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Übersetzung - We're going to the beach - Karasuno style!

von Sonaea
OneshotHumor, Freundschaft / P16 / Gen
Hinata Shouyou Kageyama Tobio Sawamura Daichi Tsukishima Kei Ukai Keishin Yachi Hitoka
21.01.2021
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Hey hey!
Ich wollte ja eigentlich eine Code Geass story updaten, aber irgendwie habe ich Blödsinn gebaut und jetzt klappt es nicht. Also Haikyuu!!
Ich weiß, dass irgendwann eine Strandszene kommt, aber da ich nur den Anime schaue, nicht den Manga lese, habe ich keine Ahnung wie sie aussieht. Bis es auch in den Anime kommt werden wir uns also mit dieser hier vergnügen müssen. Have fun!

Das hier ist eine Übersetzung, das heißt ich habe diese Geschichte nicht geschrieben, mir bloß die Erlaubnis fürs Übersetzen geholt.
Wollt ihr die Geschichte im Original lesen, verlinke ich sie euch.
Ansonsten, viel Spaß beim Lesen!

Link zur Originalstory
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We’re going to the Beach – Karasuno style!


„Wir fahren an den Strand.“

„Wie bitte?“ Takeda blickte überrascht den Trainer an. Ukai war später als üblich zum nachmittäglichen Training erschienen und trug ein breites Grinsen im Gesicht.

Ukai ignorierte ihn und rief stattdessen das Team nach ihrem abschließenden Dehnen zu einer Nachbesprechung zusammen. „Also, hört zu. Da ihr alle die letzten Wochen über so hart trainiert habt um stärker und besser zu werden, habe ich beschlossen, euch zu belohnen. Wir treffen uns morgen um Punkt sieben Uhr hier.“

„Sollen wir etwas Bestimmtes mitnehmen, Coach?“, fragte Daichi.

Ukai grinste. „Gut, dass du das fragst. Bringt eine Jause und euer Schwimmgewand mit. Wir werden für Wassermelonen und Getränke sorgen.“

„Wir fahren ans Meer?“, fragte Hinata. Die Vorfreude sprach deutlich aus seinen Augen und seiner Stimme.

Ukai grinste, was das Team wohl als Bestätigung nahm, denn sofort riefen und sprangen die Teenager durcheinander. Ukai klatschte einmal in die Hände, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. Strahlende Augen und lächelnde Münder blickten ihm entgegen.

Er nickte. „Das Training ist hiermit beendet. Kommt nicht zu spät, morgen.“

„OSU!“

~*~


Am nächsten Morgen …

Während der Busfahrt konnte Hinata keinen Moment lang stillsitzen, was wiederum Kageyama unruhig machte. Irgendwann reichte es ihm dann und er schlug dem Blödmann kräftig auf den Kopf.

„Auuuu! Wofür war das denn bitte, Kageyama?!“, rief Hinata und rieb sich die verletzte Stelle.

„Du nervst“, antwortete dieser und schob den Kopf seines Sitznachbarn gegen das Fenster. „Hier, schlaf bis wir dort sind.“

„Niemand schläft einfach ein, bloß weil es ihm befohlen wird!“, erwiderte Hinata. „Außerdem war ich doch still.“

„Als ob du das warst! Du bist herumgesprungen wie ein Kind, dem man zu viel Zucker gegeben hat, Blödmann!“

„Wir fahren ans Meer, Bakageyama! Was bist du? Ein Opa?“ Hinata zeigte ihm eine Grimasse, griff dann nach Kageyamas Wangen und zog. „So! Lächle!“

„Hinata …“ Eine Ader an Kageyamas Kopf trat hervor und er schlug die Hände von seinem Gesicht und riss am orangen Haar. „Du Blödmann, das schmerzt!“

„Beruhigt euch wieder, andere versuchen hier zu schlafen.“ Daichi lächelte, doch eine dunkle Aura trat deutlich hinter seinem Lächeln hervor. Das Duo zuckte zusammen und schluckte eingeschüchtert. Sie ließen einander los und starrten, in dem Versuch unschuldig zu wirken, in entgegengesetzte Richtungen. Daichi nickte zufrieden und kehrte in seine vorherige Position zurück – ans Fenster gelehnt schlafend.

„Das war gruselig …“, flüsterte Hinata und Kageyama nickte und dabei blieb‘s.

~*~


„Wir sind da!“, riefen Nishinoya, Tanaka und Hinata, als sie endlich aus dem Bus stiegen. Das Trio stand nun vor dem Fahrzeug, die Hände in die Höhe gerissen und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, als sie zusammen freudig schrien. Die restliche Gruppe ignorierte ihre kindische Darbietung und schritt einfach nur an ihnen vorbei, diese mit verlegenen Gesichtsausdrücken, jene mit leidgeprüften und schließlich Tsukishima mit seinem üblichen Augenrollen und unbeteiligtem Ausdruck, gepaart mit Yamaguchis Gekicher.

Hinata sah, wie das Team sich vom Bus entfernte und lief ihm hinterher, die nun in ihren Fantasien versunkenen Zweitklässler hinter sich lassend.

Es war wohl nicht schwer zu erraten, von was die beiden träumten, oder? Und da begann es auch schon …

„Kiyoko-san“, begann Tanaka mit einem glücksseligen Gesichtsausdruck.

„In einem Badeanzug oder Bikini“, endete Nishinoya und spiegelte dabei Tanakas Ausdruck wieder.

„Sollen wir es ihnen sagen?“, fragte Sugawara Daichi mit einem leichten Grinsen, ganz offensichtlich amüsiert über die Eigenarten des Duos.

Der Kapitän grinste, seinerseits etwas heimtückisch. „Nein, ich glaube es ist besser, wir lassen sie träumen. Sie werden noch früh genug herausfinden, dass Shimizu keine Schwimmsachen trägt, weil sie nicht gerne ins Wasser geht.“

„Du bist ein böser Mensch, Daichi.“ Sugawara versteckte sein Lachen hinter einer vorgehaltenen Hand.

~*~


„Hinata, du Blödmann, bist ein Baby?“, beschwerte sich Kageyama, als der rothaarige Mittelblocker zu ihm aufholte.

„Du bist bloß neidisch.“ Hninata streckte ihm die Zunge raus, woraufhin dieser sich den Kopf des anderen schnappte und fest zudrückte. „AU! Hey, lass mich los!“

„Okay, gut.“ Kageyama ließ ihn los, doch Hinata hatte kaum Gelegenheit überrascht zu sein, da Kageyama in diesem Moment begann, in die Richtung loszusprinten, wo ihr Lehrer und ihr Trainer, sowie ein Teil des Teams bereits auf sie warteten.

Hinata vergaß seine Überraschung. „Hey! Du hast einen Vorsprung!“, rief er und düste ebenfalls los, wobei sein Rucksack auf seinem Rücken auf und ab sprang.

