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Woman in yellow till the end?

von KleinKoko
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Simon Schempp
24.01.2021
09.05.2021
18
32.908
5
Alle Kapitel
104 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
11.03.2021 1.841
 
Passend zu Franzis 27. Geburtstag heute schon ein neues Kapitel. Viel Spaß mit dem Kapitel über Franzis Geburtstag, an Franzis Geburtstag.

**********

Erst spät kommen wir wieder zurück ins Hotel. Interviews, Siegerehrung, Pressekonferenz und so dauern halt dann doch ihre Zeit.Beim Abendessen sind wir vier mit den Technikern und Trainern alleine. Alle anderen haben anscheinend schon gegessen.

,,Also was machen wir jetzt noch?“ Versuche ich so neutral wie möglich darauf zurückzukommen, was mich schon den ganzen Tag beschäftigt, ich aber während dem Rennen gekonnt verdrängt habe.

,,Netter Versuch Franzi, aber ein bisschen muss du dich noch gedulden.“ Durchschaut Janina mich allerdings sofort. Ich will etwas erwidern, lasse es dann aber doch bleiben.

,,Könnt ihr mir denn wenigstens verraten wieviel Zeit mir noch bleibt? Ich würde gern Simon mal anrufen, mit dem hab ich heute noch gar nicht gesprochen.“ Komme ich am Ende des Essens doch nochmal zum Thema. Heute Morgen hatte ich lediglich eine Whatsapp von ihm erhalten und die war jetzt nicht besonders lang. Eigentlich bin ich da anderes gewöhnt, was mich leicht stutzig macht. Denn auch nach dem Rennen hat er sich bis jetzt noch nicht gemeldet und das macht er sonst eigentlich immer.

,,Da es ja schon spät ist, wollten wir jetzt gleich eigentlich anfangen, aber du hast noch eine viertel Stunde.“ Antwortet Vanessa mir nach einem kurzen Blick auf die Uhr.

,,Dann bis gleich Mädels.“ Schneller als irgendwer gucken kann, springe ich von meinem Stuhl auf, bringe mein Geschirr weg und mache mich auf den Weg in mein Zimmer. Dort angekommen ziehe ich mein Handy raus und wähle die Nummer meines Mannes.

,,Hier ist die Sprachbox von Simon Schempp. Leider kann ich deinen Anruf im Moment nicht annehmen, als hinterlasse mir eine Nachricht nach dem Signalton.“ Enttäuscht nehme ich mein Handy wieder vom Ohr und mache den Bildschirm aus. Ich kann nicht verhindern, dass eine Träne sich ihren Weg über meine Wange bahnt. Schnell wische ich diese weg. Dass mein Mann an meinem Geburtstag nicht an sein Handy geht, ist wirklich kein Grund loszuheulen. Aber trotzdem enttäuscht es mich. Durch das Vibrieren erlangt mein Handy meine Aufmerksamkeit zurück. In der Hoffnung, dass Simon sich doch endlich meldet, schaue ich auf den Bildschirm, muss aber enttäuscht feststellen, dass es meine Schwester ist, die mich anruft.

,,Hey Sophia.“ Kann ich meine Enttäuschung bei der Begrüßung nicht ganz verbergen.

,,Wow nicht so viel Begeisterung Schwesterchen.“ Bemerkt meine Schwester meine Stimmung sofort.

,,Sorry. Ich hatte gehofft du wärst Simon, der hat sich nämlich den ganzen Tag noch nicht bei mir gemeldet.“ Erkläre ich ihr die Situation.

,,Da muss ich dich leider enttäuschen und du musst mit deiner Schwester vorlieb nehmen. Aber jetzt zum wesentlichen. Alles, alles Liebe und Gute zu deinem 30. Geburtstag Schwesterherz.“

,,Danke.“ Jetzt schleicht sich doch ein Lächeln auf meine Lippen.

,,Hast du ein paar Minuten oder muss ich aus der Leitung, dass du weiter auf den Anruf deines Mannes warten kannst.“ Das Grinsen in der Stimme meiner Schwester kann ich förmlich hören. Sie hat es schon immer geliebt mich mit Simon aufzuziehen. Ich schaue kurz auf die Uhr, wie viel Zeit ich noch bis zu meiner Überraschungsfete habe.

,,10 Minuten. Dann haben meine lieben Kollegen nämlich irgendeine Überraschung für mich, von der sie mir schon den ganzen Tag nicht sagen wollen, was es ist.“ Antworte ich Sophia mit einem Lachen.

,,Kann ich dich per Video anrufen? Maja und Julian wollen dir nämlich was zeigen.“

,,Klar.“ Ich beende den Anruf und warte darauf, dass der erneute Anruf von meiner Schwester angeht.

