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Willkommen bei den Ginyus

von Gadzi
GeschichteHumor / P12 / Gen
Freezer Ginyu Guldo Jeeze Rikoom Vegeta
25.01.2021
22.02.2021
4
12.083
2
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25.01.2021 1.949
 
Hola muchachos!

Die Coronazeit treibt uns alle, jeden auf andere Art und Weise, in den Wahnsinn. Ich gehöre tatsächlich zu der Fraktion, die gerade nicht arbeiten kann/darf/soll und auch brav mit ihrem Popo zuhause bleibt.

Wenn man also keine PlayStation 5 bestellen kann, weil sie gerade nirgends verfügbar ist, und leider zu faul ist, um jeden Tag drei Stunden auf den Stepper zu gehen, UND das Fernsehprogramm nur noch aus Wiederholungen besteht… tja, was macht man dann?

Ich stehe Self Inserts eigentlich immer kritisch gegenüber. Außer sie sind entweder wahnsinnig gut (und vor allem realitatsnäh) geschrieben oder irre lustig. Ich hab jedes Mal schon keine Lust mehr, wenn ich in der Kurzbeschreibung lese, dass plötzlich „die ominöse Tochter von Davy Jones auf der Bildfläche auftaucht und Captain Jack Sparrow sich Hals über Kopf in die Tochter seines Feindes verliebt“, oder „niemand wusste, selbst Lord Vodemort nicht, dass Harry eine Zwillingsschwester hatte, die zum Zeitpunkt des Mordes an seinen Eltern bei den Großeltern war“… und dann rettet sie den Tag, ist wunderwunderschön, und schnappt sich das Objekt der Begierde des Autors.

Kotz. Ich mein, wir alle (zumindest die hier Registrierten) stehen auf fiktive Charaktere. Weil sie nun mal oft viel geiler sind als das echte Leben.

Aber einem Hauptcharakter das Rampenlicht stehlen, alle anderen Charaktere feiern dich, verlieben sich in dich, und überhaupt, du bist stärker als Son Goku (What?), schöner als Daenerys Targaryen (What?), klüger als Sheldon Cooper (…) und alle Bösen sind scharf auf dich, du rettest den Helden in letzter Sekunde, und mindestens zwei Charaktere opfern sich für dich… nee. Nicht so geil. Ich hab durchaus nichts dagegen, eine Verwandtschaft mit einem Charakter zu erschaffen (deswegen heißt es ja FANFICTION), aber come on… das muss dann wirklich alles in character, originalgetreu und meisterhaft geschrieben sein. No exceptions. Tut mir leid.

Also dachte ich mir… ich hab Zeit… der Lockdown geht noch ne Weile… let’s get started.

Schaut einfach mal rein, wenn ihr Lust habt. Here we go.



Immer wieder Sonntags



Der Weißhaarige wälzte sich in den Laken hin und her. Lange schon war er nicht mehr so aufgewühlt gewesen. Seine Gedanken wollten und wollten nicht aufhören zu kreisen, Frust plagte ihn, zerfraß seine nahezu gesamte innere Ruhe.

Warum? Warum er, warum hier, warum jetzt?

Weil der Kommandant es angeordnet hatte. Und was der Kommandant sagte, war für gewöhnlich Gesetz. Und normalerweise folgte Jeice den Befehlen seines Kommandanten auch ohne zu hinterfragen, aber in diesem Fall konnte, nein, er wollte es schlichtweg nicht einfach so hinnehmen.

Es hatte Jeice damals schon, als er erheblich jünger gewesen war, halb wahnsinnig gemacht. Keiner in der gesamten Force, keiner auf dem gesamten Planeten kannte die genauen Hintergründe. Alles, was sie wussten, war, dass der Kommandant einmal mit diesem ominösen Mann eine Wette am laufen hatte, diese wohl haushoch verloren und bis zum heutigen eine Heidenangst vor diesem Mann hatte.

Dabei konnte Jeice noch nicht einmal verstehen, warum. Die Spezies dieses Mannes war so schwach, so etwas unvergleichlich schwaches hatte er selten gesehen. Es gäbe nichts, was dieser Wicht von Kreatur ihrem Kommandanten anhaben könnte.

Ach, Jeice. Unser liebenswert unausstehlicher, arroganter kleiner Macho. Seine unverdorbene Natur schämte sich bekanntlich für nichts. Wirklich rein gar nichts. Dieser Mann hatte den halben Planeten in sein Bett getrickst, sich mit sämtlichen Männern des Planeten geschlagen, und so ziemlich jeder wusste von seiner geheimen Obsession: er war Die-Hard-Fan der Candy Cotton Stars. Eine vierköpfige, ausschließlich aus Frauen bestehende Popmusikgruppe, die eigentlich 13-jährige Schulmädchen als Zielgruppe hatte. Die No Angels, die Spice Girls, die Sugababes einer anderen Galaxie sozusagen.

Etwas, wofür Kommandant Ginyu ihn öffentlich piesackte. Und das, obwohl der Kommandant höchstselbst niemand geringeres als der größte Fan besagter Gruppe war. Er besaß jedes noch so kleine Bisschen Candy Cotton Stars Merchandise, das jemals auf den Markt gebracht wurde – selbst das billigste Rip-Off Zeugs, wie 1 Dollar PEZ Spender von Wish.

