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Ein Phantom, mein Hund und ich

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Het
Erik - das Phantom der Oper OC (Own Character)
20.01.2021
10.05.2021
57
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06.04.2021 2.819
 
Erik fühlte sich noch immer miserabel, als sie am nächsten Tag Charleston abholen konnten. Er hatte nicht gegessen, kaum geschlafen und schreib melancholische Melodien, die Clara in den Wahnsinn trieben. Abgesehen von ihren Beschwerden über die Musik strafte sie ihn mit Schweigen und zog sich schon früh in ihr Schlafzimmer zurück. Natürlich fand auch sie in der Nacht keinen erholsamen Schlaf, denn neben ihrem Mann fehlte ihr nun auch noch der schlaksige Hundekörper im Bett und die Albträume waren so lebhaft wie selten zuvor. Auch wenn sie von ihren eigenen Schreien hochschreckte, kam niemand um sie zu trösten.  

Die nächsten paar Tage, widmete sie ihr Dasein fast ausschließlich dem Wohlergehen ihres Hundes und flößte ihm mit Pipetten tröpfchenweise Wasser und Brei ins Maul, da er nicht kauen konnte. Erik brach es das Herz die beiden so zu sehen. In den Nächten schlich er sich in die Oper und bereitete den ehemaligen Kollegen von Clara Dohme kleine Streiche. Und an den Tagen schrieb er entweder an seiner Musik weiter, oder korrigierte auf Wikipedia Einträge zur Oper und zu sich. Das entwickelte sich zu einem echten Kleinkrieg, da seine Änderungen ständig wieder rückgängig gemacht wurden.

Es dauerte drei Tage, bis es dem Hund wieder besser ging und Clara begann sich zu entspannen und sich wieder Erik zu widmen. „Ich denke wir könnten heute einmal ein paar Besorgungen machen?“, begann sie beim Frühstück am Mittwoch: „Louis hat schon angeboten, dass er Charleston für ein paar Stunden nehmen könnte. Er hat heute eine ganz entspannte Truppe von Hunden da, mit denen Charleston immer gut ausgekommen ist. Ich würde gern, dass er bald wieder gute Erfahrungen mit anderen Hunden macht und kein Trauma davonträgt.“ Erik murmelte seine Zustimmung: „Was immer Sie für das Beste halten.“

Clara schürzte die Lippen. Seit Sonntagabend waren sie wieder beim Sie angelangt und kein einziges Mal hatte Erik ihr in der Zeit widersprochen. Es sollte sie wohl freuen, dass er sich von Reue erfüllt sehr umgänglich zeigte, doch inzwischen war sie nur noch genervt. Das war nicht der Erik, den sie kannte und ganz sicher nicht der, den sie mochte.

„Ich möchte mich noch einmal dafür entschuldigen, wie ich dich am Sonntag behandelt habe. Das war nicht nett. Es war ein Unfall und du konntest nichts dafür. Du hast alles richtig gemacht und ich bin dir sehr dankbar, dass du meinen Hund beschützt hast … das ihr euch gegenseitig beschützt habt. Ich war in dem Moment nur einfach sehr geschockt und außer mir“, versuchte sie erneut zu erklären und ergriff versöhnlich seine Hand. Doch Erik blieb reserviert: „Selbstverständlich Mademoiselle. Es ist alles gut.“ Er sagte das in einem Ton, der Clara wissen ließ, dass gar nichts gut war. Seine Hand zog er weg.  

Tatsächlich war ihm ihre Vergebung nicht wichtig. Sie hatte sich schon so oft entschuldigt. Doch er konnte in ihrem Hund noch immer die Angst und Hemmung vor der großen weiten Welt da draußen sehen. Dieses Gefühl, welches das Tier ausstrahlte, kannte er nur zu gut. Es erfüllte ihn selbst so häufig und hatte ihn in den Keller einer Oper, fern vom Tageslicht getrieben. Das Mademoiselle Dohme ihm das verzeihen konnte, war nett, doch er hatte sich selbst noch lange nicht verziehen.  

