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ROTES GRÜN

GeschichteRomance, Erotik / P18 / MaleSlash
26.01.2021
22.07.2021
6
17.561
1
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Dieses Kapitel
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22.07.2021 1.951
 
Welcome Back to Green.

Die Updates kommen weiterhin unregelmässig, aber versprochen es wird weitergehen!
Vielen lieben Dank für die Sterne und Herzchen, habe mich sehr gefreut.
Aber jetzt, lasst uns sehen wo die Nacht für Tayo und seinen kleinen Bruder endet.
Hoffentlich bis bald
C.
_____________________________

Weiss der Teufel wie viel Zeit vergangen ist als sich Ramon endlich zu regen beginnt, doch noch bevor er die Augen aufschlägt fasst er sich stöhnend an den Bauch. Jetzt kommt wohl die Welle der Übelkeit um die er vor seiner Bewusstlosigkeit herumgekommen ist. Schnell trete ich zu dem schmalen Bett, helfe ihm seinen Kopf anzuheben um sich in den Eimer auf dem Boden zu übergeben. Noch immer im Delirium gefangen fällt sein Kopf kraftlos zur Seite als sein Magen sich für den Moment beruhigt hat. Übermüdet wie ich bin, lasse ich mich auf den Stuhl sinken den Yazmina mir gütiger Weise aus ihrem Büro ausgeliehen hat. Ihre Klinik, wenn man es denn so nenn will, ist nicht halb so luxuriös wie die Klinik die ich gegenüber dem Polizisten erwähnt habe. Für mi cielo ist zwar nur das Beste gut genug, doch ihn zu den Ärzten der Familia zu bringen kommt nicht in Frage. Yazmina stellt keine Fragen, und noch viel wichtiger, sie hat nichts mit den Mexikanischen Kartellen zu schaffen. Ganz abgesehen davon ist sie eine hervorragende Ärztin.

Immer wieder greife ich nach Ramons Handgelenk um nach seinem Puls zu fühlen, obwohl der Monitor an der Wand ein stetes Piepen von sich gibt. Es dauert noch mehr als eine Stunde und einige Eimerfüllungen bis er endlich wieder zu sich kommt. Ich richte mich auf, streife die dunklen Locken von seiner Schweissfeuchten Stirn.

«Mi cielo, wie fühlst du dich?» flüstere ich meine Worte um ihn nicht zu erschrecken.

«Tayo…?» sein blick ist unstet, huscht von meinem Gesicht ins nirgendwo und wieder zurück «Estoy sonando?»

Ja, das würde ich auch gerne wissen und zwar seit du im Club deine Augen aufgeschlagen hast.

«Nein, du träumst nicht»

Bei der Antwort legt sich seine Stirn in falten und er beginn sich wirklich um zu sehen, zu ergründen wie er hierher gekommen ist.

«Woran kannst du dich erinnern, mi pequenio? »

«Ehm... » er streicht sich mit den Finger über die Stirn, schliesst die Augen erneut «gibt mir bitte ein Paar minuten»

«Natürlich. Ich hole Yazmina, sie wollte nach dir sehen sobald du wach bist»



Es kostet mich einiges an Überwindung aber ich warte im Flur bis die Untersuchung vorüber ist, als die Ärztin jedoch zu mir hinaustritt und die Türe hinter sich zuzieht kann ich mich nicht mehr zurückhalten.

«Und?»

«Fahr mal runter, Tayo» Ein wissendes Grinsen umspielt ihre Lippen bevor sie in fachmännischem Ton weiterspricht «Es geht ihm gut. Sein Blutalkoholwert ist noch reichlich hoch und er wird in den nächsten Tagen etwas wie einen langanhaltenden Kater und Emotionale Taubheit verspüren. Völlig normal bei GBL»

Emotionale Taubheit? Für mich einmal dasselbe zum Mitnehmen, bitte! Das wäre die Erlösung nach den letzten Stunden.

«Wann kann ich ihn mitnehmen?» Frage ich stattdessen, nachdem ich endlich weiss, dass er sich wieder erholen wird.

«Unter den Umständen die du mir geschildert hast… jetzt gleich, auch wenn ich ihn gerne noch etwas beobachten würde. Da du dich aber seit neustem wie eine Glucke aufführst gehe ich davon aus, dass er bei dir in guten Händen ist» ihr blick wird leicht fragend.

«Ich lasse ihn nicht aus den Augen!» versichere ich daher sofort, und bemerke sogleich meinen Fehler als das Grinsen von zuvor noch wissender wird, habe ich ihr das Glucken Argument doch geradezu bestätigt.

«Sei nicht so Griesgrämig, man kann sich nicht alles aussuchen»

Sie verabschiedet sich mit einer kurzen Umarmung und verschwindet wieder in ihrem Büro, somit muss ich mich der Aufgabe widmen wie Ramon am besten in mein Apartment kommt.