Mit dem Unterschied, dass das geheim war und Ginyu es jedes Mal abstritt wie ein Weltmeister. Jeice hingegen konnte es kaum egaler sein. Fürwahr, es gab wirklich nichts, was diesem Mann peinlich war.

Wenn man diese Charaktereigenschaft des nahezu nichtvorhandenen Schamgefühls berücksichtigte, war auch schnell verständlich, warum Jeice nicht verstehen konnte, wie eine verlorene Wette mit diesem fremden Mann, bei deren Nichteinhaltung die intimsten Geheimnisse des Kommandanten (inklusive die krankhafte Obsession über die Candy Cotton Stars) offengelegt wurden, Ginyu zur absoluten Gefügigkeit zwangen.

Jeice dachte weiter. Dachte an die nächsten Wochen, die nächsten Monate – und hielt es nicht mehr aus.

Mit einem schnellen Ruck warf er seine Bettdecke zur Seite und lugte von seinem Hochbett runter auf das Bett, das sich unter ihm befand.

„Barta? Hey, bist du noch wach?“

Der blaue, athletische Riese gab sich gar nicht erst die Mühe, so zu tun, als würde er schlafen. Jeice würde so lange nerven, bis der Morgen graute. Wenn er jetzt einfach kurz mit ihm sprach, bestand zumindest der Hauch einer Chance, sich schnellstmöglich wieder schlafen zu legen.

Ein langes, doch erschöpftes Gähnen entglitt seinem Mund bevor er ein angestrengtes „Was gibt’s denn?“ vor sich hin murmelte.

Jeice hatte sich bereits aufrecht gesetzt, und wäre Barta ihm nun gegenüber gesessen, hätte er den verstimmten Gesichtsausdruck seines Kameraden gesehen und binnen Sekunden bitter bereut, auf ihn eingegangen zu sein.

„Es ist wegen morgen!“, knurrte der Weißhaarige. „Ich kann einfach nicht verstehen, warum der Kommandant sich darauf einlässt! Ist doch nicht so, als hätten wir nichts zu tun! Wir könnten jeden Moment auf eine Mission geschickt werden, und was dann? Babysitter spielen beim Planeten auslöschen? Das ist nicht mein Job, dafür wurde ich weder ausgebildet, noch werde ich dafür bezahlt! Das ist einfach eine Zumutung!“

Barta hatte zwar schon einige anstrengende Situationen mit Jeice gemeistert, doch dies war tatsächlich das erste Mal, dass er sich selbst dabei ertappte, wie er die Augen verdrehte – während sie geschlossen waren.

„Jeice, krieg dich wieder ein“, murmelte er halbverschlafen. „Erstens Mal ist das Ganze jetzt zwanzig Jahre her… sie ist längst kein Kind mehr. Ein bisschen wird sie wahrscheinlich auf sich selbst aufpassen können. Und zweitens haben wir gerade sehr wohl nichts zu tun, wir haben offiziell Urlaub, schon vergessen?“

„Noch schlimmer!“, spie der rote Schönling verärgert aus. Zwar hatte Barta noch immer die Augen nicht geöffnet und sich nicht einmal ansatzweise die Mühe gemacht, sich aufzusetzen und seinem Kumpanen ins Gesicht zu sehen, doch wie Jeice im nächsten Moment klang, sprach Bände.

Der Weißhaarige blies angestrengt einen Schwall Luft aus. „Ich will nicht, dass sie herkommt“, nörgelte er. „Was soll sie auch hier? Sie ist weder von Nutzen noch passt sie zu uns. Was wird aus unseren Pokerabenden? Unseren Barnächten? Können wir alles vergessen, wenn wir einer schwächlichen Rotznase das Personal machen dürfen! Es ist so ungerecht!“

Für einen Moment überlegte Barta, ob er Jeice wirklich damit aufziehen sollte, doch er tat es nicht. Jeice war damals schlichtweg eifersüchtig gewesen. Er war damals selber bloß ein Kind von gerade mal elf Jahren gewesen. Ein eifersüchtiges Kind, das mit ihrem damaligen, temporären Gast herzlich wenig anzufangen gewusst hatte.

Wie auch? Mit elf Jahren war man ja beinahe schon pubertär. Die Kleine war damals gerade erst fünf gewesen. Ein drolliger kleiner Knopf, wie er und Recoome damals fanden. Jeice und Guldo hingegen hatten sie beide nicht ausstehen können. Jeice aufgrund seiner Eifersucht, weil sich alles um sie gedreht hatte (und weil sie ihn mit ihren zarten fünf Jahren bereits, wenn auch nur in einer Runde, beim Poker geschlagen hatte) und Guldo, weil er damals noch nicht mal Jeice hatte leiden können. Guldo mochte keine Kinder und er machte kein Geheimnis daraus. Jeice war der Force zwar erst mit sechzehn beigetreten, doch klebte bereits seit jüngsten Kindertagen an ihren Fersen.