,,So da bin ich wieder.“ Lächelt diese mir kurze Zeit später jetzt auch auf dem Bildschirm sichtbar entgegen.

,,Jo.“ Lache ich.

,,Also. Ihr beiden, was wollt ihr der Tante Franzi zeigen?“ Wendet sich meine Schwester wohl an ihre beiden Kinder und dreht sich kurze Zeit später so, dass die beiden ebenfalls mit auf dem Bildschirm sind.

,,Hallo ihr beiden.“ Ich winke in die Kamera, was vor allem Julian hocherfreut erwidert. Ich liebe die Beiden, aber sie erinnern mich daran, dass sich nicht nur Simon noch nicht gemeldet hat, sondern damit ich auch meine Tochter heute noch nicht gesprochen habe. Ich versuche meine wieder aufkeimende Traurigkeit zu unterdrücken und widme mich wieder meinem Neffen und meiner Nichte auf dem Bildschirm meines Handys.

,,Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Tante Franzi.“ Rufen die beiden im Chor und halten selbstgemalte Bilder in die Kamera.

,,Oh das ist ja süß. Danke euch beiden.“

,,Wir haben dich heute laufen sehen und du hast das toll gemacht.“ Berichtet Julian mir anschließend stolz, was mich wieder gerührt lächeln lässt.

,,Danke dir. Das hab ich gemerkt, dass ihr mich heute angefeuert habt. Da konnte ich nochmal richtig Gas geben.“ Erzähle ich dem jungen, sodass er große Augen bekommt.

,,Aber du hast doch gar nicht gehört.“ Wirft Maja neben ihm ein.

,,Wenn man von jemanden angefeuert wird, den man ganz dolle lieb hat, dann spürt man das. Egal wie weit man auseinander ist.“ Erkläre ich ihr mit einem Lächeln.

,,Das ist schön.“ Ich unterhalte mich noch ein paar Minuten mit den dreien, ehe ich auflege, da ich so langsam runter müsste.Ich kämme mir nochmal durch die Haare und werfe einen prüfenden Blick in den Spiegel. Eine strahlende und überglückliche Franziska sieht zwar definitiv anders aus, aber es ist annehmbar. Es ist schließlich mein Geburtstag und den möchte ich mir von niemanden kaputt machen lassen. Schnell schnappe ich mir noch mein Handy vom Bett und mache mich wieder auf den Weg nach unten.In der Lobby angekommen fällt mir allerdings auf, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wo ich hinsoll. Bevor ich noch lange hier rum stehe rufe ich Janina an.

,,Franzi, wo bliebst du?“ Begrüßt diese mich auch nach dem ersten Klingeln.

,,Wenn ich wüsste, wo ich hinkommen soll, wäre ich auf dem Weg.“ Antworte ich der jüngeren.

,,In den Besprechungsraum.“ Damit hat Janina auch schon wieder aufgelegt. Ich stecke mein Handy wieder zurück in meine Hosentasche und mache mich auf den Weg zum Besprechungsraum.

,,Na dann wollen wir mal.“ Murmel ich zu mir selber und öffne die große Türe.

,,Happy Birthday.“ Erschrocken bleibe ich stehen. Das ganze Team steht versammelt vor mir und schaut mir freudig entgegen.

,,Danke.“ Bringe ich irgendwie heraus und schaue mich um. Die Tische stehen am Rand verteilt. Einer von ihnen dient als Kuchen Buffet bzw Theke. An einer der Wände hängt eine Girlande mit Herzlichen Glückwunsch und daneben schweben zwei Luftballons. Eine 3 und eine 0.

,,Naja wir dachten ein bisschen müssen wir feiern. Schließlich wird man ja nicht jeden Tag 30 und gleichzeitig noch Weltcupsiegerin.“ Vanessa kommt auf mich zu und reicht mir ein Glas Sekt. Erst jetzt fällt mir auf, dass auch alle anderen bereits ein Glas in der Hand halten.

,,Auf dich Franzi und nochmal alles Liebe und Gute zum Geburtstag,“ Vanessa stößt mit ihren Glas gegen meins und zieht mich in ihre Arme.

,,Ehm ja danke.“ Bin ich immer noch sichtlich überrumpelt. Ich wusste zwar, dass die Mädels was ausgehackt haben, aber trotzdem. Ich proste in die Runde und trinke einen Schluck von dem Sekt. Vielleicht bringt das ja meine Gedanken wieder ein bisschen in die Reihe. Nacheinander kommen alle zu mir und gratulieren mir nochmal. Mit jeder Umarmung komme auch ich wieder in der Realität an und erwache aus meiner Schockstarre.

