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Out of control - außer Kontrolle

von Julirot
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Fantasy / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Camille Clarissa "Clary" Fray Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
25.01.2021
23.07.2021
30
42.610
21
Alle Kapitel
208 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
25.01.2021 2.169
 
Hallo an alle Serienfans,

da es derzeit bei mir irgendwie drunter und drüber geht, musste ich mal ein wenig emotionalen Dampf ablassen und schreiben, schreiben, schreiben ... Manchmal fließt es einfach und das Schreiben an einer nicht so aufwändigen Story tut mir gerade richtig gut.

Herausgekommen ist eine kleine Geschichte, die euch hoffentlich gefällt.

Ich musste ein paar der Helden leiden lassen, aber am Ende gibt es ganz bestimmt ein Happy End.

Die Geschichte hat aktuell schon 14 Kapitel, aber sie sind nicht sooooo ellenlang, eher klein und fein, aber ich will sie schon trennen und nicht einfach ein Kapitel draus machen. Zwischendrin fehlt mir noch ein bisschen was, aber die Ideen kreiseln in meinem Kopf. Also ich denke, es gibt einfach erst mal jede Woche ein Kapitel und wir sehen, wie schnell und kreativ ich bin.

Ach ja: Diese Geschichte ist nicht gegengelesen. Sie ist einfach passiert und ich entschuldige mich für eventuelle Fehler oder Patzer.

Die Geschichte spielt irgendwann nach Ende der Serie ... ich lege mich da zeitlich nicht so ganz fest ...

Und nun viel Spaß beim Lesen.

LG
Eure Juli

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Out of control – außer Kontrolle


Zwei Brüder – eine Verbindung, die außer Kontrolle gerät und viele Überraschungen. Manchmal gute, manchmal schlechte, aber in jedem Fall eine Liebesgeschichte mit einem Happy End.


Teil 1 – Ein ganz normaler Abend?


