Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der böse Wolf

Kurzbeschreibung
SammlungThriller, Horror / P18 / Het
Fenrir Greyback
23.01.2021
22.10.2021
7
23.725
8
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
28.02.2021 2.676
 

Schön, dass du da bist.
Einige von euch kennen "diesen" Fenrir vielleicht schon aus den Stimmen des Ersten Zaubererkriegs. Falls nicht, kein Problem.
Ein gutgemeinter Hinweis für die LeserInnen der oben genannten Story : Enthält minimale Spoiler aus Kapitel 24.
Alle anderen: Viel Spaß ;).



Allianzen

9. Mai 1980



Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Zumindest besagte das ein altes Sprichwort.
Stalk hatte ihm etwas mitgebracht. Ein wimmerndes Bündel, gehüllt in einen rostroten Umhang. Das Geschenk schien jedoch erschöpft zu sein. Fenrir wusste dies zu ändern. Spätestens, wenn er seine Zähne in ihr Fleisch grub, wurden sie alle wieder munter.
Er gestattete sich ein kurzes Grinsen. Der Tag war noch jung und Fenrir ging gedanklich die heutige Tagesordnung durch.
Sie saßen auf den Treppen der National Galerie und einer seiner Jungs verschlang einen Burger. Ketchup und Senf tropfte auf den hellen Stein. Nuschelnd gab er seine Meinung darüber Kund. Es schmeckte ihm. Was für eine bahnbrechende Überraschung. Die Verwandlung hatte Bode einiges an Hirnzellen gekostet. Sonst druckste er nur herum und trug auch an diesem Abend wieder eine Sonnenbrille wie ein dummer Muggel.

Drei Stadtpolizisten beobachteten ihr Treiben schon seit ihrer Ankunft auf dem Trafalgar Square. Sie würden nicht mehr lange durch den Nebel ihrer Langweile waten. Schon allein, damit ihnen davon nicht schwummrig wurde, würde Fenrir sich was einfallen lassen. Aber was?
Vor geraumer Zeit war ihm zu Ohren gekommen, dass die Galerie neben ihren unbezahlbaren Gemälden auch Artefakte ihr Eigen nannte. Sicherlich nur wertloses Zeug und irgendwelcher Ramsch, denn sonst hätte sich die halbe Reinblüterschaft schon darüber hergemacht. Dennoch: Es versprach einen amüsanten Auftakt, Kurzweil, ein paar mehr Galleonen in den Taschen und ein aufsehenerregendes Sperenzchen. Der Tagesprophet hätte anstatt dieser sinnlosen Geplänkel über die abtrünnigen reinblütigen Heiler im St. Mungos endlich wieder eine Schlagzeile für die nächste Morgenausgabe.
»N’du? Boss?«
Stalk meldete sich zu Wort und vertagte damit Fenrirs innere Planung auf einen späteren Zeitpunkt.
Geräuschvoll zog der Junge die Nase hoch.
Fenrir stemmte sich hoch und baute sich grollend vor dem Rangniederen auf. Soweit kam es noch, dass diese Welpen ungefragt ihr Wort an ihn richteten.
»Was?«, knurrte Fenrir und taxierte sein Gegenüber.
Ein gerötetes Augenpaar lugte hinter der Sonnenbrille hervor und Bode warf seinen Fraß zur Seite. Einzelne Pommes kullerten die Treppen hinab und er wischte sich die Finger an seiner Jeans sauber. Beide Welpen nahmen augenblicklich Haltung an. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie ihre Hacken zusammenschlugen.
»N‘du Boss … ka-ka-kein Grund für Ärger«, stotterte Stalk und warf Fenrir das Bündel Mensch vor die Füße. »Hab sie dahinten aufgegriffen.« Wie zum Beweis deutete der Welpe hinüber zum Denkmal auf der Mitte des Platzes und schnaubte. »Hat‘ uns beobachtet, dass Miststück. Hmhm.«
Mit einem hässlichen Grinsen tropfte Fenrirs Blick hinab. Das Bündel war gerade dabei sich zwischen den vielen Stoffalten vor seinen Füßen zurecht zu finden. Die in den Nacken geschlagene Kapuze gab einen roten Haarschopf der Abendluft preis. Jammernd rieb sie sich den Nacken, ehe sie aufsah.
Mit geweitetem Blick starrte Fenrir zurück. Die Erinnerung an den Fluch dieser Prewetts fuhr ihm wieder durch die Schulter und verursachte eine Art Phantomschmerz. Durchtrennte Venen, Arterien, Sehnen und Muskelfasern. Maden die sich an seinem Fleisch gütlich getan hatten. Dieser Todesser mit der Hakennase hatte ganze Arbeit beim Zusammenflicken geleistet.

