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Between the lines

von lttaurel
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12 / Gen
23.01.2021
23.01.2021
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Prolog

Zarte Sonnenstrahlen fielen auf mein Gesicht und kitzelten mich wach. Es waren die ersten des Tages und sie fühlten sich wie eine sanfte Umarmung an. Entspannt seufzte ich und rekelte mich in meinem Bett. Hinter mir hörte ich ein leises Brummen und musste darüber grinsen. Er lag neben mir, eine Hand ruhte auf mir und streichelte sanft meinen Rücken entlang immer tiefer. Es war, als würde mich die Sonne von innen wärmen und ein heißer Schauer durchlief meinen Körper. Er war hier und ich lag neben ihm und ich fühlte, als würde ich aus der Decke emporsteigen und verschwinden. Weit weg waren meine Gedanken und mein Körper erinnerte sich an die Berührungen und Liebkosungen, die er die Nacht zuvor genossen hatte. Wie von selbst, als wären wir untrennbar verbunden, wand ich mich um zu ihm und betrachte ihn von der Seite. Seine Haare lagen wirr und einzelne Strähnen fielen ihm ins Gesicht. Behutsam strich ich sie ihm zur Seite und spielte mit seinen Locken. Ich spielte mit ihnen wie ich es sonst mit Worten tat. Drehte sie und legte sie mir zurecht, wie mir es gefiel. Langsam öffneten sich seine Augen und schauten mich lustvoll an. Ein Sturm blickte mir entgegen und verschlang mich. Wir sprachen ohne Worte und mit der Bewegung einer Raubkatze beugte er sich vor und presste mich zurück ins Bett. Ein heiseres Lachen drang aus meiner Kehle. Wie oft hatte ich schon diesen Moment mit ihm erlebt. Sein Gesicht näherte sich meinem und ich schlang meine Beine um ihn. Nie wieder wollte ich ihn loslassen, wollte bleiben, bis die Liebe von uns genug hatte. Er grinste verschmitzt und seine Lippen verschmolzen mit meinen und sein Lächeln wurde meines. Wir verfielen dem Rausch der Liebenden und unsere Körper wurden zu einem. Ich weiß nicht, wie lange wir den Morgen in unserer Ekstase verbrachten, aber irgendwann ließen wir voneinander los und trieben auseinander.

„Ich will nicht gehen.“, flüsterte ich ihm zu, als er an mich gedrückt lag und ich gedankenverloren über sein Haar strich.

„Dann bleib.“ Seine heisere Stimme drang dicht an mein Ohr und ich wünschte es wäre Ewigkeit.

„Ich kann nicht.“

„Du hast immer eine Wahl.“

„Haben wir nicht. Das ist nur eine Illusion, die man uns vorgaukelt.“

Er setzte sich auf, blickte mit diesen weichen Augen auf mich nieder und verließ unseren Hort. Während er sich anzog, schaute er zu mir und sein Blick war so voller Liebe, dass ich dem nicht gerecht werden konnte. Ich setzte mich auf, schlang die Arme fest um meinen Körper, als wolle ich all seine Wärme bei mir behalten und starrte aus dem Fenster. Die Bäume waren in goldenes Licht getaucht und rostbraune Blätter tanzten Walzer den weiten Weg hinunter. Ich blickte nicht auf, als er frisch angezogen noch einmal zu mir trat und mir einen Kuss auf die Stirn drückte. Ich blickte auch nicht auf, als er sagte: „Mache dir nicht so viele Gedanken darüber. Sie werden dich mögen.“. Ich blickte erst auf, als er mein Gesicht in seine Hände nahm und seine Stirn an meine drückte. Leise sog ich seinen Duft ein, eine Mischung aus Tanne und dem Geruch von zweierlei Liebenden. Ich spürte ihn mit jeder Faser meines Körpers, hörte sein Herz klopfen wie verrückt und seine pulsierenden Gedanken. Ich schloss meine Augen, als er losließ und ging. Es fühlte sich an wie ein Abschied.
 
 
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