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Faen

von Rosalie18
OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Legolas OC (Own Character)
25.01.2021
25.01.2021
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Willkommen zu meinem OS, in dem es um Legolas und Faen (meinen OC) und ihren Bruder Faelhûr und ihren Vetter Cûndír geht.
Faelhûr und Cûndír durfte ich mir freundlicherweise von Rejanja für diese Geschichte ausleihen. Vielen Dank dafür. Besonders Faelhûr ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Viel Spaß beim Lesen!




Disclaimer: Die Rechte liegen bei J.R.R. Tolkien und Erben. Die Charaktere  leihe ich mir nur aus und verdiene kein Geld damit. Es ist alles meiner Phantasie entsprungen. Lediglich die OC's gehören mir, bis auf Faelhûr und Cûndír, die gehören Rejanja.




Faen

Eine sanfte Melodie summend betrat Faen den Stall. Bis auf die Bewegungen der edlen Tiere herrschte Stille, was die Elbin sehr angenehm fand. Auf dem Weg zur Box ihrer geliebten weiß-braun gescheckten Stute Alassiel kam sie an dem wunderschönen Schimmelhengst des Prinzen vorbei. Sie blieb bei dem schönen Tier stehen, welches seinen Kopf über die Tür schob und freudig zur Begrüßung schnaubte. „Hallo mein Hübscher. Ich habe dir etwas mitgebracht“, lächelte Faen und hielt dem Hengst einen Apfel hin, den er sanft von ihrer Handinnenfläche sog.

„So eine nette Begrüßung hatte ich lange schon nicht mehr“, vernahm Faen plötzlich eine samtige Stimme aus dem Inneren der Box. Ein Schreck fuhr ihr durch den Körper und ihr fiel der Korb mit den Äpfeln, den sie in der Hand gehalten hatte auf den Boden. Ein dutzend rote Äpfel rollte über den Boden. Sie hatte die Stimme erkannt und wollte am liebsten im Erdboden versinken. Wieso hatte sie sich nicht versichert, ob sie wirklich alleine war? Die Tür von Leodíls Box öffnete sich und Legolas trat heraus und blieb vor der Elbin stehen. Sie spürte, wie sie errötete. Das konnte auch nur ihr passieren.

„Es tut mir leid, cunn nín. Mein Fehler, dass ich mich nicht vergewissert habe, dass ich alleine bin“, entschuldigte und erklärte sich die Elbin und verbeugte sich schnell. Wie hatte ihr nur so ein unverzeihlicher Fehler unterlaufen können. Ihr älterer Bruder und ihr Vetter – ihres Zeichens Mitglieder der königlichen Wache – würde wenig begeistert sein. Faen hoffte, dass der Prinz sie nicht erkannte und nach ihrem Namen fragte. Sie wollte schließlich ihren Verwandten keine Schande bereiten und sie selbst fürchtete auch Konsequenzen, immerhin war sie für die königlichen Pferde und deren Ausbildung mitverantwortlich und sie wollte diese unter keinen Umständen verlieren. Es würde der Elbin das Herz brechen, wenn sie ihres Jobs enthoben werden würde …

Ein kleines, kaum wahrnehmbares Lächeln huschte über die ebenmäßigen, schönen Gesichtszüge des Prinzen des Düsterwaldes, bevor er wieder in die unnahbare Maske zur Schau trug. In seine blauen Augen trat ein Funkeln. Ihre Blicke trafen sich, Aquamarin traf auf Rauchquarz. Legolas musterte die Elbin vor ihm. Langes schokobraunes hüftlanges Haar mit seidenem Glanz zu einem aufwendigen Zopf geflochten, welcher über ihrer rechten Schulter lag. Ihr Gesicht war ebenmäßig, sie war etwas kleiner als er. Sie war von einer Schönheit, die Legolas lange nicht mehr gesehen hatte. Irgendwie kam die Elbin ihm bekannt vor. Sie erinnerte ihn an wen, nur fiel es dem Prinzen gerade nicht ein.

„Es ist immerhin eure Aufgabe sich um die Pferde meines Vaters zu kümmern, daher müsst Ihr euch keine Gedanken machen, Faen“, sagte Legolas mit sanfter Stimme, die Faen schon immer in ihren Bann gezogen hatte. Die Elbin konnte ihren Blick nicht von dem Prinzen nehmen. Ihr Herz stand für ihn in Flammen, auch wenn niemand davon in Kenntnis war und das sollte auch so bleiben. Ihre Gefühle für den Königssohn gingen niemanden etwas an. Schon gar nicht Faelhûr und Cûndír.  Die beiden Königswachen würden sie nur mit ihrer Schwärmerei für den Prinzen aufziehen. Ihr war bewusst, dass sie niemals in den Genuss kommen würde ihm näher, als jetzt zu kommen. Legolas war für die Pferdetrainerin unerreichbar, damit hatte sie sich abgefunden. Abfinden müssen. Sie war eben nicht standesgemäß, sie keine hohe Dame. Dennoch würde sie ihre Herkunft nicht missen wollen. Sie war behütet und liebevoll aufgewachsen. Bis ihre Eltern bei einem Orkangriff getötet worden waren. Kurz schmerzte es stark und sie verspürte einen Stich in ihrem Herzen. Es tat nach all den Jahren immer noch weh und würde es wohl auch immer. Ohne ihren Bruder und ihren Vetter hätte Faen nicht gewusst, wie sie hätte weiterleben sollen. Gegen den Willen ihrer Tante war Cûndír zu Faelhûr und ihr gezogen. Es war eine gute Gelegenheit gewesen den Verkupplungsversuchen seiner Mutter zu entkommen, die ihren Sohn am liebsten heute wie morgen verheiratet hätte. Leicht hatte es die Elbin mit den beiden Königswachen wahrlich nicht, denn sie waren nicht die ordentlichsten. Wie schafften sie das bloß im Dienst kein großes Chaos zu hinterlassen? Für die junge Elbin war das unbegreiflich. Dennoch liebte sie die beiden Chaoten über alles und wollte sich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen.