Vicky wartet wie versprochen in der Tiefgarage meines Wohnhauses und hilft mir den mehr schlafwandelnden als wachen Ramon in den Fahrstuhl zu befördern. Selbst wenn sie in diesem Moment wortlos mit anpackt fürchte ich schon jetzt den Zeitpunkt wenn sie mit ihrem Verhör loslegen wird. Im Gegensatz zu Levi wird sie keine Ruhe geben bevor sie nicht jedes kleinste Detail aus mir herausgepresst hat. Noch nutze ich jedoch die Schonfrist, während sie in der Küche Kaffee aufbrüht, und setzte mich neben meinen Bruder auf die Bettkante. Seine Haut ist für seine Verhältnisse viel zu blass, ganz besonders im Kontrast zu den schwarzen Locken. Was ist bloss passiert in den letzten zehn Jahren dass es hierzu kommen konnte? Er wird mir später einige Fragen beantworten müssen doch fürs erste ist es an mir mich einem Verhör zu stellen.

Die grossgewachsene blonde Schönheit sitzt auf der Couch, eine dampfende Tasse Kaffee in den Händen, eine weitere steht auf dem kleinen Tisch vor ihr.

Völlig geschafft lasse ich mich neben ihr in die Polster fallen bevor ich nach dem Lebenselixier greife.

«Danke Vicky» seufze ich wohlig nach dem ersten Schluck.

«Für dich immer, Tayo»

«Komm, frag schon. Ich sehe doch dass du fast platzt vor Neugierde» stürze ich mich in den Ring, bevor sie mich hinein schubsen kann.

«Pfff… wundert dich das? Es ist vier Uhr früh, du beorderst mich hierher um dir bei einem Regelverstoss sondergleichen behilflich zu sein während Levi sich weigert den Mund auf zu machen und Mischa wie immer nichts mitbekommen hat. Du kümmerst dich um Menschen die dir wichtig sind, das ist mir klar aber das hier? Warum verstösst du für ihn gegen deine Eisernen Regeln?»

«Er ist…» und im Gegensatz zu vor ein paar Stunden kommen die Worte ohne grossen Widerstand über meine Lippen «mein Bruder. Ich bin zu Müde um alles nochmal zu erzählen. Seit meinem Outing vor gut zehn Jahren hatt ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familia. Gestern taucht Ramon wie aus dem nichts im Outlaw auf und… und…» die ganzen Emotionen die mich seither gefangen halten lassen mich verstummen und den Blick auf meine um die Tasse verkrampften Hände sinken.

«Lass gut sein Tayo, wir reden ein andermal. Warum bin ich hier?» vor erstaunen verschlucke ich mich am letzten Rest Kaffee. Hat sie gerade wirklich freiwillig davon abgesehen mich auszuquetschen? Ich muss wohl noch erbärmlicher aussehen als heute Nacht bei Levis Fragestunde.  Es dauert eine Weile, bis ich meinen schockbedingten Hustenanfall überwunden habe.

«Unsere… Seine Familie darf auf keinen Fall wissen, dass er bei mir war ganz zu schweigen davon, dass er…» ich bringe die Worte nicht über meine Lippen wohingegen Vicky keine falsche scheu zeigt.

«auf Schwänze steht? Ich ahne worauf du hinaus willst»

«Es fällt mir nicht leicht dich darum zu bitten, wirklich aber ….»

«Mach halblang, ich verstehe schon. Falls irgendjemand ihn gesehen hat… beziehungsweise sehen wird, wenn er das Haus verlässt muss eine schöne Frau der Grund sein weshalb er sich hier aufgehalten hat. Ich bin die logische Wahl, weil mein Bruder im Outlaw arbeitet und daher auch die Verbindung dorthin ersichtlich ist»

Ich bleibe stumm und hasse mich schon jetzt dafür sie darum bitten zu müssen, dass…

«Hör auf damit dir Vorwürfe zu machen» ihr mit Sommersprossen übersäten Hände legen sich warm um mein Gesicht «Es ist mein Job, mit mehr oder weniger Fremden ins Bett zu gehen. Da wird mich eine Knutscherei mit dem süssen Twink dahinten kaum umbringen»

«Er ist kein Twink!» empöre ich mich sofort. Er ist doch…

«Ist er nicht? Weshalb stand er dann vor wenigen Stunden zuoberst auf deiner Abschussliste? Ich kenne deine Präferenzen, el Mansouri»

«Woher?» ihr Mitleidiger Blick sagt mir alles, das ich wissen muss «Ich dachte Mischa, diese Tratschtante, hat nichts gesehen?»

Ich hätte damit rechnen müssen, schliesslich sind Michail und Viktoria Zwillinge, die ständig aneinanderkleben. Mit festem Griff in meinem Nacken zieht sie mich an ihre Schulter, legt ihre Arme liebevoll um mich.