»So behandelt man keine Reinblüterin«, sagte die Kleine widerborstig und rieb sich das Knie. Sie klang nicht wirklich überzeugt. Die Welpen witterten ihre Unsicherheit. Reinblüterin stand eigentlich nicht auf ihrem Speiseplan.
Ein geiferndes Grinsen zeichnete sich auf Bodes unrasierten Wangen ab, während Stalk seinen eigenen Ohren nicht zu trauen schien.
»Wen haben wir denn da? Hat die kleine Todesserin sich schon wieder verlaufen? Haben die Tauben deine Brotkrumen gefressen, Rotkäppchen?«
Was Besseres war ihm auf die Schnelle nicht eingefallen. Der Verlobten vom Galleonen scheißenden Rosier durften seine Welpen kein Haar krümmen. Aber Schwäche zeigen kam nicht in Frage. Die Reinblüter kommandierten und übergingen sie schon oft genug. Da musste ihr Rudelführer nicht noch vor ihren Kindern katzbuckeln.

»Die hat aber ganz nackische Arme, Boss«, warf Stalk ein, packte die Kleine am Kragen und riss sie hoch. Er pflückte ihren Umhang bei Seite. Sie trug ein schwarzes Kleid mit durchsichtiger Spitze an den Armen darunter. Da war kein Dunkles Mal. Diese verdammte Assel hatte recht.
Die Kleine war starr vor Angst. Dieser Geruch lockte nicht nur Fenrir. Bode kam mit weiten Schritten näher. Hob witternd die Nase und grinste noch breiter.
Jetzt hieß es einen kühlen Kopf zu bewahren.
»Kennst du eine andere, außer unsere Herrin Black, die sowas hat, du minderbemitteltes Ungeziefer?«
Unisono schüttelten die Welpen ihre Köpfe.
»Trotzdem stopfen die Kerle ihre Schwänze gelegentlich in etwas anderes als ihre Hauselfen. Soweit klar?«
Ein glucksendes Kichern der Beiden verriet Fenrir, dass er sie überzeugt hatte. Stalk schob das Mädchen von sich weg. Rückte hastig ihren Umhang zurecht und schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln.
»Das Püppchen hier ist von ihrem Ehemann geschickt worden. Ist sich wohl zu Schade hier selbst aufzukreuzen.«
Das klang einleuchtend. Selbst für Fenrir, der eigentlich nur eine Ausrede gesucht hatte.
Alecto stand zwischen den drei Werwölfen mit ruinierter Frisur und verschmierten Make-Up. Sie hatte sich den Verlauf dieses Abends sicherlich auch anders vorgestellt.
Vermutlich hoffte Rosier darauf, dass Fenrir einen besonders waghalsigen Auftrag annahm, wenn sein kleines Vögelchen die Nachricht zwitscherte. Schließlich hatte die Kleine ihm im Ministerium den Arsch gerettet. So zumindest besagte es die Gerüchteküche zwischen den Kameraden. Fenrir wusste es besser.
»Kümmert euch um die drei Spanner dahinten, mit ihren Knüppeln. Gönnt euch den Spaß. Und wir zwei. « Nun wandte sich Fenrir direkt an Alecto und murmelte: »Haben zu Reden. Dort drüben.«