Der Prinz  streichelte seinem Hengst sanft über die Nase, sprach leise mit ihm und verließ seine Box.

„Danke cunn nín.“ Faen verbeugte sich tief. Ihr war die Sache immer noch höchst peinlich. Sie sah ihm nach, wie er samt seiner Wache Celairon. Faen wurde ganz blass und es lief ihr heiß und kalt den Rücken hinab. Celairon war eine Königswache, wie es Cûndír und Faelhûr waren und er kannte sie. Immerhin war er schon des Öfteren bei ihnen gewesen. Sein Blick traf ihren und er grinste die Elbin kurz an. Das konnte ja heiter werden. Natürlich würde er ihrem Bruder und ihrem Vetter brühwarm von ihrer Begegnung und ihrer Peinlichkeit erzählen. Faen ärgerte sich maßlos über ihre Unachtsamkeit. Es war müßig sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn ändern konnte sie es jetzt sowieso nicht mehr.  Faen streichelte den stolzen Schimmelhengst noch einmal über den Kopf und setzte ihren Weg durch die Hallen der Pferde bis sie bei ihrer geliebten Stute Alassiel, die in einem anderen Teil als die königlichen  Pferde, die Heilerpferde und die Schlachtrosse untergebracht waren, fort.

Ihre anspruchsvolle und leicht eifersüchtige Pferdedame schnaubte beleidigt, da sie sich zu viel Zeit gelassen hatte. Alassiel schnupperte und schüttelte missbilligend ihren Kopf. Dieses divenhafte Verhalten ihrer Stute ließ Faen schmunzeln. „Du musst nicht eifersüchtig sein. Ich liebe dich doch nicht weniger, nur weil ich dem Hengst des Prinzen begrüßt und einen Apfel gegeben habe.“

Legolas nickte ihr noch mal zu und verließ dann den Stall. Die Begegnung hatte aber auch bei dem Prinzen etwas berührt, doch er verbot sich jegliche Gefühle. Es würde nicht gutgehen. Dessen war sich Legolas sicher, daher wollte er keinen weiteren Gedanken an diese Sache verschwenden. Auch, wenn es dem Prinzen nicht leicht fiel.

Doch er konnte nicht weiter über die Begegnung mit Faen nachdenken, da er in Kürze einen Termin mit dem obersten Schriftführer seines Vaters hatte. Dieser sollte ihm die Amtsgeschäfte näher bringen. Anscheinend sollte er sich in Zukunft mehr einbinden und kleinere Aufgaben übertragen bekommen. Einerseits erfühlte es Legolas mit Stolz, dass sein Vater ihm dieses Vertrauen entgegenbrachte, anderseits wäre es dann wohl mit seinen liebgewonnen Freiheiten vorbei.





Faen hatte sich heute beeilt, um ja vor ihrem Bruder und Vetter zu Hause zu sein, damit sie ihnen etwas zu essen kochen konnte – zwar nur einen einfach Kartoffeleintopf, aber dieser war schmackhaft und nahrhaft, genau das Richtige nach einem langen Arbeitstag. Heute wäre Faen aber nicht böse, wenn Faelhûr und Cûndír die Nachschicht beim Elbenherrscher und seinem Sohn hätten, denn dann hätte sie noch eine Schonzeit gehabt. So sehr sie sich auch freute Zeit mit ihnen zu verbringen.

Der Eintopf war fertig und der Tisch gedeckt, sobald die beiden Elben nach Hause kamen, konnten sie essen. Faen hatte es sich mit einem Buch gemütlich in dem dunkelgrünen Ohrensessel in der Nähe des Kamins gemacht und versuchte zu lesen. Doch sie konnte sich auf das gerade gelesene nicht wirklich konzentrieren, immer wieder wanderten ihre Gedanken zu der Begegnung mit dem Elbenprinz und dem bevorstehenden Gespräch mit den beiden Königswachen.

Die Eingangstüre wurde geöffnet, das verriet das typische Knarren des Eichenholzes der Elbin. Sie legte das Buch beiseite und wartete auf die beiden Elben.

