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Unravel

von SnowBlade
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
24.01.2021
17.06.2022
35
50.210
14
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24.01.2021 1.582
 
Die ersten Schritte hallten durch die Gänge der Polar Tang, denn der Morgen brach an. Mina blinzelte noch verschlafen, doch setzte sich zügig auf. Dabei fiel ihr die Decke von ihrem Oberkörper, der nur noch von einem dunkelblauen Top bedeckt war. Kalte Luft berührte ihre Haut, weshalb sie leicht zu zittern begann.
Sie rieb sich den Schlaf aus ihren hellblauen Augen und fuhr sich mit einer Hand durch die dunkelroten, kurzen Haare, damit die Spitzen nicht ihre Nase kitzelten. Mit einem Ruck entledigte sie sich von dem Rest der Decke und schritt barfuß zum kleinen Kleiderschrank in ihrem Zimmer. Aus diesem fischte sie eine lockere Jeans und ihre schwarze Bluse, die sie schnell anzog. Bevor sie sich hinaus schlich, schlüpfte sie ihn ihre Flip Flops, und schon huschte sie durch die Gänge des Schiffes.
7.30 Uhr
In einer halben Stunde würde es in der Kombüse Frühstück geben. Minas Ziel war bis dahin ein anderer Raum. Wohl bedacht, dass sie von niemandem gesehen wird, schaute sie sich um, und öffnete leise die Tür des Trainingsraumes. Sie liebte diesen Raum sehr, obwohl sie sich erst 4 Wochen aus dem Schiff der Heart Piraten befand. Er hatte alles, was sie bräuchte. Ein Bereich des Raumes war mit Matten auf dem Boden ausgekleidet, die Hälfte der Wände war mit Spiegeln versehen. Natürlich befanden sich auch Hanteln mit den passenden Gewichten darin, doch die waren ihr nicht so wichtig.
Sie stellte sich auf eine Matte mit dem Rücken zu einem Spiegel. Hochkonzentriert nahm sie einen tiefen Atemzug und ließ sich mit genug Schwung vornüber fallen. Ihr ganzes Gewicht lastete auf ihren Handflächen und ihr gesamter Körper spannte sich an, als sie schließlich im Handstand war. Mit einem Lächeln betrachtete sie sich im Spiegel und spürte einen Moment später wie ihre dünne Kette aus Gold ihr Kinn berührte.
„Keine Schmerzen“, flüsterte Mina zu sich selbst und ließ sich wieder auf die Füße fallen. Gut gelaunt nutzte sie ihre Zeit, indem sie noch einige Liegestütze und weitere Übungen für ihre Muskeln vollführte.
8 Uhr
Vorsichtig öffnete sie die Tür zum Gang und schritt auf leisen Sohlen hinaus. Als sie die Tür geschlossen hatte, bog Bepo um die Ecke und musterte sie mit seinen lieben Augen.
„Guten Morgen Mina. Hast du etwa…?“
Der Eisbär traute sich nicht, seine Frage zu Ende zu stellen.
„Kein Wort. Zu niemandem. Kapiert?“, flüsterte sie und huschte an ihm vorbei, „Ich komme gleich zum Frühstück.“
Sie ließ einen verdutzten Bepo zurück, der ihr noch eine Weile nachblickte, bis er schließlich weiter zur Kombüse tappste. Nachdem sie sich in ihrer Kajüte allen Klamotten entledigte, schritt sich leichtfüßig ins kleine Bad, um sich zu duschen. Während das Wasser auf ihren Körper prasselte und sie sich wusch, summte sie das Lied, welches sie bei den Strohut-Piraten gelernt hatte.
Käpten Binks will einen Rum. Ich bringe ihm die Flasche drum. Und der Wind weht übers Meer. Das lieben wir so sehr“, sang Mina leise vor sich hin. Vor 2 Jahren reiste sie mit der Bande, doch so schön sie die Zeit mit der Crew auch fand, sie war froh, als sie wieder allein oder nur zu zweit mit Ace unterwegs war. Die Erinnerung an die Feuerfest versetzte ihr eine Stich ins Herz. Mit zusammengekniffenen Augen schüttelte sie ihren Kopf, in der Hoffnung, die Gedanken würden davon fliegen, wie es die Wassertropfen von ihren nassen Haaren taten.
