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Das Leben auf einer anderen Welt

von Maumau
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / FemSlash
25.01.2021
04.03.2021
12
28.020
 
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23.02.2021 1.583
 
Kapitel 9

Im Labor angekommen legte Monal, Janai auf eine Art Bett, die allerdings mehr nach einem Labortisch wirkte.
Solan holte ein Messer und schnitt die Blutverschmierten Kleidung und warfen sie weg.
Ich konnte nicht mehr von Janais Gesicht wegsehen. Ich ging ein Schritt auf den Tisch zu und strich ihr mit meiner Hand über ihr Gesicht, während Solan und Amaya hektisch herumrannten. Ich merkte wie eine kleine Träne über meine Wange floss. ,,Ihr solltet vielleicht jetzt rausgehen, wir machen unser bestes!“ Meinte Solan zu Monal und mir, während Amaya sich über ihre Schwester beugte und ihr etwas zu flüsterte.
Ich drehte mich um und ging vor die Tür, nachdem ich ein letztes mal zu Janai gesehen hatte.
Vor der Tür lehnte ich mich gegen die Wand, direkt neben der Tür.
Auch Monal kam jetzt aus der Tür. ,,Alles okay?“
Ich nickte tapfer, merkte dann aber wie ich in Tränen ausbrach. Ich konnte nichts dagegen tun. Ich merkte wie meine Beine mich nicht mehr hielten und ich sank auf den Boden. Monal sank neben mich und umarmte mich. Dann hob er mich hoch und setzte mich auf das Sofa.
,,Es tut mir so leid, aber ich muss dich nochmal alleine lassen. Ich muss die Schuldige für das ganze aus dem Wald holen.“ er sah mich entschuldigend an. Er wirkte wirklich niedergeschlagen.

Ich nickte tapfer und wischte mir die Tränen weg.
Dann stand er auf, verwandelte sich in Jason und ging los.

Dann war ich alleine und ich brach nochmal in Tränen aus. Ich spürte wie ein Teil von mir fehlte und ich hatte in diesem Moment das Gefühl, dass ich am liebsten gar nichts mehr fühlen wollte, einfach um nicht diesen Schmerz spüren zu müssen.

Plötzlich kamen Lucy, Mark und Luca kamen rein. Alle hatten besorgte Gesichter. Lucy rannte auf mich zu und umarmte mich. ,,Alles okay? Was ist passiert?“ Ich erwiderte ihre Umarmung.
,,Was macht ihr denn hier?“ Mark stand daneben und wirkte ein bisschen verlegen. ,,Monal hat Lucy eine Nachricht geschickt in der stand:« Könntet ihr euch bitte um Opahl kümmern, ich muss kurz etwas erledigen.» Da haben wir uns geragt, was los ist. Also WAS IST LOS?“ zum Ende hin war er etwas lauter geworden.

Ich wollte gerade antworten, als Solan und Amaya in den Raum kamen. Ich stand auf und sah sie hoffnungsvoll an. Amaya schien mit den Tränen zu kämpfen, als Solan mit antwortete: ,,Sie wird durch kommen. Allerdings wissen wir nicht wann sie wieder aufwachen wird. Es könnten Stunden, Tage, Wochen oder Jahre sein.“
In mir drin verbreitete sich kurz eine wohlige wärme aus. Sie ist und bleibt fürs erste am Leben. Dann merkte ich wie diese wärme von einer beißenden Kälte abgelöst wurde. Ich sank wieder auf das Sofa.
Ich hörte Luca wie durch Watte. ,,Was ist denn hier los? Erklärt uns mal jemand etwas?“
Ich hörte ihm nicht wirklich zu und sah zu Amaya. Sie war dabei ihr letztes Familien-Mitglied zu verlieren, vielleicht zwar nicht endgültig, aber trotzdem. Ich stand auf, ging, während ich leise hörte wie Solan es Luca, Lucy und Mark erzählte, auf Amaya zu und umarmte sie. Und sie erwiderte.

Es war das erste mal, dass ich sie umarmte. Wir waren uns nie sehr Nahe gewesen, hatten uns aber trotzdem immer gut verstanden. Wir sind die Lebewesen, die Janai am nächsten stehen, auf der Welt und in diesen Momenten sollten wir zusammenhalten.

Wir lösten uns wieder von einander und jetzt erst bemerkte ich wie still es plötzlich geworden war. Luca, Mark und Lucy schauten uns geschockt an.
In diesem Moment kam Monal rein. Alleine.
,,Wie geht es ihr?“ Solan wiederholte nochmal, was er gesagt hatte und Monal sah uns geschockt an.
,,Wieso bist du alleine?“ fragte ich um das Thema zu wechseln. Er sah sich entschuldigend um. ,,Als ich wieder an die Stelle gegangen war, wo ich sie gefesselt hatte, war sie nicht mehr dort. Sie muss es sich geschafft haben, sich zu befreien, oder sie hatte einen oder mehrere Komplizen... Gut, ab jetzt müsst ihr viel vorsichtiger sein!“ stellte er fest und drehte sich dann zu Luca, Mark und Lucy. ,,Und ihr auch! Da ihr unsere Freunde seid, könnten sie euch auch angreifen.“

Das Stimmte. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht! Wir brachten damit nicht nur Monal in Gefahr, sondern auch Luca, Monal, Lucy und ihre Familien!

Lucy schien zu bemerken was ich dachte und meinte tapfer. ,,Hey, macht euch keine Vorwürfe! Wir haben uns freiwillig dafür entschieden.“

Ich hatte nicht bemerkt wie Solan den Raum verlassen hatte, aber jetzt bemerkte ich das er wieder hergekommen ist. ,,Sie ist alleine! Sie kam mit einem Ein-Mann-Raumschiff.“ Er hatte wohl gerade einen Scan gemacht.