„Was sind das für Besorgungen? Soll Erik mitkommen?“, fragte er schließlich. Clara nickte: „Du erinnerst dich doch sicher, wie ich sagte, dass du ein Handy bräuchtest. Bis vor kurzem hatte ich nur noch keine Ahnung, wie ich das finanziert bekommen würde, zumal die Behandlung von Charleston jetzt auch noch sehr teuer war. Aber ich habe mich auf die freie Aushilfsstelle im Staatsarchiv beworben und heute Morgen per Mail die Zusage erhalten. Also kommt bald wieder ein wenig Geld. Es wird schon irgendwie gehen. Falls du auch noch Ideen hast, wie du vielleicht einmal selbst etwas verdienen kannst … nur her damit.“

Er nickte wieder mechanisch. „Erik hat Geld“, fügte er hinzu und Clara blickte ihn mit großen Augen an. „Wiebittewas?“, fragte sie ungläubig: „Du hast Geld? Also jetzt gerade? Welches Geld? Wovon?“ Erik ging kommentarlos zum Kleiderschrank und öffnete ein vor Clara verstecktes Fach, in dem er seine Kiste, die er an seinem ersten Tag mit Clara aus der Oper mitgenommen hatte, verborgen hielt. Clara staunte nicht schlecht. Dort war das Zeug also abgeblieben. Sie hatte sich schon gewundert was daraus geworden war.

Noch mehr jedoch fragte sie sich schon damals, was darin war. Nun würde sie es endlich erfahren. Er öffnete die Kiste. Darin befanden sich einige alte Noten seines Don Juan Triumphant, vermodernde Rosenblätter, ein Diamant dem er dem Shah gestohlen hatte und natürlich seine Ersparnisse, das was von den Zahlungen der Operndirektoren übrig geblieben war. Als Clara die eng aneinander gebundenen Geldscheine sah, verschlug es ihr die Sprache. All das hatte er die ganze Zeit hier aufgehoben ohne ein Wort zu sagen? Gut es war seins und es waren alte Francs und wahrscheinlich ohne jeden Wert, aber hätte er damit nicht früher rausrücken können?

„Wie viel ist das?“, fragte sie schließlich. Erik zuckte die Schultern und fächerte die verstaubten Geldscheine durch, dass kleine graue Wölkchen von ihnen aufstiegen: „So um die 260.000 Francs. Ich habe einen guten Lohn verlangt und hatte nur geringe Ausgaben. Das hier entspricht ungefähr dem Lohn eines Jahres. Plus-Minus ein paar tausend Francs.“ Clara ließ sich lieber aufs Bett fallen. Das klang nach einer ganz netten Summe. Wenn man es mit Euro gleichsetzte würde es immerhin heißen, dass er im Jahr eine Viertel Million verdient hätte und das ließ sie doch sehr sprachlos zurück. So erfolgreich würde sie wohl in ihrem Leben nicht mehr werden.

„Wieviel ist das in Ihrer Währung?“, fragte Erik schließlich: „Ob es wohl für die nötigen Besorgungen reicht?“ „Euro“, erinnerte Clara ihn: „Es heißt Euro und ich habe keine Ahnung. Aber wir sollten es herausfinden. Du würdest mir eine große Last abnehmen, wenn du ein paar deiner Sachen selbst kaufen könntest.“ Erik nickte mechanisch: „Dann sei es so Mademoiselle. Es gehört ganz Ihnen.“

„Wohohoho“, Clara hob abwehrend die Hände: „Nettes Angebot, aber nein danke, das gehört ganz dir. Erstmal müssen wir wirklich dringend etwas klären.“ Sie platzierte ihn auf der Bettkante und setzte sich in Ermangelung an anderen Möglichkeiten auf ihn. Verwirrt lehnte er sich skeptisch zurück und versuchte so etwas Abstand zwischen sie beide zu bringen. Diese Frau würde er nie verstehen. Was war jetzt nur wieder in sie gefahren, dass sie ihn derart bedrängte?