„Wir sind da, nethig nín“, vernahm sie auch gleich die Stimme ihres großen Bruders.

„Mmh, das duftet aber köstlich, pigen“, begrüßte Cûndír seine Cousine. Faen hasste es, wenn er sie so nannte. Auch wenn sie kleiner war, als die beiden stattlichen Elben, war sie bei weiten nicht klein und schon gar nicht winzig.

Die beiden Königswachen betraten die Wohnküche und begrüßten Faen. Obwohl es nicht der elbischen Art entsprechend zogen sowohl Faelhûr, als auch Cûndír sie in eine innige Umarmungen und hauchten ihr einen Kuss auf den dunklen Schopf.

Nach der sehr innigen Begrüßung nahmen sie Platz, Faen füllte die Teller und die drei Elben begannen zu essen. Sie wähnte sich nicht in Sicherheit. Eine der beiden Königswachen würde das Thema schon auf den Vorfall von heute Nachmittag bringen. Die Elbin rechnete jeden Moment damit.

Faelhûr hatte sich noch einmal Eintopf eingefüllt und tauschte einen kurzen Blick mit Cûndír. Faen wusste, was gleich folgen würde.

„Celairon hat uns von deiner Begegnung mit dem Prinzen erzählt“, fing ihr Bruder auch schon mit dem leidigen Thema an.

„Peinlichen Begegnung“, fügte ihr Vetter freundlicherweise noch hinzu. Faen spürte, wie sie errötete.

„Wieso ist dir denn nicht aufgefallen, dass der Prinz sich bei seinem Hengst aufhält? Du hättest Celairon sehen müssen“, wollte Faelhûr mit einem vorwurfsvollen Unterton in seiner Stimme wissen.

Faen entwich ein Seufzen. „Wo ihr Königswachen es so gut versteht euch unsichtbar zu machen. Wenn ich den guten Celairon gesehen hätte, wäre mir dieser Fehler nicht unterlaufen“, grummelte die Elbin. Cûndír drückte ihr kurz die Hand.

„Wir sind eben gut in unserem Job“, grinste der jüngere Elb. Augenblicklich erstarb sein Grinsen. „Hoffentlich kommt meine Mutter jetzt nicht auf die Idee ihre Verkupplungsversuche auch auf dich auszuweiten, wenn sie von dem Vorfall hört.“ Faen flehte zu den Valar, dass sie es nicht erfuhr.

Faen und Faelhûr verzogen ihre Gesichter. „Bei Eru, bewahre uns.“

Die Elbin hatte keine Lust von ihrer Tante Meliben verkuppelt zu werden, sie wollte jetzt und in Zukunft nicht vermählt werden, es gab sowieso nur ein Elb, den sie ehelichen würde, doch das war nur eine Träumerei.

„Mutter, ist es eh ein Dorn im Auge, dass ich zu euch gezogen bin, anstatt mir eine redliche Elbin zu suchen und den stattlichen Faelhûr würde sie auch lieber heute wie morgen unter der Haube sehen und von dir, guren nín, brauchen wir gar nicht zu reden, dich würde sie auch gerne an den Elben bringen“, fasste ihr Cousin zusammen.

Das war ihnen allen klar, aber bis jetzt war Meliben auf taube Ohren gestoßen und würde es auch weiterhin.

Für einen Augenblick saßen sie schweigend weiter. „Unsere kleine Faen hat unseren Prinzen wieder angeschmachtet und dieses Mal sogar ganz aus der Nähe“, brach Cûndír die Stille. Faen verschluckte sich fast und spuckte ihr Wasser wieder aus. Vor den beiden konnte sie aber auch gar nichts verbergen.

„Das ist aber kein gutes Verhalten. Unserem Prinzen und seinem Vater würde das aber so gar nicht gefallen“, stieg ihr Bruder in das Spiel mit ein.

Faen schnaubte. „Sie kann euch hören.“

Die Blicke, der stattlichen Wachelben wurden weicher.  Sie wussten, wie sehr das Herz ihrer Kleinen für Prinz Legolas schlug, aber sie wussten auch, dass Faen keine Chance hatte. Leider. Je schneller sie sich damit abfand, desto besser, doch sie wussten beide auch von der Sturheit, mit der die liebliche Elbin gesegnet war. Dennoch würden Faelhûr und Cûndír ihr zur Seite zu stehen und ihr helfen über den Schmerz hinwegzukommen, sollte Prinz Legolas seine Auserwählte finden. An diesen Tag wollten beide nicht denken und hofften, dass es noch sehr lange bis dahin war.



**




Leithian hatte recht schnell bemerkt, dass Legolas überhaupt nicht bei der Sache war. Er war fahrig und konnte sich nicht wirklich konzentrieren. So kannte der oberste Schriftführer den Prinzen gar nicht, normalerweise war dieser hoch konzentriert. Na ja jeder konnte mal einen schlechten Tag haben. Er beschloss es dabei zu belassen, solange Legolas nicht bei jedem Treffen abwesend war und er würde es für sich behalten. Thranduil musste davon keine Kenntnis erhalten, er ließ ihm freie Hand, wie er den Prinzen unterrichtete.