~*~


„Tsukki, willst du gleich schwimmen gehen?“ Yamaguchi lächelte dem blonden Jungen zu, der momentan unbeteiligt und mit aufgesetzten Kopfhörern dastand. Irgendwie hatte Tsukishima ihn dennoch gehört und wandte sich zu ihm um.

„Ist mir egal, solange wir nicht bei diesen Idioten sein müssen.“ Er schnaubte und der dunkelhaarige Notlagen-Aufschläger strahlte ihn an und begann dann, ihn mit sich zu ziehen, so dass sie sich so schnell wie möglich umziehen konnten.

~*~


„Ich fühle mich irgendwie ausgeschlossen“, murmelte Asahi, der neben Takeda und den übrigen Zweitklässlern saß.

„Mama, da ist ein großer Mann da!“ Ein kleines Mädchen deutete auf Asahi, aber seine Mutter deutete ihm schnell, still zu sein und zog es davon. Asahis Stimmung verschlechterte sich noch weiter.

„Nicht beachten.“ Narita tätschelte dem schmollenden Drittklässler den Rücken, während Kinoshita hinter ihnen kicherte.

Takeda lächelte freundlich und deutete auf seine Kühlbox. „Wollt ihr mir helfen, das Essen vorzubereiten?“ Sofort munterte Asahi wieder auf und eilte zum Lehrer. Ennoshita seufzte über Kinoshitas und Naritas Gekicher, schlug ihnen auf den Kopf und schimpfte sie dann, dass sie ihrem Älteren keinen Respekt entgegenbrachten.

~*~


„Ich bin so aufgeregt!“, rief Yachi glücklich aus, während sie gemeinsam mit Kiyoko die Wassermelonen ausräumte und an dem noch immer in Träumereien versunkenen Duo vorbeitrug.

„Kiyoko-san! Lass uns dir helfen!” Mit einem Mal tauchten Tanaka und Nishinoya plötzlich vor ihnen auf, die Arme weit ausgebreitet. Yachi quietschte erschrocken und Kiyoko ergriff ihre Hand und zog sie weg von den beiden strahlenden Idioten.

Der Ruf „Wir wurden gerade von Kiyoko-san ignoriert!“ scholl über den Strand.

Ennoshita blickte sie mit einem vollkommen emotionslosem Gesichtsausdruck an.

Ukai grinste, als sich schließlich alle zusammengefunden hatten und sich daran machte, ihre Sachen auszupacken.

„Was macht dich so glücklich?“, fragte Takeda den hinterhältig grinsenden Trainer. Ukai warf ihm einen kurzen Blick zu und klatschte dann einmal kurz in die Hände, um die Aufmerksamketi der Gruppe auf sich zu ziehen.

„Hört zu. Weil euer Trainer so großartig ist, hat er uns ein Netz und einen Ort gefunden, an dem wir vor dem Mittagessen trainieren können.“

Das führte direkt zu zwei vollkommen verschiedenen Reaktionen – der Großteil des Teams jubelte und der Rest beschwerte sich, dass es doch ihr freier Tag sei oder dass die Hitze zu groß sei, um spielen zu können. Tsukishima murrte nur und Asahi seufzte ermattet.

Ukai nickte zufrieden und fing an, die Burschen in Teams einzuteilen:

Das rote Team: Sawamura Daichi (Außenangreifer), Kageyama Tobio (Zuspieler), Hinata Shouyou (Mittelblocker), Tanaka Ryuunosuke (Außenangreifer), Kinoshita Hisashi (Außenangreifer), und Narita Kazuhito (Libero).

Das weiße Team: Ennoshita Chikara (Außenangreifer), Sugawara Koushi (Zuspieler), Tsukishima Kei (Mittelblocker), Yamaguchi Tadashi (Außenangreifer), und Nishinoya Yuu (Libero).

„Wir werden euch platt machen!“, rief Tanaka und schlug wie verrückt grinsend mit der Faust in seine offene Handfläche.

„Versucht es nur! Ich werde all eure Spikes annehmen!“, schrie Nishinoya zurück und grinste mindestens ebenso breit. Ihre Aufregung steckte auch die anderen an und bald schon war das gesamte Team wild entschlossen, dieses Trainingsspiel zu gewinnen.

„Yosha!“, brüllte Hinata. „Lasst uns spielen!“ Und das Team fiel in sein Geschrei ein.

Takeda wandte sich an den Trainer. „Du hast das geplant, oder?“

„Sie haben noch immer viel Training nötig.“ Ukai grinste verschmitzt. „Und so kurz vor den Spring Highs können wir es uns nicht erlauben, einen ganzen Tag zu verschwenden. Weiters wird der Sand sie in ihrer Bewegung behindern und eine gute Übung für ihre Balance und Anpassungsfähigkeit sein.“

„Nun, mich stört es nicht. Und sie scheinen sich auch nicht gerade zu beschweren.“

„Das will ich aber auch meinen“, entrüstete Ukai sich. „Sie wollen schließlich genauso sehr gewinnen wie ich, wenn nicht sogar noch mehr.“

~*~


„Mach ihn rein!“, rief Tanaka Kageyama zu, als dieser sich darauf vorbereitete, den Aufschlag zu machen, indem er den Ball in seinen Händen herumwirbelte und seine Schuhe durch den Sand zog, um seine nächsten Schritte genau zu berechnen.

Es stand gerade 10/14 für das weiße Team. Kageyama beäugte Hinatas Rücken; der Lockvogel zeigte ihm hinter seinem Rücken zwei Finger. Also wollte Hinata es schon so früh machen? Nun, Kageyama hielt es ihm sehr zugute, dass er selbst die Initiative ergriff, also würde er es machen.

Ukai bließ in die Pfeife und Kageyama warf den Ball in die Höhe, lief in großen Schritten über den Sand und sprang.

Der Ball wurde von Nishinoya angenommen. Kageyama schnalzte mit der Zunge und lief auf seinen Platz als Zuspieler, gerade rechtzeitig, denn auf der anderen Seite warf Sugawara Asahi zu, der den Ballzwischen Hinatas und Kinoshitas Hände hindurchschlug, dessen Spike jedoch zum Glück gerade noch so von Narita angenommen wurde.

„Gut gemacht!“, rief er und bereitete sich darauf vor, den Ball weiterzuleiten. Er sah, wie Hinata zu seiner Linken in die Höhe flog, der Sand schien ihn dabei kaum zu behindern, und warf ihm den Ball zu. Ihre Augen trafen sich den Bruchteil einer Sekunde lang, bevor der Junge mit dem roten Haar seine volle Aufmerksamkeit wieder dem Feld widmete und auf den Ball schlug, an Tsukishimas sich nähernden Fingern vorbei und in den Sand, nur Millimeter von Nishinoyas Händen entfernt.

