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Widerstand

GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Het
Dean Thomas Draco Malfoy OC (Own Character) Oliver Wood Viktor Krum
24.01.2021
19.09.2021
67
74.437
5
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15.09.2021 1.111
 
Seit der Schlacht ist bereits eine Woche vergangen. Eine ganze Woche, in der ich alleine in dem Anwesen meiner Familie lebe. Meine Eltern und Draco werden allerdings immer noch verständlicherweise von dem Ministerium festgehalten. Ihre Anhörung wird erst in den nächsten Tagen stattfinden. Da unser Anwesen sonst leer stehen würde und ich auch nicht wusste, wo ich sonst hätte bleiben können, ohne irgendjemanden zur Last zu fallen, bin ich wieder eingezogen. Ich weiß noch nicht, wie es werden wird, wenn beispielsweise meine Mutter hier wieder einziehen wird. Ihre Strafe wird vermutlich die geringste sein, da sie nie eine Todesserin war.
Es ist ein seltsames Gefühl nicht zu wissen, wann ich meine Familie wiedersehen werde oder ob ich sie vielleicht sogar in Askaban besuche. Ich weiß, dass sie es verdient haben, da sie die ganze Sache unterstützt haben, aber es ist dennoch meine Familie. Sonst habe ich immer entschieden, ob ich sie sehe oder nicht, jetzt liegt die Entscheidung allerdings nicht mehr bei mir. Ich versuche die Gedanken an sie zu verdrängen, denn ich habe darauf keinen Einfluss.
Ich schlendere durch die Gänge und schaue in den Zimmern nach dem Rechten. Die meisten schwarzmagischen Bücher, von denen es mehr gab, als ich immer angenommen hatte, habe ich in einen Schrank gesteckt und mit einem Zauber belegt. Wenn das Ministerium unser Haus durchsuchen sollte, was es auf jeden Fall vor der Anhörung meiner Familie machen wird, weiß ich noch nicht, wie viel ich ihm über die Geheimnisse der Malfoys verraten soll. Wie fast bei jeder reinblütige Zaubererfamilie werden alle Unannehmlichkeiten vertuscht. Nach außen muss der perfekte Schein gewahrt werden.
Ich habe allerdings in den Monaten so viele verschiedene Lebensweisen gesehen, dass ich es besser wissen müsste. Eine Familie ist so viel mehr wert als ihr Schein. Aber dennoch fällt mir die Entscheidung, ob ich die Bücher dem Ministerium übergebe nicht leicht, da ich dadurch die Strafen für meine Familie erhöhen würde.
Tatsächlich klopft es genau in diesem Moment an der Tür und unser Hauself verkündet mir, dass Leute vom Ministerium vor der Tür stehen. Die Erziehung meiner Eltern drängt mich dazu den Schrank mit den Büchern zu verstecken, doch Anastasias Stimme in meinem Kopf sagt mir, dass ich so viel mehr bin, als nur eine Tochter der reinblütigen Familie Malfoy.
Ich straffe meine Schultern und mache mich auf den Weg zur Haustür, um den Herren vom Ministerium die Tür zu öffnen.
Die nächsten Stunden verbringe ich damit, ihnen jeden einzelnen Raum unseres Anwesens zu zeigen, selbst mein Schlafzimmer wollen sie sehen. Je näher wir dem Raum mit den schwarzmagischen Büchern kommen, umso unruhiger werde ich.
„Was ist hier drin?“, fragt mich schließlich ein Zauberer mit bereits ergrautem Haar und klopft mit seinem Zauberstab auf den Schrank.
Jetzt oder nie. Ich hole tief Luft und hoffe sehr, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
„Schwarzmagische Bücher, die ich hier im Haus gefunden habe. Mein Bruder und ich haben nichts davon gewusst, ich habe sie erst jetzt gefunden. Inwieweit meine Eltern über sie Bescheid gewusst haben, weiß ich nicht“, erkläre ich den Herren tatsächlich und mir fällt ein kleiner Stein vom Herzen.
Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich die ganze Sache für meine Eltern jetzt noch schlimmer gemacht habe, so habe ich wenigstens nach meinem Gewissen und meinen Idealen gehandelt.
