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Darkness There and Nothing More

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Evie Frye Henry Green Jacob Frye OC (Own Character)
25.01.2021
23.02.2021
4
20.410
 
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25.01.2021 2.180
 
Darkness There and Nothing More
Eine Fanfiction zu Assassin's Creed Syndicate



VORWORT

Hey ihr Lieben! :)
Zugegeben, diese Geschichte zu Assassin's Creed spukt schon sehr, sehr lange in meinem Kopf herum. Ursprünglich entstand sie aus einem RPG, das zu zweit geschrieben wurde (keine Sorge, sie ist hier NICHT im RPG-Stil verfasst ;)). Ich dachte mir, dass es jetzt Zeit wird, sie aufzuschreiben und sie mit euch zu teilen, die sich vielleicht schon oft gefragt haben, was eigentlich in der Zeit nach dem Ende von AC Syndicate passiert ist. Man könnte sagen, diese Idee hier, die irgendwie immer größer und größer geworden ist, ist meine eigene kleine Antwort darauf. Meine Fanfic dreht sich um die hürdenreiche Freundschaft und spätere Liebe zwischen Jacob Frye und meinem OC Máirín Anderson, eine Templerin, die dazu ausgebildet wurde, Assassinen zu jagen und hinzurichten. Außerdem will ich auf die Geschichte von Jacob und seinem Novizen Jack eingehen und auf die gemeinsamen Jahre, die sie zusammen erlebt haben, bevor Jack die Morde in Whitechapel begangen hat (DLC: Jack the Ripper).
Ich würde mich wirklich sehr über Reviews und Feedback freuen, und natürlich auch über Kritik! :) Ich will mich verbessern, damit euch das Lesen auch Spaß macht und ihr die Geschichte nachvollziehen könnt. Wenn euch also irgendetwas negativ auffällt, dürft ihr es mir gern sagen! So, jetzt aber (fast) genug geplappert, also viel Spaß beim Lesen! :)



DISCLAIMER

Alle Charaktere (ausgenommen meine OCs) und Assassin's Creed selbst sind Eigentum des Publishers Ubisoft.
Einige Zitate, Kapitel-Titel und auch der Titel dieser Fanfiction entstammen dem Gedicht "The Raven" von Edgar Allan Poe.



DANKSAGUNG

Besonderer Dank gilt meiner RPG-Partnerin und besten Freundin Katrina, die diese Idee mit mir zusammen entwickelt und viel an dieser Geschichte mitgewirkt hat.
Außerdem danke ich meiner stets treuen Alphaleserin Vanessa, ohne die sich meine Leser wohl durch viele seltsame Logiklücken und den ein oder anderen Rechtschreibfehler quälen müssten. ;)
Und zum Schluss danke ich natürlich noch euch, den Lesern selbst! Vielen Dank für's Lesen und eure Unterstützung ♡



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PROLOG
London, 13. Oktober 1868


An jenem kühlen Herbstabend im Oktober des Jahres 1868 blickte der neu erwählte Großmeister des britischen Templerordens aus penibel gesäuberten Fenstern auf einen ruhigen, fast menschenleeren Bezirk Londons hinab, dessen Straßen zu dieser späten Stunde nur von einigen Gaslaternen beleuchtet wurden. Die zentrale City of London, die tagsüber stets geschäftig und laut war, wurde des Nachts zu einem Ort der Stille und Schläfrigkeit. So ganz anders in Whitechapel, erinnerte sich der Großmeister. Ein armseliges, nahezu verachtenswertes Viertel, das in diesen Zeiten großer Veränderungen längst vom Erdboden getilgt worden wäre, hätte es nicht gar seinen Nutzen erwiesen, die gehobenen Klassen Londons von Schmutz und Schande der Niederen zu trennen. Dort herrschten, ganz gleich ob Tag oder Nacht, zwielichtige Gestalten und Kreaturen wie Schmuggler, Schwarzmarkthändler, Diebe und ... Mörder.
Welch Ironie, dass in eben jenem Bezirk der Zerfall dieser einst prächtigen Stadt begonnen hatte. Seit Crawford Starricks Tod, der nun ein knappes halbes Jahr her war, zerrann London den Templern wie Sand zwischen den Fingern. Und die Schaffer dieser Niederlage, wie der Großmeister mit brennendem Groll in seinem Inneren dachte, waren diese blutjungen Zwillinge, Jacob und Evie Frye.
Doch was hätte der Orden der Templer seinen eigenen Namen beschmutzt, wenn sie dieses Versagen eines einzelnen Mannes, heraufbeschworen durch die einst besiegt geglaubten Assassinen, einfach hingenommen und akzeptiert hätten?