„Ja!“, brüllten Hinata und Kageyama und grinsten einander an.

„Okay, holen wir uns noch einen Punkt!“, rief Daichi und sie nickten zustimmen und kehrten für den nächsten Aufschlag an ihre Plätze zurück.

„Macht nichts, Nishinoya!“, riefen Ennoshita und Sugawara. Tsukishima schnalzte genervt mit der Zunge und Yamagushi tätschelte ihm daraufhin die Schulter.

„Mach noch einen guten Aufschlag!“ Kageyama nickte auf das Rufen seines Teams hin und schlug ein weiteres Mal auf den Ball. Diesmal nahm Sugawara an und Nishinoya sprang von hinter der Linie los und schoss noch im Flug den Ball zu Asahi, der ihn übers Netz schlug und dieses Mal den Punkt bekam.

„Super gemacht, Asahi-san!“, rief der Libero und das Ass lächelte und ballte mit einem triumphierenden Grinsen seine brennende Hand zu einer Faust.

„Macht nichts, macht nichts! Wir holen uns den Punkt zurück!“

„Ja!“, rief das rote Team.

„Sie sind wirklich energetisch“, meinte Yachi glücklich, als sie, das Kinn auf eine große Wassermelone gestützt, zusah, wie das Team hin und her rannte und auf und ab sprang. Es herrschte eine brennende Hitze und sie schmolz selbst im Schatten schon dahin. Wie diese Jungs es schafften, so viel Energie aufzubringen, überstieg ihr Wissen. Kiyoko nickte zustimmend und reichte ihr eine Flasche kalten Mineralwassers, die Yachi dankbar annahm.

„Ähm … glaubt ihr, wir sind zu laut?“, fragte Takeda zögerlich. Yachi öffnete ihre Augen und erblickte eine kleine Ansammlung an Menschen, die sich um das Spielfeld herum gesammelt hatten und miteinander flüsterten und tratschten. Auch zwei Mädchen waren darunter, die das Spiel mit weiten, interessierten Augen verfolgten. Wie es schien wurden sie langsam beliebt. Sie lächelte ihrem besorgten Lehrer aufgeregt zu, froh darüber, dass das Team endlich die Anerkennung bekam, die es verdiente. „Machen Sie sich keine Sorgen deswegen, Takeda-sensei. Sie sind hier, um dem Spiel zuzusehen und die Teams anzufeuern.“

„Oh, das ist aber nett von ihnen.“ Der Lehrer entspannte sich und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Spiel zu.

„Los, Hinata! Los, Kageyama!“, rief Yachi, als der rothaarige der beiden Anlauf nahm und durch einen Block schlug. Tanaka gab beiden ein Highfive und grinste aufgeregt. Dann wandte sich Hinata ihr zu, strahlte sie an und machte mit seinen Händen zwei Victory-Zeichen, während Kageyama hinter ihm nickte.

~*~


Es stand 24 Punkte für das weiße Team, aber das rote Team war nur um einen Punkt hinterher.

„Holen wir uns den Punkt!“, rief Kageyama und Tanaka und Hinata antworteten ihm mit demselben Enthusiasmus.

„Los, rein damit!“, wurde gerufen, als Hinata sich auf den Aufschlag vorbereitete. Er nickte und warf den Ball in die Höhe. Dann lief er zwei Schritte und sprang. Seine Augen weiteten sich, als seine Beine im Sand hängen blieben und sein Sprung instabil wurde. Der Ball fiel und Kageyama öffnete wütend seinen Mund, wenn er den Ball fallen ließ, würden sie verlieren …

NEIN!

Er streckte seinen linken Arm aus und schlug den Ball auf die andere Seite, wo er von Asahi angenommen wurde, von Nishinoya zugeworfen und von Tsukishima schließlich über das Netz geschlagen. Daichi tauchte hinterher und der Ball sprang von seinem Unterarm ab. Kageyama nahm in an und schoss ihn weiter zu Kinoshita.

„Yamaguchi!“, rief Ennoshita und der sommersprossige Junge sprang zur Seite und nahm den Ball mit seiner Hand an, doch er flog auf die andere Seite des Netztes zu.

„Das ist unsere Chance!“ Narita warf zu Kageyama, der zum Kapitän spielte, der wiederum den Ball direkt zu Nishinoya schlug. Daichi schnalzte verärgert, konzentrierte sich dann aber schnell wieder darauf, Asahis Schlag zu blocken. Er bemerkte, wie das Ass über den Sand stolperte und sein Schlag durch die kürzere Reichweite weicher wurde.

„Blocken!“, rief er, als Kageyama sich ihm anschloss und der Ball gegen ihre Hände prallte und in den Sand fiel. Einen Moment lang herrschte Stille am Spielfeld, bevor Ukai in seine Pfeife blies und seinen linken Arm hob.

„Yosha!“, jubelte das rote Team. Nun hatten sie einen Punktegleichstand erreicht.

~*~


Es stand 24/25 für das rote Team und die Spannung war hoch, doch Ukai blickte sehr selbstzufrieden drein. Das konnte an der Menge liegen, die das Team um sich versammelt, aber noch nicht bemerkt hatte, oder daran, dass das Team langsam seinen Anmut wiederfand, auch wenn sie auf dem ungewohnten Sand spielten.

Hinata schlug den Ball übers Netz, der von Kinoshita angenommen wurde, und stolperte beim Aufkommen auf den Boden.

„Blödmann, Hinata! Fall nicht hin!“, schrie Kageyama, als er vor Ennoshitas Schlag sprang und den Ball mit seinen Fingerspitzen berührte. „Einmal berührt!“

„Hab’s!“ Narita leitete den Ball weiter zu Tanaka, der von hinten lossprang.

„ARRRRRYAAHH!“ Er schlug mit aller Kraft gegen den Ball, lenkte ihn seitwärts und holte ihnen den Punkt, der zu ihrem Sieg führte und ihnen den Satz gewann.

„TOSHA!“, jubelte das rote Team, lauter noch als zuvor schon. Tanaka gab ihnen allen ein Highfive und Hinata schloss sich ihm an, indem er sich an seinen Nacken klammerte, trotz der brütenden Hitze.

Kageyama schlug dem enthusiastischen Zweitklässler ein und riss dann den energetischen Erstklässler von dessen Rücken, was diesen jedoch nur wenig zu stören schien, denn er sprang herum und strahlte Kageyama an.

Daichi dückte sich unter dem Netz hindurch auf die andere Seite und ergriff Ennoshitas Hand. „Deine Instinkte als Kapitän haben sich wirklich gut entwickelt.“

„Danke, Kapitän.“ Der Zweitklässler nickte und sah zu Sugawara, der mit Yamaguchi und Asahi sprach, wahrscheinlich über Sachen, die ihm während des Spiels aufgefallen waren.