Der Zauberer nickt grimmig, löst meine Schutzzauber innerhalb weniger Sekunden und konfisziert sämtliche Bücher.
„Sind das alle?“, fragt mich ein zweiter.
„Alle von denen ich weiß.“
„Und was hatten sie mit diesen vor?“, will er weiter wissen.
„Ich habe mit ihrem Besuch gerechnet und wollte sie bei dieser Gelegenheit dem Ministerium übergeben“, erkläre ich ihm und hoffe, dass er mir glaubt, denn die Skepsis steht ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, eine unschuldige Malfoy.
„Na ja. Das müssen wir Ihnen dann wohl glauben.
Sie und ihr Bruder haben wirklich nichts davon gewusst?“
„Nein, haben wir nicht. Es gibt einige Räume in diesem Haus, zu denen wir als Kinder und auch später als Jugendliche keinen Zutritt hatten.“
Ein paar Fragen später verlassen wir endlich diesen Raum und damit auch das Thema der schwarzmagischen Bücher. Die restliche Durchsuchung verläuft wie der Beginn ohne größere Schwierigkeiten.
Nachdem endlich die Tür hinter ihnen zugefallen ist, muss ich raus aus diesem Haus, dass mir die ganze Zeit anklagend vorwirft, ich hätte meine Familie verraten. Kurz überlege ich Fleur zu besuchen, als mir bei dem Gedanken an die Weasleys auffällt, dass George vielleicht mehr Besuch braucht als die anderen Familienmitglieder. Schließlich ist der jetzt allein, wo doch immer Fred an seiner Seite war.
Jetzt im Nachhinein habe ich mir auch eingestanden, dass ich Fred ein bisschen mehr mochte. Ob es allerdings für eine Beziehung ausgereicht hätte oder ob er ähnlich gedacht hat, werde ich nie erfahren und es wird mir auch nie jemand beantworten können. Der Krieg hat so vieles genommen.
Also appariere ich in die Winkelgasse und laufe zum Laden der Zwillinge. So weit ich weiß, haben die beiden in einer Wohnung darüber gewohnt. George wird dort bestimmt immer noch leben. Der Laden ist natürlich geschlossen. Nichts hat sich an dem Anstrich oder den Schaufenstern verändert, allerdings habe ich das Gefühl, dass sämtliche Farben nur noch ein schwacher Abklatsch von dem Original sind, als hätte jemand ein dunkles Tuch darüber geworfen.
Die Tür ist abgeschlossen und auf mein Läuten hin reagiert niemand. Mir mithilfe eines Zaubers Eintritt zu verschaffen, will ich allerdings auch nicht. Vielleicht sollte ich es doch im Fuchsbau probieren.
Ich drehe dem Laden den Rücken zu und bereite mich auf das Apparieren vor, als die Tür hinter mir mit einem leisen Klicken aufspringt. Vorsichtig öffne ich die Tür und laufe durch den dunklen Laden nach ganz hinten und durch eine Tür mit der Aufschrift „Privat“.
Der Raum dahinter wird von einer kleinen magischen Flamme erhellt und ich kann ein schmales Feldbett erahnen, auf dem George sitzt.
„Was willst du hier? Willst du mir sagen, wie leid es dir tut, dass Fred tot ist?“, fährt er mich wütend an, wobei er wahrscheinlich seine Trauer verbergen will.
Ich schüttle vorsichtig den Kopf.
„Ich bin hier, weil ich nach dir sehen wollte. Dieser Krieg hat so viele Opfer gefordert, dass wir jetzt nicht zulassen dürfen, durch diese Trauer kaputt zu gehen.“
„Was soll ich also deiner Meinung nach tun?“, fragt er mit weniger Wut in der Stimme.
„Zuerst einmal dir Zeit lassen, trauern ist in Ordnung, auch wenn dir einige Leute vielleicht etwas anderes einreden wollen. Aber lass bitte nicht zu, dass für dich der Hoffnungsschimmer am Horizont verschwindet. Ein Hoffnungsschimmer, der Erinnerungen der Freude und nicht nur diese schwere Trauer um Fred verspricht.
Darf ich mich setzen?“
Er nickt und dann beginnt er mir von Fred zu erzählen.
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