,,Wir haben natürlich auch ein Geschenk für dich.“ Jetzt kommt Janina auf mich zu und zieht ein Geschenk hinter ihrem Rücken hervor.

,,Im Namen der ganzen Mannschaft nochmal alles Gute zu deinem 30. Geburtstag.“

,,Danke.“ Ich schaue lächelnd in die Runde und nehme das Geschenk an. Sophia nimmt mir mein Glas ab und so mache ich mich daran das Geschenk auszupacken. Zum Vorschein kommt eine Startnummer mit einer 30, auf der alle unterschrieben haben. Außerdem zwei Umschläge. Ich öffne den mit der Nummer 1 und ziehe die Karte heraus.

Liebe Franzi,

Zu deinem 30. Geburtstag wünschen wir dir alles Liebe und Gute. Du bist nicht nur unsere Schlussläuferin, Frontfrau und Teamkollegin, sondern auch ein wunderbarer Mensch und eine tolle Mutter. Du hast immer ein Lächeln auf den Lippen und versprühst eine positive Stimmung. Lass dir diese positive Einstellung nie nehmen.Als Geschenk haben wir, neben der Startnummer, jeder einen kleinen Gutschein für dich. Diese findest du im Umschlag 2. Wir hoffen wir können dir damit eine kleine Freude machen.

Happy Birthday!

Deine Biathlon-Familie

,,Oh man seid ihr süß. Danke.“ Bedanke ich mich bei meiner Mannschaft und habe ein gerührtes Lächeln auf den Lippen.

,,Die Gutscheine liest du dir aber am besten in Ruhe durch. Ich habe hunger und hätte gern was von dem Kuchen da drüben.“ Kommt es aus einer Ecke von Erik, was uns alle lachen lässt.

,,Dann soll ich den vermutlich mal anschneiden, bevor der kleine Erik uns noch verhungert.“ Lachend stehe ich auf.

,,Ja das wäre ganz toll.“ Ich kann nur weiterhin lachend den Kopf schütteln und gehe rüber zu den Kuchen. Beim Anblick der größten Torte verharre ich allerdings in meinen Bewegungen. Auf der Torte steht eine kleine Biathlonfigur, die vermutlich mich darstellen soll, mit einem blauen Gewehr und einem gelben Trikot. Außerdem stehen auf der Torte Biathlonscheiben und mein Name neben einer großen 30.

,,Wo habt ihr den denn herbekommen?“ Finde ich meine Sprache wieder und drehe mich zu meinem Team um.

,,Naja in der Stadt gibt es eine kleine Konditorei und die haben uns die Torte gemacht.“ Erklärt Stefan, unser Pressesprecher.

,,Die sieht echt mega aus. Danke.“ Ich mache schnell ein Bild von der Torte, ehe ich sie sehr zu Freude von Erik endlich anschneide. Während alle sich ein Stück Kuchen nehmen und sich dieses schmecken lassen, ziehe ich mein Handy wieder raus und poste das Bild von der Torte mit den Worten ,,Bestes Team der Welt“ in meine Instastory. Enttäuscht stelle ich fest, dass mein Mann sich immer noch nicht gemeldet hat, aber daran möchte ich jetzt keinen weiteren Gedanken verschwenden. Nach dem allgemeinen Kuchenessen, ertönt von irgendwoher Musik und wir Mädels lassen es uns natürlich nicht nehmen ein bisschen zu tanzen, während die Jungs, Trainer, Betreuer und Techniker lieber weiter am Rand stehen bleiben und sich unterhalten. Solche Langweiler. Irgendwann merke ich, dass Vanessa unruhig wird und den anderen Mädels non-verbale Zeichen gibt. Verwirrt schaue ich die Mädels an, die mir aber nur zulächeln, wenn sie bemerken, dass mein Blick auf ihnen ruht.

,,So Franzi wir haben jetzt noch ein kleine Überraschung für dich und dafür müssen wir dir die Augen verbinden.“

,,Noch eine Überraschung?“ Frage ich Vanessa verwirrt, die allerdings nur nickt und mir ihren Schal um die Augen bindet. So langsam werden mir das eindeutig zu viele Überraschungen.

,,So Franzi.“ Janina nimmt meine Hand und führt mich ein wenig durch den Raum. Plötzlich bleibt sie stehen und dreht mich rum. Ihre Hände wandern von meinen Schultern zu meinem Kopf und ich merke, dass sie den Schal löst.

,,Augen noch zu lassen.“ Befiehlt sie mir und so halte ich die Augen auch noch geschlossen, als sie den Schal komplett wegnimmt. Ich merke, dass sie ein paar Schritte von mir weg geht. Was zur Hölle wird das hier?

,,Darfst die Augen aufmachen.“
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