„Verzeih Erik, aber ich denke wenn ich dir einfach nur gegenüber sitze hörst du mir entweder sowieso nicht zu, oder aber du stehst einfach auf und verschwindest wenn dich meine Worte nicht mehr interessieren, also muss ich nun zu etwas härteren Mitteln greifen“, begann sie, eine Hand auf seine Schulter legend. Er versuchte noch immer ihrem Blick auszuweichen um ihre Nähe zu ignorieren. Als sie von „harten Mitteln“ sprach, verdrehte er die Augen. Oh, wenn sie so auf ihm saß dauerte es auch nicht lange, bis seine harten Mittel nicht mehr zu verleugnen waren. Was sie hier tat förderte seine Konzentration nicht wirklich. Gut er würde sie einfach hochheben und aufstehen können … aber dann wäre sie ja nicht mehr freiwillig in seiner Nähe.

„Hörst du mir überhaupt zu?“, hörte er sie plötzlich wieder gereizt vor ihm. Oh verdammt, er war in einem Tagtraum abgedriftet während sie mit ihm geredet hatte. Hatte sie ihm eine Frage gestellt? Worum ging es hier überhaupt? Er räusperte sich vorsichtig und sagte dann: „Ich stimme voll zu.“ Damit konnte er doch nicht wirklich verkehrt liegen oder?

Doch Clara verdrehte theatralisch die Augen und stieg wieder von ihm herunter. „Oh man Erik! Jetzt reiß dich gefälligst mal zusammen!“, fluchte sie: „Dich trifft an dem was passiert ist keine Schuld! Arschlöcher gibt es überall auf dem Planeten und manchmal kann man ihnen nicht ausweichen. Könntest du also bitte endlich damit aufhören in Selbstmitleid zu versinken und Musik zu spielen die selbst Micky Maus in den Selbstmord treiben würde! Gott, du machst mich noch wahnsinnig! Lass dir ein paar Eier wachsen! Sei wütend und sei sauer und auch traurig wenn du willst, aber es ist Tage her! Diese Lethargie bringt uns noch beide um! Es wird Zeit den Staub abzuklopfen und nach vorne zu sehen! Mir geht es gut, dir geht es gut, Charleston geht es besser. Es war ein großer Schreck aber wir haben es überwunden. Du kannst mich also gern wieder duzen und mir widersprechen, mich beschimpfen und mir mein Verlobungsring stehlen. Denn wenn ich ehrlich bin, dann fehlt mir das! Du fehlst mir! Also was? Was verdammte Scheiße soll ich tun damit ich mein Phantom zurückbekomme?“

Er stutzte. Hatte sie das alles gerade wirklich gesagt? Zu ihm? „Ich hab Eier“, meinte er nur kleinlaut. Wie konnte sie das nur in Frage stellen? Wo sie doch eben gar nicht so weit von ihnen entfernt gewesen war. Er hatte immer gedacht, dass er wenigsten in der Hinsicht dem guten Durchschnitt entsprach, aber was wusste er schon über den Umfang der Eier von Monsieur Hechel-ja-gib’s-mir-Chubert.

Clara atmete wieder ein und aus und zählte innerlich von 21 bis 26. „Wirklich Erik? Das ist alles was du von meiner flammenden Ansprache behalten hast?“, sie schüttelte den Kopf und ließ ihn verwirrt auf dem Bett zurück: „Männer!“

Erik schmunzelte in sich hinein. Ein Satz klingelte ganz wunderbar in seinen Ohren. Er fehlte ihr. Er fehlte ihr. Er konnte nicht aufhören das in seinem Kopf zu wiederholen. Sie war ja wirklich bereit ihm all seine Fehler zu vergeben, sie wollte ihn! Ihn, also so wie er war, Gesicht, Vergangenheit, Fehler und all das! „Clara“, hielt er sie davon ab den Raum zu verlassen. Erstaunt drehte sie sich um. Hatte er ihr etwa doch zugehört? „Willst du den wieder haben?“, zwischen seinen Fingern hielt er ihren Ring in die Luft.

Clara prustete los vor Lachen, ein Lachen, bei dem Anspannung abfiel: „Oh du wunderbares Scheusal hast mir ja doch zugehört!“ Sie kam zu ihm zurück und wollte den Ring abnehmen. Doch Erik war schneller. Er ließ ihn zwischen seinen Fingern verschwinden, schickte ihn zwischen seinen zwei Händen hin und her und verwirrte die immer zu spät danach greifende Clara zusehends.