Alecto zog ihren Kopf tief zwischen die Schultern, als sie unter den Blicken der anderen Werwölfe weghuschte. Jede Wette, dass ihr die Nackenhaare vor Angst zu Berge standen.
Bode stierte ihr begierig nach. Fenrir hatte ihn als Kind infiziert. Vermutlich war es das erste Mal, dass er eine echte Reinblüterin aus ihren Reihen –ausgenommen Bellatrix - zu Gesicht bekam. Dazu war er erst kürzlich volljährig geworden. Diese jungen Werwölfe hatten alle nur das eine im Kopf.
Stalk schien weitaus mehr Interesse daran zu haben die Stadtpolizei aufzumischen. Brüllend wüste Gesten an sie richtend, zog er ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Soweit, so gut.
Fenrir hastete über die Stufen zu Alecto hinauf, packte sie am Kragen und zerrte sie die letzten Schritte hinter sich her.
Verborgen hinter den Säulen am Eingang zur Galerie löste er seine Pranke von ihrem Nacken und schubste sie.
»Zu viel von deinem Hexenkraut genascht, hm?«
Die schaurige Intonation seiner Stimme wollte ihm heute besonders gut von den Lippen gehen.
Wenige Schritte trennten sie. Ein unüberwindbares Hindernis. Alecto stand da, wie an dem Rand eines Tümpels.
»Hier ohne deinen Ehemann aufzukreuzen«, half Fenrir ihr auf die Sprünge und hob prüfend eine Braue. »Das war ziemlich blauäugig von Rosier.«
»Ähm«, machte Alecto unschlüssig und kratzte sich am Hals.
»Ähm, was?«
»Ähm, siehst du irgendwo einen Verlobungsring an meiner Hand, du Trottel?«
Volltreffer.
Fenrir verdrehte die Augen. Bei den jungen Dingern hatte er stets den Geschmack von Blut auf der Zunge. Die Erinnerung an warmes buttriges Fleisch zwischen seinen Zähnen. Sein Geist war in diesen Momenten nicht geschärft genug um auf so Kinkerlitzchen wie Ringe oder Dunkle Male zu achten.
»Wer schickt dich dann?«
»Niemand«, erwiderte Alecto lässig. Sie wirbelte herum und beugte sich über die Absperrung wie über eine Reling. Mit großen Augen beobachtete sie seine Welpen dabei, wie diese die Stadtpolizei vermöbelten. »Die zwei erinnern mich an meinen Bruder und seinen besten Freund.«
Er schätzte es gar nicht, von Reinblütern zum Narren gehalten zu werden. Und ganz besonders nicht von so einer Rotzgöre.
Aus den tiefen seiner Brust knurrend stürmte Fenrir auf sie zu.
Nur drei polternde Schritte und ein eiserner Griff.  Mehr brauchte es nicht.
In höchsten Tönen kreischend hing Alecto mit dem halben Oberkörper über das Geländer hinweg. Die Augen vor Angst weit aufgerissen.
Ihr junger Körper ächzte, als Fenrir sie herumschleuderte und gegen die nächste Säule presste. Drohend senkte er seinen Schädel und entblößte sein Gebiss. Für diese Frechheit würde er ihr die kümmerlichen Brüste amputieren und die weißen Knochen ihres Brustkastens freilegen.
Mit seiner Hand umklammerte er ihren Hals und hob die Hexe auf die Zehenspitzen. Seine Finger schlossen sich um ihre Luftröhre. Sie trat und kratze ihn, fuhr mit ihren Nägeln über die Haut seines Unterarmes und japste.
Als Fenrir sich an ihrem Kleid zu schaffen machte, ächzte Alecto: » Mein Bruder ist Rosiers rechte Hand. Amycus Carrow. « Ihr Gesicht wurde immer röter. »Ich bin zwar nicht Evans Verlobte aber seine geweihte Seherin.«
»Seherin … ? Was für ein Schwachsinn. Fleh lieber, Kleines. Das erhöht deine Chance hier in einem Stück heraus zu kommen, anstatt mir diesen lauwarmen Scheiss aufzutischen.«
»Aber es stimmt.«
Sie blieb dabei. Wie eine Marionette an Fäden hing sie in seinem Griff. Das Scharlachrot in ihrem Gesicht biss sich hervorragend mit ihrem Haar.
»Wenn ich jungfräulich und unversehrt zu Rosier zurückkehre, wird er nicht sehr zornig werden«, hauchte sie mit zittriger Stimme und fand irgendwo her noch den Mumm ein zweideutiges Lächeln aus sich heraus zu schütteln.