Der Großmeister hielt für einen langen, gedankenverlorenen Augenblick, in dem seine Aufmerksamkeit auf eine Gruppe vereinzelter in Grün gekleideter Gestalten gerichtet war, die Luft in den Lungen. Grün. Eine Farbe, die er zu hassen begonnen hatte. Sie patroullierten - nein, stolzierten - durch ganz London, als würde ihnen die Stadt gehören, diese ... Rooks. Er wollte gar nicht zu glauben wagen, dass eine aus dem Nichts heraus gegründete Gang eines Assassinen, der noch grün hinter den Ohren war, so viele Erfolge, so beachtenswerte Werke des großen Crawford Starrick niedergerissen hatte wie eine unvermörtelte Stadtmauer.
Oh, ihre Zeit würde ablaufen. Genauso wie die der Zwillinge, die ihm wie zwei Stachel im Fleisch saßen und an seiner Ehre kratzten, obwohl er ihnen noch kein einziges Mal begegnet war. Allein bei dem Gedanken an ihre Namen stieß es ihm sauer auf. Suhlten sich die Assassinen noch in ihrem vorübergehenden Sieg? Ahnten sie, dass ihr Feind keineswegs schlief?

Die gotische Standuhr schlug in tiefen, widerhallenden Klängen zwölf Uhr mitternachts. Der Großmeister löste sich aus seiner versteiften Haltung an einem Bogenfenster des Herrenhauses, doch ließ er die Hände hinter dem Rücken verschränkt und seine Kiefermuskeln waren noch immer angespannt, als er den Blick von den Bandenmitgliedern losriss und stattdessen erwartungsvoll auf die Flügeltüren seines Arbeitszimmers richtete. In dieser Pose verharrte er, bewegungslos, bis erst zwei, dann fünf Minuten vergingen. Und schließlich, als er innerlich bereits den Entschluss fasste, einen der Angestellten seines Hauses nach dem Verbleib seines erwarteten Besuches zu fragen, klopfte es. Die Türen öffneten sich und herein trat der älteste Bedienstete des Hauses, Mr Ward. Er tat eine kurze Verbeugung, soweit es sein Alter zuließ, richtete sich dann wieder auf und verkündete: "Master Anderson, Ihr erwarteter Besuch aus Lyon ist soeben eingetroffen."
"Nun denn, worauf warten Sie, Mr Ward? Bitten Sie sie schon herein."
Der nervöse Diener erbleichte ein wenig ob der harschen Ungeduld seines Meisters und trat sogleich beiseite, um jemanden eintreten zu lassen, den Christopher Anderson seit über fünfeinhalb Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Und obwohl der neue Großmeister eine stets emotional beherrschte Persönlichkeit an den Tag legte, huschte der Anflug eines breiten Lächelns über seine Gesichtszüge.