Das Team war so enthusiastisch in ihrem Jubel oder so versunken in ihre Niederlage, dass der plötzliche Applaus und die Rufe sie vollkommen überraschten. Als sie die Menge entdeckten und realisierten, dass sie Zuschauer gehabt hatten, weiteten sich ihre Augen. Hinata quietschte und versteckte sich hinter Kageyama, bevor ihm auffiel, dass ihn die Menge gar nicht einschüchterte und er wieder hervortrat, die Augen weit mit Wunder.

„Das war ein wirklich gutes Spiel!“, rief jemand.

„Ärgert euch nicht, es war wirklich knapp!“

„Die Winzlinge waren die Besten!“

„Nein, der große unheimlich aussehende Typ war der Beste!“

„Äh …“ Dichi blickte sich staunend um und winkte der Höflichkeit halber. „Hallo, wir sind das Volleyballteam der Karasuno-Oberschule. Danke, dass ihr unserem Spiel zugesehen habt.“

Die Reaktion darauf war umwerfend. Wenn es Ukai und Takeda nicht gegeben hätte, hätte Daichi befürchtet, was als nächstes geschehen wäre.

„Okay, entschuldigen Sie alle bitte, aber wir sind für heute fertig. Einen schönen Tag Ihnen allen noch!“, rief Ukai, während Takeda das Team fortführte.

Sie waren beinahe wieder bei ihren Sachen angelangt, als auf einmal eine Gruppe großer, oberkörperfreier Männer ihnen den Weg versperrte.

„Wohin haut ihr denn schon ab, wenn ihr gerade erst Zuschauer bekommen habt? Ihr wollt sie doch sicherlich nicht enttäuschen …“, sprach der größte der Männer mit einem höhnischen Grinsen und Kageyama schnalzte mit der Zunge, als er spürte, wie Hinata sich hinter ihm versteckte. Großartig … Schlägertypen hatten ihnen gerade noch gefehlt.

Scheinbar waren Daichi und Sugawara zur selben Schlussfolgerung gekommen, denn sie traten beide beschützerisch einen Schritt vor das Team.

„Wir sind nur hier, um zu trainieren und unseren Tag am Strand zu genießen. Daichi stand aufrecht und mit breitem Rücken vor der furchteinflößenden Gruppe. „Außerdem sehe ich keinen Grund, aus dem wir weiterspielen sollten.“

„Ist das so? Das sehe ich aber anders.“ Der Mann grinste, amüsiert über das beschützerische Verhalten. „Was haltet ihr davon? Spielt ein Spiel mit uns und die Gewinner haben einen Wunsch frei.“

„Und was wenn wir nicht spielen wollen?“ Der Kapitän blieb ruhig, doch seine Aura wurde dunkel und bedrohlich, als wollte er die Gruppe herausfordern, auch nur einen Finger gegen sein Team zu erheben. „Ihr seid schließlich viel älter als wir.“

„Hm? Höre ich da etwa Angst heraus?“ Der Mann trat absichtlich einen Schritt nach vorne.

Daichi runzelte die Stirn. „Keineswegs. Ich wünsche nur nicht, irgendjemanden zu beschämen.“

„Oh, keine Sorge. Wir werden euch mit Nachsicht behandeln.“ Die Gruppe lachte. „Außerdem, ihr wollt sicherlich nicht, dass euren Mädels da etwas geschieht.“

Alarmiert wirbelten die Köpfe des Teams zur Seite. Wo erst nur Kiyoko und Yachi gewesen waren, standen nun auch drei Männer um sie herum. Yachi versteckte sich hinter Kiyoko und zitterte wie Espenlaub, während das ältere Mädchen abwehrend vor ihr stand.

„Wagt es ja nicht!“ Takeda und Ukai traten zwischen die Mädchen und die Männer, wobei letzterer ein Telefon in der Hand hielt. „Wir rufen die Polizei!“

„Oh, entspannt euch, wir haben sie doch nur als Überzeugungstaktik genutzt, um ein Spiel mit euch zu bekommen. Niemand wird hier verletzt werden“, meinte der Mann gefühlslos. Daichi seufzte und seine Schultern entspannten sich wieder etwas. Das Team erstarrte, denn es wusste, im Gegensatz zu den Männern, dass das die gefährlichste Laune des Kapitäns war.

Mörderisch …

„Wenn das so ist, dann akzeptieren wir eure Bitte um ein Spiel“, meinte er ruhig und mit einem freundlich wirkendem Lächeln im Gesicht. „Sollten wir gewinnen, dann seid ihr dazu verpflichtet, uns die restliche Zeit unseres Aufenthaltes hier am Meer in Ruhe zu lassen, indem ihr den Strand verlasst.“

Ein widerwärtiger Gesichtsausdruck schlich sich auf das ansonsten nicht schlechtaussehende Geschciht des schwarzhaarigen, blauäugigen Mannes. „Kein Problem. Wenn wir gewinnen, dann will ich mir einen Tag lang die Mädchen und die beiden Winzlinge zum Spaß ausborgen.“

Das gesamte Team verspannte sich, Wut und Entsetzen auf ihren Gesichtern, als ihnen klar wurde, was der Mann andeutete. In sekundenschnelle sprangen Asahi und Tanaka vor Nishinoya, während die drei großen Erstklässler Hinata vor den Blicken der Gruppe versteckten. In Kageyamas Augen brannte ein Feuer ungezügelten Zornes, als er spürte, wie Hinata sich verwirrt an sein T-Shirt klammerte, wahrscheinlich zu eingeschüchtert von der Gruppe, um zu verstehen, was gerade geschah. Sugawara versteifte sich. Sein Lächeln war verschwunden, abgelöst von einem finsteren Blick.

Daichi trat einen Schritt vorwärts und höhnte mitten ins Gesicht des Mannes: „Ich werde dich dazu bringen, dass du um Gnade winselst und um Vergebung bettelst, dass dieser Gedanke jemals in deinem perversen Gehirn aufgetaucht ist.“

„Pass auf, dass du dich beim Fallen nicht verletzt“, entgegnete der Mann selbstzufrieden grinsend nach einem Moment des Zögerns, aufgrund des einschüchternden Schauspiels. „Lass uns also spielen. Sag’s deinem Team.“

Daichi schnaubte und wandte dem Mann unverfroren seinen Rücken zu, als Zeichen seines fehlenden Respektes dem Mann gegenüber. „Okay, also wir spielen mit unserer üblichen Aufstellung –“

„Ich spiele nicht mit“, wurde er von Tsukishima unterbrochen. Nach außen hin sah er noch immer so uninteressiert aus, wie eh und je, doch Daichi bemerkte ein zorniges Funkeln in seinen Augen und wusste, dass der Erstklässler aussetzte, weil er selbst sehr genau wusste, dass er sich nicht würde konzentrieren und daher nichts würde beitragen können.