Dennoch beschloss der schmächtige Sinda, dass es für heute genug war. Es brachte ja nichts, wenn der Prinz nicht bei der Sache war.

„Für heute sind wir fertig, cunn nín“, teilte Leithian dem überraschten Prinzen mit, der sich wunderte, dass für heute schon Schluss sein sollte. Ihre Blicke trafen sich und Legolas erkannte, dass der oberste Schriftführer Rücksicht auf seine Situation nahm. Wortlos dankte er ihm.

Wieso brachte ihn die Begegnung dieser Elbin so aus der Fassung? Er traf doch andauernd schöne Elbinnen und es hatte keine Auswirkungen auf ihn. Was war so anders an Faen? Es war jetzt auch nicht das erste Mal, dass er sie gesehen hatte. Aber bisher war es immer aus der Ferne gewesen und Legolas war gar nicht bewusst gewesen, was die Pferdetrainerin für eine Ausstrahlung hatte. Doch das spielte keine Rolle. Sollte keine Rolle spielen. Er musste Faen aus seinen Gedanken verbannen. Es ging nicht und würde niemals gehen. Sie kamen aus zwei verschiedenen Welten. Legolas war seit einer Ewigkeit klar, dass er seine Zukünftige nicht vollkommen frei wählen würde können. Sein Vater hatte es nicht direkt gesagt, das musste er auch nicht. Es war schließlich der Prinz – der Thronfolger –  auch wenn Legolas hoffte, dass sein Vater noch sehr lange leben würde. Er wollte die Pflicht und die Bürde, die des Königseins mit sich brachte, noch lange nicht aufgebürdet bekommen. Am liebsten niemals. Seine Zukünftige musste aus gutem Haus sein und mit Sicherheit würde Thranduil Faen – so sehr er ihre Arbeit auch schätzte – nicht als seine Partnerin in Betracht ziehen. Doch genau wusste er es nicht und er wollte auch keine schlafenden Hunde wecken, in dem er seinen Vater darauf ansprach.

Solange das Thema nicht akut war, musste er es nicht darauf ankommen lassen. Aber vielleicht konnte er bei Leithian vorsichtig anfühlen, immerhin war er der oberste Schriftführer und Partner seines Vaters und so wusste der schmächtige Sinda mehr als er selbst.

„Jetzt frag mich schon, cunn nín. Ich sehe dir doch an, dass dir etwas auf der Seele brennt“, riss die sanfte Stimme Leithians ihn aus seinen Gedanken. Ein Lächeln huschte über Legolas‘ Gesicht.

„Ich frage mich, ob mein Vater mir eine freie Wahl meiner Partnerin gestatten würde? Oder ob er mir nur die Wahl unter Kandidatinnen aus gutem Hause ließe?“ Gespannt wartete der Prinz auf die Antwort des schmächtigen Sindas.  

Leithian seufzte. Ihm war klar gewesen, dass Legolas ihm diese Fragen irgendwann stellen würde, weil er damit nicht zu seinem Vater gehen wollte oder konnte.

„Ganz genau weiß ich das auch nicht. Letzten Endes könnte dir das nur dein Vater sagen.“ Ein Hauch von Bedauern schwang in seiner Stimme mit.

Diese Aussage hatte Legolas irgendwie erwartet. Leithian bemerkte, dass seine Worte nicht das erhoffte gewesen waren. Er wünschte, er hätte dem Prinzen etwas anderes sagen können. Doch das konnte er nicht.

„Ich denke aber, dass dein Vater vor allem möchte, dass du glücklich bist und dann spielt auch die Herkunft nur eine untergeordnete Rolle“, teilte der oberste Schriftführer dem Elbenprinzen seine Meinung mit.

Nach diesen Worten schöpfte er neue Hoffnung. „Lass es auf dich zu kommen, wenn es so weit ist oder ist es etwa akut?“

Das konnte eigentlich nicht sein, denn wenn Legolas Interesse an einer Elbin innerhalb der Hallen hätte, wussten Thranduil und er davon, das würde sich gar nicht vermeiden lassen.

Legolas schüttelte seinen Kopf. „Nein, es war nur aus Interesse.“

Nach einer weiteren Tasse Tee verließ der Prinz das Arbeitszimmer des obersten Schriftführers.

Nachdem Legolas in seine Gemächer zurückgekehrt war, legte er sich auf sein Bett, verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf und hing seinen Gedanken nach. Diese wanderten schlagartig zu Faen. Diese Elbin hatte es ihm angetan. Sie hatte sich in seinem Kopf und Herzen festgesetzt.

Das war gar nicht gut. Das konnte doch nur schiefgehen. Oder nicht? Sollte er es wagen und Faen näher kennenlernen?  Zu verlieren hatte er nichts, er konnte nur gewinnen.



**




„Ich werde jetzt schlafen gehen. Gute Nacht. Bis morgen.“ Faen unterdrückte ein Gähnen.

„Gute Nacht, nethig nín. Schlaf gut und träum schön“, sagte Faelhûr mit einem Lächeln, umarmte seine kleine Schwester und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.