"Pünktlichkeit ist eine Tugend, Kind", tadelte Christopher, doch seine Miene täuschte seine harten Worte Lügen. Auch die junge Dame, die er kaum wiederzuerkennen glaubte, lächelte, während sie zaghaft und doch bestimmt in das Arbeitszimmer trat, einen kurzen Knicks vollführte und dann die Hände vor dem Bauch verschränkte.
"Es ist auch schön, Sie wiederzusehen, Vater."
Der Großmeister wandte sich kurz an seinen Bediensteten. "Mr Ward, treffen Sie alle Vorbereitungen für den morgigen Tag und schließen Sie die Tür hinter sich, wenn Sie gehen."
"Wie Sie wünschen, Master."
Mr Ward tat eilig wie ihm geheißen, und als die Türen hinter ihm hörbar ins Schloss fielen und der Großmeister und sein Gast letztendlich unter vier Augen waren, breitete Christopher nach einem kurzen Moment des Schweigens die Arme ein wenig aus.
"Lassen wir die Förmlichkeiten für einen Moment Förmlichkeiten sein. Willkommen Zuhause, Máirín."
Man hätte meinen können, ein festlich wirkendes Kleid wie jenes, das sie trug, vermochte eine so plötzliche und freudige Umarmung zu verhindern, doch das war nicht der Fall. Máirín fiel dem Mann, der sie von Kindesbeinen an aufgezogen hatte wie sein eigenes Kind, um den Hals und lachte auf. Er mochte nicht ihr wahrer Vater sein, aber dennoch liebte sie ihn wie einen. Abgesehen von einigen Nahestehenden und Vertrauten waren sie beide die einzigen, die die Wahrheit kannten, und hätte ein Unwissender sie nebeneinander stehen sehen, wäre es nicht einmal aufgefallen. Máiríns Augen hatten beinahe dasselbe Graublau wie das ihres Adoptivvaters und ihr leicht lockiges Haar war genauso dunkel wie das seine. Auf den zweiten Blick vielleicht wäre der sichtbare Unterschied ihrer Gesichtszüge möglicherweise bemerkt worden.

"Ich muss zugeben, du hast mir gefehlt", stichelte Máirín, als sie sich von ihrem Ziehvater löste - sie war mitunter die Einzige, die sich eine freche Wortwahl gegenüber ihm ab und an erlauben konnte, "mitnichten aber deine Zurechtweisungen."
Einige Sekunden lang musterte sie ihn stillschweigend. "Du bist ..."
"... alt geworden, sag es nur."
Sie grinste. "Keinesfalls. Nur etwas weiser, um die Augenwinkel herum."
Diese doch sehr beschönigte Wortwahl ließ den Templer amüsiert eine Augenbraue heben. "Immerhin drückst du es freundlich genug aus, damit ich mich nicht so fühlen muss. Und du, Tochter, bist ganz zu der jungen Dame herangewachsen, die ich heute erwartet hatte zu sehen. Das letzte Mal, als wir uns in Versailles gegenüberstanden, warst du noch Maître Lecuyérs Adeptin. Wie dem auch sei ..." Christopher beendete die kurze, aber herzliche Begrüßung und kehrte zu seinem Schreibtisch zurück, um den Stuhl gegenüber seines Platzes herauszuziehen, "... setz' dich. Wir haben Vieles zu besprechen."
"Oh, das haben wir, Vater." Máiríns Worte klangen erschöpft, als sie der Bitte ihres Großmeisters nachkam, doch sie verbarg es gut. Wäre er nicht ihr Adoptivvater gewesen, wäre es ihm vermutlich gar nicht aufgefallen.
"Ich weiß, dass du von deiner Reise erschöpft bist. Hab keine Sorge, Mr Ward hat bereits eines der Schlafzimmer für dich herrichten lassen, aber es gibt Dinge, die nicht bis morgen warten können."
Sie straffte ihre Körperhaltung ein wenig. "Verzeih. Ich war viele Stunden unterwegs."
"Entschuldige dich nicht. ... Tee? Er sollte noch heiß genug sein."
"Ja, bitte."

Während Christopher Anderson seinem Gast eine Tasse Earl Grey eingoss, schweiften seine Gedanken kurz zu den Assassinen zurück. Er gewährte seiner Tochter, die ihren für einen Moment zu sammeln und begann unterdessen, nach den entsprechenden Dokumenten zu suchen, die er jetzt benötigen würde. Er fand sie schnell, da er sie erst vor kurzem in den Händen gehabt und ganz oben in die Schublade seines Schreibtisches gelegt hatte; bevor er anfing, Máirín den Grund für ihre lange Anreise zu schildern, ordnete er die Papiere kurz und wartete, bis sie einen Schluck genommen und anschließend ihre Teetasse wieder abgesetzt hatte. Schließlich blickte sie auf und bedeutete ihrem Vater, dass ihm nun ihre Aufmerksamkeit gehörte.
"Ich gehe davon aus, dass du von den jüngsten Ereignissen in London erfahren hast."
"Ich hörte von Crawford Starricks Tod und von deiner Ernennung zum neuen Großmeister, ja. Dann haben die Assassinen London also wieder in ihrem Griff? Nach all der Zeit ... und all unseren Bemühungen ..."
Sie fasste sich ans Nasenbein und kniff kurz die Augen zusammen. "Ich kann nicht fassen, dass Starrick es so weit hat kommen lassen."
"Auch seine Blighters, von denen er sich so viel erhoffte, sind geschlagen. Zumindest zum Großteil", ergänzte Christopher ihre Überlegungen, "obwohl ich ihm und seinen Herangehensweisen nie zugetan war ... können wir ihm aber nicht gänzlich die Schuld zuschieben."
"Worauf willst du hinaus?"
"Die drei Assassinen, die für seinen Tod verantwortlich sind, Máirín - sie sind der Grund, warum ich um deine Anreise gebeten habe."