„Also ich würde sagen, du bist heute dran mit dem Abwasch“, sagte Magnus und schaute seinen Mann schmunzelnd an. Alec hob eine Augenbraue.
„Dein Ernst?“, entgegnete er. Magnus blickte scheinbar gedankenverloren auf seine schwarz lackierten Fingernägel und nickte. In seinen Augen blitzte jedoch ein verräterisches Grinsen auf, welches Alec sofort einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Nur Magnus konnte ihn dazu bringen auf der Stelle zu vergessen, wo er sich befand und ihn nur noch zu wollen.
„Immerhin war ich es, der gekocht hat, Darling.“ Magnus warf Alec eine Kusshand entgegen. „Und das, wie ich finde, sehr gut.“ Sie schauten auf die leeren Teller und Alec nickte, rieb sich über den Bauch und brummte zufrieden.
„Das ist ein Argument“, sagte er. „… aber …“ Alec erhob sich und trat um den Tisch herum, kam auf Magnus zu und schaute diesen mit ernsten Augen an. „… du bist auch derjenige von uns …“ Er kam noch näher und lehnte sich nun rückwärts gegen den Tisch, so dass er vor dem Hexenmeister stand und dieser zu ihm nach oben sehen musste. Alecs dunkle Haare kringelten sich auf seinem Kopf, so als hätte er sich nicht gekämmt, aber bei genauerem Hinsehen, erkannte man, dass dies beabsichtigt war. Magnus kribbelte es in den Fingern hindurch zu streichen, sie zu fühlen, doch er hielt sich zurück. Vorfreude war bekanntlich die schönste Freude. „… der die Magie beherrscht …“, sprach Alec weiter. Seine Stimme war sanft. Magnus legte den Kopf noch etwas weiter in den Nacken und schaute mit seinen Katzenaugen zu Alec empor, darauf wartend was als nächstes geschehen würde. „… und außerdem hattest du mehrere Jahrhunderte Zeit, kochen zu lernen. Du kannst es einfach und ich nicht“, beendete Alec den Satz und legte eine Hand auf Magnus Schulter.
„Und was soll mir das nun sagen?“, fragte Magnus und blinzelte leicht. Er wollte dieses Spiel gerne spielen. Dieses Spiel, was sie manchmal spielten, um der Realität mit ihren Gefahren zu entkommen und einfach nur für einen kleinen Augenblick glücklich und normal zu sein.
„Das liegt doch auf der Hand, Magnus.“ Alec beugte sich zu seinem Mann hinab und streifte mit seinen Lippen die seinen. Ein Hauch, aber ein Funken blitzte zwischen ihnen hin und her.
Magie.
„Ich werde wohl derjenige sein, der bis ans Ende seiner Tage, Geschirr spülen darf.“ Seufzend richtete sich Alec wieder auf und drehte sich zum Tisch, griff nach den Tellern und balancierte sie dann in die Küche.
„Ich könnte einen Geschirrspüler kaufen“, rief Magnus ihm nach und schnippte dann mit den Fingern. Alec, der inzwischen in der Küche angekommen war, musste lächeln als nun Besteck und Gläser wie auf wundersame Weise in die Küche geschwebt kamen und sich in der Spüle niederließen.
„Mich wundert’s, dass du das noch nicht längst getan hast“, rief er dem Hexenmeister entgegen und drehte das Wasser auf, schüttete Spülmittel ins Becken und begann dann langsam die Gläser hin und herzuschwenken. Das Wasser war angenehm heiß und Alec überlegte, ob sie wohl eine Dusche zusammen nehmen könnten, bevor sie es sich im Bett gemütlich machen würden.
„Ach, ich habe bis jetzt noch keinen gebraucht“, hörte er Magnus hinter sich, der ihm gefolgt war und die Reste ihres Abendessens im Kühlschrank verstaute. „Bis jetzt hat immer ein wenig Magie geholfen, aber nachdem du irgendwann mal gesagt hast, dass wir ein bisschen mehr Normalität brauchen würden ...“ Er trat hinter Alec und drückte ihm einen Kuss in den Nacken. Alec lehnte sich etwas zurück und spürte die Wärme seines Partners an seinem Rücken, während er in aller Seelenruhe das erste Glas aus dem Wasser zog und auf ein Wischtuch stellte.
Als er die Hand wieder in das Wasser tauchte, spürte er auf einmal ein komisches Gefühl auf der Haut. So als würden seine Finger plötzlich vom Wasser verbrannt. Erschrocken zog er die Hand zurück und schüttelte sie. Magnus schien nichts davon bemerkt zu haben, denn er plapperte einfach weiter und strich sanft über Alecs Arme.