Wir sahen uns alle betreten an.
Amaya sah in die Runde. ,,Gut, was haltet ihr von einer Übernachtungsparty? Ich denke, es ist einerseits sicherer und andererseits gibt es glaub ich ziemlich viel zum planen.“
Alle nickten und schienen in unruhiges Murmeln auszubrechen, während ich zu Solan ging. ,,Kann ich sie sehen?“ Er nickte und lächelte mir kurz aufmunternd zu.

Als ich das Labor betrat sah ich sie in einem anderen Bett liegen als vorher. Es wirkte etwas gemütlicher. Sie trug die typische Kranken-Kleidung unseres Planeten. Sie wirkte in diesem Moment so friedlich, ihr Gesicht war entspannt und ihre Arme lagen schlaff neben ihrem Körper.
Ich seufzte, nahm mir einen Stuhl, stellte ihn neben ihr Bett, setzte mich drauf und eine ihrer Hände zwischen meine.

,,Solan meinte dass du mich vielleicht hören kannst, also rede ich mit dir… Solan und Amaya haben das Gift aus deinem Körper entfernt und du wirst nicht daran sterben. Allerdings meinten sie auch dass sie nicht wissen, wann du wieder aufstehen wirst. Also bitte, wach wieder auf. Wir brauchen dich hier, ich brauche dich... Ich liebe dich! ...Und ich...Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen!“
Bei den Worten war ich wieder in Tränen ausgebrochen. Ich legte meine Stirn gegen ihre Hand.

Nach einer Weile wischte ich meine Tränen wieder weg und musterte sie einfach. Ich zog ihre Decke ein bisschen hoch, damit sie nicht fror. Da sie mir mal erzählt hatte, das ihr schnell kalt wird. Dann sah ich mich ein bisschen im Labor um und bemerkte die Tasche von Janai. Ich ging darauf zu und öffnete sie. Darin fand ich ein einigermaßen großes Päckchen, worauf der Name von Amaya stand, dieses legte ich auf einen Tisch, dann einen Block mit Solans Name darauf, was ich zu Amayas Päckchen legte und dann fand ich noch ein Päckchen. Ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen, da ich einfach Janais Sachen durchwühlte, aber ich hatte ja schon vorhin bemerkt dass sie schwerer war als sonst.
Das letzte Paket sah ich mir genauer an und fand dabei eine Karte:

Für Opahl!

Ich hoffe es gefällt dir und wünsche dir viel Spaß beim ausprobieren der verschiedenen Tiere.

In Liebe
Janai

Ich musste lächeln, sie dachte immer an ihre Freunde. Dann öffnete ich das Päckchen und fand ein Tierlexikon. Ich drehte mich um und ging wieder zu Janai. ,,Danke“ flüsterte ich und gab ihr einen Kuss auf ihre Wange. Vor meinen Augen wurde es wieder verschwommen. Ich musste trotz der Tränen lächeln. ,,Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, das ich an deiner Tasche war.“
Ich umarmte sie kurz, dann stand ich nochmal auf und schrieb einen kleinen Zettel an Amaya und Solan:

Ich habe die zwei Dinge in Janais gefunden.

Sie kam sich vor wie eine Diebin. Was war wenn Janai diese Geschenke, für wann anderes gedacht waren? Ich verwarf diesen Gedanken schnell wieder und setzte mich wieder zu Janai.

Ich hörte wie die Tür aufgemacht wurde und ich drehte mich um. Lucy stand in der Tür. ,,Kommst du? Monal hat gekocht.“
Ich hatte zwar keinen Hunger, aber nickte trotzdem. Ich küsste Janai kurz auf die Stirn. ,,Ich komme bald wieder.“ flüsterte ich ihr zu und ging dann mit Lucy in die Küche.

Obwohl wir alle zusammen saßen und vorhatten alle zusammen im Wohnzimmer zu übernachten, gab es eine sehr bedrückte Stimmung. Ich bemerkte immer wieder wie einige meiner Freunde mir vorsichtige Blicke zuwarfen. Ich fand es freundlich, da sie sich anscheinend Sorgen um mich machten, allerdings nervte es mich bald und ich versuchte zu lächeln.
,,Was machen wir jetzt?“ Alle schienen aus einer Tagtraum zu erwachen und sie räusperten sich.
,,Ich bin dafür dass wir uns Bett fertig machen und dann bald ins Bett gehen, schließlich haben wir Morgen Schule.“ meinte Monal und alle stimmten ihm zu. Luca sah kurz verwirrt aus, dann sah er zu Solan. ,,Was wollt ihr denn Morgen den Lehrern sagen? Entschuldigung, falls das Taktlos ist…“
Ich sah fragend zu Solan rüber, da ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht hatte. Er wirkte etwas stolz, als er meinte: ,,Ich habe dafür gesorgt. Die Lehrer denken sie ist krank.“

Als alle schliefen, konnte ich nicht einschlafen. Nach einer Weile stand ich auf und ging ins Labor. Dort traf ich Amaya, die gerade ein Plüsch-Tier- Schaf an sich drückte. Das war also in ihrem Paket gewesen… Ich lehnte mich an die Tür. Sie schien mich nicht bemerkt zu haben und setzte sich wieder zu Janai.
Ich lief leise auf sie zu, bis sie mich bemerkte. Ich stoppte,fragte mit Blicken, ob es okay war wenn ich zu ihnen kam. Sie nickte, ich setzte mich an das Fußende des Bettes und strich Janai langsam über eine Hand.
Wir saßen einfach schweigend da und versuchten für Janai da zu sein, obwohl sie das wahrscheinlich nicht mitbekam.
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