„Das hat dir also gefehlt?“, neckte Erik sie: „Willst du etwa das Erik diesen Ring behält? Brauchst ihn wohl nicht mehr.“ Clara war zu sehr mit Lachen beschäftigt, um diese Worte so ernst zu nehmen, wie Erik sie meinte. Auf der Jagd nach ihrem Ring, selbst wenn sie wusste, dass sie nur verlieren konnte, stolperte sie über Eriks lange Beine und plumpste neben ihn aufs Bett. Für einen Moment war er unachtsam, wie sie so außer Atem neben ihm lag. Da ließ er sie seine Hand mit dem Ring ergreifen und zu sich herunter ziehen.

Sie fühlte sich gut. Diese Spielchen hatte sie in den letzten Tagen vermisst. Weil sie sich des Ringes wieder sicher war, wanderte ihr Blick in sein Gesicht, seine Augen, die wieder dieses schimmernde Funkeln hatte, was sie so gern mochte. Er hat wirklich besondere Augen, dachte sie sich, als sie ihn näher zu sich heran zog. Warum tat sie das gerade? Warum ließ sie ihre freie Hand über seinen Rücken gleiten um ihn weiter in ihre Nähe zu locken? War sie denn verrückt geworden? Sie spürte, wie der den Ring wieder über ihren Finger schob ohne den Blick von ihr abzuwenden, seine Fingerspitzen sacht gegen ihre tanzend, einen unbeabsichtigten Schauer durch ihren Körper schickend. Sein Blick so ernst und zärtlich zugleich …

Charleston polterte durch den offenen Türspalt, seine Kuscheldecke hinter sich herziehend, dass sowohl Clara als auch Erik aus ihrer Trance erwachten. Das große Tier sprang aufs Bett und legte sich direkt zwischen seine Lieblingsmenschen. Er wollte immer genau dort sein, wo eigentlich gerade kein Platz vorhanden war. Hauptsache nah zwischen den Beiden! Besonders jetzt! Ginge es nach Charlestons räumlicher Vorstellungskraft, hatte er bloß die Größe eines Hamsters. Hörbar atmete Clara aus. Ihr Hund hatte dann wohl gerade ihre Verlobung gerettet: Verwirrt versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen, nickte Erik kurz zu und meinte nur: „Also auf zur Bank und dann ins Elektronik-Geschäft?“ Erik nickte. Sein Mund fühlte sich irgendwie etwas trocken an. Was war das gerade gewesen?

Dieselbe Frage stellte sich auch Clara, als sie verwirrt ihre Schuhe anzog und mit rotem Kopf und voller Reue eine kleine „Ich wollte dir nur sagen, ich habe dich sehr lieb“ Nachricht an Alex schickte. Ihre Hormone dürften doch jetzt eigentlich nicht mehr durcheinander sein? Wie konnte sie also auch nur eine Sekunde daran glauben Erik küssen zu wollen? Erik! Das unfuckingfassbare Phantom der Oper! Entführer, Mörder, Erpresser, Folterer, verrücktes Genie, depressiver Psychopath und Dramaqueen! Nein, nein nein! Das durfte sie nicht! Das war ein Ausrutscher, ein ganz mieser Ausrutscher, der ihr garantiert nie wieder passieren würde! Also nicht schon wieder! Es war so ein Ausrutscher, wie neulich beim Kochen und … na ja das in der Oper war Notwehr. Das hatte alles nichts zu bedeuten! Ausrutscher passierten, auch wenn sie sich häuften…

Sie vermied es ihn anzusehen. Für gewöhnlich konnte Erik das niemandem verübeln, doch gerade fragte er sich, ob er ihr sagen sollte, dass nun sie es war, die sich komisch verhielt? Sie liefen ein gutes Stück bis zu einer Bank, ohne mit einander zu reden. Irgendwann erklärte Clara, dass sie lieber nicht mit dieser Anfrage in die Bank gehen wollte, in der sie hier ständig war. Daher der Umweg. Erik war das egal. Es war ihm auch nicht aufgefallen. Er war in Gedanken noch auf dem Bett in Claras Wohnung stehen geblieben in Kombination mit ihrem „Du fehlst mir.“ Er konnte nicht anders als sich zu fragen, was wohl passiert wäre, wenn Charleston nicht aufgetaucht wäre? Er liebte diesen Hund, aber das war gemein von ihm gewesen.

„Du sprichst am besten nur, wenn man dich etwas fragt“, meinte Clara schließlich verlegen vor der Bank: „Also besser kein Wort davon, dass du dieses Geld mal vor Jahren selbst verdient hast!“, erinnerte sie ihn sah an ihm herunter und hinauf, legte die Stirn in Falten und fügte hinzu: „Ehrlich Schätzchen, vielleicht sagst du am besten einfach gar nichts und hältst deine Klappe.“ Da er nicht wusste, ob sein auferlegtes Schweigen auch schon ab jetzt galt, nickte er einfach nur und hielt ihr die Tür auf.

Der Herr am Schalter der Bank staunte nicht schlecht, als Clara ihm die Bündel Francs Scheine präsentierte. „Wir haben sie auf dem Dachboden seines Großvaters gefunden“, log Clara munter mit einem warnenden Seitenblick zu Erik. Als der bereits dabei war den Mund zu einer Korrektur zu öffnen, trat sie ihm gegens Schienbein: „Ehrlich gesagt haben wir absolut keine Ahnung woher die stammen, wie alt sie sind oder was sie heute noch wert sein könnten. Also dachte ich, bevor wir sie als Kaminanzünder verwenden, kommen wir einmal hierher und lassen uns beraten.“ Eriks Blick bei dem Wort Kaminanzünder hätte Menschen tot umfallen lassen und Häuserblöcke in die Luft sprengen können. Was tat seine Mademoiselle hier?

„Wissen Sie zufällig um wieviel Francs es sich dabei handelt?“, fragte der Mann interessiert weiter und berührte zaghaft das alte Papier: „Die scheinen mir tatsächlich ein beträchtliches Alter zu haben. Die müssen ja noch aus dem 19. Jahrhundert sein.“ „Gut möglich“, bestätigte Clara beiläufig seine korrekte Schätzung, als sie sah, dass Erik schon wieder etwas dazu sagen wollte. „Wir haben sie noch nicht genau gezählt aber grob über den Daumen gepeilt müssten es so 250.000 Francs sein“, beantwortete Clara auch die weitere Frage. „260.000 Francs und ein Bisschen“, korrigierte Erik sie scharf.

Der Bankier pfiff andächtig durch die Zähne. „Holy Mother of Jesus“, entfuhr es ihm in einer Jeremy Clarkson Manier, die Clara und Erik aufschrecken ließ: „Ich meine, das ist ja mal ein ganz schön dicker Sparstrumpf.“ „Ach ja, ist es das?“, fragte Clara ihre Stimme eine Oktave höher als gewöhnlich: „Nicht das es uns wichtig wäre, aber um welchen heutigen Wert reden wir hier genau? Kann man das überhaupt noch umtauschen?“ Sie lachte nervös zwischen den einzelnen Worten. Der Bankier bekam wieder seinen seriösen Gesichtsausdruck: „Nun Madame, und… ähm … Monsieur, … vielleicht sollten Sie mir einmal folgen. Mein Vorgesetzter kann Ihnen gleich sicherlich mehr dazu erzählen.“

Schweißgebadet warteten Clara und Erik angespannt in einem dunklen Büro. „Wenn das Blutgeld ist und uns in den Knast bringt, sag es mir lieber schnell, damit ich dich vorher umbringen kann!“, zischte Clara irgendwann zwischen den Zähnen kurz bevor die Tür aufging und ein älterer Mann mit Glatze in einem feinen Anzug hereintrat. „Hehey!“, machte Clara nur unschuldig laut in der Hoffnung so von allem abzulenken, was der Mann vorher sonst vielleicht gehört haben könnte. Ihr Blick wieder auf Erik platziert mit der deutlichen Warnung: „Ernsthaft Junge, wenn das hier schlecht ausgeht bereust du es!“ Auch Erik fühlte sich etwas unwohl in seiner Haut. Es war doch nur sein Geld und egal wie wenig es noch wert war, er wollte es einfach nur in etwas eintauschen, womit er Clara Dohme unterstützen konnte. Möglichst ohne dabei viel Aufsehen zu erregen.
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