Die Männer wussten das jedoch nicht und so wirkte Tsukishimas Entscheidung für sie arrogant und sie knurrten. Ihr Anführer wandte sich dem blonden Jungen zu. „Du bist der Größte und somit der Stärkste; warum spielst du nicht mit, um deinem Team zumindest eine Chance zu geben?“

Tsukishima warf ihm einen gelangweilten Blick zu. „Ich bin zu müde“, antwortete er und griff nach seinen Kopfhörern.

Das brachte den Mann zum ersten Mal zu einer Reaktion. „Unterschätzt du uns?“

Daichi verkniff sich ein Lächeln. Er wusste, was nun geschehen würde. Und Tsukishima enttäuschte ihn nicht.

„Oh, nein, keineswegs. Deshalb weiß ich auch, dass ich nicht benötigt werde. Wenn ich euch unterschätzen würde, würde ich den Winzling/shirmpy ganz allein gegen euch antreten lassen.“

„Hä?“

„Oh, Entschuldigung, es scheint ihr seid zu blöd, um zu verstehen, was ich sage.“ Tsukishima grinste selbstzufrieden, was jedoch nicht bemerkt wurde, da er den Männern schon seinen Rücken zugedreht hatte.

„Wie kannst du es wagen!?“ Schließlich drehte sich der Junge doch noch zu dem Mann um, die Augen ausdruckslos.

„Ich wage es. Euer Können ist genauso kümmerlich wie euer Gehirn.“

„Nennst du uns gerade schwach?“, rief jemand hinter dem Anführer. „Wir werden es dir schon noch zeigen!“

Tsukishima blieb unbeeindruckt. „Gratulation, du hast es also verstanden. Gut gemacht. Es scheint, als müsstest du jedoch, Anführer, noch eine Schippe drauflegen“, sagte er spöttisch zum Mann. „Natürlich nur, wenn du deinen Job behalten willst.“

Bevor der Mann seinen Zorn an dem Jungen auslassen konnte, indem er brutal wurde, legte Yamaguche eine Hand auf Tsukishimas Schulter. „Tsukki, du solltest wirklich aufhören, sie gegen dich aufzubringen. Sie wollen schließlich gegen uns spielen und das alles.“

„Pfft, meinetwegen, es interessiert mich nicht einmal.“ Tsukishima setzte seine Kopfhörer auf und ging zu seinen Sachen, wobei er nur einmal kurz einhielt, um Hinatas Kopf zu tätscheln und ihm etwas zuzumurmeln.

„Ich entschuldige mich für Tsukkis Verhalten.“ Yamaguchi lächelte die Männer zuckersüß an. „Er hat es nur immer sehr schnell satt, gegen Leute zu spielen, die seine Zeit nicht wert sind. Viel Spaß.“ Er verbeugte sich und folgte seinem besten Freund.

Das restliche Team, mit Ausnahme von Hinata, war sehr amüsiert von dem einseitigen Schlagabtausch. Es war dem Duo gelungen, mit nur wenigen Worten die Gruppe vollkommen zu demütigen, bevor das Spiel überhaupt noch begonnen hatte.

„Ihr Kinder haltet so viel von euch.“ Die Schultern des Mannes krümmten sich und er knackte mit seinen Fäusten. In seinen Augen brannte der Zorn. „Es wird Zeit, dass wir euch beibringen, eure Älteren zu respektieren.“

~*~


Sie standen auf dem Feld. Ein zufällig vorbeigekommener Mann war der Schiedsrichter, der nun nervös zwischen Daichi und dem Anführer stand und eine Münze in die Höhe warf.

„Zahl. Team Universität beginnt“, quiekte der Mann und eilte dann auf seinen Platz, wo er in seine Pfeife blies.

„Macht euch bereit für die Niederlage eures Lebens!“, rief der Mann, als er sich bereit machte, aufzuschlagen.

„Hinata, ist bei dir alles in Ordnung?“ Daichi beäugte den rothaarigen Jungen. Seit der entsetzlichen Forderung war der kleine Teenager leise und zittrig geworden. Selbst Nishinoya hatte sich von seinem Schreck bereits vor einer Weile erholt, Hinata jedoch immer noch nicht. Er verstand die Implikationen wahrscheinlich noch gar nicht, hatte nur den Einschüchterungsversuch wahrgenommen. Er biss wütend die Zähne zusammen bei dem Gedanken, dass diese Männer seine Teamkameraden auf diese Art und Weise betrachteten. Sie würden dafür zahlen. Und zwar viel.

Als Hinata nicht antwortete, drehte Daichi sich zu ihm um, wurde aber abgehalten mehr zu tun, da der Mann seinen Aufschlag tat. Er nahm einen tiefen Atemzug und bereitete sich vor, den Ball anzunehmen.

Er würde einfach spielen und aufs Beste hoffen.

~*~


Fünf Minuten später war klar, dass Karasuno zum Todesschlag ausgeholt hatte. Die Bälle flogen mit enormer Geschwindigkeit durch die Luft und das Team nutzte all seine besten Angriffe gegen ihre Gegner, weil sie sie so haushoch verlieren sehen wollten, dass diese Männer niemals wieder Schüler auf dieselbe Art und Weise anblicken konnten.

Zuerst sorgte sich Daichi um Hinata, doch je weiter das Spiel fortschritt, desto mehr erkannte er, dass der kleine Teenager am wütendsten von ihnen allen spielte und mit einem unlesbarem Blick in den Augen nach dem Ball sprang.

Sie erzielten ihren zehnten Punkt und Hinata landete nach einem weiteren Quick geschmeidig auf dem Boden und richtete sich auf, gerade als der Anführer zu ihm ging und sogar das Netz in die Höhe hob, um näher an ihn heranzukommen. „Hallo, Kleiner. Ich muss zugeben, du hast mich ziemlich überrascht mit deinen Sprungfertigkeiten.“

„Du Basta-“ Kageyama machte eine Bewegung, um den Arm des Mannes zu ergreifen, als Hinata aufblickte. Seine Augen waren zusammengekniffen und sein Blick so intensiv, dass er schon raubtierhaft wirkte. Der Mann starrte und ein Zittern überkam ihn, als er den stechenden Blick des Jungen erwiderte.

„Bitte flirte nicht mit mir, alter Mann“, sprach Hinata emotionslos. „Ich bin hier, um zu spielen, nicht um herumzuhuren.“

„Wa-“ Der Mann wich zurück, als Hinata auf einmal sprang und den Ball direkt hinter ihn schlug.

„Bitte steh mir nicht im Weg herum.“ Der Junge verbeugte sich einmal kurz und wandte sich dann ab. Kageyama schlug ihm gutherzig auf den Rücken und warf dem Mann einen Todesblick zu.

„Wage es, ihn zu berühren und ich bringe dich um“, zischte er leise und dann fuhr das Spiel fort.