Barta seufzte, wenn auch leise. Er war sich beinahe sicher, dass, völlig egal, was er nun sagte, nicht bei Jeice ankommen würde. Jegliche Worte der Beruhigung waren für die Katz, dennoch wollte er nichts unversucht lassen. Es ging hier schließlich um seinen Schlaf.

„Jeice, versuch zu schlafen“, stöhnte er, während er sein Gesicht in sein Kissen presste, die Augen noch immer geschlossen. „Sie ist doch mittlerweile gar kein Kind mehr. Wir müssen also gar nicht Babysitten. Schlaf jetzt.“

„Und das soll mich jetzt beruhigen?“, keifte Jeice zu ihm nach unten. „Jetzt haben wir also eine erwachsene kleine Prinzessin an der Backe, die von uns verlangen wird, das Bad regelmäßig sauberzumachen, weil sie sich davor ekelt, ihre zarten Füßchen in diese Wanne zu setzen. Oder das Essen schmeckt nicht, alles total ungesund, wir müssen uns gesünder ernähren und vor allem aufhören, zu bestellen! Und eins sage ich dir, wenn sie auch nur einmal damit kommt, uns Seminare geben zu wollen, wie man ‚vernünftige‘ Frauen abbekommt und ihre hässlichen Freundinnen anschleppt, vergesse ich mich, Kommandant hin oder her! Barta, hörst du zu?!“

Keine Reaktion mehr. Und Jeice wusste selbst, dass, obwohl er schon ziemlich hartnäckig war, Barta von allen in der Force die größte Engelsgeduld hatte.

Energisch und noch immer keineswegs beruhigt ließ er sich nun selbst wieder in seine Laken fallen. Das konnte ja heiter werden. Warum nur teilte niemand sein Missbehagen?

War er wirklich der einzige, der die ätzende Tochter von Kommandant Ginyus Saufkumpanen nicht beherbergen wollte?

Für einen Moment überlegte er, ob es die Mühe wert war, Guldo und Recoome aus den Federn zu jagen. Etwas, das er schnell revidierte. Recoome hatte die Kleine damals vergöttert, er hatte ihr sogar zum Abschied einen seiner eigenen Pullis geschenkt, auf dass sie ihn tragen könne, wenn sie selbst erwachsen war.

Jeice verdrehte die Augen. Nicht einmal die Frauen von Recoomes eigener Spezies wurden so groß wie er, wie konnte er also erwarten, dass so ein mickriges Wesen seinen Hoodie trug?Seine letzte Hoffnung war also tatsächlich Guldo. Zumindest, um ihn als Leidensgenossen zu gewinnen. Sowohl er als auch Guldo, sie alle beide wagten es nicht, sich dem Willen des Kommandanten zu widersetzen. Und wenn der Kommandant sagte, dass die Tochter seines Bekannten bis auf Weiteres bei ihnen wohnte, dann war das so!

Jeice war zum schreien zumute. Was hatte er damals alles mit ihr teilen müssen. Seine Essensportionen, seine Spielsachen, seine SPIELKONSOLE… nein, das ging eindeutig zu weit. Es war schwer genug, Barta aus dem Zimmer zu schmeißen, wann immer Jeice Damenbesuch zu später Stunde hatte, aber er sah nahezu vor sich, wie dieses kleine Frettchen einen immensen Aufstand machte, den Kommandanten wach schrie, der Kommandant Jeice einen deftigen Schlag auf den Hinterkopf verpasste und dann mit seiner Begleitung abhaute.

Dem Weißhaarigen drehte sich der Magen um. So sollte also sein kostbarer, heiliger Urlaub aussehen? Und das, obwohl er so hart arbeitete?

Mit Grauen drehte er sich im Bett zur anderen Seite. Noch bestand die Möglichkeit, dass ihre Kapsel abgestürzt war, oder dass vielleicht jemand anderes auf der Station sie beherbergen wollte, gegen Geld. Viel, VIEL Geld.

Geld, das Jeice nicht hatte. Sein Lohn stand noch aus, und den hatte er eigentlich für Alkohol, Glücksspiele und Frauen verwenden wollen. Er hatte die Wahl, zwischen einem görenfreien Urlaub ohne Geld und nerviges Etwas in der Bar an seinem Handschuh ziehend weil sie nach Hause wollte, während er gerade einer GoGo Tänzerin die Zunge in den Hals schob.

Es war zum verrückt werden.

Und noch verrückter war, wie er es allen Ernstes schaffte, sich mit diesen Gedanken selbst zu peinigen, bis irgendwann der Wecker klingelte und der Kommandant, bereits hellwach, durch das gesamte Apartment grölte, dass es Zeit war, aufzustehen.

Jeice stöhnte. Oh nein, es war soweit. Tag X war angebrochen und sie alle, inklusive der Kommandant, würden am heutigen Tag zu willenlosen Sklaven eines schwachen kleinen Wesens werden.



Sooo. Kapitel 1 wäre erledigt.

Hoffe, dass es dem einen oder anderen gefällt. Das nächste wird relativ bald folgen.

Allerliebste Grüße!
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