Jungfräulich? Für was für einen kranken Bastard hielten die Todesser ihn mittlerweile? Wobei … ‚Kinderschänder und Kannibale‘ klang gar nicht so schlecht. Besser als ‚lausiger Werwolf‘.
Wie ein nasser Sack ging sie zu Boden, als Fenrir seinen Griff lockerte. Jammernd umfasste Alecto ihren Hals. Spuckte und hustete.
»Aber ich will mehr sein als das. Du hast mehr in mir gesehen. Im Ministerium. Du hast mich Tyr genannt«, röchelte sie, als sie wieder zu einem Quäntchen Sauerstoff gekommen war. Für einen Moment schlossen sich ihre Augen und Alecto stieß einen langen Seufzer aus.
Mit vor der Brust verschränkten Armen lehnte sich Fenrir an die Säule und starrte angewidert hinab. Er konnte sich denken was jetzt folgte. Irgendeine rührselige Geschichte darüber, wie sehr sich der kleine Vogel in seinem Käfig langweilte.
»Ja, ich musste es zuerst nachlesen, aber Tyr ist ein Gott. Des Kampfes, des Sieges und der Rechtsordnung. Vermutlich warst du ziemlich wirr durch die Dämpfe, doch wie sagt man so schön: Betrunkene und Kinder sagen immer die Wahrheit, hm?«, sagte sie beinah entschuldigend und rappelte sich auf.
Dicke rote Striemen zeichneten sich auf ihrem Hals ab. Hoffentlich stimmte die ganze Story einfach nicht, denn sonst würde Fenrir wieder nur Ärger mit diesen feinen Pinkeln bekommen.
»Ich will für den Dunklen Lord kämpfen. Genau wie du. Du darfst unsere Robe tragen. Hilf mir dabei mich würdig zu erweisen und du wirst es nicht bereuen.«
Ganz schon mutig von der Kleinen sich einem Werwolf zu stellen dessen Reputation hinlänglich bekannt war. Trotzdem hielt sie ihm die Hand entgegen. Bot sie ihm gerade den Frieden an?
Seufzend kratzte Fenrir sich an der Nase. Was er nicht brauchen konnte war jemand der unnütz an seinem Rockzipfel baumelte.
»Und ich wollte mich bedanken. Für die Sache im Ministerium. Diese Mistkerle hätten dich beinah umgebracht. Mein Bruder hat es ihnen heimgezahlt. Hat einen dieser Ratten einfach umgelegt.«
»Dolohov wird für den Mord an den Prewetts gesucht.«
»Mein Zwillingsbruder wird mit seinen dreizehn Jahren sicher nicht vom Ministerium ausspioniert. Den Bürokraten passt es doch wunderbar in dem Kram, einen der großartigsten Todesser per Steckbrief zu denunzieren.«
Auch wieder wahr. Bestechende Logik hatte die Kleine, dass musste man ihr lassen.
Ihre Hand schwebte weiterhin ausgestreckt vor ihm.
»Du wirst es nicht bereuen, Fenrir.«
Er wusste nicht was genau es war. Vielleicht ihr Augenaufschlag? Oder die rosigen Wangen in denen er nur zu gerne seine Zähne vergraben würde? Irgendeine Dummheit brachte ihn dazu auf ihr Angebot einzugehen.
Es gab schlimmeres als eine reinblütige Hexe, die einem etwas schuldig war. Sein direkter Draht zu denen da oben. Bellatrix ließ ihn schließlich seit geraumer Zeit am ausgestreckten Arm verhungern. Also warum sein Gold nur auf ein Pferd setzen.
»Wenn du mir zur Last fällst, fress ich dich.«
»Du bist witzig. Ein böser Wolf wie aus dem Muggelkinderbuch«, kicherte sie und erwiderte seinen festen Händedruck. Oder sie versuchte es zumindest. Er war sich ziemlich sicher, dass er ihr die Fingerknöchel zerquetschte, trotzdem lächelte sie.
»N’du? Boss? Uns ist langweilig. Die Polizisten liegen ausgenockt auf’m Boden. Wie du befohlen hast, Boss.«
Bode und Stalk beäugten sie beide kritisch.
»Wollt ihr ein Lob dafür, oder was? Macht, dass ihr das Museums-Tor aufbekommt. Ihr seht doch, dass ich uns gerade Arbeit verschaffe!«, wies Fenrir seine Anhänger zurecht und deutete in die entsprechende Richtung. Beide hetzten los, die Pupillen so geweitet, dass ihre Iriden kaum noch zu sehen waren. Wie zwei verschissene Amphetamin-Junkies.