„Gute Nacht, pigen. Träum schön von deinem Prinzen“, wünschte Cûndír, der sich diesen Kommentar nicht verkneifen können. Die Elbin verdrehte ihre Augen und umarmte ihren Vetter dennoch. Mit einem breiten Lächeln auf ihren Lippen ging sie in ihrer Zimmer. Nachdem sie sich fertig für Bett gemacht hatte, kuschelte sich Faen in ihr weiches Bett.

Sie hatte den Abend mit den beiden Königswachen genossen. Wie immer. Sie wüsste nicht,  was sie ohne Faelhûr und Cûndír machen würde. Ohne sie wäre ihr Leben nur halb so schön. Sie wollte sich nicht vorstellen einen zu verlieren, das würde sie schwer treffen. Schnell verdrängte sie diesen Gedanken und verbannte ihn ganz tief in ihr Gedächtnis. Lieber lenkte sie ihre Gedanken zu einem blonden Elbenprinzen. Seit Faen denken konnte, schwärmte sie für ihn, wissend, dass es nur eine Schwärmerei war. Ein schöner Traum in dem sie sich verlieren konnte. Die Elbin war nicht so naiv, dass sie auch nur einen Moment geglaubt hat, dass sie jemals auch nur den Hauch einer Chance bei dem Prinzen des Düsterwaldes haben könnte. Das war ihr all die Zeit bewusst gewesen, dennoch gestattete sie sich zu hoffen. Diese Hoffnung hatte etwas Tröstliches und Zuversichtliches. Sie half ihr, wenn die Trauer über den Verlust ihrer Eltern zu groß wurde und auch Faelhûr und Cûndír ihr nicht zu helfen vermochten.

Cûndír goss ihnen Wein ein, die beiden Königswachen stießen an und tranken einen Schluck. Der vorzügliche dunkelrote Rebensaft rang samtig ihre Kehlen hinab.

„Ein sehr guter Tropfen“, lobte der Jüngere die Auswahl.

Faelhûr nickte und drehte das Glas in seinen Händen. „Mmh.“

Es folgte ein einvernehmliches Schweigen. Die beiden Königswachen dachten beide über ihre Kleine und ihre Liebe zu dem Prinzen nach. Es war viel mehr als nur eine vorübergehende Schwärmerei. Ihnen war klar, dass es für Faen keinen anderen Elben gab, als Legolas.

„Sie will nur ihn“, brach Cûndír die Stille.

„Ich weiß, aber vielleicht können wir sie doch noch umstimmen.“

Der Jüngere zog eine Augenbraue hoch und schüttelte seinen Kopf. „Du ziehst doch nicht etwa in Erwägung unsere Kleine verkuppeln zu wollen.“ Er konnte es nicht glauben, dass sein Vetter wirklich so weit gehen wollte. Er versuchte gar nicht erst den Vorwurf in seiner Stimme zu verbergen.

„Nicht so wie Tante Meliben es tut, ich dachte eher wir unternehmen etwas und ganz zu fällig kommen einige unsere Freunde dazu.“

Cûndír fand diese Idee alles andere als gut. Es war eine Schnapsidee. Faen würde sofort wissen was Sache war. „Das wird nicht funktionieren. Dein Schwesterherz ist viel zu schlau.“

Als ob das Faelhûr nicht bewusst war, aber er wollte nicht hinnehmen, dass seine geliebte Schwester sich nur auf ihre Schwärmerei fokussierte. „Natürlich ist Faen das, ich will aber nicht, dass sie ihr Leben lang alleine bleibt und sich nur auf unseren Prinzen fokussiert.“

„Da kann kommen, wer will, für sie gibt es nur Legolas. Mal abgesehen von uns, aber wir sind nun mal keine Option.“

„Nein, das sind wir nicht. Ich weiß, dass es eine Schnapsidee ist, aber ein Versuch ist es allemal wert.“ Auch, wenn beide nicht an einen Erfolg glaubten.



**





Langsam kam es Faen seltsam vor, dass fast jeden Tag irgendwelche Freunde und Kollegen ihres Bruders und ihres Cousins bei ihnen vorbeikamen. Die ersten Tage hatte sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht und doch jetzt zwei Wochen später, sah das anders aus. Irgendetwas ging hier vor und ihr Gefühl sagte ihr, dass Faelhûr und Cûndír irgendetwas damit zu tun haben.