„Ohne Magie zurecht zu kommen, ist einfach … normal“, konterte Alec und schüttelte kaum merklich den Kopf. Das komische Gefühl in seiner Hand war verschwunden. Dafür spürte er einen leichten Kopfschmerz, versuchte diesen aber weitestgehend zu ignorieren. Er wollte den Abend nicht verderben. Es war so schön mit Magnus zu spielen. Und das wollte er noch eine Weile auskosten. Es wurde so schnell Morgen und ein neuer Tag brachte manchmal neue Gefahren mit sich. Hier in diesem Augenblick fühlte er sich einfach nur sicher, sicher und glücklich. Stoisch schaute er auf das Wasser, spülte das Geschirr und stellte nacheinander die sauberen Teller und Schüsseln auf das Tuch.
„Normal … ts, Alexander. Was ist schon normal?“, flötete Magnus und löste sich von ihm, um neben ihn zu treten und sich an den Küchenschrank zu lehnen. Alec grinste ihn an und reichte ihm dann wortlos ein Wischtuch.
„Hier … damit du was zu tun hast.“ Magnus schaute auf das Tuch als wäre es eine Ratte, nahm es dann aber entgegen, jedoch nicht, ohne Alec noch einmal zu küssen.
Ein neuerlicher Schmerz zog hinter Alecs Schläfe nach oben und er verzog den Mund. Magnus fuhr zurück und schaute ihn fragend an.
„Alles in Ordnung?“ Alec strich sich leicht über die Stirn und dehnte dann den Nacken. Ihm wurde schwummrig. Das durfte doch jetzt alles nicht wahr sein. Wo war die Normalität hin? Er holte tief Luft und atmete aus. Das Gefühl war verschwunden.
„Ja … ja alles okay. Ich bekomme nur Kopfschmerzen, das ist alles.“ Magnus Miene wurde dunkler und Alec konnte deutlich die kleine Sorgenfalte auf der Stirn seines Mannes erkennen, als dieser nun Alec musterte. Das war nicht das, was er gewollt hatte – Sorgen. Er wollte die Freuden des Lebens mit Magnus genießen und nicht mit Schmerzen ins Bett gehen.
„Vielleicht sollte ich doch lieber …“ Magnus wirbelte mit den Armen und die restlichen schmutzigen Teller bewegten sich wie von selbst in den Schrank, sauber und blitzblank.
„Magnus“, rief Alec empört.
„Was denn? Ich wollte nur helfen.“
„Das brauchst du nicht. Es geht mir gut. Es war einfach nur ein langer Tag.“ Der Kopfschmerz wurde intensiver und Alec fragte sich, ob Magnus hier wohl irgendwo Schmerztabletten aufbewahrte oder ob eine Heilrune helfen würde. Doch er befürchtete, dass das nicht viel bringen würde. Runen halfen bei Wunden, aber bei Kopfschmerzen? Alec war überfragt. Er hatte sonst niemals Kopfschmerzen.
„Wie du willst“, sagte Magnus beleidigt und zuckte mit den Achseln. Dann wandte er sich um und schwebte in Richtung Wohnzimmer. Alec blinzelte, doch der Schmerz krabbelte einfach weiter seinen Schädel hinauf und ließ sein linkes Auge gefährlich tränen.
„Dann mach du das da fertig und ich bereite schon mal das Bett vor“, hörte er Magnus von ferne rufen, dann war er im Schlafzimmer verschwunden. Alec konnte sich ungefähr vorstellen, was das bedeutete und die Aussicht auf ein paar schöne Momente in Magnus Armen ließen ihn schnell die Küche zu Ende aufräumen. Wenn nur diese blöden Kopfschmerzen jetzt nicht wären. Er ging ins Badezimmer und öffnete sämtliche Schränke, auf der Suche nach Schmerzmitteln, und tatsächlich fand er welche in der hintersten Ecke von Magnus Kosmetikschrank. Er drückte zwei Tabletten aus der Schachtel und taumelte zurück in die Küche, nahm sich ein sauberes Glas aus dem Schrank und innerlich fluchend warf er die Schranktür wieder zu. Er griff sich an den Kopf und wollte soeben das Glas mit Wasser füllen, als er plötzlich einen stechenden Schmerz in seinem Magen spürte. Er krümmte sich zusammen und hatte Mühe nicht aufzuschreien.
‚Was zum Teufel?‘, schoss es ihm durch den Kopf, als ein neuerlicher Schmerz durch seinen Oberkörper schoss, dieses Mal in Höhe seiner Lunge und seines Herzens. Es fühlte sich an wie ein Schlag und raubte ihm sämtliche Luft. Er griff nach vorne und wollte sich am Schrank festhalten, verfehlte ihn jedoch und verlor den Halt. Schon wieder ein Schmerz, der ihn würgen ließ und das Stechen in seinem Kopf nur noch schlimmer machte.