Es hatte was von einer schlecht verlaufenden Verabredung. Fenrir hielt Alectos Hand weiterhin umklammert, während sie fahrig mit ihrer anderen ihr Kleid richtete. Ihr Kragen war gerissen.
»Darf ich?«, fragte sie charmant und versuchte ihm die Hand zu entziehen. Die Kleine meinte das wirklich ernst.
»Zieh dich wieder vernünftig an, sonst drehen die zwei Schwachmaten dahinten noch durch. Und dann mach die Türe auf, bevor sie ihre Schädel daran blutig schlagen.«
»Reparo«, summte Alecto und schwang ihren Zauberstab. Ein hübsches Stück. Wie eine verdammte Königin stolzierte sie an Fenrir vorbei. Nur die deutlich sichtbaren Würgemale an ihrem Hals straften ihre Hochnäsigkeit Lügen.
»Heute noch. Meine Fingernägel wachsen volle zwei Fuß, während ihr zu blöd seid, die Tür da aufzukriegen.«
»Alohomora.«
Geschäftig huschten die Werwölfe um Alecto herum und sie marschierte einfach durch sie hindurch. Ganz instinktiv wies sie die zwei in ihre Schranken.
Wie nützlich, jemanden bei sich zu haben, der auch zaubern konnte. Stalk war nichts weiter als ein Squib gewesen, bevor Fenrir ihn aus diesem bemitleidenswerten Dasein erlöst hatte. Bode hatte im Laufe seines bisherigen Lebens gerade mal gelernt, wie man einen Zauberstab richtigherum hielt.
Gemeinsam schwärmten sie aus. Alectos lächerliche Absätze hallten mit einem „Klick-Klack“ von den hohen Wänden wider. Einige gebellte Anweisungen später nahm sein Rudel die Örtlichkeit auseinander.  
Fenrir kam zu dem Entschluss, dass er schon wesentlich schlechtere Entscheidungen getroffen hatte, als Alectos gespiene Flammen die Gemälde verputzten und Stalk ehrfürchtig zurückließ.
Bode nutze jede Unachtsamkeit ihrerseits, um an Alecto zu schnuppern. Armer Bastard.
»Du riechst gut«, grunzte er nach einer Weile. Seine spitz zu gefeilten Zähne zu einem dümmlichen Grinsen entblößt.
»Oh … Vielen Dank. Man bekommt sicher nicht jeden Tag ein Kompliment von einem so stattlichen Werwolf.«
Die Kleine war einfach unbezahlbar. Und amüsant.
Um die unangenehme Stille zwischen Bode und ihr zu übertönen plapperte Alecto weiter: »Ich habe erst kürzlich einen anderen Werwolf kennen lernen dürfen. Der war auch echt höflich. So wie du. Nur war er geblendet. Gefangen von den Rattenfängern der Opposition. Sicher nichts weiter als ihr Schoßhündchen. Nicht so stolz und frei wie ihr.«
Mit dieser Flut an Informationen konnten seine Werwölfe eh nichts anfangen. Stalk schlug seine Pfoten in die Leinwand eines Rembrandts und Bode bohrte sich geistesabwesend in der Nase.  
Fenrir jedoch wurde hellhörig.
»Hieß er zufällig Lupin?«
»Ich hab nur einen Namen gehört: Peter. Aber der eine, der auch dabei war, sah unserem damaligen Slytherin-Sucher verdammt ähnlich. Ich vermute, dass es sich bei dem Schönling um den Blutsverräter Sirius Black handelt.«
»Das hilft mir nicht weiter, Kleines. Wie sah der Werwolf aus?«
»Er war ungefähr so groß.« Alecto hielt inne, um auf Bode zu deuten. Der Welpe war etwas über sechs Inch hoch. »Hatte grünen Augen und hellbraunes Haar. Aber schon mit grauen Strähnen, dabei war er kaum älter als Zwanzig. War übertrieben höflich und hatte eine heisere Stimme.«

Das war er! Ganz sicher! Auch eines seiner Kinder, doch weigerte sich Lupin beharrlich sein Leben als Zauberer abzulegen und endlich der Werwolf zu werden, zu dem Fenrir ihn gemacht hatte.
»Mit dem hab ich noch eine Rechnung offen.«
»Ich auch. Der hat mir nämlich meinen Zauberstab weggenommen.«
»Du hast dich von diesem Würstchen entwaffnen lassen?«
»Na du willst dich doch sicher auch nicht zum Butterbier trinken mit ihm treffen, oder?«, erwiderte Alecto trotzig und spuckte wieder Flammen auf die kostbaren Bilder an den Wänden.

Einen schwelenden Brand und zwei umgelegte Museumswächter später hatte Fenrir Gewissheit: Keine Artefakte weit und breit. Aber die Information, dass Lupin sich bei der Opposition herum trieb war ohnehin viel wertvoller für ihn.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast