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Ein Phantom, mein Hund und ich

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Het
Erik - das Phantom der Oper OC (Own Character)
20.01.2021
15.06.2021
79
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11.06.2021 2.829
 
„Es wird alles gut werden“, beruhigte Clara Erik und sich gleich mit als sie auf dem Weg ins Krankenhaus waren. Für sie beide war es eine anstrengende schlaflose Nacht gewesen und so langsam konnte Clara auch seine schlechte Laune verstehen. Natürlich hatte er Angst vor der Konfrontation. Er hatte diesen Mann ins Krankenhaus gebracht als er nicht wirklich er selbst war und dieser Mann hatte davor weiß Gott was zu ihm gesagt, das ihn verletzt hatte. Wo war die Garantie, dass dies nicht heute wieder passieren würde?

Erik schnaufte. Claras Aufmunterungen machten es für ihn nicht besser. Sie machte ihn nervös. Ein Teil von ihm hätte dieses Treffen lieber alleine mit Nadir hinter sich gebracht. Andererseits war er dankbar, dass sie ihn nicht alleine durch diese Hölle von schlechten Erinnerungen gehen ließ. Er konnte an seinen Handgelenken noch immer die neuen schlecht verheilenden Narben von den Handschellen sehen. Solche Fesseln bei einem längeren Aufenthalt im Gefängnis häufiger tragen zu müssen, jagte ihm Schweißperlen übers Gesicht. Er würde nicht zulassen, dass es so weit kam. Eher würde er ans andere Ende der Welt fliehen und niemals zurückkommen.

„Natürlich wird alles gut werden“, redete er sich selbst Mut zu. Er war sich nicht so sicher, wie er es versuchte Clara Dohme zu verkaufen, doch er wollte sie nicht beunruhigen. Sie machte sich schon genug Sorgen um ihn und es war ihm noch nicht geheuer, wenn das jemand tat. Er würde schon selbst für sich sorgen können. Er würde es ja auch tun müssen, wenn sie ihn verließ.

Nadir wartete bereits auf sie. Wie immer war er zehn Minuten zu früh, nur um sicher zu gehen. Sein Handy ruhte in seiner Hand um zu gewährleisten, dass er keine Nachrichten und plötzliche Rückzieher von Erik verpasste. Erleichtert aufatmend, als er die beiden bekannten Gesichter auf das Krankenhaus zukommen sah, verstaute er das Telefon in seiner Jackentasche. „Sie sind pünktlich, Erik“, bemerkte er in einem sarkastisch ungläubigen Ton. Erik verdrehte die Augen. „Ich kann auch wieder gehen, Nadir“, drohte er zischend. „Gibt es schon etwas Neues?“, schaltete Clara sich ein, bevor die zwei Männer sich wegen Kleinigkeiten anschreien könnten. Sie ließ zu wie Nadir ihre entgegengestreckte Hand nahm und ihr einen galanten Kuss auf die Handoberseite hauchte: „Mademoiselle sehen wie immer fantastisch aus. Nein, leider habe ich noch nichts Neues gehört. Von meinen Quellen weiß ich nur, dass Monsieur Remy sehr gute Fortschritte macht. Also wird es hoffentlich nicht so anstrengend werden mit ihm in Kontakt zu treten. Dennoch bitte bedenken Sie, dass wir es mit einer Person zu tun haben, die noch einen langen Weg der Genesung vor sich hat. Also wollen wir ihn nicht zu lange in Beschlag nehmen. Kurz und gefühlvoll alles auf den Punkt bringen und dann wieder raus, ist die Devise.“

„Also sollten wir Sie nicht reden lassen“, meinte Erik spitz an Nadirs lange Ansprache gerichtet. Das er Clara erneut mit einem Kompliment begrüßt hatte, war Erik nicht entgangen. Es gefiel ihm nicht, was Nadir ihr für Blicke zuwarf. Clara trug das Kleid, was Erik ihr besorgt hatte. Er liebte sie in diesem Kleid. Also noch mehr, als in jedem anderen Kleidungsstück. Sie gefiel ihm nun mal am besten in einem schwarzen Kleid und mit diesen kleinen, filigranen goldenen und roten Details und den transparenten langen Ärmeln sah sie umwerfend aus.

Er konnte es sich nicht erklären wieso, aber dieser Anblick erinnerte ihn jedes Mal an ihre ersten Tage zusammen. Er war so überwältigt gewesen von ihr, dieser Welt und vor allem ihrer Güte ihm gegenüber. Wenn er die Augen schloss konnte er noch immer ihre Hand spüren, wie sie sie bei ihrer ersten Begegnung sanft auf die Schulter legte und ihm versprach, alles was in ihrer Macht stand zu tun, um ihm zu helfen.

Er schloss für einen Augenblick die Augen und berührte die Stelle an seiner Schulter erneut. Davor waren Jahre vergangen in denen er keine einzige sanfte Hand auf seinem Körper gespürt hatte und auch das würde er seiner Clara Dohme nie vergessen. Es war so viel mehr, als Christine jemals geschafft hatte.

Er zuckte zusammen, als er erneut eine zarte Hand auf seinem Arm spürte: „Erik? Alles ok? Wollen wir rein gehen?“ Als er die Augen öffnete, blickte er in Claras besorgtes Gesicht. Ein komisches und kribbelndes Gefühl in seiner Magengrube kämpfte sich seinen Weg in Eriks Bewusstsein. Sie passte so sehr auf ihn auf, dass es ihn mehr rührte als er jemals zugeben würde. Er würde es ihr vergelten, irgendwann … Bis es soweit war, genoss er die Tatsache, dass ihm gar nichts passieren konnte, solange sie aufpasste.

„Wollen wir nicht, aber wir müssen wohl“, antwortet Nadir stattdessen. Er und Clara nahmen Erik in die Mitte und betraten das Krankenhaus. Clara ließ seinen Arm nicht los und harkte sich bei ihm ein. Sie schauten einander noch immer an, still kommunizierend und einander ihre Rückendeckung versichernd. Nadir beobachtete sie, nicht ohne Neid. Zwar war er nicht wirklich darauf aus gewesen, die abgelegte Vergangenheit von Alexander Chubert aufzutragen und es mit Clara Dohme zu versuchen, doch diese mentale Verbindung mit einem anderen, vorzugsweise weiblichem Wesen in seinem Fall, wäre schon mal wieder nötig. Er musste weniger arbeiten und mehr raus kommen um seine Jugend zu genießen, bevor sie komplett verloren war.

Nadir führte sie durch einige Gänge und Abteilungen. Erik folgte ihm nur widerwillig. Wenn er nicht an Claras Arm hängen würde, besser gesagt sie an seinem, dann wäre er wohl irgendwo einfach in die andere Richtung abgebogen und so schnell verschwunden wie er konnte.

Aber das konnte er sich mit so viel moralischer Unterstützung nicht leisten. Dennoch er zitterte leicht vor Anspannung. Diese Situation gefiel ihm nicht. Er fühlte sich in die Ecke gedrängt und immer wenn er sich so fühlte war er nur ein falsches Wort von einer Katastrophe entfernt in der er irgendwem wehtun oder mehrere Leben beenden würde. Er versuchte sich ja wirklich zu beherrschen und auch seine Unsicherheit zu verbergen, doch war es schwierig wenn Clara ihm so nah war.

Sie spürte sein leichtes Zittern und verstärkte ihren Griff um seinen Arm. Mit dem dünnen neuen Verband, konnte sie sogar schon wieder die einzelnen Finger bewegen und ihm damit über den Arm streichen. Er sollte wissen, dass sie da war. Sie würde ihn niemals in so einer Situation zurücklassen.

Nicht ohne Genugtuung und Schmetterlinge im Bauch spürte sie wie sich seine Muskeln unter ihren Berührungen leicht anspannten. Wo der Stoff seines Hemdes über seinem Handgelenk endete, konnte sie sehen wie er eine Gänsehaut bekam. In sich hinein lächelnd lehnte sie ihren Kopf gegen seine Schulter. Sie wusste, sie hatte sich nicht geirrt mit ihm: Es gab etwas zwischen ihnen. Nun sie hatte alle Zeit der Welt, bis auch er bereit wäre das einzugestehen. Sie würde ihn nicht hetzen. Gerade hatte er wichtigeres zu klären, als sein verschrobenes Liebesleben. Sie hatte ja selbst so lange gebraucht sich ihre Gefühle für ihn einzugestehen, da würde sie ihm nun nicht auch noch damit unter Druck setzen. Ein Babyschritt nach dem anderen.

Sie hielten vor einer Tür und Nadir klopfte. Mit seiner freien Hand ordnete Erik so gut er konnte seine Haare und kontrollierte den Kragen seines Hemdes. Er konnte spüren, wo die Kanten schon schweißnass wurden. Resigniert ließ er den Kopf sinken. Es würde nicht besser werden. Da musste er jetzt durch.

Inspecteur Lemaux öffnete kurz darauf die Tür. Bei seinem Anblick fuhr Clara erschrocken hoch. Sie hatte nicht mit der Anwesenheit der Polizei gerechnet. Nadir reichte dem Mann die Hand: „Bonjour le Inspecteur. Vielen Dank, dass Sie sich hierfür die Zeit nehmen. Meinem Klienten bedeutet dieses Treffen viel.“

Sie traten ein. Nadir spürte, dass es erstmal an ihm war die Situation zu übernehmen, da Erik bereits wieder Ähnlichkeiten mit einer grimmigen Salzsäule angenommen hatte. In einem Bett lag ein mittelalter Mann in etwa Eriks Alter.  Ein dicker Verband um seinen Kopf und diverse piepende Gerätschaften hinter ihm zeugten von der noch immer herausfordernden gesundheitlichen Situation. Er blickte die Gruppe abschätzend und ebenfalls nicht ohne Angst an. Verwirrt und verwundert musterte er Erik.

Clara stockte der Atem. Sie hätte sich mental besser darauf vorbereiten sollen mit dem Anblick konfrontiert zu werden, was Erik so alles verursachen konnte. Pierre Remy sah erschöpft aus und schwach. Die Haut bleich, der Körper eingefallen und kraftlos, und all die Geräusche der medizinischen Überwachung weckten tief vergrabene Erinnerungen in Clara, an ihren Vater auf der Intensivstation. Diesmal verstärkte sie den Griff um Eriks Arm, damit sie selbst nicht davonlaufen würde.

Erik zuckte zusammen und bemühte sich diskret Claras Griff etwas zu lösen. Sie würde ihm noch die Blutzufuhr in den Arm abtrennen. Unterdessen hatte Nadir angefangen seinen Job als Vermittler zu machen: „Bonjour Monsieur Remy.  Geht es Ihnen besser? Wir sind alle sehr froh, dass Sie aus dem Koma erwacht sind und diesem Treffen hier zugestimmt haben. Mein Name ist Nadir Abdelah, ich bin der Anwalt von Monsieur Dumond, der heute in Begleitung seiner Freundin Mademoiselle Dohme hergekommen ist.“

Dem Inspecteur entfuhr bei dem Wort Freundin ein hohes Lachen. Er konnte sich noch gut an die Diskussion erinnern, wie Mademoiselle Dohme und Monsieur Dumond denn nun bekannt waren. Zwar traf es Freundin wohl noch immer am besten, doch blieb für den Polizisten  noch immer die brennende Frage wie regulär sich diese Freunde nackt sahen.

Nadir ließ sich davon in seiner Vorstellungsrunde nicht beirren. Auch er hatte sich Gedanken darüber gemacht als was er denn nun Clara vorstellen sollte und war zu dem Entschluss gekommen es möglichst vage aber herzlich zu halten. Er musste hier immerhin einen zynischen Verrückten als den netten Nachbarn verkaufen. Da konnte ein lebender Beweis für eine herzliche und funktionierende soziale Beziehung nicht schaden. „Mein Mandant hat sich sobald er hörte, was mit Ihnen geschehen ist, immer wieder nach Ihren Wohlergehen informiert. Er war sehr froh zu hören, dass Sie so vortreffliche Fortschritte machen und schon bald wieder ganz der Alte sein werden“, log Nadir ohne rot zu werden.

Clara gab Erik einen diskreten Schubs diese Aussage besser persönlich zu bestätigen, statt den Perser ungläubig anzustarren.  „Ja... ja... das ist... ähm richtig. Das habe ich. Monsieur Remy, es ist mir eine Freude, dass Sie mich und Mademoiselle Dohme heute hier empfangen“, zitterte seine Stimme etwa? Er musste sich beherrschen nicht wütend deswegen zu werden. Er, der mit der Engelsstimme, einer Stimme die ihm immer alles ermöglicht hatte und ihn nie enttäuschte, und ausgerechnet jetzt entschloss sie sich dazu zu Zittern?!

Als sie merkte, wie er rot wurde, schritt Clara lieber ein und holte den mitgebrachten Strauß Blumen aus ihrem Jutebeutel hervor. „Wir waren uns nicht sicher, ob Sie auf Ihrer Station Blumen haben dürfen, aber dachten wir versuchen unser Glück. Nun sehe ich, dass Sie hier schon einige Sträuße haben. Darf ich unsere darzustellen?“, sie hatte ein breites sanftes Lächeln aufgelegt, das scheinbar eine ansteckende Wirkung hatte. Pierre Remy erwiderte es beim Anblick der orangenen und roten Gerbera Mischung in Claras Armen.

Er nickte: „Sehr gerne Mademoiselle. Vielen Dank. Die sind schön“, antwortete er mit schwacher Stimme und richtete sich umständlich im Bett auf: „Da... hinten... muss noch... eine...“ „Vase sein?“, vollendete Clara den Satz schnell für ihn, als sie merkte wie schwer ihm das Sprechen und das Finden der richtigen Worte fiel: „Oh lassen Sie nur. Ich kümmere mich gern darum. Vielen Dank. Ihr Trinken steht so weit weg, soll ich Ihnen die Flasche aufdrehen und etwas einschenken?“, bot sie weiterhin an, dass Erik, Nadir und Lemaux sie nur neugierig und perplex musterten.

Erik war in dem Moment so froh, dass er sie mitgenommen hatte. Sie war genau die Person im Raum, die es brauchte um alle Anwesenden zu entspannen. Sie war aufmerksam, fürsorglich und hatte das richtige Gespür für den Moment. Er hätte sie am liebsten an sich gedrückt und nie mehr losgelassen. Heimlich wandte Nadir sich zu Erik und machte ein kurzes Daumen hoch Zeichen: „Sie ist perfekt.“

„Kann ich Ihnen sonst noch etwas bringen, Monsieur Remy?“, fragte sie routiniert als wäre es ihr Job, eine Hand auf dessen Schulter und mit der Geduld eines alten Elefanten. Er schüttelte den Kopf nachdem er sein Getränk abgesetzt hatte. Sie half seiner zitternden Hand, dessen Feinmotorik noch nicht zurückgekehrt war, das Glas sicher abzustellen: „Nein, vielen Dank, Mademoiselle.“ „Oh bitte nennen Sie mich ruhig Clara“, sie schaute  die drei Männer vor dem Bett herausfordernd an: „Was stehen Sie da noch so rum meine Herren? Dort stehen mehrere Stühle, also setzen wir uns doch alle, damit jeder das sagen kann, was ihm auf dem Herzen liegt.“

So perplex von ihrer Aufforderung ließ selbst Inspecteur Lemaux sich auf einen Stuhl fallen. Clara selbst entschied sich in Ermangelung an weiteren Möglichkeiten dazu, auf der Lehne des Stuhles Platz zu nehmen, auf dem Erik saß. Er widerstand gerade noch so innerhalb der Bewegung umdenkend, dem Drang seinen Arm, statt auf die Lehne, nun um Claras Po und Beine zu schlingen. Verwirrt von sich selbst machte er stattdessen eine komische Bewegung und fuhr sich durch die Haare, bevor er seinen Arm wieder brav auf seinen eigenen Beinen ablegte. Er schnaufte. War es irgendwie heiß hier drin? Wollte nicht jemand vielleicht ein Fenster öffnen? Also ihm war heiß.

„Also“, begann Inspecteur Lemaux: „Wir sind heute hier, weil Monsieur Dumond durch seinen Anwalt hat verlauten lassen, dass er eine Aussöhnung mit dem Opfer seiner Taten, in diesem Fall Ihnen, Monsieur Remy, sucht.“ Clara legte die Stirn in Falten. Komplizierter hätte man es kaum sagen können und auch im Gesicht von Pierre Remy bildeten sich Fragezeichen.

„Monsieur le Inspecteur“, fiel Pierre Remy dem Polizisten auch schon leise und unsicher ins Wort: „Ich verstehe nicht ganz...“ „Ich bin hier um zu sagen, dass es mir leidtut“, klärte Erik schließlich unüberlegt auf: „Was Ihnen angetan wurde ist schrecklich und unentschuldbar. Und das ich es gewesen sein soll...“, er stockte. Das Lügen fiel ihm in diesem Fall noch immer schwer. Er war nie ein besonders guter Lügner gewesen. Er verheimlichte zwar sehr viel und sagte mindestens nur immer die Hälfte von dem was er alles sagen könnte. Doch richtig und in vollem Umfang lügen, war etwas das er noch nie gut konnte und verabscheute. Er hasste es belogen zu werden, also konnte er es bei sich selbst auch nicht leiden. Aber was tat man nicht alles für Clara Dohmes Nerven und die persönliche Freiheit...

„Das ich es gewesen sein soll“, setzte er erneut an: „kann ich noch immer nicht fassen. Es tut mir leid. Ich kann es mir nur so erklären, dass ich nicht ich selbst war im dem Moment. Es gibt keine Entschuldigung, aber dennoch möchte ich sagen, es tut mir leid.“ Er atmete schwer aus und fühlte sich etwas leichter um die Brust. Das Gesicht von Pierre Remy jedoch sah ihn noch immer verwirrt an.

„Ich verstehe ... nicht ganz. Sie glauben... Sie hätten mich so ...zugerichtet?“, fragte er verwirrt: „Als ich Sie habe... reinkommen sehen... da wollte ich... fragen... wie es... Ihnen geht?“ Sein verwirrter Blick traf den des Polizisten, der mit schockgeweiteten Augen auf seinem Stuhl saß. „Wann kommt denn nun... das Arschloch... das mich und ... Monsieur... Dumond... verprügelt hat?“, fragte Pierre Remy mit verbittertem Ernst in der Stimme.

Erik schluckte. Ja, er war das Arschloch, auf das hier alle warteten.  Er räusperte sich um die Sache richtig zu stellen und die Wut von Monsieur Remy ernten zu können, doch da kam ihm Inspecteur Lemaux schon zuvor. „Aber... Aber das ist der Mann!“, er deutet etwas zu wild und entschlossen auf Erik, dass dieser sich nicht bedroht fühlen könnte. Die Hände zu Fäusten geballt wollte er schon aufspringen, als Clara ihm einen Arm um die Schulter legte und ihn sanft in den Stuhl drückte.

Sie begann langsam zu verstehen, was hier ablief. Sie wusste, es war nicht Eriks Stil jemandem den Kopf einzuschlagen. Erdrosseln, ja das schon eher. Das konnte er zu gut. „Erik, erinnerst du dich an die Nacht und Monsieur Remy?“, fragte sie sanft, sodass Erik sich beruhigen musste und eindringlich den Mann im Bett musterte. Er ließ den Kopf sinken: „Ich erinnere mich an so wenig, nachdem ich diese Pillen geschluckt hatte. Ich weiß, dass da ein großer Mann war, und dass es einen Streit gab, aber das ist schon alles. Für mein Gefühl, sehe ich Monsieur Remy heute zum ersten Mal. Wie gesagt, es tut mir leid.“ Diesmal meinte er den letzten Satz sogar sehr ernst.

„Ich bin bloß 1.70“, meinte Pierre Remy leise: „Und ich hab ... den Abend... nicht vergessen. ... Ich war... auf dem Weg... nach Hause... Als ich hörte... wie sich zwei... Männer stritten... und prügelten. ... ich wollte... es ignorieren... Aber dann hörte ich... wie der eine den anderen... als Mistgeburt bezeichnete... und er hat wirklich... nicht sehr viel Nettes ... gesagt. ... ich erkannte Monsieur Dumond... auf dem Boden liegend... high... und traurig... und er tat... mir leid.... ich wollte... schlichten... und dann hat... der große Kerl... mich... verprügelt.  ... das ist ... das letzte... woran ich mich... erinnern kann.“

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Viel Spaß mit einem ganzen Wochenende voller neu hochgeladener Kapitel! ;)
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