Als die junge Templerin den Kopf hob, spiegelte sich sichtbare Erschrockenheit in ihren Augen. Sie schien nach den richtigen Worten zu ringen.
"Crawford Starrick und all seine Templer wurden von drei Assassinen ausgelöscht!?"
"Die Frye-Zwillinge und dieser lästige Mentor namens Green, ja."
"Ich hatte zuerst gedacht, sie ... hätten es nach knapp hundert Jahren endlich fertig gebracht, ihre Bruderschaft wiederaufzubauen und in etwa ein Dutzend Assassinen nach London entsendet! Eine Stadt dieser Größenordnung ..."
"London war unser Hauptsitz in Großbritannien, viele Jahrzehnte lang. Es ist mir ebenso noch immer ein Rätsel, wie es zwei Jungspunde, die kaum älter sind als du und einem Mentor, der nicht zu kämpfen wagt, dieses Unterfangen gelungen ist ..."
Der Großmeister erhob sich jetzt und nahm erneut seinen vorherigen Platz am Fenster ein, mit dem Rücken zu Máirín gewandt. Er wirkte nicht minder aufgebracht wie seine Tochter.
"Und deshalb mache ich nicht denselben Fehler wie mein Vorgänger. Ich werde sie nicht unterschätzen."
Nun stand auch Máirín auf und gesellte sich nach kurzer Stille zu ihm, mit einer Hand auf der Lehne seines Stuhls abgestützt.
"Verstehe ich dich richtig, Vater? Du willst, dass ich ... drei Assassinen ausschalte? Und ... wie viel Zeit gedenkst du mir dafür zu geben?"
"Ich zweifle nicht an deinen Fähigkeiten als Assassinenjägerin, Máirín, aber ich bin auch nicht so töricht, dein Leben absichtlich auf's Spiel zu setzen. Nein, Evie Frye und Henry Green reisen schon in wenigen Wochen ab und brechen laut meines Informanten nach Indien auf. Das bietet dir ohne ihre wachsamen Blicke im Nacken eine Gelegenheit wie keine Zweite. Dein Hauptaugenmerk richtet sich vorerst auf den verbleibenden Assassinen - Meisterassassinen, der, der das verheerendste Chaos angerichtet hat."
Unverwandt richtete Máirín ihren Blick auf eine einsame Krähe, die außerhalb des Herrenhauses auf einer Straßenlaterne landete.
"Dann ist mein Ziel Jacob Frye."

"Der Schlüssel lautet Täuschung. Frye ist aber keineswegs dumm, ganz im Gegenteil, also hüte dich. Tue alles, was nötig ist, wende die Lehrstunden an, in denen Maître Lecuyér dich unterwiesen hat. Ich will, dass du ein Mitglied der Rooks wirst, Máirín. Finde Frye, freunde dich mit ihm an, mache seine Rooks zu deinen Verbündeten, lerne von ihm, beobachte ihn. Sobald er dir bedingungslos vertraut ... töte ihn."
"Wie lange?"
"Zeit spielt dieses Mal keine Rolle. Dies wird ohne Frage dein längster, womöglich auch dein gefahrvollster Auftrag. Du bist die Einzige, die ich dazu in der Lage sehe, die Bruderschaft ein weiteres Mal zu brechen."

Christopher Anderson wandte sich um. Sein kühler, berechnender Blick traf auf ihren, sodass sie erneut das Gefühl hatte, gelesen zu werden wie ein offenes Buch.
"Londons Zukunft liegt in deinen Händen. Du darfst nicht scheitern."
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