~*~


Die Studenten kamen kaum hinterher. Ihre Knie zitterten und ihr Stolz war bereits vor langer Zeit über alle Berge. Noch einmal wurden sie geblockt, von einer Wand, die aus schwarzen Federn gemacht zu sein schien; die Flügel der Oberstüfler als Warnung gehoben, hungrig nach Vergeltung.

„Hinata, du bist dran mit dem Aufschlag.“ Daichi legte eine Hand auf die Schulter des Erstklässlers. Kageyama und Sugawara standen bereit für den Angriff mit zwei Zuspielern und Asahi stand auf der linken Seite des Feldes, ein Ass in all seiner Rage und Herrlichkeit. Hinata nickte und nahm den ball entgegen, wirbelte ihn etwas in seinen Händen und vergrub dann einen Moment lang seine Schuhe im Sand, der Blick hochkonzentriert.

Die Pfeife des Schiedsrichters war zu hören und er warf den ball in die Höhe, sprang und schlug. Die runde Kugel flog in rasanter Geschwindigkeit und nur wenige Millimeter am Gesicht des Anführers vorbei, der nach Hinatas schonungslosem Angriff wie erstarrt dastand.

„Draußen!“, rief jemand, doch Karasuno kümmerte das herzlich wenig. Das war Hinatas Warnung gewesen. Kageyama schüttelte den Kopf, ließ es jedoch dabei bewenden und grinste nur stolz. Der Bastard hatte das verdient. Dann blickte er auf das Punktebrett und sein Grinsen wurde furchteinflößend, als er den Punktestand erblickte:

23 – 5 für Karasuno.

„Verdammt!“, schrie der Mann, als seine Kameraden den Ball übers Netz schlugen, nur um ihn von Nishinoya angenommen zu bekommen. Dieser schoss ihn weiter zum Zuspieler. Kageyama und Sugawara tauschten die Plätze und auf einmal kamen fünf Angreifer auf sie zugerannt, ein synchronisierter Angriff. Sugawara lenkte den Ball zu Asahi, der mit seinem besten Schlag ihnen den 24. Punkt einbrachte.

„Matchball!“ Hinata lief vorwärts, gemeinsam mit Tanaka und Daichi. Das unheimliche Duo wechselte einen Blick und nickte dann. So wusste der Kapitän, wie das Spiel enden würde und grinste.

Das würde Spaß machen.

„Bring it on!“, schrie Hinata, al ser in die Lüfte sprang, als wären ihm Flügel an seinem Rücken gewachsen und er starrte in die Augen des Mannes, als die wall kam, um die kleine Krähe zu fangen.

Doch dann grinste Hinata und blickte nach links. Der Mann folgte seinem Blick und sah gerade noch, wie Tanaka seine Hand gegen deb Ball schlug. Die größere Krähe durchbrach die Wand und knallte den Ball in den Sand, gemeinsam mit einer großen Welle der Besiegung.

Als sie wieder auf dem Boden ankamen, lächelte Karasunos ultimativer Lockvogel.

„Auf Widersehen.“

Noch nie in seinem Leben hatte der Mann je solche Angst gehabt. Und die Krähe hackte mit seinem Schnabel in den frischen Kadaver des Anführers.

~*~


Die Pfeife, die das Ende des Spieles signalisierte, riss das Team zurück in die Gegenwart und das Adrenalin senkte sich zu den Punkt, dass sie schließlich tatsächlich ans Netz treten und dem gegnerischen Team für das Spiel danken konnten.

Daichi trat einen Schritt vorwärts, mit verschränkten Armen und vor Stolz aufrechtem Rücken und warf den Männern vor ihm, die nach Atem ringend im Sand knieten, einen wütenden Blick zu. „Wie wäre es, wenn ihr nächstes Mal einfach darum bittet?“

„Es tut uns so leid!“, rief der Anführer. „Wir verlassen jetzt den Strand, bitte esst uns nicht auf!“

„Essen?“ Daichi starrte ihn verblüfft an. Was hatte das denn jetzt zu bedeuten?

„Werden wir nicht“, sprach eine ihm bekannte Stimme neben ihm und er beobachtete amüsiert, wie der Mann aufschrie und davonstolperte, der Rest seiner Gruppe hinterher. Der Kapitän seufzte und verwuschelte Hinata das Haar.

„Was hat Tsukishima dir nur gesagt?“, fragte er scherzend, doch Hinata blickte ihn mit weiten Augen und unüblich zusammengekniffenen Lippen an. „Hinata?“

„Er saget, dass diese Männer Yachi und Kiyoko-san in die Sklaverei verkaufen wollten, wenn wir verlieren.“ Sein Blick wurde um einige Lumen finsterer und Daichi war mit einem Mal froh, dass der Junge auf seiner Seite stand. So hatten ihn also ihre Feinde gesehen … Kein Wunder, dass sie so überrascht reagiert hatten.

„Mach dir keine Sorgen, wir werden sie nie wieder sehen, ja?“, versuchte er den Teenager zu beruhigen. Hinata nickte und sein blendendes Lächeln kehrte in sein Gesicht zurück.

„Ne, Kapitän, wie waren meine Angriffe?“ Und mit einem Mal hatte Hinata wieder zu seinem lachenden, überdrehten Charakter zurückgefunden. Es war fast, als hätte man einen Schalter umgelegt.

Doch Daichi blieb keine Gelegenheit zu antworten, denn ein lautes Schreien ertönte und auf einmal waren sie von einer Menge von Leuten umgeben, die er aus ihrem ersten Spiel wiedererkannte, die quietschte und jubelte.

„Das war so cool! Dein Spike ist in den Sand geschlagen wie eine Kanonenkugel!“, rief eine Person und schüttelte einen sehr benommenen Asahi.

„Euer Zusammenspiel war weit mehr als großartig“, meinte eine andere Person zu einem verwirrten Sugawara und einem überforderten Kageyama. „Karasuno wird sicherlich zu den nationals gehen. Ich glaube ganz fest an euch!“

„D-Danke?“, stotterte Kageyama und wurde auf einmal von einem zufälligen Mädchen umarmt. „Hey, runter da!“

„Hahaha!“ Tanaka lachte gemeinsam mit Nishinoya. „Du bist beliebt, Kageyama!“

„Sei still!“ Der schwarzhaarige Junge wehrte ein weiteres Mädchen ab, als Hinatas Schrei auf einmal seine Aufmerksamkeit erregte und er alarmiert herumfuhr, besorgt, dass die Gruppe Studenten zurückgekehrt war.

„Ka-Kageyama!“ Hinata war zwischen zwei älteren Frauen und drei jüngeren Mädchen gefangen, die um ihn herumzerrten und von allen Seiten her zu ersticken drohten. Seine Augen wirbelten suchten nach einem Weg zu entkommen, als sein Gesicht langsam blau anlief.