Während die Elbin ihr Stute Alassiel striegelte, ließ sie ihren Gedanken freien Lauf und es ging einmal nicht um Legolas. Wie es sonst oft der Fall war. Eine Seltenheit. Plötzlich verdunkelte sich ihr schönes Gesicht und ein Schatten huschte über selbiges. Wut begann in ihr zu brodeln. Wollten die beiden Königswachen sie etwa verkuppeln? Nein, das wollten sie nicht! Oder etwa doch? Warum wollten die beiden Elben sie verkuppeln? Die Beiden wussten doch, dass ihr Herz nur einem Elben gehörte und immer gehören würde. Natürlich wussten Faelhûr und Cûndír das, dennoch wollten sie, dass sie sich für einen anderen Elben interessierte. Plötzlich erkannte sie, was die Beweggründe der beiden Königswachen war, sie wollten lediglich, dass sie vielleicht doch Gefühle für einen anderen Elben, einen der erreichbar für sie war, entwickelte. Es ehrte ihren Bruder und ihren Cousin, doch sie wollte nur Legolas. Die Wut wurde von Rührung verdrängt. Lieber blieb sie bis in alle Ewigkeit alleine, als das, sie nur um nicht alleine zu sein eine Beziehung einginge. Faen würde wohl nachher ein ernstes Gespräch mit Faelhûr und Cûndír führen müssen. Die Elbin hoffte, dass heute keine weiteren Freunde „zufällig“ vorbeischauen würden.  

Alassiel stupste ihre Besitzerin an, als diese ihr keine Aufmerksamkeit mehr schenkte. Unerhört fand die eigenwillige Pferdedame. Faen entwich ein Lachen. „Du hast ja recht, meine Schöne. Jetzt widme ich mich dir wieder voll und ganz.“  Die nächste Stunde kümmerte sie sich nur um ihre Stute. Natürlich drehten sich ihre Gedanken ausschließlich um den Prinzen. Faen konnte sich nicht dagegen wehren und wenn sie ehrlich war, wollte sie das auch gar nicht. Sie hatte nun einmal Gefühle für den Prinzen des Düsterwaldes und dafür schämte sie sich nun einmal nicht. Natürlich war das sinnlos, aber es war nun einmal so.

Sie klopfte dem edlen Tier auf den Hals, verließ die Box und verschloss diese sorgfältig, bevor sie sich auf den Weg nach Hause macht.

Immer noch hoffte Faen heute Abend nur mit Faelhûr und Cûndír alleine zu sein. Doch als sie die schwere Eichentür öffnete, zerschlug sich ihre Hoffnung bereits. Natürlich waren die beiden Königselben nicht alleine. Wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Die dritte Stimme klang ganz nach Celairon. Ausgerechnet er. Seit ihrem peinlichen Vorfall hatte sie die Königswache nicht mehr gesehen und sie war ganz froh darüber. Sie war ihm bewusst aus dem Weg gegangen. Nein, die beiden hatten doch nicht vor …? Oder doch? Das würden sie nicht wagen? Sollten sie versuchen sie mit Celairon zu verkuppeln, würde sie ein erstes Wörtchen mit Faelhûr und Cûndír reden müssen.

Faen zog ihren Mantel aus, hängte ihn ordentlich neben die Mäntel der drei Königswachen, die ihre nicht gerade ordentlich aufgehängten hatte. Es juckte die Elbin in den Finger diese zu ändern, doch sie unterließ es. Schließlich waren sie alt genug. In ihrem Job verbreiteten sie offensichtlich nicht so ein Chaos, ansonsten wäre sie wohl längst nicht mehr in der königlichen Wache. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass der Herrscher des Düsterwaldes  so ein Verhalten gutheißen und dulden würde. Faen hoffte, dass ihr Bruder und ihr Vetter samt Besuch bereits gegessen hatten und sie nicht noch kochen musste. Die Elbin atmete noch einmal durch und betrat den Wohnraum.

„Hallo“, grüßte sie in die Runde, umarmte ihren Bruder und ihren Vetter und setzte sich neben Cûndír und gegenüber von Celairon. Faen goss sich ein Glas Wasser ein und trank erst einmal einen großen Schluck.

„Wie war dein Tag, nethig nín?“, wollte Faelhûr wissen.

„Unspektakulär“, meinte Faen.

„Heute einmal nicht unseren Prinzen angeschmachtet, pigen?“, konnte sich Cûndír nicht verkneifen. Faen funkelte ihn böse an. „Du musst dich wegen Celairon nicht schämen, er hat deine Schwärmerei ja hautnah mitbekommen“, setzte ihr Vetter noch einen darauf.  Auf dem Gesicht der blonden Königswache erschien ein breites Grinsen. Der Elbin klappte unelegant der Mund auf und zu. Sie ließ ihren Blick zu jedem der drei Elben schweifen und alle hatten ein breites Grinsen auf ihren schönen Zügen. Wenigstens konnte sie sich jetzt sicher sein, dass Faelhûr und Cûndír sie nicht mit Celairon verkuppeln wollten, ansonsten hätte ihr Vetter das peinliche Erlebnis und Legolas nicht erwähnt.

„Unser Prinz fand eurer Zusammentreffen gar nicht wirklich schlimm, ich glaube, er hat sich köstlich amüsiert und er mag dich“, ließ Celairon ihr Herz mit seinen Worten höher schlagen. Cûndír nickte zustimmend. Legolas mag mich. Sie spürte, wie ihre Wangen anfingen zu glühen. Doch das störte die junge Elbin nicht. Ihre Gedanken waren längst wieder zu dem Prinzen des Düsterwaldes gewandert.