„Ich sollte nicht zu spät zum Frühstück kommen. Sonst muss ich wieder abwaschen“, nuschelte sie zu sich selbst und drehte den Wasserhahn aus. Mit einem Handtuch trocknete sie sich ab und rubbelte sich durch die Haare, doch die bekam sie natürlich nicht so schnell trocken. Das müsste die Meeresbrise für sie erledigen. In Eile griff sie erneut nach Klamotten zum Anziehen und erwischte neben zueinander passenden schwarzen Unterwäsche, eine Jeans, die ihrer vorherigen ähnlich sah, und sie meinte, dass sie auch nach einer ähnlichen Bluse griff, doch als sie sich das Oberteil anzog, merkte sie, dass das Kleidungsstück kurze Ärmel hatte. Sie war schon halb aus der Tür ihrer Kajüte gestürmt, als ihr das auffiel, und die junge Frau hielt für einen Moment inne, denn sie blickte auf ihre tätowierten Arme. Die wenigsten Leute aus der Crew hatten ihre Tattoos gesehen und genau jetzt, wo alle in der Kombüse saßen, wollte sie nicht von allein gleichzeitig angestarrt werden. Doch sie wollte auch nicht nochmal zurück und während sie auf dem Weg zur Kombüse war, pokerte sie, dass es vielleicht niemanden interessieren würde.
Mina hatte gerade den letzten Knopf der dünnen Bluse zugeknöpft, als sie die Tür zur Kombüse aufdrückte, welche gleichzeitig das Esszimmer war.
8.30
Die ganze Crew der Heart-Piraten war da. Es war zwar noch nicht so laut, wie es beim Abendessen manchmal war, aber es herrschte dennoch reges Treiben, wer zuerst Kaffee bekam und wer sich das größere Brötchen aussuchen durfte. Die junge Frau fühlte sich unbemerkt, als sie eintrat, und hatte vor, sich weiter zum nächsten freien Platz am großen Tisch zu schleichen, doch sie kam nicht soweit.
„Ha! Ich bin nicht der Letzte! Mina ist zu spät!“, rief Penguin lautstark, doch drehte sich dabei zu Shachi, der ihn nur Minuten zuvor damit aufzog, den Abwasch erledigen zu müssen. Diejenigen, die die Szenerie gehört hatten, blickten kurz zu der Frau im Raum, doch waren schnell wieder vom Hunger abgelenkt.
„Schon gut, hab’s verstanden“, seufzte sie beschwichtigend und nahm ihr Schicksal hin. Am Küchentresen war ein kleines Buffet aufgestellt, wo sie sich eine Tasse nahm und mit heißem grünen Tee befüllte. Dazu nahm sie sich ein Brötchen und setzte sich neben Bepo an den großen Tisch.
Der Eisbär mümmelte glücklich sein Fischbrötchen. Mina wollte ihres eigentlich mit Butter oder mit der Nuss-Nouget-Creme beschmieren, welche sie super lecker fand, doch die restlichen Mitglieder der Bande stritten noch, wer das Glas zunächst bekäme.
„Chaoten“, murmelte Law leise und sprach damit die Gedanken der jungen Frau aus, die vom Lärm genervt war. Er saß Bepo gegenüber und hielt mit beiden Händen seine Tasse mit schwarzen Kaffee. Obwohl Laws Hände den Großteil der Tasse verdeckten, erinnerte sich Mina an deren Aufschrift. Sie schmunzelte darüber, denn auf dem Behälter stand geschrieben: „Für den besten Captain der Welt zum 25. Geburtstag!“
Wer auch immer die Tasse beschriftet hatte, hatte nicht die schönste Handschrift, doch das Geschenk kam von Herzen.