„Er ist ja so süß!“, quietschte ein viertes Mädchen und zog den Jungen in eine weitere, eiserne Umarmung, während sie ihre Wangen aneinander rieb.

Kageyama hätte die Situation amüsant gefunden, vor diesem blöden Spiel hätte er diese Situation amüsant gefunden, doch nun empfand er nur noch ein heißes, besitzergreifendes Gefühl, dass ihn dazu brachte, sich von den Fans loszureißen und an Hinatas Seite zu laufen und ihn von den Frauen zu befreien, vorbei an Sugawara zu ziehen, der sein bestes gab, die überdrehten Fans zu beruhigen, und an Asahi, der vor einem kichernden Mädchen und dessen rotgesichtiger Mutter wie wild mit den Armen ruderte, bis hin zu dem Platz, an dem sie ihre Sachen abgelegt hatten.

„Genießt du es, dich mit den gewöhnlichen Leuten auszutauschen, König?“ Tsukishima beobachtete ihn mit einem gelangweilten Blick. „Hast ja lange genug gebraucht.“

„Halt die Klappe.“ Kageyama ließ den noch immer etwas weggetretenen Rotschopf sich auf eine Strandliege setzen und griff nach einem kalten, nassen Tuch, das er auf die Stirn des Jungen legte. Tsukishima warf ihnen einen pointierten Blick zu und sah dann weg.

„Hey.“ Tsukishima drehte sich wieder ihm zu. „Warum hast du Hinata das gesagt?“

Tsukishima fuhr dem kleineren Jungen durchs Haar und beugte sich hinab, so dass nur Hinata ihn hören konnte. „Sie wollen unsere Manager als Sklaven verkaufen, wenn wir verlieren. Das sind ganz schlechte Menschen, sie verdienen es nicht, dass wir uns mit ihnen messen, sie verdienen es, dass wir sie essen!“

„Hinata hat sie besiegt, also was kümmert es dich?“, erwiderte der blonde Junge. „Ihm war nicht klar, was die Männer wollten, nur dass die Mädchen etwas damit zu tun hatten. Ich habe ihn also bloß aufstacheln müssen. Der Winzling ist einfach zu leichtgläubig.“

„Wage es ja nicht, das noch einmal zu tun“, bedrohte der Zuspieler ihn und versperrte Tsukishimas Blick auf Hinata.

Tsukishima grinste. „Bist du etwa eifersüchtig, dass ich weiß, wie man ihn in Rage bringt?“

Die Wangen des Zuspielers färbten sich rot. „Wa- ich – mein – nein!“

„Beeindruckend, so wortgewandt.“ Der größere der beiden Teenager rollte mit den Augen. Kageyama knurrte, doch dann bewegte sich Hinata hinter ihm und lenkte seine Aufmerksamkeit weg von den spitzen Worten des anderen.

„Kageyama?“ Hinatas Stimme war leise und er klang müde. Kageyama seufzte erleichtert und er schob den nassen Stoff zur Seite, so dass er gegen die warme Stirn schnipsen konnte.

„Blödmann, was denkst du dir nur, dass du von einem Spiel und Fans schon krank wirst?“, brummte er. „Ich werde eigenhändig dafür sorgen, dass du mehr Konditionstraining machst, sobald wir wieder Zuhause sind.“

„Kageyama …“ Hinata schien ihn nicht gehört zu haben, er blickte ihn weiterhin mit glänzenden, leicht abwesenden Augen an. Auf einmal realisierte Kageyama. Er wollte sich selbst schlagen. Es war glühend heiß und sie beide hatten seit dem ersten Spiel nichts mehr getrunken! Schnell öffnete er eine Flasche und ließ Hinata ein paar Schlucke daraus trinken.

„Blödmann, du musst danach fragen, wenn du es brauchst.“ Er zog leicht an dem zerzausten Haar des anderen. Braune Augen starrten ihn verständnislos an und auf einmal waren Arme um seinen Nacken und der fiebernde Teenager klammerte sich an den Zuspieler.

„Hey, Hinata!“, rief Kageyama erschrocken. „Lass los!“

„Wow, so ein beeindruckender Befehl vom großen König.“ Kageyama warf Tsukishima einen wütenden Blick zu, froh als Yamaguchi entschied, sich einzumischen und die Aufmerksamkeit des blonden Jungen auf etwas anderes lenkte. So konnte er sich zumindest auf sein eigenes Problem konzentrieren.

„Hinata, Blödmann, lass mich los!“, versuchte er es erneut. Er versuchte, die klammernden Hände zu lösen, doch der Rotschopf schüttelte nur den Kopf und klammerte sich noch fester an ihn. Kageyama spürte, wie ihm Hitze ins Gesicht schoss. „Warum klammerst du dich so an mich? Ich werde dich auf den Kopf schlagen!“

„Ich hab Angst.“

Stille …

„Hä? Wenn du Angst hast, dann klammer dich doch nicht an mich.“

„Er sah aus, als wollte er mir wehtun“, wimmerte Hinata mit rauer Stimme und leicht hysterisch. „Ich hatte solche Angst, aber dann sagte Tsukishima mir, was sie wirklich vorhatten und … und ich konnte nicht zulassen, dass sie Yachi und Kiyoko-san etwas antun. Aber ich hatte trotzdem solche Angst …“

Kageyama seufzte. So benahm sich also ein fiebernder Hinata? Viel zu anhänglich.  Er legte eine Hand auf das feuchte Haar und verwuschelte es. „Er ist jetzt fort, Blödmann“, sagte er und seltsamerweise blieb dieses Mal die Hitze fort. „Yachi und Kiyoko-san geht es beiden gut. Du hast sie beschützt.“

„Wirklich?“

„Ja. Also beruhige dich jetzt und ruh dich aus. Diese alten Omas haben nicht wirklich geholfen mit ihren Küssen.“

„Haha, ich bin beliebt …“ Hinata schien nun schon halb zu schlafen. „Haben … das Spiel … gewonnen.“

„Ja, ja. Jetzt schlaf schon ein.“ Hinata nickte und ließ locker. Leise Schnarchgeräusche drangen durch seine leicht geöffneten Lippen. Der Zuspieler ließ den kleineren Jungen vorsichtig wieder zurück auf den Liegestuhl sinken, ruhiger nun aus Erleichterung, und fuhr mit dem frischbefeuchteten Tuch über Hinatas rotes Gesicht.

„Er muss dir sehr wichtig sein.“ Der Zuspieler war überrascht, dass Tsukishima etwas so sanft sagen konnte. „Schließlich kümmerst du dich gerade um ihn, als sei er der König.“

Okay, vergessen war, was er gerade gedacht hatte. Er würde ihn umbringen.