**




„Du musst dir keinen Sorgen machen, dass dein Bruder und dein Vetter dich noch weiter verkuppeln wollen. Ihnen oder viel mehr Faelhûr ist mittlerweile bewusst geworden, dass es keine besonders gute Idee gewesen war“, richtete der blonde Elb das Wort an Faen, als Faelhûr und Cûndír gerade Getränkenachschub holten. Ihr fiel eine ganze Steinladung von der Seele, nur weil Legolas sie scheinbar mochte, war ihr Traum noch in weiter Ferne, wenn er überhaupt jemals in Erfüllung gehen würde. Sie sollte sich den Prinzen aus dem Kopf schlagen, doch das war einfach gesagt, als getan. Gegen seine Gefühle konnte man nun einmal nichts machen und man konnte sich auch nicht aussuchen, in wen man sich verliebte. Ansonsten hätte sie sich sicherlich nicht in einen unerreichbaren Elben verliebt.

„Es war eine wirklich bescheidene Idee.“

„Das ist ihnen nun auch bewusst.“ Sie mussten lachen. Etwas irritiert, blickten die beiden dunklen Königswachen zu ihrer Kleinen und ihrem Freund, als sie zurück ins Wohnzimmer kamen. Faelhûr und Cûndír sahen sich an und sie dachten dasselbe. Schade, dass Faen und Celairon nur freundschaftliche Gefühle für einander hatten. Sie wären ein schönes Paar. Aber man konnte ja nicht alles haben.

Es war ein schöner Abend gewesen, sie mochte keinen der drei Elben missen. Ohne die Königswachen wäre ihr Leben nur halb so schön.



**




Celairon spürte den Blick seiner Prinzen auf sich. Es war nur eine Frage der Zeit bis dieser das Wort an ihn richten würde.  

„Celairon, darf ich Euch etwas fragen?“, wand Legolas das Wort an seine Königswache.

„Natürlich, cunn min.

„Ist Faen in festen Händen?“ Diese Frage brannte den Prinzen schon länger auf der Seele. Die Elbin hatte sich in sein Herz geschlichen und er wollte sie näher kennenlernen. Er wusste, dass seine Wache ein guter Freund ihrem Bruder und Vetter war und ebenfalls mit Faen befreundet war.

Ein breites Lächeln umspielte das Gesicht von Celairon. Er hatte bereits die ganze Zeit auf diese spezielle Frage gewartet.

„Nein, sie ist nicht in festen Händen. Faen ist noch ungebunden“, beantwortete die Königswache die Frage. Pure Erleichterung war bei dem Prinzen des Düsterwaldes zuerkennen.

„Denkt Ihr, ich könnte sie um eine Verabredung bitten?“

„Ja, ich glaube Faen würde sich sehr freuen.

Das Lächeln des Prinzen wurde noch einmal breiter. Nur zu gerne würde er das Gesicht von Faen sehen, wenn sie die gute Nachricht erfuhr. Halt, ich werde ihr Gesicht ja sehen. Das war der Vorteil, wenn man eine der Wachen des Prinzen war.

„Wunderbar.“ Legolas nickte Celairon zu und sie setzten sich in Bewegung. Ein Schmunzeln konnte sich die Wache nicht verkneifen. Der Prinz verlor keine Zeit.



**




Faen versorgte gerade eine kleine braune Stute, als sie den Prinzen samt Celairon bemerkte, die zielstrebig auf sie zukamen. Ihr Herz begann augenblicklich schneller zu schlagen. Aufregung und Verwirrung machten sich in der Elbin breit und das breite Grinsen der blonden Königswache trug nicht wirklich zur Entspannung bei. Was konnte der Prinz nur von ihr wollen? Na ja sie würde es gleich erfahren.

„Hallo Faen“, begrüßte Legolas sie.

„Hallo cunn mín“, erwiderte sie den Grund und verbeugte sich.

Legolas gab Celairon nur mit Blicken zu verstehen, dass er sich zurückziehen sollte, aber dennoch in Reichweite bleiben sollte. Die Wache nickte und zog sich diskret zurück, aber nicht ohne Faen einen aufmunterten Blick zuzuwerfen.

„Würdet Ihr mir die Ehre erweisen und mit mir ausreiten?“, eröffnete der Prinz Faen endlich den Grund seines Besuches. Es dauerte einige Augenblicke bis die Worte und deren Bedeutung zu ihr durchgedrungen waren.

„Es wäre mir eine Ehre“, sagte Faen mit zittriger Stimme und seligen Lächeln zu. Celairon konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Das Gesicht der Elbin war unvergleichbar gewesen. Für einen kurzen Augenblick sah es so aus, als würde Faens Herz nicht länger mitmachen. Er war diesen Moment in Sorge gewesen und wollte schon zu ihr eilen.

„Das freut mich, Faen. Dann sehen wir uns morgen Mittag hier“, teilte Legolas ihr mit. Faen nickte und verbeugte sich, wie es sich gebührte.