„Lumina?“
Law riss sie aus ihren Gedanken. Die starren Blicke der beiden trafen sich. Jeder nannte Mina bei ihrem Spitznamen und auch dem Captain hatte sie es angeboten, doch er bevorzugte ihren ganzen Vornamen. Sie störte sich nicht weiter daran, doch sie hätte zu gerne den Grund dafür gewusst.
„Hm?“, brummelte sie fragend und legte sogar ihren runden Kopf leicht schief. Währenddessen riss sie ein Stück von ihrem Brötchen ab und schob es sich in den Mund.
„Warum bist du schon wieder zu spät?“, fragte der Chirurg ohne einen vorwurfsvollen Ton in der Stimme. Es klang eher analysierend, als ob er die kommende Aussage wie ein Symptom einer passenden Diagnose zuordnen würde.
„Ich habe verschlafen“, nuschelte die Rothaarige, „Seit einigen Tagen komme ich einfach nicht aus dem Bett.“
Genau genommen, hatte sie für den heutigen Tag gelogen, denn heute war sie im Trainingsraum gewesen, doch die Tage vorher hatte sie wirklich verschlafen. Immerhin hatte sie hier auf der Polar Tang das Gefühl gehabt, sicher zu sein. Da schlief sie nunmal gut.
„Bereiten dir deine angebrochenen Rippen noch Schmerzen?“, erkundigte er sich weiter. Instinktiv griff sich Mina an ihre rechte Seite und fuhr mit leichtem Druck über die Rippen, die vor 4 Wochen noch beschädigt waren.
„Keine Schmerzen. Ich glaube, ich kann mein Training langsam wieder aufnehmen.“
Ein leichtes Grinsen zierte ihre dünnen Lippen, während sie auf dem nächsten Brötchenstück kaute, doch es verschwand, als der Chirurg ein unzufriedenes Schnauben äußerte.
„Du solltest noch 2 Wochen Pause machen. Die Brüche müssen richtig verheilen.“
Laws Anweisung duldete keine Widerworte. Außerdem erkannte Mina einen Hauch Besorgnis in seiner sonst so klaren Tonlage. Sie sah es auch ein; sich jetzt zu überlasten, wäre unvernünftig gewesen.
„Aye, Doktor“, seufzte sie und aß ihr letztes Stück. Nun war es Law, dessen Mundwinkel leicht nach oben zuckten. Dann trank er seinen Kaffee weiter und ließ seinen Blick über Minas tätowierte Arme schweifen. Auf ihrem rechten Oberarm prangte die realistische Abbildung eines Wolfes, der mit roter Tinte gestochen worden war. Die Mimik des Wolfes war einschüchternd, denn er fletschte die Zähne; bereit zum Angriff. Auf ihrem Unterarm war eine Schildkröte mit meerblauer Tinte gestochen worden. Im Vergleich zum Wolf wirkte das Meerestier ruhig und friedlich.
„Ich habe überhaupt keine Lust, den Abwasch zu machen. Das ist die verrückteste Regel, die ich auf einem Piratenschiff je gehört habe“, brummelte Mina eher zu sich selbst und lehnte sich an Bepos Schulter. Law setzte zu einer Belehrung an, denn die Mitglieder seiner Crew neigten zu Chaos. Aus diesem Grund hatte er Regeln aufgestellt. Und dazu zählte die Pünktlichkeit beim Frühstück.
„Wenn du mir beim Abwaschen etwas vorsingst, helfe ich dir dabei“, meinte Bepo, bevor sein Captain etwas sagen konnte. Weder Law, noch Mina, haben die Aussage von dem Eisbären erwartet, aber die junge Frau lachte leise und nickte ihm zu.



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Hallo ihr Lieben!
Schön, dass ihr euch hier her verirrt habt! Das ist meine erste FF in diesem Fandom und ich hoffe sehr, dass euch das erste Kapitel gefallen hat. Seid so lieb und lasst es mich doch in einem kleinen Review wissen. Natürlich bin ich offen für jede Form von Kritik, denn ich möchte mich auch verbessern.
In Liebe, eure Snow
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