„Tsukki, Hinata ist krank.“

„Shut up, Yamaguchi.“

„Sorry, Tsukki.” Kageyama rollte mit den Augen und blickte zum Spielfeld zurück, wo sich sein Team noch immer befand, um sich von Wichtigtuer und Lakai abzulenken.

Es war Daichi gelungen, die Fans zusammenzutreiben und zu ihrem Coach und ihrem Lehrer zu schicken, und so stolperten die Teenager vollkommen erschöpft in Richtung ihres Platzes. Yachi und Kiyoko kamen als erstes an und nachdem sie besorgt nach Hinatas Zustand gefragt hatten, begannen sie, Essen und kalte Getränke herzurichten.

„Du bist eine Retterin, Shimizu“, meinte Daichi erleichtert und ließ sich auf ein Handtuch fallen, auf dem er eine ganze Wasserflasche innerhalb ein paar weniger Sekunden leerte.

„Wie geht es Hinata?“ Sugawara ließ sich ebenfalls nieder und beäugte den Liegestuhl, während er herzhaft in das Stück Wassermelone biss, das Yachi ihm gereicht hatte.

„Der Idiot hat ein Fieber bekommen.“

„Nun, er hat sich von uns allen hier wohl auch am meisten angestrengt.“ Der grauhaarige Vicekapitän gluckste, doch in seinem Blick lag Besorgnis. „Daichi hat mir erzählt, was Tsukishima Hinata gesagt hat.“

„Lass es bleiben. Wir haben sie besiegt, also vergessen wir am besten alles, was damit zusammenhängt.“

„Okay“, stimmte Sugawara zu und lächelte, als er sah, wie Nishinoya und Tanaka Kiyoko von ihrer Beliebtheit bei den anderen Mädchen erzählten, nur um von Ennoshita zum Verstummen gebracht zu werden, als dieser sie mit der harten Wahrheit konfrontierte – keine Mädchen waren zu ihnen gekommen, nur Männer und Kinder.

„Ich glaube, dass derjenige, der bei den Mädchen am beliebtesten war, Kageyama war“, meinte Kinoshita und lachte, als das Selbstbewusstsein der beiden zu Sand zerfiel und von der nächsten stärkeren Brise davongeweht wurde.

„Sag sowas doch nicht, Kinoshita“, meinte Asahi und versuchte den davonfliegenden Sand zu retten. „Ihr wart großartig. Ich bin mir sicher, dass Yachi und Shimizu euch sehr dankbar sind, dass ihr sie beschützt habt.“

Der Sand kam zurück zu Tanaka und Nishinoya, die nun mit einem Strahlen im Gesicht zur älteren ihrer Managerinnen blickten. „Kiyoko-san!“

„Ich glaube, du hast es nur noch verschlimmert“, meinte Sugawara seufztend. Und Asahi wurde deprimiert.

„Tut mir leid.“

Kageyama schüttelte den Kopf und kehrte zu Hinata zurück, nun auch mit einem Stück Wassermelone in der hand.

Dieser Tag war sicherlich ereignisreich gewesen.

~*~


Hinata verschlief die restliche Zeit, die sie noch am Strand hatten. Yachi blieb an seiner Seite, nachdem sie den anderen Jungen verscheucht und dazu gezwungen hatte, mit dem restlichen Team etwas zu machen.

„Nein … ich wollte doch auch im Wasserspielen …“, jammerte Hinata von seinem Sitzplatz im Bus, nachdem er durch Kageyamas Stupser und Rufe endlich aufgewacht war.

„Es ist deine Schuld, dass du krank geworden bist, Blödmann!“, erwiderte der Zuspieler. Der andere Junge knurrte und ein Streit brach zwischen den beiden aus, den Daichi höchstpersönlich beenden musste, nachdem drei andere Leute es versucht hatten und gescheitert waren.

„Kageyama, Hinata ist noch immer nicht wieder vollkommen fit, also ziehe ihn nicht in eure Schreiwettbewerbe. Hinata, du bist krank, also schlaf weiter.“ Und dann, ganz plötzlich, liefen die beiden knallrot an – Daichi hatte Hinatas Kopf auf Kageyamas Schulter gedrückt.

Der Kapitän hob seine Hände, als die beiden den Mund öffneten, mit seinem strengen Lächeln und seiner dunklen Aura.

„Und keinen Widerspruch. Hinata wird schlafen und Kageyama wird sicherstellen, dass er das auch tatsächlich tut. Genießt eure Rückfahrt leise.“

„Daichi …“ Sugawara atmete aus, als sich der andere wieder zu ihm gesellte. „Du mischt dich wirklich gerne in anderer Leute Sachen ein, oder?“

„Ich habe lediglich meinen Job als Kapitän des Teams erfüllt.“ Daichi grinste ihm zu und lehnte seinen Kopf dann gegen das Busfenster, um selbst ebenfalls zu schlafen. Der grauhaarige Zuspieler zog einen kurzen Schmollmund, doch als er die blasse Haut und das leichte Entspannen der verschränkten Arme sah, beschloss er, es dabei zu belassen. Es war für sie alle ein langer Tag gewesen.

„Schlaf gut, Daichi.“

~*~


Schon bald nachdem der Bus vom Strand losgefahren war, drehten Takeda und Ukai sich in ihren Sitzen um und fanden das gesamte Team in variierenden Positionen, aber alle schlafend vor.

„Sie sind so gute Kinder …“ Takeda lächelte warm und Ukai grinste sacht, dem Lehrer still zustimmend.

„Und auch stark. Sie haben es geschafft, Studenten zu besiegen. Sie sind die besten! Danke, dass Sie mich dazu gebracht haben, ihr Trainer zu werden.“

„Seit wann bist du so sentimental, Ukai-san?“

„Das müssen gerade Sie sagen. Solltet Ihr nicht schon längst in Pension sein?“

„Wirklich, ich bin doch gar nicht so alt. Respektiere deine Älteren mehr.“

Hinata öffnete die Augen, als die Neckereien fortfuhren. Er sah die leisen Mädchen und seine schlafenden Teamkameraden und lächelte, glücklich und erleichtert.

Sie waren alle in Sicherheit. Sie hatten Spaß gehabt. Es war ein schöner Tag gewesen …

„Blödmann“, murmelte Kageyama verschlafen und gemeinsam mit seinem ungewöhnlich entspannten Gesichtsausdruck brachte dies Hinata dazu, leise zu lachen. Er lehnte sich wieder in seinem Sitz zurück und lehnte seinen Kopf an die Schulter des anderen. Als er seine Augen schloss, war das letzte, was er sah, wie Kageyamas Hand nach seinem Handgelenk griff, zur Versicherung.

Er hatte eine gute Schule ausgewählt und ein großartiges Team. Und er konnte weiterhin mit ihnen Volleyball spielen.

Die restlich Busfahrt lang blieb das Lächeln auf seinem Gesicht erhalten.

Alles war gut.
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