennoch ihre gewünschte Antwort.

“Was wollt ihr? Ich hatte grad erst Feierabend :3”

Schnell kamen Antworten zurück. Meistens von entweder Chloe oder Molly. Einmal allen dritten Neumond entschied sich auch sein Cousin mit in die Unterhaltung einzuschalten, warum Will jetzt so genervt schrieb.
Will hingegen steht auf mit einem genervten stöhnen und klopft sich den Hintern ab. Er streckt sich noch einmal bevor der blonde sich auf auf den Heimweg begibt.

“Sicher, dass alles gut ist? Wir wollten unsere monatliche Übernachtung machen dieses Wochenende, und du bist der einzige, der noch nicht Gastgeber war :))”, schrieb Sarah kurzer Hand. Darauf erhielt sie eine relativ schnelle und kurze Antwort.

“Um wie viel Uhr und wann?”

--------

Als Will durch die Tür kommt wird er bereits von den lauten Gesprächen der Mädchen begrüßt, die ihn wahrscheinlich jetzt von heute auf morgen begleiten würden. Er seufzt und zieht seine Schuhe aus. Das letzte was er jetzt noch wollte war, dass seine Tante einen halben Anfall bekam. Sie wollte immerhin ihr Wochenende genießen.
Er wusste ja nicht mal wirklich selbst, warum er so schlecht gelaunt war bei dem Gedanken, dass die Mädchen über das Wochenende blieben. Vielleicht war es wegen dem kürzlichen Schluss machen mit seiner Freundin, oder er war einfach ausgelaugt.
Seine langen Finger verschwinden in seinen Haare und aus seinem Mund kommt ein lautes Gähnen während er ins Wohnzimmer läuft.

“Will Schatz?”, kommt es aus der Küche und der große Jugendliche macht einen Drehung auf seinen Fersen, um seine Gehrichtung zu ändern.
“Ja? Hier” erwidert er verwirrt und lehnt sich gegen den alten Hölzernen Türrahmen. Wenn man genauer hinsah sah man die eingeritzten Striche aus seiner Kindheit. So oft standen Benny und er an diesem Türrahmen während seine Tante und sein Onkel ihre Körpergröße gemessen hatten. Damals war er noch kleiner gewesen als sein Cousin… mittlerweile konnte er mit seinen 1.95m wahrscheinlich nur noch daran gemessen werden, wie und in welchem Winkel er sich morgens seinen Kopf am Türrahmen anschlägt.
“Kannst du mir eben helfen das essen aus dem Ofen zu holen?”, fragte seine Tante und lächelte ihren Neffen freundlich an während sie sich ihre Handschuhe anzog.
Will nickte kurzerhand und lief zu ihr rüber. Dort wurde er schnell von Eva aufgehalten, die nur auf seine Hände zeigte. “Zieh dir bitte Handschuhe an mein Schatz. Ich will nicht nachher noch mit dir ins Krankenhaus fahren.”.
Er nickte nur und antwortete nicht. Stattdessen zieht er sich schnell Handschuhe über und hilft ihr recht schnell den Braten aus dem Ofen zu bekommen.

…….

Sarah schaut sich um und wundert sich, warum ihr Reitlehrer immer noch nicht da war. Dabei hatte er vor 3 Stunden geschrieben, dass er sich jetzt auf den Weg zur Ranch machen würden. Sorgte sie sich zu sehr um den älteren Jungen?
Gerade als sie aufstehen wollte wurde sie von jemanden wieder auf die Couch gezogen. Sie sieht rüber und schaut in die beruhigenden Augen von Molly.
“Du machst dir wieder Sorgen”, stellt ihre Freundin fest. Daraufhin bekommt sie ein kleines lachen von Sarah, welche ihren Kopf schüttelt.

“Worüber soll ich mir Sorgen machen?”
“Deinen geliebten?”
Das blonde Mädchen merkt wie sie rot wird und schüttelt verlegen ihren Kopf.
“Absolut keine Ahnung worüber du redest”
Molly lacht nur und lässt ihre Freundin vom Haken. Sie dreht sich zurück zu den anderen und hört sich die Geschichte von Benny an, wie er fast in eine Schlange getreten wäre die Woche zuvor.

“Überrascht, dass du es nach hause geschafft hast nach dem Schlangenbiss bin ich ja immer noch.”, kommt es von einer tiefen männlichen Stimme, die sich gerade mit in das Meer voller Stimmen mischte.
Sarah schaut rüber und sieht wie sich Will auf die Couch legt und direkt in eine der warmen Decken einkuschelt. ‘Scheint so, als ob das seine Routine ist’ denkt sich das Mädchen und setzt sich zu Will.
“Alles gut?” fragt sie nur und lehnt sich zurück gegen die Polster der relativ alten Couch. Ihr Kopf dreht sich in seine Richtung, aber sie bekam keinen Blickkontakt mit dem Jungen.
“Schon alles gut…” sagte, nein flüsterte er schon fast während seine Augen geschlossen blieben. Er sah sehr müde und fertig aus. Seine Brille hing ebenfalls halb auf seiner Nase als er sich noch einmal streckte und zurück in die Decke kuschelte.
“So siehst du nicht aus.” sagte sie nur und drehte ihren Kopf ein wenig.
“Nette Art zu sagen, dass ich scheiße aussehe” schmunzelt Will nun und öffnete seine Augen halb um Blickkontakt mit ihr aufzubauen.
Er seufzt und setzt sich jetzt doch auf. Verlegen reibt er sich seine Augen unter seiner Brille, während seine sonst gebräunte Haut sehr blass erschien.
Sarah wollte grad etwas sagen, als die Mädchen sich darüber stritten welcher Film an dem Abend geguckt wurden würde.
Sie ließ sich einfach zurück in die Couch fallen und schaute rüber. Zu Augen kam ihr Will, welcher neben ihr eingeschlafen war. Sie versuchte nicht hinzuschauen.
Stattdessen lehnt sie sich rüber und nimmt ihm vorsichtig seine Brille von der Nase.

“Wir wollen ja nicht, dass die kaputt geht…” sagt sie leise.
Alle anderen schauten irgendeinen Disney Klassiker. Sarah hingegen erwischte sich immer wieder, wie sie zu Will rüber schaute um sicher zu gehen, dass es ihm gut ging.

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Hi,

normalerweise bin ich eher die Zeichnerin. Aber nach langer Zeit konnte ich mich jetzt doch dazu entscheiden die Kurzgeschichte zu schreiben. :')
Ich hoffe ihr habt noch einen guten Tag vor euch!
Lg,
Slippy
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