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Der Frosch und der Skorpion oder: Geschichte wiederholt sich nicht

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
21.01.2021
21.01.2021
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Ein Skorpion kommt an einen Fluss. Am Flussufer trifft er auf einen Frosch. "Frosch", sagt der Skorpion, "ich möchte an das andere Ufer des Flusses. Aber ich kann nicht schwimmen. Trag´ du mich doch bitte auf deinem Rücken hinüber." "Wenn ich dich auf meinen Rücken nehme, Skorpion", antwortet der Frosch, "dann stichst du mich mit deinem giftigen Stachel, und ich muss sterben." "Wenn ich das aber täte", sagt da der Skorpion, "während du mich über den Fluss trägst, dann wäre mir ja selbst der Tod gewiss, denn ich müsste elendig ertrinken. Das wäre doch furchtbar töricht, oder?" Der Frosch denkt über die Worte des Skorpions nach; und muss ihm zustimmen. Also erklärt er sich bereit, den Skorpion über den Fluss ans andere Ufer zu tragen. Der Skorpion klettert also auf den Rücken des Frosches, und der Frosch springt in den Fluss. Kaum aber hat der Frosch ein paar Schwimmzüge getan, da sticht ihn der Skorpion mit seinem Stachel. "Warum hast du das getan?", fragt der Frosch, während das Gift seine Glieder lähmt und er langsam im Fluss versinkt. "Jetzt müssen wir beide sterben." "Weil dies nun mal meine Natur ist", antwortet der Skorpion.


Ein Skorpion kam an einen Fluss. Am Flussufer traf er auf einen Frosch. "Frosch", sagte der Skorpion, "ich möchte an das andere Ufer des Flusses. Aber ich kann nicht schwimmen. Trag´ du mich doch bitte auf deinem Rücken hinüber." "Wenn ich dich aber auf meinen Rücken nehme, Skorpion", antwortete der Frosch, "dann stichst du mich mit deinem giftigen Stachel, und ich muss sterben." "Wenn ich das täte", sagte da der Skorpion, "während du mich über den Fluss trägst, dann wäre mir ja selbst der Tod gewiss, denn ich müsste elendig ertrinken. Das wäre doch furchtbar töricht, oder?" Der Frosch dachte über die Worte des Skorpions nach; und musste ihm zustimmen. Also erklärte er sich bereit, den Skorpion über den Fluss ans andere Ufer zu tragen. Der Skorpion kletterte also auf den Rücken des Frosches, und der Frosch sprang in den Fluss. Kaum aber hatte er ein paar Schwimmzüge getan, da tauchte der Frosch plötzlich unter und glitt behänd unter dem Skorpion hinweg. Als er wieder auftauchte, sah er den Skorpion hilflos im Wasser zappeln. "Warum tust du das?", rief der Skorpion. "Hilf mir! Ich ertrinke!" "Das liegt nun mal in deiner Natur", antwortete der Frosch, schwamm in sicherem Abstand um den Skorpion herum und sah ihm beim Ertrinken zu. "Mörder!", zischte der Skorpion und stieß wütend seine giftige Schwanzspitze gegen den Frosch, konnte ihn jedoch nicht erreichen. Der Frosch sah ruhig zu, wie der Skorpion elendig ertrank. Dann schwamm er zurück zum Ufer und wartete auf den nächsten.

Viele Skorpione später kam wieder ein Skorpion an den Fluss. Er war einer der letzten seiner Art. Der Frosch bot dem Skorpion an, ihn über den Fluss ans andere Ufer zu bringen, vorausgesetzt, er trenne sich zuvor mit seinen Scheren die giftige Schwanzspitze ab. "Denn wenn ich dich so, wie du bist, auf meinen Rücken nehme, dann wirst du mich stechen und töten." Der Skorpion beteuerte, dass er dies nicht täte, er sei ja schließlich weder blöd noch akut selbstmordgefährdet, doch der Frosch beharrte auf seiner Forderung. "Aber das kann ich nicht tun", sagte der Skorpion, "Ohne meinen Stachel bin ich doch kein Skorpion mehr." "Ist das so wichtig?", fragte der Frosch. "Selbstverständlich", sagte der Skorpion. "Ohne meinen Stachel halten die anderen Skorpione mich für eine Beute und verschlingen mich." "Am anderen Flussufer", antwortete der Frosch und lächelte, "gibt es keine Skorpione."
 
 
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