„Mag …“, versuchte er seinen Mann zu rufen, aber es kam kein Laut über seine Lippen. Er sah plötzlich Sterne vor seinen Augen tanzen und fand sich auf dem Boden wieder gegen eine plötzliche Übelkeit und diese furchtbaren Schmerzen ankämpfend. Er keuchte und versuchte den Kopf zu heben, doch es wurde nur schlimmer.
„Magnus“, keuchte er und merkte, wie sein Magen rebellierte und sich in einem Schwall auf den Boden entleerte.
„Oh Gott“, stöhnte er und begann zu zittern. Seine Hände gehorchten ihm nicht, sein Schädel fühlte sich an als würde er platzen und ihm war so schlecht, dass er nicht wusste was er machen sollte.
„Alexander?“, hörte er auf einmal die Stimme seines Geliebten, doch sie war gedämpft und erklang wie aus weiter Ferne. „Alec, wo bleibt du denn?“, rief Magnus wieder, doch Alec konnte nur würgen und husten und sich ansonsten nicht bewegen. Tränen traten ihm in die Augen und er hatte das Gefühl genau in dieser Sekunde zu sterben.
„Alex … ach du meine Güte.“ Jetzt war die Stimme lauter, viel zu laut und eine Sekunde später spürte er Magnus Hände, die ihn sanft zur Seite zogen und ihn zu beruhigen versuchten.
„Ich … ich weiß nicht, was passiert ist … ich …“ Ein weiterer Schmerz ließ Alec wieder aufstöhnen. Seine Rippen fühlten sich plötzlich kaputt an und sein ganzer Körper schrie vor Schmerz.
„Komm, ich helfe dir“, sagte Magnus und versuchte Alec aufzuhelfen, um ihn ins Badezimmer zu bringen. Doch sein Mann war schwer wie Blei und krümmte sich immer noch vor Schmerzen zusammen. Magnus schaffte es schließlich ihn soweit aufzurichten, dass er ihm ins Gesicht blicken konnte. Und was er sah, verschlug ihm buchstäblich die Sprache. Alecs Gesicht war kalkweiß und über seinem linken Auge prangte ein Riss, aus dem Blut quoll. Seine Lippe war aufgeplatzt und seine Wange hatte einen blauen Fleck.
„Alec“, hauchte Magnus verwirrt. „Hast du dir den Kopf angeschlagen?“
„Nein, ich … ich habe aufgeräumt und plötzlich ging es los. Ich … tut mir leid um das gute Essen.“ Magnus berührte leicht die Platzwunde auf Alecs Stirn und schüttelte den Kopf.
„Alexander …. Ich weiß nicht, was genau mit dir passiert, aber es gefällt mir ganz und gar nicht. Lass mich mal etwas versuchen …“ Er hob die Hand und blaues Licht erschien auf seiner Handfläche. Damit wischte er über Alecs Gesicht, aber es geschah – nichts. Und der Schmerz hörte nicht auf. Alec konnte die Augen kaum noch offen halten und seine Hände bebten, als er jetzt nach Magnus Shirt griff und raunte:
„Hilf mir, Magnus … bitte.“ Magnus schaute verzweifelt auf seinen Mann hinab und registrierte, dass er in diesem Moment ziemlich hilflos war. Seine Magie war wirkungslos. Doch das wollte er sich nicht anmerken lassen. Irgendetwas passierte hier. Etwas, was er nicht einschätzen konnte und das machte ihn rasend. Doch er hielt sich zurück. Er musste Alec in genau dieser Sekunde beistehen, was auch immer gerade mit ihm los war.
„Komm, ich bring dich ins Schlafzimmer. Da kannst du dich erst mal ein wenig ausruhen.“ Alec nickte benommen und Magnus griff unter seinen Arm und hob Alec nach oben.
„Ahhhhh, verdammt“, entfuhr es Alec und Magnus hielt inne.
„Was? Was ist? Wo tut es weh?“
„Hier“, schaffte Alec zu sagen und griff nach seinem Shirt, schob es nach oben und gemeinsam starrten sie auf Alecs Bauch, wo seine Parabateirune aufgezeichnet war. Die Rune, die ihn mit seinem Stiefbruder Jace verband. Die Rune, die sie zu Brüdern im Kampf und im Leben machte und die eine Verbundenheit zwischen ihnen herstellte, die niemand anders nachempfinden konnte. Die Rune blinkte wie verrückt und leuchtete golden. Das war nicht normal und so etwas hatte Alec auch noch nie erlebt. Und dann kam der Schmerz zurück und er hatte das Gefühl, dass er direkt aus der Rune kam, direkt aus seinem Inneren. Er klammerte sich an Magnus fest und stöhnte, während er sich die Hand fest gegen die Rune presste:
„Jace.“
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