**




Sichtlich nervös wartete Faen am nächsten Tag vor den Stallungen auf den Prinzen. Nach Aufmerksamkeit haschend stupste ihre Stute Alassiel sie an. Ein Lächeln umspielte ihren Mund. „Du hast ja recht. Aber ich so aufgeregt, gleich mit Prinz Legolas auszureiten. Ich habe mir das schon so lange gewünscht. Habe etwas Geduld mit mir.“ Der hübschen Stute entwich ein belustigtes Schnauben.

Ihr Bruder und ihr Vetter hatten sie schon mit wissendem Gesichtsausdruck erwartet. War ja klar, dass Celairon den Beiden brühwarm von ihrer Verabredung mit dem Prinzen des Düsterwaldes erzählen musste. Faelhûr und Cûndír hatten sich aufrichtig für ihre Kleine gefreut.

„Hallo Faen.“ Die sanfte Stimme des Prinzen riss sie aus ihren Gedanken.

„Hallo cunn mín“, grüßte die Elbin Legolas und verbeugte sich. Ihr Blick traf den ihres Freundes Celairon, dieser lächelte sie breit an.

Da sie nicht wusste, ob er seinen Hengst selber fertigmachen wollte oder nicht, hatte sie davon abgesehen. Den Hengst der Königswache hatte sie hingegen geputzt und aufgezäumt und stand neben ihrer Stute. Glücklicherweise verstanden sich die beiden Pferde gut.

„Ich mache nur noch schnell Leodíl fertig und dann können wir los.“ Faen nickte.



**




Nach einer Viertelstunde konnte der Ausritt starten. Faen war immer noch sichtlich nervös und nichts von ihrer sonst so forschen Art war zu spüren. Sie wollte sich schließlich vor dem Prinzen blamieren und ihren Bruder und Vetter keine Probleme bereiten. Auch wenn Legolas nicht so einschätzte, dass er sich bei Faelhûr und Cûndír beschweren würde, aber man musste schließlich nichts beschreien.

Je länger der Ausritt dauerte, desto entspannter und gelöschter wurde die Elbin und der Prinz und sie verfielen in eine lockere Plauderei. Obwohl Celairon sich im Hintergrund hielt, spürte sie ab und an seinen Blick auf sich und war sich seiner Anwesenheit durchaus bewusst, aber es störte sie nicht wirklich. Hätte es sich um eine andere Königswache gehandelt, wäre das womöglich anders gewesen.

Faen genoss die Nähe des Prinzen in vollen Zügen. Schließlich wusste sie nicht, ob es sich lediglich nur um eine einmalige Aktion handelte, auch wenn sie es nicht hoffte. Irgendwie glaubte Faen das nicht. Sie spürte, dass Legolas ihre ebenfalls genoss, dennoch war sie nicht so naiv, um zu glauben, dass er sich unsterblich in sie verliebt hatte und fortan sein Leben mit ihr verbringen wollte. Er war der Prinz des Düsterwaldes und konnte ganz andere Partnerinnen haben und sicherlich wünschte der König eine standesgemäße Elbin.

Viel zu schnell war der Ausritt zu Ende. Ein wenig traurig war Faen schon, aber die Freude überwog dennoch.

Nachdem sie die Pferde versorgt und gefüttert hatten, machte Legolas nicht den Anschein direkt gehen zu wollen.

„Vielen Dank für den schönen Ausritt. Ich habe die Zeit sehr genossen“, sagte der Prinz mit einem Lächeln, welche Faen so sehr liebte.

„Mir geht es ebenso.“ Immer noch konnte sie nicht glauben, dass sie wirklich mit dem Elben, dem ihr Herz schon so lange gehörte, aus geritten war.

„Ich würde gerne noch mehr Zeit mit Euch verbringen, aber die Pflichten rufen. Ich würde Euch aber gerne wiedersehen.“

Der Prinz wollte sie wiedersehen, Faen’s Herz schlug schneller. Richtig glauben konnte es noch nicht.

„Das freut mich. Ich würde Euch auch sehr gerne wiedersehen, cunn mín“, erwiderte sie mit leicht zittriger Stimme.

„Bis bald.“

„Bis bald.“

Ein letzter Blick und der Prinz samt seiner Wache verließ die Stallungen und ließ eine glückliche Elbin zurück, die ihr Glück noch gar nicht glauben konnte.



**




Einige Wochen später


Wie so oft in der letzten Zeit waren Faen und Legolas auf einem Ausritt. Fast täglich sahen sich die Beiden und entgegen ihrer Befürchtung hatte Thranduil nichts gegen ihre Beziehung. Darüber war die Elbin unendlich froh, nicht auszudenken, wenn der König sie als Partner seines Sohnes abgelehnt hätte.

„Woran denkst du?“, riss Legolas sie aus ihren Gedanken.

„Dass ich froh bin, dass dein Vater mich an deiner Seite akzeptiert.“

„Wieso sollte er auch nicht? Er weiß, dass du mich glücklich machst und nur das zählt für ihn. Ich liebe dich, Faen.“

„Ich liebe dich auch.“

Legolas lenkte seinen Hengst näher an ihre Stute und gab ihr einen zärtlichen Kuss.

Der jungen Liebe und ihre Zukunft stand nichts im Weg.



~ F I N ~
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