«Ich habe dich noch nie so fertig gesehen. Wir sind da, wenn was ist. Immer, hörst du?»

«Ich kann euch da nicht noch mehr mit hineinziehen, allein das hier ist viel zu gefährlich»

«Mach dir wegen den Mex-Kartellen keine Sorge. Selbst wenn wir ausgestossene sind, die riskieren keinen Krieg mit den Russen wegen einer Nutte und einem Schwulen Barkeeper»

Hätte ich noch Kaffee, wäre jetzt der nächste Hustenanfall zur stelle gewesen. So kann ich sie nur etwas verwirrt und entsetzt zugleich anstarren.

«Ach Tayo, wir wussten von Anfang an, dass du Teil der Diaz-Moreno warst. Es kam uns seltsam vor, dass du deine hochverehrte Familia nie erwähnt hast, bis sich die Gerüchte verbreitet haben. Versteh mich nicht falsch, wir lieben dich wie einen Bruder aber… damals konnten wir das Risiko nicht eingehen»

«Schon gut Vicky, ich hätte dasselbe getan»







Wir dösen auf dem Sofa vor uns hin, bis der Morgen dämmert. Vicky ist ebenso eine Eule wie ich und kocht erneut Kaffee um das frühe Aufstehen zu erleichtern. Ramon wach zu bekommen ist da schon etwas komplizierter, er knurrt nur unwillig bevor er sich zur anderen Seite dreht und sich fester in meine Decke einwickelt.

«Ramon komm, aufstehen! Du musst Nachhause»

Die Laute die unter der Decke hervordringen können mit viel Fantasie als will nicht interpretiert werden.

«Es ist zu gefährlich, okay? Du musst hier weg und darfst nicht mehr herkommen» ich will gar nicht daran denken was sonst passieren könnte. Mich als Mündel konnten sie verstossen, als Blutsverwandten gibt es diese Option nicht. Entweder ist man für die Familia oder… man ist tot.

«Los Ramon, du kannst später weiter Schlafen» rüttle ich ihn erneut an der Schulter, entziehe ihm die Decke als er auch darauf nicht reagiert.

«Okay, Okay, ich bin ja wach» mir bleibt fast das Herz stehen als er sich aufsetzt. Sein Gesicht wird von unübersehbaren Augenringen dominiert, die Augen wirken stumpf.

«Wie fühlst du dich?» will ich wissen als ich nach seinen Händen greife um ihn in die Senkrechte zu ziehen.

«Neblig» murrt er weiter, lehnt sich gegen meine Brust bis seinen Körper sich an die neue Position gewöhnt hat.

«Neblig?»

«Ja, es fühlt sich an wie, wenn es in meinem Kopf Neblig wäre, mein Körper fühlt sich fremd an und mir ist kalt» Er drückt sich noch näher an mich, führt seine Hände auf Taillen höhe bis zum Rücken und umarmt mich. Ohne überhaupt nach zu denken schliesse ich meine Arme ebenfalls um ihn, gebe ihm Wärme und Geborgenheit. Irgendwann lasse ich meine Wange auf seinen Kopf sinken, geniesse die wiederaufkommende Vertrautheit von früher.



«Tayo?»

Nur langsam öffne ich meine Augen und sehe wie Vicky im Türrahmen lehnt. Stimmt, da war ja was. Ich schäle mich sanft aus der innigen Umarmung, weise Ramon an sich im angrenzenden Bad frisch zu machen und begebe mich auf die Suche nach meinem Kaffee. Kurz darauf stehen wir drei schweigend in der Küche, nippen an unseren Tassen während die Stimmung zu kippen beginnt.

«Du kannst mich nicht einfach so wieder aus deinem Leben schmeissen, Tayo» kommt der Vorwurf  ruhig, beinahe Emotionslos aus Ramons Richtung.

«Ich kann und ich werde nicht zulassen dass dir etwas geschieht. Es ist zu gefährlich»

«Glaubst du nicht, ich bin alt genug um selbst zu entscheiden?»

«Nicht, wenn du bereit bist zu sterben nur um mich sehen zu können. Das ist es nicht wert, völlig egal wie schön es ist dich hier zu haben»

«Wir vergessen das also einfach, ja? Du bist wohl doch der miese Verräter als den sie dich verstossen haben!»

«Machs gut, Ramon. Vicky bringst du ihn runter?» und ohne ihre Antwort ab zu warten verziehe ich mich in mein Büro um Levi aus dem Bett zu klingeln. Mir im klaren darüber, dass diese katastrophale Nacht folgen nach sich ziehen würde, muss ich fürs erste dafür sorgen dass der kleine nicht mehr im Outlaw auftauchen wird. Ich kenne ihn zu gut um leichtgläubig anzunehmen er würde verschwinden wie ich es aus gutem Grund von ihm verlangt habe.
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